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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gewöhnung an schweren Rucksack



Carsten
26.07.2005, 16:59
Moin,
Wenn man mal richtig schwere Lasten tragen muss, evtl. auch über mehrere Tage (sagen wir mal so 28 bis 35 kg) wie bereitet man sich darauf vor?
Welche Muskelgruppen müssen besonders trainiert werden (ich vermute mal so Rücken, Bauch, Oberschenkel? evtl. auch Trapez?) worauf ist, außer einem guten Rucksack, sonst noch zu achten?
Gruß,
Carsten

Snuffy
26.07.2005, 17:06
Trainier doch einfach mit dem Rucksack selbst :roll: :wink: .
Es kommt ja bei diesen Lasten auch nicht nur auf die Muskeln an. Häufig gibt es auch blaue Flecken bei entsprechend festen Gurten.

Was läge also näher als mit dem Rucksack zu trainieren?


Snuffy

derMac
26.07.2005, 18:42
Wie bei den meisten anderen Dingen ist die Technik wichtiger als die blose Kraft. Wenn der Rucksack gut passt und perfekt eingestellt ist, brauchst du keine gigantischen Muskelpakete. Aber die von dir erwähnten Muskelgruppen gehören doch sowieso zu den trainierenswerten. :wink:

Mac

Eisbär
26.07.2005, 18:50
Hi Carsten,

weiss ja nicht wie fit du bist oder wie sehr Dein Rücken trainiert ist.
Und ein Portion ehrliche Selbsteinschätzung gehört sicherlich auch dazu.
Stellst Du dann fest wenn Du ihn erstmal mit 20kg bestückst und dann immer mehr aufstockst.

Weiss auch nicht wieviel Vorbereitungszeit Du hast ...
Ansonsten würde ich ihn wirklich mal mit 20 kg anfangen zu belasten,und 2-3 kleinere Touren machen.
Auf 25 kg aufstocken und letztlich dann mit 30kg.

Für jemanden der das garnicht gewöhnt ist,oder einen völlig untrainierten Rücken hat,dem würde wahrscheinlich jeder abraten mit viel Gewicht eine grössere Tour zu machen.

Würde vorallem mal gerne wissen,wie stark man seinen Rücken überhaupt belasten darf.

semmi
26.07.2005, 18:53
An solche Lasten kann man sich nicht gewöhnen, man kann nur lernen, sie zu ertragen. Alles über 25 kg ist meines Erachtens schon bewundernswert viel. Ich dachte, ich müsste auch vor einer größeren Tour trainieren und bin mit nur 15 kg ca 40 km gelaufen. Fazit: am nächsten Tag tierisch Muskelkater im A..llerwertesten. Ich glaube, dass man gar nicht trainieren braucht, je nachdem wie lange man unterwegs stellt sich der Körper auf die Belastung ein und man findet optimalere Einstellungen für den Rucksack. Speziell bei den hohen Lasten die du vorhast zu tragen sind, denke ich, blaue Schultern (nicht tiefblau aber paar kleinere blaue Flecken) und Hüften die ersten anderthalb Wochen normal. Die verschwinden aber komischerweise trotz anhaltender Belastung. Gegen das Gefühl, die Schultern würden dir abfallen, öfters mal die Riemen nachziehen. Ich weis ja nicht was für Tagesetappen/Strecken du vor hast, aber mir haben 18kg+3 Liter Wasser +x kg Veschper, also ca. 20-24kg bei einem Tagesschnitt von 36 km mehr als gereicht, bei mehr Gepäck vielleicht kleinere Tagesetappen.
Im Gelände, abseits von Schotterwegen und Trampelpfaden, wirds dann entsprechend anstrengender...
Also: meines Erachtens kannst du dir das Training sparen, lieber noch mal bisschen riläxn...;)

derMac
26.07.2005, 19:05
Das ist in meinem letzten Text nicht wirklich rübergekommen, aber mit Technik meinte ich, dass man so einen schweren Rucksack idealerweise fast vollständig auf der Hüfte trägt. Wenn es auf den Schultern blaue Flecken gibt, macht man IMHO deutlich was falsch. Natürlich drückt es auch etwas an den Schultern und die tun auch weh, aber das sollte bei weitem nicht die Hauptbelastung sein. Größere Probleme bekommt an als untainierter eher in den Kniegelenken, aber ab der Hüfte aufwärts sollte es halb so wild sein. Wenn nicht, anderen Rucksack kaufen oder den vorhandenen besser einstellen.

Tainieren ist immer gut, aber ich denke, wenn man nicht ganz schwächlich ist, kann man auch einfach loslaufen. Mann muß ja nicht gleich mit langen Strecken anfangen.

Mac

Trekkman
26.07.2005, 20:31
Was hast du denn vor? Bis 35 Kg – Hilfe – nimmst du zusätzlich noch ein Faltboot mit?
Ich komme mit unter 20 Kg aus: Mind. 12 Tage, inkl. abendlicher Schnapps (is doch Urlaub).

Trainiert habe ich noch nie – hat aber den Nachteil, das die ersten 3 Tage recht mühsam sind. Was solls. Gehört bei mir dazu (bin zu faul zum trainieren).

Wenn du wirklich soviel schleppen musst hilft nur eins: Training, Training, Training! (Latschen! Latschen! Latschen!)
Das mit den Gurten auf der Hüfte und so ist ja schon gesagt worden. Mach mal deine Bauch- und Rumpfmuskeln superfitt. Wenn die gut drauf sind, stabilisieren sie den ganzen Körper. Rückenmuskeln und Armmuskulatur kannst du vernachlässigen (Vorsicht! Gefährliches Halbwissen). Guck mal auf meine Site unter "bewegung".

Mit nicht so ergeizigen Grüßen, Thomas

Eisbär
26.07.2005, 20:41
Das ist in meinem letzten Text nicht wirklich rübergekommen, aber mit Technik meinte ich, dass man so einen schweren Rucksack idealerweise fast vollständig auf der Hüfte trägt. Wenn es auf den Schultern blaue Flecken gibt, macht man IMHO deutlich was falsch. Natürlich drückt es auch etwas an den Schultern und die tun auch weh, aber das sollte bei weitem nicht die Hauptbelastung sein. Größere Probleme bekommt an als untainierter eher in den Kniegelenken, aber ab der Hüfte aufwärts sollte es halb so wild sein. Wenn nicht, anderen Rucksack kaufen oder den vorhandenen besser einstellen.

