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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zerfahrene Wege



Abt
27.07.2015, 21:39
Habe mich neulich unterwegs über zerfahrene Wald und Wanderwege geärgert. Die Verursacher waren Quads wie sich bald herausstellte. Aber wo sind Quads erlaubt? Gibt es da Verzeichnisse wo diese langfahren dürfen oder hat man das hinzunehmen?

GandalftheGrey
27.07.2015, 21:53
Größere Quads sind meist land-/forstwirtschaftliche Geräte, die haben im Wald durchaus ihre Berechtigung.

Und ansonsten sind es halt Leute, die drauf pfeifen, dass sie nicht im Wald fahren dürfen.

cane
27.07.2015, 22:00
Habe mich neulich unterwegs über zerfahrene Wald und Wanderwege geärgert. Die Verursacher waren Quads wie sich bald herausstellte. Aber wo sind Quads erlaubt? Gibt es da Verzeichnisse wo diese langfahren dürfen oder hat man das hinzunehmen?

Da gibts keinen Unterschied zu Autos denke ich.

mfg
cane

lanzelot72
27.07.2015, 22:11
Ich selber ärgere mich am meisten über von "Bikern" zerfahrene Wege.
Quads sind da wesentlich sanfter zum Boden !

Griaßle !

felixs
27.07.2015, 22:27
Was meinst Du mit "Bikern"? Berg- und Querfeldeinfahrradfahrer?
Zweifellos sollte man nicht überall mit dem Fahrrad herumfahren. Dass Quads nun aber den geringeren Eingriff in die Natur darstellen, möchte ich stark bezweifeln. Laute, stinkende Fahrzeuge mit Asozialen* drauf sind auf jeden Fall um Längen unerfreunlicher als Fahrradfahrer es irgendwie sein könnten. Dauerhafte (Fehl-)Nutzung von Wegen hinterlässt Spuren - keine Frage.
Ich hoffe, dass wir uns alle einig sind, dass eine umsichtige Nutzung von Wanderwegen durch Radfahrer ok ist, wenn Fußgänger nicht gestört werden. Es sei denn, das Streckenprofil oder irgendwelche besonderen Umstände machen das unmöglich. Aber insgesamt sollte man doch miteinander auskommen. Klar - ungehobelte Bengel auf Fahrrädern nerven. Aber das tun "Wanderer" mit Radio und (alkoholisiertem) Gegröle auch.

Quads sind als Kfz oder Leicht-Kfz zugelassen, entsprechend gelten die entsprechenden Regelungen für Kraftfahrzeuge. Sie sind keine Motorräder oder Mofas, entsprechend gelten diese Sonderregeln nicht. Sind sie im landwirtschaftlichen oder fortwirtschaftlichen Einsatz zugelassen, gelten die Regelungen für Zugmaschinen (i.e. Traktoren.)

*(jemand anders fährt nicht damit durch den Wald - jedenfalls nicht außerhalb genau geregelter Strecken. Und die sollten anständigerweise nicht in der Art Wald sein, um die es hier normalerweise geht.)

rippingera
18.09.2015, 12:19
Wenn es krawallmachende Spasstouristen im Wald sind, dann würde ich dem entsprechenden Forstamt bescheid sagen. Da dürfen mMn nur forstwirtschaftliche Fahrzeuge unterwegs sein..

TanteElfriede
18.09.2015, 14:46
...hm, ich kann mir vorstellen, dass Quads bei häufigen befahren derselben Strecke Schäden anrichten... aber echte Zerstörungen an Forstwegen habe ich bisher nur durch Rückefahrzeuge erlebt... regnerisches Wetter, eher waldiger Weg (also kein zusätzlicher Kies)... da bin ich schon unterschenkel tiefen Schlamm gelaufen (in dem einen Fall war es in der Tat eine Laufveranstaltung....)

immermuede
18.09.2015, 14:56
und wo wir gerade dabei sind, sollten noch die Damen und Herren hoch zu Ross ihren verdienten Anschiss bekommen.
Die verwandeln Wege in Knüppeldämme bzw. Schlammpisten. Wenn ihnen der Weg dann zu dreckig ist wird er eben
"verbreitert" oder es geht querfeldein.
Man sollte mehr Salami essen.:ignore:

lina
18.09.2015, 14:57
Für diese gibt es doch meistens extra Wege – da ist das schon mit einbezogen.

immermuede
18.09.2015, 15:21
Für diese gibt es doch meistens extra Wege

ja, wie auch für die Quadfahrer die öffentlichen Straßen.
Wie bei allem gibt es immer eine bestimmte Anzahl Bürger(innen) die sich an nix halten.
Es soll sogar Leute geben, die verbotenerweise im Wald schlafen.:ignore::bg:

Abt
18.09.2015, 16:13
einfach cool
https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/DSCI0474.JPG (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=135000&title=zw&cat=500)

derSammy
18.09.2015, 19:56
Ich selber ärgere mich am meisten über von "Bikern" zerfahrene Wege.
Quads sind da wesentlich sanfter zum Boden !

Griaßle !

Meine Beiträge sind das Produkt aus rein zufälligen persönlichen Einzelerfahrungen und einem sehr pragmatischen Weltbild !


Deine Signatur war ne treffende als hier ;-)

(Ich geh mal davon aus dass Du mit Bikern "Fahrradfahrer" meinst)

19Outdoor73
18.09.2015, 20:10
einfach cool
https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/DSCI0474.JPG (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=135000&title=zw&cat=500)

Was regst du dich da so auf? Das ist doch gar kein extra angelegter Waldweg, der ist halt entstanden weil viele ihn nutzen aber das ist auf gar keinen Fall ein gewünschter angelegter Waldweg!

Solche Wege sehen nach Regen und das da sieht mir nach ein paar Tagen regen aus, alle so aus!

Abt
18.09.2015, 20:58
Was regst du dich da so auf? Das ist doch gar kein extra angelegter Waldweg, der ist halt entstanden weil viele ihn nutzen aber das ist auf gar keinen Fall ein gewünschter angelegter Waldweg!

Solche Wege sehen nach Regen und das da sieht mir nach ein paar Tagen regen aus, alle so aus!

A ja. Dann leg ich noch mal nach

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/thumbs/DSCI0556.JPG (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=135004&title=bg&cat=500)

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/thumbs/DSCI0470.JPG (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=135003&title=mc&cat=500)
Aufgenommen in einem Naturpark. Wo bleibt geheim.

Pfad-Finder
18.09.2015, 22:07
Aufgenommen in einem Nationalpark. Wo bleibt geheim.

Bulgarien und/oder Rumänien, tippe ich mal?

Wir selbst haben in Rumänien mal österreichische Krawalltouristen im NSG angetroffen. Angeblich hatte ihnen "der Bauer das erlaubt" - als ob der die Kompetenz hat, das zu erlauben... Das war ihnen wohl auch klar, sonst hätten sie sicherlich nicht ihre Kennzeichen abgeschraubt.:hahaa:

19Outdoor73
18.09.2015, 23:27
A ja. Dann leg ich noch mal nach

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/thumbs/DSCI0556.JPG (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=135004&title=bg&cat=500)

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/thumbs/DSCI0470.JPG (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=135003&title=mc&cat=500)
Aufgenommen in einem Nationalpark. Wo bleibt geheim.

Ich hab sowas bei uns noch nie gesehen, das eine schien mir organisiert(die drei hintereinander meine ich, wird wohl genehmigt gewesen sein), keine Ahnung wo du dich so rumtreibst steht ja leider nicht dabei.

Müsste halt jemand zur Anzeige bringen, wenns denn da verboten ist wo du meinst. Wir haben hier einiges an Wald und Seen gepachtet und würden sowas nie durchgehen lassen, da muss man dann eben ein Platzverbot durchsetzten.

Abt
19.09.2015, 08:20
Ich hab sowas bei uns noch nie gesehen, das eine schien mir organisiert(die drei hintereinander meine ich, wird wohl genehmigt gewesen sein), keine Ahnung wo du dich so rumtreibst steht ja leider nicht dabei.

