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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Welche Kamera für Dia-Vorträge?



gaudimax
22.06.2005, 00:45
Sers!

Möcht mit in Zukunf mal einen Teil meiner Reisen durch kleinere Diavorträge in Hallen vor bis zu ca. 100 Leuten verdienen.
Hat jemand von euch schon mal so eine Dia-Präsentation gemacht.
Auf was ist da zu achten???! Und vor allem, was für eine Kamera ist dafür notwenig, um ausreichend scharfe Bilder auf eine ca. 2*3m großen Leinwand zu bekommen.
Mehr als 1000 Euro möcht ich nicht für eine Kamera ausgeben, zurzeit gefallen mit die einigermaßen billigen Spielgelreflexkameras mit ca. 8 Mio. Pixel von Canon und Nikon.

Christian J.
22.06.2005, 00:59
Sers!

Möcht mit in Zukunf mal einen Teil meiner Reisen durch kleinere Diavorträge in Hallen vor bis zu ca. 100 Leuten verdienen.
Hat jemand von euch schon mal so eine Dia-Präsentation gemacht.
Auf was ist da zu achten???! Und vor allem, was für eine Kamera ist dafür notwenig, um ausreichend scharfe Bilder auf eine ca. 2*3m großen Leinwand zu bekommen.
Mehr als 1000 Euro möcht ich nicht für eine Kamera ausgeben, zurzeit gefallen mit die einigermaßen billigen Spielgelreflexkameras mit ca. 8 Mio. Pixel von Canon und Nikon.

Moment, das ist alles sehr konfus.....Diavortrag und Pixel? Kamera?

Mal ganz langsam.
1. Entscheidungspunkt: Digital oder Analog. Wenn Digital, dann musst du erstmal herausbekommen, wie gut bezahlbare Beamer sind. Das wird der Knackpunkt sein.

2. Kamera....wenn digital, dann ist die Kamera wichtig. Wenn du analog fotografieren willst, dann ist die kamera nur eine Kiste, die den Film im Dunkeln hält. Objektivequalität und Film sind viel wichtiger.

3. Du scheinst deinen Fragen nach zu urteilen ziemlicher Anfänger auf dem Gebiet der Fotografie zu sein. Tausende vor dir, auch wirklich gute Fotografen mit langjähriger Erfahrung, haben versucht, ihr Geld mit Diavorträgen zu verdienen und sind gescheitert. Also, übe erstmal fotografieren, dann weißt du bald von selbst was du brauchst.

4. 1000€ für 'ne Digitalausrüstung um große Leinwände zu füllen: Vergiss es!
1000€ für eine Ausrüstung für Diavorträge: Könnte mit Hilfe von Ebay gehen.

Tschuldigung, ich möchte dir wirklich nicht dumm kommen aber deine Anfrage klingt sehr nach 'ner....sagen wir "eher spontanen"...Idee.

Christian

gaudimax
22.06.2005, 01:49
Bin eher auf die digitalen Kameras fixiert und was das fotografieren angeht, bin ich noch ziemlich am Anfang der (professionellen) Fotografie. Möchte aber auch erst in so ca. einem Jahr mit Vorträgen beginnen und bis dahin halt Erfahrung sammeln.
Weiß aber, dass ich mir keine Reise durch einen Vortrag finanzieren kann, ist eher als ein kleines "Taschengeld" gedacht, da ich einen Saal fast umsonst mit Beamer und Leinwand bekomm.
Aber jetzt mal mehr zum "Innenseiter"-Wissen. Was sollte man alles bei einer mittelmäßigen Kameraausrüstung dabei haben. Ein Stativ nehm ich auf alle Fälle mit, aber sollte man auch noch gut in verschiedene Objektive investieren, auch wenn das Butget sonst nicht so großzügig bemessen ist?

Nicht übertreiben
22.06.2005, 07:51
Die Beamer, die in den normalen Saalen hängen, kannst du vergessen. Die sind fuer Vorträge (ppt) gedacht und machen dir jedes Foto zunichte. Wenn dann brauchst du ein Modell, das fuer Film/Foto geeignet sind. Die in einer entsprechenden Auflösung fuer Fotos sind schweineteuer.

