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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie steht ihr zu Offroadfahren



Intihuitana
10.01.2016, 10:37
Hi

Bedingt durch meine Reiseziele für die nächste Reise lese ich in letzter Zeit häufiger auf 4x4 Foren und Seiten. Freilich liest man sich dann aus Neugier auch paar andere Themen aus Neugier durch und ich muss sagen einige Sachen find ich dann doch recht befremdlich.
Grundsätzlich soll jeder seine Leidenschaft ausleben auch wenn ich damit nix anfangen kann, aber in manchen Fällen Frage ich mich aus dem Blickwinkel des Wanderers ob sowas wirklich sein muss.
Es ist eine Sache ob man durch Sahara fahrt wo die Distanzen so gewaltig sind dass was anderes fast nicht möglich ist (Für mich persönlich dennoch keine Option, auch in der Sahara kommt für mich nur laufen in Frage) und man auch nur (vergleichsweise) wenig kaputt machen kann weil nix da ist.
Aber es sind halt auch viele die kämpfen sich mit ihren Ungetümen durch die Pyrenäen, Karpaten oder den Dschungel.
Ich bin solchen auch schon in den Karpaten begegnet (waren glaub ich ne Gruppe Spanier) und haben sie Pfade und alte Forstwege komplett durchgewühlt, teilweise noch mit der Motorsäge umgefallen Bäume geräumt um dann oben auf den Hochweiden rumzusausen und sich sehr heroisch zu feiern.
Das ganze lächerlicherweise in einem Gebirgsmassiv wo es massig markierte Wege gibt und man ohne Probleme zu Fuß hin kommt. Ich kann schon verstehen dass die Material und Maschine testen wollen, aber muss das in solchen eher empfindlichen Ökosystemen stattfinden?
Ich glaub für viele ist die Natur da nur ein großer Abenteuerspielplatz für große Männerträume, übrigens auch bei vielen Saharafahrern. Das ist zumindest meine bisherige Einschätzung.

Wie steht ihr dazu?

Ditschi
10.01.2016, 11:09
Aus dem Inhalt schließe ich, daß nicht Radfahren gemeint ist, sondern Offroadfahren.
Also, ich bin keiner, der das macht, und finde es auch nicht schön. Das soll`s gewesen sein.
Ich möchte davor warnen, aus Chauvinismus heraus ( Chauvinismus definiert als der Glaube an die Überlegenheit der eigenen Gruppe, siehe WiKi) über andere Gruppen von Naturnutzern herzufallen. Letztlich fällt es auf uns selbst zurück, so eine Auseinandersetzung anzuzetteln. Jeder, der die Natur nutzt, schädigt sie auch. Das Thema hatten wir schon oft.
Wir haben schon genug zu tun, unsere eigene Rolle zu aufzuarbeiten. Siehe dazu das Thema: leave no traces.

Hier hat chouchen uns selbst einmal einen Spiegel vorgehalten:

Zitat chouchen:
Neben den Wildkackern, Querlatschern, Wildcampern, Auf-Eisschollen-Picknickern, Auf-Parkplätzen-Schlafern, Schilder-Ignorierern, Wetterbericht-Negierern, In-der-Nebensaison-koste-es-was-es-wolle-ins-Hochland-Müssern, sind es auch solche Aktionen, die zunehmend für das Kippen der früher sehr relaxten, hilfsbereiten und freundlichen Einstellung vieler Isländer gegenüber Reisenden sorgen.

Da dürfte sich so mancher von uns wiederfinden. Wo will man denn halt machen, wenn man sich jetzt die Offroadfahrer rauspickt und vorknöpft? Da sind als nächstes die Mountainbiker dran, die Angler, die Jäger, die Motoradfahrer, die Kitesurfer, die Strandsegler, die Kletterer, und und und.
Die Liste ist endlos.
Ditschi

Intihuitana
10.01.2016, 12:06
Wie gesagt ich will es keinem verbieten, das steht hier auch nicht zur Debatte.
Ich finde auch Zugfreaks total komisch und werd nie verstehen wie man Wochen lang am Gleis steht um Züge zu fotografieren, die sich teilweise nur in der Seriennummer unterscheiden, aber wenn das denen Spaß macht.

