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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Neuling im Wandern braucht Tipps für den Goldsteig



NicoM
14.06.2015, 19:18
Hallo, ich habe nun doch kurzfristig Urlaub bekommen (2 Wochen ab dem 28.06) und hab vor nun einen längere Wanderung zu machen. Was wandern angeht bin ich nicht glänzlich unbeleckt, ich mache öfter mal Tageswanderungen, habe aber noch nie mehrere Tage am Stück gewandert.

Den Goldsteig hab ich mir rausgesucht, weil er schön lange ist, durch den wunderschönen bayrischen Wald führt, es nicht allzu steil auf und ab gehen dürfte und weil der Ausbau und die Beschilderung gut sein sollen. Außerdem kann man günstig in Passau einsteigen.

Da ich nicht allzu viel Geld ausgeben wollte und deshalb ungern jeden Abend in einer Hütte einkehren will, folgende Fragen:
1. Gibt es entlang des Goldsteigs Unterstände (wie z.B am Rothaarsteig) in denen man biwakieren kann und ist das erlaubt?
2. Wenn ich also biwakieren kann und mir mein Essen selbst zubereite (mit Campingkocher?) muss ich dann Vorräte für 10-14 Tage mitnehmen oder gibt es unterwegs Möglichkeiten diese aufzustocken (in Hütten oder kleinen Ortschaften vllt.)?

Außerdem: Was würdet ihr eher empfehlen? Die Nord-oder die Südroute? Tendiere im Moment eher zu Nordroute, weil die ursprünglicher scheint, gleichzeitig soll die aber auch anstrengender sein, wegen der acht Eintausender die es zu bewältigen gilt. Und ich will mich auch nicht übernehmen.

Bin für jede Hilfe Dankbar:bg:.

Verbunden NicoM

StepByStep
14.06.2015, 19:44
Schutzhütten gibt es sweit ich weiß außerhalb der Nationalparks keine, Im Nationalpark, wo es zwar Schutzhütten gibt, ist na jeder angeschrieben, dass dort nächtigen verboten ist!

Allerdings sind die Etappen so gelegt, dass man am Ende immer an ein Örtchen kommt, wo man eine Pension findet. In den größeren Orten kann man auch einkaufen gehen.

Wenns mit Übernachtung draußen sein soll, dann schau Dir doch eher den Sumava NA in Tschechien (ist direkt hinter der Grenze und mit dem MP Bayerischer Wald verbunden) an, da gibt es die sogenannten notübernachtungspätze, wo eine Nacht Übernachten erlaubt ist.

NicoM
15.06.2015, 11:43
Danke für dein Antwort:D!

Würde schon gerne auf dem Goldsteig bleiben (auch wegen der einfachen Erreichbarkeit über Passau), vermutlich dann aber die Südvariante. Da würde ich soweit ich das sehe auch eher nicht in die Kerngebiete des Nationalparks "Bayrischer Wald" kommen, oder?

Jetzt die Gretchenfrage: Wenn ich nicht in einem Naturschutzgebiet oder im Nationalpark bin, dürfte es doch kein Problem sein wenn ich am Wegesrand biwakiere, also ohne Zelt nur mit Biwaksack. Die Angaben hierzu sind hier im Forum und auch anderswo nicht ganz eindeutig. Versteht sich von selbst, das am Biwakplatz kein Müll zurückgelassen werden darf!

Falls Biwak also geht (?), ist es auch erlaubt Essen auf einem Gaskocher zu erwärmen? Offenes Feuer geht natürlich nicht, das ist klar, aber ein Wasser aufkochen überm Gaskocher für Nudeln müsste gehen oder?

Andere Frage: Wie siehts aus mit Wasserstellen (im Besonderen auf der Südroute)? Findet man regelmäßig Wasser, das trinkbar ist (mit oder ohne Extratablette), oder muss man das wirklich einkaufen, in Pensionen und Ortschaften?

Und: Falls ich um Übernachtungen in Pensionen nicht umhinkomme, womit muss ich preislich rechnen? Mehr oder weniger als 25€ pro Nacht? Und muss ich um die Jahreszeit (Ende Juni) vorher reservieren?

