PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : To see or not to see...



Becks
02.05.2016, 13:31
...oder so. Gerade per Zufall eine LNT-Seite gefunden, und bei einem Punkt ist mit fast die Kinnlade runter geklappt:



Bright clothing and equipment, such as tents can be seen for long distances are discouraged. Especially in open natural areas, colors such as day-glow yellow are disturbing and contribute to a crowded feeling; choose earth-toned colors (ie. browns and greens) to lessen visual impacts.

https://lnt.org/learn/principle-7

Das ist Bullshit in meinen Augen, aber es scheint wohl so zu sein. Kleide Dich unauffällig auf dass Du nicht gesehen (und gefunde) wirst. LNT also.

Alex

Freierfall
02.05.2016, 13:35
Aber das hinterlässt doch noch viel mehr Spuren! :( Eine langsam verrottende Wandererleiche angezogen in unzerstörbares GoreTex in Naturfarben und ihre Ausrüstung bleiben noch für Jahrhunderte an Ort und Stelle liegen :(

Flachlandtiroler
02.05.2016, 13:40
Ich weiss garnicht was ihr habt -- meine neon-gelb-grüne Jacke verschmilzt doch quasi mit der Landschaft: :cool:

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/engelsley_kamin_800.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=147831&title=engelsley-kamin-800&cat=500)

trekalex
02.05.2016, 17:50
Ich schließe mich hiermit dem Bullshit-Voting an...
Wenn man schon nur ganz klassisch als Gruppe beim Wandern in den Bergen ist und in die Wolken kommt, dann freut man sich ja schon über farbige Jacken. Da hat man schnell mal den letzten Mann verloren, wenn man nicht aufpasst und dann noch in Tarnkleidung unterwegs ist :o

uli.g.
02.05.2016, 19:57
Ich schließe mich hiermit dem Bullshit-Voting o

Aber sowas von!

P.S. @FLT: giftgrün ist ja okay, aber einfach so mit einer Jeans!!! Rumkraxeln?:o;-)

tizzano1
03.05.2016, 09:24
Ich vote für Halbe/Halbe:

Oben das seit Jahrzehnten bewährte, auffällige rotweißkarierte ( für Bayern geht auch weißblaukariert ) Hemd und unten die dezente Knickerbocker bevorzugt in steinlodengraumelliert:D

Lorenz89
04.05.2016, 15:59
Ist es abseits von anspruchsvollen (Berg-)Touren wirklich nötig bunte Ausrüstung und Kleidung zu haben?
In einem gewissen Rahmen sollte man doch jeder mündigen Person zugestehen, dass er die Prioritäten verschieben kann, wie er will.

In dem Kontext halte ich das Beschriebene für diskutierbar, aber keineswegs pauschal "falsch".

One of the most important components of outdoor ethics is to maintain courtesy toward other visitors. It helps everyone enjoy their outdoor experience.

... When selecting a campsite, choose a site where rocks or trees will screen it from others view. Keep noise down in camp so not to disturb other campers or those passing by on the trail. ...Bright clothing and equipment,...are disturbing and contribute to a crowded feeling; choose earth-toned colors (...) to lessen visual impacts.

Freierfall
04.05.2016, 17:13
Man kann auch außerhalb von anspruchsvollen Bergtouren verloren gehen, sich verletzen etc. (Leute schaffen das regelmässig) und der potentiellen Suchmannschaft sollte man es nicht extra schwer machen indem man Flecktarn trägt.

Vegareve
04.05.2016, 18:09
"colors such as day-glow yellow are disturbing and contribute to a crowded feeling"

Das ist doch reine Esotherik. Wenn ich Menschen in meinem Blickfeld habe, dann habe ich Menschen in der Nähe und es hängt allein von mir ab, wie ich mich dabei fühle. Ob sie Gelb oder Braun tragen spielt doch keine wirkliche Rolle, es sein denn, ich bin eine Mimose die das dringende Bedürfnis hat, sich auszumalen dass man allein auf dem Planet ist :roll:.

(man kann genau so gut empfehlen, dass diese Leute wiederrum eine sehr dunkle Brille tragen, damit sehen sie garantiert kein Gelb mehr :grins: )

cast
04.05.2016, 20:01
Immer diese Bergbewohner.:roll:

Im dichten Wald trägt ein roter Anorak auch nicht zur besseren Auffindbarkeit eines Verletzten bei.

und wer glaubt mitten im Sarek in einem roten Anorak liegen zu können und der Hubschrauber findet einen, der hat noch nie versucht aus 300 m Entfernung von oben so jemanden finden.

Für was werden wohl Rettungssender verkauft?

und wer unverletzt gefunden werden will kann auch mit einem gelben/roten/lila Innenzelt/Poncho/Tarp auf sich aufmerksam machen, besser sind Magnesiumfackeln, Licht, Feuer oder Signalraketen.

Igelstroem
05.05.2016, 10:47
Man kann auch außerhalb von anspruchsvollen Bergtouren verloren gehen, sich verletzen etc. (Leute schaffen das regelmässig) und der potentiellen Suchmannschaft sollte man es nicht extra schwer machen indem man Flecktarn trägt.

Doch. :cool:

trekalex
05.05.2016, 12:14
Wobei man natürlich auch immer auf die Gegebenheiten schauen sollte - wenn man in verbotenem Gebiet wildcampen will, sollte man halt auch nicht zu auffällig sein :ignore:

khyal
05.05.2016, 16:58
Naja was Zelte und Tarps betrifft, kann ich den Tip schon nachvollziehen.

Ich hatte vor vielen Jahren mal ein gelbes Tarp und das war z.B. in gruener Umgebung (in einem Fall Irland & Schottland) aus mehreren km Entfernung sichtbar.
Fand ich nicht so prickelnd, muss in menen Augen nicht sein, dass man sozusagen derartig massiv da andere Farben reinklotzt, ich benutze da gerne den Begriff optische Umwelt-Verschmutzung :bg:
Ist halt fuer mich inzwischen auch so, dass ich nicht nur versuche, moeglichst weitgehend LNT zu machen, sondern mich auch, waehrend ich mich da aufhalte, mich im Setup des Zeltes usw gegenueber Mensch und Tier sagen wir mal ziemlich dezent zu verhalten :bg:

Was die Klamotten betrifft, finde ich es vielleicht etwas uebertrieben z.B. meine Regenjacke ist, da ich sie auch auf dem Bike benutze, giftgruen, damit mich auch noch ein halbblinder Autofahrer wahr nimmt :bg:, ansonsten die Farben, die grad da waren bzw im Sonderangebot, aber umgekhrt gehe ich auch nicht unbedingt davon aus, dass ich mich so verhalte, dass ich eine hohe Chance habe, mich von Anderen retten lassen zu muessen und deswegen alles in Rettungs-Signalfarben-Orange sein muss (womit ich es natuerlich im Worst Case je nach Gegend entsprechenden Such-Mannschaften schon leichter machen wuerde)...

Aber das soll doch jeder so machen, wie er sich damit wohl fuehlt und sich die Energie spaeren, sich darueber aufzuregen, dass es Andere anders machen bzw eine andere Meinung dazu haben.:bg:

derSammy
05.05.2016, 20:39
Wobei man natürlich auch immer auf die Gegebenheiten schauen sollte - wenn man in verbotenem Gebiet wildcampen will, sollte man halt auch nicht zu auffällig sein :ignore:

Neee...man TUT ES NICHT also darf Dein Zelt ruhig knalbunt sein!;-)

khyal
05.05.2016, 22:31
Neee...man TUT ES NICHT also darf Dein Zelt ruhig knalbunt sein!;-)

Och, wenn man dann doch mal auf einem Camping steht, kann aber Stealth Camping auch nuetzlich sein, je nach dem, wer einen sonst da von den Dauercampern zutextet :bg:

Und da es ja schon Gemeinden gibt, die einem vorschreiben, in welcher Farbe man sein Haus streichen muss und ich es schon erlebt habe, dass mir in der Schweiz auf einem Camping vorgeschrieben wurde, in welcher Richtung mein Zelteingang sein muss (ich habe dann lieber nicht gesagt, dass das Zelt 2 Eingaenge hat, sonst haette ich wahrscheinlich weiter ziehen muessen :bg:), wer weiss, mit welchen Zeltfarben Du dann demnaechst nicht mehr auf bestimmten Campings willkommen bist :bg:

trekalex
06.05.2016, 11:04
und ich es schon erlebt habe, dass mir in der Schweiz auf einem Camping vorgeschrieben wurde, in welcher Richtung mein Zelteingang sein muss

Ist mir auch schon passiert, Campingplatz in Athen:roll:. Wegen Diebstahlgefahr sollte ich den Eingang vom Zaun weg und zur Straße hin orientieren. Nur blöd, dass ich auch zwei Eingänge hatte.

Becks
06.05.2016, 12:21
Für was werden wohl Rettungssender verkauft?
[...]
und wer unverletzt gefunden werden will kann auch mit einem gelben/roten/lila Innenzelt/Poncho/Tarp auf sich aufmerksam machen, besser sind Magnesiumfackeln, Licht, Feuer oder Signalraketen.

Ja, der Cast mal wieder. Schnell beim Schiessen und beim Tippen, aber so richtig durchdacht ist es einmal wieder nicht.

Es spricht ja nichts gegen technisches Aufrüsten, und es kommen sicher noch einige sinnige Dinge in den Kopf (z.B. auch auf Kurztouren nie ohne Schlaf- und Biwaksack los sowie mindestens 5 Liter Wasser, Gaskocher und 2-3 volle Mahlzeiten), mit denen man das Überleben sichern bzw. erleichtern kann.
Und ja, es gibt Situationen, in denen Farbe nichts bringt (z.B. wenn ich in einem Haus ohne Fenster hocke, auch dann sieht man mich nicht). Gilt aber für jedes Equipment, auch für Signalraketen, Feuerstarter (Waldbrandgefahr) oder Handy (Empfang weg).
Auch den Punkt mit dem "dann wedel ich eben mit einem roten Tuch" ist hinfällig, es gibt genügen Situationen, in denen ist ein Anzugswechsel nach einem Zwischenfall nicht mehr möglich. Da nutzt ein rotes Tuch im Rucksack auch nichts mehr.

Du gehörst lediglich in die Gruppe, die etwas ablehnen oder als sinnlos anprangern, ohne mit harten Fakten für diese Einstellung aufwarten zu können. Farbe wiegt nichts, kostet nichts extra und benötigt keine Wartung oder Dinge zum Betrieb (Strom, Kraftstoff). Das "worst case scenario" in Deinem letzten Fall ist: es bringt keinen Vorteil, nicht aber: es schadet.

Der Grund für ein solches Verhalten ist mir zwar schleierhaft, aber sei es wie es ist.

cast
09.05.2016, 09:16
Dein roter Anorak bringt nichts in bewaldeten Gebieten.

Auf felsigem Grund über der Baumgrenze meinetwegen , ansonsten UNSINN.:bg:

Ich will was sehen ohne gleich gesehen zu werden. SO bewegt man sich in der Natur, somit ist das auch LNT.

und ein gelbes Innenzelt mit mehreren qm Fläche fällt wenigstens auf, dein Anorak nicht.

lina
09.05.2016, 09:20
... nachts sind alle Katzen grau ...

JHL
09.05.2016, 09:45
Auch und gerade im deutschen "Wald" ist mein Rucksack orange-rot, meine Softshell rot, meine Hardshell hellblau und in der Dämmerung kommt oft noch eine Warnweste drüber.
Dabei geht es mir allerdings nicht darum, nach einer mir versehentlich beigebrachten Schusswunde schneller gefunden zu werden, sondern darum, diese tunlichst zu vermeiden. MEIN Wurst-Käs-Albtraum beinhaltet nämlich -Statistik hin oder her- mit dem potentiellen Sonntagsbraten verwechselt zu werden.

Benzodiazepin
09.05.2016, 09:54
es ist doch wie immer und überall: jeder muss selbst entscheiden, wie weit er sicherheit will und wie weit ihn diese sicherheit einengt.

einer läuft mit leuchtweste, blinkenden LED's, einem Helm und nem griffbereiten pfefferspray durch die innenstadt, der andere in tarnfarben durch den wald.

wie wir ja längst alle wissen, ist jede fahrradfahrt durch eine europäische grossstadt eh viel gefährlicher als jede nordwand. deshalb halte ich farbige kleider in den bergen für sicherheitsstatistisch irrelevant :bg:

nimrodxx
09.05.2016, 13:10
... nachts sind alle Katzen grau ...

Und deshalb bin ich dafür, das jeder Wanderer eine blaue Rundumleuchte auf dem Kopf trägt! Alles für die Sicherheit damit man im Notfall gefunden wird... :ignore: ;-)

khyal
09.05.2016, 13:29
..wie wir ja längst alle wissen, ist jede fahrradfahrt durch eine europäische grossstadt eh viel gefährlicher als jede nordwand. deshalb halte ich farbige kleider in den bergen für sicherheitsstatistisch irrelevant :bg:

Ich sag ja auch immer auf die Frage, ob Gleitschirm-Fliegen nicht gefaehrlich sei, das Gefaehrlichste sei die Anfahrt zur Seilbahn mit Auto oder Motorrad.

Was nun das Thema Signalfarben und groessere oder kleinere Flaeche dieser Signalfarbe und dadurch entsprechende, bessere Sichtbarkeit betrifft, stimme ich da klar cast zu (das haben wir nicht so haeufig, was ? :bg:).

Beim GL-Fliegen schaust Du natuerlich haeufig auch nach unten und wenn Du nicht gerade im Tiefflug ueber den Baumwipfeln usw soerst, sieht Du nicht viel von irgendwelchen Wanderern in bunten Signal-Jaeckchen, wenn es aber mal in einer Turbulenz o.A. einen GL-Flieger runter haut, dass um den rum ein paar qm bunter Schirm liegen, siehst Du das schon aus groesserer Entfernung.

Dasselbe auf dem Wasser (wobei da natuerlich vom Boot der Blickwinkel sehr bescheiden ist), einen abgetriebenen Schwimmer o.A. z.B. jemand, der auf die glorreiche Idee gekommen ist, mit einer Luftmatraze bei ablaendigem Wind rauszupaddeln, kannst Du kaum sehen, da haben wir haeufiger schon laenger rumgesucht, ein paar qm buntes Surfsegel, was bei den letzten "Startversuch-Zuckungen" :bg: ab und zu zu sehen ist, aber sehr wohl...

Entsprechend glaube ich nicht, dass bunte Jacken ein grosses Sicherheitsplus fuer´s Gefunden werden sind, auch als Schutz, um nicht von Jaegern ueber den Haufen geschossen zu werden, wrd es imho nicht viel bringen, denn
a) sind die Regeln fuer das Abgeben von Schuessen eigentlich so, dass nix passieren kann und jemand der so daneben tickt, dass er diese Regeln ausser acht laesst, der ist prall o.A., der sieht auch keine bunte Jacke mehr :( und
b) wird zumindest bei uns in den Waeldern viel in der Daemmerung gejagt / geschossen und unter den Lichtverhaeltnssen hat die Jacke auch nicht mehr so dier Signal-Wirkung, was Anderes ist natuerlich, wenn Du gerne als Abenteuer in Gebieten von Treibjagden wanderst :bg::ignore:

derMac
09.05.2016, 13:37
Ich will was sehen ohne gleich gesehen zu werden. SO bewegt man sich in der Natur, somit ist das auch LNT.
Auffällige Farben hinterlassen nicht mehr Spuren als unauffällige. Dazu kommt noch, dass für verschiedene Lebewesen verschiedene Farben unterschiedlich auffällig sind.

Mac

cast
09.05.2016, 15:44
Auffällige Farben hinterlassen nicht mehr Spuren als unauffällige.

Kommt drauf an wer versucht mich zu sehen. Mensch oder Tier? und wenn letzteres, welches?


Dazu kommt noch, dass für verschiedene Lebewesen verschiedene Farben unterschiedlich auffällig sind.

Ja. s.o.
Aber es reicht außerhalb der Jagd auch ein Mix aus verschiedenen (Oliv)-Brauntönen, um deutlich besser getarnt zu sein, als mit Rot oder vorallem Blau, was im Sichtbereich des Schalenwilds bspw. leuchtet wie eine Fackel.
Mal abgesehen davon, daß Papageien nicht in Skandinavien vorkommen und ich deswegen im schwedischen Wald keinen imitieren möchte.
Es ist doch irgendwie interessant zu sehen, daß ausgerechnet die skandinavischen Produzenten Wert auf gedeckte Farben in ihren Kollektionen legen, anders als mitteleuropäische oder amerikanische.
Man scheint die Notwendigkeit von grellen Jacken und Sicherheit im Fjäll wohl anders zu sehen.

Goettergatte
09.05.2016, 16:41
Auffällige Farben hinterlassen nicht mehr Spuren als unauffällige. Dazu kommt noch, dass für verschiedene Lebewesen verschiedene Farben unterschiedlich auffällig sind.

Mac

Das ist der gefühlt erste gescheite Beitrag in diesem Faden.
Ich kann in paisleygemustert, in psychedelischsten Farben durch die Landschaft tollen, dabei in rot-lila-orange-gelb-grün-"tarn"geflecktem Zelt nächtigen, ohne die Natur dabei zu irritieren, sofern ich alle Lnt-/Kleine-Spuren-Empfehlungen beachte. ;-)

Christian J.
09.05.2016, 21:48
wie wir ja längst alle wissen, ist jede fahrradfahrt durch eine europäische grossstadt eh viel gefährlicher als jede nordwand. deshalb halte ich farbige kleider in den bergen für sicherheitsstatistisch irrelevant :bg:

...und da kommen die Wahrheiten zusammen: weil ich jedes Jahr zwar 3-4000km innerstädtisch Fahrradfahre, aber deutlich weniger Strecke im Wald laufe oder radel, suche ich meine Kleidung nach dem primären Einsatzzweck aus. Also habe ich ein orange-rotes Softshell und werde mir für den Wald nicht ein identisches in grün kaufen.

Außerem sehen grelle Farben auf Fotos besser aus. ;-)

Sarekmaniac
09.05.2016, 22:47
Irgendwie scheinen einige Beiträger, einschließlich des TO den Originaltext und somit den Kontext der Empfehlung "diskrete Farbwahl" nicht zur Kenntnis genommen zu haben:

Überschrift:


Be Considerate of other Visitors

Thema:


Respect other visitors and protect the quality of their experience.


Es geht in diesem Abschnitt nicht um Sicherheit, Rücksicht auf die Tierwelt, die Vegetation oder anderes. Es geht einzig darum, was man tun kann, um mit seinem Verhalten nicht das Naturerlebnis anderer Besucher zu beeinträchtigen: Zum Beispiel: Keine laute Musik abspielen, mit dem Mountainbike auf den ausgewiesenen Downhill-Strecken bleiben, sein Zelt nicht in Sichtweite von Wanderwegen aufschlagen und nicht auf Wanderwegen Pause machen etc. (steht alles in dem Text).

