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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Veröffentlichen von Reiseberichten (ausgelagert aus dem Muddus-Bericht)



cast
29.06.2015, 12:46
Auch von mir ein dickes Danke, daß der Muddus mal wieder etwas in den Blickpunkt gerückt wurde!


mir gefällt dein Reisebericht auch ausgesprochen gut! Touren habe ich in Schweden bisher nur mit dem Rad gemacht, obwohl sich das in den nächsten Jahren ändern soll. Der Muddusleden hört sich echt gut an. Danke, kannst gern mehr Berichte einstellen.

Jo, damit da möglichst viele herumlatschen.:roll: und jeder vierte (oder so) ist dann einer von der Sorte der da am surviveln ist, Bäume abhackt und riesen Feuer veranstaltet oder ähnliches.
Mal sehen vielleicht beschert uns ja auch ein Outdoorhersteller einen Wandertag, weil es ja da ansonsten viel zu ruhig ist.

Gegen Reiseberichte deiner Art liebe sternenstaub ist dagegen wenig einzuwenden.

Kuoika
29.06.2015, 15:00
Danke für den schönen Bericht. Fand es auch sehr interessant, mal etwas über diese Ecke Laponias zu lesen (und denke dabei nicht im geringsten daran, dort bei einer möglichen Wanderung Bäume, abzuhacken und Feuer zu legen..., genauso wie bei anderen Wanderungen nicht).

cast
29.06.2015, 15:04
Habe ich auch nicht unterstellt.

Nur manchmal, für manche Gegenden ist schweigen besser.
Der Muddus braucht auf keinen Fall mehr Besucher, die sollen alle hübsch am Kungsleden bleiben, da richten sie genug Schaden an.

Kuoika
29.06.2015, 21:42
Jo, damit da möglichst viele herumlatschen.:roll: und jeder vierte (oder so) ist dann einer von der Sorte der da am surviveln ist, Bäume abhackt und riesen Feuer veranstaltet oder ähnliches.
Mal sehen vielleicht beschert uns ja auch ein Outdoorhersteller einen Wandertag, weil es ja da ansonsten viel zu ruhig ist.

Gegen Reiseberichte deiner Art liebe sternenstaub ist dagegen wenig einzuwenden.



Nur manchmal, für manche Gegenden ist schweigen besser.
Der Muddus braucht auf keinen Fall mehr Besucher, die sollen alle hübsch am Kungsleden bleiben, da richten sie genug Schaden an.

Ja, nach so einer netten Rückmeldung/Begrüßung würde ich mir auch fast überlegen, ob ich überhaupt noch mal einen Bericht schreibe... :roll:

cast
29.06.2015, 22:05
Von mir wirst du keinen lesen.
Vorallem nicht von Gebieten die besser in Ruhe gelassen werden.

So was, was bspw @Sternenstaub da veröffentlicht ist doch nett zu lesen, schöne Bilder, macht Spaß.

DerSeb
29.06.2015, 22:12
Von mir wirst du keinen lesen.
Vorallem nicht von Gebieten die besser in Ruhe gelassen werden.

So was, was bspw @Sternenstaub da veröffentlicht ist doch nett zu lesen, schöne Bilder, macht Spaß.

Muss man jetzt nicht verstehen... Ich finde den Reisebericht super und finde es gut, dass mal von Gegenden berichtet wird, über die es hier nicht Dutzende von Reiseberichten gibt. Es werden schon nicht gleich Hunderte von ODS'lern aufbrechen um den Muddusleden zu zerstören, lass mal die Kirche im Dorf...

Kuoika
29.06.2015, 22:17
@cast: Da müssten wir hier aber auch einiges anderes aus dem Forum streichen. Warum nicht sensibilisieren?

zhnujm
29.06.2015, 22:20
Von mir wirst du keinen lesen.
Vorallem nicht von Gebieten die besser in Ruhe gelassen werden.


Und deswegen hast du es dir jetzt zur Aufgabe gemacht jeden Reisebericht aus einer dir nicht genehmen Ecke zuzumüllen oder passt dir irgendetwas im speziellen nicht an diesem ?

cast
29.06.2015, 22:24
Da müssten wir hier aber auch einiges anderes aus dem Forum streichen. Warum nicht sensibilisieren?

Richtig.

Man sollte sich überlegen was man so veröffentlicht, Noch darf man Feuer machen, frei zelten usw.

Wird es übertrieben ist das bald vorbei.
Je bekannter manche Gegenden werden desto öfter tauchen auch diejenigen auf die es nicht so genau mit LNT nehmen.
Vielleicht male ich zu schwarz, aber so sehe ich es.