Fragen über Fragen:bg:^^. Ich hoffe ich nerve euch nicht zu sehr, will aber das Abenteuer gut vorbereiten angehen.
Deshalb nochmals Danke für eure Hilfe und Geduld schon mal im voraus.

Verbunden NicoM

Igelstroem
15.06.2015, 14:33
Das Nächtigen ohne Zelt im Biwaksack ist in den meisten Bundesländern außerhalb von Naturschutzgebieten rechtlich unproblematisch, außer in Hessen und Schleswig-Holstein im Wald (wegen nächtlichen Wegegebots in den jeweiligen Waldgesetzen). Biwaksack mit Gestängebogen wird allerdings unter Umständen als Zelt gewertet. Genaueres zu den einzelnen Bundesländern auf der häufig verlinkten Vivalranger-Website.

Würde mich nicht direkt an den Weg legen, aber das nur nebenbei ... Bei der vorgesehenen Dauer der Tour wirst Du auch mal eine Regen- oder Gewitternacht haben, das stelle ich mir im Biwaksack unschön vor. Außer ›einfach hinlegen‹ kann man auch Einheimische bzw. den Bauern nach einem geeigneten Platz fragen, das macht die Tour häufig interessanter. Eigentlich müsste es am Weg auch gelegentlich offene Schutzhütten geben, die gibt es ja quasi überall in Deutschland an den Wanderwegen.

Ein Kocher ist rechtlich gesehen offenes Feuer. Unterwegs findet man immer einen Spot, wo man ihn gefahrlos betreiben kann, aber nicht immer ist das auch an der Biwakstelle der Fall. Feuer im Wald und in seiner Nähe ist jedenfalls im Sommer nicht sehr angesagt, das würde ich also grundsätzlich vermeiden, selbst wenn man den eigenen Kocher irgendwie als sicher einschätzt.

Leitungswasser muss man nicht kaufen. Man fragt einfach unterwegs oder geht auf den Friedhof. Ich habe noch nie unterwegs Wasser gekauft. Wenn man wenig durch Ortschaften kommt oder den Bächen nicht traut, könnte man evtl. noch einen Wasserfilter wie den Sawyer Mini mitführen, aber es geht auch ohne, wenn man rechtzeitig daran denkt und kommunikationsbereit ist.

Bei Pensionsübernachtungen würde ich im Durchschnitt eher mit mehr als 25 EUR pro Nacht rechnen, zumal Du dann vor Ort ja nur noch begrenzte Auswahl hast. Kenne aber die bayerischen Verhältnisse und die Auslastung im Sommer nicht.

blauloke
15.06.2015, 22:17
Lies dir mal meinen Bericht über den Main-Donau-Weg (https://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php/26797-DE-Main-Donau-Weg-Fichtelgebirge-Passau) durch. Die Südvariante des Goldsteigs ist fast identisch mit meiner damaligen Wanderung, die ich allerdings von Nord nach Süd gemacht habe. Im Bayerischen Wald brauchst du dir keine Sorgen wegen Verpflegung oder Pensionen machen. Die Gegend ist auf Touristen eingestellt und bietet eine gute Versorgung. Mit etwas Planung bekommst du immer was.

Nummersicher
20.06.2015, 17:23
Hallo,

wie du bei meine Reisen nachsehen kannst bin ich die Nordvariante geschw.. gelaufen (Richtung Passau).
Habe allerdings hüttenmäßig nicht so sorgfältig aufgepasst und weis auch nicht wo sich da ein Verzeichnis findet.

Wollte nur Entwarnung geben was die 8 Tausender betrifft, da geht es dazwischen nicht bis auf null runter also alles halb so schlimm. Ich bin noch nicht mal überzeugt das die Südvariante viel einfacher ist denn auch"Vorberge" werden Anstiege haben.

Auf jeden Fall ist der Weg ein guter Einstieg - toll markiert, i.w. gut geführt (wenn es nicht mal wieder "unbefestigte m" sein mussten und dafür ein Dreieck ausgeschildert wurde...) und auch ausreichend Einkehr/kaufmöglichkeiten d.h. Orte (im Süden also bei Passau besser als im Norden, aber allgemeines Laden und Wirtshaussterben).

Dir also viel Spaß, langsam angehen lassen und gutes Wetter!
Gruß Karl