PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wandersafari in Sambia



Markus K.
04.05.2016, 12:22
Spiegel Online hat das Thema LNT entdeckt. Ausgerechnet auf einer Wandersafari in Sambia (http://www.spiegel.de/reise/fernweh/wandersafari-in-sambia-sehen-lernen-a-1089856.html) auf Spiegel Online.

Der Artikel enthält einigen Diskussionsbedarf. Daher bin ich mal auf Eure Meinungen gespannt.

ronaldo
04.05.2016, 16:42
Was hat das mit LNT zu tun? Wandersafaris in Tansania hab ich in den 90ern schon gemacht, da gabs genug Traces... :bg:

Der Autor hat die Tour uebrigens m.E. nicht selbst gemacht. Sonst haett er geschrieben, man riecht die Loewen lange bevor man sie sieht...

Markus K.
04.05.2016, 16:52
Was hat das mit LNT zu tun?

Das ist der Casus Knacktus.

Perserkater riecht man übrigens nicht.

ronaldo
04.05.2016, 20:36
Den Lagerplatz von Loewen erkennst du von weitem am Odeur von Verwesung und Pipi... Ein Perser allein muss da noch viiiel ueben. ;-)

BikeAfrica
04.05.2016, 21:26
Wer bucht denn solche Touren?
Sieben Übernachtungen, 4.300 Dollar ...

uli.g.
05.05.2016, 00:08
.... Hmm: ist halt Glamping... Aber: im ersten Durchgang finde ich das nicht so schlimm- was spricht gegen den Versuch, in derartigen strukturarmen Regionen einen "sanften" Tourismus aufzubauen?

Und was Katzenpisse anbetrifft: ich weiß' ja nun nicht, wie Perser riechen; aber wenn ich mich daran erinnere, wie meine geliebte Lieselotte, die einzige und größte Bordsteinschwalbe, die ich je kennenlernen und mein eigen nennen durfte (erzählt das bitte niiiiieeemals Leonhard! ;-) ) ihr Revier markiert hat, mag ich nicht daran denken, wie Löwen riechen...:angst:

_Matthias_
21.05.2016, 21:08
Also eigentlich sind mir Löwen nicht als besonders müffelig aufgefallen und ich war schon ziemlich nah dran (im Auto). Würde mich keinesfalls drauf verlassen dass keiner da ist, wenn ich nichts rieche.

Der Artikel ist irgendwie komisch, viele abgedrehte Vorurteile über Safaris und jede Menge buzzwords. Leave no trace ist da wohl eher zufällig rein gerutscht. Hab auch noch nie ein mobiles Klohäuschen mit Kloschüssel auf Safari gesehen. Und im South Luangwa NP scharen sich ganz sicher keine 20 Autos um nen Löwen. Das ist einer meiner Lieblingsparks, fast mit Leopardengarantie.
Generell sind aber walking Safaris nicht so ideal wenn man Tiere sehen will, die haben meist vor freilaufenden Menschen mehr Schiss als vor Autos und halten viel größeren Abstand. Man braucht schon mehr Glück und einen guten Guide um Nähe ran zu kommen. Wobei man das ja auch nicht unbedingt bei allen Tierarten möchte. Es ist aber auch ein besonderes Gefühl ohne schützenden Blechkasten Elefanten oder Nashörner aus der Nähe zu beobachten, mit Raubtieren muss ich das aber nicht unbedingt haben.

Ob jetzt Safaris besonders ökologisch sind, darüber lässt sich bestimmt streiten, und ob die walking Variante da besser abschneidet auch, sicher ist jedoch, dass es ohne den Safari-Tourismus in vielen Regionen die ganzen Tiere nicht mehr gäbe.

cast
21.05.2016, 22:23
Wenn ich das schon lese "Safari".
Was hat den durch den Busch latschen oder fahren mit Safari zu tun?

BikeAfrica
21.05.2016, 22:53
Darf ich fragen, was Du unter "Safari" verstehst?

ronaldo
22.05.2016, 10:18
Also eigentlich sind mir Löwen nicht als besonders müffelig aufgefallen und ich war schon ziemlich nah dran (im Auto). Würde mich keinesfalls drauf verlassen dass keiner da ist, wenn ich nichts rieche...

Generell sind aber walking Safaris nicht so ideal wenn man Tiere sehen will, die haben meist vor freilaufenden Menschen mehr Schiss als vor Autos...

