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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Flussüberquerungen im Sarek July 2017



Mcsteve
07.12.2016, 08:07
Moin zusammen,
ich plane nächstes Jahr im July mit meiner Frau mal wieder in den Sarek zu gehen. Die Durchquerung von Vietas nach Kvikkjokk haben wir 2012 mit Freunden gemacht. War ne klasse Tour.
Diesmal wollen wir nur eine kleinere Rundtour machen mit Start und Ziel in Kvikkjokk. Auf dem Kungsleden solls bis Parek gehen, dann weiter Nordostwärts am Parte Massiv vorbei über den Gadokjahka. Weiß jemand, ob und wo der Fluss möglichst nahe Richtung Gletscher zu Furten ist, oder ob man die Brücke, die in der Fjällkartan BD10 eingezeichnet ist, nehmen muss?
Weiter solls dann im Tal Lullihavage nach Nordwesten und bei E6138 N7577 Richtung Südwesten, also westlich vom Parte, weiter gehen.
Um nicht wieder über Parek nach Kvikkjokk gehen zu müssen, wollen wir dann bei E6065 N7497 durch den Goabrekjagassi furten. Auch hier die Frage, ob es dort bei normalem Wasserstand möglich ist. (Lt. einer Tourenbeschreibung solls gehen... ;-) ). Dann weiter Richtung Laptavagge, durchs Tjuoldagarssa, östlich vom Ruonas auf den Habres und durch das Vallevagge zurück nach Kvikkjokk. Geplant 7 Tage.
Danke schonmal für Infos, Tine & Stefan

Dogmann
07.12.2016, 11:15
Hallo, habt euch ne schöne Runde ausgesucht. Sollte auch alles wie ihr es euch vorgestellt habt gehen!
Allerdings würde ich bei der ersten querung schon die Brücke nehmen.
Bin zwar auch schon am Gletscher unterhalb gequert, aber ohne Pack, um mir den Gletscher genau anzusehen.
Am nächsten Tag mit Pack habe ich die Brücke genommen! Ist schon sicherer.
Auserdem warum nicht nutzen, wenn eh eine Brücke da ist!?
Dann kommt es auch auf den Verlauf der Schneeschmelze an, die dann zwar erledigt sein sollte, aber warten wir den Winter ab.
Auch anhand der Regenfälle ändern sich Furten schlagartig!
Viel Spass in einem wundervollem Gebiet und Good Tour,

Ach hab noch was gefunden, warum wollt ihr eigentlich den Goabrejagassi, furten? Könnt an diesem hoch gehen, wenn ich es richtig in erinnerung habe! Gedanken solltet ihr euch über die Furt im Njoatsosvagge machen. Habt ihr den Grundsten, der beschreibt es gut!



Gruss Michael

Mcsteve
07.12.2016, 23:17
Moin Michael,
danke für die Infos. Dann nehmen wir wohl doch mal die Brücke :bg:
Den Njoatsosvagge meinte ich auch :o Den Grundsten haben wir, und der meint, dass es dort gehen soll. Sind nur etwas skeptisch, weil wir 2012 an dem kleinen Luohttojahka gescheitert sind, weil es die Brücke dort nicht mehr gibt, wo er den Pfad kreuzt. Und die Schneeschmelze war sehr spät - und heftig :(

Dogmann
08.12.2016, 13:06
Hallo, dachte ich mir. Im Njoatsosvagge, haltet ihr euch an den Grundsten, bisl schwer die genaue Stelle zu finden!
Da wo ihr im Njoatsosvagge unten auf der graden wieder in den , auf ersten Blick sehr schwer zu durdringenden Buschgürtel kommt, da geht ihr nach kurzer Zeit scharf links auf den Fluss zu.
Die Stelle liegt an Sandbänken, vor euch dann die schönen Wasserspiele, die Felsen aus denen das Wasser kommt.
Achtet gut beim furten, sind je nach Wasserlage tiefe Stellen dabei.
Glaube vor drei jahren oder so, war es ein Kinderspiel, halt sehr wenig Wasser, in diesem Jahr ging es aber trotz dem.
Wirklich schöne Tour.
Dort an der besagten Stelle sind zwei Flussarme, ersten ziemlich gerade, den zweiten versetzt, weit nach links, über die Sandbank, dann bisl Flussabwärts.

