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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wasserfilter ja oder nein?



MaMa
16.06.2005, 14:44
Eben in der Mittagspause war ich beim freundlichen Outdoorhändler um die Ecke und hab mit ihm ein bisschen über Wasserfilter geplaudert.
Jetzt hab ich mal die ganzen alten Wasserfilterthreads durchgekramt aber eine Frage bleibt mal noch offen:

Warum überhaupt einen Wasserfilter, reichen Certisil, Micropur, Aquamira etc. nicht aus ?

Als Hintergrund hier mal die Kernaussagen des Gespräches zu div. Filtern:

MSR Miniworks:
Keramik gegen Dreck und totes Schaf im Bach, Aktivkohle für guten Geschmack. Keramik hält länger als Kohle, verschlissene Kohle geht aber nicht zu Lasten der Gesundheit. Bei Schwebstoffen setzt sich Filter zu, ist aber leicht zu reinigen. Robust. Grösse und Gewicht akzeptabel.

Kathadyn Combi
an sich gleich wie der MSR, durch tauschbare Kohle ist aber immer ein gutes G´schmäckle garantiert. Dafür aber groß und schwer.

kathadyn Hiker
kompakt und leicht, Gewebefilter kann nicht gereinigt werden --> Schwebstoffe und trübes Wasser bereiten dem Fitern bald ein Ende. Daher nur für klares Wasser geeignet

Kathadyn Mini
klein und leicht, ohne Kohle, ist daher so wie ein MSR mit verbrauchter Aktivkohle. Leistung nur Soloanwendung ok.

MSR MIOX
klein leicht, nahezu kein Verschleiß, nur für klares Wasser.

Entkeimungstropfen
billig, klein leicht, Wasser nicht sofort trinkbar, nur für klares Wasser, entfernt keine üblen Geschmäcker, überlagert diese höchstens mit Chlor :ill: BTW: kann das Aquamira besser?

Perfekt ist IMO keine dieser Varianten. Und die Entkeimungstropfen stehen in diesem Vergleich gar nicht sooo schlecht da.
Gibts noch was anderes zu beachten, oder warum sollte man sich einen Filter zulegen?

Traeuma
16.06.2005, 14:55
Hab den MSR Waterworks Ex

Hab ihn mir zugelegt und nutze ihn auch aus dem einfachen Grund, dass ich nie wirklich sicher sein kann, was oberhalb des Flußlaufes los ist (tote Tiere, Kot, ...)

Gerade, wenn ich solo unterwegs bin, möchte ich das Risiko nicht eingehen.
Außerdem hab ich schon öfters an Stellen gezeltet, wo weit und breit kein klares Wasser war, sondern entweder Pissbäche von Schafen, oder lecker Pfützen bis Tümpel.
Aus beiden hab ich problemlos mit dem Wasserfilter Trinkwasser gewinnen können.

jasper
16.06.2005, 15:07
Bin im Moment auch am Ueberlegen, was ich fuer einen Filter kaufen werde. Im August gehts auf Solotour und ohne Filter will ich nicht los.

Auf bisherigen Touren (mind. zu zweit) haben wir immer den Catadyn Combi von meinem Kumpel benutzt. Super Teil, alles filterbar, Gletscherpfuetzen, Rinnsale auf Kuhweiden etc.
Aber, das Ding ist mir fuer eine Solotour fast zu schwer. Ich moechte eigentlich was kleineres, wie MSR Miniworks haben.
So wirklich kann ich mich aber nicht dazu ueberwinden, ein Geraet zu kaufen, wo ich die Kohle nicht einzeln austauschen kann.
Bei dem Catadyn haben wir die Keramikkerze noch kein einziges mal getauscht, die Kohle aber bestimmt schon 4 mal.

Wahrschleinlich wird es doch auf den Waterworks oder den Combi hinauslaufen. Von Tabletten nehme ich Abstand. Der Kaffee, die Milchpulvermilch und der Tee schmeckt so beschissen nach Chlor. Da habe ich keine Lust drauf. Ich wuerde hoechstens in Gebieten, wo ich mir ueber die Belastung mit Viren nicht sicher bin, zu Tabletten greifen, es aber danach nochmal durchfiltern, um den Geschmack rauszubekommen.

Soviel von mir zu dem Thema!

MfG,

Jasper

gi
16.06.2005, 15:11
Hab den MiniWorks. Bin total zufrieden, passt alles. Kostet übrigens nur rund 75 € bei Bestellung in den USA ;)

Corton
16.06.2005, 15:13
Aktivkohle für guten Geschmack
Da Aktivkohle meines Wissens ja nicht nur für guten Gschmack sorgt, sondern auch bestimmte Chemikalien bindet, würde ich nicht darauf verzichten wollen. Beim Katadyn Combi kann man die Kohle separat wechseln, bei den MSR Filtern nicht --> Sobald die Kohle ihre Wirkung verloren hat (soll wohl nach ca. 500 Litern oder 6 Monaten der Fall sein), musst Du bei MSR die gesamte Filterkerze wechseln, was sehr kostspielig ist. Schon von daher kämen diese Filter für mich niemals in Frage. Kann natürlich sein, dass MSR diesen Nachteil inzwischen ausgemerzt hat, mir ist aber nichts derartiges bekannt.

@ Traeuma
Wieso hast Du denn den Waterworks dem Combi vorgezogen? War der Aspekt der nicht tauschbaren Kohle für Dich nicht relevant?

Corton

Hawe
16.06.2005, 15:14
... Keramik hält länger als Kohle, verschlissene Kohle geht aber nicht zu Lasten der Gesundheit. .....
Perfekt ist IMO keine dieser Varianten. Und die Entkeimungstropfen stehen in diesem Vergleich gar nicht sooo schlecht da.
Gibts noch was anderes zu beachten, oder warum sollte man sich einen Filter zulegen?Verschlissene Kohle geht doch zu Lasten der Gesundheit ! Wenn Du einen Kohlefilter eimal genutzt hast, solltest Du nach spätestens einem Jahr die Kohle austauschen, weil sie bei nicht ganz trockener Lagerung nämlich prima Bakterienrasen entwickelt hat, die Du dann lecker trinkst. Kohle kommt hinter Keramik, da wird nix mehr gefiltert...

Wasserfiltereinsatz in Gegenden mit sehr zweifelhaftem Wasser ratsam. Ist deutlich schneller als Chemie, im Zweifel weniger belastend, und, wenn Du ihn lange und häufig nutzt, auch billiger als Chemie.

Bin selber mit etwas Planung in gemässigten Breiten immer noch ohne Wasserfilter ausgekommen da:
- mein Verdauungstrakt noch nicht völlig auf keimfreies Wasser aus Flasche oder Wasserhahn ausgerichtet ist, vertrage deshalb auch normales Brunnen- , Quell- und mit Umsicht ausgewähltes Bachwasser. Im Zweifel laufe ich eine Strecke für sauberes Wasser, fasse bei der voraussichtlich letzten Rast nochmal Nachschub, um nicht aus der Pfütze am Camp-Platz tri´nken zu müssen.
- wenn ich schon in Zweifel komme, koche ich das Wasser und trinke es als Tee (oder Kaffe, Tee löscht bei mir besser den Durst). Unter 1500 m reicht das zum Keimabtöten
- wenn ich in die Tropen oder Subtropen führe, oder in Gegenden mit zweifelhafter Infrastruktur (zB Nepal entlang der Treks) würde ich auch einen Filter mitnehmen. Wahrscheinlich einen Combifilter.

Gruss Hawe

underwater
16.06.2005, 15:18
Beim Waterworks kommt nach der Kohle noch eine Membran: Redundanz, ebenso falls die Filterkerze nen Riß bekommen hat...

Erstklassig verarbeitet, Robust, Langlebig, durchdacht & vor allem leicht auszutauschen/reparieren... Meiner Meinung nach deutlich durchdachter als der Katadyn, der Jahrelang mit so ner Peilnase zum neben den Topf schlabbern kam & auch noch immer kommt: Beim MSR schraubst Du ne Nalgene Flasche oder nen Wassersack drunter: Fein is...

Traeuma
16.06.2005, 15:22
hab mir den vor ein paar Jahren (noch das blaue Modell) beim Outdoorladen vor Ort gekauft.