Das man solche Verhaltensweisen situativ anpasst versteht sich von selbst. Und für alle, die es nicht von selbst verstehen, steht es im ersten "Principle":


Plan ahead and prepare

Know the regulations and special concerns for the area you'll visit.

Prepare for extreme weather, hazards, and emergencies.

(...)

Unter anderem ist dort zu lesen:


Choose equipment and clothing for comfort, safety, and Leave No Trace qualities.


https://lnt.org/learn/principle-1

khyal
09.05.2016, 22:55
.. sein Zelt nicht in Sichtweite von Wanderwegen aufschlagen und nicht auf Wanderwegen Pause machen etc. ...

Und da beisst sich die Katze in den Schwanz, denn vom Standpunkt des Umweltschutzes bzw die Fauna moeglichst wenig zu stoeren, empfiehlt es sich eben, diese Taetigkeit genau dort durchzufuehren und sich da nicht seitwaerts in die Pampa zu schlagen...

Sarekmaniac
09.05.2016, 23:03
Und da beisst sich die Katze in den Schwanz, denn vom Standpunkt des Umweltschutzes bzw die Fauna moeglichst wenig zu stoeren, empfiehlt es sich eben, diese Taetigkeit genau dort durchzufuehren und sich da nicht seitwaerts in die Pampa zu schlagen...

Dazu wie und wo man am besten lagert, und wie man solche Stellen findet, gibt es ja auch einiges zu lesen. Ich finde es halt unsinnig, sich einzelne Sätze da rauszugreifen, diese in einen willkürlich gewählten (und neuen) Kontext zu stellen (hier: Sicherheit beim Höhenbergsteigen) und sich dann darüber (über die eigene Konstruktion, die der Text so gar nicht hergibt) aufzuregen.

khyal
09.05.2016, 23:05
..Ich finde es halt unsinnig, sich einzelne Sätze da rauszugreifen, diese in einen willkürlich gewählten (und neuen) Kontext zu stellen (hier: Sicherheit beim Höhenbergsteigen) und sich dann darüber (über die eigene Konstruktion, die der Text so gar nicht hergibt) aufzuregen.

Yes, wo Du recht hast, hast Du recht :cool:

Christian J.
09.05.2016, 23:15
Sarekmaniacs Post zeigt sehr schön, wie das Einbringen von Fakten die schönste Diskussion zerstören kann. :bg:

Prachttaucher
10.05.2016, 08:24
Ich habe mich sofort an ein älteres Erlebnis erinnert : Ich stehe am Kungsleden vor einem sehr schönen Seitental. Die erste Begeisterung wird kurz getrübt, als ich dort einzelne Zelte ausmache. Unbewußt versuche ich das wieder auszublenden, nicht genau dorthin zu schauen, was halbwegs gelingt. In diesem Zusammenhang bin ich froh, wenn Zelte etwas abseits vom Weg aufgebaut werden und nicht so knallige Farben haben. Auch für mein Foto vom "unberührten" Tal.

Auch wenn ich die Sicherheitsaspekte nachvollziehen kann...

derMac
10.05.2016, 10:02
Kommt drauf an wer versucht mich zu sehen. Mensch oder Tier? und wenn letzteres, welches?
Nein, für die Spuren, die ich hinterlasse, kommt es nicht darauf an.


Es ist doch irgendwie interessant zu sehen, daß ausgerechnet die skandinavischen Produzenten Wert auf gedeckte Farben in ihren Kollektionen legen, anders als mitteleuropäische oder amerikanische.
Ich war gerade mit einer orangenen Jacke eines bekannten skandinavischen Herstellers im winterlichen Fjell (und die Jacke wird als "retro" verkauft. Und wenn Norröna keine skandinavische Traditionsfirma ist, was dann?

Lustig ist, dass hier einige damit argumentieren, dass bunte Klamotten ja gar nicht viel bringen würden um gesehen zu werden, andererseits aber behaupten sie wären so auffällig, dass sie stören. Ich halte die Behauptung, bunte Klamotten würden das Naturerlebnis anderer signifikant stärker beeinträchtigen als gedeckte Farben für sehr weit hergeholt.

Mac

Vegareve
10.05.2016, 10:30
Ich halte die Behauptung, bunte Klamotten würden das Naturerlebnis anderer signifikant stärker beeinträchtigen als gedeckte Farben für sehr weit hergeholt.


Ich würde es krasser ausdrücken: mir ist das visuelle Naturerlebnis Anderer schnurzpiepegal. Ich hinterlasse keinen Müll, ich wandere nicht mit lautem Kasettenrecorder, wenn sich irgendjemand an meiner Zeltfarbe stört, ist das deren Problem :bg:.

nimrodxx
10.05.2016, 10:35
Ich würde es krasser ausdrücken: mir ist das visuelle Naturerlebnis Anderer schnurzpiepegal. Ich hinterlasse keinen Müll, ich wandere nicht mit lautem Kasettenrecorder, wenn sich irgendjemand an meiner Zeltfarbe stört, ist das deren Problem :bg:.

Mir ist das Akustische Naturerlebnis anderer schnurzpiepegal, ich hab immer einen tragbaren Lautsprecher dabei, wenn sich jemand an meinem Musikgeschmack stört, ist das deren Problem ;-)

cast
10.05.2016, 10:45
Und wenn Norröna keine skandinavische Traditionsfirma ist, was dann?

Eine norwegische Firma die sich von der Tradition und Qualität ziemlich verabschiedet hat.
Mit quietschbunten Jacken auf der Piste ist eben mehr Geld zu verdienen.

Vegareve
10.05.2016, 10:49
Mir ist das Akustische Naturerlebnis anderer schnurzpiepegal, ich hab immer einen tragbaren Lautsprecher dabei, wenn sich jemand an meinem Musikgeschmack stört, ist das deren Problem ;-)

Nicht hinsehen ist viel einfacher als nicht hinhören ;-).

Alles in allem, eine sehr konstruierte und überflüssige Diskussion.

nimrodxx
10.05.2016, 11:04
Nicht hinsehen ist viel einfacher als nicht hinhören ;-).

Vielleicht für dich! Ich hab gute Ohrenstöpsel ;-)

derMac
10.05.2016, 11:14
Eine norwegische Firma die sich von der Tradition und Qualität ziemlich verabschiedet hat.
Mit quietschbunten Jacken auf der Piste ist eben mehr Geld zu verdienen.

Da bringt man Bsp, die direkt auf deine Aussagen zugeschnitten sind, und dann gelten die nicht. War irgendwie zu erwarten. ;-) Und von schlechter Qualität bei Norröna ist mir nichts bekannt.

Mac

cast
10.05.2016, 14:56
:roll:

Norröna hat alle Traditionen aufgegeben, weil der internationale Markt offensichtlich buntes Plastik möchte.
Die Tendenz zeigt sich auch bei den anderen Skandinaviern. Mode.

Heißt nicht, daß sie nicht mal olivgrün, dunkelblau und rot und sogar weiß, die letzten beiden für den Winter jahrzehntelang produziert hätten.
Glücklicherweise gibt es aber noch Hersteller, die ihr klassischen olivgrünen, dunkelblauen Jacken in Mischgewebe im Angebot behalten.
Denn genau das hat der gemeine Norweger und Schwede jahrzehntelang völlig problemlos auf Tour getragen und eben kein giftgrünes Jäckchen um besonders schick zu sein.

Mit Sicherheit hat das gar nichts zu tun.

derMac
10.05.2016, 15:11
Norröna hat alle Traditionen aufgegeben, weil der internationale Markt offensichtlich buntes Plastik möchte.
Die Tendenz zeigt sich auch bei den anderen Skandinaviern. Mode.

Heißt nicht, daß sie nicht mal olivgrün, dunkelblau und rot und sogar weiß, die letzten beiden für den Winter jahrzehntelang produziert hätten.
Offensichtlich ist das Problem einfach, dass die Welt nicht deinen Geschmack hat. Aus meiner Sicht ist es aber eher dein Problem als das der Welt. ;-) Du argumentierst hier einfach mit "war schon immer so, also soll es auch so bleiben". Wenn du grün willst, gibt es immer noch genug grün, andere wollen halt offensichtlich bunt und wenn es nicht gekauft wird geht das auch wieder weg. Mir ist Norröna übrigens aktuell auch zu grell (und ich habs eigentlich gern etwas farbiger).

Und, um wieder auf den Thread zurückzukommen, ich habe das Gefühl, dass ein großer Teil des Gemeckers an der Farbe der Kleidung anderer einfach Geschmackssache ist, mit LNT hat das nur wenig zu tun. Teilweise ist es wohl aber auch ein: die anderen sollen gefälligst verschwinden, ich will hier allein sein. So ein Anspruch besteht aber nicht, IMO auch nicht optisch.

Mac

cast
10.05.2016, 15:30
Was hat das mit Geschmack zu tun wenn einer behauptet, daß man eine rote Jacke zur Sicherheit braucht?
Das mag in den Bergen um St.Gallen so sein, ansonsten suchen sich die Leute die Farbe ihrer Wanderjacke entsprechend der Mode aus und in Skandinavien laufen viele lieber in gedeckten Farben und ignorieren ohne weitere Probleme die Experten die sich nur in Rot auf Tour wagen.

Vegareve
10.05.2016, 19:00
ansonsten suchen sich die Leute die Farbe ihrer Wanderjacke entsprechend der Mode aus

Hier geht es aber um outdoor, nicht um Mode :baetsch:.

cast
10.05.2016, 19:42
Hast du eine Ahnung auf welche Weise Käuferwünsche geweckt werden.

Warum gibt's wohl Outdoorjacken die sich von Saison zu Saison in der Farbe unterscheiden, ansonsten aber seit Jahren unverändert?

berlinbyebye
10.05.2016, 20:25
Ist halt fuer mich inzwischen auch so, dass ich nicht nur versuche, moeglichst weitgehend LNT zu machen, sondern mich auch, waehrend ich mich da aufhalte, mich im Setup des Zeltes usw gegenueber Mensch und Tier sagen wir mal ziemlich dezent zu verhalten.

Was beim Menschen geht, klappt beim Tier nicht so ohne weiteres.
Wenn ich mich nicht arg täusche, nehmen vierbeinige Waldbewohner gerade Grüntöne besonders wahr. Deswegen sind wohl manche Jägerklamotten in rot/schwarz. Das wird wohl nicht so gut erkannt.

Vegareve
10.05.2016, 20:25
Ist ja wurscht, lieber cast, bleiben wir wenn möglich beim Thema Natur und Ökologie/LNT ;-).

cast
10.05.2016, 20:43
Naja.
Wen es interessiert.

http://www.bljv.at/infoblaetter/infoblatt2006_02/koennen_wildtiere_farbe_sehen.pdf

Rot/schwarz nicht
Leuchtorange und das schwarze Muster löst die Konturen auf.
Wird aber nur gemacht, damit wir uns gegenseitig sehen, sonst sind Tarndrucke in Grün/Brauntönen.
Ideal sind Braunolivtöne und zwar verschiedene kombiniert.

Becks
12.05.2016, 09:48
Entsprechend glaube ich nicht, dass bunte Jacken ein grosses Sicherheitsplus fuer´s Gefunden werden sind

Sicherheit und Risiko in Fels und Eis, Band II soweit ich weiß. Da hat Pit Schubert eine Statistik herausgebracht, in der aufgeführt wird, inwiefern sich die Gruppe der Personen zusammensetzt, die nie wieder gefunden wurde. Klarer "Gewinner": die grünen/erdfarbigen Klamotten.

Aber ich verweise erneut auf mein Grundsatz: Das absolut übelste, was einem so ne Leuchtfarbe einbrocken kann, ist dass es nichts bringt. Es gibt schlichtweg keinen Kritikpunkt, der einen klaren Nachteil aufweist. Jegliches andere Mittel (z.B. ein Funksender) hat dagegen klare Nachteile: Kosten, Wartung, Gewicht, Empfang, Betriebsstoffe.

Fazit: Es ist entweder eine "Geiz ist Geil"-Mentalität oder eine höhere Gewichtung von Fashion und Style, die einen davon abhält, leuchtendere Farben zu tragen.

Lobo
12.05.2016, 10:27
Fazit: Es ist entweder eine "Geiz ist Geil"-Mentalität oder eine höhere Gewichtung von Fashion und Style, die einen davon abhält, leuchtendere Farben zu tragen.

Oder andere Interessen als Bergsteigen :baetsch:

cast
12.05.2016, 11:56
Das wird er nicht verstehen, er kennt doch nur "Sicherheit in Fels und Eis".

Flachlandtiroler
12.05.2016, 11:59
Oder andere Interessen als Bergsteigen :baetsch:

Das wird er nicht verstehen, er kennt doch nur "Sicherheit in Fels und Eis".
Gibt's eigentlich auch ein Lehrbuch für die Lodenfraktion? Ist ja nicht so, dass bei dem Geschäft keine Unfälle passieren... irgendwas, wo der Treiber entnehmen kann, was er anziehen soll?

cast
12.05.2016, 12:06
Die UVV Jagd der Landwirschafts BG.

Waldhexe
12.05.2016, 12:08
Ich denke, im Gebirge, im Fjäll, auf dem Wasser und anderen Gebieten, in denen Gesehenwerden wichtig und Rettung aus der Luft die einzige Rettung ist, ist signalfarbene Ausrüstung (Kleidung, Rucksack und auch Zelt!) potentiell lebensrettend. Ich zweifle daran nicht im geringsten und am Sicherheitsgewinn gibt es keine wirklichen Gegenargumente.

Die Frage ist nur, wie man persönlich abwägt.

Bei meiner Größe (Breite) muss ich nehmen, was zweckdienlich ist und was passt... Im Sport- und ernsthafteren Outdoorbereich wird vor allem bei den Damen immer noch so getan, als wenn nur ziemlich schlanke raus gehen. In größeren Größen gibt es fast nur "urban outdoor" und fast nur schwarz (wohl weil`s schlank macht). Aber das ist eine andere Geschichte.

Gruß,

Claudia

khyal
12.05.2016, 14:43
Sicherheit und Risiko in Fels und Eis, Band II soweit ich weiß. Da hat Pit Schubert eine Statistik herausgebracht, in der aufgeführt wird, inwiefern sich die Gruppe der Personen zusammensetzt, die nie wieder gefunden wurde. Klarer "Gewinner": die grünen/erdfarbigen Klamotten.
..
Fazit: Es ist entweder eine "Geiz ist Geil"-Mentalität oder eine höhere Gewichtung von Fashion und Style, die einen davon abhält, leuchtendere Farben zu tragen.

Hi Becks, ja die Schubert-Baende sind schon lehrreich, bei seinen aufgefuehrten und analysierten Einzelfaellen hatte ich auch schon manches Aha-Erlebnis, was den Umgang mit dem Material und das eigene Verhalten betrifft, die habe ich auch schon haeufiger weiterempfohlen, gerade wenn die Leute mir vorher irgendwelche abenteuerlichen "Universal-Sicherungsakonzepte" erzaehlten, wuerde mir mal von ihm einen Sonderband zu SKT wuenschen, aber da ist er ja leider nicht so zuhause. War jetzt schon in Versuchung, dich nach einer konkreten Seitenzahl zu fragen, um das selber nachzulesen, da ich den 2. hier liegen habe und mich gar nicht an die von Dir erwaehnte Statistik erinnern konnte, aber.....

Ich sehe es nicht als sinnvoll an, auf einer Ebene zu diskutieren, in der jemand Anderen so etwas vor den Latz knallt "... Es ist entweder eine "Geiz ist Geil"-Mentalität oder eine höhere Gewichtung von Fashion und Style, die einen davon abhält, leuchtendere Farben zu tragen...".

Da bitte ich dich doch sehr darum, mal ein paar Gaenge zurueckzuschalten, ein Forum dient doch dem Meinungs bzw Standpunkt-Austausch und da sollte man es aushalten koennen, dass Andere einen anderen Standpunkt haben, ohne sie gleich anzugreifen, wie sagte Churchill so schoen "Wenn 2 auf Dauer einer Meinung sind ist einer ueberfluessig".

Und gerade Du bist doch jemand, der haeufiger auch, sagen wir mal, sehr alternative Blickwinkel vorschlaegt, ich lese z.B. mit grossem Vergnuegen deine entsprechenden Beitraege (kann da deine Argumentation auch gut nachvollziehen) im UL-Forum und die Reaktionen darauf...

Aber ich moechte nochmal an den Beitrag von Sarekmaniac erninnern...


Irgendwie scheinen einige Beiträger, einschließlich des TO den Originaltext und somit den Kontext der Empfehlung "diskrete Farbwahl" nicht zur Kenntnis genommen zu haben:
...
Es geht in diesem Abschnitt nicht um Sicherheit, Rücksicht auf die Tierwelt, die Vegetation oder anderes. Es geht einzig darum, was man tun kann, um mit seinem Verhalten nicht das Naturerlebnis anderer Besucher zu beeinträchtigen: Zum Beispiel: Keine laute Musik abspielen, mit dem Mountainbike auf den ausgewiesenen Downhill-Strecken bleiben, sein Zelt nicht in Sichtweite von Wanderwegen aufschlagen und nicht auf Wanderwegen Pause machen etc. (steht alles in dem Text).

Das man solche Verhaltensweisen situativ anpasst versteht sich von selbst. Und für alle, die es nicht von selbst verstehen, steht es im ersten "Principle":...

Es geht ja n diesem Thread nunmal darum, dass Du bemaengelt hast, was in dem von Dir verlinkten Text geschrieben wird und dann sollte man sich ja schon damit beschaeftigen, worum es in dem Text geht und da ist eben das Thema nicht
"Eine Erhoehung der passiven Sicherheit beim Bergwandern / Klettern oberhalb der Baumgrenze" :bg:

"One of the most important components of outdoor ethics is to maintain courtesy toward other visitors. It helps everyone enjoy their outdoor experience."
"Bright clothing and equipment, such as tents can be seen for long distances are discouraged. Especially in open natural areas, colors such as day-glow yellow are disturbing and contribute to a crowded feeling; choose earth-toned colors (ie. browns and greens) to lessen visual impacts."

Soweit stimmt das doch...

Dass man natuerlich bei der Zusammenstellung seiner Ausruestung x andere Faktoren beruecksichtigt, ist klar, wenn man z.B. Stealth Camping betreibt, wird man gedeckte Farben fuer besonders wichtig halten und z.B. Reflexleinen vom Zelt entfernen und wenn man sich so bei seinen Outdoor-Aktivitaeten verhaelt, dass man ein erhoehtes Risiko sieht, sich in Lagen zu bringen, aus denen man sich selbst ncht befreien kann und auf die Hilfe und Auffindung durch Anderer angewiesen ist, wird man halt entsprechende Farben und Hilfsmittel fuer besonders wichtig halten...

derMac
12.05.2016, 15:08
Es geht ja n diesem Thread nunmal darum, dass Du bemaengelt hast, was in dem von Dir verlinkten Text geschrieben wird und dann sollte man sich ja schon damit beschaeftigen, worum es in dem Text geht und da ist eben das Thema nicht
"Eine Erhoehung der passiven Sicherheit beim Bergwandern / Klettern oberhalb der Baumgrenze" :bg:
Ich bin ja jetzt nicht der Fan von Becks etwas polemischem Haudrauf-Stil, aber er scheint der einzige zu sein, der sein Eingangszitat such gelesen hat. Da geht es nähmlich um "Especially open natural areas" und gerade da hat gut sichtbare Kleidung eben auch einen Sicherheitsfaktor. Im Wald ist der tatsächlich sehr viel geringer, da stört die Farbe auch auch nicht wirklich.