Stimmt, nicht die Löwen selbst meinte ich sondern ihren Lagerplatz, Wäldchen oder kleine Hügel... den riechst du garantiert auch gegen den Wind...

Und ja, der Reiz der Fußtouren liegt natürlich darin, dass du nicht jederzeit einen sicheren Rückzugsraum hast. Allenfalls geht ein Guide mit Donnerbüchse mit. Du erlebst die Tiere sehr direkt in ihrem normalen (was auch immer...) Verhalten, das lässt sich überhaupt nicht vergleichen mit den üblichen Taxi-zum-Löwenriss-Aktionen, von denen die Nationalparks leben. Würde ich unbedingt empfehlen, wenn man nicht übermäßig furchtsam ist.
Eine prima Alternative sind auch Bootstouren - werden z.B. in Tansania auf dem Rufijifluss und anderswo angeboten. Da hast du einzigartige Einblicke, Fotomöglichkeiten und später dann Erinnerungen...

Hoffe übrigens, wir können hier eine Begriffsdiskussion "Safari" vermeiden. Wikipedia: "Das Wort Safari stammt aus der Swahili-Sprache und steht dort für eine Reise jeglicher Art." Schön neutral. Obwohl sich die Bedeutung in der Kolonialzeit bekanntlich gewandelt hat, muss man sich auf einer Safari also nicht zwingend durch die Gegend bewegen und die örtliche Fauna ablichten oder umnieten... :bg:

_Matthias_
22.05.2016, 11:38
Und ja, der Reiz der Fußtouren liegt natürlich darin, dass du nicht jederzeit einen sicheren Rückzugsraum hast. Allenfalls geht ein Guide mit Donnerbüchse mit. Du erlebst die Tiere sehr direkt in ihrem normalen (was auch immer...) Verhalten, das lässt sich überhaupt nicht vergleichen mit den üblichen Taxi-zum-Löwenriss-Aktionen, von denen die Nationalparks leben. Würde ich unbedingt empfehlen, wenn man nicht übermäßig furchtsam ist.
Ich weiß ja nicht wo in Afrika du (und der Autor, der ähnliches anklingen läßt) warst, aber Taxi zum Löwenriss habe ich nur sehr sehr selten erlebt (im Krüger ist es schon sehr Zoo-mäßig). Es gibt auch sehr schöne naturnahe mehrtägige Safaris :baetsch: mit Fahrzeugen. Dabei wird dann im NP im Zelt übernachtet, ähnlich wie bei der Safari im Bericht, mitten in der freien Wildnis. Ich finde das noch faszinierender als walking Safaris, weil man da irgendwie Teil des Ganzen ist und nicht nur Beobachter. In Botswana kommt noch dazu, dass die guides keine Waffe dabei haben (weder im Auto, noch zu Fuß).
Stimmt Bootstouren sind auch immer toll, aber da ist es für mich ähnlich wie bei zu Fuß vs Fahrzeug, beim selber Paddeln hat man zwar mehr Nervenkitzel, aber in einem Ausflugsboot sieht man viel mehr Tiere und kommt auch näher ran.

BikeAfrica
22.05.2016, 11:50
Hoffe übrigens, wir können hier eine Begriffsdiskussion "Safari" vermeiden.

... hakuna matata ;-)

ronaldo
22.05.2016, 13:05
...aber Taxi zum Löwenriss habe ich nur sehr sehr selten erlebt...

Standard in vielen kenianischen und tansanischen Parks. Also natürlich nicht Taxi (das war eine stilbedingte Zuspitzung, sorry :bg:), sondern die üblichen Transportfahrzeuge im NP. Einer sieht was, funkt das, und ratzfatz gehts am Riss zu wie im Autokino damals...

Hakuna was? :cool:

BikeAfrica
22.05.2016, 13:12
Hakuna was? :cool:
... hakuna matata bedeutet "kein(e) Problem(e)".
Ist ebenfalls Kiswahili und bezog sich auf Deine Bitte, keine Diskussion über die Bedeutung des Wortes "Safari" loszutreten.