Meer Berge
08.12.2016, 18:00
Ich hatte im Sommer 2015 insgesamt sehr hohe Wasserstände - späte Schneeschmelze und lange heftige Regenfälle.

Durch das Njoatsosvagge kam ich auch herunter und wollte Richtung Parek. Da kam ich aber auch schon durch den Luohttojahka nicht durch, der mit der fehlenden Brücke.

Ich bin dann Richtung Laptavagge gegangen.
Es gab zwei Stellen, wo ich den Njoatsosjahka trotz hoher Wasserstände gut furten konnte:
1. gleich am Ausfluss des letzten Sees (Lulep N.), hier hatte ich auch gezeltet.
2. etwas weiter unten unterhalb eines Wasserfalles in einer Schlucht. Hier wird der Fluss sehr breit und flach.

Bei 2. habe ich dann gefurtet, war wirklich einfach.
Von hier aus bin ich den relativ steilen Hang des TsahtsaRichtung Goabrekjavrasj hinauf gestiegen, am südlichen Seeufer entlang und ins Laptavagge, wo ich mein Zelt auf der im Grundsten erwähnten Wiese aufgestellt habe.

Extrem schwierig gestaltete sich bei mir die Furt des Buojdesjahka. Ein Stück unterhalb des Wasserfalles an der Renvaktstugan verbreiterte sich der Flus und teilte sich in mehrere Arme auf. Knapp darüber war für mich die einzige passable Stelle. Von einem Grasstück konnte ich vorsichtig in Hüft-tiefes Wasser rutschen. Hier in der Außenkurve war eine Tiefwasserrinne mit ziemlich starker Strömung. Nicht sehr breit, aber ich habe wirklich gekämpft.
Danach wird es flacher und ungefährlich. Hier war für mich die heftigste Querung meiner gesamten Sarek-Tour.

In das Ruonasvagge muss man sehr viel weiter hinaufsteigen als die Karte im Grundsten vermuten lässt.

Gute Route!
Sylvia

JustMe79
09.12.2016, 01:56
Ich hatte im Sommer 2015 insgesamt sehr hohe Wasserstände - späte Schneeschmelze und lange heftige Regenfälle.

Durch das Njoatsosvagge kam ich auch herunter und wollte Richtung Parek. Da kam ich aber auch schon durch den Luohttojahka nicht durch, der mit der fehlenden Brücke.

Ich bin dann Richtung Laptavagge gegangen.
Es gab zwei Stellen, wo ich den Njoatsosjahka trotz hoher Wasserstände gut furten konnte:
1. gleich am Ausfluss des letzten Sees (Lulep N.), hier hatte ich auch gezeltet.
2. etwas weiter unten unterhalb eines Wasserfalles in einer Schlucht. Hier wird der Fluss sehr breit und flach.

Bei 2. habe ich dann gefurtet, war wirklich einfach.
Von hier aus bin ich den relativ steilen Hang des TsahtsaRichtung Goabrekjavrasj hinauf gestiegen, am südlichen Seeufer entlang und ins Laptavagge, wo ich mein Zelt auf der im Grundsten erwähnten Wiese aufgestellt habe.

Extrem schwierig gestaltete sich bei mir die Furt des Buojdesjahka. Ein Stück unterhalb des Wasserfalles an der Renvaktstugan verbreiterte sich der Flus und teilte sich in mehrere Arme auf. Knapp darüber war für mich die einzige passable Stelle. Von einem Grasstück konnte ich vorsichtig in Hüft-tiefes Wasser rutschen. Hier in der Außenkurve war eine Tiefwasserrinne mit ziemlich starker Strömung. Nicht sehr breit, aber ich habe wirklich gekämpft.
Danach wird es flacher und ungefährlich. Hier war für mich die heftigste Querung meiner gesamten Sarek-Tour.

In das Ruonasvagge muss man sehr viel weiter hinaufsteigen als die Karte im Grundsten vermuten lässt.