Tainieren ist immer gut, aber ich denke, wenn man nicht ganz schwächlich ist, kann man auch einfach loslaufen. Mann muß ja nicht gleich mit langen Strecken anfangen.

Mac

Aber sind 35kg nicht ein bissel zu krass um einfach damit loszulaufen?
Du hast es ja schon erwähnt das es auf Hüfte und Knie geht.
Es ist ja nicht gerade die Regel soviel zu schleppen.

Gibt es nicht sowas wie eine Faustregel,oder ein realistisches Gewicht wo man sagt,dass ist als gesunder Mensch ohne Probleme bzw. Folgen möglich?Denn mir erscheinen 35kg echt bissel viel.

Trekkman
26.07.2005, 21:04
Das ist in meinem letzten Text nicht wirklich rübergekommen, aber mit Technik meinte ich, dass man so einen schweren Rucksack idealerweise fast vollständig auf der Hüfte trägt. Wenn es auf den Schultern blaue Flecken gibt, macht man IMHO deutlich was falsch. Natürlich drückt es auch etwas an den Schultern und die tun auch weh, aber das sollte bei weitem nicht die Hauptbelastung sein. Größere Probleme bekommt an als untainierter eher in den Kniegelenken, aber ab der Hüfte aufwärts sollte es halb so wild sein. Wenn nicht, anderen Rucksack kaufen oder den vorhandenen besser einstellen.

Tainieren ist immer gut, aber ich denke, wenn man nicht ganz schwächlich ist, kann man auch einfach loslaufen. Mann muß ja nicht gleich mit langen Strecken anfangen.

Mac

Aber sind 35kg nicht ein bissel zu krass um einfach damit loszulaufen?
Du hast es ja schon erwähnt das es auf Hüfte und Knie geht.
Es ist ja nicht gerade die Regel soviel zu schleppen.

Gibt es nicht sowas wie eine Faustregel,oder ein realistisches Gewicht wo man sagt,dass ist als gesunder Mensch ohne Probleme bzw. Folgen möglich?Denn mir erscheinen 35kg echt bissel viel.

Erscheint mir auch suspekt. Der Beitrag "20-24kg bei einem Tagesschnitt von 36 km" von oben finde ich schon heftig. O.K., bin schon über vierzig – aber das muss hart sein (jedenfalls für mich).

Seit ihr denn alles Leistungswanderer (Lofoten-Padjelanta-Sarek-Mudus-InZweiWochenDurchmarschläufer)?

Ich schaff mal gerade die Hälfte oder so.

derMac
26.07.2005, 21:07
Aber sind 35kg nicht ein bissel zu krass um einfach damit loszulaufen?
Du hast es ja schon erwähnt das es auf Hüfte und Knie geht.
Es ist ja nicht gerade die Regel soviel zu schleppen.

Gibt es nicht sowas wie eine Faustregel,oder ein realistisches Gewicht wo man sagt,dass ist als gesunder Mensch ohne Probleme bzw. Folgen möglich?Denn mir erscheinen 35kg echt bissel viel.
Ja, 35 kg sind etwas viel. :wink: Ich war eher von den 28 ausgegangen (und auch das ist schon viel). Aber wenn man halt aufhört, wenn der Körper überlastet ist, dann passiert IMHO auch mit 35 kg nicht viel. Man sollte das Ganze halt nicht als Wettkampf sehen. Schießlich soll das für die meisten hier Urlaub sein. :old:

Ich hab mal gehört, dass der Körper 1/4 seines Gewichts zusätzlich recht problemlos verkraftet, hab aber keine Ahnung ob das wissenschaftlich belegt ist. Ich hab auch nichts gegen trainieren, eher im Gegenteil. Aber wenn jemand pauschal spezielle Muskelgruppen trainieren will, dann werden andere vernachlässigt. Also einfach normal fit halten und darauf achten, dass der Rucksack gut sitzt. Der Rest wird dann auf der Tour gestärkt.

Mac

Snuffy
26.07.2005, 21:49
Der Rest wird dann auf der Tour gestärkt.

Mac

Na das sehe ich als Forumsmeckertuete ein wenig anders. : )

Wenn der Muskelaufbau nicht da ist können diese die Gelenke auch nicht (unter)stützen somit erfolgt die Dämpfung auch nicht mit den Muskel, sondern mit dem Knorpel und Bänder. Dies ist garantiert nicht gut auch wenn man es selbst nicht merkt. Durch die Überbelastung werden die Muskel auch nicht "besser".

Ahso frag dochmal nen 250kg Mann wieviel Rucksackgewicht er gut tragen kann ; ) ; ) (2 Smilies damit das auch jeder erkennt)

Will jetzt hier keine Grundsatzdiskussion auslösen aber sag doch mal was DU vor hast und gib die Packliste mit an, vll kann man noch was optimieren und deine Gelenke freuen sich auch.


Snuffy

Hannes1983
26.07.2005, 21:54
HI!!!!

Also ich hab schon des öfteren schwere Lasten auf meinen Trips getragen. Ich hab die Erfahrung gemacht, dass der Körper sich an ein solches Gewicht innerhalb von einigen Lauftagen gewöhnen kann. So geht es mir immer.
Als Beispiel: Ich bin mit meinem Bruder den Westweg im Winter mit 30 kg in 7 Tagen gelaufen. Anfangs war das Gewicht nicht gerade angenehm, aber nach 3 Tagen empfand ich die Last gar nicht mehr so schwer. Es kommt natürlich auch auf deine Grundmuskulatur an. Wenn einem am ersten Wandertag der Rücken dermaßen weh tut, dann ist das wohl auch keine Gewöhnungssache mehr, dann ist es definitiv zu viel für deinen Rücken. Aber an den ersten Wandertagen einen verspannten Rücken zu haben ist normal, das legt sich dann Tag für Tag.
Ich würde ein paar Tage vor deiner eigentlichen Wanderung, den Rucksack mit 25kg befühlen und dann täglich einige Kilometer laufen.

Gruß Hannes

Erny
26.07.2005, 22:01
35 kg ist krass. Da würde ich nur noch auf alle vieren gehen. Die erstent 3 Tage sind sowieso die schlimmsten. Danach gewöhnt man sich daran. Nach 2 Wochen kann man dann laufen, wie ein junger Gott, leider hört dann oft schon bald er Urlaub auf.