Beim Offroadfahren seh ich persönlich halt in erster Linie den Nutzen, für Expeditionen oder um sich an entlegene Gegenden zu bringen aber nicht als Selbstzweck.
Vielleicht gibts ja hier auch andere Meinungen, ich höre gerne gegenteilige Meinungen, ich bin also kein Chauvinist. ;)

Ich hoff das war jetzt beschwichtigend genug. Man muss ja auch immer aufpassen wessen Gefühle man verletzt.

DrShouter
10.01.2016, 12:37
Bei uns in Europa verstehe ich deine Einstellung, aber zB. in australien ist 4WD ja schon fast eine Lebenseinstellung bzw. anders wären die riesigen Distanzen gar nicht zu bewältigen. Bin selbst schon einige male kreuz und quer durch Australien und habe bezüglich Zerstörung der Natur keine Bedenken, die Tracks sind im Verhältnis zur Wildnis so ein minimaler Teil das diese schon zu vernachlässigen sind.

Und ja für die Australier ist 4WD reiner Spass, von denen geht keiner irgendwohin zu Fuss (gibt natürlich wie überall auch Ausnahmen :p)

DerNeueHeiko
10.01.2016, 13:26
Meine Meinung dazu hängt sehr davon ab, wie viele Menschen "offroad fahren". Ein paar hundert Leute über Australien verteilt sind mir recht egal, wie es in Afrika aussieht, weiß ich nicht - wenn wir von Lappland sprechen, wird es allerdings schon schwieriger - dort ist es relativ gesehen sowieso schon voll...

Wenn ich dann bedenke, dass von meinen ca. 150 Kollegen zwei-drei Offroad fahren wollen (2x Samurai, 1x Land Rover) dann sollen die das bitte in Sandgruben o.ä. machen, nicht dort, wo sie Vegetation zerstören oder mir meine Urlaubs-Ruhe im relativ wenig zerstörten Fjäll stören. Wenn jetzt 2% aller Deutschen nach Lappland ins Fjäll wandern gehen würden, würde ich das btw. genauso sehen und mich dort entweder auf "ausgetretene Wege" zurückziehen oder ganz woanders hinfahren - wie ich das während des Fjäll Räven Classic ja auch schon handhabe.

MfG, Heiko

Ditschi
10.01.2016, 14:38
Man muß sehen, was man unter Offroadfahren verstehen will: in D ist das Offroadfahren abseits befestigter Straßen und Wege illegal. Wer Offroadfahren will, ist auf besonders zugelassene Gelände, zumeist in Privatbesitz, angewiesen. Sandgruben, Kiesgruben, Trailstrecken. Daß sich, wie beim Verbot des Wildcampens, nicht jeder dran hält, steht auf einem anderen Blatt.
Das dürfte in sehr vielen Länder ähnlich sein. Ist es generell erlaubt, gibt es zumeist dafür Gründe, die hier schon genannt sind: es ist Raum genug vorhanden und ein Vorwärtskommen wäre anders kaum möglich.
Viele Eigner von Allrad- und Geländewagen verstehen aber unter ihrem Offroad-Abenteuer das Befahren schwieriger Wege, die nur von Kraftfahrzeugen mit Allrad bewältigt werden können. Aber das sind meist dafür zugelassenen Straßen, so daß man eigentlich von Offroad nicht reden kann. Diese Strecken sind den Eingeweihten bekannt und werden immer wieder genutzt. Das ist dann halt ihr Kungsleden.
Ditschi

Intihuitana
10.01.2016, 15:19
Bei uns in Europa verstehe ich deine Einstellung, aber zB. in australien ist 4WD ja schon fast eine Lebenseinstellung bzw. anders wären die riesigen Distanzen gar nicht zu bewältigen. Bin selbst schon einige male kreuz und quer durch Australien und habe bezüglich Zerstörung der Natur keine Bedenken, die Tracks sind im Verhältnis zur Wildnis so ein minimaler Teil das diese schon zu vernachlässigen sind.