Du kannst dir noch so eine tolle Ausruestung kaufen, wenn man damit nicht umgehen kann, dann nuetzt das alles nichts. Irgendwie bin ich gerade leicht skeptisch, was dein Vorhaben betrifft :wink:

Fledi
22.06.2005, 07:59
Ein Stativ nehm ich auf alle Fälle mit, aber sollte man auch noch gut in verschiedene Objektive investieren, auch wenn das Butget sonst nicht so großzügig bemessen ist?
Nein, man sollte nicht gut in verschiedene Objektive investieren, sondern in wenigstens ein Gutes! Und die sind nicht grad billig.

Für die Canon EOS 300 D bezahlst Du da schonmal 500 € für ein Objektiv oder auch mehr, je nach Objektiv.

Ich glaub, Du solltest Dir das nochmal überlegen...

Gruß,
Britta

Ranger
22.06.2005, 09:14
Hi Gaudimax

Kann mich den anderen nur anschließen, mit deinem Budget wird dein Vorhaben etwas schwierig. IMO sind für eine professionelle Anwendung ein gutes Weitwinkel und ein ordentliches Teleobjektiv nötig (hängt natürlich auch von deiner Anwendung ab). Gerade bei den Digitalen Kameras wird das ziemlich teuer. Mein Dad hat sich, bei einer Aktion eines Elektrogroßhandels, eine Nikon D70 im Set mit 2 Nikon Objektiven um 1000€ gekauft. Du brauchst dann aber noch einiges an Zubehör (externer Blitz, Speicherkarte, Tasche, Stativ, Reserveakku, ev. Filter...) und einen Beamer also wird das ganze etwas mehr kosten...

Mit einer analogen Kamera könntest du mit deinem Budgetrahmen eher hinkommen. Lass dir doch diese Variante mal durch den Kopf gehen.

Gruß Ranger

Flachlandtiroler
22.06.2005, 09:55
Wenn es denn umbedingt Digitalfotografie sein soll (klar, keine Filmkosten etc.) dann gibt's vielleicht ein kleines Hintertürchen:

Nimm Deine digitale Kamera und mache sehenswerte Reisebilder; suche die besten für den Vortrag aus und optimiere sie mit der EBV. Dann laß' Dir diese Dateien (mehr als 3-400 werden das vielleicht garnicht sein) professionell auf Analog-Dia ausbelichten und kaufe halt eine analoge 0815-Projektionsausrüstung; das sollte bei sagen wir einer Reise / einem Votrag im Jahr die weitaus billigere Lösung sein als volldigital zu arbeiten.

Gruß, Martin

wolfsruf
22.06.2005, 12:57
@ gaudimax

Der Flachlandtiroler hat Dir den richtigen Weg gewiesen. Selbst die wenigen Vortragsprofis die digital photographieren benutzen die analoge Projektion mit ausbelichteten Dias.
Kein Beamer kommt derzeit an einen gängigen 250 Watt-Projektor ran, von den Spitzengeräten mit teilweise sogar über 500W wollen wir dabei gar nicht reden.
Weder die Auflösung, in Farbe und Pixel, noch die Brillanz und Kontraste sind bei Beamern auch nur aktzeptabel zu nennen. Und für 100 (eher 30-50) Leute brauchst Du deutlich mehr als 2x3m Projektionsfläche damit es einigermaßen gut kommt.

Die Technik ist aber nicht mal die halbe Miete. Ich habe schon Vorträge mit geradezu vorsintflutlichen Geräten gemacht und sehr positive Resonanz erhalten und auch Vorträge mit 4 und mehr Geräten gesehen, die geradezu einschläfern waren.
Der Vortrag und die Auswahl der Dias mit Skizzen, Landkarten, Überblend- und 'Blinkdias' sind also weitaus wichtiger.
Dafür empfehle ich das hier http://www.the-sli.de mal anzuschauen.

Die Frage ist also, ob es nicht besser wäre eine analoge (z.B. Praktika, die sind unverwüstlich, bei Ebay 100 - 150 Euro komplett mit sehr guten Objektiven) Ausrüstung zu nehmen und mit dem gesparten Geld ordentliche Filme und Projektoren zu holen. Selbst die Sichtung und Sortierung ist analog auf einem Lichttisch schneller und angenehmer als mit PC.

