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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Pilgerweg für leicht Gehbehinderten



Chrisco
14.03.2015, 22:00
Hallo Gemeinde,

ich bin 48 Jahre und hatte vor 15 Jahren einen leichten Schlaganfall. Ich bin soweit wieder hergestellt, jedoch habe ich Probleme weite Strecken zu laufen (>10 km).

Ich plane im Sommer einen Pilgerweg zu gehen, weil ich hoffe ich komme so nach meiner Trennung wieder etwas zur Ruhe. Ich bin mir allerdings nicht schlüssig, welchen Weg ich gehen sollte und war ich für diese Tour brauche, oder auch nicht. Die Tour sollte so ca. 7-10 Tage dauern und nicht all zu schwierig sein.

Habt Ihr eine Idee oder Tipps für mich, oder was meint ihr dazu?

Viele Grüße

ChrisCo

Sarekmaniac
15.03.2015, 09:22
Hallo Chrisco,

Ob es Pilgerwege gibt, die in Distanzen unter 10 km regelmäßig Unterkünfte bieten, weiß ich nicht.

Da ich mich gerade vorgestern mit einer Freundin unterhalten habe, deren gesundheitlich stark gehandicappte Mutter ganz allein mit dem Pedelec von Aachen nach Taize gepilgert ist (mit Schlafsack und Zelt, auf Campingplätzen übernachtet), stelle ich die Frage, ob Du dir auch vorstellen kannst, mit so einem motorgestützten Fahrrad unterwegs zu sein, oder ob Du auf jeden Fall zu Fuß gehen willst?

Mit einem Pedelec dürfte es kein Problem sein, eine Tour mit machbaren Distanzen zu finden.

Wafer
15.03.2015, 09:52
Hallo.

Ich denke einen Pilgerweg zu finden, der alle 10 Km eine Unterkunftsmöglichkeit hat sollte machbar sein. Was mit Sicherheit gehen sollte ist der Camino Frances in Spanien. Wenn man die Pyrenäen-Etappe weg lässt liegen dort die Ortschaften so dicht bei einander, dass das möglich sein sollte. Dort gibt es in jeder Ortschaft Pilgerunterkünfte. Zusätzlich gibt es meist noch Private Unterkünfte, die nicht in den Verzeichnissen stehen.
Bei den Zubringerwegen in Frankreich, die bei weitem nicht so überlaufen sind dürfte es ähnlich aussehen. Dort, und auch für einige andere Wege, gibt es in der Regel ein sehr gutes Verzeichnis mit Unterkünften: Miam Miam Dodo! das ist eine französischsprachliche Abkürzung für Essen (Miam Miam) und Schlafen (dodo). Die sind sehr genau und private Unterkünfte sind enthalten. Wenn du dir also eine Region ausgesucht hast kannst du prüfen ob das zu deinen Voraussetzungen passt.
Ich persönlich würde dir den Weg ab Le Puy empfehlen. In Le Puy hast du einen grandiosen Auftakt und dann eine sehr abwechslungsreiche Landschaft. Ich war dort selber unterwegs. (https://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php/50250-DE-CH-FR-ES-Von-Reutlingen-nach-Santiago-de-Compostela?p=811106&viewfull=1#post811106) Ob sie deinen Anforderungen ausreichend entspricht habe ich jetzt nicht genau überprüft.
Hier gibt es im Reisevorbereitungsbereich für Europa einige Threads zu dem Thema. Zum Beispiel diesen (https://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php/40793). Schau mal ins Pilgerforum (www.pilgerforum.de) da findest du vermutlich noch mehr Informationen.

Gruß Wafer

Chrisco
15.03.2015, 19:12
Vielen Dank Ihr Zwei,

also eine Pilgerreise mit dem E-Bike zu machen kann ich mir nicht so wirklich vorstellen. Das hat igend etwas von einer Busreise.
Sorry aber so in etwa stelle ich es mir vor.

Die Idee von Wafer finde ich klasse! Ich werde den Camino mal unter die Lupe nehmen und mir eine entsprechende Etappe aussuchen. Sprachlich dürfte es keine unüberwindbare Hindernisse geben, da ich etwas Franzosisch kann und einige Brocken Italienisch kann. Hände und Füße gibt es ja auch noch!

Gruß

Christoph

Avuton
15.03.2015, 20:43
Nun man muss jan icht immer gleich ins Ausland gehen um Pilgerwege zu gehen, es gibt ja auch einige hier in Deutschland.

Sei es nun die Jakobswege oder ander z.b zum Kloster Andecks usw.

Was auch ein schöner weg sein kann ist der Weg nach Rom...Vor allem kann man als Deutscher ja rein in die Vatikanstadt (geschlossener Bereich) wenn man auf Deutsch bittet zu dem Deutschn Friedhof gehen zu dürfen.

