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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erholungsdruck auf Naturschutzgebiet



Lampi
10.09.2016, 07:00
Hölzerne Verbauungen für ein Lagerfeuer missbrauchen, sich an einem kleinen Bergsee mit Shampoo waschen und den Müll möglichst gleichmäßig übers Land verteilen. Dadurch scheint sich der selbst ernannte Naturliebhaber 2.0 hervorzutun.

Die vernünftige Mehrheit darf dann unter den folgerichtigen Betretungsverboten leiden. :-(


Mehr in KR's Blog.https://freieberge.wordpress.com/2016/09/05/helft-dem-schrecksee/

Becks
10.09.2016, 09:24
Etwas wenig feinfühlig ausgedrückt, aber es ist schon eine Sauererei.

Der Schrecksee bei Hindelang liegt in einem Naturschutzgebiet, was schon alleine Grund genug sein sollte, dort eben nicht zu pennen. Aber jetzt haben welche wohl nicht nur genächtigt, sondern den See mit Dreck versaut und mit den Zaunpfählen der Weiden ein Lagerfeuer errichtet.


Und hier (https://freieberge.wordpress.com/2016/08/31/zelten-in-den-allgaeuer-alpen-teil-2/) hat es noch mehr:
" Die Gutsverwaltung Hinterstein hat vor Kurzem in der Früh um 7.00 Uhr 15 Zelte am Engeratsgunder See angetroffen. Ich habe mit jedem Einzelnen gesprochen und ihm gesagt, dass zelten im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen verboten ist."


Da läuft etwas tierisch aus dem Ruder, und ich wette, die Behörden werden dort jetzt ähnlich hart vorgehen, wie auch in anderen Regionen, wo so etwas passiert ist.

Wobei ich auch den KR kritisieren muß, der den verlkinkten BLOG betreibt. Naturschutzgebiet ist Naturschutzgebiet. Da wird nicht mit "Umsicht" biwakiert, sondern ganz darauf verzichtet.

mitreisender
10.09.2016, 09:30
Wobei ich auch den KR kritisieren muß, der den verlkinkten BLOG betreibt. Naturschutzgebiet ist Naturschutzgebiet. Da wird nicht mit "Umsicht" biwakiert, sondern ganz darauf verzichtet.

Sehe ich genauso, sonst ist der Gleiche gleicher. Und egal wie umsichtig ein Viwakierer so ist, er bringt andere erst auf die Idee dort auch zu campen.

MaxD
10.09.2016, 09:45
Stimmt...solche Dinge haben ohnehin bestes Eskalationspotential.

Bestes Beispiel dafür sind die endlosen Beschuldigungsarien zwischen lokalen Vereinen und übergeordneten Verbänden der Jäger, Angler und Naturschützer. Man verbeisst sich an den Differenzen anstatt die gemeinsamen Interessen eben gemeinsam zu verfolgen. Besser ein Dutzend mal den "Feindverband" bei Kommunen, Presse und Politik anschwärzen als einmal gemeinsam gegen die wirklichen Probleme anzugehen.

Diese Tendenzen sind im Blog bereits zu lesen...allein diese Seitenhieb in dem von Becks verlinkten Artikel auf den Gutsbetreiber wegen Hochsitzen und Jagdhütten - oder auch der Fingerzeig auf die "bösen Externen".

Wenn diese Grundstimmung bei den örtlichen Interessenträgern schon vorhanden ist, war dieses Camperfiasko nur ein willkommener Anlass.

Davon mal abgesehen...solche Aktionen, wie hier an dem See, sind unter aller Sau.
Leider sind Idioten eine stetig nachwachsende Ressource.

Dogmann
10.09.2016, 09:48
Aber das gibts leider überall, Rücksicht ist ein Fremdwort geworden ! Umwelt ?

Becks
10.09.2016, 10:17
Sehe ich genauso, sonst ist der Gleiche gleicher. Und egal wie umsichtig ein Biwakierer so ist, er bringt andere erst auf die Idee dort auch zu campen.

Das Problem dort ist, daß es schon genügend "Vorbilder" gibt. Die Plätze haben sich herumgesprochen, denn 15(!) Zelte kommen nicht zufällig zusammen. Ich kenne nur zwei Orte, an denen es ähnlich hoch her ging, und das sind die Startpunkte für Tacul, Maudit und Mont Blanc bei der Aig. du Midi sowie Goute-Hütte. An beiden Plätzen herrscht nun ebenfalls Zeltverbot, was auch kontrolliert wird.

Die im Blog aufgeführte Idee mit einem regulierten Platz mit Klo und Müllablage halte ich für ziemlich naiv. Wenn sich dort jetzt schon 20 Leute an einem Wochenende aufhalten, wer sorgt dann für die Sauberkeit? 20 Leute hinterlassen Spuren, egal ob man sie nun wild oder regulär oder wie auch erwähnt "spät kommend und früh gehend" gewähren läßt.

