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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Camping/Wandern in den "Weihnachtsferien"



Sportler
11.12.2014, 16:32
Grüezi

Ich wollte die freien Tage zwischen Weihnachten und Anfang Januar nutzen, um bisschen raus zu kommen. Ausrüstung testen, Rucksack, Zelt... Abgesehen vom Regen scheint das Wetter nicht allzu extrem zu werden. Jetzt such ich gerade nach Strecken, am liebsten in Bayern, wo ich von einem noch geöffneten Campingplatz zum nächsten tingeln kann. In den paar Tageslicht-Stunden, die wir noch haben:)
Schön wäre es, wenn das irgendwie an einem Fluss oder dergleichen entlang ginge. Ich will nicht viel Wasser mitschleppen, sondern lieber den Wasserfilter verwenden.
Falls jemand ein paar Ideen hat, würde ich mich freuen. Muss nichts allzu anspruchsvolles sein - wie gesagt, bei den kurzen Tagen macht ne schwierige Strecke für eine Einzelperson nicht viel Sinn. Schön soll es sein und nicht zu viele Wege durch die Zivilisation...

blauloke
12.12.2014, 15:57
Zwar nicht mehr Bayern, aber hart an der Grenze entlang.

Im Nationalpark Sumava (https://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php/54802-CZ-Nationalpark-Sumava-Durchquerung-auf-Not%C3%BCbernachtungspl%C3%A4tzen) kannst du auf den sogenannten Notübernachtungsplätzen legal zelten.
Wie es da allerdings mit der Schneelage aussieht musst du noch selber raus kriegen.;-)

Sportler
12.12.2014, 18:42
Super Tipp! Vielen Dank, ich werd mich da mal einlesen.
Sehr toller Reisebericht, bin gerade bei Tag 3;-)

Edit: Die Idee gefällt mir immer besser! Ich hoffe, das Wetter spielt mit.

Prachttaucher
13.12.2014, 10:16
...Schön wäre es, wenn das irgendwie an einem Fluss oder dergleichen entlang ginge. Ich will nicht viel Wasser mitschleppen, sondern lieber den Wasserfilter verwenden....

Kenne Bayern nicht aber aus einem Fluß würde ich auch mit Wasserfilter eher kein Wasser nehmen, aus einem kleinen Bach im Mittelgebirge schon. Nett finde ich im Winter immer Einkehrmöglichkeiten unterwegs - da kann man auch mal um heißes Wasser für die Thermos bitten.

Sportler
13.12.2014, 13:13
Stimmt natürlich. Mir ist klar, dass ein Filter keine Chemikalien beseitigt. Aber wenn es jetzt der Nationalpark wird gehe ich davon aus, dass keine größeren Industriegebiete den Fluss verseuchen. Micropur hätte ich auch dabei, falls der Filter (Sawyer mini) wegen den Temperaturen schlapp macht.
Muss mir nochmal die Details vom Bericht von Blauloke ankucken, aber ich glaub, es wurden zumindest hier und da Restaurants erwähnt. Würde die Tour entsprechend planen, dass ich mich nicht nur von Trockenfutter ernähren muss und im Notfall vielleicht irgendwo unterkomme.
Danke für die Tipps

blauloke
13.12.2014, 19:45
Hallo Sportler,

freut mich, dass dir mein Tipp gefällt.

Ich habe eine Bitte.
Wenn du die Tour gemacht hast, kannst du dann einen Bericht über die Verhältnisse im Sumava während des Winters machen.
Mich haben schon einige Male Leute angeschrieben, die im Winter wandern wollten und ich konnte ihnen nicht helfen.

Falls du keinen ausführlichen eigenen Bericht schreiben willst, könntest du auch eine kurze Zusammenfassung an meinen Reisebericht anhängen.

Servus, blauloke

Sportler
19.12.2014, 00:00
Ja, kann ich gerne machen. Wobei das Wetter ja für Winter relativ untypisch ist:)

Wo bekommt man denn eine Papier-Karte von der Gegend her? Evtl. mit eingezeichnetem Weg bzw. den Campingplätzen? Ich werd auch alles auf dem Handy haben, mit Zusatzakkus, aber darauf sollte man sich ja nicht verlassen.