Hier lesen ja auch ein paar mehr mit als nur die angemeldeten User.

Kuoika
29.06.2015, 22:33
Richtig.

Man sollte sich überlegen was man so veröffentlicht, Noch darf man Feuer machen, frei zelten usw.

Wird es übertrieben ist das bald vorbei.
Je bekannter manche Gegenden werden desto öfter tauchen auch diejenigen auf die es nicht so genau mit LNT nehmen.
Vielleicht male ich zu schwarz, aber so sehe ich es.

Hier lesen ja auch ein paar mehr mit als nur die angemeldeten User.

Sicher werde ich auch nicht von meinen nicht vorhandenen Zündel-Eskapaden berichten. Die, die es nicht so genau mit LNT nehmen, werden leider auch ohne diesen Bericht in den Muddus usw. finden. :sad: Genauso wie hier schon Leute mit der Hängematte über den Sarek wollten, ohne dass vorher einer von so was berichtet hat.

cast
29.06.2015, 22:39
Das Glück für Lappland ist nur die Entfernung und das Klima, ansonsten waren IMMER Individualreisende und ihre Berichte die ersten die Reiseziele für den Massentourismus interessant machten.

und um nicht missverstanden zu werden, ein schöner Bericht der Spaß macht, mir ist das Waldland schon immer sympathischer gewesen als das Fjäll.
Am Muddus "gekratzt" habe ich mal 1985. Also nicht richtig mehrtägig, sondern nur mal reingeschnuppert.

Prachttaucher
30.06.2015, 11:28
Im konkreten Fall halte ich die Gefahr für sehr gering, daß viele Leute durch den Bericht angelockt werden. Wer nimmt für eine relativ kurze Tour eine so weite Anreise in Kauf ?

Das Thema wird ansonsten ja immer wieder diskutiert - hatte selbst vor meinem ersten Reisebericht die Frage mal gestellt (leider funktioniert die Suche zur Zeit sehr schlecht, so daß ich den Thread nicht finden kann). Im Bereich Wasserwandern in Skandinavien, wo zudem Anbieter wie Scantrack viele Leute in manche Gebiete schleusen, finde ich die Fragestellung vielleicht manchmal auch berechtigt, bzw. halte ich mich auch sehr zurück. Wobei auch hier sicher nicht der eine Reisebericht im Forum ursächlich ist.

cast
30.06.2015, 12:17
Schrieb ich ja, zum Glück ist Lappland weit weg.
Wie man aber beim FR Classic sieht kommt auch da der Massentourismus an.
Wenn auch natürlich nur in sehr viel gemilderter Form des üblichen.
Nur verträgt die Natur in solch empfindlichen Gebieten auch nicht besonders viel an Belastungen.

Kuoika
30.06.2015, 14:10
Man muss sicherlich auch nicht jede Wanderung (in weglosem Gelände) GPS-genau wiedergeben.

Ansonsten frage ich mich, was besser ist: alle über den Kungsleden zu schicken, damit andere Gebiete nicht gestört werden (dafür eines umso mehr) oder die Leute zu verteilen.

below
30.06.2015, 14:15
Ich denke man sollte den Einfluss des Forums auch nicht überschätzen. Der Prozentsatz derer, die dort auf Grund von ODS Berichten rumlaufen, dürfte doch relativ gering sein.

blauloke
30.06.2015, 14:19
In meinen Reiseberichten lasse ich schon mal den einen oder anderen Abstecher weg, wenn mir der Platz gut gefällt und ich der Meinung bin, dass da nicht zu viele Leute rumlatschen sollten.
In der Regel bewege ich mich auf Wegen und habe da keine Probleme damit, die auch entsprechend zu beschreiben.

Intihuitana
30.06.2015, 14:25
Ich glaube auch dass man so ein Forum nicht überschätzen sollte und dann auch noch bei so speziellen Zielen.
Was den Muddus angeht (ich kann jetzt nur von den Bildern urteilen) denke ich, dass der sowieso eher etwas für die Liebhaber ist. Die meisten Leute wollen doch eher die großen dramatischen Gebirgspanoramen haben.
Für so ein sumpfiges Waldgebiet interessieren sich doch sowieso eher die Leute, die etwas mehr von der Natur wissen und sie zu schätzen wissen.

Darum hab ich hier auch meine Berichte über das Laitatal und die Sahara eingestellt weil ich stark bezweifle dass dort bald die Touristen die Tür einrennen. Das ist einfach zu speziell, schwer umzusetzen und zu erreichen.