Mac

Markus K.
12.05.2016, 15:35
Ich bin ja jetzt nicht der Fan von Becks etwas polemischem Haudrauf-Stil, aber er scheint der einzige zu sein, der sein Eingangszitat such gelesen hat. Da geht es nähmlich um "Especially open natural areas" und gerade da hat gut sichtbare Kleidung eben auch einen Sicherheitsfaktor. Im Wald ist der tatsächlich sehr viel geringer, da stört die Farbe auch auch nicht wirklich.

Mac

Welche Wälder meinst Du? Schwarzwald, Vogesen, etc.? Kehler Wälder mit Eschentriebsterben und hohem Jagddruck wegen Naturverjüngung? Allerdings ist es eher so, dass das Auge eher die Bewegung wahrnimmt, als die Farbe.

Vielleicht sollten sich die Naturbegeisterten also nicht bewegen, um LNT zu entsprechen? :ignore:

Goettergatte
12.05.2016, 23:28
Bei so vielen Einsätzen die die Polizei im Jahr hat, um verlorengegangene Wanderer im Sauerland aufzustöbern, wär es vielleicht nicht unsinnig, Signalfarben in deutschen Mittelgebirgen zu tragen ;-)

cast
13.05.2016, 07:43
Ne, eine gelbe Rundumleuchte auf dem Schädel.

Becks
13.05.2016, 13:05
Ich sehe es nicht als sinnvoll an, auf einer Ebene zu diskutieren, in der jemand Anderen so etwas vor den Latz knallt "... Es ist entweder eine "Geiz ist Geil"-Mentalität oder eine höhere Gewichtung von Fashion und Style, die einen davon abhält, leuchtendere Farben zu tragen...".


Nun, ich arbeite lediglich rein nach logischen Aspekten das Thema durch. Nachdem mir kein wirklicher Nachteil von gut sichtbarer Kleidung eingefallen ist und auch hier niemand so etwas aufführen konnte, bleiben meiner Meinung nach nur eben die beiden Punkte: Geiz ist geil, oder eben Fashion und Style.

Bei "geiz ist geil" handelt es sich imo um die Kategorie Leute, die zwar Gefahren sehen und erkennen, aber beim Blick auf den Preis der Ausrüstung zum Entschluß kommen, die teure Ausrüstung nicht nur in der Freizeit, sondern auch in der Stadt zu nutzen und so die Kosten etwas zu glätten. Da man in der Stadt wohl eher weniger als Papagei herumlaufen will (so auch der Kommentar in einem anderen Thread), gibt man gedeckten Farben den Vorzug. Die Ausrüstung ist dann für diese Gruppe für beide Bereiche nutzbar.

Die zweite, gemäßigtere Gruppe, erkennt Gefahren entweder nicht oder schätzt sie als gering ein, oder stuft die Wirkung vorhandener sonstiger Ausrüstung als ausreichend ein ("ich habe ja ein Handy..."), oder schätzt die Wirkung von Farben als gering ein. Das Plus in Punkto Sicherheit ist zu gering/unnötig, als daß es die persönlichen Vorlieben überwiegen würde (Fashion and Style).

Die letzte, kleine Gruppe, muß leider daß kaufen, was es eben so hat (ungünstige Körperproportionen). Die klammere ich einmal aus, denn diese Leute können nichts dafür.

Sonst fällt mir aber nichts mehr ein, was dagegen spricht. Wenn ich mir so die Farben der Warnwesten (Sicherheitsausstattung Auto) oder Schwimmwesten oder Arbeitskleidung (für Cast: Pfanner Kleidung -> da wird extra mit der erhöhten Sichtbarkeit im Unterholz geworben. Melde Dich doch einmal und kläre sie über ihre Fehler auf, so von Profi zu Profi) ansehe, dann liegt der Fokus außerhalb der Berge weniger auf den Aspekt Rettung sondern auf Unfallvermeidung. Macht auch Sinn, denn im Flachland fallen einem weniger Steine auf den Kopf, die sich nicht darum scheren, welche Farbe das Ziel hat, dafür begegnen einem dort entlang der Wege häufiger Verkehrsteilnehmer, von denen man nicht so gerne übersehen werden möchte (z.B. Autos).

Sarekmaniac
13.05.2016, 13:15
Nun, ich arbeite lediglich rein nach logischen Aspekten das Thema durch. Nachdem mir kein wirklicher Nachteil von gut sichtbarer Kleidung eingefallen ist und auch hier niemand so etwas aufführen konnte, bleiben meiner Meinung nach nur eben die beiden Punkte: Geiz ist geil, oder eben Fashion und Style.

Da in deiner Argumentation die Argumente des von dir verlinkten Ausgangstextes, gegen den deine Suaden ja scheinbar gerichtet sein sollen, noch nichtmal aufgegriffen werden, kann von logischem Vorgehen leider nicht die Rede sein.

Benzodiazepin
13.05.2016, 13:57
Bei "geiz ist geil" handelt es sich imo um die Kategorie Leute, die zwar Gefahren sehen und erkennen, aber beim Blick auf den Preis der Ausrüstung zum Entschluß kommen, die teure Ausrüstung nicht nur in der Freizeit, sondern auch in der Stadt zu nutzen und so die Kosten etwas zu glätten. Da man in der Stadt wohl eher weniger als Papagei herumlaufen will (so auch der Kommentar in einem anderen Thread), gibt man gedeckten Farben den Vorzug. Die Ausrüstung ist dann für diese Gruppe für beide Bereiche nutzbar.

es soll leute geben, für die ist eine anständige jacke eine grosse Investition. in meiner Anfangszeit war das bei mir so. hatte wenig mit geiz, mehr mit leben weit unterhalb der offiziellen Armutsgrenze zu tun. ja, ich hab mir keine zwei jacken gekauft. und ja, die jacke habe ich so gekauft, dass ich sie immer tragen konnte -> schwarz.




Die zweite, gemäßigtere Gruppe, erkennt Gefahren entweder nicht oder schätzt sie als gering ein, oder stuft die Wirkung vorhandener sonstiger Ausrüstung als ausreichend ein ("ich habe ja ein Handy..."), oder schätzt die Wirkung von Farben als gering ein. Das Plus in Punkto Sicherheit ist zu gering/unnötig, als daß es die persönlichen Vorlieben überwiegen würde (Fashion and Style).

auf einem Wanderweg, der oft begangen wird, schätze ich die Gefahr für mich als gering ein. was interessiert mich dort, ob mich der Helikopter aus 500m höhe schneller findet, wenn eh alle paar Minuten jemand vorbeikommt? es gibt leute, die sind nur so unterwegs. die brauchen deine achsowichtigundalleinseligmachendfarbigen kleider schlicht nicht.

ansonsten bin ich natürlich deiner Meinung, für den "normalbergsteiger" und den "normalfjellbegeher" sind farbige kleider eigentlich ausnahmslos von Vorteil. will nur dagegen anreden, dass es für deine Meinung keine ausnahmen gibt.

cast
13.05.2016, 17:23
Sonst fällt mir aber nichts mehr ein, was dagegen spricht. Wenn ich mir so die Farben der Warnwesten (Sicherheitsausstattung Auto) oder Schwimmwesten oder Arbeitskleidung (für Cast: Pfanner Kleidung -> da wird extra mit der erhöhten Sichtbarkeit im Unterholz geworben. Melde Dich doch einmal und kläre sie über ihre Fehler auf, so von Profi zu Profi) ansehe, dann liegt der Fokus außerhalb der Berge weniger auf den Aspekt Rettung sondern auf Unfallvermeidung. Macht auch Sinn, denn im Flachland fallen einem weniger Steine auf den Kopf, die sich nicht darum scheren, welche Farbe das Ziel hat, dafür begegnen einem dort entlang der Wege häufiger Verkehrsteilnehmer, von denen man nicht so gerne übersehen werden möchte (z.B. Autos).

Aha, du hast also nicht kapiert wo der Unterschied liegt ob ich auf einer Baustelle eine Warnweste trage oder im Wald auf Tour.

Du kannst ja noch mal drüber nachdenken, wenn dir eingefallen ist wo der Unterschied liegt melde dich.

Becks
14.05.2016, 13:05
auf einem Wanderweg, der oft begangen wird, schätze ich die Gefahr für mich als gering ein. was interessiert mich dort, ob mich der Helikopter aus 500m höhe schneller findet, wenn eh alle paar Minuten jemand vorbeikommt? es gibt leute, die sind nur so unterwegs. die brauchen deine achsowichtigundalleinseligmachendfarbigen kleider schlicht nicht.


Moment, ich helfe mal kurz aus. Mit "achsowichtigundalleinseligmachendfarbigen" meinst Du sicher: rot, von mir aus auch orange oder giftgrün. Das ist nur eine Farbe, keine Jackenfunktion oder etwas, was man sich extra besorgen muß.

Zu oft begangenen Wegen: Dazu habe ich schon etwas geschrieben, aber noch einmal: je näher man an der Zivilisation unterwegs ist, desto mehr Leute sind dort und desto besser ausgebaut sind die Wege. Die Problematik mit dem Finden schwindet. Allerdings steigt dann eben das Risiko, Verkehrsteilnehmer anzutreffen, die man besser nicht direkt treffen bzw. von ihnen getroffen werden will. Seien es Radfahrer, Mopedfahrer oder Autofahrer.
Die Funktion der Sichtbarkeit verschiebt sich dann von "gesehen werden für die Rettung" hin zu "gesehen werden, damit man nicht überfahren wird". Wurde hier (https://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php/80614-Der-Tod-tr%C3%A4gt-Schwarz) auch schon diskutiert.

Benzodiazepin
14.05.2016, 14:20
Moment, ich helfe mal kurz aus.

womit?



Mit "achsowichtigundalleinseligmachendfarbigen" meinst Du sicher: rot, von mir aus auch orange oder giftgrün. Das ist nur eine Farbe, keine Jackenfunktion oder etwas, was man sich extra besorgen muß.

korrekt und unbestritten. ist nicht schwerer etc, hast du alles schon schön beschrieben. aber eben, es gibt auch gründe für "normalfarbene" jacken (stadt-verwendung) und gegen doppelanschaffung (mangelndes geld).



Zu oft begangenen Wegen: Dazu habe ich schon etwas geschrieben, aber noch einmal: ......

auf den wanderwegen, die ich kenne, fährt eigentlich keiner mit auto, moped oder fahrrad so schnell und abgelenkt, dass es zur unfallvermeidung leuchtfarbene klamotten bräuchte. das sehe ich dann eher in der stadt...womit wir bei punkt 1 wären, kauft man sich halt besser gleich die kleidung in knallefarben, das hilft auch im grossstadtdschungel. aber da spielt dann der stil doch wieder eine grössere rolle als in den bergen. verständlicherweise, würd ich meinen

Igelstroem
14.05.2016, 14:38
kauft man sich halt besser gleich die kleidung in knallefarben, das hilft auch im grossstadtdschungel. aber da spielt dann der stil doch wieder eine grössere rolle als in den bergen. verständlicherweise, würd ich meinen

Ja, verständlicherweise, wenn man anerkennt, dass Kleidung überhaupt (auch abseits des ›bloß Modischen‹) ein ästhetischer Bedeutungsträger ist – eine Funktion, die nur unter Extrembedingungen (Hochtour, meinetwegen) völlig in den Hintergrund tritt. Für Becks und einige andere Foristen scheint aber das Ignorieren von Stilfragen geradezu eine Obsession zu sein, und um diese Obsession zu legitimieren, müssen Risikoszenarien aller Art an den Haaren herbeigezogen werden.

Becks
14.05.2016, 21:47
Für Becks und einige andere Foristen scheint aber das Ignorieren von Stilfragen geradezu eine Obsession zu sein, und um diese Obsession zu legitimieren, müssen Risikoszenarien aller Art an den Haaren herbeigezogen werden.

Hübsch gesagt, aber da stellt sich mir sofort die Frage: was ist der Hauptzweck der Klamotten denn dann überhaupt? Kaufe ich das Zeugs "mit Stil und Geschmack" für die Stadt, also für den wohlbekannten Stadtdschungeloutdoorer, der nur mit 3 Lagen Goretex auf der Haut den waghalsigen Weg von der Wohnung zum Aldi ums Eck schafft, oder um jemand der sich die Klamotten vorrangig für Wanderungen besorgt und sie eventuell dann auch mal in der Stadt anzieht?

Auf Arbeit darf man gerne die Stilfrage bei Kleidung stellen, aber unterwegs gilt für mich zumindest einmal: "Form follows function", mal ganz davon abgesehen was denn an einer z.B. roten Jacke dermaßen stillos sein sollte und mein rotes Hemd ziemlich gut sich mit einem schwarzen Jacket tragen läßt und ich damit weder auf Arbeit noch als Besucher im Theater auffalle.





Für Becks und einige andere Foristen scheint aber das Ignorieren von Stilfragen geradezu eine Obsession zu sein.
Das könnte glatt meine neu Sig werden.

Becks
14.05.2016, 22:49
Je mehr ich über Stil und Geschmack nachdenke, desto mehr drängt sich die Frage auf: seit wann sind Outdoorklamotten im Zivilleben (egal welche Farbe) denn stilvoll? Wenn ich im Meeting im nachtschwarzen Arcteryc-Goretexfummel auftauche, dann kann ich gerne auf das Preisschild verweisen, aber unter den Anzugträgern falle ich auf. Auch beim Schuhwerk ist die Farbe unerheblich, in schweren Bergstiefeln gehe ich nicht ins Büro.

Wo sind denn in der Stadt überhaupt Outdoorkleider stilvoll einsetzbar und muß ich dann wirklch noch zusätzlich darauf achten, den richtigen Farbton zu treffen?

cast
14.05.2016, 22:50
was denn an einer z.B. roten Jacke dermaßen stillos sein sollte und mein rotes Hemd ziemlich gut sich mit einem schwarzen Jacket tragen läßt und ich damit weder auf Arbeit noch als Besucher im Theater auffalle.

Stillos würde ich das nicht nennen, eher Geschmacklos.

geige284
14.05.2016, 23:23
Och, ich habe keine Problem damit, in einer roten softshell oder Regenjacke in der Stadt zu laufen. Hier in Berlin fällt es erst mal nicht auf, außerdem ist die urban outdoor Geschichte ja schon ein bisschen in Mode zur Zeit... Zumindest wenn man in den 20ern ist, gar kein Problem. :bg:
Unterwegs bin ich auch lieber in signalfarben unterwegs. Ich sehe es auch So-kostet mich nix und bringt Mehrwert (und falls nicht, schadets auch nicht...)
Außerdem finde ich, rot stylt :p

Igelstroem
15.05.2016, 00:30
Die wertenden Begriffe stillos und stilvoll würde ich gar nicht verwenden. Was ich mit Stil meine, ist einfach die Logik der Kombination von Kleidungsstücken, die man am eigenen Körper nach Maßgabe der eigenen funktionalen Anforderungen, der ökonomischen Gegebenheiten und nicht zuletzt nach Maßgabe der eigenen Ausdrucksbedürfnisse entwickelt hat. Dafür gibt es normalerweise einen weiten ästhetischen Spielraum, wenn nicht ein Dresscode (im Angestelltenverhältnis) oder extreme funktionale Anforderungen entgegenstehen.

Dass es sich überhaupt um eine jeweils individuell bestimmte Logik handelt, hat zum Beispiel die Folge, dass es auch Dinge gibt, die man selbst jedenfalls nicht tragen würde. Das kann man nicht einfach wegdiskutieren, indem man so tut, als ob das jeweils Angemessene in Alltagssituationen restlos durch irgendeine funktionale Vernunft diktiert würde.

Dass Funktionskleidung in die Entwicklung von Kleidungsstilen integriert wird, ist im Übrigen normal. Man kann also beim Warten auf die S-Bahn eine TNF-Jacke tragen, genauso wie man Jeans und Turnschuhe tragen kann – ist alles ursprünglich mal Funktionskleidung gewesen.
Historisch oder soziologisch interessant ist daran nur, welche Art von Funktionskleidung (z.B. Sportkleidung, Arbeitskleidung, Uniform) in einer Epoche jeweils besonderen Einfluss auf die Alltagskleidung gewinnt. Wenn sich zum Beispiel neonfarbige Warnschutzkleidung endemisch ausbreitet, dann spiegelt sich darin womöglich das kollektive psychotische Gefühl, dass man die Gefahren, denen man in der Außenwelt begegnen könnte, nicht mehr durch eigene Handlungsroutinen bewältigen kann, sondern nur noch durch eine optisch herausgeschrieene Distanzforderung. (Aber das muss den Einzelnen nicht hindern, es trotzdem schön zu finden.)

nimrodxx
15.05.2016, 08:51
Je mehr ich über Stil und Geschmack nachdenke, desto mehr drängt sich die Frage auf: seit wann sind Outdoorklamotten im Zivilleben (egal welche Farbe) denn stilvoll? Wenn ich im Meeting im nachtschwarzen Arcteryc-Goretexfummel auftauche, dann kann ich gerne auf das Preisschild verweisen, aber unter den Anzugträgern falle ich auf

In meiner Firma gibt es jede Menge Leute die mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen, inklusive Geschäftsführung und im Frühjahr/Herbst entsprechend gerne mit Funktionsklamotten... Die nutzen Sie auch, wenn Sie zwischen den einzelnen Gebäuden wechseln müssen um von Ihrem Büro zu z.B. einer Besprechung zu kommen, manchmal auch über einen Anzug gezogen ;-). Der einzige, der dabei heraussticht ist der Mitarbeiter in der Neonfarbenen Warnjacke (wobei der allerdings auch sonst etwas Verhaltens-originell ist)...

qwertzui
15.05.2016, 09:42
Es gibt tatsächlich schicke Oberbekleidung, die funktioniert ohne nach Outdoor auszusehen. Mein Lieblings Kleidungsstück im Alltag ist ein schwarzer Softshell Mantel. Ich habe ihn seit drei Jahren und habe noch nie für ein Kleidungsstück soviel Anerkennung von den verschiedensten Leuten erhalten. Der hundert Mal gehörte Kommentar lautet je nach Alter: "elegant" "schick" "cool", jedoch niemals " für ein Outdookleidungsstück, ganz tragbar". Wenn ich für eine Bergtour packe, nehme ich diesen Mantel natürlich nicht, schon weil er mir dafür zu schade ist und es da die krachbunten Outdoorsachen vom Discounter z.B. auch tun, aber wenn ich für eine Reise packe, bin ich froh ein Kleidungsstück zu besitzen, das leicht ist, winddicht und wasserdicht ist und sowohl bei einer Stadtbesichtigung als auch bei einer Pyreneentour zweckmäßig ist. In Berlin mag das in einem gewissen Alter noch gehen, in Florenz, Bordeaux oder Barcelona würde ich mit einer Bergführer bunten Jacke nicht für viel Geld herumlaufen.