Zumindest bis sich die Lage entspannt hat würde ich Schilder aufstellen (Zelten verboten, 400 Euro Strafe) und dann das Geldsäckerl auffüllen, indem ich radikal kontrollieren würde. Sobald genügend Leute im Netz die Ungerechtigkeit verbreitet haben, daß sie böse abgestraft wurden, wird das Meiste von alleine geregelt sein.

Hapi
10.09.2016, 11:05
..."A********volk" gibt es wohl überall. Ende August war ich in der Hardangervidda. Logischerweise gibt es kaum ein Plätzchen, wo nicht schon mal übernachtet wurde. Unter einem Stein waren 2 AA Baterien entsorgt worden, an anderer Stelle lagen kleine Alutütchen rum oder ein halb aufgeweichtes Büchlein. Habs natürlich in meinen Müllbeutel gepackt und später an der Hütte entsorgt. Es ist schon merkwürdig... die Leute gehen bewusst in die Natur, um selbige zu geniessen "ach, wie ist das schön" und müllen diese dann zu. Sehr merkwürdig...
:grrr:

JonasB
10.09.2016, 11:43
http://www.br.de/nachrichten/schwaben/inhalt/muellsuender-allgaeu-hochalpen-schrecksee-100.html

codenascher
10.09.2016, 12:00
Was ärgere ich mich über selbe Assis, die allwöchentlich ihren Müll an Seen und auch Parkanlagen (Bsp Berlin und Umland) liegen lassen.
Für mich ist es vollkommen Wurscht, ob nun Naturschutzgebiet oder grüne Wiese... Genannte Assis schaffen volle schwere Behälter in die Natur zu schaffen, leichte leere Verpackungseinheiten aber nicht.

mitreisender
10.09.2016, 12:21
Berlin ist der beste Beweis für "Ist mir egal". Und die Ordnungsämter interessiert es nicht. Ist wie NYC in den 80ern, nur weniger Tote.

Torres
10.09.2016, 13:42
Wieso Asis? Das sind ganz normale Leute, die gelernt haben, dass schon jemand das Zeug wegmacht. Und da liegen sie ja in vielen Lebensbereichen nicht ganz falsch. Irgendeiner macht das schon weg. Wieso dann in der Natur Gewohnheiten ändern?

Und was das Zelten angeht, sind ja einige hier im Forum auch sehr großzügig bei der Interpretation der Regeln. Der Müll ist ja nur das eine. Die Störung der Tierwelt das andere. Davon will dann kaum jemand wissen, bzw. man redet sich die Sache schön (ich mach doch nix, einer wie ich darf doch mal, Tiere machen ja auch was kaputt) Aufregen tut man sich dann nur über die sichtbaren Spuren. Und wenn User X den Rechtsrahmen erläutert, regt sich der eine oder andere über den Spaßverderber auf, der einem den Tag vermasselt. Aber solange Spiegel online Autocamping als Teil des Jedermannsrechtes bewirbt und jede Menge Wildcampheldengeschichten im Netz kursieren plus Instagramm- und Facebook-Bilderserie wird sich ein Unrechtsbewusstsein kaum etablieren. Da helfen nur Geldstrafen und Verbote, wenn einem die Natur wichtig ist.

Und für die Zukunft anders ausgedrückt: Wenn Du nicht die Klappe halten kannst, vermasseln irgendwann ein paar Deppen es den anderen. Und zusatzlich halt auch: Die Masse macht's.

(P.S. Hamburg hat jetzt Biotonnen. Erschreckend, dass kaum jemand in der Lage ist, Müll zu trennen. Gut, Lidlgemüse ist eben nicht Bio....)

Martin206
10.09.2016, 14:09
1. Vorbild sein, d.h. z.B. auch: Wo man nicht nächtiges soll, da nächtigt man nicht, egal wie. (Wo am Fluß Befahrungsverbot ist da fährt man eben nicht, wo Betretungsverbot ist, da tritt man eben nicht rein, usw.)
2. Leute ansprechend die es "falsch" machen. Ruhig nach erstem Widerspruch vehementer werden - man darf merken, daß es falsch ist und man das nicht akzeptiert. :oldman:
3. Ja, auch mal melden / anzeigen. Das ist nicht böse, sondern eben manchmal notwendig. :gosche:

nice-to-have: Müll der anderen (aus der Natur) mitnehmen. Denn die Natur kann nix dafür, daß andere dumm agieren.