Müsste halt jemand zur Anzeige bringen, wenns denn da verboten ist wo du meinst. Wir haben hier einiges an Wald und Seen gepachtet und würden sowas nie durchgehen lassen, da muss man dann eben ein Platzverbot durchsetzten.

Na, das läuft dort etwas anders, und ich fahre nichr dorthin, um jemanden anzuzeigen.
Ich kann hier auch nur drauf hinweisen, dass die Stunde oder zwei bezahlter Fahrspaß dem Organisator sicher ein wenig Geld in die Kasse spült, wovon die Natur nichts hat und Jahrzehnte braucht, um derartige Spuren wettzumachen.
Wenn überhaupt. Und wenn durchs Schottische Moor euch jemand mit Quad entgegenkommt, weiß ich gerad auch nicht, wie ihr reagiert. Nicht die fünf Minuten Krach stört in erster Linie, aber der hinterlassene Schaden in der Natur!

Fjaellraev
19.09.2015, 18:08
Kennst du die genauen Schutzbestimmungen für das Gebiet und welche Ausnahmen - mit wessen Bewilligung - vorgesehen oder möglich sind?
Meist ist es deutlich komplexer als man es sich auf den ersten unvoreingenommenen Blick vorstellt.

Als Beispiel mal Sarek, Padjelanta oder Stora Sjöfallet Nationalpark in Schweden:
Das Benutzen von Motorfahrzeugen im Gelände ist verboten.
Ausnahmen:
Für Angestellte/Beamte in dienstlichem Auftrag für Renzucht-, Krankheits-, Rettungs- Polizei- oder Zollangelegenheiten, sowie im Zusammenhang mit Verwaltungsangelegenheiten des Nationalparks.
Die Sami haben ebenfalls Ausnahmeregeln mit Rücksicht auf ihre seit Urzeiten bestehende Kultur im Gebiet.
Auch sie dürfen für Rentierzucht, Jagd und andere Tätigkeiten Motorfahrzeuge im Gelände nutzen.

In anderen Gebieten weiss ich dass Snowscooter eigentlich nicht gestattet sind, einzelne Anbieter aber von der zuständigen Behörde die Erlaubnis für organisierte Fahrten mit (selbstfahrenden) Touristen haben.

Die schlimmsten Quadspuren (Sowas bringen Mountainbiker definitiv nicht fertig!) habe ich bisher allerdings ausserhalb von Schutzgebieten erlebt. - Es ist einfach wüst wenn auf weichem, nassen Untergrund mit hoher Motorleistung und entsprechend durchdrehenden Rädern gefahren wird.

Gruss
Henning

Abt
20.09.2015, 09:42
Der Korrektheit halber muss ich bemerken, dass sich das eigentliche NSG/Naturpark etwas westlich des Berges befindet und keinesfalls sehr ausgedehnt ist. Ich war zunächst davon ausgegangen, aber das ist offenbar falsch. Habe das oben geändert.Prinzipiell schein das offiziell bekannt zu sein, da es auch Quadspeziefische Hinweispfeile dafür gibt,
Nur ist es da egal, welchen Schutzstatus die Natur hat,-zerfahren ist zerfahren und unreparabel

Das kleine Bild hab ich noch mal hereingestellt, das zeigt den Mestecanis-Pass im Sommer 2015, oben im Dornaland

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/DSCI0275.JPG (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=135134&title=pan-mes&cat=500)

und so sah es vor vier Jahren da noch aus
https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/B_hmen_und_Bukowina_2012_0641.jpg

Goettergatte
20.09.2015, 22:44
Na toll,
die Terrassen lassen vermuten, daß weitere Bebauung geplant ist :o

Abt
22.09.2015, 11:53
Na toll,
die Terrassen lassen vermuten, daß weitere Bebauung geplant ist :o

Ich bin auch auf die weitere Entwicklung da gespannt, ein paar neue Häuser stehen schon.


Aber auch einige alte noch

speedhajker
22.09.2015, 12:39
Das kleine Bild hab ich noch mal hereingestellt, das zeigt den Mestecanis-Pass im Sommer 2015, oben im Dornaland

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/DSCI0275.JPG (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=135134&title=pan-mes&cat=500)

und so sah es vor vier Jahren da noch aus
https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/B_hmen_und_Bukowina_2012_0641.jpg

Beim betrachten des Bildes dacht ich mir: Kommt mir bekannt vor. Etwas gegoogelt. Und wenn ich das richtig interpretiere ist es an der Europastrasse Bistriz - Gura Humorului. Stimmt das?
Bin da immer wieder mit dem Lkw voller Hilfsgüter gen Moldawien unterwegs.
Aber das stimmt schon, dort, oder im ganzen Osten, haben die Menschen einen völlig anderen Zugang zur Natur als unsereiner.

Gruß Julian

Abt
22.09.2015, 12:49
Ja das stimmt, genau da ist es.
Falls du mal eine Route(Variante) fahren kannst, geb ich dir gerne Tips. (Falls du sie brauchst)

Der Aushub ist ökologisch tot, vielleich auch unverfestigt und warum man dann nicht einfach die Hütten zwischen die wunderschönen Bäume auf den Waldboden baut, kann niemand verstehen. ein Touristenort vom Reißbrett?

volx-wolf
22.09.2015, 22:15
Kommt mir sehr bekannt vor.
Letztes Jahr im Gutai-Gebirge wurde ich bei der Mittagspause gestört :motz:

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/IMG_4167a.JPG

Abt
23.09.2015, 08:21
Mal zurück zum Ausgangstread
Auch wenn die Ablehner dieser Sportart uns hier die Mäuler zerfetzen, kommen wir nicht an der Tatsache vorbei, das es diese geldwinkende Klientel und Anhanhänger dafür gibt. Und in wachsender Zahl. Ausweichen wird man stets in unkontrollierte Gegenden, ob gerade ein biologischer Schutzstatus vorliegt oder nicht. Aber wie sollte oder kann man eurer Meinung da herangehen? Offensichtlich hat sich da ja schon einiges getan, positiv wie negativ. Was meinen andere?

immermuede
23.09.2015, 11:56
Was meinen andere?


...Ablehner dieser Sportart...

Nur weil man den Wortteil "Sport" anhängt, wird es nicht tolerabler.:baetsch:
Und es ist mMn. noch lange kein Sport einfach nur Gas geben zu können.:bg:
Wer seinen Arsch nicht mehr aus eigener Kraft durch die Natur bewegen
kann/will dürfte sie deshalb noch lange nicht mit Verbrennungsmaschinen
befahren dürfen.:ignore:

Und jetzt dürft ihr mich verreissen.

speedhajker
23.09.2015, 12:35
Ja das stimmt, genau da ist es.
Falls du mal eine Route(Variante) fahren kannst, geb ich dir gerne Tips. (Falls du sie brauchst)


Ja gerne! Wobei ich schon einiges probiert habe, aber leider auch viel verboten ist...
Bicaz Klamm, wunderschön!
dann bin ich da auch mal eine kleine Strasse über die Berge, und an einem alten großen bergwerk vorbeigekommen. Bin da Stundenlang rumgelaufen... Weiss aber nicht mehr wo das war...

Was kannste denn noch empfehlen?
(Fahre aber auch öfters über Brasov...)

Gruß Julian

Radfahrer
23.09.2015, 20:27
Tja, Quads.....

Gerade in Frankreich habe ich in Wald und Flur schon sehr oft Quads gesehen. Das waren Landwirtschafts- und Forstfahrzeuge, dort, wo der Einsatz ein groesseren Fahrzeugs wahrscheinlich keinen zweckmaessigen Mehrwert gehabt haette.

Natuerlich ist klar, dass einem auf Ueberlandradwegen auch mal die Mofagang aus dem naechsten Dorf entgegen kommen kann. Aber es haelt sich in Grenzen.