Carsten
26.07.2005, 22:07
sag doch mal was DU vor hast und gib die Packliste mit an, vll kann man noch was optimieren und deine Gelenke freuen sich auch.


Naja es geht ums Militär. Ich habe zwar das Glück mir meinen Rucksack dort frei aussuchen zu können, trotzdem wird auf den Märschen halt immer ein bestimmtes Gewicht vorgeschrieben (erzeugt ein ambivalentes Verhältnis zum Chef :D ). Deshalb kann ich da halt auch nichts optimieren.

derMac
26.07.2005, 23:03
Naja es geht ums Militär.
Dann bist du in deinen Möglichkeiten (Tragesystem, Gewichtsoptimierung, Weglänge) ja ziemlich eingeschränkt. :bg: Ich würde aber trotzdem möglichst allgemein trainieren da beim Rucksacktragen sehr viele Muskelgruppen beteiligt sind. Bei Überlastung musst du dich aber schon an deinen Chef wenden. :wink:

@Snuffy
Wenn die Muskelkraft nicht da ist merkt man das recht schnell und sollte halt aufhören. Ich bezog mich auch nicht auf Leute die kaum stehen können (weil zu wenig Kraft fürs Körpergewicht). Für die wird natürlich alles zu viel. Aber ein 250 kg Mann, der sich noch normal bewegen kann (wenns sowas gibt), wird mit 60 kg mehr auch kein Problem haben.

Mac

jasper
26.07.2005, 23:15
Nach 2 Wochen kann man dann laufen, wie ein junger Gott, leider hört dann oft schon bald er Urlaub auf.

Dann solltest du es vielleicht auch mal mit dem AT ausprobieren! :wink:

Die Frage hier ist, will ich moeglichst viel Gewicht in kurzer Zeit transportieren oder moeglichst viel Strecke in kurzer Zeit zuruecklegen. Im Urlaub finde ich ist beides Fehl am Platz. Aber jeder ist seines Glueckes Schmied und daher will ich hier auch gar nicht weiter darueber diskutieren.

Ich merke auch, dass es nach ein paar Tagen schon viel besser geht.

Einfach mal den Rucksack voll 10 kg laden, 5km laufen. Am uebernaechsten Tag 11 Mehltueten (kannst natuerlich auch Zucker, H-Milch, Gewichte oder was auch immer nehmen) rein und 5 km laufen ... und so weiter ... Wenn du dann 25 Mehltueten drin hast und insgesamt 80 km gelaufen bist, sollte die Muskulatur eigentlich schon einigermassen aufgebaut sein.

MfG,

J.

Eisbär
26.07.2005, 23:34
Fürs Militär also ...
Warum erinnert mich das nur an unseren 30 km Marsch beim Bund! :roll:
Mit über 20Kg auf dem Rücken ,und dann noch dieses elend schwere MG um den Hals.
Ausgerechnet ich musste natürlich das MG auf den Märschen schleppen.
Und alle 50 Meter hat er natürlich Deckung geschrien,dass dumme piep. :grrr:


Und das einem aufstehen so schwer fallen kann,wusste ich bis dahin auch noch nicht. :bg:

MaMa
27.07.2005, 08:58
Wie Mac schon gesagt hat, sitzt eigentlich fast das ganze Gewicht idealerweise auf der Hüfte. In wie weit dies bei deinen zur Auswahl stehenden Militärrucksäcken funzt wirst u bald merken. :D oder :ill: .

Wichtig ist eine gute Beinmuskulatur. Egal ob das Gewicht auf der Hüfte "steht" oder auf den Schultern hängt, bei 35 kg hast du ein Gefühl, als ob es dich ungespitzt in den Boden rein drückt. Mit jedem Schritt musst du deine Last hochdrücken, und bei jedem Schritt bergab in den Knien auffangen. Wenn du auf kraftlosen Stelzen daher kommst :bg: wirst du schon nach wenigen Kilometern das Flattern im Schenkel bekommen.

Im Oberkörper ist vor allem die Rumpfmuskulatur gefordert, um den Oberkörper trotz dem Gewicht am Rücken aufrecht zu halten. Und nach einiger Zeit hat auch dein Kleinhirn kapiert, dass dein Schwerpunkt plötzlich weiter hinten liegt.

HTH

semmi
27.07.2005, 12:21
fürs Militär also...
Na dann viel Spass, wenn du deinen kostbaren Rucksack durch den Dreck ziehen darfst...

Ernsthaft: wenn er für dienstliche Zwecke eingesetzt werden soll, kann der Rucksack z.B. net rot oder gelb oder so (na schrill farbig) sein. Das Arbeitstier, das ich so gesehen hab, waren Vulcan und neuerdings Atlas (Version: ?), beide Berghaus. Und in Flecktarn gabs auch ein Riesenteil, glaube von einer mir leider nicht bekannten israelischen Firma. Von den Trageeigenschaften her waren alle AGA-geschädigten natürlich zufriedener als mit den Standardmodellen. Dann gibts ja noch Modelle der Firma Bergans, mir jedoch nichts darüber bekannt.
Tja, wirds dienstlich, dann werden die Rucksäcke auch mal etwas ruppiger behandelt (habe Vulcans gesehen, die sahen aus wie ne überfahrene Kröten, wahrscheinlich in der Waschmaschine gewaschen) deshalb, wenns nur bei moderaten 35kg bleibt, würd ich mir überlegen, statt 200€ für Atlas 400€ für ?? auszugeben. Es sei denn du musst 60kg und mehr schleppen (hab ich gehört bei den Scharfschützen käme so was vor), dann: nur das beste und teuerste..
Viel Spass bei was/wem auch immer ;)

Eisbär
01.08.2005, 21:15
Kennt Ihr nach der Tour eigentlich auch das Gefühl, die Schultern nicht mehr bewegen zu können oder dieses ziehen wie Muselkater?

Wenn ja,bei wieviel Kilo und auf welcher Streckenlänge?
Und was macht ihr dann eigentlich bei einer mehrtägigen Tour?

Ich habe keine Lust immer nur Basecamp zu machen ... ;)

42929
04.08.2007, 19:55
Hallo!

Zusätzlich zu der Gewöhnung an schweres Gewicht würde mich interessieren, ob man sich auch an die Scheuerstellen an den Hüften gewöhnen kann ;).