Gruß
Wolfgang

_Matthias_
22.05.2016, 15:09
Standard in vielen kenianischen und tansanischen Parks. Also natürlich nicht Taxi (das war eine stilbedingte Zuspitzung, sorry :bg:), sondern die üblichen Transportfahrzeuge im NP. Einer sieht was, funkt das, und ratzfatz gehts am Riss zu wie im Autokino damals...
Das hatte ich schon so kapiert wie du das meintest...
Trotzdem hab ich solche Fahrzeugtrauben um Sichtungen nur sehr selten gesehen, eigentlich nur im Krüger in SA.
In BOTS oder ZAM ist es schon viel wenns mal 2 Autos gleichzeitig sind. Aber auch in der Serengeti hatten wir das eigentlich nicht. Vielleicht lags daran, dass unser guide immer alles zuerst endeckt hat und erst gefunkt hat als wir fertig waren ;-)

cast
22.05.2016, 15:47
Sorry, aber das ganze Thema hat mit Outdoor nicht das mindeste zu tun.

Geführte Touren mit reichlich Bedienung des Touristen, Fahrzeuge zur Versorgung und Transport, usw.
Mit LNT hat das ganze schon mal gar nix zu tun.

und mit einer klassischen Afrikareise bzw. Safari noch weniger. Die gibt es nämlich nicht mehr.

BikeAfrica
22.05.2016, 16:14
und mit einer klassischen Afrikareise bzw. Safari noch weniger. Die gibt es nämlich nicht mehr.

... so so.
Wo denn sonst?

cast
22.05.2016, 17:01
Eine klassische Safari war eine wochenlange Afrika-Reise mit ein, zwei Weißen die das ganze bezahlt haben, einem weißen PH sowie einem Heer Eingeborener, die alles durch die Gegend schleppten, ohne Fahrzeuge, alles zu Fuß. Teilweise ernährte man sich aus dem Land.

Das was da heute abgeht schwankt so zwischen Massentourismus und Luxustourismus, je nach Arrangement, Land und Reiseziel.

_Matthias_
23.05.2016, 00:25
Eine klassische Safari war eine wochenlange Afrika-Reise mit ein, zwei Weißen die das ganze bezahlt haben, einem weißen PH sowie einem Heer Eingeborener, die alles durch die Gegend schleppten, ohne Fahrzeuge, alles zu Fuß. Teilweise ernährte man sich aus dem Land.
Das mag ja sein was du darunter verstehst, die Mehrzahl der Leute versteht was anderes darunter. Wie gut, dass Sprache nicht starr ist, sonden sich mit der Zeit verändert.


Das was da heute abgeht schwankt so zwischen Massentourismus und Luxustourismus, je nach Arrangement, Land und Reiseziel.
Deine klassische Safari war doch auch Luxustourismus.
Du warst schon auf genau wievielen Safaris um beurteilen zu können was da abgeht?


Sorry, aber das ganze Thema hat mit Outdoor nicht das mindeste zu tun.

Man läuft durch die Gegend, übernachtet in Zelten, das unterscheidet sich jetzt vom "guten" outdoor genau wie?
Wenn dir das Thema nicht gefällt, dann halt dich doch raus...

cast
23.05.2016, 08:16
und die Zelte und Campingmöbel und das Küchenzelt und die Verpflegung schweben zum abendlichen Ziel.
Kein einziger der Touristen trägt mehr als das was er neben der Kamera den Tag über braucht.

Hör mir auf mit dieser Form des Massentourismus für besser verdienende.

Intihuitana
23.05.2016, 09:45
und die Zelte und Campingmöbel und das Küchenzelt und die Verpflegung schweben zum abendlichen Ziel.
Kein einziger der Touristen trägt mehr als das was er neben der Kamera den Tag über braucht.

Hör mir auf mit dieser Form des Massentourismus für besser verdienende.

Deine Kolonialherrenidole von Anno Dazumal haben also ihren ganzen Nippes selbst getragen ?

cast
23.05.2016, 09:53
Nö, habe ich doch geschrieben.
Die hatten ein Heer an Trägern, das war zumindest ökologisch einwandfreier als heute mehrere Lkw die dazu unterwegs sind, deswegen ist auch LNT wie in dem Artikel erwähnt wohl eher ein Witz.

Das ganze hat auch mit der Kolonialzeit wenig bis nichts zu tun, die Touris sind eben die neuen Kolonialherren, die die Einheimischen beschäftigen, Koch, Bedienungen, diejenigen die das Lager aufschlagen, Führer usw. Nur damit die 4300$ für 7 Tage auch gerechtfertigt sind.
Ich erkenne da jetzt erst mal keinen Unterschied zu den "Kolonialherren".
Oder gibt's Sambier, die sich das leisten können und nicht zur korrupten Oberschicht gehören?

TanteElfriede
26.05.2016, 14:31
...wurde obsolet, daher von mir gelöscht.