PS: Ja, ich fände es auch hier und da mal praktisch direkt am Fluß zu nächtigen ...in der Dämmerung schnell das kleine olivgrüne Zelt aufstellen und mit dem ersten Sonnenstrahl abbauen wärhen das Kaffeewasser auf dem Gaskocher warm wird. Aber da wo es verboten ist, wo es sinnvollerweise unterbleiben sollte, da verkneif ich mir's eben.

Ach ja: Das gilt / gibt's nicht nur in den Alpen, in Naturschutzgebieten ... oder in Berlin, es ist leider der schleichenden, egoistischen Wurschtigkeit zuzuschreiben. Blöd wenn die Eltern schon so waren ...da lernt man's dann nie mehr :( wie man sich ordentlich verhält.

Hapi
10.09.2016, 17:29
..."A********volk" gibt es wohl überall. Ende August war ich in der Hardangervidda. Logischerweise gibt es kaum ein Plätzchen, wo nicht schon mal übernachtet wurde. Unter einem Stein waren 2 AA Baterien entsorgt worden, an anderer Stelle lagen kleine Alutütchen rum oder ein halb aufgeweichtes Büchlein. Habs natürlich in meinen Müllbeutel gepackt und später an der Hütte entsorgt. Es ist schon merkwürdig... die Leute gehen bewusst in die Natur, um selbige zu geniessen "ach, wie ist das schön" und müllen diese dann zu. Sehr merkwürdig...
:grrr:

...das ist auch nicht meine übliche Wortwahl. Ich habe lediglich den TE und den inzwischen geänderten Titel zitiert. Nun sieht es so aus, als wäre es meine Wortwahl. Einen dies bzgl. Satz hätte man in der Änderungserklärung durchaus noch einfügen können. tztztz...

Abt
10.09.2016, 18:37
Ich bin kein Vorbild und will es auch gar nicht werden, aber wo rum ging es denn nun wirklich ?
Was ist das für eine Zielgruppe eurer Kritik?

Wenn wir nun nur den 4.(?)Selbstbeweihräucherungstread aufmachen wollen, wie scheinbar vorbildlich wir selbst uns verhalten, ist es schade um die Zeit.

Vegareve
10.09.2016, 19:01
...das ist auch nicht meine übliche Wortwahl. Ich habe lediglich den TE und den inzwischen geänderten Titel zitiert.

Das war doch klar (diese, statt deine Wortwahl und deine schon vorhandene Anführungszeichen), ich kann aber nicht ein Zitat übrig lassen, wenn wir das Original gelöscht/geändert haben.

Martin206
10.09.2016, 20:16
Ich bin kein Vorbild und will es auch gar nicht werden, aber wo rum ging es denn nun wirklich ?
Was ist das für eine Zielgruppe eurer Kritik?

Wenn wir nun nur den 4.(?)Selbstbeweihräucherungstread aufmachen wollen, wie scheinbar vorbildlich wir selbst uns verhalten, ist es schade um die Zeit.

Entweder Du siehst den Eröffnungsbeitrag als reine "Info" (Posting),
oder Du siehst es als Hilferuf (bzgl. Lösungen für das Desaster),
oder Du interpretierst es für Dich nochmal anders.

Für den zweiten Fall - Hilferuf - wären Lösungsvorschläge (was tun) wohl angebracht. Wenn da dann der Hinweis auf Vorbild kommt, hat das nicht unbedingt was mit Selbstbeweihräucherung zu tun. Mein Beitrag war zumind. als Lösungsansatz gedacht, als mein Vorschlag wie man vorgehen sollte. Der Vorschläg dürfte gerne auch diskutiert und optimiert werden...

Hapi
10.09.2016, 23:07
Das war doch klar (diese, statt deine Wortwahl und deine schon vorhandene Ausführungszeichen), ich kann aber nicht ein Zitat übrig lassen, wenn wir das Original gelöscht/geändert haben.

OT: Wochenlang springt mir auf der Übersichtsseite "Sorry aber.... sche!ssen outdoor? " ins Auge. M. E. als Thread Titel ebenfalls eher ungeeignet. Und den Riesenunterschied zu "Schei..volk" kann ich auch nicht erkennen. Straight geht anders...

Torres
10.09.2016, 23:14
Das eine ist eine natürliche Aktivität, das andere eine Beleidigung in Fäkalsprache. Eigentlich einfach, oder?

Vegareve
10.09.2016, 23:14
Nur so viel, bevor beides unsichtbar gemacht wird (öffentliches kommentieren von Modaktionen entspricht eher nicht den Hausregeln): wir erkennen den Unterschied sehr wohl.

geier
10.09.2016, 23:23
Hallo zusammen,

wenn das Thema "Müll" hier schon angesprochen wird, möchte ich mich auch mal dranhängen.
Mitte August war ich eine Etappe auf dem Westweg unterwegs.
Sehr negativ aufgefallen ist mir auf dieser Strecke der Müll, der in und bei den Hütten lag.
Da diese Hütten relativ weit weg von Straßen und Siedlungen lagen, kann der Müll eigentlich nur von Wanderern stammen.
Gerade der Westweg ist ein Wanderweg, bei dem Übernachtungen in Hütten und Zelten recht großzügig gehandhabt werden und teilweise von den örtlichen Verantwortlichen sogar gefördert wird.
Ich appeliere deshalb an alle, die Hütten und Lagerplätze ordentlich zu hinterlassen.

