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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Idee : Alpenüberquerung von West nach Ost



squirrelino
25.01.2015, 20:53
Hey Leute.
Um ein kurzes Intro zu geben:
Ich bin 18 und meine Eltern haben mich und meine Geschwister jeden Sommerurlaub mit in die Alpen genommen. Dort haben wir meist Tagestouren gemacht und in Ferienwohnungen gepennt. Letzten Sommer bin ich mit einer Freundin von Meran nach Garmisch gelaufen, der E5 ist etwas langweilig und überlaufen ;-) Und ich hab mich in die Alpen verliebt.

Jetzt blüht mir schon seit längerem die Idee eine größere Tour zu unternehmen, allerdings hab ich mich noch nicht intensiver damit beschäftigt.
Eine West-Ost-Überquerung zu Fuß. Vielleicht Marseille-Wien oder Monaco-Triest ?
Ich weiß es noch nicht, wie gesagt es wäre nur eine Idee.
Hat sich jemand auch schon mal damit beschäftigt oder kennt Literatur ?
Ich stell mir noch verschiedene Leitfragen, bspw:
Kann man diese Distanz während einer Saison schaffen oder sollte man die sich lieber auf 2 aufteilen?
Wie organisiert man das Kartenmaterial? Ich weiß noch nicht ob ich mich an eine Strecke wie die via alpina halte oder doch ganz individuell reisen möchte.

Ich bin offen für jede Kritik, jeden Hinweis und jeden Tipp.

Speedy02
25.01.2015, 21:25
Hi,

such mal nach Hans Thurner. Der ist von Wien nach Nizza gegangen und hält Vorträge darüber.
Vielleicht findest Du Anregungen bei seiner Route.
Ich meine, er war 100 Tage unterwegs.

pointloma
25.01.2015, 21:35
Wäre München-Venedig eine Option für dich?

Martin1978
25.01.2015, 21:38
Google mal "Maximiliansweg" ist in 2 Wochen locker machbar, allerdings eher "Zivil".


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Alprausch84
25.01.2015, 21:48
Via Alpina.. :roll:

blauloke
25.01.2015, 21:52
Eine längs Durchquerung der Alpen in Ost-West/West-Ost Richtung ist schon verdammt lang. Das musst du selbst entscheiden. Wäre natürlich ein Erlebniss, dass du nie mehr vergessen wirst.

Hier hätte ich noch eine vierwöchige Überschreitung von Salzburg nach Triest. (http://www.einfachbewusst.de/salzburg-triest/)

steliflo
25.01.2015, 22:27
Zumindest für den österreichischen Teil könntest du dich an den bestehenden Weitwanderwegen orientieren.

http://www.alpenverein.com/weitwanderer/weitwanderwege/

Für dich wären wohl die Weitwanderwege 01 oder 02 interessant. Zu allen offiziellen Weitwanderwegen gibt es Wanderführer vom Alpenverein. In diesen sind Etappen vorgeschlagen, so hast du eine Orientierungshilfe wie lang du brauchen wirst.

Wafer
26.01.2015, 08:07
Hallo.

Ich hätte da an den E4 gedacht. Der geht als ganzes von Tarifa nach Zypern - oder andres rum: Larnaka (CY) - Kreta (GR) - Peleponnes (GR) - Meteora Klöster (GR) - Rila Gebirge (BG) - Sofia (BG) - Átránd (H) - Budapest (H) - Balaton (H) - Neusiedler See (A) - Salzkammergut (A) - Nordalpenkamm (alpine Variante) - Bodensee - Schweizer Jura - Rhône (F) - Cevennen (F) - Pyrenäen - Tarragona (E) - Granada (E) - Tarifa (E).
Der Teil vom Bodensee an den Neusiedler See ist der bekannteste Teil und ist die Strecke, an die die Leute denken, wenn sie "E4" hören. Genau auf der Etappe gibt es eine Normal- und eine Alpin-Variante. Schau einfach mal ins Wiki zum E4 (https://www.outdoorseiten.net/wiki/E4). Das ist sicher dann das spektakulärste Stück des E4 aber das sieht vielleicht jeder etwas anders. Der Teil deckt sich dann auch ganz gut mit dem Österreichischen Weitwanderweg 1.
Das an einem Stück zu machen wäre für einen Sommer recht viel. Ich weiß ja nicht wie viel Zeit du hast aber in 2 Wochen ist das nicht zu machen. Aber man hat dann ja was vor sich, auf das man(n) sich jedes Jahr schon freuen kann.
Wenn es etwas anders sein darf: Hast du mal an die Karpaten gedacht? Grandiose Gegend, recht einsam, tolle Gipfel bis 2.600 Meter, ... Ich war mal für ein paar Tage dort in der Gegend (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?54649). Ich fand es grandios! Und was andere über die Gegend so schreiben hat sich immer sehr anregend gelesen.