Waldhexe
20.11.2017, 14:52
Einer meiner Lieblingswaldwege vor der Haustür sah vor kurzem noch so aus:

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Wald12.jpg


Gestern (Foto ist nicht ganz an der gleichen Stelle gemacht):

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Wald31.jpg

Ich weiß, dass der Wald wirtschaftliche Funktionen (gleichberechtigt neben Erholungsfunktion und Schutzfunktionen, bzw. je nach Waldfunktionenzuordnung) hat, Holz ist umweltfreundlich, klimafreundlich und schön, trotzdem könnte ich bei solchen Bildern echt dem Bambi-Syndrom (https://www.waldwissen.net/lernen/paedagogik/wsl_naturentfremdung/index_DE)verfallen! :(
Holzernte ja, aber bitte nicht bei mir... :grrr: Ich wohne übrigens in einem Holzhaus...


Die Bilder verdeutlichen allerdings auch meine Meinung zu manchem aus meiner Sicht gelegentlich übertriebenem "Leave-no-trace". Ein plattgelegener Lagerplatz, vergrabene Fäkalien auch mit Klopapier und organische Abfälle wie Apfelbutzen o.ä. sollten uns außer in empfindlichen Biotopen bzw. Landschaften (z.B. mit sehr kurzer Vegetationsperiode) kein Kopfzerbrechen bereiten. Zumindest in Mitteleuropa sind fast alle Wälder keine "heile" Natur.

Gruß,

Claudia

P.S.: Das weiße Zeug stellenweise ist übrigens der Rest vom ersten Schnee...

Ditschi
20.11.2017, 15:35
@ Waldhexe, kein Zufall, daß Dein Beitrag zu diesem älteren thread grade jetzt kommt. Durch den vielen Regen, der aufgrund von Klimaveränderungen auch künftig zu erwarten ist, ist der Boden aufgeweicht. Die gewichtigen Erntemaschine haben es deutlicher schwerer, überhaupt zum Einsatz zu kommen. Und wenn, hinterlassen sie Spuren, wie auf Deinem Bild zu sehen. Das gilt für die gesamte Landwirtschaft, aber auch, wie auf Deinem Bild, für die Forstwirtschaft.
Aus diesem aktuellen Anlaß gab es gestern Abend im Schleswig-Holstein -Magazin einen Beitrag über das Holzrücken im Wald mit Pferden. Daran ist nichts neu. Entsprechende Betriebe gibt es seit über 100 Jahren. Bis 2014 gab es jedoch eine EU- Förderung für das Holzrücken mit Pferden von 5,- € pro Festmeter. Die ist ausgelaufen. Angesichts der geschilderten Probleme kommt natürlich die Forderung auf, die Förderung, eventuell durch die Länder, wieder aufleben zu lassen.
Dem könnte man sich ja einmal politisch anschließen!
http://www.dokumentation.landtag-mv.de/Parldok/dokument/34449/auslaufen-der-eu-f%C3%B6rderung-f%C3%BCr-das-holzr%C3%BCcken-mit-pferden.pdf
http://www.holzruecken-mit-pferd.de/
Allerdings wird wohl in Großforsten das Pferd die Maschine nicht verdrängen können.

Im Privatwald meines Freundes sind solch zerfahrene Wege nicht zu sehen. Wie auch im Kreiswald nebenan nicht. Ich schiele ja immer mal rüber zu den Profis. Hier hat angesichts der kleinen Forstbestände niemand Geld für einen Harvester. Es wird noch mit Hand gesägt, eventuell mit dem Traktor gerückt. Gut, die eine oder andere Fahrspur. Ein Rückepferd habe ich auch noch nicht gesehen, obwohl am Waldrand eine bekannte Zucht des Schleswiger Kaltblut liegt. Ditschi rückt selbst, keuch.
Mache ich jetzt gleich wieder, bevor es dunkel wird. Drei Bäume holen, die ich heute vormittag gesägt habe. Bevor das Holz geklaut wird.;-)

Ditschi

cast
20.11.2017, 17:21
Genau deswegen gibts solche Schneisen. Das sind Wirtschaftswege.

https://youtu.be/t13IVryns10

Und es gibt anschließend so schöne Biotope.

Mit Pferden rücken ist Spielerei und nur in einigen wenigen Bereichen sinnvoll.

Waldhexe
20.11.2017, 17:52
Das ist schon klar, ich bin ja halb (oder viertel oder so) vom Fach, trotzdem muss ich sagen, es schmerzt, wenn eine solche Rückegasse eben über die Jahre zu einem schönen sandigen Waldpfad wurde, auf dem ich ich den letzten fast zwanzig Jahren oft gelaufen bin, mal barfuß, mal mit Skiern... Das sind die Pfade, die zwischen all den Forststraßen eben wohltuend sind.
Das wird so auch nicht wieder, das wird anders. Das Bedauern bezieht sich rein auf die ästhetische Komponente und schließlich hat der Forst auch Erholungsfunktion.
Die Alternative zu Pferden (die es bei uns auch noch gibt) ist rücken bei anhaltendem Frost. Ich weiß, daß sich das nicht immer und überall so einrichten läßt, aber ich weiß auch, das in der Forstwirtschaft zu oft die anderen, laut Landeswaldgesetz gleichrangigen Waldfunktionen als nachrangig und vernachlässigbar betrachtet werden. Es kommt z.B. offensichtlich keiner auf die Idee, solche Pfade als schützenswerte zu betrachten und an solchen besonderen Orten im Erholungswald (wohne im Naturpark) eben doch mal bei anhaltendem Frost oder mit Pferden zu rücken. Oft genug betrifft das auch beliebte bzw. herausragende Wanderpfade, zB. schon erlebt auf dem Albnordrandweg oder im Naturdenkmal Hörschbachschlucht...

Gruß,

Claudia

Lobo
20.11.2017, 18:05
Hallo Claudia,

Solche Bilder kenne ich, aber manchmal sieht das auch nur so schlimm aus wenn die Spuren frisch sind.


Ich würde mich freuen wenn du im nächsten Herbst die gleiche Stelle nochmal fotografieren könntest. ;-)

Ich denke da hat der Weg seinen Charme wieder. ;-)

Grüße
Thomas

windriver
20.11.2017, 18:08
Die Alternative zu Pferden (die es bei uns auch noch gibt) ist rücken bei anhaltendem Frost.
:hahaa: Wann gab es die letzten Jahre mal anhaltenden Frost ? So für 2-3 Monate ? Mit mind. 5 Grad minus auch tagsüber mit wenig Schnee , damit der Boden auch tief genug gefriert ?Das sind nämlich die Bedingungen die von den Kollegen benötigt werden um alle Rückearbeiten zu bewältigen , da ist aber noch kein Harvester am Fällen gewesen !
Man könnte natürlich unter trockenen Bedingungen arbeiten , allerdings wäre das dann hauptsächlich im Sommerhalbjahr . Vermutlich auch nicht der Weisheits letzter Schluss .
Pferde sind keine Alternative , zu langsam oder man benötigt soviele , das der Waldboden aussieht wie ein Reitweg bei Nässe . Pferde müssen an jedes Holzstück laufen , die Forwarder , Harvester greifen von der Gasse aus .

MfG, windriver

Waldhexe
20.11.2017, 18:26
Wir hatten in der Tat letzten Winter wenig Frost, aber die Jahre davor gab es meist im Zeitraum Januar - März mehrwöchigen starken Frost, zunehmend (leider!) ohne Schnee. Gefällt wird bei uns so weit ich weiß (und beobachtet habe) nur mit der Motorsäge. Ich nehme an, es ist überwiegend zu uneben für den Harvester.
Sicher kann man sich nicht immer und überall danach richten, aber wie gesagt, nach meiner Beobachtung (und Erfahrungen in der dienstlicher Zusammenarbeit mit dem örtlichen Forst) wird es gar nicht in Erwägung gezogen. Im Wald zählt vielerorts lediglich die Ökonomie.