Bei anderen Sachen bin ich dann aber z.B. vorsichtiger.

cast
30.06.2015, 14:36
Ansonsten frage ich mich, was besser ist: alle über den Kungsleden zu schicken, damit andere Gebiete nicht gestört werden (dafür eines umso mehr) oder die Leute zu verteilen.

Ersteres.

cast
30.06.2015, 14:42
Was den Muddus angeht (ich kann jetzt nur von den Bildern urteilen) denke ich, dass der sowieso eher etwas für die Liebhaber ist. Die meisten Leute wollen doch eher die großen dramatischen Gebirgspanoramen haben.
Für so ein sumpfiges Waldgebiet interessieren sich doch sowieso eher die Leute, die etwas mehr von der Natur wissen und sie zu schätzen wissen.

Ich dachte das wären hier mehr als die, die nur auf die großen Panoramen wert legen.

Prachttaucher
30.06.2015, 15:07
Einen größeren Einfluß hat vielleicht auch der Bereich Reisevorbereitung und wie dort auf Anfragen geantwortet wird. Manchmal habe ich den Eindruck das bei manchen unbedingt das eigene Lieblingsziel als Favorit hervorgehen muß....

Wenn man solche Gedanken aber konsequent zu Ende denkt, hieße das letztendlich alles dicht zu machen und das will ja wohl keiner. Auch eine Zeltanfrage für ein Nordlandzelt führt in letzter Konsequenz auch dazu, daß....

cast
30.06.2015, 15:36
Ein nasser Sommer regelt da viel.:bg:

Prachttaucher
30.06.2015, 16:54
Dazu dann noch ordentlich Mücken, tagelang Starkwind... So gesehen könnte ein Reisebericht auch den anderen Effekt haben, nämlich ein realistisches Bild zu zeigen.

moeTi
30.06.2015, 17:09
Mich hat der Reisebericht bisher überhaupt nicht interessiert. Jetzt da ich diesen Thread gesehen und gelesen habe ist meine Neugier erwacht: Wenn das da so toll ist dass manche Leute es unbedingt für sich alleine haben wollen, dann schau ichs mir doch auch mal genauer an. :D

Klassischer Streisand-Effekt (https://de.wikipedia.org/wiki/Streisand-Effekt) :baetsch:

lanzelot72
30.06.2015, 18:47
Vielleicht wirke ich jetzt etwas naiv und überhaupt viel zu unerfahren im ods-Forum, aber ich frage mich gerade ganz ernsthaft :

Was führt dazu, daß ich eine bestimmte Region bereise / bewandere und anschließend (!) die Meinung vertrete, da sollte eigentlich gar niemand hin ?
(Also, völlig unabhängig von der jeweiligen Region, das konkrete Beispiel hab ich mir bis heute nicht angesehen, weil mich Skandinavien grundsätzlich eher wenig interessiert)

Ist das eine gewisse Arroganz des (mehr oder weniger selbsternannten) "Erstentdeckers" ? Nach dem Motto : Hey, das gehört nur MIR !

Ist das ein Resultat aus rein faktischen Überlegungen wegen den potentiellen Auswirkungen auf Natur / Biotop / ..., die derjenige selbst aber auch schon spätestens am ersten oder zweiten Tag hätte feststellen, und damit seine eigene Tour abbrechen hätte können (oder sogar "müssen“, weil er selber ja auch nicht “dorthin" gehört hätte) ?

Ist das der eigene, wie auch immer entstandene Wille, anderen Staaten oder Ländern / Regionen / ... vorauseilend ihre eigene Gesetzgebung / Regulierungskompetenz abzunehmen ?

Ist es einfach nur gut gemeint, im besten Sinne und Gewissen, weil sich derjenige selber irgendwie als "Eindringling" gefühlt hat ?

Oder ist es ... *hier beliebige Begründung einfügen* ???

Oder kommt da irgendwie alles, oder zumindest ein Teil zusammen ? Und wenn, dann was ?

Und jetzt die Preisfrage : Gibt es außerhalb der eigenen Wahrnehmung da irgendeine Referenz, irgendeine Regel ?

Griaßle !

JustMe79
30.06.2015, 21:20
Ersteres.

Dem kann ich nur zustimmen.

Ich gehe seit 2007 nicht mehr in den Sarek, weil ich damals nicht einmal mehr im Spätherbst die Einsamkeit und Wildheit vorfand wie auf meinen ersten Touren in den 90ern.

