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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Li-Akku entfernen?



Becks
19.04.2016, 13:58
Dumm gelaufen, ein 18650 Li-Akku steckt in einer Zebralight fest. Der war beim Einschieben halbwegs gängig, aber nun will er sich nicht mehr herausholen lassen.

Ich habe schon versuchsweise 2-Komponentenkleber auf die Akkukappe gepappt und dann versucht, mit der Zange daran zu ziehen, aber das schlug fehl. Jetzt werde ich wohl das Ganze wiederholen und eine Schraube mit einkleben, oder einfach eine Schraube auf den Akku löten.

Wenn alles nichts hilft kommt die letzte, bös Variante: Akku hinten leichtanbohren, Spax reindrehen und dann mit Schmackes rausziehen. Entweder klappt es und nur der Akku ist hin oder das ganze Ding fliegt mir glühend um die Ohren, sobald das Lithium Feuer fängt.

Irgendwelche sonstige Ideen dazu?

Scrat79
19.04.2016, 14:33
In die Gegenseite der Lampe ein kleines Löchlein bohren und Akku mit was dünnem durchstoßen.
Dann Löchlein verkleben.
Vorausgesetzt das Lampendesign lässt diese Lösung zu.
Hast du eine Typenbezeichnung der Lampe? Oder ein Bild?

Seitlich wirst du vermutlich kein Spiel haben um einen dünnen Haken rein zu setzen. Das hättest du vermutlich
schon gesehen. ;-)

Solltest du den Akku anbohren und mit ner Spax raus ziehen, bitte ich um filmische Dokumentation und Veröffentlichung im Falle einer ansehnlichen Reaktion! :bg:

Scrat79
19.04.2016, 14:37
Wobei. Was würde MC-Gyver machen?

WD40 zwischen Akku und Lampe und Gaffaband auf der freiliegenden Akkuseite, dann mit dem Schweizer Messer raushebeln und gleichzeitig am Gaffaband ziehen. :bg:


Kannst du das Gehäuse seitlich des Akkus etwas malträtieren? Dann kannst du da evtl. ein kleines Stück rausbrechen um mittels Schraubendreher einen Ansatz zum raushebeln des Akkus zu bekommen.

Lobo
19.04.2016, 14:41
:bg: und ich spiele den Spielverderber... :baetsch:

Das anbohren und mit Spax ziehen würde ich tunlichst unterlassen. Mit brennendem Lithium ist nicht zu spaßen, und das sage ich aus eigener Erfahrung. ;-)

Vielleicht hilft es eine Gewindeschraube aufzukleben und dann über das Gewinde am Akku ziehen zu können. Evtl. mit etwas (nichtleitendem) Schmieröl nachhelfen.

Grüße
Thomas

Vegareve
19.04.2016, 15:03
Ich sehe schon, da muss eine neue Lampe gekauft werden...:bg:

TanteElfriede
19.04.2016, 15:05
...nicht in den Akku bohren.. das mögen die nicht.. gibt es Videos von bei Youtube
...anlöten geht gut... mache ich oft, nicht zu lange, nicht zu heiß, aber da eine Lasche dran und dann ziehen...

Becks
19.04.2016, 15:08
Mit brennendem Lithium ist nicht zu spaßen, und das sage ich aus eigener Erfahrung. ;-)


Keine Sorge, ich glaube ich weiss schon womit ich da spiele. Wäre ich noch an der Uni, würde ich einfach Bohrmaschine und Lampe in eine Glovebox einschleusen und unter Schutzgas das Ding ausbohren.

Alex

hyrek
19.04.2016, 16:21
spax wird nicht halten, das material ist nicht hart genug (bzw, wird auch noch gedehnt -> duebel).

im sprititusbad rauspuhlen und die leere huelse rausziehen.

JonasB
19.04.2016, 18:11
Evt reicht es schon das Lampengehäuse etwas zu erwärmen damit es sich aus dehnt!?