Grund:
Die hatten nur den und in der Outdoor war er Testsieger :bg:

Nicht übertreiben
16.06.2005, 15:24
Ich kann vom Combi nur abraten, wir hatten den einmal auf einer Kanutour dabei und konnten alle 2 Minuten wieder die Filterkerze sauber buersten. Ausserdem ist das Ding unergonomisch ohne Ende...

Ne Zeitlang gab es bei Globi mal den FirstNeed-Filter (http://www.generalecology.com/portablesystem.htm), der war super. Leider sind die Ersatzkartuschen mit einem Mal horrend teuer geworden. Den Nachfolger im Globi-Sortiment, den Sweet-Water (Cascade Designs) scheint es auch nicht mehr zu geben :(

Sowas in der Richtung wuerde ich vorziehen, bisher war ich aber entweder im Winter (da filtert es sich schlecht), in Skandinavien oder in den Alpen ueber den Kuehen unterwegs und brauchte noch nie einen...

Thorben

MaMa
16.06.2005, 15:42
uiuiui, schön was Ihr alles an Filter habt :P - aber meine Frage beantwortet es nicht ganz:

Was kann ein Filter, was Entkeimungstropfen nicht können?

Für mich stellt sich´s momentan so dar:

1. Filter brauch ich, wenn ich Schwebstoffe, Gardia oder Billharzioseerreger etc. rausholen will.
2. "Hausgebrauch", Touren in Mitteleuropa: Brauch ich einen Filter für optisch klares Wasser? Die letzten Jahre in Alpen und Mittelgebirgen bin ich mit Certisil ausgekommen....Ausnahme siehe 1.:Schwebstoffe, z.b Gletscherwasser
3. Fernreisen nach Afrika, Südamerika, Asien: rein ausm Bauch raus würd´ich zum Filter tendieren, aber eigentlich nur, weil ich damit Dreckwasser assoziiere :roll:

--> für klares Wasser reichen i.d.R. Tropfen aus - wenn man die Zeit bis zum Wirken hat. Matsch- und Gletscherbrühe rückt man mit Filter zu Leibe.

Lieg ich damit richtig oder falsch ??

Corton
16.06.2005, 15:46
Beim MSR schraubst Du ne Nalgene Flasche oder nen Wassersack drunter: Fein is...
Geht beim Combi ganz genauso. Für Nalgene Weithals muss man eben den mitgelieferten Adapter drunterschrauben.

@ Hawe
Bei Combi kommt IMO erst die Kohle, dann die Keramik. Sieht man daran, dass nach dem Kohlewechsel immer erst mal die Keramikkerze schwarz wird. 8)


Grund:
Die hatten nur den und in der Outdoor war er Testsieger :bg:
Achso, na dann... :bg:


Ich kann vom Combi nur abraten, wir hatten den einmal auf einer Kanutour dabei und konnten alle 2 Minuten wieder die Filterkerze sauber buersten.
Wenn Du auch irgend so ne Dreckbrühe filtern musst. :bg: Meinst Du, das wär mit ner MSR Keramik anders gewesen?


Ausserdem ist das Ding unergonomisch ohne Ende...
ACK. Das Handling ist wirklich nicht gerade vorbildlich und das Pumpen grenzt schon beinahe an Krafttrainig. :bg:

MaMa
16.06.2005, 15:48
Noch was zu den Kosten für Filterelemente:

Wenn ich den Filter tatsächlich nur 1-2 mal im Jahr in recht "exotischen" Gegenden nutze, dann sind mir die 40-50 € für ein Ersatzelement sch***egal. Wenn ich zig-hundert Euro fürn Flug hinblättern kann, machen die 40-50 Euro den Kohl auch nimmer fett.

Okay, wenn ich auf jeder Wochenendtour jeden Schluck Wasser filtere ist das wieder was anderes.

Christian J.
16.06.2005, 15:49
Warum tauchen Tabletten wie Certisil Combina (http://www.certisil.de/de/combina.html) nicht in deiner Betrachtung auf? Die sind meiner Meinung nach ziemlich geschmacksneutral, wirken in 30min und sind bequemer anwendbar als die Tropfen.

Ich muss zu meiner Schande zugeben, dass ich mich mit Wasseraufbereitung bisher viel zu wenig beschäftigt habe. Zum einen erforderten meine Reiseziele (Skandinavien, Schottland, Deutschland) das bisher kaum, zum anderen habe ich einen ziemlich robusten Magen (vgl. Sommertreffen des Forums 2003- viele :kotz: , Christian :bg: )

Aber seit sich Personen mit ziemlich empfindlichem Magen verdächtig oft in meiner Nähe aufhalten, muss ich auch mal anfangen, an soetwas zu denken.

Grüßle!
Christian

MaMa
16.06.2005, 15:52
@ Christian J.:
ich hab bisher mal Tropfen und Tabletten über einen Kamm geschoren...weitere Differenzierungen erfolgen später :bg:

Bisher hab ich immer Certisil Combina flüssig benutzt....

Nicht übertreiben
16.06.2005, 16:10
@Corton: Der See hatte ansich Trinkwasserqualität, es waren nur kleine Kinder dabei...und im gleichen See haben wir auch den FirstNeed benutzt und mussten in 3 Wochen nie irgendwas reinigen...

Ich wuerde nur einen Filter mitnehmen, wenn ich in irgendwelche Gebiete fahren wuerde, in denen schmutziges Wasser die Regel ist (Tierzucht, Seuchen etc.) oder wenn kleine Kinder etc. dabei sind. Fuer normale Touren reicht eigentlich das Desinfizieren (wobei ich auch lieber warte und dafuer auf den Chlorgeschmack verzichte)

Der Miox fällt uebrigens aus deiner Aufzählung raus, da das Ding auch nur Cl-Ionen erzeugt und damit genauso wie die Tropfen wirkt...

Ansonsten, von Corton schon gesagt: Aktivkohle filtert auch bestimmt Chemikalien und bessert den Geschmack auf, da wuerde ich ungern drauf verzichten. Wenn aber eh schon so ein Ding mitschleppen, dann beides, Aktivkohle fuer die Chemie und Membran/Keramik fuer die Mikroben etc.

Kohle/Keramik gibt es imo nur von MSR und Katadyn. Katadyn kommt fuer mich nicht in Frage, da unergonomisch, schwer und wartungsintensiv. MSR habe ich noch nicht real getestet, ist aber deutlich ergonomischer, allerdings ist die Kohle in die Keramik eingebettet, was imo Schwachsinn ist. Kohle hält 400l, Keramik nen paar Tausend...da kann ich mir die Kohle auch gleich sparen!

Fazit: Wie schon erwähnt FirstNeed oder SweetWater - sind guenstiger in der Anschaffung, kombinieren Kohle und Membran (Keramikersatz) und sind imo beide recht leicht zu bedienen. Einziger Nachteil: Kartuschen halten nur ein paar hundert Liter, Austausch nicht ganz billig und in Deutschland nur noch schwer zu bekommen.

silvia
16.06.2005, 16:43
Verschlissene Kohle geht doch zu Lasten der Gesundheit ! Wenn Du einen Kohlefilter eimal genutzt hast, solltest Du nach spätestens einem Jahr die Kohle austauschen, weil sie bei nicht ganz trockener Lagerung nämlich prima Bakterienrasen entwickelt hat, die Du dann lecker trinkst. Kohle kommt hinter Keramik, da wird nix mehr gefiltert...

... aber da sind ja auch keine Bakterien mehr drin, die sich dann weitervermehren könnten. So hat das zumindest mal ein Katadyn-Mitarbeiter in irgendeinem anderen Forum erklärt. Leider finde ich dieses Forum nicht mehr wieder.

Was (angeblich) schlimmer ist, ist ein "Umkippen" der Kohle. Wenn man damit zuviele Schadstoffe rausgefiltert hat, ist sie "übersättigt" und gibt die Chemie in x-facher Konzentration wieder ab.

Ich hab mich auch immer noch nicht entschlossen, welcher Filter der Richtige für mich ist. Irgendwie ist die Auswahl hier in den deutschen Läden auch nicht besonders groß. Überall nur Katadyn und MSR, entweder höllenschwer oder nicht-performant oder mit nicht auswechselbarer Kohle... das perfekte Gerät scheint es nicht zu geben. Perfekt wäre IMHO ein MSR Miniworks mit auswechselbarer Kohle.