Und ja für die Australier ist 4WD reiner Spass, von denen geht keiner irgendwohin zu Fuss (gibt natürlich wie überall auch Ausnahmen :p)

Absolut, in der Sahara das selbe. Das ist dort auch einfach lebensnotwendig und gehört zum Alltag dazu. Aber es gibt halt auch Gebiete wo so etwas mehr Schaden hinterlässt. Und dort finde ich sollte man nicht unbedingt rumsausen auch wenns nicht explizit verboten ist.
In Rumänien weiß ich auch, da ich Landsmann bin, dass da manchmal auch nachgeholfen wird, wenn das mit der Erlaubnis nicht ganz passt und der Bürgermeister oder zuständige Forstbeamte (Romsilva ist ohnehin von obne bis unten korrupt) ne gutgemeinte "Spende" bekommt. War zumindest bei Quadfahrern oft so.

ryo
10.01.2016, 16:14
Das eigentliche Problem wurde ja schon angesprochen. In den (zentral) europäischen Spielverderberländern (alles was Spaß macht ist verboten) ist das fahren auf den interessanten Pfaden fast überall nicht drin. Wenn man sich jetzt aber den Geländewagen/SUV schon gekauft hat, weil man das Geld mal übrig hatte dann muss man das Gerät natürlich irgendwie nutzen ....
(Ich meine damit jetzt auch nicht die Leute die wirklich schweres Gelände fahren, die wissen meist wo sie das dürfen und wo es Strecken gibt.)

Dann wird halt der SUV irgendwo mal auf nem Waldweg gefahren, stört ja keinen denkt man sich, stört aber eben meist doch und wenn es die Tiere sind.

Wenn es verboten ist sollte man es eben lassen, das hat ja nun mal seine Gründe. Ich halte also gar nichts davon auf gesperrten Wegen zu fahren. Schlechte Straßen findet man sogar hierzulande auch schon mal legale wenn man will. Wer sich richtig austoben will muss sich eben mal etwas damit beschäftigen wo er das kann, im Zweifel den Steinbruchbesitzer im Ort nebenan eben mal 2 Kästen Bier und 50 Euro geben und dann lässt er sicher auch mal Samstag das Tor offen. Oder halt mal in den Urlaub etwas weiter fahren. Aber bitte nicht in gesperrten Wäldern und schon gar nicht in geschützen Naturräumen
(ist das gleiche Problem wie mit den Sportautos, nur weil man 250 fahren kann heißt es eben nicht das man es darf bzw. das es sinnvoll ist. Rennstrecken gibt es, dann macht man also mal nen Wochenendausflug zu einer.)

Vegareve
10.01.2016, 18:37
Thema vorerst ins "Kleine Spuren" verschoben, möchte aber daran erinnern, dass es so ziemlich das Gegenteil dessen ist, was wir hier normalerweise anstreben und fördern. Frage mich also, wohin die Diskussion führen soll.

qwertzui
11.01.2016, 15:15
Offroad fahren ist auch eine Sportart für die man etwas Übung braucht, bevor man durch die Sahara fährt. Ein paar Übungs- und Spielplätze benötigt die Fangemeinde also vermutlich auch innerhalb Europas. Wenn die Autowerbung allerdings suggeriert, es wäre ein Zeichen besonderer Freiheit, wenn man die abgelegensten Ecken der Natur mit dem Auto heimsucht, hört mein Verständnis auf.

khyal
11.01.2016, 18:05
...Ich möchte davor warnen, aus Chauvinismus heraus ( Chauvinismus definiert als der Glaube an die Überlegenheit der eigenen Gruppe, siehe WiKi) über andere Gruppen von Naturnutzern herzufallen....Jeder, der die Natur nutzt, schädigt sie auch.....
Wo will man denn halt machen, wenn man sich jetzt die Offroadfahrer rauspickt und vorknöpft? Da sind als nächstes die Mountainbiker dran, die Angler, die Jäger, die Motoradfahrer, die Kitesurfer, die Strandsegler, die Kletterer, und und und.
Die Liste ist endlos.
Ditschi

Sehr schoen...so isses...

