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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Primus VariFuel Umbau



Bodenhafter
16.08.2005, 10:29
Hallo,
habe grade beim Globetrotter gelesen, dass auch schon andere auf diese Idee gekommen sind: Es dürfte ja bekannt sein, dass die Primus-Kocher Vari- und MultiFuel nicht grade zu den leisesten Vertretern ihrer Art gehören. Ob das als störend empfunden wird, ist eine andere Frage, aber zumindest ist Abhilfe möglich. Da das typische fauchende Geräusch bei Brennern dieser Bauart prinzipbedingt ist, muss der Brenner getauscht werden. Da trifft es sich gut, dass die Gasvariante dieser Kocher (EasyFuel) bis auf den Brenner praktisch baugleich ist, d.h. selbiger Brenner passt auch in Vari- und MultiFuel und kann ohne weitere Änderungen anstelle des originalen eingeschraubt werden.

Ich habe diesen Umbau an meinem VariFuel ausprobiert, mit Reinbenzin läuft er - unter bestimmten Einschränkungen, mehr dazu gleich - tadellos und wunderbar leise. Und das zu meiner Überraschung auch noch bei verbesserter Heizleistung. Nun aber zu den Einschränkungen:
- Da der Brenner eigentlich für den Gasbetrieb konstruiert ist, ist das Vorheizen etwas knifflig. Das Benzin gelangt im flüssigen Zustand nicht auf den Filz am Boden des Kochers, sondern spritzt in den Brennerkopf. Dort lässt es sich zwar besser anzünden, aber dann "spuckt" der Kocher deutlich mehr als mit dem alten Brenner. Stichflammen von 0,5 m sind eher die Regel als die Ausnahme.
- Grade in der Vorheizphase entsteht relativ viel Ruß, leider vor allem an Stellen, wo er im Betrieb nicht verbrennt.
- Ohne Topf brennt der Kocher nicht rußfrei. Stimmt nicht, tut er doch. Er muss nur erst richtig durchgeheizt sein. Evtl. könnte man hier noch mit anderen Düsen experimentieren, ich hatte nur die 0,28mm und die 0,35mm vom VariFuel, der EasyFuel verwendet aber 0,37mm oder so.
- Der Brenner reagiert empfindlicher als der originale auf Seitenwind. Ohne Windschutz geht hier im Freien nicht viel.
- Ich vermute, dass der Brenner empfindlicher als der originale auf die Kraftstoffqualität reagiert. Mit Lampenöl, das der "laute" Brenner problemlos verarbeitet, hab ich den "leisen" nicht in Gang bekommen.

Ob die Vorteile (Lautstärke, bessere Heizleistung) diese Einschränkungen wert sind, muss man natürlich von Fall zu Fall abwägen, aber da der Austausch sehr einfach und jederzeit wieder rückgängig zu machen und der Brenner nicht teuer ist (12€, wenn ich mich recht erinnere), kann ein Versuch ja nicht schaden ...

Karsten

Bodenhafter
27.01.2006, 15:06
Aus einem anderen thread ...

Da passt allerdings nicht jeder x-beliebige (Brenner), mit dem "Bleuet 270 Micro" von Campingaz z.B. gehts bei mir nicht besonders gut.
Passt der denn überhaupt? Ich habe meine ersten Tests zwar auch mit einem Campingaz-Brenner (vom Twister 270) gemacht, aber jener passte nur eingeschränkt (Gewinde kompatibel, Kopf aber zu groß, stößt an Heizschlange an). Der Brennerkopf des Bleuet sieht ziemlich klein aus, wenn die Flamme natürlich die Heizschlange nicht trifft, kann es nicht funktionieren.

Karsten

alaskawolf1980
27.01.2006, 15:20
Also bei den vielen schwerwiegenden Nachteilen laß ich ihn lieber fauchen.

Bodenhafter
27.01.2006, 15:28
Also bei den vielen schwerwiegenden Nachteilen laß ich ihn lieber fauchen.

Kommt halt drauf an. Wenn ich den Kocher auf eine Unternehmung mitnehmen würde, wo es auf absolute Zuverlässigkeit ankommt oder wo mit schlechter Treibstoffqualität zu rechnen ist, dann würde ich sicher den Originalbrenner wieder einbauen. Aber solange man sich nicht weit von der Zivilisation entfernt, kann man die Vorteile durchaus nutzen. Ich hatte die umgebaute Version jetzt mit Reinbenzin seit knapp einem halben Jahr - unter anderem auch beim Forumstreffen und über Silvester in den Alpen bei Temperaturen um die -15°C - im Einsatz, es sind bisher keinerlei Probleme aufgetreten.

Das schöne dieser Lösung ist, dass man mit wenigen Handgriffen zwischen zwei verschiedenen Brennern mit verschiedenen Stärken und Schwächen wechseln kann.

Karsten

Thomas
27.01.2006, 17:35
Da passt allerdings nicht jeder x-beliebige (Brenner), mit dem "Bleuet 270 Micro" von Campingaz z.B. gehts bei mir nicht besonders gut.
Passt der denn überhaupt? Ich habe meine ersten Tests zwar auch mit einem Campingaz-Brenner (vom Twister 270) gemacht, aber jener passte nur eingeschränkt (Gewinde kompatibel, Kopf aber zu groß, stößt an Heizschlange an). Der Brennerkopf des Bleuet sieht ziemlich klein aus, wenn die Flamme natürlich die Heizschlange nicht trifft, kann es nicht funktionieren.