Es gibt doch auf dem aussereuropäischen Markt bestimmt auch noch andere Kandidaten - weiss da jemand was?

jfkoehle
16.06.2005, 16:45
Hat schonmal wer versucht die MSR Filter Kerzen umzubauen? Der Aufbau ist ja sehr simpel. Der hohle Keramikzylinder hat eine Wandstärke von ca. 6mm, im Inneren befindet sich sich ein Zylinder aus gepresster Aktivkohle mit ca. 10mm Wandstärke und einem Loch mit eben diesem Durchmesser.

Die Kohle und Keramik scheinen nicht miteinander verbunden zu sein, sondern nur an den beiden Plastikteilen angeklebt zu sein.

Es sollte also möglich sein, die Kohle rauszupruckeln und den ganzen Zylinder mit Katadynersatzkohle aufzufüllen. Vor das Loch aus dem das Wassser abfliesst müsste halt noch irgendein Filter, vielleicht ein Dauerkaffeefilter.

http://img24.echo.cx/img24/6903/bild854lj.jpg

silvia
16.06.2005, 16:59
Irgendjemand hier hatte doch schonmal die glorreiche Idee, sich einen Kohlefilter selbst zu bauen, den man dann dem normalen Keramikfilter nachschalten kann. So in der Art wie ein Spritfilter, gefüllt mit Aktivkohle.

Was ist da eigentlich raus geworden?

derMac
16.06.2005, 17:01
Ich kann nur von jedem Filtermanipulationsversuch abraten. Wenn das hinterher nicht wieder 100% dicht wird oder die Keramik einen Haarriss bekommt, kann man sich den ganzen Kram auch gleich sparen.

@MaMa
Bei dauerhafter Anwendung finde ich die Wartezeit beim Entkeimungsmittel nervig. Das einzige wirksame und halbwegs geschmacksneutrale Mittel scheitn Aquamira zu sein.

Bei meinem MSR sehe ich folgende Vorteile:
- Einfach zu bedienen und zu warten. Was habe ich von einem Filter, der durch wechselbare Kohle billiger ist, aber beim Benutzen nervt. Und dass man ihn halbjährlich wechseln muss, halte ich für Quatsch. Wie in einem anderen Thread schon geschrieben, kann man ihn im Zweifelsfalle auskochen.
- MSR ist weltweit in Outdoorläden sehr gut vertreten -> Ersatzteile.

Mac

Traeuma
16.06.2005, 18:07
Hab meinen MSR Waterworks jetzt seit 2003 und bin mittlerweile bei der 3. Kerze und dem 2. Membranfilter.
die 3. Kerze und den ersten Ersatzmembranfilter hab ich jetzt erst ausgewechselt. Also noch ungebraucht.

Hält also ganz gut, finde ich. Ein Austausch (Kerze:50€ Membranfilter: 70€) is aber dennoch teuer.

Christian Wagner
16.06.2005, 18:15
Nur so nebenbei, irgendjemand hat sich aufgeregt das Tee und Kaffee bei chemischer Entkeimung nach Chlor schmecken. Das sind beides Getränke bei denen das Wasser vor der Zubereitung gekocht hat. Eine chemische Entkeimung ist dann nicht mehr nötig. Die ein bis 2 Liter die untertags getrunken werden kann man auch gut mit Brausetabletten geschmacklich aufpeppen.
Gletscherwasser enthält Trübstoffe, welche eine ausreichende Wirksamkeit des Entkeimungsmittels herabsetzen können, das ist schon richtig. Allerdings hab ich dieses immer ohne vorheriger Behandlung getrunken und hatte keine Probleme.

waldschrat
16.06.2005, 18:25
Verschlissene Kohle geht doch zu Lasten der Gesundheit ! Wenn Du einen Kohlefilter eimal genutzt hast, solltest Du nach spätestens einem Jahr die Kohle austauschen, weil sie bei nicht ganz trockener Lagerung nämlich prima Bakterienrasen entwickelt hat, die Du dann lecker trinkst. Kohle kommt hinter Keramik, da wird nix mehr gefiltert...

... aber da sind ja auch keine Bakterien mehr drin, die sich dann weitervermehren könnten. So hat das zumindest mal ein Katadyn-Mitarbeiter in irgendeinem anderen Forum erklärt. Leider finde ich dieses Forum nicht mehr wieder.

... Was sich aber dann ändern kann, wenn
a) der Filter aueinandergenommen zum trocknen an der Luft liegt. Auch wenn da nur ganz wenige kleine Mitbewohner drauffallen, so ein bissl Restfeuchte und ein paar Monate Zeit wirken Wunder.
Und was da gewachsen ist, erntest Du gleich am Anfang der nächsten Benutzung.

b) Es gibt ja auch Leute die diese Haushaltswasser-Filter benutzen. Und obwohl hierzulande dort oben völlig unbedenklich trinkbares Leitungswasser reingegossen wird, kommt unten nach ein paar Monaten ein leckeres Süppchen raus (siehe einschlägige Verbraucherschützer-Ratschläge zum regelmäßigen Filterwechsel). Auch wenn dort ebenfalls unten per Definition nix sein sollte.

c) ist m.E. eine berechtigte Frage, wieviel "keine" Bakterien sind - ganz ohne geht nicht, und darauf kommts auch nicht an. Es reicht schließlich, wenn's wenig genug sind, dass keiner krank wird. Und die wachsen halt und werden mehr.


Was (angeblich) schlimmer ist, ist ein "Umkippen" der Kohle. Wenn man damit zuviele Schadstoffe rausgefiltert hat, ist sie "übersättigt" und gibt die Chemie in x-facher Konzentration wieder ab.


Adsorbierte Stoffe werden wieder abgegeben, wenn die Kapazität der Kohle erschöpft ist, das stimmt. Aber in aller Regel nicht in x-facher Konzentration.

Ausnahmen: a) es waren doch Lebewesen, die sich inzwischen vermehrt haben. b) ich nehme ein Lösungsmittel mit anderen Eigenschaften (pH-Wert verändert z.B.), in dem das Adsorptionsgleichgewicht auf der Seite der Lösung liegt.

Viele Grüße von Claudia, die bislang auch (noch?) ohne Filter unterwegs ist (und nur ganz ganz selten solche Entkeimungstabletten verwendet).

PS: wo ich die Tabletten sinnvoll finde, sind lange Touren, bei denen ich Bedenken habe, dass sich in Wassersack und Flaschen langsam ein Rasen bildet (von wegen immer schön feucht und warm). Dann gibts ein bisschen Wasser mit einer Tablette, dieses Entkeimungs-Konzentrat lasse ich lange einwirken und achte auch drauf, dass es überall hinkommt. Hinterher trinke ich es nicht, weil ich den Geschmack nicht mag, aber nach kurzem Ausspülen finde ich den Wasserbehälter wieder appetitlicher.
- hatte ich aber glaube ich alles schonmal geschrieben(?)

MarcusLöffler
16.06.2005, 20:17
Mahlzeit auch,

ich habe soooooooviel Erfahrung mit Wasserfiltern nu auch noch nicht, habe ja auch erst drei Urlaube mit Rucksack hinter mir.

Letztes Jahr in Schottland hatte ich den Katadyn Mini bei, mit dem ich gut klargekommen bin. Den MSR Miniworks hatte ich im Laden mal in der Hand, fand ihn aber relativ groß und verglichen mit dem Kat. Mini auch doppelt so schwer.

Dieses Jahr hatte ich in Schottland den MSR Miox Purifier mit. Klein, leicht, funktioniert mit normalem Salz und macht angeblich auch die heftigeren Erreger platt. Unabhängig von diesem Thread hier habe ich gestern bei der Arbeit mit 'ner Digitalkamera Bilder von dem Teil gemacht, auch "in Aktion"... und wollte das Gerät die Tage mal hier im Forum etwas ausführlicher "vorstellen". Werde ich vermutlich morgen machen, im moment habe ich noch zwei Liter behandeltes Wasser hier stehen, das morgen den "Geschmackstest" durchläuft...


Was bei den ganzen Wasserbehandlungsmethoden nun sinnvoll ist oder auch nicht, muss denke ich jeder nach eigenem Maßstab entscheiden.