Aber mal kurz etwas dazu, sozusagen aus Innenansicht, gesagt, da es genuegend geeignette und zum grossen Teil sogar erlaubte Pisten dafuer in den Alpen z.B. Ligurien gibt, da ein Faehrticket nach Tunesien auch nicht die Welt kostet und man dort als Endurofahren (ich bevorzuge halt die Motorrad-Variante) ein Paradies vorfindet, wo man keinen stoert, oder empfindliche Pflanzenwelt platt macht, finde ich, dass die Off-Road-Fahrer, egal ob jetzt mit 4 oder 2 Raedern, die z.B. in spaetpubertaeren Verhalten in den Alpen querfeldein fraesen, oder statt, auf den Pisten zu bleiben, die Serpetinen abkuerzen, nicht auf Schrittgeschwindigkeit runtergehen, wenn ihnen Wanderer begegnen, voellig daneben und goenne ihnen durchaus mal ein paar Platte :ignore:

Allerdings weiss ich nicht, ob selbst das overall, von der Nachhaltigkeit her gesehen, schaedlicher ist, als manche "naturverbundene" Wanderer, die, um fuer ein paar Tage an einem exotischen Ziel zu wandern, um die halbe Welt jetten und durch ihre Nachfrage fuer neue Flughaefen, evtl Hotels usw sorgen

Deswegen halte ich Ditschi´s Ratschlag, da lieber den Ball flach zu halten, fuer eine gute Idee :bg:

cast
14.01.2016, 09:00
Ist doch ganz einfach.
Es gibt Regeln, Gesetze und Verordnungen, wenn man gegen die nicht verstößt ist alles i.O., wer dagegen verstößt wird bestraft.
Daß es diese Regeln gibt, voralllem wenn es um Naturnutzung geht gibt liegt schlicht an der dichten Besiedelung.
Also schön mit der Karre dort bleiben wo erlaubt, fertig.

Im Revier gibt's Anzeigen und wenn um eine Schranke herumgefahren wurde, also abseits des Weges, eine nach dem Naturschutzgesetz, die kostet richtig Geld.

Gab auch schon Experten ohne Kennzeichen, die hat dann die Polizei eingefangen und dann wurde es so richtig haarig.

Benzodiazepin
14.01.2016, 10:35
Ist doch ganz einfach.
Es gibt Regeln, Gesetze und Verordnungen, wenn man gegen die nicht verstößt ist alles i.O....

ganz so einfach find ichs dann doch nicht. nur weil etwas erlaubt ist, heisst es noch lange nicht, dass es auch moralisch/ethisch/umwelttechnisch/mitmenschlich/etc i. O. ist.
und gibt genug gesetze/vorschriften, die man brechen kann, ohne dass es jemandem weh tut. aber das ist dann wohl ne andere diksussion.

cast
14.01.2016, 11:31
Über die Sinnlosigkeit mit was auch immer durch Gelände zu heizen sollte man hier nicht diskutieren.
Sonst bekomme ich wieder einen Verweis.:bg:

khyal
14.01.2016, 12:13
....
Es gibt Regeln, Gesetze und Verordnungen, wenn man gegen die nicht verstößt ist alles i.O., wer dagegen verstößt wird bestraft.
Daß es diese Regeln gibt, voralllem wenn es um Naturnutzung geht gibt liegt schlicht an der dichten Besiedelung.
...