Schmusebaerchen
19.04.2016, 19:00
Anbohren: Die Youtube Videos sind auf Effekte ausgelegt. Das heißt die werden absichtlich überladen. Da der Akku vermutlich nicht zu retten ist, könntest du es mit Tiefenentladung versuchen (50Ohm 1W Widerstand für >24h). Aber nur bei ohne Schutzschaltung!!! Sonst trennt der Akku nur den Pluspol ab, kann aber dennoch hochgehen. Ein Anbohren sollte dann keinen Kurzschluss erzeugen. Ob es funktioniert keine Ahnung, testet ja keiner auf Youtube. Auf keinen Fall abdecken. Der Druck muss entweichen, wenn der Akku hochgeht. Und einen stark tiefenentladenen Akku auf keinen Fall wieder laden. Voraussetzung ist, dass du irgendwie an den + Pol des Akkus kommst und dieser ohne Schutzschaltung (unprotectet) ist.

Gleitmittel: Wasser bringt Lithium ebenfalls zum hochgehen. Deswegen sollte man früher nicht mit Wasser löschen. Inzwischen soll man wieder mit Wasser löschen, um den Kettenreaktionsprozess zu verlangsamen (Kühlung). Kurz: Hau das Ding aus sicherer Entfernung in einen Wassereimer. Nach der Reaktion ist ein Annbohren gefahrlos möglich.
Damits besser flutscht kann man nach der Abreaktion sein Glück mit Fitwasser versuchen.

Temperaturmethode: Lampe für mehrere Stunden ins Gefrierfach legen. Danach rausholen und das Lampenäußere schnell erwärmen (Heizung, Haushaltsföhn auf geringer Stufe). Die Hülle des Akkus ist aus Metall, genauso wie die Akkuschächte der meisten Lampen. Durch die unterschiedliche Temperatur dehnen sie sich unterschiedlich stark aus. Akkus gefrieren soll kein Problem sein. Aber beim Erwärmen aufpassen. 50°C sollte gehen...aber der Akku soll ja kalt bleiben ;-)

Ich würde Methode 3 empfehlen. Danach Methode 2. Methode 1 nur mit entsprechenden Schutzvorkehrungen.

JoSch83
19.04.2016, 22:19
Von mir kannst du es auchnochmal hören:
Nicht Bohren.

jetzt zum Produktiven Teil:

Gleitmittel zwischen Akku und Lampe
und
zb eine Gewindemutter an den Akku kleben (Industriekleber , ist besser als alles andere was ich je gesehen habe)
dann Mutter mittels Gewinde fixieren und die beiden auseinanderziehen.

Problem:Kleber und Zubehör kosten fast ne neue Lampe, zumindest mehr als wie der Akku.....

Gruss

Mus
19.04.2016, 23:52
Was ist mit Druckluft reinpusten?

Fritsche
20.04.2016, 08:18
Die Frage bleibt aber offen: wieso geht der Akku, der rein ging, nicht wieder raus? LiIos laufen nicht aus, verkleben also nicht.
Da ich vermute, Becks hat eine Zebra H600, geht da nix mit auf der anderen Seite ein Loch bohren oder mit Wasser spülen (das Akkufach darf hier nämlich nicht nass werden).

Egal wie stabil eine geklebte Mutter auf dem Minuspol hält - wenns ein geschützter Akku ist, sitzt der Minuspol nur als Plättchen auf dem Akku, gehalten vom Kunststoffrand des Schrumpfschlauches. Also auch nicht allzufest. Gut, dann kann man die Ankleberei ein zweites Mal durchführen.

Übrigens: LiIO Akkus verändern ihr Volumen je nach Ladezustand, mit geringstem Volumen bei Leerzustand.