PS: Schau Dir vorher mal andere Vorträge an z.B. Michael Martin, und merke wie die es machen, was Dir gefällt und was weniger gut ist. Schlechte Vorträge, das hat Christian bereits angedeutet, gibt es leider sehr viele ... und wenn das erste mal ein Reinfall wird, brauchst Du es ein zweites mal nicht versuchen.
Übe bis dahin einfach mal Zuhause ein paar Vorträge zu photographieren, aufzubereiten und im kleinen Kreis zu präsentieren. Für einen Vortrag brauchst Du z.B. Übergangbilder, die Du bei 'Einzelbildphotographie' eher selten machst.

Wenn Du Lust hast, kann ich Dir vielleicht ein paar Termine von besseren Vorträgen nennen.

Gruß
Marco

Christian J.
22.06.2005, 16:41
SCCCCCCHHHHHHHHHHEEEEEEEIIIIIIIISSSSSSSEEEEEEEEE.....jetzt hatte ich einen ziemlich langen Text geschrieben und ihn mit einer Tastenkombination wieder gelöscht! Heute ist echt nicht mein Tag! :grrr: :grrr: :grrr:

Also nochmal: (*schreibkrampf*)

Martin hat zu 98% recht mit seinen Ausführungen.
Nur mit einem alten Vorurteil muss ich mal auräumen: das Praktika irgendwie toll seien.

1. Praktikas sind nicht robust. Meine ist mir etliche male unter mehr oder weniger geklärten Umständen ausgefallen.
2. Die Belichtungsmesser sind nicht so die Wucht. Und gerade bei Dias ist die genaue und gezielte Belichtungsmessung wichtig.
3. Die Optiken sind nicht toll. Die von "Meyer Görlitz" sind sogar ganz großer Schrott. Wie die Zeiss-Objektive sind, weiß ich nicht. Aber man kann auch krititsch sein, ob die DDR für den Binnenmarkt solche Superoptiken hergestellt hat.
4. Wenn du wirklich einmal im Markt der Diavortragsmacher aufsteigen willst, kannst du das mit Praktika nicht. Da müsstest du das System wechseln.

Also, mein Tipp wäre folgender: Investiere in ein System, was aktuell noch "lebt"....da bleiben also das Nikon F-System und das Canon EOS-System und, mit Abstrichen, das Minolta Dynax-System. Für eine große Leinwand brauchst du neben guten Diafilmen (oder eben einem guten Chip) auch gute Objektive. Die findest du bei Prakika nicht.

Wenn du was ULTRArobustes brauchst, dann würde ich mal darüber nachdenken, nach einer mechanische Nikon zu suchen (FM2, FM3,...).

Christian

Flachlandtiroler
22.06.2005, 17:15
Martin hat zu 98% recht mit seinen Ausführungen.
Nur mit einem alten Vorurteil muss ich mal auräumen: das Praktika irgendwie toll seien.
Mit den Praktikas hast Du IMHO zu 100% recht, aber dieses Vorurteil ist nicht von mir sondern von wolfsruf.

(Wobei ich mit der Minolta SRT ein ähnlich betagtes und abgekündigtes System benutze: Für die Genauigkeit der Belichtungsmessung gilt das Gleiche, aber die MD-Objektive sind schon ziemlich gut und vor allem im Vergleich z.B. zu Nikon gebraucht wesentlich günstiger zu bekommen. Und ein Normalobjektiv wie bei Praktika mit f/3.5 Öffnung ist nun mal extrem scharfzeichnend, da kann der Konstrukteur prinzipiell kaum was dran falschmachen).
Für Reisefotografie wird sich auch ein ambitionierter Fotograf gelegentlich mit Zooms das Leben leichter machen, und da gibt's für Praktika AFAIK quasi nur Schrott.

Aber das ist nicht gaudimax' Problem, der würde ja sogar einen Tausender für 'ne Digi-SLR ausgeben; das reicht auch für den Einstieg ins analoge Nikon-System denke ich.

Gruß, Martin

Christian J.
22.06.2005, 17:28
Mit den Praktikas hast Du IMHO zu 100% recht, aber dieses Vorurteil ist nicht von mir sondern von wolfsruf.