Gute Route!
Sylvia

Der Haken hierbei ist, dass sie aus einer anderen Richtung kommen als du, sprich dass sie, um deine Watstellen zu erreichen, erstmal über den Luohttojahka müssten, welcher vermutlich das größte Hindernis darstellen wird, wie ja auch von dir selbst beschrieben.

Im Gegensatz zu Dogmann's Behauptung ist die Schneeschmelze selbst in einem durchschnittlichen Jahr im Juli oberhalb von ~1200müM mitnichten vorbei - also kann und wird alles, was von Luohttolahko runterkommt, mit hoher Wahrscheinlichkeit noch ziemlich voll sein. Gegen Ende Juli sieht's natürlich deutlich besser aus als Richtung Anfang, das sollte auch klar sein.

Der Njoatsosjahka selbst ist auch im Talgrund des Haupttales (zumindest nördlich der Renvaktarstuga) im Juli durchaus machbar (hab leider nicht kapiert, welche Stelle Dogmann jetzt genau meinte) - 'verlässlich' allerdings auch nur bei durchschnittlichen oder besseren/trockenen/nicht zu heißen Verhältnissen, welche ja nicht garantiert sind.

McSteve + Frau sollten also auf jeden Fall noch 3 volle Tage übrig haben, wenn sie von Luohttolahko herunter kommen, um im Zweifelsfall noch einen Tag auf fallende Wasserstände warten zu können, egal in welche Richtung sie dann letztlich weitergehen. Zwei Tage sind, denke ich, das Minimum, was man (zumindest als Normalo) von dort bis nach Kvikkjokk rechnen sollte, ob man nun über Parek geht oder über den Vallevarre.

Davon unabhängig würde ich auf der beschriebenen Route meine Tagesetappen so planen, dass ich von den 7 Tagen an 5 Tagen laufe und dementsprechend 2 komplette Reservetage habe, für Gipfel- oder Gletschertouren bzw. sonstige Genuss-Tagestouren oder halt zum Abwettern. Hängt natürlich auch immer davon ab, wieviel Zeit man an den An- bzw. Abreisetagen noch hat bzw. wieviel Strecke man an diesen machen kann und will.

Dogmann
09.12.2016, 10:37
Das mit den Wasserständen ist schon klar , meine Querung dieses Jahr war im Anfang Juli im Njoatsosvagge und war eigentlich an der richtigen Stelle gut machbar!
Vor einigen Jahren , da war es ein Spaziergang.
Was also gut zeigt das viel geht, aber immer Reserve und ne ausweich Möglichkeit im Gepäck sein sollte!
Dann noch ein Tip von mir , so habe ich es gemacht , nicht nur einmal, bin gut gekommen damit, der Fluss mit der fehlenden Brücke, der Luohttojaka, ist an der ehem. Brücke nicht zu furten, weiter unten jedoch schon, breiter und flacher, aber stark.
Ja im Njoatsosvagge, habe falsch herum gedacht, da ist die Stelle genau die wie im Grundsten beschrieben, leichter zu finden , wenn ihr fast aus dem Buschgürtel raus kommt , da rechts zum Fluss!
Wenn ihr im Laptavagge seit, den Fluss da furten, wo er breit ist und auf der rechten seite der Schlucht ins Tal gehen, da ist der Buojdesjahka absolut einfach, weil ihr schon auf der Seite der Renvarkstuga seit!
Wie gesagt alle Furten sind nicht so einfach, aber wer in den Sarek geht weiss das wohl!
Vorsichtig und bedacht ist beim furten wohl klar, lieber länger nach der geeigneten Furt suchen und gut!
Ich bin da , bei der fehlenden Brücke mal angekommen und vier junge Burschen wollten an der ehem. Brücke furten, nichts zu machen und die waren echt gut drauf.
Die sind dann im selben Tal wo der Luohttojaka runter kommt , hoch gegangen und wollten oben über ein Schneebrett.
Wir sind tiefer gegangen, wo er breiter wird und sind da rüber.

