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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Skihochtouren im Wallis oder den Berner Alpen - Zeitraum 11.3 - 18.3.



frichdal
09.03.2015, 11:37
Servas,

ich hätte da etwas Zeit zur Verfügung, welche ich gerne mit ein paar eindrucksvollen Skitouren oder Skihochtouren im oben genannten Gebiet verbringen würde.

Da ich noch nie in der Schweiz war und mir Bilder von Zermatt, Saas Fee und Davos im Kopf herumgeistern habe ich beschlossen ein paar Tage mit schönen Touren dort zu verbringen.
Ich würde gerne Touren gehen, die komplett ohne Gondelauffahrt machbar wären und die dürfen ruhig mit gut Höhenmetern gespickt sein.

Was wäre ein guter Ausgangspunkt und welche Ziele muss man in der kuzen Zeit unbedingt ansteuern? Ich möchte mit eigenem PKW aus dem Bayrischen Wald anreisen (ich wäre halt gerne flexibel vor Ort)- ist das totaler Schwachsinn und Bahn ist die bessere Wahl?

Danke schon mal im Voraus für ein paar hilreiche Tips und falls jemand in dem Zeitraum Zeit hat, kann man gerne zusammen loslaufen - bin da flexibel und für jede Schandtat bereit.

lg Jochen

Becks
09.03.2015, 12:29
Naja, die Ecke ist gross - da ist wirklich viel machbar. Ob sich ein Verzicht auf die Bahnen lohnt muss jeder selber wissen aber wenn man alles läuft kommen wirklich derbe viele Höhenmeter zusammen.

Im Wallis bieten sich z.B. die beiden Täler Mattertal und Saastal an mit den wichtigen Orten Zermatt und Saas Fee.

Saas Fee:
Anreise bis Saas Grund per PKW, dann diesen auf einem Parkplatz abstellen (5 CHF/Tag in etwa) und mit dem Bus hoch nach Saa Fee. Dort oben sind Parkgebühren elendigst hoch, daher die Idee. Ab Saas Fee dann entweder zu Fuss hoch zu einer der Hütten (insb. Britanniahütte) oder gemütlich per Bahn rauf.
Ab Britannia ist z.B. das Strahlhorn ein Klassiker der sich auch nur im Winter lohnt. Im Sommer ist es ein elender Hatscger im Firn/Eis. Alternativen sind Rimpfischhorn (Aber nicht solo, Fels III oben und/oder steiler Firn), Allalinhorn und Alphubel.


Von Zermatt aus bietet sich speziell die Ecke östlich davon an - mit Dufourspitze, Nordend oder Breithorn, Pollux. Allerdings sind dort die Gletscher durchaus ernster als hoch zum Strahlhorn und eher mit Gruppe und am Seil begehbar. Ich bin da auch schon solo herumgepest aber nur auf der dick ausgelatschten Routen hoch zur Dufourspitze. Breithorn ab Plateau dagegen ist harmlos, auch der Aufstieg durch das Skigebiet geht solo - wenn auch mit wenig Spass dank Pistenbetrieb.

Will man in der Ecke die Sache etwas lockerer angehen lohnt sich der Aufstieg ab Simplonpass zum Simploner Breithorn. Das ist eine schöne Eintageseingehtour um sich an die Höhe zu gewöhnen.

frichdal
09.03.2015, 13:10
Danke schon mal für die Tips!
Wäre Graubünden/ Engadin denn ähnlich Reizvoll oder lohnt die 3 Std Mehranreise nach Zermatt/Saas Fee auf jeden fall?
Ich möchte im Idealfall einen festen Stützpunkt (kann auch eine Ferienwohnung sein), von dem aus ich 4-5 Tage meine Touren gehen kann. Zermatt und Saas Fee schreckt mich halt als Stützpunkt wegen dem wohl heftigen Menschenauflauf ein klein Wenig ab!

lg

Becks
09.03.2015, 13:54
Menschenauflauf hat man überall, Skitouren sind in. Ausnahme davon sind lediglich die Randzeiten wenn zu wenig Schnee liegt als dass es für viele Leute attraktiv ist. Wenn man von einem Stützpunkt aus gehen will kommt man imo nicht immer drum herum, auch einmal mit dem Auto noch ein paar Kilometer fahren zu müssen. Ansonsten muss man in ein Tourengebiet rein, sich auf einer Hütte einbuchen und dann Touren unternehmen (z.B. Rotondohütte oder die Jamtal oder andere mit vielen Dingen drum herum).