Viele Grüße,

Marcus

ekke
17.06.2005, 21:44
ich verstehe nicht wieso ihr euch bei dem aktivkohlefilter im msr soviel gedanken macht? in der regel bevorzugt man sowieso gebiete mit geringer chemikalienbelastung weshalb die aktivkohle nur im ausnahmefall belastet wird. während meiner ganzen "kariere" habe ich vieleicht 20 liter gefiltert wo ich das wasser als chemisch belastet angesehen habe (insofern ein nettes backup).
ansonsten hat sich der msr waterworkI auch bewährt.
was man beim filter bedenken muss das es nie ausgeschlossen ist das viren (sind im prinzip nur eiweismoleküle soviel ich weis) durch jeden filter kommen weshalb wer sicher gehen will auch gefiltertes wasser chlort.
wegen der bemerkung das beim teekochen wasser sowieso erhitzt wird: um auf der sicheren seite zu sein muss wasser ca. 15-20 min kochen um "hygienisch einwandfrei" zu sein.

underwater
17.06.2005, 22:13
Ich glaube auch kaum, daß jemand von Euch Industrieabwasser mit dem Wasserfilter auf Trinkwasserniveau bringen will: Sprich, man filtert doch ohnehin nur was man eigentlich auch so trinken würde vom aussehen her...

Also ist der Filter nice to have in 99% aller Fälle: Ich lagere meine Kerze gut getrocknet nach jedem Einsatz - vielleicht werde ich mal ein wenig Chlor spendieren beim nächsten mal, aber wegwerfen tue ich sie deswegen noch nicht...

Gruß Klaus

waldschrat
18.06.2005, 13:07
Hallo,


ich verstehe nicht wieso ihr euch bei dem aktivkohlefilter im msr soviel gedanken macht? in der regel bevorzugt man sowieso gebiete mit geringer chemikalienbelastung weshalb die aktivkohle nur im ausnahmefall belastet wird.

Bloß weil sich das Aktivkohle "Chemikalien" adsorbiert, heißt es noch lange nicht, dass das auf die Stoffe, die Du unter "Chemie-belastet" verstehst, beschränkt ist. z. B. adsorbiert Aktivkohle auch bestimmte ganz natürliche Stoffe/Gifte, die z. B. von Bakterien produziert werden. Es gibt auch ncoh andere Stoffe, die ganz natürlich im Wasser vorhanden sein können, die Du aber trotzdem eher nicht trinken möchtest.

Will sagen: bloß weil das Wasser nicht mit "Chemie" in Berührung gekommen ist, muss es noch lange nicht gut sein.

Viele Grüße

Claudia

PS: ob Aktivkohle Eiweiße so gut adsorbiert, dass Du sie zum Viren-filtern verwenden kannst, weiß ich nicht.

Daedelus
18.06.2005, 14:04
Gegen die Verkeimung des Aktivkohlefilters kann man zumindestens bei den MSR Filtern die komplette Filterkartusche auskochen, das ist denke ich nach jeder Tour Sinnvoll, so kann man zumindestens (einigermaßen) sicher gehen das sich da keine Bakterienkulturen entwickeln.

ekke
19.06.2005, 10:24
@ claudia
" ob Aktivkohle Eiweiße so gut adsorbiert, dass Du sie zum Viren-filtern verwenden kannst, weiß ich nicht."

deshalb empfiehlt msr auch anschliesendes chloren. katadyen geht davon aus das viren an schwebeteilchen sitzen und deshalb in der keramik zurückbleiben.

"Bloß weil sich das Aktivkohle "Chemikalien" adsorbiert, heißt es noch lange nicht, dass das auf die Stoffe, die Du unter "Chemie-belastet" verstehst, beschränkt ist. z. B. adsorbiert Aktivkohle auch bestimmte ganz natürliche Stoffe/Gifte, die z. B. von Bakterien produziert werden. "

ich würde davon ausgehen das wasser in welchen derartige mengen an toxinen oder verfallsprodukte (amoniak, stechen riechendes gas, ect) das der a-kohlefilter erheblich belastet wird schon ziemlich eklig ist und nicht für eine touristische atraktion spricht. zudem werden die toxine ebenfalls durch chlorpräparate zerstört (chem. angriff durch sauerstoff und chlor)
und auserdem ist zu bedenken das der a-kohlefilter nicht alles an chemie zurüchhält, sondern nur einige stoffgruppen. wasserlösliche salze würden zb. den filter pasieren.

marcus
19.06.2005, 11:49
uiuiui, schön was Ihr alles an Filter habt :P - aber meine Frage beantwortet es nicht ganz:

Was kann ein Filter, was Entkeimungstropfen nicht können?

Für mich stellt sich´s momentan so dar:

1. Filter brauch ich, wenn ich Schwebstoffe, Gardia oder Billharzioseerreger etc. rausholen will.
2. "Hausgebrauch", Touren in Mitteleuropa: Brauch ich einen Filter für optisch klares Wasser? Die letzten Jahre in Alpen und Mittelgebirgen bin ich mit Certisil ausgekommen....Ausnahme siehe 1.:Schwebstoffe, z.b Gletscherwasser
3. Fernreisen nach Afrika, Südamerika, Asien: rein ausm Bauch raus würd´ich zum Filter tendieren, aber eigentlich nur, weil ich damit Dreckwasser assoziiere :roll:

--> für klares Wasser reichen i.d.R. Tropfen aus - wenn man die Zeit bis zum Wirken hat. Matsch- und Gletscherbrühe rückt man mit Filter zu Leibe.

Lieg ich damit richtig oder falsch ??


entkeimungstabletten/ -tropfen töten die keime nur ab, trinkst sie logischer weise aber mit. beim filter sind/ sollen sie zumindest draußen sein. wobei ich von chlor im wasser zum beispiel net viel halte. passieren tut da nix, abere geschmacklich :kotz:
die meisten wasserwerke & brunnen in BRD verwenden chlor, falls bakterien im trinkwasser auftauchen.

underwater
19.06.2005, 13:42
Es sind ja nicht nur Bakterien und Viren im Wasser sondern auch Mehrzeller: Amöben(Ruhr), etc... die bekommt man weder zuverlässig mit Clor noch mit Entkeimungstabletten, sondern nur mit dem Filter!

Die zuverlässigste Methode (wurde auch so von MSR empfohlen) ist: 1) cloren 2) abfiltern
Das sollte dann Viren, Bakterien erledigen und Mehrzeller abfiltern...

Gruß Klaus

Kanem
19.06.2005, 14:28
Nur so nebenbei: Amöben sind ebenfalls Einzeller. :old:

p2m
19.06.2005, 21:32
Bei dauerhafter Anwendung finde ich die Wartezeit beim Entkeimungsmittel nervig. Das einzige wirksame und halbwegs geschmacksneutrale Mittel scheitn Aquamira zu sein.
Mac

nun, ich würde mal sagen, wenn man mehrer Flaschen benutzt , und sich jedende Möglichkeit nutzt seinen wasservorrat zu ergänzen, also meist hat mna ja dann noch eine Flasche, die zumindest angerissen ist, kann man die anderen ja ohne weiteres Füllen und Entkeimungsmittel reintun, da hat man keine wartezeit, da man ja immer noch etwas wasser vom letzten mal mitführt.

crazymind
19.06.2005, 21:43
Hoi, hab mir mal alles durchgelsen und nachgedacht.
Ein MSR Miniworks (EX), den man nach der Tour einmal auskocht (+ evt chlorbad), müßte dann doch das beste Preis/Leistungverhäktnis haben, oder?
Zumindest wenn der Kohlenstoff durch abkochen und Chlor wirklich entkeimt wird. Dann müßte man nicht jedes Jahr sonne Filtereinheit kaufen
obwohl man zb nur 100 Liter gefiltert hat..

Jens
19.06.2005, 21:53
Was im Wasser, das man filtert, drin ist, kan man ihm oft nicht ansehen. Trübe braune Brühe aus einen skandinavischen Hochmoor kann man oft ungefiltert trinken, kristallkar plätscherndes Nass in einer Oase der Sahara kann hochgradig mit Arsen belastet sei - nur mal als Beispiel. Die Frage ist immer - wohin reist man. Selbst im Hochgebirge kann ein Bach mit "Industrieabfällen" verseucht sei - es reicht, das in einem höher gelegenen Dorf jemand mit Chemikalien Stoffe färbt oder Leder gerbt.
All das läßt sich nie 100 %ig vorhersehen. Jede Art Wasser trinkbar zu machen birgt ein Restrisiko.
Dabei darf man gerne auch den gesunden Menschenverstand und ein paar Outdoor-Skills mitverwenden. Wer in der Einöde ein einsames Wasserloch findet, aber keine Spuren von Tieren (sofern in der Gegend vorhanden), sollte z. B. Vorsicht walten lassen.
Ein großes Restrisiko birgt die eingene Unachtsamkeit im Umgang mit Filter, Trinkflaschen und Geschirr: Manch einer filtert zwar das Wasser, spült aber die Trinkflasche direkt im Bach aus. Geringe Essens- und Speichelreste können Keime in die Wasserbehälter einbringen, die sich dann munter vermehren.
Ich kenne aber auch Leute, die Flitzekacke kriegen, weil sie zu kaltes Wasser trinken. Anschließend wird gefiltert und entgiftet auf Teufel komm raus, was aber nicht hilft. Erst wenn dem Siechenden Tee eingeflößt wird bessert sich der Zustand der Darmflora, nicht aber die Einsicht.
Fazit - egal wie's kommt, Schuld sind immer die anderen...

silvia
19.06.2005, 22:09
Geringe Essens- und Speichelreste können Keime in die Wasserbehälter einbringen, die sich dann munter vermehren.