War jetzt auf meiner ersten Tour mit Gepäck für mehr als einen Tag. (Incl. Zelt und Essen und alles). Waren glaub ich "nur" 14 kg Gepäck, aber wie ich feststellen musste tut das jetzt an den Hüften ganz schön weh.

Hab jetzt schon mehrfach gelesen, dass sich das nach ein paar Tagen legt, aber wie haltet ihr die Zeit, bis das mit den Hüften wieder ok ist aus? :bg:

MfG
Martin

barleybreeder
04.08.2007, 20:32
Hallo!

Zusätzlich zu der Gewöhnung an schweres Gewicht würde mich interessieren, ob man sich auch an die Scheuerstellen an den Hüften gewöhnen kann ;).

MfG
Martin

Hi Martin,

normalerweise gibt sich das. Das Problem habe ich bei meinem Gregory Palisade auch auf fast jeder Tour. Bekanntermaßen hat Gregory relativ feste Hüftgurte.
Auf der diesjährigen Islandtour mit 20 Kilo Gepäck bekam ich wie gewohnt Druckstellen welche die ersten 2 Tage etwas unangenehm waren. Nach 3 Tagen hatte ich zwar blaue Flecke die sich im Laufe der Zeit gelb verfärbten, aber der schmerzhafte Druck war verschwunden. Nach ein paar Tagen konnte ich den Hüftgurt so fest anbrummen wie ich wollte.
Bei meinem Kumpel mit seinem Lowe Alpamayo sah die Hüfte sogar noch schlimmer aus, obwohl er wesentlich weniger zu schleppen hatte. Aber auch er gewöhnte sich schnell daran.

Einfach mal eine längere Tour machen!;-)

Komtur
04.08.2007, 20:48
Hallo!

Zusätzlich zu der Gewöhnung an schweres Gewicht würde mich interessieren, ob man sich auch an die Scheuerstellen an den Hüften gewöhnen kann ;).

"Scheuerstelle" oder Druckstelle?

Scheuer - ist wenn die obere Hautschicht aufgeraut ist und sich ablöst - gar nicht gut. Vielleicht falsche Wäsche an der Stelle oder Gurt zu locker. Scheuern darf da nichts. Wenn Du etwas ganz glattes anziehst, hilft das - Damenstrumpfhosen :bg:

Druck - blaue Flecken weil an einer Stelle zu viel Gewicht auf den Knochen drückt. Das gibt sich. Eventuell mal den Gurt etwas höher setzen. Vorne sollte er ca. 1cm unter dem Bauchnabel sein.

Beim Laufen auch mal etwas variieren. Mal den Gurt sehr stramm und die Schulter gurte locker. Nach einiger Zeit die Schultergurte etwas fester. Dann später die Schultergurte so fest, das sie beinahe das ganze Gewicht tragen und den Hüftgurt sehr locker.

Auf Gefällstrecken kann der Hüftgurt etwas gelockert werden, um die direkte Gewichtsübertragung auf Waden und Oberschenkel zu reduzieren, die der Hüftgurt normalerweise bewirkt. Die Schultergurte sollten dann besonders stark angezogen werden.

In unwegsamem Gelände und an Steigungen ist es sinnvoll, die Rückenlänge justieren zu können. Wenn der Hüftgurt höher auf dem Hüftkamm sitzt, können sich die Beine freier bewegen. Gleichzeitig sollten die Lagekontrollriemen am Hüftgurt nicht zu fest angezogen werden, da dies die natürlichen Bewegungsabläufe des Körpers behindert.



Hab jetzt schon mehrfach gelesen, dass sich das nach ein paar Tagen legt, aber wie haltet ihr die Zeit, bis das mit den Hüften wieder ok ist aus?

Siehe oben :D

Gruß

Dirk

42929
04.08.2007, 21:44
"Scheuerstelle" oder Druckstelle?

Scheuer - [...]

Druck - [...]


Okay - Druck. Kein Scheuern. Ansonsten Danke für die Infos. Mal gucken, wie es meinen Hüften nach ner längeren Tour geht. In 2 Wochen weiß ich mehr :bg:.

MfG
Martin

Poldi
05.08.2007, 10:11
Eventuell mal den Gurt etwas höher setzen. Vorne sollte er ca. 1cm unter dem Bauchnabel sein.

Rein interessehalber: wie kommst du auf diesen Wert? Und wie misst du das dann nach?

Komtur
05.08.2007, 10:48
Rein interessehalber: wie kommst du auf diesen Wert? Und wie misst du das dann nach?

Das Polster des Hüftgurtes sollte auf dem Hüftkamm (Knochenauswölbung des Beckens rechts und links) sitzen (bei Rucksäcken mit viel Gewicht). Dann kann er nicht runterrutschen und trägt den Großteil des Gewichts.
Der Gurt liegt dann vorn (ohne Polster) ca. 1 - 2 cm unter dem Bauchnabel. Mag sein, das es bei manchen Rucksäcken oder Menschen geringfügig anders ist. Soweit mir bekannt passt es dann.

"Messen"? - Einfach mal einen Finger quer unter den Bauchnabel halten. Darunter sollte dann der Hüftgurt verlaufen. ;-)

Hat man den Gurt etwas tiefer, klemmt man den Musculus tensor fasciae latae oder Schenkelbindenspanner (verläuft seitlich vom Hüftkamm nach unten) ein, der unter anderem zur Stabilisierung des Oberschenkelknochens benötigt wird.
Schmerzt dann bei jedem Schritt und gibt Muskelkater.

Hat man den Hüftgurt zu hoch, wird der Bauch gequetscht - auch nicht gut, da man keine Luft mehr bekommt.

Gruß

Dirk

Sboarder
05.08.2007, 19:00
Kann man da nicht im Vorfeld irgendwas tun? Ich denke jetzt an irgendein Hautpflegeprodukt wie z.B. Melkfett...

rumtreiberin
05.08.2007, 20:47
Melkfett hilft garantiert nicht gegen Druckstellen bis hin zu blauen Flecken - und grade was blaue Flecken betrifft: Es gibt Leute die kriegen die wenn man sie nur scharf anguckt - und dagegen gibts meines Wissens nichts was man vorher unternehmen kann. Ich seh öfter mal fast aus als wäre ich unter die Räuber geraten und hätte ordentlich was abgekriegt, kann mir aber größtenteils nicht mal erklären wo ich angeeckt bin, so schnell geht das. Man kann allenfalls hinterher heparin- oder hirudinhaltige Salbe draufschmieren daß sich das schneller wieder verteilt und auflöst.