Ich mache gerne weiter Fotos!

Gruß,

Claudia

Torres
20.11.2017, 18:32
Ich wollt grad sagen: Wenn wir bei derartigen Bodenbedingungen durch den Wald geritten sind, sah der Boden krasser aus. Pferde belasten punktuell, da waren dann mit der Zeit überall tiefe Schlammlöcher, hier kann man ja an den Reifenspuren noch laufen. An den Pferdespuren sieht man zudem, dass der Boden in der Mitte zwar weich, aber noch nicht völlig durchgesuppt ist. Das würde sich ändern. Je mehr Pferde, umso aufgerissener wäre der Streifen. Gerne meiden Pferde dann den Bereich, so dass sie den Weg stark verbreitern. Da muss es schon mehrere Tage/Wochen gefroren haben, dass man Pferdespuren nicht mehr merkt. Dann macht aber auch der Harvester keine Schäden.

Sieht jedoch brutal aus, das stimmt schon.

LihofDirk
20.11.2017, 18:33
Wir hatten in der Tat letzten Winter wenig Frost, aber die Jahre davor gab es meist im Zeitraum Januar - März mehrwöchigen starken Frost, zunehmend (leider!) ohne Schnee.
Sicher kann man sich nicht immer und überall danach richten, aber wie gesagt, nach meiner Beobachtung (und Erfahrungen in der dienstlicher Zusammenarbeit mit dem örtlichen Forst) wird es gar nicht in Erwägung gezogen. Im Wald zählt vielerorts lediglich die Ökonomie.

Ich mache gerne weiter Fotos!

Gruß,

Claudia

Früher™ hatte jedes Forstamt seine Waldarbeiter. Da wurde je nach Wetter geschafft. Heute muss die Instandhaltung der Wege, das Fällen und Rücken ausgeschrieben werden und wird von überregional tätigen “Maschinenringen“ durchgeführt.

In RLP dürfen die Landesforsten nicht mal mehr für die Kommunen das Holzvermarkten, wegen Kartellbedenken:

https://www.forstpraxis.de/neustrukturierung-des-holzverkaufs-in-rheinland-pfalz/

Wie soll da noch auf Ökologie geachtet werden?

lina
20.11.2017, 18:40
Das hier (Ausschnitt rechts) war richtig fies: Im Februar auf dem Pilgerweg Loccum-Volkenroda zwischen Oberweser Oedelsheim und Kloster Bursfelde. Der entstandene Matsch war teilweise mehr als knöcheltief, und ich balancierte vorsichtigst über die Baumstämme:

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/PWLV_12B02_Oedelsheim_Bursfelde_11.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=143893&title=pwlvoedelsheimkloster-bursfelde&cat=500)

Bei sowas gibt es meistens noch ein paar weniger matschige Bereiche (deren Tiefe kann man prima mit dem Trekkingstock vortesten ...):

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/PWLV_13a_16.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=145153&title=pwlv-13a-16&cat=500)

Waldhexe
20.11.2017, 18:40
Bei uns gibt es noch Waldarbeiter, die Fahrzeuge und Maschinen sind mit „Forst BW“ gekennzeichnet.

Gruß,

Claudia

windriver
20.11.2017, 18:45
Wir hatten in der Tat letzten Winter wenig Frost, aber die Jahre davor gab es meist im Zeitraum Januar - März mehrwöchigen starken Frost,

Entweder habt ihr es sehr viel kälter als im Rest BaWüs , oder wir haben unterschiedliche Vorstellungen von gefrorenen Boden:bg:. Seit ich in BaWü arbeite ( ca.15 Jahre ) waren wir um jeden Tag froh , an dem es kalt genug war um vernünftig zu arbeiten . Ist ja auch für uns einfacher , als bis zur Achse im Dreck zu versinken . Glaub mir , wenn es jedes Jahr eine verlässliche Frostperiode gäbe , würde nur ii dem Zeitraum gerückt werden . Man kann aber auch nicht jedes Jahr bis Ende März warten und dann kommt doch kein Frost und die Brutzeit beginnt . Also wird gearbeitet , wenn die Arbeit anfällt und die ganz prekären Sachen hebt man auf mit der Hoffnung auf geeignete Verhältnisse .
So ein Rückeunternehmer kann ja auch nicht nur max. 4 Wochen im Jahr sein Fuhrpark einsetzen , dafür wird es zu schlecht bezahlt .;-)

MfG, windriver

Waldhexe
20.11.2017, 19:03
Ich sehe die Zwänge. Kenne aber auch die Mentalität des örtlichen Forstamts. Klar kann man die Leute nicht heimschicken und die Maschinen einlagern, aber wir haben November, es ist extrem nass, muss man da an den schönsten Wegen anfangen?

Hier mal das Beispiel vom Albnordrandweg in der Nähe von Oberböhringen, aufgenommen an einem 25. Oktober...

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/A849A392-D63F-45E3-A87B-D2ABD60A5DF0.jpeg
https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/69EFA82D-868A-4FE5-B2A6-1AD8F0CEA59F.jpeg
https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/55C752C6-63FF-4B49-9836-495A4A8BB7F4.jpeg

Gruß,

Claudia

Bluebalu
20.11.2017, 19:25
Naja, da immer Leute am Wandern sind, wird es wohl nie den einen idealen Zeitraum geben, wo es am wenigsten stört.
Meine Persönliche Meinung : Bei solch breiten Wegen ist es vor allen für MTB blöd, der Wanderer kann und darf zumindest hier in BaWü auf Singletrails ausweichen.
Je nach Wanderziel müsste sich doch sicherlich ein/zwei Hundert Meter rechts oder links ein Weg finden lassen.
Ist für viele dann leider nicht mehr der "originale" Westweg zum Beispiel.
Finde das jedoch mehr als bedenklich wenn man nur Wege nachlatscht anstatt sich etwas mehr Freiraum zu geben und mal schauen was so neben dran liegt....

lina
20.11.2017, 19:48
Je nach Wanderziel müsste sich doch sicherlich ein/zwei Hundert Meter rechts oder links ein Weg finden lassen.
Ist für viele dann leider nicht mehr der "originale" Westweg zum Beispiel.

Nö, das klappt oft nicht. In hügeligen Gegenden heißt "ein/zwei Hundert Meter rechts oder links" oft Abgrund oder Kraxelei.

windriver
20.11.2017, 19:51
Naja, da immer Leute am Wandern sind, wird es wohl nie den einen idealen Zeitraum geben, wo es am wenigsten stört.


Jepp , so isses . Ich finde den Zeitpunkt bei Waldhexes Bilder sogar fast ideal . Die Hauptsaison der Wanderer ist vorbei und die Wintersaison noch nicht angelaufen , also der Zeitraum wo am wenigsten los ist . Ok , Wetter ist Mist aber solche Planungen laufen ja auch nicht von einen Tag auf anderen , da kann man nicht immer so spontan reagieren wie man möchte .

MfG, windriver

Waldhexe
20.11.2017, 20:00
Nö, das klappt oft nicht. In hügeligen Gegenden heißt "ein/zwei Hundert Meter rechts oder links" oft Abgrund oder Kraxelei.

So ist es. Oder dichtes Gestrüpp. Wenn ich eine längere Wanderung mache (hier eine Woche) dann latsch ich eben ganz unfrei und bedenklich dem Weg nach...


Gruß,

Claudia

Werner Hohn
20.11.2017, 20:07
Holzernte ja, aber bitte nicht bei mir... :grrr:
So habe ich auch geschimpft, als sich vor 3 Jahren ein Harvester durch den Wald direkt vor meiner Haustür gearbeitet hat. Ich war darüber erstaunt, welche Steigungen der schafft, oder was der in einer Stunde fällt. Entsetzt war ich wie sehr solch ein Gerät den Wald verändert. Das hat schlimmer ausgehen als auf deinen Fotos, denn ein Harvester braucht keine Wege.