Tagestouren mit etwas Anfahrt dagegen eröffnet viele Varianten, z.B. geht am Flüelapass einiges (Standort dann die Passsperre oben am Tschuggen bei Davos mit dem Gasthof dort) oder das Averstal oder auch das Safiental. Im Engadin dann kurvt man eventuell etwas herum aber am Berninapass hinten unter anderem Piz Palü, Piz Minor, Piz Albris und anderes Zeugs machbar. Oder man geht zur Cna Jenatsch hoch und macht von dort aus Touren.

Ich würde mich wohl auf ein Gebiet zunächst einmal fokusieren und dann sehen was es dort so gibt.

Becks
09.03.2015, 14:02
Zum "reizvoller" oder nicht: Jede Region hat ihren Reiz, ausser man ist zum falschen Zeitpunkt dort.

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/20140111-1346-DSC_0837.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=92315&title=20140111-1346-dsc-0837&cat=500)
Bedrettotal (airolo)

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/20140118-1247-DSC_1241.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=92766&title=20140118-1247-dsc-1241&cat=500)
Zenjifluh (Arosa)

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/20140201-1209-DSC_1628.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=93681&title=20140201-1209-dsc-1628&cat=500)
Selun (Toggenburg)

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/DSC_3022_1280x848.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=97554&title=dsc-3022-1280x848&cat=500)
Oberalpstock (Zentralschweiz)


https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/20140426-0824-DSC_3633.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=102798&title=20140426-0824-dsc-3633&cat=500)
Piz Palü

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/20140601-0437-DSC_4281.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=104582&title=20140601-0437-dsc-4281&cat=500)
Strahlhorn (Wallis)

opa
09.03.2015, 15:20
Danke schon mal für die Tips!
Wäre Graubünden/ Engadin denn ähnlich Reizvoll oder lohnt die 3 Std Mehranreise nach Zermatt/Saas Fee auf jeden fall?
Ich möchte im Idealfall einen festen Stützpunkt (kann auch eine Ferienwohnung sein), von dem aus ich 4-5 Tage meine Touren gehen kann. Zermatt und Saas Fee schreckt mich halt als Stützpunkt wegen dem wohl heftigen Menschenauflauf ein klein Wenig ab!

lg

reichlich stoffe auf recht engem raum bietet im engadin auch bivio / julierpass. ohne eigene schitourenerfahrung im wallis vermute ich einfach mal, dass bivio in sachen "alpine einddrücklichkeit" da nicht hinkommt. muss aber - vor allem alleine - nicht unbedingt ein nachteil sein.

Becks
09.03.2015, 15:20
Also wenn ich jetzt 4-5 Tage hätte und zunächst um Randerscheinungen wie Spalten mir keine gedanken machen müsste würde ich eventuell folgendes machen:

Erster Tag Simplonpass und Breithorn rauf/runter um mich an die Höhe zu gewöhnen. Dann Umzug mit dem Auto nach Täsch (Mattertal), per Bahn/Kabinenbahn rauf auf das kleine Matterhorn und über Breithorn rüber zur Sellahütte. Am dritten Tag dann Übergang zur Monte Rosa Hütte, alternativ über Castor oder östlich davon über die Ludwigshöhe. Am vierten Tag die Kombi Nordend - Dufourspitze und wieder zur Hütte und am letzten Tag dann runter nach Zermatt.

Jetzt das aber:
Ich bin schon den Grenzgletscher ab Monte Rosa in Richtung Signalkuppe/Ludwigshöhe hoch und auch über die Route Schwarztor /Schwärzegletscher zur Monte Rosa Hütte runter und kann so sagen: solo empfehle ich dies keinem. Oh Boy habe ich da Löcher gesehen, da frage ich mich dann doch dass beim Aufstieg zur Dufour sich jeder gewundert hat als ich da solo unterwegs war. Das dort hoch war dagegen bestes Wandergelände auf bombensicherem Untergrund. :bg: Ich glaube jetzt würde ich da auch eher am Seil gehen, zumindest in Richtung Ludwigshöhe hoch.

Flachlandtiroler
09.03.2015, 16:13
Erstmal:
Die Schweiz ist das "Gelobte Land" des Bahnfahrers, Du kommst überall hin und oft sogar bequemer als per Auto.
Geschenkt ist aber weder das eine noch das andere...

Wenn wir von Ski-Hochtouren reden, wie schwer (technisch) dürfen die denn werden?
Mit Gletscher oder bist Du allein unterwegs?