Viel Spaß!

Wafer

Becks
26.01.2015, 08:48
Frage so am Rande: Warum sind das immer Wege die durch Österreich gehen und wenn sie die Schweiz durchqueren immer irgendwo abseits des Alpenhauptkamms entlangziehen? Haben die Leute Angst vor den Bergen?

Wenn ich Ost-West durch .CH wandern wollte würde ich bei Nauders beginnen, mich durch den nördlichen Teil des Engadins arbeiten (bis grob Lavin), dann in die Ecke Klosters/Davos queren, rüber nach Langwies, runter nach Chur, hoch über Calanda und dann die gesamte Surselva entlang bis zum Oberalppass und erst dann wird es etwas tricky. Im Norden kommt der Grossraum Aletscharena, den müsste man ev. nördlich über Grindelwald umgehen und könnte dafür aber durch das Göschener Tal, alternativ südlich drum herum durch die Rotondoecke -> Nufenenpass -> Ofenhorn -> Binntal -> Simplonpass. Da würde ich dann ev. nach Norden ins Tal runter, wieder beim Gemmipass rauf und weiter den Kamm entlang R. Wildtrubelhütte, südl. am Wildhorn vorbei, Les Diablerets und dann nach Bex. Jetzt nach SO und St. Gervais anpeilen und wir sind aus CH draussen.

Bei der Grindelwaldroute würde ich nach Grindelwald die Blüemlisalphütte anpeilen, dann nach Kandersteg, nach Süden und ebenfalls zum Gemmipass.

Flachlandtiroler
26.01.2015, 08:57
Wahrscheinlich, weil man den Weitwanderweg sonst für die schweizer Etappen auf den Hochsommer ausrichten müßte.
Ohne dem geht's halt fast ganzjährig.

qwertzui
26.01.2015, 10:04
Weil das das Gepäck mit den vielen Schweizer Franken, die man braucht um unterwegs vielleicht einen Schluck Wasser und einen trockenen Brotkanten zu erstehen zu schwer wird :ignore:

Lorenz89
26.01.2015, 11:09
...Für dich wären wohl die Weitwanderwege 01 oder 02 interessant. Zu allen offiziellen Weitwanderwegen gibt es Wanderführer vom Alpenverein...

Wie muss man die sich vorstellen?
Ist das eine Ergänzung zur Karte oder ist da ausreichend Kartenmaterial für den Weitwanderweg und z.B. Abstecher zu Aussichtpunkten/Gipfeln/... enthalten?

Monika
26.01.2015, 15:37
Falls interesse besteht, kann ich einige Seiten vom Weitwanderweg 10 einscannen und per Mail zumailen
dann h ast du eine Idee, wie das aussieht ...

Monika

Becks
26.01.2015, 15:45
Weil das das Gepäck mit den vielen Schweizer Franken, die man braucht um unterwegs vielleicht einen Schluck Wasser und einen trockenen Brotkanten zu erstehen zu schwer wird :ignore:

Auf den Hütten werdn auch 100 CHF-Scheine akzeptiert und zumindest auf den grösseren Hütten ist auch Zahlung per EC-Karte drin. So schlimm ist es alco nicht mit dem Gewicht. :bg:

Ich vermute eher dass man den armen Wanderern keine deftige Berge vorsetzen darf da sonst die Hälfte der Touris nicht lebend am Ende des Weges ankommen. Da bleibt dann eben nur das Schweizer Vorland oder das fast so flache Österreich :baetsch:

karteundkanu
26.01.2015, 16:10
In diesem Buch hier wird eine Wanderung, allerdings ist es schon ziemlich lange her, von Wien nach Nizza in einem Rutsch beschrieben...

http://www.amazon.de/Alpenspaziergang-Durch-Alpen-Wien-Nizza/dp/3765421863/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1422284953&sr=8-1&keywords=alpenspaziergang

Kurzweilig zu lesen und ist vielleicht auch eine gewisse Planungshilfe...

Lg Heinz

squirrelino
26.01.2015, 16:44
Also vielen dank für die schnellen, zahlreichen und vielfältigen Antworten.

Schlagwörter wie Hans Thurner, die Europäischen Fernwanderwege, Der Alpenspaziergang von Karl Lukan, etc. helfen doch sehr sich schnell bei der Wahl der Strecke zu orientieren. Aber auch Becks' Beschreibung zur Durchquerung der Schweiz finde ich gut. Solche individuellen Strecken haben was tolles an sich.

Bei meiner letzten Tour im Sommer bin ich ja schon ein Teil einer Nord-Süd-Durchquerung gelaufen und ich will mir jetzt einen neuen Maßstab setzen. Deshalb kommt München-Venedig oder Salzburg-Triest erstmal nicht in Frage.