Das werden dann aber Bazillen sein, an die dein Verdauungstrakt gewöhnt ist und die es deshalb auch verträgt.

Jens
19.06.2005, 22:15
Sicher? :wink:

silvia
19.06.2005, 22:20
Aber mal was ganz anderes:

Die zuverlässigste Methode (wurde auch so von MSR empfohlen) ist: 1) cloren 2) abfiltern
Filtert die Aktivkohle nicht auch Chlor raus? Ich hab ja keine Ahnung von Chemie, aber mir kommt da ein Verdacht: Die Aktivkohle wirkt ja kontraproduktiv, wenn sie mit Schadstoffen übersättigt ist. Wenn man nun die ganze Zeit fleissig Chlorwasser filtert oder sogar die ganze Patrone in Chlor einlegt, dann ist die Kohle wahrscheinlich schnell damit gesättigt. Und dann nützt die Kohle nix mehr oder gibt die vorher ausgefilterten, teilweise fiesen Stoffe sogar wieder ab -> Gesundheitsgefahr?

Kennt sich denn hier keiner damit aus? Chemiker vor, wie ist denn das nun mit Aktivkohle und Chlor?

derMac
20.06.2005, 10:25
die meisten wasserwerke & brunnen in BRD verwenden chlor, falls bakterien im trinkwasser auftauchen.
Ja, das wird aber so dosiert, dass es bis zum Wasserhahn zum größten Teil wieder aufgebraucht ist. Und in Wasserwerken wird das Wasser eigentlich schon seit einiger Zeit nicht mehr mit Chlor aufbereitet.

Mac

Markus K.
20.06.2005, 12:45
Was im Wasser, das man filtert, drin ist, kan man ihm oft nicht ansehen. Trübe braune Brühe aus einen skandinavischen Hochmoor kann man oft ungefiltert trinken, kristallkar plätscherndes Nass in einer Oase der Sahara kann hochgradig mit Arsen belastet sei - nur mal als Beispiel. Die Frage ist immer - wohin reist man. Selbst im Hochgebirge kann ein Bach mit "Industrieabfällen" verseucht sei - es reicht, das in einem höher gelegenen Dorf jemand mit Chemikalien Stoffe färbt oder Leder gerbt.
All das läßt sich nie 100 %ig vorhersehen. Jede Art Wasser trinkbar zu machen birgt ein Restrisiko.
Dabei darf man gerne auch den gesunden Menschenverstand und ein paar Outdoor-Skills mitverwenden. Wer in der Einöde ein einsames Wasserloch findet, aber keine Spuren von Tieren (sofern in der Gegend vorhanden), sollte z. B. Vorsicht walten lassen.
Ein großes Restrisiko birgt die eingene Unachtsamkeit im Umgang mit Filter, Trinkflaschen und Geschirr: Manch einer filtert zwar das Wasser, spült aber die Trinkflasche direkt im Bach aus. Geringe Essens- und Speichelreste können Keime in die Wasserbehälter einbringen, die sich dann munter vermehren.
Ich kenne aber auch Leute, die Flitzekacke kriegen, weil sie zu kaltes Wasser trinken. Anschließend wird gefiltert und entgiftet auf Teufel komm raus, was aber nicht hilft. Erst wenn dem Siechenden Tee eingeflößt wird bessert sich der Zustand der Darmflora, nicht aber die Einsicht.
Fazit - egal wie's kommt, Schuld sind immer die anderen...

Guter Indikator für sauberes Trinkwasser sind Kleinstlebewesen im Wasser: Mückenlarven, Fische und z.B. Süsswasserkrebse.
Das Wasser kann bedenkenlos getrunken werden - auch ungefiltert.

Gruss Markus K.

waldschrat
20.06.2005, 14:47
Hallo,

hui - 2 Tage nicht geguckt und so viel neues... Und schon schreib' ich noch viel mehr dazu :)

@derMac, marcus und Markus K:
Wasserwerke können das Chlor wesentlich sparsamer dosieren, weil sie einen viel besseren Überblick über die Keimbelastung ihres Wassers haben. Übrigens werden z. B. Forellenbecken zur Kontrolle der Rohwasserqualität eingesetzt.
Deshalb wird dann nur noch ein bisschen Chlor zur Sicherheit zugesetzt, so dass auch wenn das Wasser längere Zeit in den Rohrleitungen steht, nichts nachwachsen kann (ein paar Keime bleiben immer übrig). Für outdoors sieht das ein bisschen anders aus - wenn man praktisch sauberes Wasser mit Chlortabletten versetzt, die ja auch stark keimbelastetes Wasser trinkbar machen sollen, dann trinkt man natürlich eine Menge Chlor :ill:
Und je nachdem, wieviel Chlor welcher Keim verträgt, kriegst man ihn halt auch nciht klein mit den üblichen Chlormengen in der Tablette (als Chemiker wette ich, dass Girardia nicht wirklich "chlorfest" sind, aber halt die Konzentration nicht zuverlässig ausreicht)

@silvia
Aktivkohle wird u.a. zum adsorbieren von Chlor, Lösungsmitteln, chlorierten Kohlenwasserstoffen und Giftstoffen im Magen-Darm-Trakt (die allseits beliebten Kohletabletten) verwendet.
Kleine anorganische Ionen werden eher nicht adsorbiert.

Allerdings gilt die Adsorption z. B. von Chlor und Ammoniak, dass sie nicht vollständig ist. - Aber wenn man eine geringe Chlorkonzentration vorher hat, hat man nahc der Adsorption eine ganz geringe Konzentrion an Chlor.

Also: restliches Chlor wird wohl größtenteils an der Kohle adsorbiert. Natürlich belegt das Adsorptionsstellen und kann u. U. bereits adsorbierte Schadstoffe verdrängen. Ich denke, man kann damit rechnen, dass das restliche Chlor abgebaut wird (wenn Substanzen vorbeikommen, die oxidiert werden können). Allerdings wird Chlorid m. E. nicht nennenswert adsorbiert - sprich, das Chlor, das bestimmungsgemäß Bakterien, Viren & Co getötet hat, und dabei zu Chlorid reduziert wurde, fließt durch. Chlorid ist unbedenklich, Hauptquelle für unsereinen dürfte Speisesalz sein, dass immerhin 60 % Chlorid enthält (der Rest sind die Natrium-Ionen).
Erst chloren, dann durch Aktivkohle filtrieren hat den Vorteil, dass man Chlor und evt. entstandene chlorierte org. Verbindungen nicht mittrinkt.

Ich bezweifle übrigens auch, dass Keime, die man ins Wasser spuckt grundsätzlich unbedenklich sind.

Keine Keime sind eine Illusion - die Keimkonzentration machts. Lebensmittel verderben ja auch nicht schlagartig, sobald ein Keim reinfällt, sondern weil die sich vermehren. Und wenn's zu viele sind, dann isst man 's lieber nicht mehr.
Und auch mit den Keimen vermute ich, dass es oft weniger um die Anzahl Keime geht, die man trinkt / isst, sondern auch darum, dass manche sich eben innen im Bauch, wo's schön warm und wässrig ist und viel zu essen gibt, fleißig vermehren und ggf. ihre Gifte ausschütten - und wirds doch zu viel. Wenn sie dagegen schon tot sind, na ich denk mal, dann ist das ein vernachlässigbarer Beitrag zum Eiweiß in der Ernährung.

@Jens:
Thema Restrisiko Unachstamkeit: ich hab' auch schon Leute ihren Filter säubern sehen, die ihn dann im See ausgewaschen haben...