42929
05.08.2007, 21:09
Die blauen Flecken ansich sind mir dabei ja noch egal. Das tut nur ziemlich weh :D. Jaaa jaaa ich weiß - Ich bin ein Weichei :bg:

Hab das mit Bauchnabeltest mal vor dem Spiegel gemacht. Also ich glaube, wenn der Gurt ca. einen cm unter dem Baunabel her läuft, ist der Hüftgurt schon fast zu tief. Wobei - Ich habe ziemlich hohe Hüften. Von daher würde ich sagen, weichen diese Werte je nach Anatomie des Rucksackträgers ab.

In erster Linie sitzt der Hüftgurt doch richtig, wenn man ein angenehmes (leichtes) Tragegefühl des vollen Rucksacks hat, oder?

In erster Linie verlasse ich mich jetzt darauf, dass sich das mit den Druckstellen nach einigen Tagen legt.

MfG
Martin

boehm22
05.08.2007, 23:52
Ich denk das ist einfach Gewohnheitssache.

Blaue Flecken mit 20+ kg im Rucksack hatte ich nur die ersten paar Touren, mittlerweile hat sich wohl der Hüftgurt perfekt angepasst und es drückt nix mehr.

Tyrion
07.08.2007, 12:25
Wenns um Leistungsmärsche geht, dann kann ich nur zu Hantelscheiben und Wasserflaschen raten. Die Hantelscheiben ganz ganz eng am Rücken bringt schon einiges vom Tragekomfort. Und wenn ihr ne Möglichkeit habt irgendwo Wasser zu tanken: Am Anfang 5 Flaschen voll machen, außerhalb der Sichtweite auskippen und vorm Ziel wieder füllen.

Viel Glück beim laufen

barleybreeder
07.08.2007, 13:20
Wenns um Leistungsmärsche geht, dann kann ich nur zu Hantelscheiben und Wasserflaschen raten. Die Hantelscheiben ganz ganz eng am Rücken bringt schon einiges vom Tragekomfort. Und wenn ihr ne Möglichkeit habt irgendwo Wasser zu tanken: Am Anfang 5 Flaschen voll machen, außerhalb der Sichtweite auskippen und vorm Ziel wieder füllen.

Viel Glück beim laufen

Bei was für einer Truppe warst Du denn? So schlau waren bei uns neben den Rekruten auch die Ausbilder. Rucksackkontrolle und in deinem Fall neu packen wäre angesagt gewesen, und das bei jedem Leistungsmarsch!:bg:

42929
07.08.2007, 13:38
Bei was für einer Truppe warst Du denn? So schlau waren bei uns neben den Rekruten auch die Ausbilder. Rucksackkontrolle und in deinem Fall neu packen war angesagt und das bei jedem Leistungsmarsch!:bg:


TOTAL AGREE :bg:

SwissFlint
07.08.2007, 16:43
was ich noch anfügen wollte....

Muskeln kann man in wenigen Tagen trainieren.. aber die Sehnen/Bänder nicht, die brauchen Wochen/Monate...

Also.. bevor ihr unvorbereitet Gewaltsouren macht, doch einige Monate vorher anfangen zu belasten!

42929
07.08.2007, 18:25
Ich denke mal, dass bis 17 kg und 2 Wochen Tour nicht zwangsläufig als Gewantstour zu bezeichnen ist, bei der die Bänder und Sehnen zu sehr belastet werden, oder?

MfG
Martin

SwissFlint
07.08.2007, 18:42
Hallo Martin
wenn du bis jetzt schlaff vor dem PC gehangen bist würde ich schon mit etwas Bewegung beginnen *smile

Es ist einfach so, dass die Sehnen bei Extrembelastungen schnell reissen, und man sich nicht bewusst ist, dass die viel länger brauchen als Muskeln um sich aufzubauen...
Haben wir immer wieder bei Skifahrern und Kletterern beobachten können.

Ich dachte immer ich hätte einen starken Rücken, habe aber nie wirklich schwere Rucksäcke getragen.. musste dann mit 40 feststellen, dass meine Beine nicht gleich lang waren (nach div. Sehnenverletzungen beim Skifahren in der Jugend) und dass der Rücken krumm wurde und 4 Diskushernien begannen.

Ihr seid hier alles starke Leute, die grosse Touren vorhaben... aber ich denke Vorausplanen und ev. nur das Nötigste mitnehmen gehört zu Vorbereitung.
(Ich erinnere mich, dass ich 8 kg Rucksack dabeihatte und Kollege 35 kg - ich brauchte 6 Stunden bis zur Hütte, da untrainiert, er ist nach 3 Stunden zusammengeklappt, nach 90% des Weges, er hatte einfach zuviel eingepackt für eine Woche).

42929
07.08.2007, 19:20
Nungut .. ist ja nicht so, dass ich nur Museln in den Fingern habe ;).

Beim beim dehnen nach dem Sport merkt man ja, dass man schneller stärker wird, als dass man sich weiter dehnen kann.

War mit 14 kg 2 Tage unterwegs ... bis auf die bereits erwähnten Druckstellen und ein paar Schulterschmerzen (die meines Erachtens, und ich bin ein Weichei, nicht weiter schlimm waren) hatte ich keine größeren Probleme.

Von daher denke ich, dass ich mir keine unschaffbare Last auferlege. Darüber hinaus hatte ich ja nicht vor nen Dauerlauf zu machen, sondern (da es ja Urlaub ist) relativ gemütlich meine Strecke reiße.

MfG
Martin

Komtur
07.08.2007, 22:16
Muskeln kann man in wenigen Tagen trainieren.. aber die Sehnen/Bänder nicht, die brauchen Wochen/Monate...

"Muskeln ... in wenigen Tagen" ???

Also ich habe für 35 Kilo Muskeln 15 Jahre gebraucht. So schnell geht es nun nicht.
Muskeln wachsen nur dann wenn sie überfordert werden. - Der Körper merkt - Aha, ich war zu schwach - und baut auf. Aber das geht recht langsam.
Man kann also nicht 4 Wochen mit einem 30 Kilo Rucksack rumlaufen und dann erwartet der Körper trägt ihn wie 5 Kg. :hahaa:

Die Muskeln gewöhnen sich aber recht schnell an eine größere Belastung, der Muskelkater (Mikrorisse in den Fasern) verheilt und es wird mehr Energie eingelagert (Glykogen, Kreatin, ATP).