Ich könnte jedes Mal kotzen, wenn ich auf eine neue Webseite von irgend einem Adventure-Reiseanbieter stoße, der Touren in den Nationalparks anbietet und bewirbt, am besten zu sechzehnt und immer schön mit Lagerfeuerromantik und Custom-Helikopter- oder Bootstransfers...

Laut Nationalparksverordnung sollen 'kommerzielle Aktivitäten' in den Parks eigentlich verboten sein, aber irgendwie scheint es das Naturvardsverket damit nicht allzu genau zu nehmen.

Man kann gar nicht so schnell neue und 'unentdeckte' bzw. nur den Ortsansässigen bekannte 'geheime Perlen' und schöne Ecken auf Google Earth scouten, wie diese dank der Reiseveranstalter, Reiseführer(literatur), Blogger und sonstiger Reiseberichterstatter dieser Welt ins Rampenlicht gezerrt werden.

So schön es sein kann, seine tollen Erlebnisse und Fotos mit anderen zu teilen, oder auch an den Berichten anderer teilzuhaben - letztendlich wird damit das, was einen ursprünglich an diesen Gebieten so fasziniert hat, auf eine gewisse Art und Weise zerstört und zwar unwiederbringlich, denn das Internet vergisst nie und gute 'Geheimtipps' sprechen sich eben einfach extrem schnell rum, auch außerhalb eines Forums wie diesem bzw. auch außerhalb der Gruppe seiner Mitglieder...

Dazu kommt noch, dass solche rar gesäten unentdeckten 'Perlen' außerhalb von NPs von Wasser- und Windkraftnutzung bedroht sind (Stichwort Småkraftverk und Konsorten), dass fröhlich Stromtrassen oder gar Straßen hindurchgebaut werden, dass Ferienhütten überall wie Pilze aus dem Boden schießen usw. usw.

Wenn man die aktuelle Situation mit der z.B. vor 20 Jahren vergleicht, ist dies wirklich ernüchternd. Wer mit dem Mehr an Tourismus und Zivilisation leben kann und nicht die absolute Einsamkeit und Wildheit sucht, wird darüber natürlich hinwegsehen können - wer die Ursprünglichkeit davor kennen- und schätzengelernt hat, wird sich damit entsprechend schwer tun und wird wohl in Zukunft in immer entlegenere Regionen ausweichen müssen...

findkfn
30.06.2015, 21:41
Ist das eine gewisse Arroganz des (mehr oder weniger selbsternannten) "Erstentdeckers" ? Nach dem Motto : Hey, das gehört nur MIR !


Wenn ich mir die Antworten hier so durchlese dann - Ja, das ist es.

Da erdreisten sich teilweise noch andere Leute nach "Wildnis" zu suchen, unverschämt.
Vor allem sind das alles immer nur ganz böse Touristen die alles kaputt machen im Gegensatz zu mir.

cast
30.06.2015, 21:42
Dem kann ich nur zustimmen.


Es ist zwar ein Widerspruch, weil diejenigen die zuerst kommen den anderen irgendwie doch den Weg bereiten.

Trotzdem. Ich sehe es ähnlich wie du, nur war ich 10 Jahre früher unterwegs ;-)

Zum Glück gibt's noch Gegenden an denen die meisten Besucher achtlos vorbei fahren, mit starrem Blick auf Kungsleden oder Sarek, oder die Autotouristen das Nordkapp.
Dabei trifft es sich gut, daß ich mich im Wald wohler fühle als im Fjäll.

Arroganz?

Sorry, wenn ich hier so manchen Beitrag lese in dem jede Kleinigkeit abgefragt wird, einschließlich "wie schxxx ich in den Wald" hat das nix mit Arroganz zu tun, sondern zeugt vom Wunsch manchen Zeitgenossen nicht auch noch im Urlaub zu begegnen.

atlinblau
01.07.2015, 08:38
.Wenn man die aktuelle Situation mit der z.B. vor 20 Jahren vergleicht, ist dies wirklich ernüchternd.
Wer mit dem Mehr an Tourismus und Zivilisation leben kann und nicht die absolute Einsamkeit und Wildheit sucht,
wird darüber natürlich hinwegsehen können - wer die Ursprünglichkeit davor kennen- und schätzengelernt hat,
wird sich damit entsprechend schwer tun und wird wohl in Zukunft in immer entlegenere Regionen ausweichen müssen..