Tschuldigung....hab "Martin" mit "Marco" verwechselt.

Robiwahn
22.06.2005, 18:57
Oh Christian, du wirst gleich aus Dresden zwangsausgewiesen :grrr: !!! Wie kannst du nur so über Praktika schimpfen. Also, einige Punkte zur wiederlegung deiner Behauptungen :bg: :

1) Mein gebraucht gekaufter (120,- DM) MTL5B-Body ist mir erst nach 5 Jahren in meinen Händen ausgefallen. Dummerweise habe ich ihn aus ca. 20cm Höhe auf eine Wiese vor dem Monte Perdido in den Pyrenäen fallen lassen. Jetzt geht nix mehr (aufziehen usw.). Da mechanisch, ist das aber mit einem gewissen ZEit- und Geldaufwand reparabel. Aber vorher hat mich dieser gebraucht gekaufte, vielleicht 20 Jahre alte Body bei Reisen nach Ecuador (2,5 Monate extrem hohe Luftfeuchte), Chile (6 Monate Staub und Geschüttel auf der Carreterra Austral), 3x im Winter nach SChweden (Kälte und Kondenswasser) und einige kleinere Reisen in Europa unter normalen Bedingungen begleitet. IMMER ohne einen Fehler und ohne Ausfälle. Ok, über andere Modelle von Praktika kann ich nicht reden, aber die MTL5 ist robust. Basta.
2) Tja, auch bei den Belichtungsmessungen kann ich auch nur gutes berichten. Der halbautomatische der MTL5 ist super.
3) Es gibt auch andere Objektive als die von Meyer-Optik. Mein Standard mit 1,8 Brennweite von Pentacon mit MC-Vergütung macht super Bilder und ist gut bis sehr gut lichtstark. Mein 28mm/2,8 von Pentacon genauso. Keine Randabschattung, gute Scharfzeichnung, super Bilder. Kostprobe gefällig?:

http://img207.echo.cx/img207/3386/basketball51ln.th.jpg (http://img207.echo.cx/my.php?image=basketball51ln.jpg)

http://img103.echo.cx/img103/2845/anderengelhornhtte26vd.th.jpg (http://img103.echo.cx/my.php?image=anderengelhornhtte26vd.jpg)

http://img116.echo.cx/img116/1052/madrid05190lv.th.jpg (http://img116.echo.cx/my.php?image=madrid05190lv.jpg)

Die oberen beiden sind mit dem 28-er auf Agfa CT-Precisa 100 aufgenommen , die Berge auch mit Polfilter, das S/W-Bild ist ein 400er Ilford, belichtet mit dem Standard-Objektiv.
Die Scans sind jetzt nicht die besten, aber man ahnt vielleicht, was Praktika-objektive können.
Allgemein bauten Pentacon und natürlich Carl Zeiss als große Vorzeigefirma sehr gute Objektive (gerade die MC-Objektive), die nebenbei auch exportiert wurden, also nicht nur Binnenmarkt. Gerade für den Export wurden oft die besseren Qualitäten ausgesucht.

Ok, in letzter Zeit hat mein altes Standard-Objektiv abgekackt, die Schmierung hat im Laufe der Jahre und Reisen doch gelitten. Die BC20 von Praktika ist auch nicht so das wahre, die hat in Ecuador bei meinem Kumpel auch ein bisschen geschwächelt und die PentaconSix, naja das ist nochmal eine ganz eigene Kategorie, gerade was Fehlertoleranz und Leidensfähigkeit des Nutzers angeht :D .

Und noch ein kleines Statement zum eigentlichen Thema: Einfach erstmal mit fotographieren anfangen, ich habe mit meinem Bildern auch schon kleine private Vorträge gehalten, die recht gut ankamen. Aber wie einer der Vorredner schon schrieb, es kommt gerade bei Vorträgen viel auf den Vortragenden an. Die Vortragsweise würde ich fast wichtiger als die Dias ansehen.

Grüße, Robert, jetzt wieder mit neuem (alten) MTL5-Body (32,- Ebay-Euro inkl. 50mm, 29mm, 200mm, 135mm und Blitzlicht )unterwegs

Christian J.
22.06.2005, 19:23
Wir reden über die gleiche Kamera.....die MTL 5 habe ich auch.