Es ist auch vollkommen richtig, dass Sehnen und Bänder noch wesentlich länger benötigen. Sie sind geringer bis überhaupt nicht durchblutet und bekommen Nährstoffe nur durch das umgebende Gewebe.

Um jedoch den ärgerlichen und schmerzhaften Muskelkater während der Tour zu vermeiden, sollte man rechtzeitig vorher anfangen (6 Wochen) mit dem Rucksack zu laufen. Erst mit leichtem Gewicht, dann in der letzten Woche vorher mit dem Endgewicht. 2 bis 3 mal die Woche sollte reichen.

Dann sieht man auch, wie weit man ohne Schmerzen kommt --- oder verflucht den doch zu vollgepackten Rucksack und überlegt was man wirklich benötigt.
;-)

Gruß

Dirk

42929
24.08.2007, 01:58
Hallo!

Also nach meinen paar (noch nicht wirklich repräsentativen) Erfahrungen würde ich sagen, dass man sich relativ schnell an den Rucksack gewöhnt.

Eigentlich ist das ja wie bei jedem "normalen" Training. Beim ersten mal ist man halt nix gewöhnt und dann tuts im Nachhinein ziemlich weh. Wenn man aber im Training bleibt, gibts auch keine Folgebeschwerden mehr.

MfG
Martin

Der Entenmann
24.08.2007, 11:15
Ich denk das ist einfach Gewohnheitssache.

Blaue Flecken mit 20+ kg im Rucksack hatte ich nur die ersten paar Touren, mittlerweile hat sich wohl der Hüftgurt perfekt angepasst und es drückt nix mehr.

Genau das ist auch meine Erfahrung: Die ersten 75% der perfekten Rucksackeinstellung kann man von Hand machen, der Rest geht von selber im Laufe der Kilometer.

Zum Thema Dienstrucksack:
Versuch mal dem netten Herren aus der Kleiderkammer (Halt, jetzt ja BWDlZ) einen "Einsatzrucksack Spezialkräfte Typ II (Auch bekannt als Pfullendorf-Rucksack) abzuschwatzen.
Absolut genial die Dinger, und mit einer 6l-Trinkblase braucht man für den Standardmarsch (30km, 10 kilo) nicht mal mehr Gewichte. Der Hüftgurt ist super, die Schultergurte sind von der Einstellung her etwas komisch, aber wenn sie sitzen kann man damit vom Oberkörper her den ganzen Tag lang laufen.

alaskawolf1980
24.08.2007, 13:04
Wie bei den meisten anderen Dingen ist die Technik wichtiger als die blose Kraft. Wenn der Rucksack gut passt und perfekt eingestellt ist, brauchst du keine gigantischen Muskelpakete. Aber die von dir erwähnten Muskelgruppen gehören doch sowieso zu den trainierenswerten. :wink:

Mac

Da hat Mac vollkommen Recht. Habe auch jedes Jahr ein paar wunde Stellen hier und dort gehabt auf Trekkingtouren in Skandinavien. Auch bei Rucksackwechsel hat sich da keine große BEsserung eingestellt gehabt. Auf der letzten Tour habe ich wieder beim Laufen lange nachgedacht und wieder angefangen mit experimentieren der Einstellungen. Ich brauchte die Rückenlänge nur um einen winzigen Hauch zu verkürzen und plötzlich waren alle Probleme wie weggeblasen. Nichts hat mehr gedrückt oder gestört. Alles also nur eine Einstellungssache. Die zu finden ist aber manchmal eine langwierige Sache.

jeskodan
03.11.2007, 19:57
eimfach mit dem rucksack tranieren würde ich auch e,mpfehlen.

ich pack mir jetzt immer 1-2 mal pro woche zwei 1,5 er six pack hinten rein, fixieren das alles mit den riemen und stopf mit nem schlafsack und lauf dann los ( wohn in stuttgart und lauf einfach zur nächsten s-bahn station, das geht so ca 300hm rauf und 9km weit)
da ist denk ich ganz gut, zumindest hab ich letztens auf ner solotour meiun rucksack ( aber nur 15kg) 7 h am stück ohne absetzen ( nur 2 mal kurz essen rausgehlot) relativ problemlos getragen.

gerade becken und schulter druckstellen sind echt gewöhnung.

scih würde allerdings nicht sagen das die schultermuskulatur egal ist. ich persöhnlich finde sie enorm wichtig, den nur kraft in den beinen langt auf keinenfall, sonst hängt man im rucksack nur drin und läuft schepp.

Tie_Fish
06.01.2008, 13:00
Hallo,
nun mein erster Beitrag hier im Forum! Hallo Folks!

Ich habe innerhalb eines dreiviertel Jahres von 116 auf 100 kg mit FDH und Mountainbike abgespeckt (bin 2m gross) und will noch etwas runter. Der Rucksack auf Tagestouren ist schon merklich leichter, vor allem in den Bergen.

Wie ist eure Einstellung dazu, bei gleichem Sport und Trainingsanteil vor der Tour sagen wir mal 10kg abzuspecken, wenn man diese Polster noch auf der Hüfte hat. Vieviel nimmt man bei 3 Wochen a 35km täglich ab (Selbstkocher) - oder gibt es Leute, die dabei zunehmen? Bei einer Woche habe ich 1 Pfund abgenommen...

Danke für Tipps!