Ich halte eine Kombination aus komplett leerleuchten, Minuspol mit irgendeinem Werkzeug bekleben, tiefkühlen, Lampengehäuse erhitzen und dann am Akku ziehen als das Beste.

hyrek
20.04.2016, 08:56
wer einen bvb brenner handhaben kann, dem machen doch die paar gramm Li nichts aus (zumal, wenn man vom fach ist) :-)

Pedder
20.04.2016, 10:42
Eine ausreichend lange Schraube Krustzschlitz, Senkkopf in ein Brett schrauben, sodass man das Gehäuse samt Akku drüberstülpen kann und der Akku dann auf der Schraube hängt. Einen Tropfen Uhu kraft plus 300 oder Schraubensicherung Zb Loctite 270 auf den Schraubenkopf. Lampe drüber stülpen. Aushärten lassen, Gehäuse abziehen.

Vorteil: überschüssiger Kleber läuft an der Schraube runter und nicht zwischen Akku und Gehäuse.

Becks
20.04.2016, 11:31
Stand bis jetzt basierend auf dem Feedback hier:

Erstmal den Akku leer fahren, eventuell reicht das schon aus um ihn frei zu bekommen. In der Zwischenzeit habe ich jetzt einmal noch Industriekleber bestellt und dann wird eine Schraube dran gepappt und das Ding gezogen. Mal sehen ob es gelingt. Wenn das nichts hilft - Schutzbrille ist ebenfalls bestellt, Handschuhe habe ich und irgendwo liegen sicher noch flammgehemmte Klamotten vom THW rum. :bg:

Von so n bisschen Li lasse ich mich nicht einschüchtern, ich habe an der Uni schon kiloweise Natrium und Kalium verballert.

Scrat79
20.04.2016, 12:14
Von so n bisschen Li lasse ich mich nicht einschüchtern, ich habe an der Uni schon kiloweise Natrium und Kalium verballert.

Das ist die richtige Einstellung!
Denk ans Video! :cool:

TanteElfriede
20.04.2016, 13:40
...vom Löten hälst Du demnach nix?

macroshooter
20.04.2016, 15:36
Ich sehe schon, da muss eine neue Lampe gekauft werden...:bg:
Ich glaube, Du durchschaust ihn - das hat er mit Absicht gemacht.

Vegareve
20.04.2016, 15:55
Ich glaube, Du durchschaust ihn

Schon seit Jahren :p.

Schmusebaerchen
20.04.2016, 16:23
...vom Löten hälst Du demnach nix?

Was willst du damit erreichen?

Edit:

Egal wie stabil eine geklebte Mutter auf dem Minuspol hält - wenns ein geschützter Akku ist, sitzt der Minuspol nur als Plättchen auf dem Akku ...

Schutzschaltung am Minuspol? Das komplette Gehäuse ist (wie bei Akkus und in der Elektronik üblich) der Minuspol/Masse. Das Ding wäre entweder nicht sicher oder bräuchte 2 Gehäuse. In der Regel wird daher der Pluspol getrennt. Ist technisch einfacher und sicherer.

lorenz7433
21.04.2016, 20:21
ich würd mehrere vorschläge hier kombinieren.

1. zuerst entladen.
2. in Kühlschrank oder Kühltruhe.
3. dann aussengehäuse mit föhn oder änlichem erwärmen damit es sich bishen dehnt.

4 dann Akku mit der anfänglichen Methode, 2-K kleber +draht oder änliches angeklebt rausziehen.

Lobo
22.04.2016, 09:30
@Becks

und uns natürlich auf dem Laufenden halten. :bg:

Grüße
Thomas

lutz-berlin
22.04.2016, 09:36
Hallo Alex
Bitte mal die Akku Marke posten
mfg
lutz

TanteElfriede
22.04.2016, 09:43
Was willst du damit erreichen?



... es ging ja um Löten und dann die frage was ich damit erreichen will... ich hatte den Vorschlag unterbreitet eine Lasche anzulöten (statt zu kleben)....
Da ich selbst gute Erfahrung mit Löststellen an 18650ern habe, war das in meinen Augen eine mögliche Option.

peter-hoehle
23.04.2016, 09:30
Hallo Becks

Eventuell hilft, wenn du die Lampe nicht ganz zuschraubst (also nur ein, zwei Gewindegänge)
und dann auf einer harten Unterlage kloppfst, damit der Akku ein/ zwei Millimeter aus der Lampe rutscht.
Wenn möglich auch die Feder aus der Kappe herausnehmen.
Oder die Lampe mit einer Wasserpumpenzange umfassen und mit einem Hammer gegen die
Zange schlagen, sodass auf Grund der Trägheit der Akku "herauswandert".