Auch bei den Optiken habe ih vieles, was du auch hast: Das MC-vergügete 1,8/50iger von Pentacon....na ja, das geht schon.

Ein 2,8/100 von Meyer.....das ist GROTTENSCHLECHT....mechanisch war's nach kurzer Benutzung kaputt. Optisch ist das eher eine Streulichtsammelmaschine als ein Objektiv.

ein 2,8/29iger von Pentacon....ok, das ist wirklich nicht schlecht.

Meine ist ziemlich oft ausgefallen....meist war der Belichtungsmesser tot. Und ohne Belichtungsmesser kann man mit Diafilm gar nix anfangen.

Und außerdem: Ich habe den (naiven?) Glauben, dass es in der optischen Industrie in den letzen 25 Jahren Fortschritte gegeben hat. Und für Diavorträge sollte es schon das beste verfügbare Material sein.

Ich will dir die MTL 5 nicht schlechtmachen. Nur denke ich, dass bei den Leuten, die die Kiste mögen, immer eine gewissen Portion Gute-alte-Zeit-Mystik dabei ist.

Vielleicht kaufe ich mir mal 'ne Pentacon Six.....scheint mir der einzige bezahlbare Weg zum Mittelformat zu sein.

Grüße in die Heimat! *schnüff*

Christian

Robiwahn
22.06.2005, 20:20
...
Und außerdem: Ich habe den (naiven?) Glauben, dass es in der optischen Industrie in den letzen 25 Jahren Fortschritte gegeben hat. Und für Diavorträge sollte es schon das beste verfügbare Material sein. ...

Das schon, aber dann leider eher nicht für max. 1000 Euro.

Und für ne SIX muss man glaube ich einiges an Duldsamkeit im Umgang mit kleinen und großen Fehlern (schlecht eingestellte Blendenzeiten, Transportprobleme bis hin zu Bildüberlappungen, rel. schlechte Orig.-Sucherlinsen usw.) mitbringen. Nichtdestotrotz habe ich mich auch schon bei Ebay in der Richtung umgeschaut, bin aber leider überboten worden. Was da vielleicht auch noch im billigen Mittelformatsegment interessant wäre, gerade auch für Diavorträge, wären die Modelle unserer russischen Freunde. KIEW 66 und ähnliches.

Grüße, Robert, übrigens leider auch gerade fern der Heimat in Bad Honnef bei Bonn

PS: Und jetzt gleich im Biergarten am Rhein sitzend werdend seiend tuend.

Cardhu
22.06.2005, 20:29
Hallo Gaudimax,

zum Thema Technik ist oben viel Richtiges bereits gesagt worden.

Aber aus Deinen Ausführungen werd ich nicht ganz schlau. Deine Fragen deuten für mich darauf hin, daß Du noch ziemlich am Anfang stehst, dann schreibst Du andererseits was vom Anfang Deiner "Profi"- Karriere.

Du wagst Dich mit Deinem Vorhaben an das schwierigste Themengebiet heran was es im Bereich der Fotografie gibt.

Ich würde Dir unbedingt raten, einem Fotoclub in Deiner Nähe beizutreten und dort Deine ersten Gehversuche zu machen.
Du kannst Dir nicht vorstellen, was man bei einem Reisebricht alles falsch machen kann.
Ich selbst habe über 10 Jahre gebraucht, bis ich mich mit eigenen Vorträgen vor Publikum gewagt habe.
Ich konnte aber im Rahmen meines Fotoclubs jede Menge Erfahrung sammeln.
Das fing mit kleinen Cluvorträgen an, die mit konstruktiver Kritik begleitet wurden, bis hin zur Ausrichtung der Bundesdiaschau des DVF vor fast 400 Leuten.

Wenn Dir nämlich ein Regulativ von außen fehlt, wirst Du ganz schnell betriebsblind und glaubst schon ganz toll zu sein. Dein Publikum wird Dir dann sagen ob Du´s wirklich bist. :bg: nur dann ist es zu spät!