Der Brenner passt von Gewinde und Größe, und auch der Generator bekommt seine nötige Wärme. Allerdings habe ich alle von Dir genannten Nachteile in einem Maße festgestellt, welches mich den Sound-Vorteil vergessen ließ.

Die Flamme wurde nie richtig blau, ich hatte auch nach 5 Minuten größtenteils eine gelbe Flamme, die auf unvollständige Verbrennung hinwies. Nach der Aktion war der Bleuet oben rundherum kohlrabenschwarz.
Ich vermute mal, dass er einfach zu wenig Luft bekommt.

Gruß, Thomas

Bodenhafter
29.01.2006, 11:24
Ich hatte ja schon oben geschrieben, dass ich nach dem Umbau den Eindruck hatte, der Kocher würde etwas mehr Leisung bringen. Genau nachgegangen bin ich dem aber seinerzeit nicht, habe ich jetzt mal nachgeholt. Die Ergebnisse bestätigen die "gefühlte" Mehrleistung nachdrücklich: Mit dem leisen Brenner liegt die Kochzeit für 1 Liter Wasser reproduzierbar ca. 20 Prozent unter der des lauten Brenners. Ob damit ein erhöhter Benzinverbrauch einhergeht kann ich nicht sagen, da ich keine hinreichend genaue Waage besitze (eigentlich gar keine :-? ). Theoretisch dürfte sich aber am Verbrauch nichts geändert haben, da ja die gleiche Düse verwendet wird und damit auch die ausströmende Brennstoffmenge gleich bleiben müsste.

Hat jemand eine Idee, wie man mit einfachen Mitteln und möglichst ohne Verwendung einer grammgenauen Waage den Verbrauch messen könnte?

Karsten

johnsilver
29.01.2006, 11:42
Hat jemand eine Idee, wie man mit einfachen Mitteln und möglichst ohne Verwendung einer grammgenauen Waage den Verbrauch messen könnte?
Messen!
du füllst vor dem jeweiligen Durchlauf exakt die gleiche Menge Benzin in den Tank, wenn das Wasser kocht machst Du den Brenner aus, anschließend gibst Du das Restbenzin in einen Meßbecher und vergleichst.
keine Waage nötig, dafür ein Meßbecher mit ner möglichst genauen Skalierung.

Jens

Bodenhafter
29.01.2006, 12:14
du füllst vor dem jeweiligen Durchlauf exakt die gleiche Menge Benzin in den Tank, wenn das Wasser kocht machst Du den Brenner aus, anschließend gibst Du das Restbenzin in einen Meßbecher und vergleichst.

OK, die Idee leuchtet ein, aber ich fürchte, ganz so einfach ist es nicht. Wenn man nämlich nur ca. 1 Liter Wasser zum Kochen bringt, was je nach Umgebungsbedingungen, Wassertemperatur und verwendetem Topf zwischen 5 und 10 Minuten dauert, geht der Verbrauch für das Vorheizen unverhältnismäßig stark in das Gesamtergebnis ein. Leider ist die Benzinmenge für den Vorheizprozess nur sehr ungenau zu dosieren, entsprechend ungenau dürfte das Gesamtergebnis ausfallen. Und da ich einen Verbrauchsunterschied in der Größenordnung von maximal 20 Prozent entsprechend ein paar g bzw. ml erwarte, kommt es schon sehr auf Genauigkeit an. Mhm, aber das könnte man auf zweierlei Wegen mit Deiner Idee erreichen: Entweder das Benzin zum Vorheizen nicht aus dem Tank in den Kocher pumpen, sondern "extern" zuführen. Oder einfach eine viel größere Wassermenge zum Kochen bringen, so dass die Ungenauigkeit des Vorheizens das Gesamtergebnis weniger verzerrt.

Karsten

Thomas
29.01.2006, 12:48
Theoretisch dürfte sich aber am Verbrauch nichts geändert haben, da ja die gleiche Düse verwendet wird und damit auch die ausströmende Brennstoffmenge gleich bleiben müsste.
Das kannst Du aber nur mit Sicherheit sagen, wenn in beiden Versuchen
a) der Druck in der Brennstoffflasche
b) die Ventilöffnung und
c) der Staudruck im Brennerkopf gleich bzw. bekannt ist.


Gruß, Thomas.

Bodenhafter
29.01.2006, 13:04
Das kannst Du aber nur mit Sicherheit sagen, wenn in beiden Versuchen
a) der Druck in der Brennstoffflasche
b) die Ventilöffnung und
c) der Staudruck im Brennerkopf gleich bzw. bekannt ist.
Bzgl. a) und b) habe ich keine Bedenken, das lässt sich hinreichend vergleichbar gestalten. c) wäre in der Tat ein Unsicherheitsfaktor und mir fällt auch noch ein d) ein, nämlich die Temperatur im Generator müsste gleich sein, was ich nicht als gegeben voraussetzen würde.

Aber alles Theoretisieren ist hier müßig, ich würde einfach gern den tatsächlichen Verbrauch/Zeiteinheit messen und das am liebsten im laufenden Betrieb. Das scheint mir nur über eine Gewichtsmessung des Brennstofftanks möglich zu sein, also muss ich mir mal irgendwoher eine genaue Waage organisieren.

Karsten