Gruss Michael

Mcsteve
09.12.2016, 11:43
Danke für die vielen Infos und Tips. :D
Den Luohttojaka haben wir damals auch weiter oben über ein Schneebrett überquert. Dazu mussten wir aber echt weit hoch. Nur um dann Tagsdarauf feststellen zu müssen, dass wir nicht weiter nach Parek kommen würden. Hatten da oben auf dem Plateau zwei Norweger getroffen, die da schon drei Tage rumgeirrt sind :sad: Mussten dann das ganze Tal mit den beiden Seen Lulep zurück und sind dann über den Patjelanteleden bis zur Fjällstation Tarra.... Vielleicht wäre es auch anders gegangen, wenn ich mir jetzt so die Tips und andere Routen ansehe.
Ich denke wir werden den Njoatsosjahka and der von Grundsten beschriebenen Stelle furten.
Natürlich haben wir immer ein paar Tage mehr eingeplant. Die 7 Tage sind reine Gehtage. Außerdem sind wir nicht so die Km-Abreißer, 10 - 20km pro Tag je nach Schwierigkeitsgrad und Wetter sind so unser Ding.
Aber vielleicht wollen wir uns ja doch noch nen Gletscher genauer ansehen, wenns Wetter passt.

Dogmann
09.12.2016, 12:42
Richtig , die Zeit sollte man nie aus den Augen verlieren.
Hetze ist keine gute Motivation!
Ich bin auch nicht der abrenner, lass es lieber ruhig angehen, brauche länger, sehe mehr und habe meinen Spass.
Grundsten, schlägt da ja auch beide gen. Möglichkeiten vor:D
Also Good Tour euch-

Michael

Mcsteve
09.12.2016, 13:38
Ich werde berichten ;-)
Ne andere Frage: Es wird bei Flussquerungen ja immer wieder ein Wanderstock (Watstock) empfohlen um damit im "Samistyle" den Fluss zu queren. Wir sind bisher immer mit Lekis unterwegs, weil so nen langer Stock unhandlich beim normalen gehen ist. Was habt ihr so für Erfahrungen?

JustMe79
10.12.2016, 01:12
Ich werde berichten ;-)
Ne andere Frage: Es wird bei Flussquerungen ja immer wieder ein Wanderstock (Watstock) empfohlen um damit im "Samistyle" den Fluss zu queren. Wir sind bisher immer mit Lekis unterwegs, weil so nen langer Stock unhandlich beim normalen gehen ist. Was habt ihr so für Erfahrungen?

Ich benutze seit Jahren Lekis - auch beim Waten - und würde sie jederzeit diesen riesigen, schweren und unhandlichen Holzprügeln vorziehen.

Hauptvorteile sind für mich ganz klar die Tatsache, dass man mit Teleskopstöcken einfach besser/leichter/rhythmischer/'symmetrischer' wandert, und dass man sowohl beim Wandern als auch (vor allem) beim Waten an besonders kniffligen Stellen immer 3(!) Fixpunkte am Boden hat und somit wesentlich stabiler steht. So kann man z.B. mit einem Bein in Ruhe am Flussgrund 'herumtasten', bis man wirklich sicheren Halt bzw. Stand gefunden hat.

Ich benutze im hohen Norden übrigens die normal großen 'Tourenteller', da man mit diesen im oft sumpfigen Gelände wunderbar Halt findet, wo Stöcke mit den üblichen Minitellern (oder gar keinen Tellern) schon längst nen dreiviertel Meter im Morast verschwunden wären. Auch bei Treibsand bzw. '-Schlamm' an Flussufern oder am Flussgrund hat man mit den größeren Tellern besseren Halt. Nachteil beim Waten ist, dass die Stöcke damit etwas strömungsresistenter werden, und beim Wandern können sie bei besonders garstigem Weidengestrüpp auch etwas leichter hängenbleiben - in der Summe schwöre ich aber darauf und benutze sie so seit gut 20 Jahren.