Die hohen Berner Alpen sind für Tagestouren --zumal ohne Aufstiegshilfe-- relativ unzugänglich.
Maximal am Gemmi könnte man sich paar Tage mit Stützpunkt Schwarenbach vorstellen:
Wildstrubel, Rinderhorn, Balmhorn und noch paar kleinere Gipfel. Die Touren sind auch so lang genug! :bg:
Oder Hockenhorn, Sackhorn usw. vom Lötschental aus.

Für die Walliser Alpen ist der Simplon sicher ein guter Einstieg. Allerdings vergißt man im Frühjahr leicht, dass jenseits der geräumten Paßstraße noch richtig Winter ist und das Gelände lawinentechnisch nicht ganz ohne ist.

Wenn Du Matterhorn & Co sehen willst, kommst Du um das Gedränge in den Vispertälern nur schlecht herum.
Ein Skigipfel mit einsamem, laaangem Anstieg wäre die Senggchuppe (steil!).
Das Allalinhorn als Seilbahngipfel läßt sich sicherlich solo verantworten.
Die meisten üblichen Skitourengipfel (Strahlhorn, Alphubel, Tete Blanche, ...) sind allerdings nur über Gletscher erreichbar.
Zugänglicher sind die "vorderen" 3000er, die auf den nach Norden abstreichenden Kämmen liegen:
Augstbordregion, Point Vouasson, Rosablanche, ...

frichdal
09.03.2015, 19:44
Erst nochmal merci für die schönen Eindrücke und Vorschläge.
Ich werde, wenn sich nicht noch jemand in letzter Stunde auftut, alleine unterwegs sein.
Ich habe etwas Geltschererfahrung, jedoch ist das Risiko ohne Kumpel am Seil zu hoch um wirklich heikle Passagen zu begehen.
Bei ausgetretenen Autobahnen ala Großvenediger/Glockner würde ich evtl ein Auge zudrücken.
Konditionell darf das ganze ruhig fordernd sein - Tagesleistungen von 4000+ hm und skifahrerisches Können im unverspurten Gelände sollten ausreichend vorhanden sein ;)
Der Vorschlag von Becks hört sich schon sinnig an, und als Abschluss Dufourspitze wäre natürlich toll. Aber ist die wirklich vergleisweise harmlos zu begehen? (stabile Witterung vorausgesetzt)

lg Jochen

Flachlandtiroler
09.03.2015, 20:34
Ich habe etwas Geltschererfahrung, jedoch ist das Risiko ohne Kumpel am Seil zu hoch um wirklich heikle Passagen zu begehen.
Bei ausgetretenen Autobahnen ala Großvenediger/Glockner würde ich evtl ein Auge zudrücken.
Tu's lieber nicht -- in der Ski-Hochtourensaison kann es auf den Gletschern mancherorts Winter-, andernorts schon Sommerverhältnisse haben. Alleine die Spalte gefallen nutzt die ganze Erfahrung meist nix mehr :(


Konditionell darf das ganze ruhig fordernd sein - Tagesleistungen von 4000+ hm und skifahrerisches Können im unverspurten Gelände sollten ausreichend vorhanden sein ;)
Der Vorschlag von Becks hört sich schon sinnig an, und als Abschluss Dufourspitze wäre natürlich toll. Aber ist die wirklich vergleisweise harmlos zu begehen? (stabile Witterung vorausgesetzt)
Wir sind mal Ende März hoch (aber schlußendlich zum Nordend gegangen):

Es war SAUkalt
Spaltenmäßig ziemlich unbedenklich (hatten Schneeschuhe und waren auch sonst so ziemlich als einzige angeseilt), der Aufstieg von der MR-Hütte hat zuverlässig Winterverhältnisse.
Alle anderen Touren ringsum nur in Seilschaft (IMHO)
Technisch halt PD+ (45 Grad Eis, oben mixed Fels mit IIer oder IIIer Stellen).
In der Woche damals ist fast niemand hoch gekommen -- darunter ein Alleingänger, der im Anschluß zum Manaslu (!) wollte...

hannesv
10.03.2015, 08:03
servas

@berner:
von blatten aus auf die hollandiahütte. da hast dann die komplette palette zur auswahl.
wenns wetter passt übern aletsch runter ins tal und mit zug zurück zum auto

frichdal
10.03.2015, 08:27
Hi, die Hollandiahütte is noch zu ;)

hannesv
10.03.2015, 08:45
ab mitte märz sollte sie offen haben. aber vorher anrufen ist sicherlich gut