@Jens + ekke
Was fies riecht (Ammoniak, Schwefelwasserstoff) wird man sowieso meiden, das stimmt. Problematischer sind geruchlose Gifte.
Giftige Quellen gibts immer mal auch weitab jeglicher Industrie, je nach Mineralien im Boden. So wie es ja auch (Koch)Salzquellen gibt. Manche sind auch ungiftig, schmecken aber so, dass man :kotz: und Dünnpfiff kriegt (das wird auch genutzt z. B. als Glauber- und Bittersalz: das Sulfat bindet viel Wasser, wird aber nicht aus dem Darm resorbiert: also bleibt auch viel Wasser im Darm).
Gegen giftige Quellen hilft eine gute Vorbereitung der Tour.

Es gibt Aktivkohle, die behandelt ist, so dass sie bestimmte Ionen chemisorbiert - aber ich denke für Outdoor-Zwecke lässt man doch besser die Finger von solchen Wässern.

Eigentlich schade, dass die Ionen so einfach durchmaschieren. Sonst könnte man nämlich prima Meerwasser-Entsalzung betreiben :bg:

Viele organische Gifte werden beim chloren angegriffen - aber ob das, was dabei rauskommt, weniger giftig ist, kommt wohl sehr aufs Gift an. Manche Stoffe kann man auch ganz gut chlorieren und das Resultat ist dabei meist nicht so lecker.

@Daedelus:
ich würde vor der Tour kochen

Viele Grüße

Claudia


Hier noch ein paar Bröckchen Römpp:




Wasseraufbereitung

Fachgebiet Umwelt, Unterthema Grundwasser, Trinkwasser, Wasseraufbereitung
Fachgebiet Lebensmittelchemie, Unterthema Wasser, Trink-, Mineral- und Tafelwasser

...
7. Desinfektion: Bei Trinkwasser ist Desinfektion ein Aufbereitungsverf. zur Abtötung od. Inaktivierung von Erregern übertragbarer Krankheiten (DIN 4046 [1] ; Grenzwerte für pathogene Keime s. Trinkwasser-Verordnung). Auf dem Gebiet der Trinkwasserhygiene wird der Begriff gleichbedeutend mit Entkeimung (Bez. in der Mikrobiologie für völlige Befreiung eines Materials von lebenden Mikroorganismen bzw. deren Abtötung) verwendet; häufig sollen mit der Desinfektion auch Bakterienansiedlungen im Wassergewinnungs- u. -verteilungssystem verhindert werden, die für die Gesundheit des Menschen belanglos sind, wobei aber z.B. die Ansiedlung von Eisen- u. Manganbakterien zu techn. Störungen führen kann.

Zur Desinfektion von Trinkwasser werden chem. Verf. (Chlorung, Ozonung), physikal. Verf. (UV-Bestrahlung, Feinfiltration), Kontaktverf. (Silberung) u. biolog. Verf. (Langsamsandfiltration) eingesetzt. Eine wirksame Desinfektionsmeth. für den Privathaushalt ist das Abkochen von Wasser (10 min). Bei plötzlicher Verseuchung einer zentralen Wasserversorgungsanlage ist die Anordnung des Abkochens des Wassers ein geeignetes Mittel zur Verhütung eines Seuchenausbruchs. Grenzwerte für Desinfektionsmittel s. Trinkwasseraufbereitung.

8. Chlorung: Gebräuchlichstes Aufbereitungsverf. zur Desinfektion von Wasser durch Zusatz von Chlor (Cl2), Natriumhypochlorit (NaOCl, Chlorbleichlauge) od. Chlordioxid (ClO2). Die Chlorung besitzt die notwendige Desinfektionsleistung u. bietet den Vorteil des Netzschutzes. Die Problematik dieser Meth. im Vgl. zu den anderen Verf. besteht in der Bildung einer Vielzahl Chlor-organ. Verb. mit teilw. tox. Potential [2] , siehe DNP. Bei der Verw. von Chlor bzw. Hypochlorit zur Desinfektion muß gemäß der bis Ende 2002 gültigenTrinkwasser-VO nach Abschluß der Aufbereitung (mind. 20-30 minütige Einwirkzeit) mind. 0,1 mg freies Chlor je Liter nachweisbar sein (Höchstmenge 0,3 mg freies Chlor je Liter).

...
11. Aktivkohle-Adsorption: Physikal. Verf. zur Entfernung von Verunreinigungen, z.B. von Geruchs- u. Geschmacksstoffen, Farbstoffen, leichtflüchtigen Halogenkohlenwasserstoffen (Lösemittel) u. Pestiziden, sowie von Chlor u. Ozon durch Adsorption an Aktivkohle. Aktivkohle zur Trinkwasseraufbereitung besitzt eine große innere Oberfläche, an der Mol. jeder Art durch physikal. Anziehungskräfte angelagert (adsorbiert) werden. Als geeigneter Träger von Mikroorganismen ist sie gegenüber abbaubaren organ. Wasserinhaltsstoffen u. Ammonium häufig auch biolog. wirksam. Erschöpfte Aktivkohle-Filter können durch therm. Behandlung regeneriert werden.




Aktivkohle-Adsorber

Fachgebiet Umwelt, Unterthema Energiequellen, -speicherung, Energieanwendung

Ein A.-A. dient zur Entfernung von Geruchs-, Schad- od. Wertstoffen aus Gasen, Dämpfen u. Flüssigkeiten. Wichtigste industrielle Anw.-Bereiche sind die Aufbereitung von Trinkwasser, insbes. aus Oberflächenwasser, die Rückgewinnung von Lsm.-Dämpfen aus der Abluft von Druckereien (Toluol, s. BTXE), von Chemischreinigungsanlagen (Chlorkohlenwasserstoffe) u. von anderen Betrieben in der Kunstharz-, Lack-, Chemiefaser-, Zellglas-, Gummi- u. Metallindustrie. Mit Hilfe geeigneter Verf. zur Regeneration der beladenen A.-A. (Dampfdesorption, Inertgasdesorption) können die an der Oberfläche der Aktivkohlepartikel adsorbierten Lsm. oftmals zurückgewonnen werden. Weitere Anw.-Bereiche sind die Entfernung von Giftstoffen im militär., zivilen od. industriellen Gasschutz, von radioaktiven Gasen in der Kerntechnik u. die Rückgewinnung von Benzindämpfen bei Pkw.




Aktivkohle

Fachgebiet Chemie, Unterthema Angewandte Chemie
Fachgebiet Lebensmittelchemie, Unterthema Zusatzstoffe

(A-Kohle). Unter Aktivkohle versteht man schwarze, leichte, trockene, geruch- und geschmacklose Pulver oder Granulate aus kleinsten Graphit-Kristallen und amorphem Kohlenstoff mit poröser Struktur und sehr großen inneren Oberflächen (500-1500 m2/g). Es wird zwischen Pulver-Aktivkohle, Korn-Aktivkohle und z.B. zylindrisch geformter Form-Aktivkohle unterschieden. Unlöslich in kaltem und heißem Wasser, organischen Lösungsmitteln und pflanzlichen Ölen. Aktivkohle kann bis zu 25 Gewichts-% mineralische Anteile enthalten.

Stabilität: Hohe Lichtbeständigkeit, gute Hitzebeständigkeit, sehr gut beständig gegen Alkalien, Mineral- und Fruchtsäuren.

Herstellung:
Pflanzliche (Holz, Torf, Nußschalen, Kaffeebohnen), tier. (Blut, Knochen, s. Knochenkohle) u./od. mineral. (Braun- od. Steinkohle, petrochem. Kohlenwasserstoffe) Rohstoffe werden entweder mit Dehydratisierungsmitteln (Zinkchlorid, Phosphorsäure) auf 500-900°C erhitzt u. anschließend durch Auswaschen gereinigt od. durch trockene Dest. verkohlt u. anschließend oxidativ aktiviert, d.h. man behandelt das verkohlte Material bei 700-1000°C mit Wasserdampf, Kohlendioxid u./od. Gemischen daraus, evtl. auch mit Luft.