Wenn ich auf Touren gehe, auf denen als schwierig oder 'unmöglich' beschriebene Flussquerungen zu erwarten sind, nehme ich immer so eine billige PVC-China-Wathose mit, die es vor Jahren mal eine ganze Zeit lang für Euro 8,90 auf ebay gab. Die geht bis unter die Brust und ihr unschlagbarer Vorteil ist, dass man damit sämtliche Klamotten einfach anbehalten kann (bis auf die Bergstiefel => Watschuhe), weshalb man selbst bei Querungen, die inklusive Scouting eine Stunde dauern, keinerlei Probleme mit abgefrorenen Zehen/Füßen/Beinen bekommt. Darüber hinaus hat man aufgrund der Kleidungsschichten einen nahezu perfekten mechanischen Schutz, selbst wenn einem unter Wasser ein größerer Brocken auf den Fuss oder an den Knöchel rollen sollte oder man irgendwo hängenbleibt oder wegrutscht.

Allgemein würde ich beim Queren von Flüssen dazu raten, (wenn vorhanden) immer zwischen zwei größere Steine zu treten - so sind die Beine in jedem Fall seitlich gegen Wegrutschen bzw. Wegspülen gesichert - in den meisten Fällen kann man sich sogar so gut 'Verkanten', dass man in jegliche Richtung perfekten Halt hat. Dafür ist wiederum das oben erwähnte 'Tasten' können wichtig, also um im trüben Gletscherwasser oder schäumenden Bergbach genau diese 'Schnittstellen' zwischen den Steinen zu finden. Beachten sollte man dabei allerdings, dass bei extrem starker Strömung und relativ losem Geröll/Flussbett selbst Brocken von der Größe eines Medizinballes in Bewegung geraten können, sobald man sie voll belastet - dies sollte man ebenfalls aus dem sicheren 'Dreipunktstand' heraus testen.

Ansonsten wäre noch zu beachten, dass bei Wassertiefen ab 'Schritthöhe' die Strömung wirklich nur äußerst gering sein sollte, da man ab dieser 'Eintauchtiefe' aufgrund des Auftriebs deutlich(!) geringeren Halt(/Reibung) am Boden haben wird. Gerade bei vergleichsweise ruhig fließenden Flüssen mit eher feinkörnigem- bzw. sandigem Flussbett merkt man, dass es kritisch wird, wenn einem der Fluss den Sand bzw. Kies fömlich unter den Füßen 'wegsaugt' - dann ist nämlich zu wenig Druck/Gewicht von oben da im Verhältnis zur Strömung. Derlei Dinge gilt es besonders zu beachten, wenn z.B. der schwerere/größere Mann (plus schwerer/größerer Rucksack) eine Querung scoutet bzw. zuerst macht, und die Frau dann nachkommen soll/will.

Fjaellraev
11.12.2016, 17:50
Ich benutze seit Jahren Lekis - auch beim Waten - und würde sie jederzeit diesen riesigen, schweren und unhandlichen Holzprügeln vorziehen.
So unterschiedlich sind die Geschmäcker. ;-)
Ich habe zwar auch ein Paar Teleskopstöcke dabei - 99.9% der Zeit am Rucksack, da ich sie praktisch nur zum waten nutze - aber in den letzten Jahren habe ich ab und zu an Watstellen passende lange Stöcke vorgefunden und diese benutzt. Gerade bei stärkerer Strömung geben sie mehr Sicherheit, da man sich wenn man sie mit beiden Händen greift richtig abstützen kann und den "dritten Fuss" somit wirklich belastet.
Mit dem laufen mit Stock konnte ich mich bisher nicht wirklich anfreunden - ich habe gerne beide Hände frei - nur deshalb ist es bei mir bisher bei den Teleskopstöcken geblieben.

Gruss
Henning

JustMe79
11.12.2016, 19:45
So unterschiedlich sind die Geschmäcker. ;-)
Ich habe zwar auch ein Paar Teleskopstöcke dabei - 99.9% der Zeit am Rucksack, da ich sie praktisch nur zum waten nutze - aber in den letzten Jahren habe ich ab und zu an Watstellen passende lange Stöcke vorgefunden und diese benutzt. Gerade bei stärkerer Strömung geben sie mehr Sicherheit, da man sich wenn man sie mit beiden Händen greift richtig abstützen kann und den "dritten Fuss" somit wirklich belastet.
Mit dem laufen mit Stock konnte ich mich bisher nicht wirklich anfreunden - ich habe gerne beide Hände frei - nur deshalb ist es bei mir bisher bei den Teleskopstöcken geblieben.