Genau und schliesslich ist ja auch klar, dass so ein Weg, wenn da jemand illegal herfaehrt, deutlich mehr Schaden nimmt, als wenn da die ganzen Jaeger usw mit ihren SUV durchfraesen :bg:

Sorry der musste einfach sein, ich habe am Anfang immer gedacht, dass es schoen ist, dass bei den Jaegern auch soviel Gehbehinderte sind, anders konnte ich mir diese Rumgurkerei auch fuer kurze Strecken und bei voellig aufgeweichten Wegen nicht erklaeren...und konnte es dann auch nicht ganz ernst nehmen, wenn mal so ein Jaeger, nachdem er gerade erfogreich mit seinem SUV den aufgeweichten Weg umgepfluegt und das Wild verschreckt hat, mir einen ueber Naturschutz erzaehlen wollte, weil ich da neben einem Weg mit Schlafsack lag...aber wie heisst es so schoen...jeder Jeck ist anders und es ist halt immer leichter, zu sehen, wo Andere die Boecke schiessen, als die Eigenen...:bg: geht mir ja auch nicht anders...

Aber ich seh das auch so, dass es unter normalen Umstaenden nicht noetig ist, mit KFZ (oder in meinem Fall Enduro) durch den Wald zu gurken, es gibt genuegend andere Moeglichkeiten, wie Feldwege und Kiesgruben, wo sich angehende Offfroader im nahen Umfeld "austoben" koennen und wenn man ein bisschen mehr faehrt, dann macht man das eh lieber mal im Urlaub, die Sahara ist von Koeln ja gerade mal 1.300 km (also mit der Faehre Genua - Tunis)...mal abgesehen davon, dass es dann ja auch noch fuer Newbis zum Ueben solche Sachen wie Bielstain (https://www.flickr.com/photos/klausnahr/2585562232) gibt...

Und es ist nun mal so, dass leider viele Leute eben nicht drauf achten, moeglichst wenig Schaden anzurichten, sehe ich auch hier immer wieder im Wald, ob es nun bei Bergabstrecken, die Erosion durch irgendwelche Volldeppen mit ihren MTB ist, die meinen da mit Vollbremsungen runterbrettern zu muessen (so schwierig ist es nun wirklich nicht, solche Strecken einfach langsam mit dem MTB anzugehen, dass eben nicht mehr Erosion als bei Wanderern entsteht), durch Reiter, die meinen, dass sie unbedingt alle nebeneinander Reiten muessen, damit bloss auch die komplette Wegbreite platt gemacht / vermatscht wird, oder natuerlich auch schon mal irgendwelche Youngsters mit Moppeds (ok das haben wir in dem Alter auch gemacht, da wussten wir es nicht besser).

Die Zeiten haben sich auch geaendert, es sind deutlich mehr Leute in der Natur unterwegs und ich glaube, auch wenn man manche Verbote durchaus kontraer sehen kann, macht es schon Sinn, dass Rumgurken mit KFZ im Wald auf unbefestigten Wegen meist verboten ist und es auch Knollen gibt, wenn jemand meint, da trotzdem durchbrettern zu muessen.

outbacktom
14.01.2016, 16:52
Hallo!!

Ist es vernünftig Offrod zu fahren, wenn man nicht gerade Misionsschwester in Afrika ist?
Wohl er nicht!!

Ist es vernünftig 2000Km nach Finnland zu fliegen und dann 150 Km durch "unberührte" Wildnis zu wandern??
Ganz ehrlich, eigentlich nicht!!

Meine Meinung ist:

Wir sind Menschen,
und es muß nicht alles Sinn machen, manch mal reicht es schon wenn es einfach nur spass macht!

Natürlich alles in maßen.:grins:

PS.
unnötiges Autofahren auf (Deutschen) Straßen ist übrigens auch nicht erlaubt, und kann von der Polizei untersagt werden!

Dogmann
14.01.2016, 17:03
Generell ist es wohl wie mit vielen anderen dingen auch "jeder wie er mag"aber solange gefahren wird wo keiner gestört wird -ist es mir egal und wenn dann noch die Natur nicht gerade auf links gemacht wird ist es noch besser!

Ditschi
14.01.2016, 17:42
Zitat outbacktom:
PS.
unnötiges Autofahren auf (Deutschen) Straßen ist übrigens auch nicht erlaubt, und kann von der Polizei untersagt werden!

Nicht ganz korrekt, wenn man sich den § 30 Abs. 1 StVo einmal genau anschaut. Zum einen gilt der , betreffend unnützes Hin-und Herfahren gem. Satz 3, nur innerhalb geschlossener Ortschaften. Zum anderen sind nicht nur Autos genannt, also Kraftfahrzeuge, sondern Fahrzeuge.
Oh ja, ich zeige mal einen Radfahrer an, der mich belästigt, weil er unnützt umherfährt!:bg:
Ditschi

Ditschi
14.01.2016, 18:21
Mal grundsätzlich: Allradfahrzeuge sind ja in bestimmten-- zumeist urbanen-- Kreisen verpönt. Klar gibt es Leute, die nur in der Stadt damit fahren , wo der 4WD nicht zum Tragen kommt. Man hat zwar immer bei Eis, Schnee und Glätte Traktionsvorteile, aber die Zeiten, bis geräumt wird, könnte man auch einmal anders überbrücken. Für die paar Wintertage hier im Flachland würde ein 4WD kaum lohnen. In verschneiten Bergen mag das anders aussehen.
Ich fahre trotzdem 4WD und möchte den Antrieb nie mehr missen. Es sind nicht viele Situationen, aber wenn die da sind, brauche ich ihn. Mit dem Hänger das gesägte Holz aus dem Wald holen. Das Boot auf steilen, mit Algen und Tang verschmierten Slipanlagen zu Wasser lassen und wieder rausholen. Auch mal über den Strand slippen können, wenn keine Slipanlage vorhanden ist. Gibt Stellen, da ist es vorgesehen, aber ohne Allrad nicht machbar. Auf den zumeist dänischen Campingplätzen im Frühling, Herbst und Winter nicht jedesmal den Besitzer bitten müssen, mich nach Regen mit dem Traktor von der matschigen Wiese zu ziehen. Ein Schauspiel, daß ich bei jedem Aufenthalt mit 2WD- Fahrzeugen anderer erneut erlebe. Mit dem Kanu über Feldwege kleine Flüsse erreichen und das Auto dann am Rand des Weges stehen zu lassen. Da mußte ich mal, als ich 2WD- VW-Bus fuhr, viele Kilometer laufen, um einen Bauern zu bitten, mich wieder auf den Weg zu ziehen. Mit dem Bus kam ich nicht wieder weg. Mit Allrad kein Problem. Oder nur mal auf einer nassen Koppel wenden, weil man sonst nicht zurückkommt. Gibt viele Situationen hier auf dem Land, in denen Allrad das Leben erheblich erleichtert, weil ein bißchen Offroad hier im Alltag keinesfalls selten ist. Hier fahren auch viele 4WD.

Ich möchte auch dem Vorurteil entgegentreten, Jäger nutzten ihren SUV nur, um ihren dicklichen Alabasterkörper zum nächsten Hochsitz zu schaffen. Seit ich pensioniert bin, gönne ich mir fast täglich Spaziergänge und Wanderungen durch unsere Landschaft, und wenn es nur eine Stunde ist. Und fast immer treffe ich Jäger, die etwas transportieren: sie holen verendetes Wild, transportieren Futter für Kirrungen oder Baumaterial zu beschädigten Hochsitzen. Die Wege dahin sind jetzt im Winter ohne 4WD nicht befahrbar.
Ditschi

outbacktom
14.01.2016, 20:23
Zitat outbacktom:

Nicht ganz korrekt, wenn man sich den § 30 Abs. 1 StVo einmal genau anschaut. Zum einen gilt der , betreffend unnützes Hin-und Herfahren gem. Satz 3, nur innerhalb geschlossener Ortschaften. Zum anderen sind nicht nur Autos genannt, also Kraftfahrzeuge, sondern Fahrzeuge.
Oh ja, ich zeige mal einen Radfahrer an, der mich belästigt, weil er unnützt umherfährt!:bg:
Ditschi


Danke für die Präzisierung !
Ob man das auch auf bestimte Fußgänger in Fußgängerzonen erweitern könnte!:bg:

cast
14.01.2016, 20:24
Genau und schliesslich ist ja auch klar, dass so ein Weg, wenn da jemand illegal herfaehrt, deutlich mehr Schaden nimmt, als wenn da die ganzen Jaeger usw mit ihren SUV durchfraesen


Wirtschaftswege werden genau dafür unterhalten, für Forstbetrieb und Jagd, nicht für durchgeknallte Offroadjünger die von Afrika und der Cameltrophy träumen.

Genau deswegen dürfen Jäger und die Förster. Denn das sind Waldnutzer, der Rest nur Waldschädlinge.:bg:

Ich fahre einen Kleinwagen.

BikeAfrica
14.01.2016, 23:47
Ist es vernünftig Offrod zu fahren, wenn man nicht gerade Misionsschwester in Afrika ist?
Wohle er nicht!!


... auch in Afrika gibt es kaum noch Siedlungen, die man nicht über Pisten erreichen kann und genügend Offroad-Erlebnis gibt es auch, wenn man zur Regenzeit über Pisten im Regenwald fährt. Wie es dort aussieht, kann man sich nicht vorstellen. Das muss man einfach mal gesehen haben. ;-)
Die werden nach der Regenzeit wieder begradigt und dann ist es gut. Und in trockenen Regionen gibt es auch Pisten, die so schlecht sind, dass man sie mit einem 4x4-Geländewagen (Pkw) nicht fahren kann. Da braucht man einen 4x4-Lkw. Dazwischen gibt es bis zur perfekten Asphaltstraße Alles an Wegbeschaffenheit. Offroad fahren muss man da eigentlich auch nirgends, um seinen Land Rover und Co. bis an die Grenze zu bringen.

Ich bin kürzlich (in Afrika) in einem 50 Jahre alten Land Rover kurze Passagen auf extrem schlechter Strecke mitgefahren (habe manchmal gedacht, das Ding müsste fast umfallen). Ich kann schon verstehen, dass Leute das als Hobby haben. Die meisten dieser Leute fahren aber hierzulande legal in Kiesgruben und sind auch ansonsten auf die Umwelt bedacht. Ein paar Idioten gibt es aber immer. Das ist bei Radfahrern (wie ich es bin) oder Wanderern aber genauso. Da wird halt auch mal ein Lagerfeuer gemacht auf einer Stelle, wo die Flechten 50 Jahre gebraucht haben, um die zu bedecken. Die Feuerstelle sieht man dann halt auch wieder für die nächsten 50 Jahre. In der Namib gibt es Stellen, an denen man noch die über 100 Jahre alten Abdrücke von den Rädern der Ochsenkarren sieht, die dort mal entlang fuhren.

Kommt halt immer drauf an, wo man sich austobt. In den Alpten offroad zu fahren, wenn 100 Meter weiter ein Weg entlang führt, ist natürlich daneben.

Gruß
Wolfgang

GandalftheGrey
15.01.2016, 07:19
...hierzulande legal in Kiesgruben...

Wenn ich das schon wieder lese...

In aller Regel sind Kiesgruben, Sandgruben, Steinbrüche etc. egal ob in Betrieb oder aufgelassen eben NICHT für den öffentlichen Verkehr freigegeben und verfügen auch nicht über eine gesonderte Erlaubnis als Motorsportstrecke.

Das fahren in solchen Abbaulöchern ist demnach in aller Regel verboten, es sei denn, am Eingang steht explizit was anderes. Aber dann zahlt man dafür.

Ditschi
15.01.2016, 08:36
Zitat GandalfThrGrey:
Wenn ich das schon wieder lese...

Stimmt. Damit kein Mißverständnis aufkommt, habe ich in post 6 auch von " besonders dafür zugelassenen" Kiesgruben und Sandgruben gesprochen. Einfach irgendwo reinfahren geht natürlich nicht. Wir haben hier im Nachbarort einen 4WD-Club, die eine alte Kiesgrube und weiteres Gelände gemietet haben und dort mit behördlicher Erlaubnis Trial fahren. Dagegen ist m.E. nichts einzuwenden, und ich gönne ihnen ihren Spaß.
http://wuehlmaeuse-offroad.de/gel%C3%A4nde/
Ditschi

khyal
15.01.2016, 08:38
Wenn ich das schon wieder lese...

In aller Regel sind Kiesgruben, Sandgruben, Steinbrüche etc. egal ob in Betrieb oder aufgelassen eben NICHT für den öffentlichen Verkehr freigegeben und verfügen auch nicht über eine gesonderte Erlaubnis als Motorsportstrecke.

Das fahren in solchen Abbaulöchern ist demnach in aller Regel verboten, es sei denn, am Eingang steht explizit was anderes. Aber dann zahlt man dafür.

Noe legal isses fast nie...

Beim deutschen Haftungsrecht und deutschen Michel, wo immer jemand Schuld sein muss, damit man ihn verklagen kann, geht das ja auch kaum anders...

Aber es gibt so einige Steinbrueche, wo es zumindest frueher von den Besitzern stillschweigend geduldet wurde.

Und da gurkt eh die ganze Zeit schweres Geraet durch die Gegend, da machen ein paar Allrad und Enduros auch nicht mehr viel aus. Das sieht im Wald meist schon anders aus, wenn es nicht gerade eine aktive Rueckegasse fuer einen Harvester ist, oder eh da schon die div "offiziellen" Allradfahrer alles umgepfluegt haben.

Dogmann
15.01.2016, 09:49
Ich denke schon das die Allrader ihre daseinsberechtigung haben,nur ist bereits vieler Orts der eigentliche Sinn dieser Fahrzeuge verloren gegangen und viele im Alltag schmücken sich damit die solche KFZ nicht brauchen!Aber auch hier gilt jeder wie er möchte!Ja für Arbeitsgruppen in Wald und Flur sind sie unter umständen sehr hilfreich!In anderen Ländern sicher mit unter die einzige Möglichkeit um voran zu kommen.es ist auch hier wie mit vielen anderen dingen-einzelne verunglimpflichen dies und es bekommt die Masse zu spüren!

cast
15.01.2016, 09:52
Aber es gibt so einige Steinbrueche, wo es zumindest frueher von den Besitzern stillschweigend geduldet wurde.


Genau, bis der erste Unfall passiert ist und der Grundstückseigentümer in Haftung genommen wurde.

Das war genau der Grund warum in unseren Kiesgruben Dank eines Sicherheitsdienstes des Kiesgrubenbetreibers nach vielen Jahren diesem Unsinn ein Riegel vorgeschoben wurde.

BikeAfrica
15.01.2016, 19:37
Wenn ich das schon wieder lese...

In aller Regel sind Kiesgruben, Sandgruben, Steinbrüche etc. egal ob in Betrieb oder aufgelassen eben NICHT für den öffentlichen Verkehr freigegeben und verfügen auch nicht über eine gesonderte Erlaubnis als Motorsportstrecke.


... danke für den freundlichen Hinweis.

Ich meinte damit nicht, dass das Fahren in einer beliebigen Kiesgrube legal ist, sondern ehemalige, die nun als Vereinsgelände o.ä. genutzt werden.

Gruß
Wolfgang

blackhawk34
16.02.2016, 21:19
Ganz schön heiße Diskussion, wo soll denn die hinführen?
Was der eine mag findet der andere doof, so ist das eben. Soll doch jeder sein Ding machen. Ich fahr MTB, geh wandern, klettern und ja, ich fahre auch offroad