Nun, nachdem 3 Jahre ins Land gegangen sind, sind viele Pfade wieder da. Wenn da kein Fahrzeug mehr hineinfährt, hat die Natur freie Bahn. Einige Trampelpfade, meist die Wege der Hundeausführer, sind zugewachsen weil sie danach nicht mehr begangen wurden. Schlamm und Dreck ist wahrscheinlich nichts für den Hundefreund. Darüber freue ich mich eigentlich. Nicht wegen der Hunde, sondern weil am Rand der Wohngebiete die Trampelpfade über Jahrzehnte gelegentlich Überhand nehmen.

windriver
20.11.2017, 20:26
... denn ein Harvester braucht keine Wege.


Eigentlich braucht keine Forstmaschine Wege ;-) , trotzdem wird vernünftigerweise auf Rückegassen gefahren . Dadurch werden Flurschäden und Bodenverdichtung auf relativ geringer Fläche konzentriert . Ausnahmen gibt es leider zu oft :(.

MfG, windriver

ApoC
20.11.2017, 20:41
Die Frage dabei ist ja: Was passiert danach mit den Wegen. Ich habe das Gefühl als wären die letzten Jahr sehr schlimm gewesen. Es gibt hier viele Wege die waren vor einigen Jahren noch die üblichen Forstautobahnen aus festem Schotter. Nicht schön aber gut gehbar. Dann wurden sie vom Harvester umgepflügt und seitdem sind die nicht mehr zu gebrauchen... und zwar länger als ein paar Wochen/Monate.

Waldhexe
20.11.2017, 20:49
Bei uns wird meistens auf solchen Wegen, die nicht geschottert sind, anschließend das Reißig drauf gelegt, zum Teil noch während des Abtransports. An sich sinnvoll, schützt den Boden vor Erosion, sieht optisch nicht mehr so wüst aus, allerdings wars das dann mit der Begehbarkeit. Der Weg wuchert zu.

Gruß,

Claudia

Pfad-Finder
20.11.2017, 20:56
Teilweise werden die Wege nach der "Holzsaison" auch wieder glattgezogen, zumindest hier in Brandenburg. Schließlich will der Jäger ja auch zu seinem Hochsitz kommen. Die wenigsten hier haben Mercedes G/Landrover, meistens endet es beim Suzuki.

windriver
20.11.2017, 20:56
Ich kann natürlich nicht für alle Kollegen sprechen , aber als ich im Stadtforst Wuppertal als Rücker gearbeitet habe war es normal nach dem Abschluss der Arbeit den Weg wieder herzurichten .
Auch bei der Firma wo ich jetzt arbeite ist es üblich entstandene Flurschäden soweit möglich zu beseitigen . Allerdings heisst das nicht die Wege besenrein zu hinterlassen .

MfG, windriver

Werner Hohn
20.11.2017, 21:06
Eigentlich braucht keine Forstmaschine Wege ;-) , trotzdem wird vernünftigerweise auf Rückegassen gefahren . Dadurch werden Flurschäden und Bodenverdichtung auf relativ geringer Fläche konzentriert . Ausnahmen gibt es leider zu oft :(.

MfG, windriver
Hier muss ich den Kollegen in Schutz nehmen. Es handelt sich um ein ziemlich kleines aber steiles Stück Wald zwischen Ortsrand und Straße. Mit Fahrzeugen befahrbare Waldwege oder Rückgassen gab und gibt es dort nicht. Kurzerhand hatte der freundliche Waldarbeiter aus Polen den über den "Kamm" laufenden Pfad zur Hauptstraße ausgebaut. Von der ging es im rechten Winkel den Hang hinunter und zurück. Eine Alternative hatte der nicht.

Gerade weil da nie ein breiter Weg oder eine Schneise war, waren wir entsetzt.

Auf meinen Wanderungen habe ich schon oft Holzerntemaschinen bei der Arbeit beobachtet, und mir nie großartig Gedanken darum gemacht. Wächst halt alles wieder zu. Wenn es im Wald vor der Haustür geschieht, schaut man mit anderen Augen drauf.

Waldhexe
20.11.2017, 21:07
Wobei es sich ja bei meinem Hauswaldbeispiel nicht um einen befahrbaren Weg handelte, sondern um einen Pfad, stellenweise etwas lichter.
Hier ein ähnlicher, auch im Hauswald, zu Beginn einer mehrtägigen Runde:

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/52D912C9-8CB7-4379-845B-861B7FEE9A75.jpeg

Oh je, nach dem muss ich wohl auch mal sehen! :(:o Hoffentlich siehts dort nicht genauso aus...

Gruß,

Claudia

Werner Hohn
20.11.2017, 21:12
So sah das bei mir auch aus. Siehe Beitrag über deinem. Heute ist der Bewuchs am Wegrand anders, weil der Wald lichter geworden ist, aber die breiten Wege wieder sind verschwunden. Von den hangabwärts führenden Rückewegen ist fast nichts mehr zu sehen. Das liegt auch dran, dass kleines Geäst liegengeblieben ist.

windriver
20.11.2017, 21:15
Auch der gezeigte "Pfad" folgt einer 3m breiten Schneise . Die wurde vermutlich nicht zum Wandern angelegt , wenn Forstwege lange nicht genutzt werden ( Durchforstung alle 10-15 Jahre) wachsen sie halt zu . Ist ja keine Autobahn .

MfG, windriver

Waldhexe
20.11.2017, 21:21
Auch der gezeigte "Pfad" folgt einer 3m breiten Schneise . Die wurde vermutlich nicht zum Wandern angelegt , wenn Forstwege lange nicht genutzt werden ( Durchforstung alle 10-15 Jahre) wachsen sie halt zu . Ist ja keine Autobahn .

MfG, windriver

Das ist mir klar. Sie wurde eben in den letzten 20 Jahren nur als Pfad genutzt. Gib zu, dass es hübsch aussieht! ;-)

Gruß,

Claudia

windriver
20.11.2017, 21:30
Gib zu, dass es hübsch aussieht! ;-)



5sterne wäre mir auch lieber als durch die Schlammlöcher der Kollegen zu stapfen ( oder vielleicht sogar noch meine eigenen:o)

MfG, windriver

blauloke
20.11.2017, 21:49
Durch diese Bilder wird mir mal wieder bewusst, dass der Wald bei uns keine reine Natur ist sondern eine "Holzplantage".
Durchforstet oder Holz geerntet wird nun mal nur alle paar Jahrzehnte in einem Waldstück, da vergisst man das leicht.

PrinzB
05.09.2018, 13:58
Nun ist der letzte Beitrag schon fast ein Jahr her aber ich möchte trotzdem ein paar Dinge dazu sagen. Beim Zitieren werde ich leider immer wieder rausgeworfen - "Sie sind nicht angemeldet" - mmh, wieso kann ich dann aber antworten? Also zitiere ich mal auf althergebrachte Weise:

Cast: "Mit Pferden rücken ist Spielerei und nur in einigen wenigen Bereichen sinnvoll."

Das stimmt so nicht. Abgesehen vom Windbruch und Starkholz (aber auch da gibt es einfache technische Hilfen) macht es durchaus Sinn Pferde einzusetzen. Hier ist vor allem das kombinierte Rücken zu nennen, d.h. Die Pferde liefern bis zur Rückegasse/Weg vor und die Endrückung erfolgt durch Maschinen. Dadurch sind Gassenabstände von > 40 m nicht nur möglich sondern auch sinnvoll. Je nach Gelände reden wir hier auch von 60 m und mehr. Jetzt sind es dagegen meist nur ca. 20 m. Sucht mal nach Kölner-, Wittgensteiner- und Berliner-Verfahren. Vielfach werden solche Methoden in Gebieten mit hoher touristischer Frequentierung eingesetzt.

