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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wildzelten im Ruhrgebiet oder Halden-Hügel-Hopping



German Tourist
09.02.2016, 09:35
Ich suche ja immer mal was neues und bin dabei auf eine Sammlung von völlig schrägen Wanderwegen im Ruhrgebiet gestoßen, nämlich dem Halden-Hügel-Hopping (http://halden-huegel-hopping.de/). Mir ist schon klar, dass mich da keine unberührte Natur, sondern vor allem Industriekultur erwartet. Trotzdem superspannend, und so will ich da Anfang März zwei Tage wandern gehen.

Nur würde ich da natürlich wie üblich auch gerne wildzelten. Ein Blick auf Google Maps und Earth zeigt mir jedoch, dass es dort mit Wald so ziemlich Fehlanzeige ist. War ja eigentlich zu erwarten..... Aber dennoch:

Gibt es hier im Forum jemand aus dem Ruhrgebiet, der sich in dieser Gegend schon mal mit Erfolg beim Wildzelten versucht hat? Wenn ja, wo? Ich bin bei der Tourenauswahl des Halden-Hügel-Hopping total frei, und falls sich doch eine geeignete Gegend zum Wildzelten auftut, würde ich eben dort wandern.

Vielleicht hat ja doch jemand eine Idee und rettet mich so vor einer Hotelbuchung..... Und schräg fände ich wildzelten dort allemal.

PS: Die einzige Zeltmöglichkeit scheint mir das Waldgebiet Haard bei Oer-Erkenschwick zu sein. Zur Not würde ich diese Tour machen.

Fernwanderer
09.02.2016, 20:28
Die Haard ist ein Naturpark, also im wesentlichen entweder als LSG oder NSG geschützt.
Entlang des Rhein-Herne-Kanals und seiner Ableger wird die Übernachtung von Anglern offensichtlich geduldet. Das sollte für eine aufgräumte Trekkerin entsprechend gelten.

Halo
10.02.2016, 02:11
Die Tour rund um die Haard bietet zudem auch die Möglichkeit unmittelbar angrenzende Campingplätze zu nutzen. Wenn es dir aber primär um die Entdeckung der Industriekultur geht, wäre dies nicht meine erste Wahl. Die Halde General Blumenthal als einziges "Highlight" wäre mir da doch etwas ernüchternd.

In Bezug auf Industriekultur sind die Touren rund um Herten sicherlich beeindruckender. Größere bewaldete Flächen mit angrenzenden Feldern und Wiesen gibt es dort auch. Katzenbusch, Emscherbruch oder Hohenhorst in Recklinghausen um ein paar Beispiele zu nennen. In Bezug auf das Zelten gebe ich zu bedenken, dass diese Bereiche auch abends noch von Joggern, Radfahrern und Gassigehern besucht werden.

Das nördliche Ruhrgebiet ist "grüner" als man zunächst annehmen mag.

Viele Grüße

dirkpausk
14.02.2016, 12:21
Hi Christine,

ich hatte letztes Jahr den Emscher Weg (http://www.dirk-prueter.de/tours/show/EmscherWeg) unter die Räder genommen, wollte in Oberhausen auf einem Wohnmobilplatz oder irgendwo am Kanal Campieren, doch dann kam alles ganz anders. Habe mein Zelt im Gelsenkirchener Emscherpark aufgeschlagen. "Dank" abendlich anrollendem Gewitter war ich nachher ziemlich allein auf weiter Flur, hatte aber auch keine Scheu, mich zuvor hinter dem aufgesuchten Gebüsch zu duschen. Morgens dann in der Tat der eine oder andere, der seine "Hunderunde" drehte. Insgesamt natürlich ziemlich grenzwertig alles, aber in diesen dicht besiedelten Gebieten wohl kaum anders möglich.
Selbst in den tiefsten Waldgebieten oder auf den Halden bist du meist innerhalb einer Viertelstunde an der nächsten Straße, was das Alleinsein schwierig macht. Doch selbst auf meinem ebenfalls letztjährigen Weg über die Alpen Richtung Mittelmeer (http://www.dirk-prueter.de/tour2015) sah es häufig genug nicht viel besser aus. Aber wem schreibe ich das - wahrscheinlich bist du diesbzgl. deutlich erfahrener als ich. Lass dich von nichts abhalten, zumal es Couchsurfing und Warmshowers Mitglieder in dieser Region zahlreiche geben dürfte.