Grüße

blauloke
19.12.2014, 09:40
Ich empfehle die Wanderkarten vom "Klub Ceskych Turistu".
Für den ganzen Sumava brauchst du drei Karten.
Blatt 64, ISBN 9788073241605
Blatt 65, ISBN 9788073242565
Blatt 66, ISBN 9788073242015
In den neuen Ausgaben sind die Plätze eingetragen.

Im Wiki (https://www.outdoorseiten.net/wiki/NP_Sumava;_Not%C3%BCbernachtungspl%C3%A4tze) sind die Plätze über den Link "Lage" zur Reit- Wanderkarte verlinkt. Die habe ich damals dort eingetragen. Da kannst du dir die Plätze ausdrucken.

Sportler
07.01.2015, 17:59
Also, danke für die vielen Hilfreichen Tipps!
Die Tour war leider sehr viel kürzer als gehofft... Ich schreib heute Abend nochmal ausführlicher mit ein paar Fotos;)
Zusammengefasst: Ich bin eher auf Sommer eingestellt, mit Zelt und Schlafsack. Habe mir für diese Tour extra einen Schlafsack gekauft, der bis -25°C als Limit halten sollte. Bei -5 bis 10 hab ich nachts gefroren wie ein Schneider und konnte kaum schlafen. Da ich mich die nächsten Tage erstmal von den Bahnhöfen entfernt hätte und bei den kurzen Tagen nicht viele km auf einmal drin waren, hab ich schon nach der ersten kalten Nacht abgebrochen:( Es wäre nur noch kälter geworden. Tagsüber war es kein Problem, hab teils geschwitzt, wenn es bergauf ging. Details folgen:)

Mus
07.01.2015, 21:35
Habe mir für diese Tour extra einen Schlafsack gekauft, der bis -25°C als Limit halten sollte. Bei -5 bis 10 hab ich nachts gefroren wie ein Schneider und konnte kaum schlafen.
Verrätst du uns bitte welcher das war, damit wir gewarnt sind.

Sportler
07.01.2015, 22:34
Verrätst du uns bitte welcher das war, damit wir gewarnt sind.

Korrektur: Ich meinte die Extrem-Temperatur (Limit ist in meinem Kopf immer die Grenze...). Es ist der Easy Camp Devil 400. Billiges Teil. Wollte aber sparen, da ich, wie gesagt, lieber im Sommer Touren mache.

GandalftheGrey
07.01.2015, 22:38
Interessanter wäre es zu erfahren, was für eine Iso-Matte verwendet wurde und wie die körperliche Verfassung war.

Der Schlafsck kann noch so warm sein, wenn die Matte nicht dämmt, wird es kalt. Und wenn man erschöpft ist, kann man sowieso einige Grade auf die Temperaturskala addieren. Da werden aus -25° Limit ganz schnell -18°.

Edit: Hat sich erledigt. Du hast gepostet, während ich noch geschrieben habe.

Torres
07.01.2015, 23:08
Minus 1 Komfort? Da hat er sich doch wacker geschlagen! Das ist ein ziemlich unangenehmes Temperaturfenster.