1995 war deine Base-Line (Ausgangsniveau), ab der du die Entwicklung des Sarek für dich
beurteilen kannst. Resultat:
"Ich gehe seit 2007 nicht mehr in den Sarek, weil ich damals nicht einmal mehr im Spätherbst
die Einsamkeit und Wildheit vorfand wie auf meinen ersten Touren in den 90ern."

Ich gehe davon aus, dass es auch Wanderer gibt, die in den 60er Jahren dort unterwegs waren
und für sich die gleiche Erkenntnis hatten wie du und schon in den 90er Jahren nicht mehr dort
wanderten. Auch die dort lebende Bevölkerung hat andere Erfahrungen als du.
Dein "Maßstab" ist deiner.

Als ich nach der Wende Anfang der 90er nach Nordfrankreich fuhr, kam ich mir auch vor wie ein Entdecker.
Doch an den Namen der Städte wurde mir klar, dass mein Opa schon vor 80 Jahren hier war und
andere Erfahrungen machte.

Jede Generation ein neues Hirn...alles neu und alles wiederholt sich.

Thomas

Polte
01.07.2015, 09:07
alles neu und alles wiederholt sich.


Nunja, die Natur erholt sich nur schwer bei einem Massentourismus ohne LNT gedanken. Und mit Sicherheit ist der Tourismus in diesen Regionen in den 60igern weniger gewesen als in den 90igern. Konnte aber noch von der Natur aufgefangen werden. Jetzt sieht es eventuell doch etwas anders aus. Das Internet gibt einem die Möglichkeit sehr schnell sehr viele Infos zubekommen. Dazu der Hype um das Wandern und das man es nur richtig betreibst, wenn du dann auch in diese "wilden" Gegenden fährst (getreu dem Motto von Schöffel: Ich bin dann mal raus) sind weitere Faktoren die diesen Tourismus anheizen.

Natürlich sollte es jedem freigestellt sein einen Bericht über seine Reisen verfassen zu dürfen, egal wo er war. Aber natürlich sind diese Berichte auch ein Anreiz für andere diese Gegenden aufzusuchen.

Pielinen
01.07.2015, 09:31
....Ich gehe seit 2007 nicht mehr in den Sarek, weil ich damals nicht einmal mehr im Spätherbst die Einsamkeit und Wildheit vorfand wie auf meinen ersten Touren in den 90ern......

Hallo, ´
ich war zuletzt 1996 dort!
Der Sarek war schon damals sehr beliebt, in allen möglichen Publikationen wurde über den Park berichtet.
Der erste Trekkingbericht den ich jemals gelesen hatte handelte über den Sarek.
Es ist ein PARK, umgeben von einem Wanderwegs- und Hüttennetz, hat eine sehr ansprechende Landschaft und war schon lange verkehrsmäßig gut zugänglich.
Natürlich zieht das auch viele Touristen an!
Sicher heute mehr als früher, das kann ich nicht beurteilen.

Wer das nicht mag, findet aber auch andere Gebiete die einsam genug sind... (siehe z.B. Berniehh´s Berichte).
Die werden aber sicher die allewenigsten nachwandern, da vielen viel zu strapaziös, zu abgelegen, zu schwer zu erreichen, zu lang, das Klima zu rauh und die Vegetation zu dicht ist.
Oder man fahre gleich nach Sibirien! (Reisebericht von Robtrek)

Aber solange keine Straßen, Bohlenwege, Hütten, gebaut werden, solange es keine Verhältnisse wie in den Alpen gibt, wird der Zugang immer limitiert sein.
Und falls es doch zu viel ist muß man vielleicht verwaltungsseitig ein Permitsystem einführen...

Schlimmer ist meist in solchen Gegenden Rohstoffabbau und regenerative Energieerzeugung und damit einhergehender Straßen und Hochspannungsmastbau ("Stora Sjöfallet" Nationalpark / Akkajaure, oder Blick vom Skierfe )

Ich habe selbst lange überlegt ob ich selbst etwas schreibe aber ich finde die Internet Informationsmöglichkeiten insbesondere die Reiseberichte in diesem Forum sehr bereichernd und hatte mich daher entschlossen mich auch einzubringen.

JustMe79
01.07.2015, 11:45
1995 war deine Base-Line (Ausgangsniveau), ab der du die Entwicklung des Sarek für dich
beurteilen kannst
...
Ich gehe davon aus, dass es auch Wanderer gibt, die in den 60er Jahren dort unterwegs waren
...
Dein "Maßstab" ist deiner.