Nur so lassen sich weitere Einschränkungen vermeiden.

Gruß

der
Geier

uli.g.
10.09.2016, 23:24
btt.: ...dass ich die besten Tiefschneevarianten durch unsere heimischen Wälder gerade von Bergwachtkumpels gelernt - und mir weitgehend bzw. ganz meistens verkniffen habe - macht mir in diesem Zusammenhang schon so einige Gedanken.......

Flachlandtiroler
10.09.2016, 23:34
Sehe ich genauso, sonst ist der Gleiche gleicher. Und egal wie umsichtig ein Viwakierer so ist, er bringt andere erst auf die Idee dort auch zu campen.
Wieso bzw. zu welcher Tour wäre es denn überhaupt sinnvoll geschweige denn erforderlich, am besagten See zu biwakieren?

Abt
11.09.2016, 00:53
Das eine ist eine natürliche Aktivität, das andere eine Beleidigung in Fäkalsprache. Eigentlich einfach, oder?

Jo. Sehe ich ganz ähnlich.
Kommt ja immer noch nicht heraus, auf wen es sich da bezieht. Zur Badeerholung erst 1800Hm hinauffahren? Als Gruppe? Kann man einfacher haben.- Ende. Schlüsselübergabe:grins:.

derSammy
11.09.2016, 07:08
Wieso bzw. zu welcher Tour wäre es denn überhaupt sinnvoll geschweige denn erforderlich, am besagten See zu biwakieren?

Nenn mir eine (ok..die wirs ggf. geben) dann zwei Touren in den Ostalpen in denen dies notwedig ist..und dann geb mal "wildcampen" in das Feld ca. 10cm über dem Fenster hier ein.

"Wir" brauchen unsere Hände gar nicht in Unschuld waschen!! :roll:

Torres
11.09.2016, 08:24
Siehe gerade dazu parallel: https://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php/78064-ES-Neue-Trails-in-Spanien-ideal-für-off-season?p=1528280&viewfull=1#post1528280

Edit: Vielleicht sollte ich noch ergänzen, dass diejenigen, die direkt neben
dem refugio zelten, aus LNT-Sicht alles richtig machen: Belastete Stellen nutzen, unberührte Stellen meiden.

Martin206
11.09.2016, 16:50
Wobei belastete Stellen die nicht weiter belastet werden sich a) nicht ausbreiten und b) nach einiger Zeit wieder mehr den unbelasteten Stellen gleichen.

Die Natur nutzen - ja, auf jeden Fall.
Aber die paar % welche geschützt sind, die auch selbst maximal schützen.

Es wird ja nicht jedes Zelt das da steht ein (mehr oder weniger) Notfall-Camp sein...

Freierfall
11.09.2016, 22:42
dem refugio zelten, aus LNT-Sicht alles richtig machen: Belastete Stellen nutzen, unberührte Stellen meiden.
Das kenne (und sehe) ich genau andersrum, der Grund wurde auch schon genannt. Wenn man immer an der selben Stelle zeltet, kann man noch so vorsichtig sein, irgendwann zeigen sich Spuren (Trampelpfade, durchliegen des Grases etc), bei immer neuen stellen gibts quasi keine Veränderungen.

Martin206
12.09.2016, 00:20
"quasi"...?!?

Also dann an mehreren Stellen Löcher im Boden, (teils) zerstörte Oberflächen, (teils) zerstörte Vegetation ...was soll da "besser" sein?

Scrat79
12.09.2016, 11:33
Quasi hieße in diesem Fall, dass die natürliche Regeneration schneller von statten geht, als die menschliche Zerstörung zuvor.
Bzw. die menschliche Zerstörung an diesen Orten derart gering ist, dass sie nicht weiter ins Gewicht fällt.

Die Natur geht mitunter mit mehreren geringen Störungen besser um, als mit wenigen starken.

Torres
12.09.2016, 14:46
Das kenne (und sehe) ich genau andersrum, der Grund wurde auch schon genannt. Wenn man immer an der selben Stelle zeltet, kann man noch so vorsichtig sein, irgendwann zeigen sich Spuren (Trampelpfade, durchliegen des Grases etc), bei immer neuen stellen gibts quasi keine Veränderungen.