TIE

Eldun
31.10.2008, 18:44
Hab den Thread leider erst jetzt gelesen...:(
Zu der Frage, wieviel Gewicht man ungefähr (!) tragen sollte, bzw. wieviel dann eigentlich nicht mehr...:
Als Faustregel lässt sich sagen, dass ein erwachsener Mensch zwischen 20% und 25% seines Körpergewichts relativ problemlos tragen kann. Aber auch das ist natürlich wieder abhängig von persönlichem Trainingsstand und der richtigen Einstellung des Rucksacks. Für Kinder gilt die Regel, dass das Rucksackgewicht bis zu einem Alter von ungefähr 14-16 Jahren keinesfalls 5% bis 10% des Körpergewichtes übersteigen sollte.
Ach ja, wen's interessiert, die Bundeswehr geht in diesem Zusammenhang übrigens von 33% des Körpergewichts aus, aber das hat ja dann auch nichts mehr mit "Urlaub" zu tun und ein bisschen Spaß machen sollte die ganze Sache ja auch noch:bg:

hasufell
03.11.2008, 14:08
wurd ja schon fast alles gesagt, wenn kurze Tour, dann kannste dir Vorbereitung sparen, dein Körper kommt vermutlich ins Uebertraining, aber das is dann ja auch wurst

wenn längere Tour, net vergessen, dass Gelenke auch ueberbelastet werden und nicht nur Muskeln und Sehnen. Besonders gefährlich ist es, wenn deine Beine net gleich lang sind oder die Hueftstellung net ganz gerade ist (haben mehr Menschen als man glaubt), zwar nur sehr geringfuegig das man es im Alltag und auch beim joggen kaum merkt, aber wenn 40kilo auf dem ruecken sind merkt man es mit Sicherheit

Muskelkater ist noch das geringste Problem, den kann man ignorieren, aber Gelenkschmerzen im Knöchel, in der Huefte, in den Knien und gerne mal auf dem Ruecken, weil man sich lieber beugt anstatt die Muskelgruppen des unteren Rueckens zu belasten ist dann ne andre geschichte.

Fuern Leistungsmarsch bei der BW kann man sich ja gerne alles vollkloppen, das ist Kurzzeitbelastung. Wird man halt nur mit Blasen beschenkt, weil der Dienstherr so hervorragende Wanderstiefel zur Verfuegung stellt ;)

edit: was längere Tour ist ist jetzt schwierig zu sagen, aber ich wuerd mal pauschal sagen mehr als 14 tage.

cast
04.11.2008, 11:59
Ein Freund war bei der US Army.
Airborne Ranger.
Die sind komplett mit 60 Kilo aus dem Flugzeug raus und nach dem Sprung weiter mit 45 Kilo.
Der gute Mann ist kein Muskelberg, aber voll austrainiert. Gehen tut das schon.
Nur warum sollte man sich so etwas freiwillig antun?
Für mich ist bei 25 Kilo Schluß mit lustig und wenn es geht, nicht über 20.
Gute Militärrucksacke gibts von den meisten großen Herstellern, selbst
von denen
http://leaf.arcteryx.com/

Das Geschäft kann sich keiner entgehen lassen.
Hier gibts eine gute Auswahl.

http://www.dezentral-munster.de/v2/index.php?cat=c241_Rucksack---Zubeh-r.html

hasufell
05.11.2008, 19:09
Ein Freund war bei der US Army.
Airborne Ranger.
Die sind komplett mit 60 Kilo aus dem Flugzeug raus und nach dem Sprung weiter mit 45 Kilo.
Die interessante Frage ist ja, wie lang war der Einsatz?

luschnouar
05.11.2008, 19:25
also zu militär muss ich jetzt auch mal was sagen....war damals in meiner Wehrzeit auch mit ca. 35kg unterwegs mit veraltetem Hüftgurt und son dreckssack wo einfach auf vier ösen/haken aufgehangen war (2. WK-U.S. Armee) damals waren wir von mittwoch morgen bis freitag mittag unterwegs mit nachtalarmen, gesicherte märsche und der ganze schass halt.
und ich leb jetzt noch, war zwar anstrengend und hatte krass rote schultern und blasen aber es ging.


grüsse stefan

NoPanik
05.11.2008, 20:04
25 Kilo und mehr..

nimm nen Muhli mit.. der trägt das ( fast ohne zu murren) verpflegt sich selber :bg: und wenn du müde bist trägt der sogar noch dich... und wenns kalt ist hast du noch was warmes zum Kuscheln..... :lol:

nein im ernst.. 30 und mehr KG.. hast du da nicht etwas viel dabei??? laß doch einfach die Ersatzgarnitur nr. 4 zu Hause. Man soll das Zeug auch waschen können. Oder schränke dich beim Futtern ein - hier ist in der Regel am meisten rauszuholen was Gewicht angeht - auch ohne auf das ein oder andere Leckerli zu verzichten...

cast
06.11.2008, 10:35
Die interessante Frage ist ja, wie lang war der Einsatz?


Egal wie lange, ein paar EPA´s und Batterien mehr oder weniger.....,
aber laut seiner Aussage: in Exjugoslawien 1-2 Wochen, Irak 1. und 2. Mal, bis zu einer Woche, OHNE Unterstützung (Fernspäher).
Aber eigentlich ist die Ausrüstung immer gleich.
Problem ist, daß alles immer mehr wird (vorallem Elektronik) und die Teile, wenn auch noch so leicht, sich immer mehr summieren.
Wenn man mal die rein militärische Ausrüstung wegrechnet, ist die Last eigentlich leicht.

Ivo
10.11.2008, 08:37
Ich kenne auch so einen Typen, der war Ausbilder in der Legion in Calvi (2.REP).
Egal wie lange die unterwegs waren, es kam immer fast alles mit. Die hatten sogar den Dienstanzug mit im Rucksack!!! :hahaa:

In meinen acht Jahren beim Bund, habe ich auch einige Kilometer mit Rucksack zurueck gelegt.
Zwar war ich eher der Schreibtischtaeter (S6) aber ab und an durfte auch mal Regen an meinen Sachen kommen :motz:
Die normalen Maersche waren mit 10kg, wenns mal was spezielles war, auch mal gerne knapp ueber 20kg. Wenn der Rucksack aber zu voll war, hab ich lieber nicht gewogen ;-)
Vllt etwas OT:
Der Rucksack der Bundeswehr (der in Flecktarn, nicht dieser olive Muellbeutel) ist auch nicht gerade fuer laengere Touren zu empfehlen. Ich habe aber die Erfahrung gemacht ein schlechter Rucksack, aber gute Schuhe ist eine passende Wahl. Bei uns gabs die Regel, wenn in Form und Farbe den dienstlichen enspricht, kannst Du das nutzen -> also Stiefel, schwarz = Han Waag.