Glaube mir - ich wünschte mir wirklich sehr, dass meine 'Base-Line' in Sachen Outdoor-Erfahrung die 60er wären - leider hat das biologisch nicht so ganz hingehauen... ;-)

Und klar ist mein Maßstab meiner - ich denke, jeder hat da seinen eigenen, das ist doch ganz normal. Genau deshalb versuche ich ja auch schon auszuweichen, teilweise auch mit Erfolg. Aber wenn ich deswegen dann irgendwann (quasi) nach Sibirien fahren muss, sieht man doch schon, dass sich irgendwas ziemlich verändert hat.

Ich führe mal ein paar Beispiele an, die das vielleicht verdeutlichen:

Alleine das Hinkommen und die entsprechende Logistik waren in den 90ern eine deutlich größere Hürde als heute. Ich hab oft mehrere Stunden über mehrere Tage hinweg an diversen DB-Schaltern zugebracht, bis die mal ne geeignete Verbindung zum gewünschten Reisezeitpunkt gefunden - geschweige denn gebucht - hatten... Wenn das dann von Erfolg gekröhnt war, stand einem eine zwei- bis zweieinhalbtägige Anreise bevor - die Abreise dauerte noch einmal so lange.

Heutzutage kann ich bequem alles innerhalb von ner Stunde über's Internet abchecken und buchen - fertig. Die Reisezeit kann dank Billigfliegern und Co. problemlos mindestens halbiert werden, wenn ein eventueller Aufpreis im Vergleich zur Zugreise keine Rolle spielt. Darüber hinaus bin ich mir ziemlich sicher, dass es damals keine 'fahrplanmäßige' tägliche Hubschrauberverbindung zu touristischen 'Zentren' und Samensiedlungen in Lappland gab, oder custom drop-ins direkt an der Nationalparkgrenze (z.B. am Nammatj).

Dann wäre da noch die Sache mit der Information über das Reisegebiet an sich - klar gab es auch damals schon eine Hand voll Reiseführer, aber im Vergleich zu dem, was heute das Internet für jeden bequem in Sekundenbruchteilen zugänglich macht, war das ein Witz³. Wieviele Reiseberichte von Privatpersonen konnte man damals lesen, wieviele Angebote von 'Adventure'-Reiseveranstaltern waren zugänglich? Heute wird 'Outdoor' aller Orten kommerzialisiert, dass es kracht, und von vielen Protagonisten wird dann alles gleich am nächsten Tag (oder am besten noch während der Tour) ins Netz gestellt, samt GPS-Track und geo-getaggten Fotos, die dann auf Panoramio, Google Earth und Co. landen.

Selbst das Kaufen der entsprechenden Ausrüstung für Wildnis-Trekkingtouren war früher ne deutliche Hürde im Vergleich zu heute. Da musste man im Zweifelsfalle ein paar Mal ne ganze Ecke zu den rar gesäten Shops fahren, die bestimmte Sachen überhaupt im Sortiment hatten. Heute bestellt man sich alles bequem ein paar Wochen vorher im Internet, und wenn doch noch kurzfristig irgendwas Entscheidendes fehlen sollte, kriegt man das im Notfall noch 2 Tage vor Tourbeginn via Expressversand - gab's früher alles nicht in dieser Form, wenn ich mich recht entsinne.

Letzlich führt das in der Summe dazu, dass die Schwelle, eine solche Unternehmung zu planen und durchzuführen, um ein Vielfaches niedriger liegt als in den 90ern oder gar in den 60ern - und ganz zwangsläufig wirkt sich das auch auf die Besucherzahlen aus - und natürlich sind dann da auch weniger Umsichtige dabei, die Müll hinterlassen, Feuer machen, Wege 'verbreitern' usw..

Wie weiter oben schon gesagt wurde - die Natur, speziell im hohen Norden Lapplands, hält nun einmal nur eine gewisse Menge an Touristen aus, und auch das Freiheits- bzw. Wildnisgefühl (z.B. in der 'letzten Wildnis Europas') wird sich - für jeden, nicht nur für mich - nur bis zu einer gewissen Menge an Gleichgesinnten einstellen können, egal wie hoch oder niedrig da der persönliche Maßstab bzw. Schwellenwert ist - irgendwann ist's damit schlicht vorbei. Das ist im Übrigen eine Tatsache, ein Automatismus, und hat mit den von manchen hier unterstellten 'Erstentdecker-Besitzansprüchen' rein gar nichts zu tun... :sad:

Pielinen
01.07.2015, 12:54
Also ich war 1988 erstmals dort:

Hinkommen war via DB von Frankfurt aus gar kein Problem und bequem vom Schalter aus gebucht.
Bahnfahren dauerte schon damals physikalisch gleich lange, aber bequem per Nachtzug.
Fliegen war auch damals möglich, wie gesagt durfte auch damals Geld keine Rolle spielen.
Fly-in Möglichkeiten gibt es auch schon lange.
Trekkingsachen besorgen war via Globetrotterkatalog oder mit min. 2 Outdoorläden in Frankfurt kein Problem.