Wir haben das genau andersrum erklärt bekommen. Gerade in Gegenden, in denen sich die Natur nicht so schnell regeneriert, und das ist ja in vielen Ländern/geschützten Gebieten der Fall, die bei Outdoorern
besonders beliebt sind, hinterlässt jeder Lagerplatz herbe Spuren. Hier sollte man den Lagerplatz des Vorgängers nehmen, um die Zerstörung zu konzentrieren. Wo refugios sind, ist die Natur sowieso belastet, es ist also völlig richtig, dort das Zelt aufzubauen. Ebenso auf Campingplätzen, die auch dafür zu sorgen haben, dass der Nährstoffeintrag in den Boden gering bleibt.

Wer seinen heimischen Rasen erhalten möchte, sollte das Zelt natürlich öfter mal umsetzen. In der "Wildnis" sind feste Plätze besser, gerade auch für die Tierwelt, die stellt sich darauf ein.

Martin206
12.09.2016, 15:38
Wenn man sich da schlau macht, wird man überrascht sein wie lange die Natur in Regionen wie den (Hoch)Alpen und im Norden v. Skandinavien braucht um Schäden zu reparieren. Ist komplett anders als beim heimischen Rasen mit Nachsaat, Rasensprenger und Blaukorn.

Chouchen
12.09.2016, 15:42
Ja, ich erwähne da immer gerne die Möhrenschalen, die jmd. auf Island beim Schälen in die Büsche schnippte. Ein Jahr später war ich auf dem selben Platz und die Schalen waren immer noch da. :o

Dominik
12.09.2016, 17:16
Hier sollte man den Lagerplatz des Vorgängers nehmen, um die Zerstörung zu konzentrieren. Wo refugios sind, ist die Natur sowieso belastet, es ist also völlig richtig, dort das Zelt aufzubauen.

Ergänzend:
Im Grunde gibt es 3 Varianten von Plätzen:
a) bisher keinerlei Nutzung
b) 1 oder 2 Übernachtungen haben offenbar stattgefunden
c) etablierter Übernachtungsplatz

Platz c ist in einem Schutzgebiet grundsätzlich empfehlenswert.
Wenn nur a oder b vorhanden, dann ist Platz a vorzuziehen. Nach einer Übernachtung kann sich die Flora i.d.R. wieder erholen. Nach 2 oder 3 Übernachtungen hingegen können langfristige Spuren die Folge sein.

Grüße
Dom

Becks
12.09.2016, 17:27
Ich bin kein Vorbild und will es auch gar nicht werden, aber wo rum ging es denn nun wirklich ?
Was ist das für eine Zielgruppe eurer Kritik?

Wenn wir nun nur den 4.(?)Selbstbeweihräucherungstread aufmachen wollen, wie scheinbar vorbildlich wir selbst uns verhalten, ist es schade um die Zeit.

Ich habe mir so ein paar Blogs rausgepickt, die eine Nacht am Schrecksee als Thema hatten, und sie auf die Problematik hingewiesen. Ansonsten ist solch ein Beitrag hier auch ganz gut, um über neuere Entwicklungen (Brennpunkte unterwegs) zu informieren, und hoffentlich findet jemand auf der Suche nach dem "Kick unterwegs" (ein romantisches Biwak im Allgäu) dann eben den Thread hier und überdenkt seine Planung.

Wenn Dich der Thread aber stört - ignoriere ihn doch ganz einfach.

khyal
13.09.2016, 05:43
Siehe gerade dazu parallel: https://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php/78064-ES-Neue-Trails-in-Spanien-ideal-für-off-season?p=1528280&viewfull=1#post1528280

Edit: Vielleicht sollte ich noch ergänzen, dass diejenigen, die direkt neben
dem refugio zelten, aus LNT-Sicht alles richtig machen: Belastete Stellen nutzen, unberührte Stellen meiden.

Das mag schon sein, dass Du das so siehst, kann man auch genau andersrum sehen :bg:

Dazu kommt, dass, wenn es in einem Gebiet, wie dem von Dir Verlinkten, von offizieller Seite die Regel gibt, dass man eben zu Refugios beim Uebernachten im Zelt einen groesseren Abstand einhalten muss (wenn ich es gerade richtig im Kopf habe 2 km), dann finde ich, sollte man das tun und nicht sein Zelt direkt daneben klatschen (man kann ja schliesslich im Refugio pennen, wenn man ausgerechnet da uebernachten will).

Direkt daneben ein Zelt aufzubauen, waere in meinen Augen gleich doppelt schraeg, denn a) waere das aufgrund der Regeln schon eine ziemliche Provokation und b) werden die Refugios eigentlich fast alle abends von den Nationalpark-Mitarbeitern abgefahren, man stellt also das Zelt auch noch auf einen Platz, wo es garantiert gesehen wird und man mit ziemlicher Sicherheit Aerger bekommt und das natuerlich auch entsprechende Folgen in den Jahren drauf hat...siehe meinen von Dir verlinkten Beitrag.