Neben der Streckenwahl:
Wie schaut es aus neben der Standardausrüstung mit spezieller alpiner Ausrüstung aus?
Gibt es bei den Jahreszeiten noch was besonderes zu beachten. Also wann kann man beginnen und wie lange kann man höchstens unterwegs sein? Bei Hans Thurner war das wohl von April bis September.

Wafer
26.01.2015, 16:56
Hallo.

Bei dem was du jetzt noch genannt hast ist ganzjähriges Wandern möglich. Auf dem E4 kannst du auf Zypern oder bei Tarifa locker im tiefsten Winter wandern. Je näher du dich dann den Alpen näherst desto mehr grenzt sich die Zeit auf die schneeefreie Zeit ein. Es sei denn du hättest Tourenski oder etwas derartiges. Und das gehört dann zu der Speziellen Ausrüstung. Generell bin ich nun einer, der ungerne viel Gepäck mit sich herumschleppt wenn man auf Langstrecke unterwegs ist. Also würde ich auf die "spezielle Ausrüstung" verzichten und mich an die schneefreie Zeit halten. Aber auch die variiert von Jahr zu Jahr.

Gruß Wafer

Tie_Fish
26.01.2015, 18:14
Wenn du es gerne etwas einsamer/ruhiger hast, kann ich dir die gta emfehlen, die kann man nach Norden hin beliebig verlängern mit eigenen Ideen oder mit via-alpina.

http://de.m.wikipedia.org/wiki/Grande_Traversata_delle_Alpi

http://www.via-alpina.org

Wurzelsepp
26.01.2015, 18:47
Durch Frankreich bietet sich der GR5 von Nizza (alternativ GR56, Start Menton) bis an den Genfersee an, dort gibt es dann zB die via alpina oder den Alpenpässeweg bis Richtung Österreich.

Ich habe jetzt (bis auf 2.5 Tage...) in mehreren Jahren die Tour umgekehrt gemacht:
2005: GR 5 von St. Gingolph nach Nizza
2009: Via Alpina: Trieste - Oberstdorf
2010: V.A: Oberstdorf - Tübinger Hütte (dann kam eine Schlechtwetterfront und es hat bis auf 2000m geschneit, und das mehrfach)
2011: V.A: Tübinger Hütte - Maloja (mehr oder weniger via Alpina, ab und zu Alternativrouten gewählt)
2012: Maloja - Fiesch. Ziemlich freestyle durch die Bündner und Tessiner Berge, ungefähre Route: Maloja, Avers, Safiental, Vals, Greina, Lukmanier, Airolo, Griespass, Fiesch
2013: Fiesch - Adelboden: Wetter wieder bald ziemlich übel... erst Alesch-süd, dann Leukerbad, Gemmi, Engstligenalp
2014: Adelboden, Wildstrubelhütte, Audannes, Gsteig, Gryon, Bex. Hier wollte ich südlicher über Derborence gehen, das Wetter hat mir aber wieder mal einen ziemlich üblen Streich gespielt, so musste ich nach Norden Richtung Gsteig ausweichen.

Jetzt fehlt mir eigentlich nur noch der Teil von Bex bis ins Val d'Illiez, dann sind die Routen miteinander verbunden.

Für eine Saison finde ich eine Alpenüberquerung sehr heikel: Südalpen gehen wahrscheinlich schon im April, aber spätestens in der Region Vanoise wird es bis in den Juni Schnee haben und ab spätestens Anfang Oktober müsstest du zu den Hochalpen (Ötztal, Zillertal oder so) raus sein, da es schon grosse Mengen Schnee geben kann.
Umgekehrt ist es auch nicht viel besser: Triglav wohl nicht vor Mai (eher später, war Anfang Juli da, es hatte beim Übergang nach Trenta wohl noch 30-50cm Schnee...), Vanoise ende September.

Monika
29.01.2015, 15:14
Wenn du es gerne etwas einsamer/ruhiger hast, kann ich dir die gta emfehlen, die kann man nach Norden hin beliebig verlängern mit eigenen Ideen oder mit via-alpina.

http://de.m.wikipedia.org/wiki/Grande_Traversata_delle_Alpi

http://www.via-alpina.org

Och .... sooo einsam ist der mittlerweile, seitdem es den Rother gibt, nicht mehr.
(Allerdings immer noch deutlich einsamer als der E5 und das Essen ist auch DEUTLICH besser)

Abnehmen kann man auf der GTA Tour eher nicht :grins:

Monika

Tie_Fish
29.01.2015, 15:28
Abnehmen kann man auf der GTA Tour eher nicht :grins:

Stimmt, schon der viele Rotwein hat seine Kolarelien :grins: Als es nur den Bätzing gab, haben wir alle 4 oder 5 Tage mal Leute getroffen, letztes Jahr jeden 2. Tag. Also gehts noch.