Und zumindest im Sommer auf den Hauptrouten war es im Sarek auch schon überlaufen.

Ich gebe zu, ich kann nicht beurteilen wie es jetzt im Sept / Okt. dort aussieht... Mag sein daß es durch den Outdoor Hype voller geworden ist. Aber tagelanger Schneeregen wird auch heutzutage nicht jedermanns Sache sein.

Ich habe mal Ende September 1995 dort im Sarvesvagge eine ganze deutsche Schulklasse getroffen die sich per fly-in mit Proviantnachschub versorgen lassen hatte.

JustMe79
01.07.2015, 13:53
Ich habe mal Ende September 1995 dort im Sarvesvagge eine ganze deutsche Schulklasse getroffen die sich per fly-in mit Proviantnachschub versorgen lassen hatte.

Naja - je nachdem, wo man wohnt bzw. damals gewohnt hat, war das logistisch schon was anderes. Aber gut - vielleicht war ich damals auch einfach noch zu grün hinter den Ohren, das ist durchaus möglich... :bg:

Vielleicht hatte ich bei meinen Touren davor auch tendentiell eher Glück und gerade 2007 besonderes 'Pech', aber gerade solche Gruppenwanderungen samt Zeltsiedlungen (also auf diese zu treffen) und fly-ins hatte ich davor eben nicht, und das ist halt zumindest mit meinem Wildnis-Erlebnis-Schwellwert und -verständnis irgendwie nicht vereinbar.

Davor hatte ich innerhalb von 2-3 Wochen immer so 2, maximal 4 Leute getroffen. In den Gebieten, in die ich inzwischen ausweiche, treffe ich normalerweise so 0-2 im selben Zeitraum, da kann man sich nicht beklagen. Bestimmte 'Sehenswürdigkeiten' entgehen einem so natürlich, aber naja, man kann eben nicht alles haben... ;-)

cast
01.07.2015, 13:57
Und klar ist mein Maßstab meiner - ich denke, jeder hat da seinen eigenen, das ist doch ganz normal.

Manchen Leuten gefällts ja auch in Rimini oder am Ballermann.


Alleine das Hinkommen und die entsprechende Logistik waren in den 90ern eine deutlich größere Hürde als heute. Ich hab oft mehrere Stunden über mehrere Tage hinweg an diversen DB-Schaltern zugebracht, bis die mal ne geeignete Verbindung zum gewünschten Reisezeitpunkt gefunden - geschweige denn gebucht - hatten... Wenn das dann von Erfolg gekröhnt war, stand einem eine zwei- bis zweieinhalbtägige Anreise bevor - die Abreise dauerte noch einmal so lange.

Heutzutage kann ich bequem alles innerhalb von ner Stunde über's Internet abchecken und buchen - fertig. Die Reisezeit kann dank Billigfliegern und Co. problemlos mindestens halbiert werden, wenn ein eventueller Aufpreis im Vergleich zur Zugreise keine Rolle spielt. Darüber hinaus bin ich mir ziemlich sicher, dass es damals keine 'fahrplanmäßige' tägliche Hubschrauberverbindung zu touristischen 'Zentren' und Samensiedlungen in Lappland gab, oder custom drop-ins direkt an der Nationalparkgrenze (z.B. am Nammatj).

Dann wäre da noch die Sache mit der Information über das Reisegebiet an sich - klar gab es auch damals schon eine Hand voll Reiseführer, aber im Vergleich zu dem, was heute das Internet für jeden bequem in Sekundenbruchteilen zugänglich macht, war das ein Witz³. Wieviele Reiseberichte von Privatpersonen konnte man damals lesen, wieviele Angebote von 'Adventure'-Reiseveranstaltern waren zugänglich? Heute wird 'Outdoor' aller Orten kommerzialisiert, dass es kracht, und von vielen Protagonisten wird dann alles gleich am nächsten Tag (oder am besten noch während der Tour) ins Netz gestellt, samt GPS-Track und geo-getaggten Fotos, die dann auf Panoramio, Google Earth und Co. landen.