Lampi
15.09.2016, 08:50
Nenn mir eine (ok..die wirs ggf. geben) dann zwei Touren in den Ostalpen in denen dies notwedig ist
Es gibt nicht nur Bergsportler, die ihre Touren abknipsen wollen.

Es gibt auch Leute die
- können nicht in einer Hütte schlafen ("Kauft Stihl! Kauft Husquarna!")
- können sich den Hüttenaufenthalt nicht leisten.
- wollen zu zweit für sich sein :bg:
- haben nicht die Kondition, mal kurz 1000 Höhenmeter zum Einstieg zu joggen und dann noch eine Klettertour zu machen (da gibt es im Gesäuse einige - ohne Hütte am Weg
- finden es einfach schön, morgens in der Bergwelt aufzuwachen.
- sich nicht rechtfertigen wollen, warum sie es tun - wogegen nichts spricht, wenn sie nachher ihre Spuren beseitigen.


"Wir" brauchen unsere Hände gar nicht in Unschuld waschen!! :roll:OT: Wer brauchen ohne zu gebraucht braucht brauchen gar nicht zu gebrauchen :)

Flachlandtiroler
15.09.2016, 09:48
Es gibt auch Leute die
- können nicht in einer Hütte schlafen ("Kauft Stihl! Kauft Husquarna!")
- können sich den Hüttenaufenthalt nicht leisten.
- wollen zu zweit für sich sein :bg:
- haben nicht die Kondition, mal kurz 1000 Höhenmeter zum Einstieg zu joggen und dann noch eine Klettertour zu machen (da gibt es im Gesäuse einige - ohne Hütte am Weg
- finden es einfach schön, morgens in der Bergwelt aufzuwachen.
- sich nicht rechtfertigen wollen, warum sie es tun - wogegen nichts spricht, wenn sie nachher ihre Spuren beseitigen.

Diese alle Leute mögen sich was anderes suchen als ausgerechnet ein NSG. Zumal dieses hier ja scheinbar schon zum Politikum eskaliert ist.
Ich würde mich auch nicht päpstlicher als der Papst gerieren, aber toleriertes Übernachten draußen und Menschenmassen geht halt nicht zusammen. Eigentlich kann das ja auch nicht das Ziel sein, beim Biwak Zustände wie auf'm Campingplatz zu haben...

Es wurde (anderswo) argumentiert, dass eine sinnvolle Etappenteilung hier ein Biwak bedinge.
Das ist sicher nicht der Fall, auch wenn man schlecht zu Fuss ist. Langwierige Kletterziele hat es da AFAIK auch keine.

Martin206
15.09.2016, 11:42
Eben!
Wer sich an die Regeln der Region nicht halten kann, der muß wo anders hin gehen, wo es paßt.

Mit den genannten "Gründen" sich nicht auf das Erlaubte zu begrenzen deckt man wohl die meisten Übertretungen ab. Wäre ne Entschuldigung für Viele undVieles... :(

StepByStep
15.09.2016, 12:10
Es gibt nicht nur Bergsportler, die ihre Touren abknipsen wollen.

Es gibt auch Leute die
- können nicht in einer Hütte schlafen ("Kauft Stihl! Kauft Husquarna!")
- können sich den Hüttenaufenthalt nicht leisten.
- wollen zu zweit für sich sein :bg:
- haben nicht die Kondition, mal kurz 1000 Höhenmeter zum Einstieg zu joggen und dann noch eine Klettertour zu machen (da gibt es im Gesäuse einige - ohne Hütte am Weg
- finden es einfach schön, morgens in der Bergwelt aufzuwachen.
- sich nicht rechtfertigen wollen, warum sie es tun - wogegen nichts spricht, wenn sie nachher ihre Spuren beseitigen.

OT: Wer brauchen ohne zu gebraucht braucht brauchen gar nicht zu gebrauchen :)

Ich finde das sehr fadenscheinige Argumente, denn

Wer sich keine Übrenachtung leisten kann, muss eben auf Tagestouren ausweichen, übrigens kostet ein Lagerplatz für Mitglieder unter 15€!
RFür Hunde gibt es auf vielen Hütten Regelungen, wenn man frühzeitig mit dem Wirt spricht, wenns eben nicht geht, kann man den Hund auch in eine Kurzzeitpflege geben oder muss sich im Tal eine Passende Unterkunft suchen und ebenTagestouren machen
Um den Sonnenaufgang zu genießen kann man auch auf ner Hütte früh genug aufstehen oder mit Lampe vom Tal losgehen

Das Konditionsargument zieht überhaupt nicht, denn selbst eine knappe Biwakausrüstung am Berg hat ordentlich Gewicht, wer mit Zelt, Matte uns Schlasa zu nem Bergsee kommt, der schaffte auch mit hüttengepäck zur nächsten an Hütte


Gerade im NSG hat keiner was mit Zelt verloren, auch wenn man sein Zeug wieder mitnimmt, hinterlässt man beim Zelten Schäden.