Benzodiazepin
15.05.2016, 10:23
Es gibt tatsächlich schicke Oberbekleidung, die funktioniert ohne nach Outdoor auszusehen.

um die gehts aber hier nicht :bg:

cast
15.05.2016, 13:45
Deutschland ist das Land des "Anorak".

Immer zu allen passenden und unpassenden Momenten wird hier so ein "Funktionsteil" im Zivilleben getragen. In der Innenstadt sind die Träger von JW, Wellenst. usw. ungezählt. Ist wie Uniform.

Mag etwas am wechselhaften Wetter hierzulande liegen. I.d.R. liegt es einfach am mangelnden Geschmack oder sagen wir mal fehlendem Modesinn.
Franzosen und Italienern könnte so was nie passieren.
Bei den Farben ist es dasselbe.
Egal was, Männer in roten Jacken werden dir dort in den Innenstädten kaum begegnen.

Hat nur absolut nix mit dem Faden zu tun.

sompio
15.05.2016, 14:03
Eigentlich ging es ursprünglich in diesem Faden doch mal um die Frage, wieso LNT auch Kleidung und Ausrüstung in gedeckten Farben fordert bzw. ob eine solche Forderung sinnvoll ist, oder?

Bei LNT steht meines Erachtens eben nicht der Naturschutz im Vordergrund. Schutz der Natur um ihrer selbst Willen oder mit Blick auf eine (göttliche?) Schöpfung, die es zu bewahren gelte, ist allenfalls Nebenaspekt. Ausgangspunkt dürfte eher ein Aspekt der Gleichberechtigung sein: Jeder soll ein gleichermaßen "unverfälschtes" Naturerlebnis haben dürfen. Damit geht LNT mitunter auch über den Naturschutz hinaus, denn bereits ausschließlich optische Beeinträchtigungen des Naturerlebnises anderer sind danach untersagt. Das gilt für signalfarbene Ausrüstung und Kleidung ebenso wie für feuergeschwärzte Steine oder am Wegrand weggeworfene Apfelkerngehäuse. Dieser vorwiegend ästhetische Ansatz von LNT wird hierzulande häufig verkannt.

Vegareve
15.05.2016, 14:44
Nicht verkannt, sondern bekämpft ;-). Zumindest von einigen von uns

Igelstroem
15.05.2016, 14:58
Eigentlich ging es ursprünglich in diesem Faden doch mal um die Frage, wieso LNT auch Kleidung und Ausrüstung in gedeckten Farben fordert bzw. ob eine solche Forderung sinnvoll ist, oder?

Bei LNT steht meines Erachtens eben nicht der Naturschutz im Vordergrund. Schutz der Natur um ihrer selbst Willen oder mit Blick auf eine (göttliche?) Schöpfung, die es zu bewahren gelte, ist allenfalls Nebenaspekt. Ausgangspunkt dürfte eher ein Aspekt der Gleichberechtigung sein: Jeder soll ein gleichermaßen "unverfälschtes" Naturerlebnis haben dürfen. Damit geht LNT mitunter auch über den Naturschutz hinaus, denn bereits ausschließlich optische Beeinträchtigungen des Naturerlebnises anderer sind danach untersagt. Das gilt für signalfarbene Ausrüstung und Kleidung ebenso wie für feuergeschwärzte Steine oder am Wegrand weggeworfene Apfelkerngehäuse. Dieser vorwiegend ästhetische Ansatz von LNT wird hierzulande häufig verkannt.

Also auf die Diskussion freue ich mich: Muss jeder Signalfarben tragen oder darf keiner? Das ist jetzt so richtig oh-deh-essig.

lina
15.05.2016, 15:01
Eigentlich ging es ursprünglich in diesem Faden doch mal um die Frage, wieso LNT auch Kleidung und Ausrüstung in gedeckten Farben fordert bzw. ob eine solche Forderung sinnvoll ist, oder?

Bei LNT steht meines Erachtens eben nicht der Naturschutz im Vordergrund. Schutz der Natur um ihrer selbst Willen oder mit Blick auf eine (göttliche?) Schöpfung, die es zu bewahren gelte, ist allenfalls Nebenaspekt. Ausgangspunkt dürfte eher ein Aspekt der Gleichberechtigung sein: Jeder soll ein gleichermaßen "unverfälschtes" Naturerlebnis haben dürfen. Damit geht LNT mitunter auch über den Naturschutz hinaus, denn bereits ausschließlich optische Beeinträchtigungen des Naturerlebnises anderer sind danach untersagt. Das gilt für signalfarbene Ausrüstung und Kleidung ebenso wie für feuergeschwärzte Steine oder am Wegrand weggeworfene Apfelkerngehäuse. Dieser vorwiegend ästhetische Ansatz von LNT wird hierzulande häufig verkannt.

Solange sich die Aesthetik auf Sachgegegenstände wie Klamotten beschränkt, ist das ja noch tolerabel (wobei jeder seinen eigenen "Geschmack" hat) ;-)

cast
15.05.2016, 15:12
wobei jeder seinen eigenen "Geschmack" hat

So stark unterscheiden sich die Hersteller nun auch nicht. Da fällt es schwer eigenen Geschmack umzusetzen.

Wenn ich daran denke wie es mal zu den schwarzen Schultern an Hardshells gekommen ist und sie plötzlich Mode wurden, obwohl der usrpüngliche Grund nicht mehr vorhanden war.

sompio
15.05.2016, 16:33
@igelstroem: "Untersagt" bezieht sich natürlich ausschließlich auf den LNT-Kodex (daher auch "danach"). Wenn es dir zu stark ist, darfst du dir gerne ein "LNT-widrig" o. ä. an seine Stelle denken... ;-)

Igelstroem
16.05.2016, 00:26
Sompio, wenn man Deine Darlegung ernst nimmt, wird’s ja auch nicht besser. Ich weiß, Du hast es nicht erfunden, sondern erst mal nur referiert.

Aber die Idee, dass es bei LNT nicht auf den ökologischen Impact ankommt, sondern auf das ungestörte Naturerlebnis, also sozusagen auf die einvernehmliche Simulation einer unberührten Natur, ist ja wohl der Gipfel der konsumistischen Ideologie. Man glaubt bei der Nutzung der Natur gegenüber allen anderen Nutzern einen Anspruch darauf zu haben, sich als der einzige zu fühlen. ›Die Natur‹ soll optisch als ›unberührte Natur‹, sozusagen wie ein neuwertiges Produkt zur Verfügung stehen. Das hat etwas Kindisches. Und falls mich unter diesem Aspekt beim Wandern mal jemand bittet, meine (angenommen) signalfarbene Regenjacke auszuziehen, werde ich schreiend davonlaufen, soweit meine Stiefel das erlauben.

Katun
16.05.2016, 04:43
Der ganze Absatz handelt zunächst von Lärm und Karten spielen und hat die Überschrift: be considerate to other visitors – man weiß, sie sind da und völlig unsichtbar sind sie nicht, aber sie können was tun, damit es nicht überhandnimmt und eben das Naturerlebnis möglichst im Vordergrund bleibt. Hier wird immer diskutiert, als wäre man der Einzige auf der Welt selbstverständlich ganz individuell-alleine irgendwo unterwegs (und da das so ist, ist das, was man macht, nicht schlimm bzw. die Art des eigenen Naturkonsums ist sowieso nicht in Frage zu stellen).

Man stellt sich den Realitäten. Man begebe sich etwa in den Talkessel im Ordesa-Nationalpark, bevor es an den Aufstieg zu Hütte XY geht – ein weiter Talkessel, breiter Weg, da sehr frequentiert, ziemlich viel los – es ist oder wäre schon angenehm, wenn nicht allüberall Leuchtfarben aufploppen (an der Hütte da gibt es übrigens die komische Regel, sein Zelt erst irgendwann 20 Uhr aufstellen zu dürfen oder so. Und bleibt man länger, hat man es für den Tag wieder abzubauen). Torres del Paine stell ich mir ähnlich vor, das ist auch ein Ort, wo wohl wieder geschrien wird, es müsse alles leuchten – dabei läuft ständig jemand vor einem her oder kommt alsbald nach. Alpen. Muss man am Mont Blanc noch leuchten? Oder am Everest? Da staut es sich doch eher. Fällt man runter, ist man so verschüttet, da bringt das Leuchtjäckchen auch nichts mehr.
(auf den Fotos von solchen Orten sieht man davon natürlich nichts - höchstens einen dekorativen verwegenen Leuchtjackenträger - erzählt einem dann wieder, er war so verwegen-allein)

Sarekmaniac
16.05.2016, 14:34
Nicht verkannt, sondern bekämpft ;-). Zumindest von einigen von uns

Du "bekämpfst" den "ästhetischen Aspekt" von LNT? Warum? Mag ja sein, dass dir persönlich andere Sachen wichtiger sind (welche?), aber was spricht denn dagegen, Rücksichtnahme zu üben auf (vielleicht von deinen abweichenden) Interessen/Prioritäten/Wahrnehmungen anderer Wanderer einzugehen, oder auf das Regelwerk eines Nationalparks? Ein entsprechend auch an den Interessen anderer Besucher ausgerichtetes Verhalten hat IMO auch weniger mit Ästhetik zu tun als mit Ethos.

@Sompio: Das mit dem "vorwiegend ästhetisch" möchte ich sich außerdem arg anzweifeln. Es sei denn, Du betrachtest menschliche Naturerlebnisse komplett als "überflüssige Ästhetik", weil "die Natur" den Menschen nicht braucht.

nimrodxx
16.05.2016, 14:38
Du "bekämpfst" den "ästhetischen Aspekt" von LNT? Warum? Mag ja sein, dass dir persönlich andere Sachen wichtiger sind (welche?), aber was spricht denn dagegen, Rücksichtnahme zu üben auf (vielleicht von deinen abweichenden) Interessen/Prioritäten/Wahrnehmungen anderer Wanderer einzugehen

Na das hat sie doch schon klargestellt, das Ihr andere Menschen einfach "schnurzpiepegal" sind :ignore:

Vegareve
16.05.2016, 14:40
Du "bekämpfst" den "ästhetischen Aspekt" von LNT? Warum? Mag ja sein, dass dir persönlich andere Sachen wichtiger sind (welche?), aber was spricht denn dagegen, Rücksichtnahme zu üben auf (vielleicht von deinen abweichenden) Interessen/Prioritäten/Wahrnehmungen anderer Wanderer einzugehen,

Das hat doch Becks im Post 1 erklärt. Ich sehe es zwar nicht so extrem wie er, aber finde trotzdem das tragen von Tarnklamotten bei halbwegs abgeschiedenen Outdooraktivitäten für fahrlässig,.Sicherheit geht jederzeit vor Geschmack (erst recht dem Geschmack von anderen).

@nimrodxx: zitier mich wenigstens vollständig, ich habe was anderes geschrieben.

cast
16.05.2016, 15:31
aber finde trotzdem das tragen von Tarnklamotten bei halbwegs abgeschiedenen Outdooraktivitäten für fahrlässig

Kannst du das belegen, oder ist es nur ein "Gefühl"?

Laß doch mal die Gegend weg in der du in der Regel unterwegs bist, also in Fels und Eis.

http://www.skd.museum/uploads/tx_templavoila/Bild_27_72dpi.jpg

Glaubst du ernsthaft, daß hier eine rote Jacke vom Hubschrauber aus leichter zu finden ist als eine grüne.

Zumal in den seltensten Fälle jemand gesucht wird, der irgendwo bewegungslos liegt.

sompio
16.05.2016, 18:13
Sompio, wenn man Deine Darlegung ernst nimmt, wird’s ja auch nicht besser. Ich weiß, Du hast es nicht erfunden, sondern erst mal nur referiert.

Aber die Idee, dass es bei LNT nicht auf den ökologischen Impact ankommt, sondern auf das ungestörte Naturerlebnis, also sozusagen auf die einvernehmliche Simulation einer unberührten Natur, ist ja wohl der Gipfel der konsumistischen Ideologie. Man glaubt bei der Nutzung der Natur gegenüber allen anderen Nutzern einen Anspruch darauf zu haben, sich als der einzige zu fühlen. ›Die Natur‹ soll optisch als ›unberührte Natur‹, sozusagen wie ein neuwertiges Produkt zur Verfügung stehen. Das hat etwas Kindisches. Und falls mich unter diesem Aspekt beim Wandern mal jemand bittet, meine (angenommen) signalfarbene Regenjacke auszuziehen, werde ich schreiend davonlaufen, soweit meine Stiefel das erlauben.

Ich bitte doch darum, meine Beiträge immer ernst zu nehmen.:bg:

Der Fokus auf (nicht zwingend unberührte!) Natur als konsumierbares Produkt ist nun aber auch nicht originär meine Interpretation von LNT. Das LNT darauf aufbaut, haben schon andere vor mir erkannt (z. B. Turner, From Woodcraft to 'Leave No Trace'. Wilderness, Consumerism, and Environmentalism in Twentieth-Century America.). Das Gleichsetzen von LNT mit Naturschutz ist deshalb fehlerhaft. Falls aber jemand jene Aspekte von LNT, die zugleich dem Naturschutz dienen, umsetzt, weil sie LNT sind bzw. weil er/sie anderen eine vergleichbare Naturkonsumerfahrung ermöglichen möchte, dann ist mir das trotzdem sehr recht und ich laufe nicht schreiend davon (, obwohl das in meinen Tretern unproblematisch möglich wäre :baetsch:).

Vegareve
16.05.2016, 20:54
Man wird manchmal auch zu Fuss gesucht, nicht nur vom Hubschrauber aus. Hier im Appenzeller Land (Wiese, Wald und Hügel) hat sich eine junge Frau auf einer kurzen Wanderung irgendwo im Wald das Bein gebrochen und wurde nach 3 Tagen! gefunden und gerettet. Ob die Jackenfarbe dabei eine Rolle gespielt hat oder nicht, kann ich nicht sagen, aber wenn ich meine Rettungschancen durch die Farbauswahl mit 5% erhöhen kann, werde ich nicht darauf verzichten weil irgendjemand meint, ganz wichtige Erlebnisse durch mein Jackenmodell verpasst zu haben. Es geht einfach um potenziell erhöhte Sicherheit vs. Pseudoproblem.

cast
16.05.2016, 21:14
Du erhöhst dabei nix. Das ist nur ein Gefühl.
Wer das Bein gebrochen hat kann rufen, winken, Taschenlampe benutzen. Signalraketen starten, Feuer machen usw.

Entscheidend für eine Rettung ist die Vorbereitung und Ausrüstung, die rote Jacke ist nur ein überflüssiges Detail. Das schadet nicht, aber es hilft nur sehr marginal, wenn überhaupt.

nimrodxx
16.05.2016, 21:38
meine Rettungschancen durch die Farbauswahl mit 5% erhöhen kann, werde ich nicht darauf verzichten weil irgendjemand meint, ganz wichtige Erlebnisse durch mein Jackenmodell verpasst zu haben.

Naja, eine 130db Fanfare und ein Blitzlicht würde deine Chancen noch mehr erhöhen im Wald gefunden zu werden... Hast du das dabei?

Benzodiazepin
16.05.2016, 22:15
Naja, eine 130db Fanfare und ein Blitzlicht würde deine Chancen noch mehr erhöhen im Wald gefunden zu werden... Hast du das dabei?

das ist ja der witz der sache: eine jacke hat man eh dabei, ob rot oder schwarz. man muss nicht mehr mittragen für den zusatznutzen.

aber ich glaube die diskussion dreht sich im kreis.
gruppe a: ich kann mir keinen sinnvollen grund vorstellen, weshalb man eine jacke tragen sollte, die nicht signalfarben ist.

guppe b: nennt den einen oder anderen grund.

gruppe a: es gibt keinen sinnvollen grund.... :bg:

Vegareve
16.05.2016, 22:25
gruppe a: ich kann mir keinen sinnvollen grund vorstellen, weshalb man eine jacke tragen sollte, die nicht signalfarben ist.


Doch, Du hast einen genannt (kleines Budget, grosser Einsatzbereich= über wie stilvoll es ist, Outdoorklamotten auf Arbeit zu tragen diskutiere ich nicht :bg:). Der Grund, der diesen Thread gestartet hat, fällt für mich allerdings nicht unter "sinnvoll", sondern unter "dämlich-esoterisch" :grins:.

Darüber, dass es für andere Mitglieder der Tourengruppe auch extrem angenehm ist, wenn sie dich bei schlechtem Wetter noch sehen können, müssen wir hoffentlich nicht diskutieren, oder habt ihr eine Jacke für Solo-Outdoor und eine andere für Gruppen? :baetsch:

Sarekmaniac
16.05.2016, 23:42
Der Grund, der diesen Thread gestartet hat, fällt für mich allerdings nicht unter "sinnvoll", sondern unter "dämlich-esoterisch" :grins:.


Ich dachte Leute, die, was das sehen und gesehen werden angeht, anderer Ansicht sind als Du, sind dir lediglich "schnurzpiepegal". Jetzt sagst Du, so jemand sei "dämlich" und "esoterisch". Eine reichlich ignorante und arrogante Haltung gegenüber Leuten, die outdoors andere Prioritäten haben als Du (und vor allem: anderen Aktivitäten nachgehen), finde ich.

Becks hat einen Text verlinkt, in dem stichpunktartig Inhalte eines Online-Selbstlernkurses aufgelistet werden, bzw. Lerninhalte zu denen Personalverantwortliche in Nationalparks, public land administrations und dergleichen auf Wunsch auf sie zugeschnittene Vor-Ort-Schulungsprogramme für ihre Ranger buchen können.

Wenn man sich den ganzen Abschnitt mal durchliest, bekommt man einen Eindruck, mit welcher Palette von Problemen sich Ranger konfrontiert sehen, die in Parks (oder Parkteilen) mit hohem Besucherdruck tätig und mit der "Besucherlenkung" befasst sind. Nur mal so: Im Yosemite oder Denali und andere Parks kannst Du mit dem Auto zum Campen reinfahren (nicht in alle Bereiche natürlich).

Es wird Musik abgespielt, es wird exzessiv gelagert und rumgehangen ("goofing"), es werden wilde "Spielchen" und "Unsinn" getrieben (pranks), es kommt zu Konflikten zwischen Mountainbikern, Reitern und Fußgängern, weil die "Vorfahrtsregeln" nicht bekannt sind oder nicht beachtet werden. Hunde werden von der Leine gelassen, verschrecken Tiere, Reitpferde und Menschen, Hundescheiße wird von den Besitzern nicht eingesammelt, es werden (Sport)spiele gespielt als wäre man in einem Stadtpark, es kommen zu große Gruppen, und natürlich kommen alle am verlängerten Wochenende und wenige unter der Woche und in der Nebensaison. Und dann kommt, als ein einzelner Punkt nach all diesen genannten, der Hinweis, dass gedeckte Farben bei Zelten und Kleidung und ein ruhiges Verhalten am Zeltplatz helfen können, aus der Wahrnehmung anderer Besucher zu verschwinden.