Ivo

Doncato
11.11.2008, 16:36
Also mein Kumpel der kennt einen, der war im Musikkorps der BW und hat dort kräftig auf die Pauke gehauen. Wenn der mit dem Ding marschieren musste, ist da locker ein Zentner zusammen gekommen. In die rechte Hand hat er immer noch ne Tröte genommen, um den Schlaffis den Marsch zu blasen. :ignore:

hasufell
12.11.2008, 09:14
Oder schränke dich beim Futtern ein - hier ist in der Regel am meisten rauszuholen was Gewicht angeht - auch ohne auf das ein oder andere Leckerli zu verzichten...
OT: halte ich fuer ein Geruecht, gerade Leckerlis besitzen den höchsten Energiewert pro Gewichtseinheit.
Generell liegt man meistens beim wandern sowieso deutlich unter dem benötigten Energielevel. Fuer 1-2 wochen is das natuerlich kein Problem. Ich habe auf 800km 15kg abgenommen, soviel dazu und es war ne Menge Schokolade und Spaghetti dabei.

Also nicht am falschen Ende sparen es sei denn man will ne Hungertour machen.

und ich kenne auch einen Freund der kennt einen Freund, der ist beim KSK und die schleppen 60kg, weil die ja jeden Schrott auf ihren Einsätzen brauchen und es keine Hubschrauber, Autos oder ähnliches gibt und man auf verdeckten Einsätzen den ganzen Haushalt braucht, damit man langsamer vorrankommt... :roll:

cast
12.11.2008, 10:49
und ich kenne auch einen Freund der kennt einen Freund, der ist beim KSK und die schleppen 60kg, weil die ja jeden Schrott auf ihren Einsätzen brauchen und es keine Hubschrauber, Autos oder ähnliches gibt und man auf verdeckten Einsätzen den ganzen Haushalt braucht, damit man langsamer vorrankommt...

:roll:

Rechne mal ganz einfach deine Tourenausrüstung für eine Woche inklusive Zelt und Verpflegung und dann oben drauf
Gewehr, Pistole, Munition, Funkgerät, Nachtsichtgerät, Helm, Splitterweste, Batterien, Optik usw und so fort. Da sind 45 Kilo schnell beisammen.
Fahrzeuge sind für Fernaufklärer kontraproduktiv, die springen ab und dann wird gelaufen.
Also es geht, aber die Jungs für solche Einsätze sind i.d.R. zwischen 18 und 35 und machen den ganz lieben langen Tag nix anderes als Training und nach 20 Jahren Dienst ist es auch vorbei damit und die Bandscheiben und Gelenke melden sich erst viel, viiiieel später.
Aber die sind ja gut krankenversichert, für amerikanische Verhältnisse.

hasufell
13.11.2008, 09:16
:roll:

Rechne mal ganz einfach deine Tourenausrüstung für eine Woche inklusive Zelt und Verpflegung und dann oben drauf
Gewehr, Pistole, Munition, Funkgerät, Nachtsichtgerät, Helm, Splitterweste, Batterien, Optik usw und so fort. Da sind 45 Kilo schnell beisammen.
Fahrzeuge sind für Fernaufklärer kontraproduktiv, die springen ab und dann wird gelaufen.
Also es geht, aber die Jungs für solche Einsätze sind i.d.R. zwischen 18 und 35 und machen den ganz lieben langen Tag nix anderes als Training und nach 20 Jahren Dienst ist es auch vorbei damit und die Bandscheiben und Gelenke melden sich erst viel, viiiieel später.
Aber die sind ja gut krankenversichert, für amerikanische Verhältnisse.
Gewehr, Pistole, Munition = 6-7 kg
Funkgerät = IdZ, sprich ein paar hundert gramm
Nachtsichtgerät= halbes kilo
helm + schutzweste = 6 bis 20kg wuerd ich sagen
Zelt = 1kg
Schlafsack = 2kg
Verpflegung fuer 1 Woche = 5kg

= ~ 21 - 35kg

wobei angemerkt werden muss, dass die Einsatzart bestimmt welcher Körperschutz getragen wird und 2. auch Ausruestung abgelegt wird, wenn der Einsatzort erreicht ist.

und wie gesagt, wo ist der Sinn 2 wochen durch die walachei zu wandern, wenn man unbemerkt einige kilometer vom Einsatzort bei Nacht abspringen kann? -.-

cast
13.11.2008, 11:11
Gewehr, Pistole, Munition = 6-7 kg.

8-10 kommt eher hin.
Satellitenkommunikation ist schwer, hinzu kommen sogar Kameras, Spektive und dergleichen.
Aber egal, es gibt Listen über die Ausrüstung der Fallschirmspringer.
Aus dem Flugzeug raus mit 60 Kilo. Ist so.
Ist ein Trend bei allen Armeen zu Hightech Ausrüstung, begrenzendes Element ist der Mensch, der das ganze tragen muß.
IMHO ist wohl bei 40 -45 Kilo irgendwann Schluß.
Träger auf Trekkingtouren kommen wohl locker auf einen Zentner, aber den armen Kerlen bleibt auch nichts anders übrig und keiner fragt wie die Spätfolgen aussehen.

Fjaellraev
13.11.2008, 20:40
Bitte kehrt wieder zum ursprünglichen Thema zurück, die Diskussionen über die Ausrüstung die im Militär zu so übergewichtigen Rucksäcken führt und ob so etwas sinnvoll ist oder nicht hat in einem Outdoorforum nicht wirklich etwas verloren.

Ewald
13.11.2008, 23:06
Sehe ich auch so:== aus einem anderem Forum:

Unerwünschte Themen
- in diesem Forum sind Diskussionen zu den folgenden Themen nicht erwünscht: Rechtsextremismus, Gewaltverherrlichendes, Intolerante Themen, Fahrradhelmen, Survival, Methoden, die zu Verletzung, Ausrottung, Tötung, Verjagung von wilden Tieren führen.

Könnte man noch weiter führen....

wie z.B. Militarismus....

Nein nicht könnte, sollte man......

Danke Henning!

Lg eWald

Dani
14.11.2008, 01:14
@carsten

ich würde mir keine allzu grossen sorgen machen. das "lernst" du alles beim militär.

ging zu meiner militärzeit auch ohne vorbereitung, hüftgurt, polster und den ganzen schnickschnack. schon nur mit der persönlichen ausrüstung wie gewehr, helm, rucksack, munition, verpflegung kamst du spielend auf 20-30kg. dazu kamen dann noch je eine korps-waffe wie minenwerfer, panzerfaust, mg etc pp alles in allem sicher etwa 40-50kg und damit gings dann auf den 50km marsch. und all das mit normalen durchschnittsmenschen nach etwa 12 wochen "training". und nur sehr wenige machten schlapp dabei.