In den Westalpen gibts ganz wenige bis keine Touren, die nicht entweder als Tages- oder als Hüttentour möglich sind, wem diese Optionen nicht taugen, möge ganz daheimbleiben, man kann ja auch nicht am Straßenverkehr teilnehmen und die Vorfahrtsregeln nicht beachten, da leiden auch alle anderen darunter

Flachlandtiroler
15.09.2016, 12:41
In den Westalpen gibts ganz wenige bis keine Touren, die nicht entweder als Tages- oder als Hüttentour möglich sind, wem diese Optionen nicht taugen, möge ganz daheimbleiben, man kann ja auch nicht am Straßenverkehr teilnehmen und die Vorfahrtsregeln nicht beachten, da leiden auch alle anderen darunter
Denke Du meinst: Ostalpen ;-)

So ganz so krass würde ich das nicht formulieren, aber hier an besagtem Schrecksee stimmt das unbedingt, auch für wenig konditionsstarke Wanderer gibt es keinen Grund, dort ein Biwak zu planen.

StepByStep
15.09.2016, 19:00
Denke Du meinst: Ostalpen ;-)

So ganz so krass würde ich das nicht formulieren, aber hier an besagtem Schrecksee stimmt das unbedingt, auch für wenig konditionsstarke Wanderer gibt es keinen Grund, dort ein Biwak zu planen.

Oh du hast natürlich recht, Ostalpen...

fw2
20.09.2016, 23:37
"Problematischer Trend: Wildcamper im Naturschutzgebiet Schwaben & Altbayern | BR"
https://www.youtube.com/watch?v=rmO_oRQSo_8

StepByStep
20.09.2016, 23:53
Eigentlich sollten wir als ODS uns überlegen, ob wir hier aktiv werden wollen. Ich dachte spontan, dass wir eine Müllsammelaktion eigentlich sehr nett wäre, dass man auch zeigen kann, dass es durchaus auch Leute, die gerne Zelten gehen gibt, die sich Gedanken um die Umwelt machen und sogar bereit sind, den Schaden, den ein paar *Diplomatiemodus an* schwarze Schafe *Dipolamtiemodus aus* versuchen wieder zu beseitigen.

Leider fehlt mir im Moment da wirklich die Zeit dazu spontan ein Wochenende ins Allgäu zu fahren.

Dominik
21.09.2016, 00:31
Finde ich ne Topidee! In dem Zusammenhang könnte auch auf den Schutzstatus des Gebiets hingewiesen werden. Es scheint sich hier ja vor allem um eine Informationsproblem zu handeln. Könnten wir gut vom Verein aus organisieren. Kommendes Wochenende ist MV. Werd den Gedanken dorthin tragen.

Becks
21.09.2016, 10:04
Eigentlich sollten wir als ODS uns überlegen, ob wir hier aktiv werden wollen. Ich dachte spontan, dass wir eine Müllsammelaktion eigentlich sehr nett wäre,

Mach ich eigentlich ständig und ohne grosse Glocke. Ich packe unterwegs immer alle Plastikverpackungen und sogar Zigarettenfilter (muss man sowas echt wegwerfen?) ein, wenn ich auf Tour auf so etwas stosse. Aber gegen eine ofiztielle Aktion spricht nix.

ronaldo
21.09.2016, 10:27
Eigentlich sollten wir als ODS uns überlegen, ob wir hier aktiv werden wollen. Ich dachte spontan, dass wir eine Müllsammelaktion eigentlich sehr nett wäre...

Sehr gute Idee! Passt gut zum ods-Selbstverständnis, deshalb auch möglichst mit "großer Glocke".

Nebenbei: In dem Video sieht man ganz gut ein weiteres Phänomen/Problem in den Hochlagen der Alpen, Erosion durch zu viel Weidevieh. Nicht so plakativ wie die unschönen Hinterlassenschaften der Wildcamper, aber da großflächig mit wesentlich größerem Impact.

fw2
21.09.2016, 13:31
Für die Erosionen sind aber oftmals auch die Mountainbiker abseits der Wege verantwortlich. Soviel Vieh gibt es meist gar nicht mehr in den Bergen, da die Haltung im Stall kostengünstiger ist.

Galadriel
21.09.2016, 13:59
Habe jetzt auch mal den Film gesehen und irgendwie macht er mich ratlos...warum kann jemand dort 6 Tage zelten, ohne dass jemand was sagt und warum werden 30 Zelte toleriert, obwohl es verboten ist... versteh ich nicht, kann mir das jemand erklären...