Das "Verschwinden" ist in diesem Kontext - ein gutes Naturerlebnis für alle trotz hohen Besucherdrucks gewünscht. Ob sowas den intendierten Zweck erfüllt, darüber kann man natürlich geteilter Meinung sein. Zu behaupten, es werde "Tarnkleidung" in sicherheitsrelevanten Bereichen gefordert, ist IMO reine Fabuliererei. Und das finde ich "dämlich".

Ich habe mir heute mal die Arbeit gemacht, und die Seiten des Denali Nationalparks, der Appalachian Montaineering Association und einige mehr durchforstet. In den LNT principles, wie sie dort aufgeführt werden, wird die Farbe von Bekleidung nicht thematisiert, nur Funktion und Material (bsp. Packlisten-Empfehlungen für den Denali).

Der erste, der hier einen US-Nationalpark verlinkt, der in seinem Regelwerk explizit "Tarnkleidung" über der Baumgrenze empfiehlt, bekommt von mir den großen (virtuellen) ODS-Preis.

Ich habe übrigens mittlerweile zwei grüne Winterzelte, ein grünes Sommerzelt, eine grüne Winterjacke und seit einem Jahr auch eine grüne Sommerjacke, eine grüne Trekkinghose (sommers wie winters genutzt). Aber keine Sorge, alles komplett "ideologiefrei" erworben, einfach weil es sich so ergab. Aber ich gehe, wenn es sich machen lässt, lieber ein Stückchen weiter, als mit Blick auf einen Hochspannungsmast, eine Straße oder ein bonbonbuntes Nachbarzelt zu zelten.

Prachttaucher
17.05.2016, 08:34
Danke für den Beitrag !

Vegareve
17.05.2016, 09:05
Ich dachte Leute, die, was das sehen und gesehen werden angeht, anderer Ansicht sind als Du, sind dir lediglich "schnurzpiepegal". Jetzt sagst Du, so jemand sei "dämlich" und "esoterisch". Eine reichlich ignorante und arrogante Haltung gegenüber Leuten, die outdoors andere Prioritäten haben als Du (und vor allem: anderen Aktivitäten nachgehen), finde ich.


Ich habe nicht Menschen gemeint, sondern einzig und allein diesen Grund, den ich nach wie vor für ein Pseudobedürfniss halte und für eine potenziell gefährliche Empfehlung (und zwar nicht nur auf dem Gletscher, ich bin auch anderswo unterwegs). Dass mir Menschen allgemein egal sind, habe ich nirgendwo geschrieben. Ihr lest und sieht aber nur was Euch passt, also wünsche ich weiter gute Unterhaltung. Soll jeder mit seiner Kleiderwahl glücklich werden.

Vegareve
17.05.2016, 09:13
Der erste, der hier einen US-Nationalpark verlinkt, der in seinem Regelwerk explizit "Tarnkleidung" über der Baumgrenze empfiehlt, bekommt von mir den großen (virtuellen) ODS-Preis.



Dieser Thread drehte sich um das zuerst verlinkte LNT-"Gebot".

Sarekmaniac
17.05.2016, 09:16
Und wenn man noch ein bißchen sucht, findet man im Herz der Finsternis, auf der LNT-org Seite, folgende Erläuterung:



Should I not wear brightly colored clothing while recreating or use brightly colored tents while camping?

One aspect of outdoor recreation that some people seek is solitude – the feeling that you’re the only one there. In order to help protect the solitude of our wildest places, we recommend considering if brightly colored gear is necessary. In certain circumstances such as mountaineering, climbing or hiking, backpacking and mountain biking during hunting season, etc., it is absolutely necessary for safety. However, there are locations where brightly colored equipment can detract, sometimes substantially, from the experience. We ask that people consider the situation and make the best decision regarding safety, protection of the environment and protection of the outdoor experience.
The first Leave No Trace principle is Plan Ahead and Prepare. This is the step where we encourage people to learn about where they plan to go, obtain the right gear, find out what they can expect and inform themselves about potential safety concerns. Every outdoor situation is different and some warrant brightly colored gear and clothing for safety. We feel that safety is the single most important aspect of any outdoor adventure, and strongly recommend that people to do whatever is needed to enjoy the outdoors safely.

Quelle: Klick. (https://lnt.org/about/faq/should-i-not-wear-brightly-colored-clothing-while-recreating-or-use-brightly-colored-tents)

Torres
17.05.2016, 09:26
Zitat Vegareve
Ich habe nicht Menschen gemeint, sondern einzig und allein diesen Grund, den ich nach wie vor für ein Pseudobedürfniss halte und für eine potenziell gefährliche Empfehlung (und zwar nicht nur auf dem Gletscher, ich bin auch anderswo unterwegs). Dass mir Menschen allgemein egal sind, habe ich nirgendwo geschrieben. Ihr lest und sieht aber nur was Euch passt, also wünsche ich weiter gute Unterhaltung. Soll jeder mit seiner Kleiderwahl glücklich werden.

Aber man kann den Text doch nicht losgelöst von dem Ort betrachten, wo er gelten soll. Ich bin mir sicher, dass die Parkverwaltung Sicherheitskleidung einfordern würde, wemn sie der Sicherheit dienen würde. Darum geht es hier aber nicht. Sondern es geht darum, dem outdoorfernen Publikum Respekt vor der Natur beizubringen und Rücksichtsnahme einzufordern. Sind diese Parks nicht mit Permits versehen, so dass man sofort weiß, ob jemand fehlt/ zu lange bleibt? Stellt sich die Sicherheitsfrage in diesem Umfeld überhaupt?
Es scheint doch so zu sein, dass hier Massen gelenkt werden sollen. Ein Blick an die Alster zeigt, dass Jogger und andere Outdoortreibende gerne mit bonbonfarbenen Discounterprodukten unterwegs sind, die stärker leuchten, als die Sonne. Wenn ich in ein Naturschutzgebiet fahre und dort Natur tanken möchte, dann muss es dort doch nicht so aussehen, wie bei Decathlon im Laden. Es ist natürlich nichts dagegen zu sagen, dass ein Verunglückter die Sicherheitsweste aus dem Rucksack zieht, um auf sich aufmerksam zu machen. Aber wenn das ganze Gebiet nur noch aus Extremchemie besteht, muss man dort nicht mehr unterwegs sein, dann kann man auch zu Hause bleiben.

So verstehe ich die Bitte den Parkverwaltung: Unauffällige Anpassung an die Natur in touristisch hochfrequentieren, regulierten Gebieten statt großstädtisches Verhalten im Naturschutzgebiet mit allen Rücksichtslosigkeiten und Konflikten zwischen den verschiedenen Gruppen (Radfahrer, Hundebesitzer, Jogger, Wanderer) auszuleben. Oder kann mir jemand erzählen, wieso man in einer dichtbesiedelten Großstadt wie Hamburg in den Parks neonfarbene Sicherheitskleidung braucht? Jeder zweite Radfahrer wie ein Müllmann, Bauarbeiter oder Pannenhelfer aussieht? Damit ist der Sicherheitsaspekt konterkariert, denn was unterscheidet den Radfahrer dann noch vom Polizisten oder dem Autofahrer mit Panne.

Benzodiazepin
17.05.2016, 09:51
Jeder zweite Radfahrer wie ein Müllmann, Bauarbeiter oder Pannenhelfer aussieht? Damit ist der Sicherheitsaspekt konterkariert, denn was unterscheidet den Radfahrer dann noch vom Polizisten oder dem Autofahrer mit Panne.

in der stadt halte ich das für sehr sinnvoll. man ist von so vielem abgelenkt, dass die schwächsten verkehrsteilnehmer (radfahrer) gut daran tun, auf sich aufmerksam zu machen.

ansonsten: vega, nimms nicht tragisch, wenn man genauer liest, ist klar, dass du dich um leute sorgst. eventuell nur um diejenigen, die bunt gekleidet sind, aber immerhin :bg:

Becks
17.05.2016, 10:54
in der stadt halte ich das für sehr sinnvoll. man ist von so vielem abgelenkt, dass die schwächsten verkehrsteilnehmer (radfahrer) gut daran tun, auf sich aufmerksam zu machen.



Psst, da gibt es sogar eine Untersuchung dazu: klick (http://www.autobild.de/artikel/verkehrssicherheit-autofarben-2899555.html). Soweit ich die Studie gefunden habe ist das Risiko, mit einem dunklen Auto tagsüber in einen Unfall verwickelt zu werden, um 10% höher als in einem weissen Fahrzeug - und das obwohl jetzt ein Auto über Licht, Hupe und viel Fläche verfügt.
Rot schneidet da auch nicht so dolle ab (weil es bei Dämmerlicht schneller verschluckt wird), aber am wichtigsten ist der Kontrast zum Untergrund. Da muss man dann wohl für andere Bereich etwas vom "white wins" abweichen, denn in Australien dürften Nebel und Schnee eher seltener anzutreffen sein als hier, und auch er Untergrund dürfte dort eher sandfarbig sein als grau/braun/grün wie hier.

Und für die Stylisten:
https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/DSC_0266.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=30939&title=dsc-0266&cat=500)
Meine fotobegeisterten Kollegen freuen sich immer über die Farbtupfer in der Landschaft. Die lassen sich viel schöner als Bildelement einbauen als grau/schwarz gekleidete Leute.

Becks
17.05.2016, 11:04
Laß doch mal die Gegend weg in der du in der Regel unterwegs bist, also in Fels und Eis.

http://www.skd.museum/uploads/tx_templavoila/Bild_27_72dpi.jpg

Glaubst du ernsthaft, daß hier eine rote Jacke vom Hubschrauber aus leichter zu finden ist als eine grüne.

Zumal in den seltensten Fälle jemand gesucht wird, der irgendwo bewegungslos liegt.

Zum Bild: ja, eine rote Jacke fällt da mehr auf als eine grüne, ausser das Grün ist "giftgrün" - so wie es Flachlandtiroler nutzt. Die ist wirklich krass, die habe ich jetzt wirklich unabhängig vom Untergrund immer gesehen, klasse Teil. Das verlinkte Bild ist eine der typischen Photoshoporgien, bei denen der Fotograf mal wieder die Regler "Farbe/Sättigung" sowie Kontrast bis an die Blindenhundschmerzgrenze gezerrt hat - sieht man an den Schattenverläufen sowie dem Farbeindruck des Bilds. Ausserdem überwiegt anteilmässig hier im Bild immer noch grün über rot. Solange man jetzt nicht mitten auf einem blühenden Fleck hockt ist alles ok. Aber wenn Du da unsicher bist: Pfanner mit Neongelb/Warnfarbengelb, die sieht man. War auch (habe ich woanders schon erwähnt) für die Rega vor einer Woche recht hilfreich, denn die auffällige Jacke hat sich von allem, auch von den sonst am Hang befindlichen Tourengängern, stark abgehoben und war eindeutig erkennbar. Kein Suchflug notwendig, die wussten sofort wo ich war.

cast
17.05.2016, 11:21
Glaub mir die rote Jacke fällt nicht auf, es ist ein Pünktchen.

Hat auch mit Photoshop nix zu tun, in der Zeit der Ruska, einer sehr beliebten Wanderzeit ist von knallrot bis knallgelb alles in der Natur vorhanden, mal abgesehen von Weidengestrüpp oder dergleichen wo du nie gefunden wirst egal mit welcher Jacke.

Deine Beispiel aus dem Hochgebirge sind untauglich, weil das eben NUR da passt, da hilft das rote Ding, ansonsten eher nicht und wie gesagt, wer sich im Fjäll ein Bein bricht, kann sich wunderbar bemerkbar machen, ganz ohne rote Jacke.

Ein Schulkamerad wurde in seinem Zelt gefunden, er wurde erst eine Woche nach seinem Verschwinden im Fjäll gesucht , dem nützte die rote Jacke NICHTS, denn er ist wohl an einer Vergiftung verstorben.
Zu zweit wäre die Hilfe rechtzeitig dagewesen, auch ganz ohne rote Jacke. Gefahren und Risiken sind vielfältig.


Ich habe mir heute mal die Arbeit gemacht, und die Seiten des Denali Nationalparks, der Appalachian Montaineering Association und einige mehr durchforstet. In den LNT principles, wie sie dort aufgeführt werden, wird die Farbe von Bekleidung nicht thematisiert, nur Funktion und Material (bsp. Packlisten-Empfehlungen für den Denali).

und ich habe das für die Seiten des Fjällsäkerhetsråd gemacht, nix, nur Ratschläge zur Ausrüstung/Bekleidungsqualität.

cast
17.05.2016, 11:26
Meine fotobegeisterten Kollegen freuen sich immer über die Farbtupfer in der Landschaft.

Rote Rucksack Fotografierer, furchtbar.

Becks
17.05.2016, 11:58
Ein Schulkamerad wurde in seinem Zelt gefunden, er wurde erst eine Woche nach seinem Verschwinden im Fjäll gesucht , dem nützte die rote Jacke NICHTS, denn er ist wohl an einer Vergiftung verstorben.


Doch, LNT. Eine gefundene Person (egal welcher Zustand) hinterlässt weniger Spuren in der Umwelt als eine, die man nicht findet. Steht schon im ersten Beitrag glaub ich.

Alex

Torres
17.05.2016, 12:01
Soweit ich die Studie gefunden habe ist das Risiko, mit einem dunklen Auto tagsüber in einen Unfall verwickelt zu werden, um 10% höher als in einem weissen Fahrzeug

Mist, dann lag das gar nicht daran, dass der Unfallverursacher (weißes Auto) im Internet gesurft hat, bevor er in mich reingefahren ist, dann lag es an der Autofarbe. :(

Ich finde aber immer noch, dass Ihr Äpfel mit Birnen verwechselt. Es ist doch völlig unstrittig, dass man in extremen Gegenden auf Sichtbarkeit achtet (ich halte Sicherheitswesten übrigens auf Landstraßen für viel nützlicher als in einer Großstadt, wo es alle zwei Zentimeter blinkt, funkt, leuchtet....). Aber es ist doch auch nachvollziehbar, dass man in einer kontrollierten, Touristen erschlossenen Gegend, in der sich viele Menschen bewegen, so dass man eigentlich nur "Hilfe" rufen muss, um gefunden zu werden, empfiehlt, sich ein wenig der Natur anzupassen. Wenn ich in Finnland durch den Wald laufe, sehe ich niemanden. Man muss schon Pause machen, um zu merken, dass in Stadtnähe sehr viele Menschen in der Mittagspause durch die Wälder streifen: Still, unauffällig, unaufgeregt. Und definitiv nicht quietschbunt, obwohl in Finnland das Risiko, im Wald zu sterben, d.h. sich zu verlaufen, selbst in der warmen Jahreszeit bei guten Wetterbedingungen extrem hoch ist. Damit hat jeder das Gefühl, sich in unberührter Natur zu befinden und für sich alleine zu sein. Ein wunderbares Gefühl. Ein Gefühl, das mich immer wieder dahin zurückzieht. Wohl wissend, dass man - wenn man auf den Wegen bleibt - relativ schnell gefunden wird, sofern man sich abgemeldet hat.

Also bitte vergleicht hier doch nicht alpine Ausrüstung mit der Ausrüstung eines zivilisationsnahen Waldgängers.

cast
17.05.2016, 12:22
Also bitte vergleicht hier doch nicht alpine Ausrüstung mit der Ausrüstung eines zivilisationsnahen Waldgängers.

Kannst du auch auf Zivilisationsfern erweitern.

Meist wird doch das gekauft was der Händler vorrätig hat und was finanzierbar erscheint.

Kuma
17.05.2016, 12:51
Kannst du auch auf Zivilisationsfern erweitern.

Meist wird doch das gekauft was der Händler vorrätig hat und was finanzierbar erscheint.


Ich werd das Gefühl nicht los das du ein "Military-Look" Fashion Victim bist. Ja ja, die tollen Skandinavischen Firmen mit ihren männlichen "Naturfarben". Komisch, Bergans und Co hatten aber auch schon immer bunte Sachen. Vielleicht nicht so knallig wie heute, aber es gab auch rot, orange und brau.
Aber früher war ja alles besser nach deiner Logik, heute gibt es nur noch buntes Gedöns und Einheitsbrei. Wer kennt sie nicht, die männliche dunkle, naturverbundene traditionelle Kleidung der Schweden, Norweger, Finnen und Samen...

Und dann dieses ständige negieren einfacher Fakten. Ne knall orange Jacke garantiert mit nichten das ich auch im Wald gefunden werde, aber sie erschwert es auch nicht.
Eine Jacke in gedeckter Farbe verhindert nicht das ich gefunden werde, sie erschwert es evtl. aber.

Komisch das Rettungskräfte im Fjell, den finnischen Wäldern, Kanada oder sonstwo nicht in grau unterwegs sind. Oder Waldarbeiter. Mmhhh, alles Fashion Victims...

Meine Sicherheit geht vor jedes verlangen die Natur ungetrübt erleben zu wollen!

Torres
17.05.2016, 13:04
Ist es so schwer nachzuvollziehen, dass die besagten Schreiber der obigen Zeilen im Umfeld eines amerikanischen Nationalparks eine andere Intention haben, als derjenige, der sich an den sich weglos bewegende Abenteuerer/Waldarbeiter wendet? Oder geht es einfach nur ums Prinzip?

nimrodxx
17.05.2016, 13:04
Meine Sicherheit geht vor jedes verlangen die Natur ungetrübt erleben zu wollen!

Mit dem Argument "Sicherheit" wurden gerade einige unserer stadtnahen Wälder in der Umgebung komplett vom Unterholz befreit (um "Angstzonen" zu beseitigen), fällt das auch noch in die Kategorie oder ist das schon zu viel Trübung der Natur?

cast
17.05.2016, 13:23
Rettungskräfte oder Waldarbeiter, Bauarbeiter usw. tragen orange-rot damit sie von den Kollegen besser gesehen werden die in unmittelbarer Nähe sind.
Nicht damit sie besser gefunden werden, dasselbe Prinzip wie im Straßenverkehr.

Fashion Victim, wahrscheinlich. :grins:
Meine Klamotten für draußen sind passend für Jagd und Wandern/Rucksacktour und da sind schon einige Dinge dabei, die ich entweder nur bei der einen ODER der anderen Sache tragen kann. Leider.
Bunte Rucksäcke gab es auch schon Anfang der 80er, furchtbare Farbkombinationen. Zum Glück gab es den Lowe damals auch in grün/braun.
Die Farbe hatten nie was mit Sicherheit zu tun, ein dunkles Lila fällt genauso wenig auf wie schwarz. DAS ist Mode.
Genauso wie die modernen bunten Klamotten auch von skandinavischen Herstellern, nur komischerweise sind die "heritage" Modelle alle in gedeckten Farben.

Olivgrün war noch nie in Mode und wird nie Mode, ist aber eine gegen Dreck ziemlich robuste Farbe.
Der Sicherheitsaspekt knalliger Farben an der Bekleidung auf Tour ist marginal.