Sportler
08.01.2015, 00:20
Also, hier mein kleiner Bericht, erstmal mit Packliste (zum Weg werd ich nicht viel erzählen, da hat Blauloke ja schon einen ausführlichen Bericht geschrieben und ich war nicht viel unterwegs.
https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/26/k-DSC_0394.jpg
Ich hatte im Grunde all das Gerümpel dabei, was man oben auf dem Foto sieht. Das Fernglas ist noch kleiner geworden;)
Zelt:
Quechua Quickhiker 3. Hab ich damals für mich und die Freundin besorgt - für eine Person im Winter nicht zu empfehlen. Aufbau klappt hervorragend, aber es wiegt knapp 3,5 kg (dazu noch der zusätzliche Boden). Es ist auch nicht ausreichend isoliert, im Zelt war es wohl etwa so kalt wie im Freien.
Schlafsack:
Wie erwähnt, der Easy Camp Devil 400. Günstig und für die angegebenen Werte nicht allzu schwer mit 1,6 kg. Extrem -25°C - keine Angst, würde ich nie riskieren. Dachte aber, dass -10°C gehen sollten, zumal ich Socken, lange Hose, Shirt und Pullover anhatte. Problem: Der Sack war SEHR eng. Das Gewicht wird wohl über den schmalen Schnitt gespart. Schultern haben gespannt, außerdem Beine und Kopf, wenn ich die Kapuze aufgesetzt habe. Dafür, dass er bis 1,85m große Personen beherbergen soll eigentlich schwach. Vom Gefühl her bin ich dann eher über Vorderseite (wenn ich auf dem Rücken lag) und die "engen" Stellen plus Gesicht ausgekühlt. Der Sack kriegt vielleicht nochmal im Frühjahr ne Chance. Wenn er wieder enttäuscht wird er verbrannt.
Isomatte:
Therm-a-Rest Neoair XLite. Wie gesagt, ich meine, dass ich eher durch den Sack ausgekühlt bin. Der Kontakt mit der Isomatte war immer angenehm "warm".
Rucksack:
Helsport Spitsbergen 90L. Ich liebe ihn. Verlockt natürlich dazu, alles mitzuschleppen, was einem so einfällt. Ich könnte ja xy brauchen...
Elektronik:
Handy mit Locus Pro (SEHR gute Karten mit Wanderweg für Tschechien! JEDER Wegweiser war eingezeichnet!). Easyacc Akku mit 9000mAh, wasserdicht und stoßgeschützt. Anker 8W Solarzellen (wie gesagt, Plan ist ne Sommertour).
Werkzeug:
Messer ESEE 5 (Wenn ich jemandem das Teil zeige und als Antwort große Augen bekomme, erkläre ich immer: Das wurde konzipiert für Leute, die mit dem Flieger abstürzen, sich aus dem Cockpit schneiden müssen, und dann noch nen Baum fällen wollen, für Feuer und Unterschlupf). Außerdem Victorinox Taschenmesser.
Kochgeschirr:
Den Stainless Steel Canteen Kit. Ich mag das Teil. Bin von meinem MSR-Topfset enttäuscht, weil man es nicht auf offenem Feuer verwenden kann. Dieses Teil steht auf dem Kocher und sowohl die Flasche, als auch der "Topf" können ins Feuer.
Kocher:
Edelrid Kiro Ti, dazu noch den Stechkartuschen-Adapter für Notfälle und Auslandseinsätze. Für den Winter hab ich mir dieses Jetboil Jetfuel (heißt das so?) besorgt. War im Angebot, 450gr für 5 Euro. Isobutan/Propan-Mischung, also genau richtig für dieses Wetter.
Klamotten:
Hosen, T-Shirts und Pullover in zweifacher Ausführung, falls etwas nass wird. Das war ein Notfallszenario - ausrutschen, in den Fluss fallen und dann keine trockenen Klamotten haben. Im Sommer spare ich hier einiges an Gewicht.
Futter:
Viel Trockenfutter (verschiedene Marken, TreknEat, Travellunch, Lyo...). TreknEat Kekse (sehr trocken, hab ich schon bessere gekauft), Oatmeal, Studentenfutter. Unter anderem auch Nachspeisen wie Mousse au Chocolat. Wäre nicht vom Fleisch gefallen. Wollte testen, was schmeckt, für längere Touren. Kann mich nicht immer auf die Bärenjagd verlassen;)
Gut, dass das Zeug sich hält.
Wasser:
Sawyer Mini (immer am Körper, damit er nicht friert und kaputt geht) und den Evernew 2L Trinkbeutel. Top!
Schuhe:
Adidas Terrex Trek, oder so ähnlich. Gut eingelaufen, bequem...
Unterwäsche:
Mit Silberionen;) Socken aus Merino-Wolle. Bin mit beidem sehr zufrieden.
Badehose:
kein Kommentar:) Wollte mich waschen können bei dem Zeltplatz, wo man Feuer machen darf:)

Okay, ich hoffe, ich hab nix vergessen. Klar, Erste-Hilfe-Zeug, Feuerzeuge (2), Benzin, Klopapier, was zu lesen und dieses coole, in Bisonleder gebundene "Reisetagebuch"(paar Euro bei Amazon:) ). Natürlich Karten in Papierform...