Die Folge ist das die Bestände gar nicht und die wenigen Gassen nur noch kurzzeitig zum Aufladen befahren werden müssen. Diese Methoden haben weiterhin den Vorteil das neben der Reduzierung/Vermeidung von Lärm und Abgasen auch die Schäden an Bäumen verringert und dadurch ein Wertverlust durch Eindringen von Bakterien und Pilzen (Qualitätsminderung)verhindert wird. Auch die Bodenverdichtung ist bedeutend geringer und vor allem, im Gegensatz zu Harvester und Co, reversibel. Es ist oftmals ein bisschen wie bei Atomstrom, die Folgen/Folgekosten werden bei der Berechnung nicht berücksichtigt.

Windriver: "Pferde sind keine Alternative, zu langsam oder man benötigt so viele, das der Waldboden aussieht wie ein Reitweg bei Nässe. Pferde müssen an jedes Holzstück laufen, die Forwarder, Harvester greifen von der Gasse aus."

Auch das stimmt so nicht. Als erstes kann man nicht Pferde und Maschinen 1:1 vergleichen. Mit Pferden muss man mehr Zeit einplanen und sich nach dem Rhythmus des Tieres richten - das kommt eigentlich auch dem Menschen zugute. Wenn mehrere Holzrücker am Werk sind, hat jeder seinen Bereich und auch die Stämme/Abschnitte müssen nicht alle am selben Platz abgelegt werden. Im Normalfall werden diese entlang des Weges abgelegt und können dabei auch schon vorsortiert werden. Dadurch entsteht ein Netz aus Pfaden im Bestand. Natürlich werden je nach Bodenart, Witterung und Anzahl der Begehungen auch mal schlammigere/tiefere Rohbodenbereiche entstehen aber das ist nicht immer schlecht --> Stichwort Bodenverwundung, Naturverjüngung. Auf den letzten Aspekt bin ich ja schon weiter oben eingegangen.

Noch ein paar Gedanken zu Pferden/Kutschen auf den Waldwegen.
Ich denke das bei den Wegen mehrere Faktoren eine Rolle spielen. Zum einen sind da die Bodenart und die Witterung und zum anderen die Anzahl der Ritte/Befahrungen sowie der Zustand des Weges allgemein (Forstschlepper, etc.).

Generell sollte auf allen Wald- und Feldwegen das Reiten/Kutsche Fahren (Gegenseitige Rücksichtsname vorausgesetzt) erlaubt sein. Wer sich in der Natur bewegt, muss einfach davon ausgehen das der Weg nicht immer spiegelglatt ist.
Nach längerer Feuchtigkeit sollten Reiter und Kutscher aber möglichst die gefährdeten Bereiche meiden, um den Weg nicht unnötig zu schädigen. Es kann aber, insbesondere im Wald immer mal Wegstellen geben die feuchter und daher entsprechend aufgewühlt sind - das ist nicht zu ändern.

Wenn es in einer Gegend sehr viele Pferdebesitzer gibt bzw. Reittourismus vorherrscht, sollten auch die Gemeinden bzw. die Länder einspringen und ohne Rücksicht auf die Eigentumsverhältnisse ab und an eine Instandsetzung durch Abschleppen o.ä. ermöglichen. Letztendlich fließen gerade durch die Pferdebesitzer (auch ohne Pferdesteuer) enorme Mengen an Steuergeldern in die Staatskasse.
Und noch ein Punkt. Wenn Feld- und Waldwege in zunehmendem Maße für Reiter und Kutscher gesperrt sind, bleibt nur die Straße, da Äcker und Wiesen/Weiden erst recht tabu sind. Das geht aber komplett gegen den Tierschutz, vor allem da die Alternativen (Feld- und Waldwege) m. M. n. eher durch Land- und Forstfahrzeuge massiv beschädigt oder zerstört werden und weniger durch die Pferde.

windriver
05.09.2018, 15:09
@PrinzB : Ehrlich gesagt sehe ich zwischen deiner und meiner Aussage keine grosse Differenz .
Da du scheinbar aus der Materie kommst . Wieviel Fm schafft ein Pferderücker pro Tag ? Wieviele Pferderücker bräuchte man um gut 50.000.000 Fm pro Jahr aus dem Bestand zu rücken ?

MfG, windriver

cast
05.09.2018, 16:36
Spielerei.

Welche Pferde rücken denn im Starkholz? Elefanten?

Im Hessenforst sind die Rückegassen da. Maschinen sind wirtschaftlich.

Auch der staatliche Forstbetrieb arbeitet heute nur noch nach Wirtschaftlichkeit. Bei uns arbeitet der Harvester bis tief in die Nacht Akkord.
Bodenverdichtung ist doch unserem Förster egal.

Fritsche
05.09.2018, 16:41
Spielerei....

...
Bodenverdichtung ist doch unserem Förster egal.

Ich meine, zwischen diesen beiden Aussagen einen Widerspruch erkennen zu können.

Lobo
05.09.2018, 16:42
Bodenverdichtung ist doch unserem Förster egal.

Schlechte Förster gibts eben überall. ;-)

cast
05.09.2018, 17:21
Ja.

Unserer kann nur als abschreckendes Beispiel durchgehen, seine Vorgesetzten sind der gleichen Meinung, sagen es nur nicht so deutlich.

Trotzdem, maschinengerechte Wälder sind in Hessenforst das Ziel, nur das rechnet sich.

PrinzB
06.09.2018, 12:28
Hallo zusammen,

wir driften zwar vom Thema ab aber trotzdem:

@Windriver
Hier mal ein paar ganz grobe Zahlen zu deinen Fragen. Man rechnet pro Tag in etwa mit ca. 25 Fm (einspännig) und ca. 50 Fm (zweispännig) - das ist natürlich auch abhängig von der Stückmasse, der Rückeentfernung und Gelände.
Aufs Jahr umgerechnet sollte ein Holzrücker ein stückmasseabhängiges Auftragsvolumen von min. 5000 Efm bzw. eine Auslastung von min. 1000 h haben, um hauptberuflich nur mit den Pferden zu rücken. Du würdest also für den Einschlag von 50 Mio Efm in Deutschland unter dieser Minimalbedingung ca. 10000 Holzrücker (nicht Pferde) benötigen.

Harvester kosten ca. 300000 - 500000 €, d.h. diese Maschinen müssen +/- Akkord laufen (Masse fressen) um sich zu amortisieren. Das Holz bleibt meist noch eine ganze Weile am Polterplatz, bevor es abgeholt wird. Von da kommt also der Druck nicht unbedingt.

Leider ist das Problem der fehlenden Rückepferde in unseren Wäldern hausgemacht. Reviere werden durch Zusammenlegung immer größer und die Forstarbeiter schwinden - Arbeiten werden "ausgelagert", landeseigene Rückepferde werden/wurden abgeschafft. Der junge Forstauszubildende hat nur an wenigen Stellen die Möglichkeit dieses Handwerk während seiner Ausbildung zu erlernen. Des weiteren wird im Forststudium kaum auf die Chancen und Möglichkeiten von Rückepferden eingegangen - die jungen Förster "wachsen" nur mit dem Maschinengedanken heran. Ein weiteres Problem ist das die Auftraggeber die Pferde oft nur dort engagieren, wo es für die Maschine unrentabel ist. Leider bewegen sich dort auch die Pferde oft an der Grenze zur Rentabilität. Oft wird dann den Holzrückern vorgeworfen das sie zu teuer seien, obwohl der Maschineneinsatz teils noch erheblich teurer wäre. Um ihre Vorteile (auch ökonomisch) auszuspielen müssen die Pferderücker in fast allen Bereichen eingesetzt werden - die Pferde müssen also auch dort arbeiten können wo es etwas zu verdienen gibt und nicht nur für die "Drecksarbeit" herhalten. Solche Nischen schaffen keine Existenzgrundlage für entsprechende Betriebe.