Gruß

Roman 8)

wolfsruf
22.06.2005, 22:21
Danke, daß mir hier keiner die BCS o.ä. vorgeworfen hat. Ich meine natürlich die mechanischen Modelle.
Ich habe mit einer Exa 1b angefangen, dann kam die MTL5B meines Vaters und jetzt benutze ich einen Canon und Hasselblad.
Die MTL5B hat Temperaturen von minus 40 (Mongolei im Winter) bis plus 40 angolanisches Hochland) mitgemacht. Zugegeben, der Belichtungsmesser ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber ich benutze meist eh einen Handbelichtungsmesser.
Ich werde mir demnächst wieder eine zulegen, da mein Vater seine irgendwann mal verkauft hat.
@Cristian
Was die Optiken angeht, so hat sich in den letzten 30 Jahren bei Standard-Festbrennweiten eben nicht allzuviel getan, dafür aber umso mehr bei den Filmen.

Der Tip von Cardhu ist gut, da gibt es nichts mehr viel zu sagen. Und wenn man keine Vereine mag muß man seinen Vortrag eben irgendwie anders üben und seine 'Opfer' suchen. Und dann stellt sich noch die Frage, ob man überhaupt das Talent dafür hat.

@Cardhu
gibt es diese Wettbewerbe noch immer?
Ich habe mich bisher immer von Vereinen entfernt gehalten, in meiner Heimatstadt, da hatte wir einen lockeren Kreis von Photographen, war das auch nicht notwendig. Aber hier in Frankfurt fehlt mir ein wenig das Echo.

Gruß
Marco

Christine M
22.06.2005, 23:21
Also was mir zusätzlich zu den ganzen guten Kommentaren und insbesondere dem Hinweis auf einen Fotoclub noch einfällt: da steht Wohnort München. Falls du's nicht schon kennen solltest: Die Volkshochschule im Norden des Landkreises München hat ein sehr gutes Programm und außerdem einen Fotoclub. Falls jetzt jemand bei Erwähnung der VHS aufstöhnen sollte: das meine ich ernst, das sind eben nicht so Hausfrauen-Beschäftigungstherapie-Kurse wo man lernt, auf welchen Knopf man zum Auslösen drücken muss. Sie bieten z. B. Kurse mit namhaften Profifotografen (Dietmar Nill - Tierfotografie; Bernd Ritschel - Bergfotografie) an und ich vermute, dass auch das Niveau des Fotoclubs entsprechend hoch ist.

Zweitens kann ich sozusagen aus Konsumenten-Sicht (regelmäßiger Weitsicht-Besucher :wink:) Cardhu nur beipflichten: Ein Dia-Vortrag lebt in erster Linie von dem Vortrag. Auf der letzten Weitsicht war z. B. ein Vortrag, dessen Bilder ich jetzt rein vom fotografischen Aspekt nicht gerade berauschend fand. Aber der Vortrag selber war so gut und witzig gemacht, gerade dadurch dass es keine Profis waren, dass es - nach meiner persönlichen Meinung und Geschmack - einer der besten des ganzen Festivals war. Außerdem brauchst du natürlich ein gutes Thema. Eine 0-8-15 Bergwanderung wird vermutlich gerade in München nicht dazu führen, dass die Leute dir die Bude einrennen. So etwas muss schon etwas durchdacht und geplant sein.

Soweit, was mir noch dazu einfällt. Viel Glück bei dem ganzen Unternehmen!

Christine

Cardhu
22.06.2005, 23:36
@Wolfsruf,

ich war und bin auch kein Freund von Vereinen. Aber die Mitgliedschaft im Fotoclub hat mich tatsächlich weitergebracht.
Da muß man sich evtl. gerade wenn man in Ballungsräumen wohnt, mehrere anschauen, wo die Chemie am besten stimmt.


Den DVF (Deutscher Verband für Fotografie) gibt es immer noch. Du kannst dort auch eine Einzelmitgliedschaft beantragen und umgehst dadurch die Bindung an einen Verein. Dir stehen trotzdem alle Infos zur Verfügung und alle Wettbewerbe offen.

Schau Dir mal deren Website an: www.dvf-fotografie.de


Meine Aktivitäten sind in den letzten Jahren, beruflich bedingt, leider etwas eingeschlafen.