Verwendung:
Als Adsorbens zur Entfernung unerwünschter od. schädlicher Farb-, Geschmacks- u. Geruchsstoffe aus Gasen, Dämpfen u. Flüssigkeiten, von Chlor u. Ozon aus Wasser, von Giftstoffen im industriellen, militär. u. zivilen Gasschutz, von radioaktiven Gasen in der Kerntechnik, von Benzindämpfen bei PKW, zur Rückgewinnung wertvoller Lsm. in der Kunstharz-, Lack-, Chemiefaser-, Zellglas-, Gummi-, Druck- u. Metall-Ind. sowie beim Chemisch-Reinigen, zur Adsorption von Giftstoffen im Magen-Darm-Trakt (hier meist Carbo medicinalis vegetabilis genannt).

Vor allem Pulver-Aktivkohle, z.B. zur Entfärbung von Stärkezucker-Lösungen und bei der Herstellung von Würze; bei der Bleichung von Ölen, dabei wird den Bleicherden häufig Aktivkohle in geringen Mengen (ca. 10%) zugesetzt; zur Beseitigung von Farb- und Geschmacksfehlern im Wein; bei der Herstellung von Bier und Fruchtsäften; in Zigarettenfiltern. Zur Aktivkohle-Adsorption bei der Wasseraufbereitung siehe dort (11.).

Recht:
Zulassung: A., die zur Beseitigung von unerwünschten Farb-, Geruchs- u./od. Geschmacksstoffen eingesetzt u. im Laufe des Herst.-Prozesses wieder aus dem Lebensmittel entfernt wird, ist ein technischer Hilfsstoff im Sinne des § 11 (2) Nr. 1 LMBG u. daher, obwohl Zusatzstoff, nicht zulassungsbedürftig. Deshalb wird die Verw. von A. nur in solchen Produkt-VO geregelt, die die Verw. zur Herst. des entsprechenden Lebensmittels einschränken. So ist die Verw. von A. bei der Herst. von raffinierter Kakaobutter [§ 4 (2) Nr. 2 Kakao-Verordnung] sowie zur Schönung von Weißwein [Artikel 5 und Anhang IV VO (EG) 1622/2000 Weinbauverfahren-Gemeinschaftskodex VO; s.a. Weinbehandlung u. Schönung] ausdrücklich zugelassen.

Reinheitsanforderungen: ZVerkV 1998 Anlage 2 Liste C Spezifische Reinheitsanforderungen für Zusatzstoffe ohne E-Nummern; insbes. wird die Abwesenheit von Cyano-Verb., Teer-Produkten u. polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen gefordert. Bekanntmachung der Neufassung der Weinverordnung Anlage 5 IV Reinheitsanforderungen für Aktivkohle.

Weitere rechtliche Regelungen: Verordnung über Kakao u. Kakaoerzeugnisse § 4.

Tabakverordnung Anlage 1.

_Matthias_
20.06.2005, 20:30
Hallo,

bin neu hier, lese aber schon ne Weile mit.
Das Thema Wasseraufbereitung beschäftigt mich auch schon ne ganze Weile, aber bisher hab ich noch nichts gefunden was mir so richtig zusagt.
Filtern hört sich irgendwie immer ziemlich umständlich an und das richtig kleine Zeug geht ja trotzdem noch durch. Chlortabletten schmecken einfach grässlich.
Jetzt hab ich in einem Katalog (ich blätter da unheimlich gerne drin rum) aber etwas gesehen, das sich interessant anhört. Das Ding heißt "Steripen" und arbeitet mit UV-Licht. Als Herstellerseite habe ich http://www.hydro-photon.com gefunden, allerdings nur auf englisch.
Billig ist das Ding aber auch nicht.

Habt ihr davon auch schon gehört, oder hat es jemand sogar schon ausprobiert?
Was haltet ihr davon?

_Matthias_

Traeuma
20.06.2005, 20:38
Wiegt halt auch locker n kilo.
Ansonsten würd ich erstmal schaun, ob der auch wirklich das tut, was er verspricht. Schon irgendwelche unabhängigen Testergebnisse gefunden?

derMac
20.06.2005, 20:43
Filtern hört sich irgendwie immer ziemlich umständlich an und das richtig kleine Zeug geht ja trotzdem noch durch.
Auch wenn das jetzt nicht deine Frage war: Welches kleine Zeug geht trotzdem durch?

Prinzipiell wird dieses Prinzip in der großtechnischen Wasseraufbereitung auch angewendet, aber bei dem Gewicht und dem Preis scheint es mir für kleine Wassermengen nicht so sinnvoll. Und so umständlich sind die Wasserfilter gar nicht.

Mac

boehm22
20.06.2005, 21:15
Hi,
über den Steripen hab ich in letzter Zeit auch schon drüber nachgedacht. In verschiedenen Amiforen hatte ich da mal was gelesen, ich müßte halt wieder suchen wo.

@Tilo:
Wie kommst Du auf ein Kilo?


SteriPEN™ specifications:

Weight: 3.7 oz. without batteries.
(6.5 - 8 oz. with batteries, depending on type)
Dimensions: 7.6" (L) X 1.5" (W) X 1.5" (H)
Battery: 4 disposable or externally rechargeable AA batteries.
Number of expected uses for 16oz. of water.


8 oz sind doch nur 226,8 gramm. Das wäre tragbar.
Und ein Satz hochwertiger Batterien - leider gar 4 Stück - reicht für bis zu 150 x 16 oz. Wasser aufbereiten - also für ca. 70 Liter, also Solo bis zu 2 Wochen auf Tour.
Interessant ist es auch, mit dem Pen quasi im Flaschenhals das Wasser aufzubereiten.

_Matthias_
20.06.2005, 21:38
@derMac
In den Beschreibungen steht immer, dass kleine Bakterien und Viren nicht gefiltert werden.

@Traeuma
Laut Beschreibung: 105g ohne Batterien
da müssen die 4 AA Batterien aber mächtig schwer sein um auf ein Kilo zu kommen.

Ich fand halt das hört sich genial an, Wasser schöpfen, das Ding ne halbe Minute reinhalten, trinken. Ideal wäre vielleicht noch ein kleiner Vorfilter der Schwebstoffe rausfiltert.

Im letzen Urlaub hab ich Chlortabletten benutzt und gegen Ende hatte ich fast schon Ekel vor dem Geschmack und musste mich echt überwinden genug zu trinken.

_Matthias_

boehm22
20.06.2005, 21:40
Hi Matthias,

Vorfilter gibts auch von Steripen - auf der oben genannten Seite zu sehen.

Und hier gibt einen Bericht über das Ding:
http://www.thetravelinsider.info/travelaccessories/steripen.htm

ben_nut
20.06.2005, 21:43
Erschöpfte Aktivkohle-Filter können durch therm. Behandlung regeneriert werden.

Soll das heißen, man kann einen versauten Aktivkohlefilter durch eine thermische Behandlung wie abkochen wieder schön sauber machen?! Zu schön um wahr zu sein, aber wie ist der Satz aus dem Chemie-Lexikon dann richtig zu verstehen? Gibt es vielleicht wirklich eine Möglichkeit den wohl einzigen, dafür aber gravierenden Nachteil des Miniworks (kombinierter Keramik und AK-Filter) wettzumachen? *hoffnungschöpf* :)

Ben, der sich nicht zwischen Miniworks und Combi entscheiden kann.

_Matthias_
20.06.2005, 21:59
Und hier gibt einen Bericht über das Ding:
http://www.thetravelinsider.info/travelaccessories/steripen.htm

Danke, das ist doch schon mal was. Allerdings würde ich einer europäischen Meinung mehr vertrauen, die Amerikaner sind doch meist relativ enthusiastisch und unter "great" geht da normalerweise nichts.

_Matthias_

ben_nut
20.06.2005, 22:34
The Steripen does not neutralize any poisons or other bad chemicals. It kills living things, but doesn't do anything to inert poisonous substances.

Neither does it precipitate out any suspended solids, such as in a glass of muddy water. In fact, if the water is not clear, the UV radiation does not penetrate as efficiently through the water and the Steripen will not work as reliably. For this reason, the instructions say to only use it with clear water, and if the water is muddy, you should let the water settle first, or pre-filter it.

The Steripen has two settings - one for up to 16 ounces (one pint) of water, the second for up to 32 ounces (one quart). You simply choose the appropriate setting, turn it on, stick the light tube 'wand' into the water, stir it around until the UV light goes off, and you then have pure safe water to drink.

Electronics inside the unit compute how long to operate the UV lamp for, and generally it is about 45 seconds for 16 ounces and 90 seconds for a full 32 ounce quart of water.