Wie in meinem vorherigen Beitrag schon erwähnt rechnen sich vor allem kombinierte Verfahren. Kleinere Rückebetriebe brauchen bei diesen Methoden viel weniger in die Anschaffung von Maschinen zu investieren, da oft schon normale Traktoren (Massenware) mit Forstausrüstung oder Rungenanhänger mit Kran ausreichen.

Stichwort Starkholz. Hier wird überwiegend zweispännig gearbeitet, da auch die Abstände zwischen den Bäumen entsprechend groß sind. Meist handelt es sich um Abschnitte die mit entsprechenden technischen Hilfsmitteln (z.B. Rückewagen) gerückt werden. Durch das ein- oder sogar beidseitige Anheben der Bäume reduziert sich die Zugkraft enorm.

PrinzB
06.09.2018, 13:46
Cast: "Trotzdem, maschinengerechte Wälder sind in Hessenforst das Ziel, nur das rechnet sich."

Das mag das Ziel sein aber das nur das sich rechnet glaube ich nicht. Natürlich kann man sich alles hinrechnen, wenn man bestimmte Aspekte weglässt und nur ans kurzfristige Sparen denkt. Gerade in der Forstwirtschaft wo es aber auf Langfristigkeit ankommt sollten ja noch andere Dinge zählen. Damit meine ich nicht unbedingt die anderen Funktionen des Waldes (Wasser, Klima, Erholung, etc.) die sich schlecht in € ausdrücken lassen sondern auch Bodenschutz, Baumschutz, Waldfläche (nicht Wege oder Rückegassen), etc.. Dies spiegelt sich ja in der Vitalität der Bäume, der Holzmenge und der Holzqualität wieder und zumindest letztere können durchaus berechnet werden.

Viel liegt wirklich daran wie der Förster zur Pferdearbeit steht, ob er schon Erfahrungen damit gemacht hat und ob in der Umgebung (Anfahrtskosten) gute Rücker und Pferde verfügbar sind.
Wer so eine Arbeit machen will, muss (abgesehen von der Ausbildung) wirklich mit Pferden arbeiten wollen, sonst wird das nichts.

windriver
06.09.2018, 14:12
Wer so eine Arbeit machen will, muss (abgesehen von der Ausbildung) wirklich mit Pferden arbeiten wollen, sonst wird das nichts.
... und man muss harte körperliche Arbeit für wenig Geld mögen . ;-) Ich kann nicht behaupten , das uns bei so einer Stellenausschreibung die Türen eingerannt werden . Da sind Maschinenarbeitsplätze in klimatisierten Kabinen wesentlich begehrter .
Ich habe auch mal die Zahlen überschlagen und bin ebenfalls bei ca. 10000 Pferderückern gelandet und glaube nicht das die Stellen ( zu Forstgehältern ) je besetzt werden könnten . Es sind ja schon Maschinenrücker schwer zu bekommen .

PrinzB
06.09.2018, 16:17
Von den Gehältern habe ich keine Ahnung - wie viel verdient denn ein Forstarbeiter in etwa monatlich?

Es ist zwar nicht ganz vergleichbar aber ich fahre den Mist lieber mit unseren Pferden raus auf die Wiese als mit dem Trecker, dieses ständige Getucker und die Vibrationen nerven mich irgendwie. Mit den Pferden ist es viel ruhiger und man hört die Natur rundherum.

Aber zurück zum Thema. Letztes Jahr waren wir mit der Kutsche auf einem Waldweg (kein Schotter) unterwegs. Auf einem Teilstück waren wohl vor längerer Zeit auch mal Forstmaschinen unterwegs. Keine Chance, zum Glück konnten wir uns Seitwärts durch die Bäume wurschteln. Mit einem Stock habe ich spaßeshalber mal gemessen - knapp über Kniehöhe also ca. 60 cm. So hoch stand allerdings nur das Wasser, die Spuren waren noch tiefer.

Fritsche
06.09.2018, 17:02
...Mit einem Stock habe ich spaßeshalber mal gemessen - knapp über Kniehöhe also ca. 60 cm. So hoch stand allerdings nur das Wasser, die Spuren waren noch tiefer.

Das wären alles die Mountainbiker, sagte mir mal einer, der Professor für Forstbau an einer dt. Uni ist... :roll:

windriver
06.09.2018, 17:17
Von den Gehältern habe ich keine Ahnung - wie viel verdient denn ein Forstarbeiter in etwa monatlich?

2000 - 3000,- Brutto , dafür ruiniert man sich mit 100 %iger Warscheinlichkeit im Laufe des Berufslebens seine Gesundheit und hat mit Abstand das höchste Unfallrisiko aller Berufe . Auch ein Grund für den Maschineneinsatz , senkt die Unfallzahlen gewaltig .

Bulli53
06.09.2018, 17:44
Unabhängig von der ehrenwerten Diskussion wie man rücken sollte: Die Pferdefreaks in D sind nicht die Herren sondern die Damen. Schau Dir auf einschlägigen Veranstaltungen die Kunden an... Frauen. Die Zielgruppe von Cavallo z. B. Sind Frauen.
Unlängst war ich zur Hengstparade in Celle.... der Nachwuchs der Pferdewirte: junge Damen.
Die Gespannfahrer aus Tschechien...... Kerle mit dicken Oberarme.

Du kannst Dir Rückgespanne wünschen. Gern. Du brauchst pro Gespann nur einen Mechatroniker oder It‘ler zum Gespannführer umzuschulen. Frage: wie oft im Jahr gibt es das Gehalt? Wieviel Wochen ist „Schlechtwetter“?

Nebenbei ist mir bekannt, das es sogar weibliche Hufschmiede und Gespannführer gibt.

windriver
06.09.2018, 18:03
Du kannst Dir Rückgespanne wünschen. Gern. Du brauchst pro Gespann nur einen Mechatroniker oder It‘ler zum Gespannführer umzuschulen. Frage: wie oft im Jahr gibt es das Gehalt? Wieviel Wochen ist „Schlechtwetter“?


Eine Frage die mich schon länger interessiert ? Wir sind ja im Outdoorforum ;-). Wieviel Leute arbeiten hier denn jeden Tag outdoor , um ihren Lebesunterhalt zu verdienen ? So bei Wind und Wetter mit körperlich schwerer Arbeit ? ( Ich habe vielleicht 2-3 Schlechtwettertage pro Jahr , bin sonst jeden Arbeitstag draussen . Nix mit im Trocknen sitzen , wenn es regnet , kalt oder heiss ist .) Ich habe oft den Eindruck , dass die meisten einen arg verkitschten Eindruck von der Lohnarbeit in Land- und Forstwirtschaft haben . Das merke ich auch bei den Praktikanten usw. die regelmässig bei uns aufschlagen .
Gruss , windriver

cast
06.09.2018, 18:44
Draußen bin ich auch, aber ein Studium hilft dabei nicht mehr draußen bei jedem Wetter arbeiten zu müssen. Aber mal 3-4 Stunden neben einem Bagger passiert schon, egal wie das Wetter ist. Für einen Geologen nicht relevant.

Im übrigen Augen auf bei der Berufswahl und auf der Schule besser aufpassen.

windriver
06.09.2018, 19:52
Im übrigen Augen auf bei der Berufswahl und auf der Schule besser aufpassen.

Mein Abitur hätte auch locker fürs Geologiestudium gereicht ;-) . War mir zu langweilig , kannte ich ja von meinen Eltern . Ich mach den Job aus Begeisterung , nicht um reich zu werden und ausserdem muss ich so nicht täglich ins Büro :D.

Worauf ich hinauswollte : Ich glaube nicht , das man 10000 motivierte Pferderücker zusammenbringen würde . Selbst in diesem outdoor- und sportfreundlichen Forum gibt es wenig User die sich für einen Vollzeitknochenjob im Freien begeistern können .

cast
06.09.2018, 21:14
Na wenn du meinst.

Wer sich freiwillig das Leben durch den Job des Forstwirts verkürzt....