Gruss
Henning

Na Gott sei Dank brauchen wir über Geschmäcker nicht zu streiten... ;-)

Ich habe dafür mal bei ner Sitoätno-Wat bei Guordesluoppal nen vollwertigen Black-Diamond-Teleskopstock gefunden - leider nur einen - der wartet jetzt in meinem Ersatz-Aurüstungslager auf Verwendung. Würde gerne wissen, wer den unter welchen Umständen dort verloren hat... :bg:

Aber nochmal zu den Wattechniken - wenn du in nem Fluss Kategorie Luohttojahka oder Tjaggnarisjahka stehst und nach dem sicheren nächsten Tritt bzw. Stand suchst, kannst du mir nicht erzählen, dass du auf einem Bein+Stock stabil stehst, während die Strömung dein anderes Bein bearbeitet - das ist physikalisch schlicht nicht möglich bzw. kann rein faktisch nicht stabiler und sicherer sein als ein richtiger Dreipunktstand.

Da bringt es auch nix, wenn du den Holzstock mit beiden Händen sonstwie fest halten kannst. Bei den Lekis kannst du dich voll in die Schlaufen stützen, da brauchst in dem Moment auch gar nix festhalten, sondern kannst dich voll auf die Standsuche mit dem freien Bein konzentrieren. Wenn beide Beine sicher stehen, suchst du wiederum den nächsten 'Stützpunkt' für einen der Teleskopstöcke, dann das nächste Bein, danach den nächsten Stock usw. ... :cool:

Mcsteve
11.12.2016, 23:08
Nun gut, wegen der Handlichkeit hatte ich ja schon geschrieben, haben wir immer Lekis genommen.
Von einem Sami haben wir mal die Technik mit dem Watstock erklärt bekommen. Klang überzeugend, so ein Stock ist bestimmt stabiler als die Lekis, aber eben unhandlich. Deshalb bisher Lekis.
Allerdings finde ich die Technik von JustMe, sich mit den Füßen oder Beinen zwischen den Felsen zu verkeilen höchst bedenklich :o
Die Wathose ist vielleicht ne Idee, bringt aber nochmal zusätzliches Gewicht mit sich.

JustMe79
12.12.2016, 03:48
Nun gut, wegen der Handlichkeit hatte ich ja schon geschrieben, haben wir immer Lekis genommen.
Von einem Sami haben wir mal die Technik mit dem Watstock erklärt bekommen. Klang überzeugend, so ein Stock ist bestimmt stabiler als die Lekis, aber eben unhandlich. Deshalb bisher Lekis.
Allerdings finde ich die Technik von JustMe, sich mit den Füßen oder Beinen zwischen den Felsen zu verkeilen höchst bedenklich :o
Die Wathose ist vielleicht ne Idee, bringt aber nochmal zusätzliches Gewicht mit sich.

Das mit dem 'Verkeilen' hast du offensichtlich missverstanden. Es geht nicht darum, den Fuss irgendwo reinzuzwängen, so dass er nicht mehr von selbst herauskommt bzw. feststeckt - es geht eher um ein minimales 'Eindrehen', um seitlich noch mehr Druck/Reibung aufzubauen und so noch mehr Stabilität zu erlangen, auch nach vorne und hinten. Vielleicht machst du sogar intuitiv eh schon, was ich meine, aber wenn nicht, probier's mal in nem einfachen Gewässer aus - es ist eigentlich 'logisch', und du wirst dann (also vor Ort) schon wissen, was ich meine.

In fast allen Fällen sind die größeren Steine durch Algen oder Gletscherschlick so derart rutschig bzw. flutschig, dass man darauf (also direkt oben drauf) praktisch gar nicht (sicher) stehen kann. Also setzt man den Fuss in den 'V-Ausschnitt' zwischen den Steinen. Das mache ich auch abseits der Flüsse bei fast allen Arten von Geröllfeldern ganz genauso, speziell wenn die Steine/Brocken flechtenbewachsen und/oder feucht sind. Nur bei extrem groben Blockfeldern kann es besser sein, 'oben drüber' zu balancieren, wenn z.B. die Löcher zwischen den Brocken zu groß und die Abstände zwischen den 'V-Ausschnitt-Trittstellen' zu weit sind.