Jetzt zur Tour:
Also, für mich sollte das so ein kleiner Testlauf werden, wie man sieht. Ich plane was größeres für dieses Jahr und ein einigen Stellen fehlt es an Erfahrung. Ich wollte auch nicht zwei Wochen in der Wildnis an schlechtem Essen verzweifeln. Ich hab ein paar wichtige Dinge gelernt: Winter ist kalt! Und selbst wenn man sparen will - dass mein Schlafsack ungefähr ein Drittel von einer neuen Trekking-Hose gekostet hat, spricht Bände drüber, wie ernst ich das genommen hab... Aber, okay, ich will ja nicht langfristig viel im Winter unterwegs sein. Tagsüber war es auch echt kein Stress, ich kam sogar gut ins Schwitzen, wenn es bergauf ging. Auch hier: Bescheidenheit gelernt. Ich bin eigentlich recht fit, traue mir durchaus was zu. Gut zu sehen, dass 22 kg Gepäck den Berg hoch schon ne Hausnummer sind. Bisschen an Zelt und Klamotten gespart, evtl. auch am Wasser (dank Wasserfilter), dann komm ich auf 18. Sollte selbst ohne "Training" kein Problem sein. Ansonsten müsste ich mich für was längeres auch körperlich vorbereiten. Bin zwar immernoch der Meinung, dass ich über 25kg über weite Strecken schaffe, weiß aber jetzt, dass es nicht so locker wird, wie ich das in meinem Kopf hatte.

Ich hatte mir die Notübernachtungsplätze in Sumava ins Handy gespeichert, hatte auch dank der guten Beschilderung kein Problem, den Platz zu finden. Begonnen hab ich die Tour von der "anderen" Seite, verglichen mit Blauloke. Grund war einfach die Anfahrt. Bayerisch Eisenstein ist schneller aus Nürnberg zu erreichen gewesen. Das hat, bei Anreise ab 8 Uhr einfach mindestens eine Stunde mehr Tageslicht gebracht. Man kann vom Bahnhof eigentlich direkt los, geht an ein paar Häusern und "Märkten" vorbei und ist schon im Wald. Schön war es auf jeden Fall mit dem ganzen Schnee. Musste recht bald den Fleece-Pulli ausziehen, weil mir doch zu warm geworden ist. Von den ca. 12 km bis zum Platz ging es gefühlt die ersten 10 nur aufwärts. War dadurch tatsächlich bisschen platt. Aber, wie gesagt, wenigstens war mir warm. Außer, dass mir der Wolf-Abwehr-Bart, den ich mir extra hab stehen lassen, gefroren ist. Es waren recht viele Leute unterwegs, aber scheinbar grüßen sich die Tschechen nicht so gern, wie wir Deutschen. Fotos hänge ich alle unten an.
Die Wege sind sehr breit, wie schon beschrieben auch gepflastert. Waren teilweise leicht vereist - womöglich bin ich sogar zweimal ausgerutscht, aber ich möchte dazu keine weitere Auskunft geben:hahaa:
Die vielen toten Bäume sind nicht sooo sehr aufgefallen, weil durch den Winter alles nunmal am Ruhen war.
Die letzten zwei km abwärts waren super, ein Segen für die müden Beine. Einzig der Übergang über ein schmales, vereistes Brettchen zum Schlafplatz war bisschen gefährlich. Der erste Platz, Stara Hurka (oder so) war mit Holz eingezäunt, hatte eine Sitzecke (die ich nicht benutzt hab) und genug Platz für mich alleine. :)
Zelt war schnell aufgebaut, es wurde schon langsam duster...
Zur Nacht hab ich ja schon genug angedeutet... Dass das Zelt nicht wirklich wintertauglich ist, war mir klar. Vom Schlafsack bin ich enttäuscht, hielt in meinen Augen nicht, was er versprach. Es gab immer die Wahl zwischen frieren oder irgendwie auf den Bauch legen, versuchen, dass Hände und Füße auf der Matte bleiben, Kapuze über den Kopf und ne kleine Kammer über mir bauen - ergo, unbequem, aber nicht ganz so kalt. Viel Schlaf gab es in der Nacht nicht. Hab immer mal wieder das Handy geholt, die Tourenplanung für die nächsten Tage angekuckt, und mir gedacht - es wird nur noch kälter. Hätte das zwar noch ne Nacht oder zwei durchgehalten... Aber, schlau wäre es nicht, übernächtigt auf eisigen Wegen rumzulaufen. Selbst mit Erste-Hilfe-Kasten.
Ich hätte mich auch erstmal noch bisschen weiter vom Bahnhof entfernt, bis ich ca. an Tag 4 wieder nah genug für einen Sofortausstieg wäre.
Also am nächsten Tag lieber Sachen gepackt und wieder zurück zum Bahnhof. Laut Wetterbericht waren es in dieser Nacht so -10°C. Im Zelt bis -7. Es waren für die folgenden Tage bis -22 angesagt, aber die Nacht in der es passieren sollte, hat sich immer verschoben. Wusste also auch nicht, ob und wann:o
Auf dem Rückweg hab ich erstmal keine Menschenseele gesehen. Und auch der Wolf-Abwehr-Bart hat seinen Zweck erfüllt.
Doch plötzlich ist die erste Bewegung von einem anderen Lebewesen, die ich diesen Tag sehe ein Vierbeiner vor mir auf dem Weg. Ich so "Ne, echt? Ein Wolf?". Hab schon das Handy rausgeholt (Messer wäre natürlich schlauer gewesen:D ). Tja, war dann natürlich nur ein Schäferhund.
Danach waren auch wieder mehr Menschen unterwegs, Leute mit Skiern, den Berg hoch, etc. Bilder jetzt unten:
https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/26/k-DSC_0395.JPG
Willkommen!