Ich gehe nicht täglich ins Büro. Ich habe einen Container.:bg:
Da bin ich mein eigener Herr, da gibts erst mal morgens Kaffee, dann werden Mails gecheckt und dann mache ich einen Spaziergang, 900m Baustelle und schaue was so läuft und anderen bei der Arbeit zu. Hatte auch schon eine die war 8 km lang.
Dann wieder vorm Computer und am Telefon und wenns langweilig wird wieder raus.
Und es macht mehr Spaß fürs Gesamte verantwortlich zu sein.

So wird man alt. Hoffentlich.
Wenn du gern unter unerträglichen Bedingungen arbeitest kann ich auch einen Hochofen empfehlen, im Hamburger Hafen steht die größte Kupferhütte Europas, zum Beidpiel

Wenn schon im Wald, dann wenigstens als Förster. Auch wenn die heute viel im Büro zubringen.

Lobo
06.09.2018, 21:41
Du hast in deinem "Workflow" ODS ganz vergessen. :beleidigt: :baetsch:

Pfad-Finder
07.09.2018, 10:32
...Dann wieder vorm Computer ...

Das haben wir schon mitbekommen. :ignore:

cast
07.09.2018, 10:36
Nur kein Neid.

PrinzB
10.09.2018, 18:22
Die Pferdefreaks in D sind nicht die Herren sondern die Damen.

Ja, viele Mädchen und Frauen lieben Pferde, haben Pferde, reiten in ihrer Freizeit oder nehmen an Turnieren teil. Allerdings betrifft das meist den Freizeitbereich bzw. den Breitensport. In sofern stimmt deine Behauptung.

Es ist aber andererseits auch so, das im Profisport und beim richtigen Arbeiten mit Pferden (z.B. Pflügen, Holzrücken, etc.) meist noch die Männer dominieren. Der Frauenanteil ist dort aber in den letzten 10 Jahren ebenfalls stark gewachsen.

@Windriver
Meinst du mit dem Knochenjob nur das eigentliche Rücken oder zählst du die motormanuelle Fällung schon dazu?
M.M.n. hält sich die körperliche Anstrengung beim Rücken selbst in Grenzen. Je nach Gelände kommt man aber trotzdem schon schön ins Schwitzen. Allgemein arbeitet man aber doch ruhiger, schon alleine wegen der Sicherheit und weil man mit einem Tier arbeitet. Gerade jetzt am WE hatte ich ein paar Gespräche im Bekanntenkreis (Praktiker) die mir das bestätigt haben. Diese gesundheitlichen Themen wurden wohl auch bei Holzrückewettbewerben diskutiert und es herrscht eigentlich die Meinung vor das diese Arbeit (sofern man sie ordentlich macht) von Pferd und Rücker sehr lange gemacht werden kann und auch fit hält.

Das mit den 10000 Rückern sehe ich nicht ganz so problematisch. Allerdings muss die Anzahl genauso wieder wachsen, wie sie zurück gegangen ist. Von jetzt auf gleich geht das natürlich nicht. Neben entsprechenden Pferden und der Ausbildung fehlen natürlich auch Leute mit viel Erfahrung bei denen man etwas lernen/abschauen kann (von Kursen mal abgesehen).

windriver
10.09.2018, 18:54
@Windriver
Meinst du mit dem Knochenjob nur das eigentliche Rücken oder zählst du die motormanuelle Fällung schon dazu?
M.M.n. hält sich die körperliche Anstrengung beim Rücken selbst in Grenzen. Je nach Gelände kommt man aber trotzdem schon schön ins Schwitzen. Allgemein arbeitet man aber doch ruhiger, schon alleine wegen der Sicherheit und weil man mit einem Tier arbeitet. Gerade jetzt am WE hatte ich ein paar Gespräche im Bekanntenkreis (Praktiker) die mir das bestätigt haben. Diese gesundheitlichen Themen wurden wohl auch bei Holzrückewettbewerben diskutiert und es herrscht eigentlich die Meinung vor das diese Arbeit (sofern man sie ordentlich macht) von Pferd und Rücker sehr lange gemacht werden kann und auch fit hält.


Ich meinte die gesamte Waldarbeit , auch das (Pferde)Rücken . Das ist auch kein Wiederspruch zu den Aussagen deiner Bekannten . Zur Zeit machen den Job Idealisten , für die ist das mehr als Beruf . Oft Berufung . Da hat man oft eine leicht positiv verschobene Wahrnehmung .
Ich kenne das Phänomen aus meiner aktuellen Branche ,der Baumpflege . Die überzeugten SKTler ( Baumkletterer ) behaupten auch das die Kletterei nicht anstrengend und körperschonend ist . Die Kollegen die sowohl Arbeitsbühne als auch klettern , sehen das meist anders . Da wird nur geklettert , wenn man keine Maschine einsetzen kann . Wenn wir SKTler als Subunternehmer da haben , lassen sie spätestens ab dem 3. Tag , wenn möglich , durch die Bühne im Baum absetzen . :bg:
Das ist bei allen körperlichen Arbeiten so . Die Idealisten und Überzeugungstäter machen es gerne ( und reden es sich schön ) , die Pragmatiker nehmen eine Maschine ( und sitzen warm und trocken ) . So ist zumindest meine Erfahrung der letzten 20 Jahre .
Apropo SKT : Es gibt ca. 3000 qualifizierte Baumkletterer in Dtl. Davon sind schätzungsweise 2/3 Vollzeit aktiv . Obwohl die Branche boomt , massiv Bedarf ist , man überdurchschnittlich ( für GaLa-Bau und Forstwirtschaft ) verdient , werden es nicht mehr . Zu anstrengend , zu dreckig , zu draussen ;-) . Warum sollte man also 3mal soviel Leute fürs Rücken motivieren können ?

TitusVonUnhold
07.10.2018, 19:49
[B]Gerade in der Forstwirtschaft wo es aber auf Langfristigkeit ankommt sollten ja noch andere Dinge zählen. Damit meine ich nicht unbedingt die anderen Funktionen des Waldes (Wasser, Klima, Erholung, etc.) die sich schlecht in € ausdrücken lassen sondern auch Bodenschutz, Baumschutz, Waldfläche (nicht Wege oder Rückegassen), etc..

Wenn man diese Werte wirklich vertritt, sollte man Maschinen statt Pferde einsetzen. Pferde zerstören viel mehr Boden und manuelle Ernte beschädigt viel mehr umstehende Bäume. Sagt der Forstwissenschaftler: https://www.youtube.com/watch?v=a8lGE49pxpA Vor allem aber, ist manuelle Handarbeit viel zu gefährlich. Oder willst du dass statt 60 wieder 600 Forstwirte im Jahr sterben?

Dogmann
08.10.2018, 09:56
Ich habe 10 Jahre lang Holz gerückt mit Knickschlepper!
War über 5 jahre im Einschlag, habe viele Forstbeamte , Holzrücker, Pferderücker, Forstwirte kennen gelernt.
Das rücken mit Pferden ist auf jeden Fall schonender.
Aber in all diesen bereichen gibt es solche und solche!
Die wenigen Pferderücker , unter den doch vielen, die für mich wirklich ihr Handwerk verstanden haben, unterscheiden sich ganz deutlich von der Masse.
Die haben nähmlich durch die Pferde , nie Feierabend!
Alle die in den Berufen wirklich auf gehen, die machen ihr Handwerk auch sehr gut.
Wie überall, nur gesehen als die Arbeit die eben gemacht werden muss, sorry , wird nix!
So , zu den zerfahrenen Wegen, traurig, ich stolpere mit den Hunden oft genug in solchen rum!
Problem, solche stellen wurden vor vielen Jahren noch in der Frostperiode gemacht, leider fehlt die in der heutigen Zeit oft total.
Das in der Forst sicher nicht mehr alles so läuft wie es sollte und könnte ist mir lange schon klar.
Vor allem , einheimische Rücker sind wo anders und hier rücken fast ausschlieslich Fremde!