Ein Wanderkamerad wollte mir das mit dem 'Fuss dazwischen Setzen' beim Waten 1998 im Kukkesvagge auch nicht glauben und hat dann auf nem schön algenbewachsenen Brocken nen Salto vorwärts gemacht, ist mit Bauch/Brust und Kinn auf dem Fels im Wasser gelandet, war komplett nass bei 3°C Wasser- und Außentemperatur, hatte ne klaffende Platzwunde am Kinn und seine Brille im Fluss verloren. Letztere hat er nach einer gut halbstündigen Suchaktion etwas flussabwärts im dort knietiefen Wasser tatsächlich im 'Lee' eines anderen Brockens wiedergefunden, mit dem Ergebnis, dass er noch 2 Wochen später Taubheitsgefühle in seinen Händen bzw. Fingern hatte, von der Narbe am Kinn als bleibender Erinnerung ganz zu schweigen.

Ich hab mir damals nur meinen Teil gedacht... und gebe heute wie damals entsprechende Tipps und Erfahrungen weiter. ;-)

Mcsteve
22.02.2018, 03:22
Hallo Schweden Fans, mir ist gerade mal eingefallen, dass ich ja von der o.g. Tour berichten wollte. Ich weiß - seeeehr spät. :sad:
Aber eigentlich gibts auch nichts zu berichten, da wir die Tour nicht durchführen konnten. Ich hatte mir im März beim Endurofahren ne Sehne in der Schulter gerissen. Nach der OP musste ich gaaanz langsam anfangen, meinen Arm wieder zu bewegen. Daher haben wir dann dort nur kleine Tagestouren gemacht, weil ich mir den großen Rucksack noch nicht zumuten wollte. Abgesehen davon, war das Wetter durchweg nur Schlecht. Sind dann dort geflüchtet, haben an der Ostküsten nen paar Touren gemacht und sind doch wieder bei unseren Freunden in Ljungdalen gelandet. Gibt aber Schlimmeres :bg:
Diese Jahr wollen wir aber die Tour durchziehen...:cool:

Ljungdalen
22.02.2018, 09:23
...sind doch wieder bei unseren Freunden in Ljungdalen gelandet. Gibt aber Schlimmeres :bg:...

Haha, ja, siehe mein Benutzername. Ljungdalen rulezzz...

Mcsteve
22.02.2018, 23:16
Ist ja lustig - da gibts noch jemanden, der den Nabel der Welt kennt :D
Wir werden dieses Jahr auch wieder bei unseren Freunden dort reinschauen.
Mein Avatar ist übrigens der Helags ;-)

Ljungdalen
26.02.2018, 12:56
Mein Avatar ist übrigens der Helags ;-)

Ja, sehr schöner Berg. Aussicht sensationell, und ich hatte bisher *immer* Superwetter.

Mein Avatar bin ich selbst beim Baden im Álggajávrre (a.k.a. Alkajaure) am Rand des Sarek... so schließt sich der Kreis ;-) War im September, und das Wasser, glaube ich, noch leicht wärmer als die Luft...

Mcsteve
10.06.2018, 14:17
Moin zusammen,
es ist nun nicht mehr lange hin, bis wir wieder ins "gelobte Land" fahren. Bei der Routenplanung zu der Anfangs geschilderten Tour, stellt sich uns noch eine Frage. Wenn wir vom Prinskullen Richtung Kvikkjokk runter kommen, müssen wir noch eine kurze Bootstour machen. Weiß Jemand, wo genau das Boot unterhalb vom Prinskullen anlegt/abfährt?

Kuoika
10.06.2018, 14:36
Von/zum Prinskullen gibt es einen markierten Weg. Das Boot legt unterhalb des kleinen "Gehöfts" ab (schwarzes Viereck auf der Karte).
Transport am besten bei Björn Sarstedt und/oder Helena Adolfsson anmelden: http://www.battrafikikvikkjokk.se/

God tur!

Vintervik
10.06.2018, 16:29
Am Bootsanleger steht auch ein Schild mit Björns Telefonnummer.