Gruß Peter

Becks
26.04.2016, 09:01
Stand: Akuu draussen, Akku wohl hin, Lampe lebt.

Im ersten Anlauf kam ein Nagel mit breitem Kopf auf die Endkappe (Sekundenkleber), damit ging aber nur die Endkappe/Schutzschaltung runter. Im zweiten Anlauf habe ich dann den Nagel mit Hilfe von Pattex Epoxidkleber auf den Akku gepappt und nach dem Aushärten mit einer Zange herausgezogen.

So wie es aussieht hat sich der Akku im Gehäuse leicht gedreht. Dabei ist der Aufkleber mit der Bezeichnung zum Teil abgegangen und hat dadurch den Akku verklemmt.

Alex

Scrat79
26.04.2016, 09:03
Glückwunsch.
Keine Explosion. Keine neue Lampe.
Eigentlich schade. ;-)

Fritsche
26.04.2016, 09:27
Im ersten Anlauf kam ein Nagel mit breitem Kopf auf die Endkappe (Sekundenkleber), damit ging aber nur die Endkappe/Schutzschaltung runter.

War die Schutzschaltung jetzt am Minus-oder am Pluspol oder an beiden??

Ich erinnerte mich nämlich an den Minuspol als solchen, Schmuse allerdings meinte nicht unüberzeugend, dass die Schutzschaltung nur am Pluspol sein könne.

Lobo
26.04.2016, 11:35
War die Schutzschaltung jetzt am Minus-oder am Pluspol oder an beiden??

Ich erinnerte mich nämlich an den Minuspol als solchen, Schmuse allerdings meinte nicht unüberzeugend, dass die Schutzschaltung nur am Pluspol sein könne.

Oder Becks hat den Akku falschherum eingelegt, und als er den Tipp bekam den Akku zu drehen hat sich beim drehen des Akkus der Aufpapper gelöst und den Akku verklemmt... :ignore::grins:

Grüße und Glückwunsch zur gelungenen Operation
Thomas

Pfad-Finder
26.04.2016, 21:05
@Becks: Kommst Du eigentlich zum Forumscamp? Wir könnten in Abwechslung zum Erhitzen von Gaskartuschen mal ausprobieren, welche Gefahren Lithiumakkus in sich bergen.:ignore:

lorenz7433
26.04.2016, 21:45
Ich erinnerte mich nämlich an den Minuspol als solchen, Schmuse allerdings meinte nicht unüberzeugend, dass die Schutzschaltung nur am Pluspol sein könne.

ich kenn die platinen eher am minus pol.
der plus pol muss für die entgasunglöcher frei sein und beim plus befindet sich die PTC.

ich sollte zwar sowas vermutlich nicht sagen aber ich verwende ungeschütze akkus in ner Zebra.:ignore:

samsungs -25R sind dünn und kurz und flutschen in der Zebra 1A.
ich glaub alle aktuelleren Zebras der letzten paar jahre haben eh ne schutzschaltung und daher sollte ein geschützer Akku ned mal notwendig sein.
Zebra Gehäuse sind immer zu knapp bemessen..........:roll:

bei den ganz neuen Zebras sind geschütze Akkus sogar laut Zebra nicht mehr erlaubt und passen eh nicht mehr in die lampen rein.:o

peter-hoehle
26.04.2016, 22:51
@Becks: Kommst Du eigentlich zum Forumscamp? Wir könnten in Abwechslung zum Erhitzen von Gaskartuschen mal ausprobieren, welche Gefahren Lithiumakkus in sich bergen.:ignore:
Bitte am Freitag abend....ich spendiere auch 10 Bratwürste. :bg:

Gruß Peter

Schmusebaerchen
26.04.2016, 23:27
Wollt ihr Akkus in die Luft jagen oder Bratwürste?