The unit also counts how many times it is used. Because the UV light tube wears out over time, when the unit has been used 5000 times, it gives an error and requires you to replace the light tube. This involves returning the unit to the factory, where they replace the assembly and return the unit for a $60 fee. The unit gives a warning at 4900 uses so you can plan for the replacement at a convenient time.

Meiner Meinung nach nicht äquivalent zu den bisher diskutierten Filtersystemen.

1) kein Schutz gegen Chemikalien und Gifte

2) bei trübem Wasser funktioniert das mit dem UV-Licht nicht mehr zuverlässig (wird in der Beschreibung auch vorrangig klares Leitungswasser im Glas genannt...)

3) nach 5000 Anwendungen, also 1250l (bei 5000x0,25l) ist erstmal Schluss

4) die AA Batterien halten grad mal für 20-40 Gläser Wasser...

ist imho also eher was für den vorsichtigen Fernreisenden zur Reinigung des Wassers im Restaurant oder auf dem Hotelzimmer als für das Nudelwasser eines Wanderers... :)

derMac
20.06.2005, 22:46
@derMac
In den Beschreibungen steht immer, dass kleine Bakterien und Viren nicht gefiltert werden.
Nö, es werden eigentlich immer alle Bakterien gefiltert. Nur Viren nicht. Viren werden aber eigentlich kaum duch Trinkwasser übertragen. Außerdem kommen Viren im Wasser nur selten frei vor sondern hängen oft an irgendwas größerem dran. Und auch die anderen Mittel bieten IMHO keinen 100%igen Virenschutz.

Da hab ich mit dem Gewicht mal auf Träuma vertraut und schon bin ich reingefallen. :o :D

Mac

_Matthias_
20.06.2005, 22:58
Meiner Meinung nach nicht äquivalent zu den bisher diskutierten Filtersystemen.

Versteh ich jetzt nicht ganz, da:



1) kein Schutz gegen Chemikalien und Gifte

Haben die Filter ohne Aktivkohle auch nicht (wenn ich das alles richtig verstanden habe)



2) bei trübem Wasser funktioniert das mit dem UV-Licht nicht mehr zuverlässig (wird in der Beschreibung auch vorrangig klares Leitungswasser im Glas genannt...)

Also oben wird berichtet, das die einen Filter bei "dreckigem" Wasser auch leicht verstopfen und die Chlortabletten brauchen auch klares Wasser




3) nach 5000 Anwendungen, also 1250l (bei 5000x0,25l) ist erstmal Schluss

Die Kohle muß man doch noch öfter austauschen, oder nicht? Keramik hält wesentlich länger.



4) die AA Batterien halten grad mal für 20-40 Gläser Wasser...

Das hängt wohl von den verwedeten Batterien ab, bei hochwertigen gehen wohl bis zu 70 Liter mit einem Satz.



ist imho also eher was für den vorsichtigen Fernreisenden zur Reinigung des Wassers im Restaurant oder auf dem Hotelzimmer als für das Nudelwasser eines Wanderers... :)
Fürs Nudelwasser braucht mans ja eh nicht, wird ja sowieso gekocht :wink:

Ich will jetz diesen Steripen nicht verteidigen, ich kenn den ja nur vom Internet, aber nur weil er anders ist muss er ja nicht schlecht sein. Scheint aber noch zu neu zu sein um praktische Erfahrungen (außerhalb der USA) )zu finden.

Trotzdem Danke für deine Meinung.

_Matthias_

_Matthias_
20.06.2005, 23:00
Viren werden aber eigentlich kaum duch Trinkwasser übertragen. Außerdem kommen Viren im Wasser nur selten frei vor sondern hängen oft an irgendwas größerem dran.

Wieder was gelernt, danke :)

ben_nut
20.06.2005, 23:42
Versteh ich jetzt nicht ganz, da:



1) kein Schutz gegen Chemikalien und Gifte

Haben die Filter ohne Aktivkohle auch nicht (wenn ich das alles richtig verstanden habe)
Korrekt! Da hätt ich mich genauer ausdrücken müssen, denn für mich kommen tatsächlich nur welche mit Aktivkohle in die engere Wahl...





2) bei trübem Wasser funktioniert das mit dem UV-Licht nicht mehr zuverlässig (wird in der Beschreibung auch vorrangig klares Leitungswasser im Glas genannt...)

Also oben wird berichtet, das die einen Filter bei "dreckigem" Wasser auch leicht verstopfen und die Chlortabletten brauchen auch klares Wasser
Auch korrekt! Wie gesagt, ich ging insgeheim nicht von Chlortabletten, sondern von Filtern aus, die man reinigen kann. :wink:





3) nach 5000 Anwendungen, also 1250l (bei 5000x0,25l) ist erstmal Schluss

Die Kohle muß man doch noch öfter austauschen, oder nicht? Keramik hält wesentlich länger.
Richtig. Die Kohle allein kostet aber deutlich weniger als 60$ u dafür muss auch nicht der ganze Filter eingeschickt werden.





4) die AA Batterien halten grad mal für 20-40 Gläser Wasser...

Das hängt wohl von den verwedeten Batterien ab, bei hochwertigen gehen wohl bis zu 70 Liter mit einem Satz.
Da hab ich nicht genau genug gelesen...


The Steripen uses a lot of power and is fairly hard on batteries. A set of four regular AA alkaline batteries will be good for about 20 - 40 uses, each for a pint of water.

If you get the longer life Lithium type batteries (single use, not to be confused with Lithium Ion rechargeables), these can give you up to 140 cycles.

Rechargeable batteries are probably your best choice if you plan to use the unit regularly. A set of modern high capacity NiMH batteries (such as the ones we review here) can be expected to give 150 uses per charge. The cheaper NiCad type batteries will give fewer than 20 uses per charge and probably shouldn't be used.

Du hast völlig Recht, 70l im besten Fall mit einem Satz Batterien.

Ich präzisier also meine Aussage: Im Vergleich zu einem Keramikfilter mit Aktivkohle, halte ich das Lichtschwert für unterlegen, sofern man auf Tour regelmäßig Wasser aus mehr oder weniger trüben und geschmacklich belasteten Seen und langsam fließenden Gewässern gewinnen möchte.

Ach ja, und wenn ich die guten Spaghettini von Mamma mit 7 Minuten Kochzeit mit dabei habe, werde ich wenn ich ganz sicher gehen möchte auch mein Nudelwasser vorher filtern... :wink:

Trotzdem Danke für deine Ergänzungen. :bg: (nich' bös gemeint!)
Ben

_Matthias_
21.06.2005, 18:59
Ich präzisier also meine Aussage: Im Vergleich zu einem Keramikfilter mit Aktivkohle, halte ich das Lichtschwert für unterlegen
Wahrscheinlich hab ich zuviel Kino geschaut, da gewinnen die Lichtschwerter immer :bg:



Trotzdem Danke für deine Ergänzungen. :bg: (nich' bös gemeint!)
Ben
Ich könnt jetzt nochmal für deine Ergänzungen zu meinen Ergänzungen danken :bg:

Ich hab auch noch nen link gefunden wo jemand den Steripen getestet hat (http://www.angelfire.com/trek/vinandgwen/gear/steripen/results.html)
Bei richtig üblem Wasser geht da gar nichts, sieht aber auch schon aus als müsste man mehr kauen als trinken.
Würde sowas mit nem Filter noch gehen? Ist das praxis relevant, d.h. habt ihr schonmal so Wasser nehmen müssen?

_Matthias_

froschkönig
21.06.2005, 23:34
gut, dann klink ich mich hier grad mal ein. such einen filter für 10 tage schottland (hebriden, skye...) zu 2t, später sicher weiter touren, wie oft & wohin ist abernoch nicht so klar... aus finanziellen gründen :ill: bin ich mal bei den drei modellen hängengeblieben:
katadyn mini
katadyn hiker
mrs miniworks
sind die einzigen drei in der schweiz erhältlichen modelle unter 180 franken (ca. 110 €).
was ratet ihr mir?

Markus K.
22.06.2005, 08:03
Hallo Froschkönig.

Willkommen im Forum.
Ich rate Dir die Suchfunktion zu benutzen, die einzelnen Threads durchzuarbeiten und die Vor- und Nachteile der Filter gegeneinander abzuwiegen.
Dann kannst Du dir vielleicht eine eigene Meinung zu den einzelnen Modellen bilden und weisst was Du haben willst.

Meinungen zu den entsprechenden Modellen gibt es hier im Forum wie Wassertropfen in einem Bach.

Gruss Markus K.