Becks
27.09.2016, 10:14
Die Parkwächter / Hirten / Anwohner haben rechtlich keine Handhabe. Da kann nur die Polizei Bussgelder verhängen.

Was hier vielleicht auch funktionieren könnte:
Laut Anwohner hat sich die Ecke "im Internet herumgesprochen". Ich vermute Facebook, Instagramm oder sowas in der Art. Mit hübschen Bildern. Da könnte man diese ja als Beweismittel heran ziehen...

Aber ich würde mal bei den Grossen anfangen und mich gleich einmal in Bayern selbst bedanken:
http://www.br.de/puls/tv/playground/biwakieren-selbstversuch-100.html

Wenn der Bayrische Rundfunk sogar Biwakwerbung mit dem Schrecksee im Fernsehen macht, dann ist alle Warnung für die Katz.

khyal
27.09.2016, 15:40
Die Parkwächter.... haben rechtlich keine Handhabe. Da kann nur die Polizei Bussgelder verhängen.


Also zumindest in NRW laeuft das Anders, in NSG, LSG usw verhaengt auch weder Normale noch Entenpolizei Bussgelder, sondern Polizei, Foerster oder Ranger nehmen die Personalien auf und leiten dies mit Ihrem Bericht ans Umweltamt weiter und dies stellt dann den "Bussgeldbescheid" aus und der geht, gerade wenn KFZ, Feuer, Muell o.A. ins Spiel kommt, ganz fix in den dreistelligen Bereich.

Becks
27.09.2016, 17:24
Tjo,könnte da nicht dann auch mal jemand von der Verwaltung vor Ort aktiv werden? Die Musikindustrie mahnt doch auch gerne ab, warum sollen dann Leute nicht einen Bussgeldbescheid bekommen, wenn sie etwas Illegales machen und das auch noch im Netz herumerzählen?

eigengott
27.09.2016, 17:28
Habe jetzt auch mal den Film gesehen und irgendwie macht er mich ratlos...warum kann jemand dort 6 Tage zelten, ohne dass jemand was sagt und warum werden 30 Zelte toleriert, obwohl es verboten ist... versteh ich nicht, kann mir das jemand erklären...

Im letzten Jahr wurde wohl auch der repressive Weg versucht (Polizeihubschrauber, Platzverweis, Anzeige bei der Unteren Landschaftsbehörde): https://freieberge.wordpress.com/2015/09/02/schrecksee-wildcamper-angezeigt/

Auf Dauer bringt das aber wenig, da dürfte Information/Aufklärung/Besucherlenkung der nachhaltigere Weg sein.

Becks
27.09.2016, 19:54
Im letzten Jahr wurde wohl auch der repressive Weg versucht [...]

Auf Dauer bringt das aber wenig, da dürfte Information/Aufklärung/Besucherlenkung der nachhaltigere Weg sein.

Also ich kann da mit Blick auf die Realität versichern, daß eine gelenkte Aufklärung, garniert mit einer deftigen Strafe, am ehesten lenkend wirkt. Man muß nur das Verhaltensmuster von Autofahrern betrachten, die in Deutschland und in der Schweiz fahren. Da muß man nicht lange rätseln, in welchem Land sie sich viel "lieber" an die Regeln halten. :bg:

Was glaubst Du, was passiert, wenn in den gleichen Medien, wo das dortige Biwakieren angepriesen wird, in regelmäßigen Abständen Kommentare ala: "Danke für den Tipp, du A*. Die Nacht hat mich 200 Euro gekostet." auftauchen? Nach ein paar medienwirksamen Bußen wird es mancher zweimal überlegen, dort eine romantische Zeit zu verbringen. Hätte man dem 7-Tageurlauber mit Sohn pro Nacht und Person 200 Euro aufgebrummt, hätte er sich den Kommentar bezüglich billigem Urlaub wohl noch einmal überlegt.

Galadriel
27.09.2016, 21:49
... ich denke auch, dass man es evtl. konsequenter verfolgen sollte... auch über einen längeren Zeitraum...dann spricht es sich herum und schreckt zumindest einen Teil ab...

Blobfisch
31.03.2017, 11:42
Tjo,könnte da nicht dann auch mal jemand von der Verwaltung vor Ort aktiv werden? Die Musikindustrie mahnt doch auch gerne ab, warum sollen dann Leute nicht einen Bussgeldbescheid bekommen, wenn sie etwas Illegales machen und das auch noch im Netz herumerzählen?

Ich denke das ist vor allem eine finanzielle Frage. Um da wirklich etwas ausrichten zu können braucht es ja auch entsprechende Präsenz vor Ort.