Um die Bratwürste wäre es ja schade.

Fritsche
27.04.2016, 07:55
ich sollte zwar sowas vermutlich nicht sagen aber ich verwende ungeschütze akkus in ner Zebra.:ignore:



Warum denn nicht in ner Zebra? Du hast dort nur eine Zelle, und die Zebra hat Abschaltung bei Unterspannung. Alles OK für Nutzung ungeschützter Zellen.

Becks
27.04.2016, 10:04
Wenn ich zum Treffen komme, kann ich den Akku mitbringen. Ich muss nur die Masse vom Minuspol (und der dortigen Schaltung) runterflexen. Eventuell bekomme ich den aber auch noch geflickt, ich kann die Schaltung ja wieder festkleben.

Alex

Fritsche
27.04.2016, 10:41
War die Schutzschaltung jetzt am Minus-oder am Pluspol oder an beiden??

Ich erinnerte mich nämlich an den Minuspol als solchen, Schmuse allerdings meinte nicht unüberzeugend, dass die Schutzschaltung nur am Pluspol sein könne.

Youtube ist voll von Videos, in denen ein PCB-18650er zerlegt wird. Die Schutzschaltung ist in der Tat am Minus- und nicht am Pluspol montiert.

TanteElfriede
27.04.2016, 13:41
....umwelttechnisch ist Akku hochjagen nicht so hipp... aber ich könnte einige mitbringen, wenn sich wer versuchen will...

Serienchiller
27.04.2016, 14:46
Bei den Akkus, die die Schutzschaltung am Minuspol haben, wird der Pluspol über einen dünnen Metallstreifen mit der Schutzschaltung verbunden. Mehr dazu hier (auf Englisch):

http://www.lygte-info.dk/info/battery%20protection%20UK.html

Ich hatte noch die Idee, den Schrumpfschlauch mit Aceton aufzulösen (ist normalerweise aus PVC). Aber Aceton kriecht wirklich mit Freude überall hin und würde mit Sicherheit auch viele Kunststoffteile in der Elektronik angreifen. Da müsste man echt vorsichtig sein und am besten die Lampe aufrecht hinstellen, damit überschüssiges Aceton wieder unten aus der Lampe läuft. Aber als ultima ratio, falls gar nichts mehr geht, vielleicht einen Versuch wert beim nächsten mal.

Schmusebaerchen
27.04.2016, 16:18
Ist zwar für mich aus Sicht der elektrotechnischen Sicherheit völlig unlogisch den Minuspol abzutrennen, wenn 1mm daneben der ungeschützte Minuspol mit 10 facher Größe ist. Aber gut ich akzeptiere es.

Lobo
28.04.2016, 16:05
Ist zwar für mich aus Sicht der elektrotechnischen Sicherheit völlig unlogisch den Minuspol abzutrennen, wenn 1mm daneben der ungeschützte Minuspol mit 10 facher Größe ist. Aber gut ich akzeptiere es.

was meinst du mit 1mm daneben? Neben was? und welcher Minuspol ist 10x so groß wie was? Ich kann dir nicht folgen... :o

Schmusebaerchen
28.04.2016, 17:20
Bei dem Link von Serienchiller sieht man schön, dass die Hülse des Akkus der (ungeschützte) Minuspol ist. Also nicht nur der Anschluss Unten, sondern auch die ganze Zylinderfläche. Was in der Elektronik nicht nur aus Sicherheitsgründen ein Standard ist.

Die Trennung zwischen ungeschütztem Minuspol und geschütztem Minuspol ist lediglich das PCB und der Spacer. Geschätzt 1mm.
Mechanischer Schutz besteht lediglich in dem Schrumpfschlauch, der den Akku umgibt.