Wenn du dich besser fühlst in einer roten Jacke, mach das, helfen wird es nicht, aber du hast dann wenigstens ein gutes Gefühl.

hyrek
17.05.2016, 14:10
warum sind bomberjacken innen orange?

cast
17.05.2016, 14:13
Weil sie außen grün sind?

Wenn ich die Jacke wenden kann, kann ich auch einen orangeroten Poncho rausholen oder mein rotes Innenzelt.
Man muss dann nicht wie ein Bonbon durch den Wald laufen.

Becks
17.05.2016, 14:18
Oder geht es einfach nur ums Prinzip?

Weder noch, es geht um Stil und Geschmack outdoors. Da treffen die alterwürdigen Meinungen auf die Meinung der trendbewussten Hipster, die bei der Wahl der Kleidung sogar auf visuelles "Leave no Trace" achten, um sich und das mit ihm sich bewegende Umfeld noch näher an die Natur heranzubringen. Sozusagen das i-Tüpfelchen im Genuss: "Nicht 99% Natur, nein, 99.5% Natur muss es schon sein. Und das geht nur ohne visuelle Umweltverschmutzung".

Wann startet die Kampagne: "Nun mit 99.8% Natur", bei der übergewichtige Personen geächtet werden, da sie besser sichtbar sind als dünne Wanderer, und wann kommt endlich der Übergang zu flächendeckendem flecktarn, der auch die Konturen aufbricht und so eventuell sogar 99.9% Naturerlebnis bietet, also in etwa so etwas: http://i.imgur.com/UvZJEZ1.jpg

Und wenn wir damit fertig sind kommen die Schnarcher dran. Die sieht man nachts nicht, aber man hört sie. :gosche:

Tie_Fish
17.05.2016, 15:13
also in etwa so etwas: http://i.imgur.com/UvZJEZ1.jpg

Wo gibts sowas? Ich wollte mal die ersten Harzer Wölfe vor die Linse kriegen

Becks
17.05.2016, 15:14
Französische Spezialkräfte, und es sind drei Personen im Bild. Das ist LNT pur.

Tie_Fish
17.05.2016, 15:15
Französische Spezialkräfte, und es sind drei Personen im Bild. Das ist LNT pur.

Ja. zwei sind ja leicht zu erkennen, weil die Maske schlecht getarnt ist und der Rucksack blaustichig.

Zum Thema LNT: Die Patronenhülsen müssen sie aber aufsammeln... :grins:

Torres
17.05.2016, 15:22
Weder noch, es geht um Stil und Geschmack outdoors. Da treffen die alterwürdigen Meinungen auf die Meinung der trendbewussten Hipster, die bei der Wahl der Kleidung sogar auf visuelles "Leave no Trace" achten, um sich und das mit ihm sich bewegende Umfeld noch näher an die Natur heranzubringen. Sozusagen das i-Tüpfelchen im Genuss: "Nicht 99% Natur, nein, 99.5% Natur muss es schon sein. Und das geht nur ohne visuelle Umweltverschmutzung".

Wann startet die Kampagne: "Nun mit 99.8% Natur", bei der übergewichtige Personen geächtet werden, da sie besser sichtbar sind als dünne Wanderer, und wann kommt endlich der Übergang zu flächendeckendem flecktarn, der auch die Konturen aufbricht und so eventuell sogar 99.9% Naturerlebnis bietet, also in etwa so etwas: http://i.imgur.com/UvZJEZ1.jpg

Und wenn wir damit fertig sind kommen die Schnarcher dran. Die sieht man nachts nicht, aber man hört sie. :gosche:


Aha, daher weht der Wind. Du willst nur mal wieder Deine üblichen Feindbilder bashen. Wie schade. Und wie überflüssig.

Sarekmaniac
17.05.2016, 15:52
Trollen mit Ansage, war doch vom ersten Post an klar, worauf das hinausläuft. Wer es nötig hat...

Lorenz89
17.05.2016, 16:00
Wo gibts sowas? Ich wollte mal die ersten Harzer Wölfe vor die Linse kriegen

In Army-Shops und bei den Jägern kannst du mal gucken. Für Angler gibts als Sonnenschutz für trop. Regionen so eine Art Buff in verschiedenen Camouflage-Varianten das am Mund gelöchert ist, sodass die Sonnenbrille nicht beschlägt. In Angelläden gibts auch sonst manchmal camouflage oder Realtree-Kleidung, aber einiges davon raschelt; das ist für Wildtierbeobachtungen dann wohl eher nix.
http://www.flyfishingeurope-shop.de/watbekleidung-und-zubehoer/simms-caps-hats-sunwear/simms-solarflex-sungaiter.html

Tie_Fish
17.05.2016, 16:06
In Army-Shops und bei den Jägern kannst du mal gucken. Für Angler gibts als Sonnenschutz für trop. Regionen so eine Art Buff in verschiedenen Camouflage-Varianten das am Mund gelöchert ist, sodass die Sonnenbrille nicht beschlägt. In Angelläden gibts auch sonst manchmal camouflage oder Realtree-Kleidung, aber einiges davon raschelt; das ist für Wildtierbeobachtungen dann wohl eher nix.
http://www.flyfishingeurope-shop.de/watbekleidung-und-zubehoer/simms-caps-hats-sunwear/simms-solarflex-sungaiter.html

Neenee, anziehen würde ich sowas nicht, meine Klamotten sind schon gedeckt genug. Für den Sommer habe ich ein kleines Tarnnetz von e-Bucht für 10€, aber ich glaube kaum, dass man Luchs und Wolf mit solchem Quatsch reinlegen kann. Die Wildsäue und das Muffelwild sind nicht (mehr) so scheu, da braucht man nicht lange ansitzen.

Außerdem ist das Nachstellen auf geschützte Tierarten verboten.

cast
17.05.2016, 17:38
Ahnung hast du wenig, aber davon viel.:bg:

Kuma
17.05.2016, 17:58
warum sind bomberjacken innen orange?

Soweit ich weiss, damit Piloten von abgestürtzen Militärmaschinen diese auf links ziehen können um besser sichtbar zu sein. Aber ist eh vollkommenener Mumpitz, Tarnfarbe tarnt nämlich garnicht. Sieht man sehr gut vom Rettungshubschrauber aus. Und wenn sie noch bei Bewustsein sind, können sie doch eh ihren orangenen Poncho oder ihr rotes Innenzelt raus holen, gehörte doch schon immer zur Standardausrüstung bei militärischen Einheiten.

Ach und Cast, Forst und Waldarbeiter tragen mit nichten die bunten Klamotten nur um von Ihren umstehenden Kollegen sofort erkannt zu werden, sondern auch um im Falle eines Unfalles schneller gefunden zu werden.
Gleiches gilt z.B. auch für die meisten Besatzungen von Rettungshubschraubern. Es soll nämlich auch schon vorgekommen sein, dass Rettungskräfte selbst in Notsituationen gekommen sind.
Aber das sind ja alles nur Opfer der Modeindustrie. Bonbonfarben durch den Wald, wie unmännlich.

Jedem das seine. Und wenn einer meint in Flecktarn durch den Wald zu laufen, bitte.
Wenn dann aber noch dazu geraten wird sich in abgelegenen Regionen "gedeckt" zu kleiden um das erlebnis nicht zu stören ist das fahrlässig. Nicht alle meine Sachen sind bunt (pssst, ich hab sogar ne Wanderhose in US Tarn, aber nicht weiter sagen) aber immer ein gewisser Teil. Meine Jacke, mein Poncho, dass ein oder andere Shirt und meine Schuhe.
Warum die Schuhe?
War billiger!

Ach ja, mir fallen noch die amerikanischen Feuerwehrleute zur Waldbrandbekämpfung ein. Knall Gelb und Orange um vom Flugzeug oder Hubschrauber aus entdeckbar zu sein. Aber die haben ja eh keine Ahnung...alles Fashion Victims.

Kuma
17.05.2016, 18:05
Ahnung hast du wenig, aber davon viel.:bg:

Mein Lieblingsfilm ist Cast away...aber nur wegen dem Titel...:grins:

Sarekmaniac
17.05.2016, 18:07
Wenn dann aber noch dazu geraten wird sich in abgelegenen Regionen "gedeckt" zu kleiden um das erlebnis nicht zu stören ist das fahrlässig.

Wer rät sowas denn?

cast
17.05.2016, 18:34
Der liebe @kuma um deine Frage zu beantworten. Der schreibt viel und denkt wenig nach.

Kuma
17.05.2016, 18:40
Der liebe @kuma um deine Frage zu beantworten. Der schreibt viel und denkt wenig nach.

Erstens rate ich zum Gegenteil! Und zweitens spar dir deine Beleidigungen! Trag du mal lieber was sinnvolles bei ausser Sprüche zu klopfen und andere vor den Kopf zu stossen.

Sarekmaniac
17.05.2016, 18:55
Jetzt lacht sich Becks bestimmt ins Fäustchen. Mit einer steilen, unbelegten (mittlerweile: widerlegten) These auf die Kacke hauen, und andere (in diesem Falle Kuma) baden es aus.:roll:

Vegareve
17.05.2016, 19:03
Jetzt lacht sich Becks bestimmt ins Fäustchen. Mit einer steilen, unbelegten (mittlerweile: widerlegten) These auf die Kacke hauen, und andere (in diesem Falle Kuma) baden es aus.:roll:

Die "These" findet sich hier: https://lnt.org/learn/principle-7

Ich geb auch mal copy&paste, falls jemand nicht mehr weiss, worum es geht. Es ging allein um diesen Paragraph:


Bright clothing and equipment, such as tents can be seen for long distances are discouraged. Especially in open natural areas, colors such as day-glow yellow are disturbing and contribute to a crowded feeling; choose earth-toned colors (ie. browns and greens) to lessen visual impacts.

Was soll daran unbelegt sein? Es ist ein LNT-Prinzip, nicht mehr und nicht weniger.

Becks
17.05.2016, 19:04
Jetzt lacht sich Becks bestimmt ins Fäustchen. Mit einer steilen, unbelegten (mittlerweile: widerlegten) These auf die Kacke hauen, und andere (in diesem Falle Kuma) baden es aus.:roll:


Meine Aussage ist: Signalfarben helfen dabei, Unfälle zu vermeiden oder um hinterher auf sich aufmerksam zu machen. Dazu habe ich zumindest zwei Statistiken vorgelegt oder darauf hingewiesen. Signalfarbe kostet nicht mehr als andere Farbe, benötigt keine Wartung, erhöht nicht das Gewicht, und arbeitet rund um die Uhr, ohne Betriebsstoffe. Das schlimmste, was einem mit Signalfarben passieren kann, ist daß sie eventuell nichts bringt. Es existieren also außer persönliche Vorlieben keinerlei Gründe, die gegen den Einsatz sprechen.

Wo wurde auch nur einer meiner Punkte stichhaltig widerlegt?

Ob mein Nebenwanderer bei meinem Anblick einen LSD-Flashback erleidet oder sich in seinem Empfinden der Natur gestört fühlen könnte, darauf nehme ich keine Rücksicht.

Aber es ist eventuell doch schön, wenn jemand auf den Gedanken kommt: "Warum habe ich die Jacke denn nun in schwarz gekauft?"

Und mancher sagt dann da doch nebenbei seine Meinung unverblümter, als wenn man sonst so fragen würde:


Mal abgesehen davon, daß Papageien nicht in Skandinavien vorkommen und ich deswegen im schwedischen Wald keinen imitieren möchte.


Das zeigt dann doch, wie sehr Leute auf "Style" und "gutes Aussehen" achten, auch unterwegs. Krawatte gefällig? :bg:

Sarekmaniac
17.05.2016, 19:16
Nö, deine Ausgangsthese lautet:

"Die vom LNT" wollen Bergsteigern und Wanderern bunte Kleidung verbieten.


Ich verstehe deshalb nicht, wogegen Du anrennst. Ich habe es doch sogar in den Faden eingefügt. Kannst Du kein Englisch?

nimrodxx
17.05.2016, 19:21
Ob mein Nebenwanderer [...] sich [...] gestört fühlen könnte, darauf nehme ich keine Rücksicht.

Ich glaube, das fasst deinen Standpunkt hervorragend zusammen...

Kuma
17.05.2016, 19:22
Jetzt lacht sich Becks bestimmt ins Fäustchen. Mit einer steilen, unbelegten (mittlerweile: widerlegten) These auf die Kacke hauen, und andere (in diesem Falle Kuma) baden es aus.:roll:

Das bade ich doch mal gerne aus! Was mich ärgert ist schlichtweg die Arroganz einiger hier, die sinnvolle Argumente mit "stimmt nicht" oder "Blödsinn" Aussagen als, wie du es nennst, widerlegt betrachten.

Sicher kann ich über den esthetischen Anspruch meiner knall farbenen Outdoorkleidung diskutieren. Ich kann es sogar verstehen wenn es einige stört wenn sie bunt gekleidet sind.
Aber Signalfarbener Kleidung ihre Signalwirkung abzusprechen??? Klar sehe ich ne rote Jacke unter Laub vielleicht nicht aus nem Hubschrauber. Aber die Olivfarben gekleidete Person sehe ich vielleicht auf offenem Feld nicht mal!
Und Leute die es in der Natur bunt mögen als "weltfremd" zu bezeichnen lässt tief blicken.

Becks
17.05.2016, 19:23
Nö, deine Ausgangsthese lautet:

"Die vom LNT" wollen Bergsteigern und Wanderern bunte Kleidung verbieten.


Ich verstehe deshalb nicht, wogegen Du anrennst. Ich habe es doch sogar in den Faden eingefügt. Kannst Du kein Englisch?

Gegenfrage, wo steht etwas von verbieten (hier und von mir ausgesprochen/getippelt).

cast
17.05.2016, 19:24
Hast du es immer noch nicht kapiert?
Wenn du in deiner Felswand abgestürzt am Seil hängst kann deine rote Jacke ein Vorteil sein.

Wer sich mehr im bewachsenen Gelände horizontal bewegt, der sollte statt einer bonbonfarbenen Jacke in der er lt. LNT andere in ihrem Naturerlebnis stört lieber einen SPOT mit sich herumtragen.

@kuma hat auch nicht nachgedacht.
Heutzutage ist die aktuelle "Bomberjacke" also das Air-Force Standard Pilotenmodell, nicht die MA1 mit roter Innenseite sondern eine CHW-35 in Oliv ohne dieselbe. Die sind nämlich doof bei der Truppe und sparen sich heute das rote Innenleben.

Wenn so ein Flugzeug bsp mitten in den Dschungel oder den alaskanischen Busch abstürzt, sind schon wochenlang Rettungshubschrauber drüber geflogen, ohne daß derselbe entdeckt wurde, trotzdem das Ding sicher auch mal weiß oder rot war. Geschweige denn die Piloten in roter Jacke.

Da hilft einzig und allein ein Spot Messenger, Iridium Telefon, Funkgerät, Signalraketen, Feuer, Taschenlampe usw. und seitdem es tatsächlich auch hier immer mehr Wanderer gibt die so was mitnehmen, kann man sich getrost das Clownskostüm :bg: sparen.

Klar kann man so herumlaufen, wer sich dadurch sicherer fühlt nur zu.

Becks
17.05.2016, 19:27
Klar kann man so herum, laufen, wer sich dadurch sicherer fühlt nur zu.

Bitte belege doch einmal Deine Aussage endlich mit harten Fakten und nicht nur mit persönlichen Meinungen oder durch Scheinangriffe auf die jeweilige Person. Das geht so: widerlege, daß Signalfarben wirken. Wenn Du das schaffst, und nur dann, dann ist die Aussage oben gültig. Zeige also, daß Signalfarben nur einen Placeboeffekt besitzen.

Sollte doch nicht so schwer sein.

und @nimrodxx: bitte lerne zitieren. Man kann Aussagen ganz einfach verfälschen, indem man selektiv zitiert.

Kuma
17.05.2016, 19:30
Nö, deine Ausgangsthese lautet:

"Die vom LNT" wollen Bergsteigern und Wanderern bunte Kleidung verbieten.


Ich verstehe deshalb nicht, wogegen Du anrennst. Ich habe es doch sogar in den Faden eingefügt. Kannst Du kein Englisch?

Es geht vermutlich eher darum, dass von gut sichtbarer Kleidung abstand genommen werden soll um den Genuss anderer nicht zu trüben. UND GENAU DAS IST FAHRLÄSSIG! Sowas lesen z.B. Anfänger die den xyz Trail laufen wollen. Passiert dann was sind sie aus der Luft, ob lebendig oder tot, schwerer zu entdecken, geschweige denn vom Boden aus.
Natürlich bleibt es ihre oder deine Entscheidung ob und wie du dich kleidest. Aber Tarnfarben heissen eben nicht umsonst Tarnfarben!

Sternenstaub
17.05.2016, 19:37
Bitte belege doch einmal Deine Aussage endlich mit harten Fakten und nicht nur mit persönlichen Meinungen oder durch Scheinangriffe auf die jeweilige Person. Das geht so: widerlege, daß Signalfarben wirken. Wenn Du das schaffst, und nur dann, dann ist die Aussage oben gültig. Zeige also, daß Signalfarben nur einen Placeboeffekt besitzen.

Sollte doch nicht so schwer sein.



Das hat doch SO überhaupt niemand gesagt. Es wurde durchaus in der gesamten Diskussion akzeptiert, dass Signalfarben durchaus Wirkung haben. ABER - und hierauf kommt es an, in manchen Situationen ist es vielleicht dringend anzuraten (zB im hochalpinen Gebirge etc), woanders bringt es nicht einen signifikanten Nutzen. Und das ist genau der Punkt, um den es sich dreht. Wenn ich irgendwo unterwegs bin, wo der Nutzen minimal ist, werde zB ich den Teufel tun und mich in Signalfarben kleiden. Aus ganz einem einfachen Grund - ich bekomme davon Augenkrebs. ;-)

Es geht in meinen Augen darum, dass einige postulieren, Signalfarben wären immer angebracht und notwendig, das sehen andere eben anders.
wo ist das Problem, diese Meinungen nebeneinander stehen zu lassen und jeder macht das, was für ihn stimmig ist??

Polemik war von beiden Seiten reichlich vorhanden (von der einen allerdings doch ne ganze Ecke mehr, das is aber irrelevant), ist das nicht eh sinnfrei?

@ Kuma, Farben, die keine Signalfarben sind, sind durchaus nicht Tarnfarben etc. ;) Da gibt es noch einiges anderes. :o

cast
17.05.2016, 19:56
widerlege, daß Signalfarben wirken.

Wie oft noch?

Ich habe Erfahrung mit "Signalfarben" in der Natur.

Ich kann dir versichern daß im deutschen Wald bspw. das hochgelobte neongelb kaum zu sehen ist. Jedes Jahr im Herbst auf DJ selbst erlebbar,
Das leuchtorange ist besser, aber wer läuft schon in der Knallfarbe im Urlaub durchs Fjäll/Wald?