Mcsteve
13.06.2018, 09:09
Super, menge tack,

Mcsteve
15.08.2018, 12:48
Moin zusammen, ich bin ja noch nen kleinen Bericht schuldig.

Wir brachen tatsächlich Mitte Juli auf, die für 2017 geplante Tour endlich in Angriff zu nehmen.
Der erste Tag von Kvikkjokk nach Parek war lang und heiß, aber machbar. Die Furt kurz vor Parek über diese komischen Dreiecke im Wasser haben wir lieber in Wasserschuhen gemeistert. Diese Holzdreiecke waren rutschig und nur was für seeehr lange Beine. Der Abend war dann schön frisch, wie wir uns die nächsten Tage gewünscht hätten...
Am 2. Tag gings mir nicht so gut und die Sonne brannte unerbittlich. Wir wollten über einen Sattel oberhalb von Parek Richtung nordosten. Kurz vor dem Sattel machten wir uns klar, dass die geplante Strecke bei der Hitze (28 - 30°C) für uns, ohne Aussicht auf Schatten, bei sehr geringen Wasserständen nicht machbar war. Wir hatten den Sarek noch nie so trocken erlebt. Wenn man sonst alle paar hundert meter nen Bächlein findet, wo man nen Schluck nehmen kann, musste man in weiten Teilen danach suchen. Darauf waren wir natürlich nicht eingestellt.
Dazu kam noch, dass meine Psyche gestreikt hat. Das erste Mal sah ich keinen Sinn mehr darin, mich mit nem schweren Rucksack die Berge hoch und runter abzuplagen, nur um irgendwo mal ne schöne Aussicht oder Gegend zu sehen. :shock: Werde ich alt und träge?? Das gab mir zu denken und war ne echt harte Nuss für mich! Ich hoffe, das kommt nicht wieder :(

Also drehten wir um, machten an nem schönen Gletscherbach Schluss für den Tag und spielten am Bach und an den restlichen Eiswänden, weil so heiß. Kaum zu glauben, wenn man den Sarek sonst kennt...
Am 3. Tag gings dann wieder über die Parekebene zurück. Kein Vergnügen. Dass wir nicht wieder die ganze Strecke bis Kvikkjokk zurück gehen wollten, war klar. Deswegen suchten wir am frühen Abend an nem großen See nach nem geeigneten Übernachtungsplätzchen. Dort trafen wir dann auf zwei Ulmer, die auch suchten und kaputt waren. Allerdings waren die schon 8 Tage unterwegs.
Der Platz war dann ganz schön, direkt neben dem See, der aber Pie-warm war. Dort fraßen mich dann die Beißfliegen auf und die Mücken nervten sowieso. Also ab ins Zelt, wo es aber sehr warm war. Bis die Sonne hinterm Berg verschwand, dauerte es. Ich war tierisch genervt. Hätte am liebsten das Zelt eingepackt und wär nach Kvikkjokk durchgegangen. Danke an dieser Stelle an meine Frau, die mich ausgehalten hat! :D
Am vierten Tag wars dann nicht mehr weit und auf dem Kungsleden gings ja auch gut vorwärts. Dort (an der Brücke) trafen wir die zwei Chilenen wieder, die wir am Tag vorher an der Furt bei Parek trafen. Sie wollten eigentlich auf einen der Berge im Partemassiv, sind aber auch umgedreht - weil zu wenig Wasser :o

So kamen wir nach nur 4 Tagen mit sehr gemischten Gefühlen wieder zurück. Zum einen war zwar unsere Entscheidung absolut richtig für uns. Aber wir haben die Tour wieder nicht gemacht. Und ich bezweifel, dass wir sie nochmal wagen werden, da in Natura betrachtet, doch ganz schön heftige Anstiege auf uns warteten.
Die Landschaft ist immer noch traumhaft schön und bei dem wolkenlosen Wetter konnten wir die ja ausgiebig genießen.
Bleibt also noch mein defekte Psyche zu erforschen :roll:

Zum Glück hatten wir aber unser "neues" kleines Womo dabei, mit dem wir dann noch etwas durch die Lande (vorbei an den Waldbränden) gezogen sind :D

Mal sehen, wann ichs schaffe, nen paar Fotos zu verlinken;-)