Gruß

Roman 8)

gaudimax
29.06.2005, 11:56
@ alle

Schonmal danke für die ganzen Tips etc., auch wenn ihr mich ja nicht wirklich zu einem Vortrag motiviert habt :cry: - ist aber wohl auch ganz gut so.
Werd jetzt mal schaun was ich mir kaufen werde und dann den Diaabend eher auf den Freundeskreis beziehen und noch den ein oder anderen Diavortag besuchen, bevor ich , wenn dann überhaupt, mal sowas machen werde. :roll:

Christian J.
29.06.2005, 17:32
Stell einfach mal einige deiner besten Fotos in die Galerie! Da kommt mal bisschen Leben in die Bude und wir können dir genauer sagen, einen wie großen Raum du für deinen ersten Vortrag mieten solltest.

Grüßle!

Christian

drops
07.07.2005, 17:46
Hallo Gaudimax
im Prinzip ist das ganz einfach. Entweder du hast sehr exklusive Bilder die du zeigst dann brauchen sie auch nicht perfekt sein oder du hast eher allerweltsmotive die schon hunderte vor die gezeigt haben dann müssen sie mehr als top sein.

Kleines Beispiel:
wenn du einen Dia-Bericht darüber machst wie du dich allein und als erster Europäer durch das bisher unbekannte Land "neverseenbefore" schlägst dann reichen auch weniger perfekte bilder um die zuschauer zufrieden zu stellen. wobei mit weniger gut immer noch ein hohes niveau gefordert wird.

machst du allerdings fotos von bekannten und schon oft bereisten gegenden wird es noch viel, viel schwieriger. hier genügt es nicht nur seine kamera zu zücken und zu knipsen. hier müssen die bilder nahezu perfekt sein. und perfekte bilder bekommt man nicht so nebenher. das kann dann soweit gehen das du nach einer ersten "geländeerkundung" dir für dein wunschmotiv die beste tageszeit bestimmst (lichteinfall, besondere effekte) unter umständen kann es sogar sein das du einfach zur komplett falschen jahreszeit da bist und im winter oder frühjahr nochmal kommen musst. dann muss das wetter noch stimmen usw...
dann darfst von deinem motiv noch eine ganze belichtungsreihe machen um evtl. an ein gutes bild zu kommen... Jetzt hast du 1 Bild für deine Dia-Show...

Die Bilder sind dann auch nur 1/3 der Show... Ein weiteres 1/3 ist die Art wie du Präsentierst. Mir persönlich gefallen z.b. Dia-Shows in denen eine "Geschichte" erzählt wird. Sprich der Vorführer lässt einem an seinen Erlebnissen Teil haben. Wenn dies gut und spannend gemacht wird verzeiht man auch mal nicht ganz so perfekte Bilder....

Das letzte 1/3 wäre dann die Technik. Hier führt wenn man entsprechend großes Publikum erreichen will an analoger Projektion nichts vorbei. Da braucht man dann schon schnell mal 3-5 Projektoren in Überblendtechnik, ne große teure Leinwand, Verstärker, usw...

In meinen Augen sehr gelungene DIA-Shows sind(Liste unvollständig):

WELTSICHTEN - In 5 Jahren mit dem Fahrrad um die Welt. (Brümmer&Glöckner)
Abgefahren - In 16 Jahren um die Welt (Claudia Metz, Klaus Schubert)

Cardhu
08.07.2005, 18:50
Hallo Drops,

das mit der Qualität der Fotos sehe ich nicht ganz so wie Du.

Wir leben nicht mehr in der Zeit, als die Wochenschau noch im Kino gezeigt wurde, oder fahrende Vortragsreisende dem stauenenden Publikum Bilder von der italienischen Riviera im Gemeindesaal gezeigt haben.

Was ich sagen will ist, daß unser Publikum durch die Medien heute (Fernsehen, DVD, Professionelle Vorträge) an ein sehr hohes technisches Niveau gewöhnt ist, sodaß die technische Perfektion der Bilder ganz oben auf dem Lastenheft für eine Diaschau steht.

Mit allem anderen, kann man dann vielleicht noch den engeren Famielienkreis quälen :bg:

Gruß

Roman 8)