Normales Rot kommt noch schlechter als das neongelb, gerade wenn das Licht schlechter wird ist rot extrem schlecht.
Ein einsamer Wanderer in der Wildnis wird nur gefunden weil er seinen Route hinterlegt hat oder technische Hilfsmittel dabei hat, wenn einem Retter die bunte Jacke auffällt ist er so nah, daß man auch rufen kann.

und wenn man dann noch an einen rot/grün blinden gerät....:grins:

Becks
17.05.2016, 20:12
Wie oft noch?
Ich habe Erfahrung mit "Signalfarben" in der Natur.
Ich kann dir versichern daß im deutschen Wald bspw. das hochgelobte neongelb kaum zu sehen ist.

Jup, so wie schon geschrieben habe: Erkläre dein Wissen bitte z.B. Pfanner - so von Profi zu Profi. :bg: Wobei mir da gerade einfällt: eventuell hast Du ja eine Farbenschwäche?

Kuma
17.05.2016, 20:14
@ Kuma, Farben, die keine Signalfarben sind, sind durchaus nicht Tarnfarben etc. ;) Da gibt es noch einiges anderes. :o

Es geht mir um das exessive tragen von gedeckten Farben. Trage ich nur oliv, braun, grau oder khaki, so erziele ich so oder so eine Tarnwirkung. Ist so als ob ich mich mit meiner ach so schlimmen roten Jacke in ein rotes Tulpenfeld lege. Nur knall rot findet man normal nicht in diesen Massen in Mutter Natur. Zumindest nicht da wo ich bisher wandern war.

Klar kann man auch in Laubfroschgrün losstapfen. Aber zumindest die Regenbekleidung sollte gut sichtbar sein. Ich musste schon das ein oder andere mal eine Landstrasse bei Regen queren oder ihr folgen. Und das in "gedeckten"Farben rate ich niemandem!

Kuma
17.05.2016, 20:23
Wie oft noch?

Ich habe Erfahrung mit "Signalfarben" in der Natur.

Ich kann dir versichern daß im deutschen Wald bspw. das hochgelobte neongelb kaum zu sehen ist. Jedes Jahr im Herbst auf DJ selbst erlebbar,
Das leuchtorange ist besser, aber wer läuft schon in der Knallfarbe im Urlaub durchs Fjäll/Wald?

Normales Rot kommt noch schlechter als das neongelb, gerade wenn das Licht schlechter wird ist rot extrem schlecht.
Ein einsamer Wanderer in der Wildnis wird nur gefunden weil er seinen Route hinterlegt hat oder technische Hilfsmittel dabei hat, wenn einem Retter die bunte Jacke auffällt ist er so nah, daß man auch rufen kann.

und wenn man dann noch an einen rot/grün blinden gerät....:grins:


Ja ja, was du nicht alles versichern kannst. Ich versichere dir meine rote Jacke siehst du!

Was ist wenn derjenige welche nicht rufen kann? Bewusstlos oder tot? Auch ein Leichnam sollte geborgen werden. Und die Luftrettung entdeckt dich vermutlich auch besser als in Loden grün.

Ich will dir deine Farbwahl nicht madig machen, aber Signalfarben heissen nun mal so. Nochmal langsam: SIGNALFARBEN!!!

cast
17.05.2016, 20:32
Erkläre dein Wissen bitte z.B. Pfanner

Neongelb wird unterschiedlich eingesetzt.
Auf Betonpisten bspw., also auf Flughäfen oder bei der Autobahnpolizei. Bei dem Hintergrund gut sichtbar.

Jede Straßenmeisterei muss aber Klamotten für ihre Leute auch im Wald und an Landstraßen usw. vorhalten und genauso wie auch bei der Bahn ist deswegen dort Leuchtorange VORGESCHRIEBEN.

Neongelbe Felder ergänzen die orangeroten Jacken für rot/grün Blinde, da die das gelb besser sehen als das leuchtorange. Früher hatte man da auch ein grelles blau.

und jetzt noch mal extra für dich:
Arbeitsschutzjacken dienen nicht dazu Vermisste im Wald zu finden, weil da niemand allein arbeitet.
Sie dienen allein der Kommunikation unter Kollegen, man erkennt mit einem Blick wo der Kollege steht, weil man ungefähr weiß wo er ist.
Was hat das mit der Suche nach Vermissten zu tun?

Die heute üblichen Dienstfleecejacken deutscher Förster sind übrigen grün.

Signalfarben helfen Rettern nur in wenigen Fällen, Hochgebirge, Eis und Meer.
Ansonsten ist mir noch kein Bild eines Buschpiloten in die Hände gefallen, der eine signalfarbene Jacke wegen einer eventuellen Suche nach einem Absturz trägt.

cast
17.05.2016, 20:38
aber Signalfarben heissen nun mal so

Du trägst aber keine Signalfarben, sondern Rot, das ist als Signalfarbe lt. DIN nicht zugelassen weil es eben seinen Zweck nicht erfüllt.

Diese Farben müssen fluoreszierend sein, mal abgesehen von reflektierenden Flächen für die Nacht.

Sternenstaub
17.05.2016, 20:43
Es geht mir um das exessive tragen von gedeckten Farben. Trage ich nur oliv, braun, grau oder khaki, so erziele ich so oder so eine Tarnwirkung. Ist so als ob ich mich mit meiner ach so schlimmen roten Jacke in ein rotes Tulpenfeld lege. Nur knall rot findet man normal nicht in diesen Massen in Mutter Natur. Zumindest nicht da wo ich bisher wandern war.

Klar kann man auch in Laubfroschgrün losstapfen. Aber zumindest die Regenbekleidung sollte gut sichtbar sein. Ich musste schon das ein oder andere mal eine Landstrasse bei Regen queren oder ihr folgen. Und das in "gedeckten"Farben rate ich niemandem!

Exessives tragen von gedeckten Farben ??? Weia. es gibt etliche andere Farben als Oliv, Braun, Grau oder Khaki und Signalfarben, nichts von dem trage ich im Normalfall.
Ich habe in meinem immerhin schon etwas längeren Leben sehr oft bereits bei strömendem Regen Land- und sonstige Straßen gequert, das sicherste ist nicht Farbe X oder Y, das sicherste ist es schlicht und ergreifend zu warten, bis die Autos vorbei gefahren sind ;-) Und beim Langlaufen an Landstraßen gibt es verschiedenes, was man machen kann, zB noch ne klein faltbare Warnweste tragen oder meist reicht auch einfach aufpassen. Ich bin eine Überlebende dieser Taktik. :cool:

cast
17.05.2016, 20:55
Du stammst eben aus einer Generation, die nicht für und gegen alles vollkaskoversichert ist.

Tie_Fish
17.05.2016, 20:56
Da es ja hier immer mehr um Pro und Contra von Signal- und Tarnfarben geht, möchte ich nur mal kurz ins Spiel werfen, dass wir bei der Sektion mal einen Film von der Bergwacht gesehen haben, dass "auffällige und modische Farben" wie rot, gelb und hellgrün ebensowenig gut signalisieren wie "langweilige Farben" wie grün, braun, schwarz oder khaki tarnen. In dem (zugegebenermaßen schon etwas in die Jahre gekommenen) Filmchen riet man dazu, seine Rettungsdecke zu verwenden, wenn man noch bei Bewusstsein ist und auf Hilfe wartet - gegen die Hypothermie und weil gold und silber wohl am besten zu sehen sind.
Stichhaltige Belege habe ich dazu allerdings keine.

Aber ehrlich - manche Leute laufen hier im Mittelgebirge rum wie ein Knicklicht auf 'ner LSD-Party :roll:

Torres
17.05.2016, 21:19
Zitat Vegareve

Die "These" findet sich hier: https://lnt.org/learn/principle-7

Ich geb auch mal copy&paste, falls jemand nicht mehr weiss, worum es geht. Es ging allein um diesen Paragraph:


Bright clothing and equipment, such as tents can be seen for long distances are discouraged. Especially in open natural areas, colors such as day-glow yellow are disturbing and contribute to a crowded feeling; choose earth-toned colors (ie. browns and greens) to lessen visual impacts.

Was soll daran unbelegt sein? Es ist ein LNT-Prinzip, nicht mehr und nicht weniger.

Was Du hier machst ist sinnentstellendes Zitieren oder Zitieren ohne Einbindung in den Kontext, was gegen gute wissenschaftliche Praxis ist. Du zitierst diese Passage und ordnest sie anschließend wie Becks in den Zusammenhang "Sicherheit" ein. In diesem Kapitel LNT geht es aber gar nicht um Sicherheit, sondern um das Verhalten von Menschen untereinander auf einem gigantischen, gut besuchten, umgrenzten Areal mit angeschlossenem Campingplatz.

Kurz: Es geht um Ethik:
One of the most important components of outdoor ethics is to maintain courtesy toward other visitors. It helps everyone enjoy their outdoor experience.Dies ist der Ausgangssatz des Kapitels und der hat mit Sicherheit überhaupt nichts zu tun.

Es ist doch unstrittig, dass man sein Sicherheitsbedürfnis damit verbessern kann, indem man sich so anzieht, dass man gefunden wird. Es ist aber auch unstrittig, dass man wohl kaum in einen Nationalpark fährt, um überall bunte Jacken zu sehen und eine Farbparade von Zelten zu genießen, die aus jedem Winkel zeigen, dass man nicht alleine ist. Wozu suchen Outdoorer in Amerika oder die Leute hier im Forum denn Abgeschiedenheit. Ist es so unverständlich, dass eine Nationalparkverwaltung den Tipp gibt, wie man Abgeschiedenheit "spielen" kann, damit die Besucher auf ihre Kosten kommen?

Ehrlich gesagt, finde ich diese Argumentationstechnik, wer das LNT Prinzip 7 gut findet, achtet nicht auf Sicherheit und ist folglich ein Idiot, ziemlich übel. So nach dem Motto: LNT kann ja nur idiotisch sein, wenn es mir meine gelbe Jacke verwehrt. Anstatt mal zwei Minuten Hirn anzustellen und sich klar zu machen, dass LNT vielleicht viele Gestalten annehmen kann und in einem hochfrequentierten, regulierten Nationalpark (etwas, was wir hier ja gar nicht kennen) vielleicht andere Wertvorstellungen herrschen könnten, als in der freien Wildbahn (um die es sich hier defintiv nicht handelt).



Becks:

Signalfarben helfen dabei, Unfälle zu vermeiden oder um hinterher auf sich aufmerksam zu machen.

Signalfarben helfen nicht, Unfälle zu vermeiden, wie Du bei Deinem derzeitigen Skiunfall ja wohl gemerkt hast. Aber sie helfen, auf sich aufmerksam zu machen, richtig. Dem widerspricht die Aussage dort nicht. Wo Unfälle unwahrscheinlich sind, weil keine natürlichen Gefahren vorhanden sind und wo genug Menschen da sind, das Areal beobachtet wird etc. etc., dass man jederzeit auf sich aufmerksam machen kann, erübrigt sich das. Oder trägst Du auch noch ein neonfarbenes Nachthemd, damit Dich im Falle eines Herzinfarktes der Arzt im Bett besser finden kann? :roll:


Zitat Becks
Wo wurde auch nur einer meiner Punkte stichhaltig widerlegt?


Warum sollte man diese Punkte widerlegen? a) stimmen sie und b) gehen sie am Thema völlig vorbei.



Zitat Becks
Ob mein Nebenwanderer bei meinem Anblick einen LSD-Flashback erleidet oder sich in seinem Empfinden der Natur gestört fühlen könnte, darauf nehme ich keine Rücksicht.


Und genau für solche Menschen wie Dich steht das nämlich dann da drin. Weil es leider Menschen gibt, die nicht wissen, dass menschliches Zusammenleben bedeutet, sich anzupassen. Du kannst ja dann gerne Dein neonfarbenes Jäckchen im Pack bereithalten, um es in einer Gefahrensituation auszupacken. Z.B., wenn Du über eine Pfütze springen musst oder eine Baumwurzel auf dem Weg überwunden werden muss.




Zitat Becks:
und @nimrodxx: bitte lerne zitieren. Man kann Aussagen ganz einfach verfälschen, indem man selektiv zitiert.

Da fass Dich mal an Deine eigene Nase, gell? :grins:

Becks
17.05.2016, 21:20
Da es ja hier immer mehr um Pro und Contra von Signal- und Tarnfarben geht,

Das spricht eigentlich für einen Praxistest am Forumstreffen :bg:

Nur weiss ich nicht, ob ich nächstes WE da hinfahren kann, denn ich kuriere gerade das aus, was einer weiter vorne als "Risikoszenarien aller Art, (welche) an den Haaren herbeigezogen werden" bezeichnet hat.

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/20160517-1914-DSC_8194.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=148495&title=20160517-1914-dsc-8194&cat=500)
Immerhin auch halbwegs in Signalfarben

Becks
17.05.2016, 21:24
Signalfarben helfen nicht, Unfälle zu vermeiden, wie Du bei Deinem derzeitigen Skiunfall ja wohl gemerkt hast.

Du fährst Fahrrad? Frage beantwortet.

Torres
17.05.2016, 21:28
Du fährst Fahrrad? Frage beantwortet.

Ja, in schwarz. Welche Frage beantwortet das?

nimrodxx
17.05.2016, 21:52
und @nimrodxx: bitte lerne zitieren. Man kann Aussagen ganz einfach verfälschen, indem man selektiv zitiert.

Nein, da ist nichts verfälscht, nur um die sarkastische Begründung gekürzt, das dir das Empfinden anderer Menschen egal ist und dein Standpunkt der einzig wahre ist!

Tie_Fish
17.05.2016, 22:12
Das spricht eigentlich für einen Praxistest am Forumstreffen :bg:

Falls mich jemand sucht: Ich bin der mit der goldenen Rettungsdecke an :ignore::bg:

Sarekmaniac
17.05.2016, 22:25
Mal Schluss mit Theoretistan, ein Beispiel aus der Praxis:

Vegareve in vorbildlicher, sicherheitsoptimierter Bekleidung beim Trekking in den norwegischen Lyngen-Alpen, auf einem, Zitat Reisebericht (https://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php/82028-NO-Lyngen-Trek-und-Lofoten), "selten begangenen Weg":

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/thumbs/20140801-1432-DSC_5785.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=111774&title=20140801-1432-dsc-5785&cat=500)
https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/thumbs/20140801-1652-DSC_5801.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=109745&title=20140801-1652-dsc-5801&cat=500)
https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/thumbs/20140731-2034-DSC_5731.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=110865&title=20140731-2034-dsc-5731&cat=500)

Vegareve
17.05.2016, 23:03
Aber meine Jacke und mein Rucksack sind rot. Und was genau willst Du damit sagen?

Eigentlich habe ich mir vorgenommen, diesen Faden zu ignorieren, das ist nur vergeudete Lebenszeit.

Benzodiazepin
17.05.2016, 23:08
Nur weiss ich nicht, ob ich nächstes WE da hinfahren kann, denn ich kuriere gerade das aus, was einer weiter vorne als "Risikoszenarien aller Art, (welche) an den Haaren herbeigezogen werden" bezeichnet hat.

cast hat mittlerweile mehrmals geschrieben, dass signalfarben im gebirge zugegebenermassen sinn machen. aber das darfst du natürlich überlesen, wenn dir danach ist.

kommt dazu, dass genau in deinem beispiel die jacke wohl wenig gebracht hat. du (oder dein tourenpartner) konnte:
- den standort an die rega weiterleiten. inklusive genauer gps-standort, falls zum beispiel die rega-app verfügbar war.
- dem helikopter winken.
- dem helikopter das alpine notsignal machen
- help in den schnee trampen
- die rettungsdecke aus dem rucksack ziehen und auslegen
und selbst wenn der helikopter 15 minuten länger gebraucht hätte, um dich zu finden: ich glaube, du hättest auch das überlebt.

lina
17.05.2016, 23:15
Rot sieht man nachts nicht, das wird dunkelgrau, fast schwarz.

Chouchen
17.05.2016, 23:34
Ich glaube mich dunkel zu erinnern, dass in einem älteren Faden, bei dem es um Farben mit der bestmöglichen Sichtbarkeit in möglichst vielen Umgebungen ging, "Nato-blau" der "Gewinner" war.

HaegarHH
18.05.2016, 01:20
Aber ehrlich - manche Leute laufen hier im Mittelgebirge rum wie ein Knicklicht auf 'ner LSD-Party :roll:
Nochmal kurz hektisch meine Packliste für das nächste Woche umschreib …fjørå Shorts raus, T-Shirts raus …mist, ob ich für das Trailrunning auch lieber das kleine Schwarze nehmen sollte :bg:



Ich glaube mich dunkel zu erinnern, dass in einem älteren Faden, bei dem es um Farben mit der bestmöglichen Sichtbarkeit in möglichst vielen Umgebungen ging, "Nato-blau" der "Gewinner" war.
DAS ist ja der Grund, warum FR UN-Blau als signalfarbe so stark im Programm hat …na ja, könnte man sich einreden. Ich würde ja anbieten, ich gerade meine echte UN-blaue UN-Mütze aus, wenn ich wüsste, in welcher Kiste die ist :ignore: …so für Knichlicht-Sichtvergleiche beim Treffen :hahaa:



Und nun noch mal was Ernstes, zum Thema "To see or not to see..." und dem IMHO Warnwesten-WAHNSINN auf Fahrrädern (& zu Fuss) in deutschen (Groß)städten …

An anderer Stelle, gibt es einen bekannten Eisenbahnnbauer, der jedes Mal bei dem Thema seinen Ärger Luft macht, dass durch die maßlose Inflation von Warnkleidung, deren Effekt anfängt zu verpuffen und damit z. B. halt die Bauerbeiter, Einsatzkräfte, … als nix mehr besonderes erlebt werden. DAS ist schon mal ein Punkt :ignore:

Nach einigen ermüdenden Diskussionen pro und contra Warnweste habe ich mal angefangen darauf zu achten, insbesondere Morgens auf der Rückfahrt per PKW :ignore:, wenn ich meine damalige zukünftige Ex-Frau zur Arbeit gebracht habe. Also Wintermorgens an div. großen Kreuzungen im HHer Norden. Eindrücklich, einmal bewusst geschaut 6 Warnwesten gesehen, 2-3 Schemen und insgesamt gefahren sind 19 Radfahrer …die ca. 10 Radfahrer hätte ich im Normalfall und selber eher Radfahrer als typischer Autofahrer einfach nicht wahrgenommen. "Früher" als alle mit Ihren grau-braun-schwarzen Wollmänteln noch unterwegs waren, DA musste man einfach genau hinschauen …heute wird man LEIDER bequem. Jeder der dann mit Warnweste unterwegs ist, OHNE dass er sich einem besonderen Risiko aussetzt (Einsatzkräfte, Bauarbeiter, …) sollte sich bewusst machen, dass er damit jeden unbewarnten erheblicher Gefährdung aussetzt!


Nur mal so als Denkanstoss, ohne dass ich damit irgendwem was verbieten, empfehlen oder sonstwas will …und auch ohne darauf eingehen zu wollen, was ich persönlich daraus für Konsequenzen ziehe.