Selbst das Kaufen der entsprechenden Ausrüstung für Wildnis-Trekkingtouren war früher ne deutliche Hürde im Vergleich zu heute. Da musste man im Zweifelsfalle ein paar Mal ne ganze Ecke zu den rar gesäten Shops fahren, die bestimmte Sachen überhaupt im Sortiment hatten. Heute bestellt man sich alles bequem ein paar Wochen vorher im Internet, und wenn doch noch kurzfristig irgendwas Entscheidendes fehlen sollte, kriegt man das im Notfall noch 2 Tage vor Tourbeginn via Expressversand - gab's früher alles nicht in dieser Form, wenn ich mich recht entsinne.

Letzlich führt das in der Summe dazu, dass die Schwelle, eine solche Unternehmung zu planen und durchzuführen, um ein Vielfaches niedriger liegt als in den 90ern oder gar in den 60ern - und ganz zwangsläufig wirkt sich das auch auf die Besucherzahlen aus - und natürlich sind dann da auch weniger Umsichtige dabei, die Müll hinterlassen, Feuer machen, Wege 'verbreitern' usw..


Naja, ich bin das erste Mal (1983) mit Transalpino Ticket bis Kiruna, keine Ahnung wie ich da die Verbindungen ermittelt habe bzw an das Ticket gekommen bin, ich glaube, daß es bei einem DER Reisebüro war.
Abends in Ffm los, morgens in Kopenhagen, dann Zug bis Stockholm, 3 Tage Stockholm und mit Nachtzug weiter bis Kiruna.
Also kein Problem.
Ausrüstung war auch kein Thema, Globetrotter hatte einen Katalog zum bestellen, Sport Scheck und Sport Schuster ebenso und in Ffm gabs Supertramp, klein aber fein.

Infos gabs halt nur in Form von Büchern und Zeitschriften, die beste damals "Via". Mir hat es gereicht, heutzutage liest man auch viel Mist.
Internet macht es einfacher, aber nicht besser.

Prachttaucher
01.07.2015, 14:22
Wobei man sich auch fragen könnte, ob der mittlerweilen in Deutsch erhältliche Sarek-Führer von Grundsten nicht mehr dazu beiträgt...

Großgruppen dort oben kommen aber auch gerne z.B. aus Norwegen und die werden das ja nicht aus dem Forum haben...

Mich schreckt es eher ab, wenn immer wieder zur gleichen Gegend Reiseberichte / Anfragen erscheinen. Laugavegur ist bei mir raus aus der Wunschliste.

Pielinen
01.07.2015, 14:30
.... Laugavegur ist bei mir raus aus der Wunschliste....

Wobei Laugavegur sehr schön ist und... wenn man knapp mit der Zeit ist, warum nicht, zumindest in der Nachsaison.


...Internet macht es einfacher, aber nicht besser...

khyal
04.07.2015, 20:28
Ich denke man sollte den Einfluss des Forums auch nicht überschätzen. Der Prozentsatz derer, die dort auf Grund von ODS Berichten rumlaufen, dürfte doch relativ gering sein.

Naja, inzwischen bedienen sich ja nun auch Autoren von bestimmten Outdoor-Magazinen des Forums und das traegt es dann schon eher in die Masse bzw zu Leuten raus, die nicht unbedingt schon mal von LNT o.A. gehoert haben...und wird mit Alternativ-Fuehrern auch nicht anders sein...

5-oclock-charlie
18.06.2018, 08:26
Naja, inzwischen bedienen sich ja nun auch Autoren von bestimmten Outdoor-Magazinen des Forums und das traegt es dann schon eher in die Masse bzw zu Leuten raus, die nicht unbedingt schon mal von LNT o.A. gehoert haben...und wird mit Alternativ-Fuehrern auch nicht anders sein...

... trekking magazin (https://www.trekkingmagazin.com/reisen-touren/sonstige/muddus-nationalpark) ...

Enja
18.06.2018, 14:47
Man kann gar nicht so schnell neue und 'unentdeckte' bzw. nur den Ortsansässigen bekannte 'geheime Perlen' und schöne Ecken auf Google Earth scouten, wie...

Schwierig, wenn die Geheimtipps so leicht zu finden sind. Da braucht es doch das Forum gar nicht.

Den Tourismus da zu begrenzen, sollte Aufgabe und Recht der dortigen Behörden sein. Und wenn die das nicht nötig finden, dann eben nicht. Letzten Sommer in Island habe ich mich auch gewundert, dass man da zulässt, was da abläuft. Wenn Begrenzung müsste es allerdings fair sein. So dass jeder die gleiche Chance hat.

Keine Vorrechte für Entdecker.....