Viele Grüße
Dirk

Goettergatte
15.02.2016, 07:07
Im Ardey und auf der Sprockhöveler-Hasslinghausener Hochfläche findet man mit sicherheit ein Plätzchen,
die einsamereren Ruhruferbereiche können auch klappen, nur kann es sein, das man diese des Sommers nicht erreicht, wegen der Herkulesstauden.

Matthzi
29.02.2016, 20:08
Hallo German Tourist,

also ich komme aus bochum und damit aus dem Herzen des Ruhrgebietes.
Wild zelten ist hier sicher an vielen Stellen möglich. Es gibt hier immer wieder kleine Restwaldflächen, oft Buchenwald wo man ganz gut zelten kann. Klar nicht erlaubt und so, aber das ist hier ja sicher nicht das Thema (spät aufbauen/früh abbauen).
Die Frage ist daher, was hast du für ein Zelt (rot/grün?), möchtest du direkt an der Wanderstrecke zelten (ich denke schon)? Also mehr Details halt, was deine Tour betrifft...

Wenn du noch nie im Ruhrgebiet auf den Halden gewesen bist, würde ich dir folgende Halden sehr ans Herz legen:
Halde Hoheward
Halde Rungenberg
Tetraederhalde
Schurenbachhalde
Halde Haniel
Das sind meine Favoriten, ich habe die mal als Tageswanderung von Recklinghausen (Schloß Strünkede) aus nach Oberhausen erwandert, knappe 50 km... Man hat viele tolle Aussichten über das Ruhrgebiet und danach weiß man wie toll Halden sind. :-)
Schreib doch einfach mal noch etwas mehr, wann,wie lange und so.

Ich helfe gerne!

PS: die Haard ist sicher zum zelten geeignet aber auch schon ziemlich weit im Norden des Ruhrgebietes... Der richtige "Flair" des Ruhrpotts ist sicher eher in der oben genannten Achse zu erleben.

German Tourist
12.03.2016, 09:15
So, ich war vor einigen Tagen tatsächlich Halden-Hügel-Hopping und will jetzt mal ein kurzes Feedback geben:

Vorweg: Der bzw. die Wege an sich waren ein ziemlicher Flop und ich musste feststellen, dass mir das Wandern durch Reihenhaussiedlungen bei weitem nicht so viel Spaß macht wie Wandern im Wald..... Die größte Enttäuschung war allerdings die App dieses Trails, die in 150 Erzählstationen viel Wissenswertes über das Ruhrgebiet vermitteln sollte. Nur leider hat diese App so überhaupt nicht funktioniert - weder die Navigation noch irgendeine Erzählstation. Und ohne Hintergrundinformation war das ganze einfach nur nerviges Asphaltgelatsche. Außerdem bin ich noch nirgendwo gewandert, wo es so viel Hundekacke gab... Meine einzigen Mitwanderer waren auch gefühlte Hunderte von Gassigehern.
Einziger Pluspunkt: Ich war noch nie auf einem Weg unterwegs, wo ich täglich an soviel Aldis und Lidls vorbeigekommen bin.

Die Halden selbst, gerade z.B. die Halde Hohenward waren schon imposant, aber das nutzt sich schnell ab.

Gezeltet habe ich letztendlich im Haard. Sobald man dort die Hundegassigeher-Randzonen verlässt, ist man mutterseelenallein. Und der Blick vom Feuerwachtturm auf den winterlichen Sonnenaufgang war das schönste Highlight dieser Tour. Man muss im Haard ja nicht ausgerechnet im NSG zelten.... D

Flachlandtiroler
12.03.2016, 16:44
Richtig sinnvoll ist so'ne Haldenrunde wohl eher mit dem Rad resp. MTB.
Da beißt sich dann allerdings Campinggepäck und Fahrspaß...