Kuma
18.05.2016, 03:53
Exessives tragen von gedeckten Farben ??? Weia. es gibt etliche andere Farben als Oliv, Braun, Grau oder Khaki und Signalfarben, nichts von dem trage ich im Normalfall.
Ich habe in meinem immerhin schon etwas längeren Leben sehr oft bereits bei strömendem Regen Land- und sonstige Straßen gequert, das sicherste ist nicht Farbe X oder Y, das sicherste ist es schlicht und ergreifend zu warten, bis die Autos vorbei gefahren sind ;-) Und beim Langlaufen an Landstraßen gibt es verschiedenes, was man machen kann, zB noch ne klein faltbare Warnweste tragen oder meist reicht auch einfach aufpassen. Ich bin eine Überlebende dieser Taktik. :cool:

Ich muss jetzt gleich zur Arbeit, also nur kurz. Ich habe nie behauptet dass das nicht geht, aber das Risiko ist einfach höher. Und einfach warten bis die Autos vorbei sind? Ganz tolle Idee. Bin ich echt nie drauf gekommen. Aber komisch das da immer mal wieder welche kommen....in den Abbruzzen mussten wir ne Strasse hoch. Links steil runter, rechts steil hoch. Bestimmt hättest du dich links hinter die Leitplanke gestellt und einfach gewartet oder? Vielleicht hätte das auch in gedeckten Farben funktioniert. Aber so einen Papagei oder Clown sieht man halt eher als ne olle Taube oder den dumpfen graubraunen Spiessbürger.

@HaegerHH

Man wird bequem weil man ne Warnweste trägt? Früher musste man einfach nur genauer hinschauen? Ich fahre sehr selten Fahrrad, aber ganz ehrlich, man ist doch schon gezwungen Signalfarbe zu tragen weil eben viele nicht mehr hinschauen! Und die mit Warnweste gefährden dann auch noch die anderen ohne Warnweste? Ich fahre eher selten mit dem Auto und noch seltener mit dem Rad, aber da könnte ich ja auch sagen Autos mit Licht in der Nacht gefährden die Fahrer die ohne Licht fahren...

@Torres

Ich lehne LNT nicht ab weil ich diesen verlinkten Punkt kritiesiere. Ich versuche LNT so gut es geht umzusetzen. Aber diesen Punkt finde ich eben so etwas fragwürdig. Hier wird Erlebnisqualität über Sicherheit vermittelt. Gerade für neue oder Anfänger ein gefährlicher Grundsatz.
Es wird hier in diesem Thread ausserdem so argumentiert:

1. Blöde unwissende Grossstadt Clowns/Papageien in bunt vermiesen mir meinen ungetrübten Naturgenuss weil sie immer zu sehen sind.
2. Ausserdem sind sie total doof, denn in bunt sieht man sie eh nicht wenn es drauf ankommt!

Ich will niemandem Vorschreiben wie er sich zu kleiden hat, Gott bewahre. Aber gedeckte Farben auch noch zum Grundsatz machen? Jetzt auch schon im Strassenverkehr? Ich lebe im 21. Jahrhundert. Nicht im Mittelalter oder im 2 WK. Warum also diese erzwungene uniformität (gibt es das Wort überhaupt?) in Alltag/Freizeit mit dem Argument bunt sieht man nicht besser?

Begegnet mir auf nem Trail ein anderer Wanderer in Neogrüner Jacke mit Rosablümchen drauf mache ich das, was man machen sollte wenn man gut erzogen ist. Ich grüße freundlich. Baut derjenige abends ein Rosa Zelt auf mache ich mich vielleicht sogar lustig drüber, aber ich bin halt nicht perfekt.
Sollte derjenige aber vermisst werden ist er allerdings DEFINITIV besser aufzuklären, ob vom Boden oder aus der Luft, als der Typ in Mausgrau und Natooliv den ich nichtmal beim vorbeigehen bemerkt habe!

Es muss doch nicht immer ein extrem sein. Wie gesagt, ich hab sogar ne Wanderhose in diesem komischen US Tarn. Meine Shirts zum wandern sind schwarz,grün,beige,neongelb. Meine Fleecejacken sind schwarz,dunkelblau. Meine Softshells beige/rot. Meine Uralt Hardshell orange mit unnützen schwarzen Schulterpartien und der Poncho knallorage.
Stört das jetzt irgendjemandes Naturerlebnis weil ein Teil meiner Kleidung bunt ist.

Ganz klar, meine Empfehlung lautet ein Teil bunt.
Warum?
Weil es nicht schaden kann!

HaegarHH
18.05.2016, 07:33
Man wird bequem weil man ne Warnweste trägt?
NEIN …nicht "man" wird bequem, weil man selber eine Warnweste trägt, sondern es gibt leider(!) die gleiche Tendenz wie z. B. beim Fahrradhelm …"der Radfahrer ist halt auch selber schuld, der hat ja keinen Helm getragen" … "mit Warnweste hätte ich ihn gesehen, so wie die anderen auch…" wohlgemerkt bei vorschriftsmäßiger Ausstattung des Fahrrades und regelkonformen Verhaltens des Radfahrers.

Noch mehr leider(!) gilt das z. B. auch Übertrage auf Schulkinder, tlw. Erstklässler, OHNE Warnweste / Schutzumhang auf dem Schulweg.



Ich fahre sehr selten Fahrrad, aber ganz ehrlich, man ist doch schon gezwungen Signalfarbe zu tragen weil eben viele nicht mehr hinschauen!
Genau DAS war eigentlich meine Aussage und meinte das "bequem"



Und die mit Warnweste gefährden dann auch noch die anderen ohne Warnweste?
Absolut …wie gesagt, selbst bei bewusstem Beobachten erlebt. Ein schneller Blick am trüben Wintermorgen, man sieht "3 Warnwesten an der Ampel stehen" und bemerkt nur mit Mühen die 5 anderen :(



Ich fahre eher selten mit dem Auto und noch seltener mit dem Rad, aber da könnte ich ja auch sagen Autos mit Licht in der Nacht gefährden die Fahrer die ohne Licht fahren...
Könnte man nicht nur, kann man …zwar nicht bei Nacht, aber mit Bestimmheit am Tag. Stichwort z. B. Tagfahrlicht bei Fahrradscheinwerfern.

Torres
18.05.2016, 08:07
Zitat Kuma

Hier wird Erlebnisqualität über Sicherheit vermittelt. Gerade für neue oder Anfänger ein gefährlicher Grundsatz.

Das sehe ich anders. Es wird RÜCKSICHTNAHME vermittelt. Ein Grundsatz, der leider einer zunehmenden Zahl von Menschen fremd geworden ist. Gehen wir noch einmal zu Prinzip 1: https://lnt.org/learn/principle-1



SEVEN ELEMENTS TO CONSIDER WHEN PLANNING A TRIP

Identify and record the goals (expectations) of your trip.
Identify the skill and ability of trip participants.
Select destinations that match your goals, skills, and abilities.
Gain knowledge of the area you plan to visit from land managers, maps, and literature.
Choose equipment and clothing for comfort, safety, and Leave No Trace qualities.
Plan trip activities to match your goals, skills, and abilities.
Evaluate your trip upon return note changes you will make next time.


Ich habe nach diesen Aussagen nicht den Eindruck, dass es darum geht, auf sicherheitsrelevante Kleidung zu verzichten. Zu sicherheitsrelevanter Kleidung muss aber nicht ein Neon-Ganzkörperanzug gehören: Ein eingenähter roter Streifen an der auf Regen, Wind- und Kälteschutz optimierten Jacke, ein roter Alpinrucksack auf den Naturfarben - es gibt viele Möglichkeiten, sich adäquat, sicherheitsrelevant und dennoch dezent zu kleiden. Hier geht es meiner Interpretation nach darum, Auswüchse zu begrenzen, welche die "Mode" mit sich bringt.
Jacken aus Naturmaterialien können schließlich ebenfalls bunt sein, sind aber definitiv nicht grell-neon-bunt, was dann auch wieder den Chemieanteil verringert und für Sichtbarkeit sorgt, ohne andere Menschen zu belästigen. Ich denke mal, dass die Verfasser da ganz konkrete Missstände vor Augen haben. Nicht umsonst handelt der größte Teil des Prinzips von Lärm untereinander. Ein Phänomen, das ich auch in Deutschland nicht fassen kann. Da geht man in den Wald, um Ruhe zu finden und dann wird rumgekreischt und gebrüllt, als wäre man auf dem Fischmarkt.

Im übrigen bin ich mir sicher, dass sich kaum ein Tourist an Prinzip 7 halten wird. Die einen, weil es ihnen schnurz ist, die anderen, weil sie meinen, es wäre aus Sicherheitsgründen abzulehnen und die dritten, weil sie die Prinzipien nicht gelesen haben. Business as usual. :ignore:


@Haegar

Auch meine Beobachtung. Sogar auf dem Rad ertappe ich mich dabei, dass ich instinktiv auf die Leuchtweste achte, die mit 30 Sachen auf dem Bürgersteig rast und eine Sekunde von Verkehr abgelenkt bin. Nicht gut für mich oder die anderen Verkehrsteilnehmer. Auf Landstraßen, wo man nicht mit Radfahrern rechnet, finde ich Sicherheitswesten sehr wichtig. Ist es Frankreich, wo die Regel gilt: Sicherheitswestenpflicht bei Regen, Nebel, Schnee? Eine gute Differenzierung, wie ich finde.

@Kuma


Ich fahre eher selten mit dem Auto und noch seltener mit dem Rad, aber da könnte ich ja auch sagen Autos mit Licht in der Nacht gefährden die Fahrer die ohne Licht fahren...

Bei Nacht nicht. Aber bei Tage gefährden sie die Motorradfahrer. Früher wusste man, dass ein Motorrad kommt, wenn Licht aufblinkt. Der Vorteil ist dahin.


Edit: Mein altes Dragonfly ist übrigens ein gutes LNT Beispiel: Das Zelt ist grün, und es ist nachts nicht zu sehen, selbst wenn man weiß, wo es steht. Es wirkt wie verschluckt. Sobald aber Licht darauf fällt, leuchtet es wie ein Tannenbaum. Es hat überall aufgebrachte Reflexstreifen, die man bei Tageslicht nicht wahrnimmt. Auch mit Abspannleinen kann man natürlich Sicherheit erhöhen, auch diese leuchten bei dem Zelt, sind aber in unauffälligem weißgrau und von der Dicke her wie ein dünner Bindfaden.

Vegareve
18.05.2016, 10:32
Das sehe ich anders. Es wird RÜCKSICHTNAHME vermittelt. Ein Grundsatz, der leider einer zunehmenden Zahl von Menschen fremd geworden ist.

Rücksichtnahme für was? Lärmbelästigung ist ein Problem. Müll ist ein Problem. Erosion ist ein Problem. Farbbeleidigung ist kein Problem, oder höchstens ein eingebildetes. Oder kennst Du jemand, der ernsthaft auf Tour leidet, weil andere unterwegs Farben tragen, die einem nicht zusagen?

Vielleicht ist das ein spezifisches Leiden im Land der "Kaffee ist heiss"-Hinweise, aber wir sind hier in Europa, wir haben einen LNT-Unterforum hier, im deutschsprachigen Raum, also worüber streiten wir uns überhaupt? Das ist nur lächerlich (und Eure ganzen "Witze" übrigens auch, ich habe zumindest niemanden hier persönlich angegangen und beleidigt).

Torres
18.05.2016, 10:47
Ich wette, dass es genug Leute gibt, für die weder Müll noch Lärm noch Erosion ein Problem ist. Dagegen gibt es Leute, die gerne unberührte Natur sehen und wenn schon Menschen darin sind, keinen Wert darin sehen, dass sich jetzt in jeder Ecke wandelnde Leuchtpunkte darin bewegen. Ja, das ist in hochfrequentierten Gebieten krass.

Und ja, die Diskussion über LNT können wir uns wirklich sparen. Mach kein Feuer: Ich kann das, ich brauch keine Belehrung. Lass den Ghettoblaster aus: Wieso, Tiere sind doch auch laut. Vermeide Erosion: Dann mach den Weg doch woanders hin. Zieh Dich gedeckt an: Wieso, wird doch keiner von krank.

Es gibt immer was zu mäkeln, wenn es um Veränderungen oder Bewusstsein geht.

Vegareve
18.05.2016, 11:21
Und ja, die Diskussion über LNT können wir uns wirklich sparen.

Das hat niemand hier gesagt, keine Ahnung warum Du Sachen in einem Topf wirfst, die miteinander eigentlich nichts zu tun haben. Nur weil ein Satz aus einem Punkt fragwürdig ist, heisst noch lange nicht, dass alles was mit Naturschutz oder LNT zu tun hat, schlecht wäre.

Lärmbelästigung und Müll sind objektive Probleme, denen man kaum entkommen kann, wenn man den Unterschied nicht versteht, ist jede Diskussion sinnlos.

Torres
18.05.2016, 11:49
Lärmbelästigung und Müll sind objektive Probleme, denen man kaum entkommen kann, wenn man den Unterschied nicht versteht, ist jede Diskussion sinnlos.

Genau meine Rede. Wenn man nicht versteht, was das miteinander zu tun hat, ist jede Diskussion sinnlos.

Philipp
18.05.2016, 11:53
Lärmbelästigung und Müll sind objektive Probleme

Aus menschlicher Sicht sind "Lärm" (was genau ist damit gemeint? Jeder hat eine andere Vorstellung davon.) und Müll keine "objektiven" Probleme, sondern letztenendes ästhetische Probleme. So wie unpassende, weil arg auffallende Farben für manche Leute ebenfalls eine ästhetische Beeinträchtigung darstellen.
Ich ärgere mich über Müll in Stadt und Land auch stärker, als über diese unsäglichen Farben, die die Leute herumtragen, muß aber vielleicht lernen, dem Müll gegenüber einfach toleranter zu sein. Daß er in meinem Empfinden ein Ärgernis darstellt, liegt einfach nur an meiner Engstirnigkeit ;-)

Benzodiazepin
18.05.2016, 11:58
Lärmbelästigung und Müll sind objektive Probleme, denen man kaum entkommen kann, wenn man den Unterschied nicht versteht, ist jede Diskussion sinnlos.

die einen stören sich an lauten Gesprächen und etwaiger musik, andere stören sich halt an bunten punkten in der Landschaft. ist beides im Endeffekt doch Geschmacksache, micht stört musik definitiv auch eher (war mal Eisklettern neben einer bande, die per snowscooter hingekommen ist und nen ghettoblaster mitgebracht hat...:grrr:). aber man kann ja auch einfach mal zur Kenntnis nehmen, dass sich andere leute an anderem stören. ohne sein verhalten deswegen 100% zu kehren und ohne den andern deswegen für nen überempfindlichen deppen zu halten (und nein, das hast du so nie geschrieben, ich überspitze).

in dem sinne: leben und leben lassen, jeder soll auf seine facon selig werden, die eigene Freiheit hört dort auf, wo die Freiheit des andern eingeschränkt wird und friedefreudeeierkuchen :bg:

Becks
18.05.2016, 13:52
Zieh Dich gedeckt an: Wieso, wird doch keiner von krank.

Es gibt immer was zu mäkeln, wenn es um Veränderungen oder Bewusstsein geht.

Gegen reale Dinge wie Umweltschutz (kein Feuer etc.) spricht nichts, aber wenn ich auch noch so viel Rücksicht auf den Teil der Menschheit nehmen muss, denen meine pure Anwesenheit schon zu viel ist, dann ist das für mich kein Bewusstsein mehr sondern ein Bücklingstum, welches ich nicht unterstütze. Ist aber US-typisch, dort schwappt eh gerade eine Anbiederungswelle sondergleichen durch das Land, bei dem man sich vorsorglich für alles entschuldigen muss, was jemand anderen eventuell in seinen Empfindungen stören könnte und vor allem warnen muss, was auch nur irgendwie nicht in das heilige Weltbild passen könnte (http://www.theguardian.com/books/2014/may/19/us-students-request-trigger-warnings-in-literature).

Darf ich einfach dann mal frech auch einfach sagen: dicke Leute stören mich im Naturgenuss (Farbe und Anzahl egal)? Halte ich für ebenso abwegig wie "Du trägst eine Farbe, die mein Naturempfinden stört, denk daran wenn Du etwas anziehst".


Alex

TanteElfriede
18.05.2016, 14:03
....viele Farben können bereits durch einen ND400 (https://de.wikipedia.org/wiki/Neutraldichtefilter) Filter stark in Ihrer Blendwirkung reduziert werden...

Scrat79
18.05.2016, 14:10
....viele Farben können bereits durch einen ND400 (https://de.wikipedia.org/wiki/Neutraldichtefilter) Filter stark in Ihrer Blendwirkung reduziert werden...

:hahaa: Ach, dann sind das ND-Filter, die die SAR-Helikopterpiloten (http://polpix.sueddeutsche.com/bild/1.1021644.1355756627/860x860/aldi-nachtsichtgeraete-discounter.jpg)immer am Helm vor sich klappen. :bg:
Jetzt ergibt schön langsam alles einen Sinn! :bg:

Becks
18.05.2016, 14:12
Das wäre doch eine Alternative: "bitte tragen Sie eine Sonnenbrille Cat 5. Diese filtert 100% des sichtbares Lichts heraus, womit das Problem mit den falschen Farben gelöst ist." Eventuell auch eine rosa Brille, falls einem grau nicht so passt.

Aber ernsthaft: wie unsichtbar muss ich mich denn noch unterwegs machen, um niemanden möglichen Stress (z.B. in Form falscher Farben) aufzudrängen? Ist es da nicht einfacher, zu dicht bewanderte Gebiete zu meiden oder sich damit abzufinden, dass man auf andere unterwegs trifft?

Prachttaucher
18.05.2016, 14:25
...Ist es da nicht einfacher, zu dicht bewanderte Gebiete zu meiden...

Auch wenn ich das mit den störenden Farben etwas nachvollziehen kann, weil ich zu der Fraktion gehöre, die "das unberührte Natur-Gefühl" sucht würde ich wohl genau das machen. Genauso gibt es in den USA wohl Touren (Kanu ?) wo man seine Exkremente wieder mitnehmen muß. Auch da....

Im übrigen finde ich Lärm (in Form einer bis zum Morgen andauernden Fete) wohl noch deutlich störender. :oldman: Hab den Tatort auf meiner Karte dick markiert - nie wieder !

cast
18.05.2016, 15:15
Ich finde es gut, daß die Masse an die bekannten Plätze zieht, dann ist anderswo eben Ruhe.
Ist doch auch hier so, ständig werden die gleichen Routen diskutiert und nachgefragt.
Als würde bspw. Schweden nur aus einer Hand voll Weitwanderwege bzw. Nationalparks bestehen. Aber hej, wenn sich da die Masse herumtreibt, ist anderen Orts mehr Platz.

lina
23.05.2016, 20:25
Bald kann man wohl auch in den Alpen in Tarnklamotten herumtigern (solange man auf einem Wanderweg bleibt): http://www.deutschlandfunk.de/fliegender-spuerhund-drohne-soll-vermisste-menschen-finden.676.de.html?dram:article_id=354953