Muss bloß etwas Metallgrat in der Akkuhalterung (bei Lampen ist Metall als Akkufach nicht so selten) sein. Der Grat ritzt den Schrumpfschlauch an und stellt Kontakt her. Schutzschaltung? Nutzlos, weil kurzgeschlossen.
Oder passend zum Thread will man einen Akku aus der Halterung befreien und benutzt einen flachen Schraubendreher oder Messer. Der Schrumpfschlauch kann dem kaum widerstehen. Setzt man den Schraubendreher auch noch am Pluspol an, hat man ganz schnell mal nen Kurzschluss zwischen Pluspol und ungeschütztem Minuspol hergestellt. Und ist das nicht genau das, was so eine Schutzplatine verhindern soll?

Man trennt nicht ohne Grund sonst(Elektrotechnik inkl. Elektronik) üblicherweise den Pluspol ab. Weil der Minuspol (eigentlich Masse) ist im Prinzip alles, was nicht Plus ist. Also auch Gehäuse, Halterungen, ... ist ja quasi das, auf das sich alle Spannungen beziehen.
PCB am Pluspol müsste man das PCB entweder mit roher Gewalt abschlagen oder mit Hammer und Nagel oder Bohrer gezielt durch das PCB durchbrechen. Beschädigung wesentlich unwahrscheinlicher. Ganz nebenbei hat man da bereits beide Kontakte und muss kein Kabel quer über den Akku ziehen, um an die Spannung vom Pluspol zu kommen.

Ich kann mir es nur aus 2 Gründen erklären:
1. Das Sicherheitsrisiko wird wie so oft ignoriert.
2. Die Entlüftungslöcher waren zuerst am Pluspol.

Gernstel
28.04.2016, 18:54
Dazu dürften noch schaltungstechnische Gründe kommen:

Niederohmige N-Kanal-MOSFETs waren zumindest früher leichter zu fertigen und deswegen weiter verbreitet und preiswerter als P-Kanal-MOSFETs. Die N-Kanal-Typen arbeiten "gegen den Minuspol".

Entsprechend vermute ich, dass auch der Großteil der Überwachungs-ICs auf die Verwendung mit solchen N-Kanal-MOSFETs ausgelegt ist und es insofern schlichtweg auch an Bauteilen für eine Montage am Pluspol fehlt.

Glückwunsch übrigens zum Extrahieren des Akkus aus der Lampe. Auch ich wäre an spektakulären Fotos verwegen angespaxter Akkuzellen interessiert gewesen. Ich vermute, dass eine zuvor entladene Zelle eher unspektakulär reagiert hätte. Ich habe eine kleine Sammlung von Fotos geschundener Mobiltelefon- und sonstiger LiIon-Akkus, die überfahren, zerquetscht, zertreten, geknickt, perforiert, angekokelt worden sind - und trotz dieser Einwirkungen offenbar kein Eigenleben entwickelt haben. Trotzdem würde ich davon ausgehen, dass jedwede Misshandlung durchaus in Freisetzung unangenehmen Rauchs und Feuers münden kann.

Schmusebaerchen
28.04.2016, 22:03
Es gibt auch Zellen mit PCB auf der Plusseite:
http://www.messerforum.net/showthread.php?107867-Messerforum-Lampentester-Gro%DFer-Akkutest-2012-18650er-Lithium-Ionen-Akkus&p=899373&viewfull=1#post899373
Post 56

Es wird von einer geringeren Gefahr des Kurzschlusses, einem kürzerem Akku(und damit bessere Passgenauigkeit zu unprotected) und geringeres Verklemmpotenzial durch Wegfall der Plusleitung berichtet. Leistungsfähigkeit soll gleich sein.

https://www.akkuteile.de/lithium-ionen-akkus/18650/soshine/soshine-18650-3400mah-3-6v-3-7v-li-ionen-akku-pcb-geschuetzt/a-100630/?ReferrerID=9.00&gclid=CL3M1YuMsswCFa0V0wodWfULpw

Becks, noch ein Test zur Passgenauigkeit von Akkus? :grins: