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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [Testbericht] Kampf der Generationen: Garmin 64s gegen 60CSx



Pfad-Finder
01.09.2015, 23:56
Wer heute auf Ebay ein Markenhandy von 2008 verkaufen will, bekommt dafür bestenfalls ein müdes Lächeln. Wer dagegen ein guterhaltenes Garmin GPSmap 60CSx aus der gleichen Generation zu bieten hat, bekommt dafür problemlos 170 EUR – nur 100 EUR weniger als der Straßenpreis nach der Erosion des Einführungspreises. Als sich mein 60CSx in diesem Sommer physisch zerlegte, stand ich vor der Frage, ob ich nicht auch noch einmal 170 EUR ausgebe statt 270 für die Enkelgeneration – das GPSmap 64s.

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/64s-vs-60CSx.JPG (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=133494&title=64s-vs-60csx&cat=500)
(Man beachte das liebevoll mit Panzerband fixierte Oberteil der Geräteverkleidung rechts :grins:)


Ich entschied mich für den Generationensprung – zum einen aus dem Bauch heraus, zum anderen aus zwei Gründen:

Das 64er ist Glonass-fähig und kann später angeblich sogar auf Galileo upgedatet werden
es kann mehrere Karten gleichzeitig verwalten.

Ansonsten sprach nicht viel für den Generationensprung:

Die Batterielaufzeit hat sich laut Garmin-Papierform verschlechtert
für den Datenaustausch mit meiner schon historischen GPS-Daten- und Kartenverwaltung TTQV 4.0 benötige ich jetzt einen Workaround
die Bedienung ist nochmals umständlicher geworden (wer mit dem GPS 12 aufgewachsen ist, weiß, wie wenig nötig ist, um fast alles zu können)
das Display bettelt jetzt selbst bei Tageslicht nach Hintergrundbeleuchtung

Aber natürlich möchte ich meine Kaufentscheidung trotzdem bestätigt sehen. Dass das neue Gerät jetzt auch hinter den metallbedampften Scheiben der 628er-Triebwagen (https://de.wikipedia.org/wiki/DB-Baureihe_628) Empfang hat, ist zwar schön, aber kein echtes Kaufargument. Ich entschied mich daher für diesen Vergleichstest.

Langzeittest:
In ersten Testlauf habe ich Batterielaufzeit, Positionsgenauigkeit und Empfangsleistung verglichen. Dazu habe ich die beiden Geräte mit identischen Akkus (schwarze Eneloops, voll geladen, Spannung zu Testbeginn 1,48-1,49 Volt) betankt und in einem Gefrierbeutel flach auf dem Fensterbrett zum Hinterhof deponiert. Beiden Geräten war acht Stunden vor Testbeginn 5 Minuten Gelegenheit gegeben worden, sich aktuelle Almanach-Daten zu laden.

Das 64er konnte weniger als eine halbe Minute nach dem Starten seine Position melden, das 60er brauchte rund fünf Minuten. Es ist ein sehr kleiner Hinterhof, die „Trichteröffnung“ zum Himmel hat zu den Häusern gegenüber einen Winkel von durchschnittlich 45 Grad, zu den Seiten hin sind es vielleicht 70-80 Grad. In der Vergangenheit hatte das 60er an dieser Stelle immer wieder Probleme, bei ungünstigen Satellitenkonstellationen überhaupt eine Position festzustellen. Ich erhoffte mir deshalb auch ein Antwort darauf, was die Glonass-Einbindung beim 64er bringt.

Die Ergebnisse (60CSx/46s):

Akkulaufzeit: 27h 40min/21h 41min
Zeit ohne Positionsfix: 6min/0min
Zurückgelegte Entfernung laut Tripcomputer: 15,7km/11,5km
Zurückgelegte Entfernung laut Trackaufzeichnung (Intervalleinstellung „Auto“, Aufzeichnungsdichte „normal“): 20,6km/8,39km
Durchschnittsgeschwindigkeit in km/h: 0,6/0,5
Höchstgeschwindigkeit in km/h: 15,4/5,0
Maximale Streuung vom nördlichsten bis zum südlichsten Punkt: 145m/70m
Maximale Streuung in Ost-West: 55m/35m


So sieht die Streuung im direkten Vergleich aus:

[img-l]https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Streuung-60CSx-64s.jpg[/img-l] (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=133495&title=streuung-60csx-64s&cat=500) Rot: Trackspuren des 60CSx
Grün: Trackspuren des 64s



(wird gelegentlich fortgesetzt)

Spartaner
02.09.2015, 09:13
Habe ich das richtig verstanden? Du vergleichst jetzt die Ergebnisse von 27h Aufzeichnung mit denen von 21h Aufzeichnung?
Oder vergleichst du die Ergebnisse der beiden zeitgleichen Aufzeichnungsphasen von 21h?

TanteElfriede
02.09.2015, 09:20
...ist sicher richtiger die gleichen zeitintervalle zu betrachten...auf der anderen Seite ist das Streuungsbild auch bei unterschiedlichen Zeitintervallen sehr Aussagekräftig. Die neue Technik ist anscheinend in der Lage die Position besser zu bestimmen (weniger Streuung). Bei mehr Sateliten aber auch zu erwarten...

Ich behalte mein altes trotzdem.. zumal es noch kein Panzerband Upgrade benötigt hat...

Pfad-Finder
02.09.2015, 12:34
Habe ich das richtig verstanden? Du vergleichst jetzt die Ergebnisse von 27h Aufzeichnung mit denen von 21h Aufzeichnung?
Oder vergleichst du die Ergebnisse der beiden zeitgleichen Aufzeichnungsphasen von 21h?

Gute Nachfrage.

Beim Streuungsbild ergeben sich durch Verkürzen auf die gleiche Aufzeichnungsdauer keine signifikanten Unterschiede, konkret: Die großen Ausreißer vom 60CSx fielen in die Zeit, als das 64s noch lief.

Die Trackpunktdichte ist ungefähr gleich. In den 21h 41min hat das 64s 2291 Punkte aufgezeichnet, das 60CSx 2306 Punkte.

Shades
02.09.2015, 18:52
Interessant wäre es mal, ein halbwegs modernes Smartphone daneben zu legen. (Das Akku hält ja auch bei einem Smartphone im Flugmodus relativ lang und die Übersicht auf der Topokarte ist deutlich besser. Ich benutze mein 60CSx sowie mein Oregon inzwischen gar nicht mehr. Wer mir für das 60CSx "problemlos" EUR 170 geben möchte, gerne ;)

lorenz7433
02.09.2015, 20:35
ist das 60er mit nem MTK oder SIRF Chipsatz bestückt?

ansonsten noch zu den drifts im stand,
da gabs in der Vergangenheit auch schon etliche versuche und dann hat sich gezeigt das softwareseitig zu stark/schwach das Signal gedämpft/ausgeglichen wird und das ganze in summe für die absolute Genauigkeit bei praktischer nutzung auch nicht so wichtig sein muss und sich ein ganz anderes bild zeigen kann bei einer echten trackaufzeichung unterwegs.:ignore:

oder anders gesagt:
so ein versuch , ich stelle es für xx stunden ab und anhand der ausschläge kann ich die präzisions des geräts einschätzen hat schon öfters nicht ganz hingehaun.


es würde für mich sehr interessant zu sehen wie die genauigkeiten bei ner kleinen hausrunde zu einander abschneiden.
beispielsweise kleiner Spaziergang von ~5 KM, das eine gerät in die eine Hosentasche das andere auf die andere seite, danach tracks nebeneinander + der referenzweg laut einer karte dazu, wenn möglich.:bg:

Pfad-Finder
02.09.2015, 21:53
ist das 60er mit nem MTK oder SIRF Chipsatz bestückt?

Guter alter Sirf.;-)


... so ein versuch , ich stelle es für xx stunden ab und anhand der ausschläge kann ich die präzisions des geräts einschätzen hat schon öfters nicht ganz hingehaun.

Die Unzulänglichkeiten dieser Versuchanordnung sind mir bewusst, aber mir ging es es nur um die Relation zwischen den Geräten, nicht die absolute Genauigkeit. Und für den Vergleich ist das Streuungsbild schon aussagekräftig.

Die "Hausrunde" kommt noch. Hosentasche links und Hosentasche rechts ist wegen der unterschiedlichen Abschattung aber keine geeignete Versuchsanordnung, das habe ich schon beim Vergleich von zwei Smartphones festgestellt.


Interessant wäre es mal, ein halbwegs modernes Smartphone daneben zu legen.

Habe ich schon gemacht (Samsung GT-6500 und S3 mini vs. 60CSx), die Smartphones waren im Wald beide gravierend schlechter, teilweise gab es sogar Aussetzer. Die Laufzeit mit einem Akku ist 10h max. Für mich keine Alternative.