Und laut Statuen ist das Pilgern zu Fuß, per Esel / Pferd und neumodisch Rad erlaubt:)

Vorteil vom Rad ist halt auch das man "schneller" vorankommt bzw das Gepäck nicht so sehr ins gewicht fällt.

den 10 kg -15kg am Rad ist as anders als das auf den Schultern. (ja weniger ist mehr aber wenn alles dabei haben willst kommst schnell bei dem Gewicht hin.)

Wichtigste vorgabe ist aber Zeit.. die solltest haben bzw dir nehmen....

Wafer
15.03.2015, 21:00
Hallo.

Die Pilgerreise nach Rom würde ich in diesem Fall sehr genau planen. Die Unterkunftssituation ist deutlich schlechter als auf den Wegen nach Santiago. Die Via Francigena ist ein eher unbekannterer Pilgerweg und die Infrastruktur ist bei weitem nicht mit der nach Spanien vergleichbar. Bei einer maximalen Reichweite von ca. 10 Km/Tag wäre das sehr genau zu planen.
Die Via Francigena spukt mir auch schon eine Weile im Kopf herum. Ich habe mich schon mit ihr beschäftigt. Aber gegangen bin ich sie noch nicht. Die Unterlagen passen aber nicht wirklich zu dem Bild, das ich hier mitbekommen habe.
In Deutschland gibt es auch viele Pilgermöglichkeiten. Hier sind die Unterkünfte dann meist eher Pensionen oder Gasthäuser. Die Dichte der Besiedelung bei uns lässt eine Planung mit 10 Km/Tag machbar erscheinen. Bei pilgern klingelt bei mir eben immer gleich Santiago. Pavlov lässt grüßen! ;-)

Gruß Wafer

Torres
15.03.2015, 21:10
Die Via Francegina ist tatsächlich nicht einfach. Die Pilgerherbergen müssen vorgebucht werden und es gibt wenig Flexibilität. Ich bin den Weg zwar nicht gegangen, hatte das aber mal geplant und habe aber alle Unterkunftsverzeichnisse und Etappen hier, ich könnte mal suchen, wenn es wichtig wird. Ich glaube mich zu erinnern, dass die Etappenlänge sehr gut geplant werden musste und die Etappenlänge höher war, um überhaupt an Pilgerherbergen zu kommen.

Jakobswege gibt es aber auch in Deutschland. http://www.fernwege.de/d/jakobsweg/index.html. Je nach Region sollte da die Unterkunftslage viel besser sein.

Avuton
16.03.2015, 10:10
Bin den Münchner -Bodensee Jakobsweg geradelt, und der hat es schon in sich. Landschaftlich ect sehr schön aber der hat auch Abschnittedrin, wo ich mir gedacht habe wie willst das als Wanderer mit Gepäck ect machen. das waren abschnitte die z.b sehr schmall waren, extrem steil, wenn es schlechtes Wetter gehabt hat bzw hätte, rutschig, schlammig (nicht die leichte Sorte davon).
Also bei so was immer gutes Kartenmaterial ect dabei haben um ausweichen zu können, Hier bittet sich in BRD ja eigendlich auch ein smartphone mit einer Wanderapp oder Outdoor karten im Gerät an.
Denn in der Eegel sind sdiese Wege mal bei euns gut beschildert bzw du weuißt wo du hinwillst und folgst dem Weg dann zum Ort ect.


Ich weiß ja nicht wo du genau in NRW lebst aber hier findest paar wege:)
http://www.deutsche-jakobswege.de/wege-uebersicht.html

PWD
16.03.2015, 11:44
Auf einer nicht all zu schwierigen Strecke könnte auch ein Pilgerwagen für´s Gepäck eine gute Hilfe sein. Falls Du nicht all zu viel Geld dafür ausgeben möchtest, Selberbauen evtl. auch nicht in Frage käme, könnte man an einen Einkaufstrolly denken. Schau mal hier (http://gemeinsam-draussen.de/) bei Susi & Ralf rein - unter ihren Bildern zur 'Albuchwanderung' u. 'Röthelmoos u. Eschlmoos' sieht man so was.

Schlammschnecke
16.03.2015, 13:58
http://www.auf-dem-jakobsweg.info/weg/von-ort-zu-ort/
Wie wäre es mit der Strecke München-Mittenwald? Okay, vielleicht nicht ganz so exotisch wie andere Jakobswege. Aber die Infrastruktur ist auf der ganzen Strecke sehr gut.
Bis Beuerberg kannst du alle paar Kilometer problemlos abbrechen, falls es doch nicht geht.
Die ersten 30 Kilometer, von München bis Wolfratshausen, läufst du ziemlich parallel zur S-Bahn Linie. Was heißt, du könntest an den ersten Tage einfach so weit gehen wie es eben gerade geht.
Bis Kochel ist die Strecke relativ eben, dann kommt der Kesselberg. Ich weiß nicht, ob Steigungen für dich ein Problem wären?