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/26/k-DSC_0397.JPG
Oh oh... Wölfe? Ne, viele Hundespuren;)

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/26/k-DSC_0399.JPG
Schöne Aussicht...

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/26/k-DSC_0401.JPG
Super Wege

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/26/k-DSC_0406.JPG
Diese miese kleine Planke zum Zeltplatz! Gut, hier bin ich nicht ausgerutscht;)

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/26/k-DSC_0403.JPG
Bisschen geschneit hat es ja schon...

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/26/k-DSC_0405.JPG
Das Zelt wird abgebaut...

Sportler
08.01.2015, 00:24
Minus 1 Komfort? Da hat er sich doch wacker geschlagen! Das ist ein ziemlich unangenehmes Temperaturfenster.

Das ist ja irgendwie so angegeben (ich glaub auch bei diesem Hersteller): Frau -1°C, Mann -7°C, Extrem -25°C. Also, so wie ich eingepackt war, hab ich gedacht, dass ich die -7°C, die ich ja im Zelt tatsächlich hatte, eigentlich angenehm finden müsste. Kann es natürlich nicht einschätzen, weil ich keinen Vergleich mit einem guten Daunenschlafsack bei diesen Temperaturen hab. Werde das Teil aber nochmal im Frühjahr testen. Sumava und ich... Wir haben noch ne Rechnung offen...

Mus
08.01.2015, 11:14
Wenn der Schlafsack spürbar zu eng war, erklärt sich das mit dem Frieren natürlich sehr schnell: es fehlen die isolierenden Luftpölsterchen innerhalb des Schlafsacks und natürlich vor allem innerhalb der Füllung. Dann bleibt nur noch eine etwas dickere Decke und dass man daran keine Freude bei so kalten Temperaturen hat, wundert mich nicht.
Ich könnte mir vorstellen, dass du gar nicht groß einen anderen Temperaturbereich sondern nur einen weiteren Schlafsack gebraucht hättest. Naja, hinterher ist man immer schlauer.

Torres
08.01.2015, 11:44
Das ist der eine Punkt. Der andere Punkt: Den Bildern nach zu urteilen, war das eher feuchte als trockene Kälte. Da reicht ein Schlafsack in dem Temperaturbereich meiner Erfahrung nach nicht (ich habe da bei - 5 auch schon in - 14 Kufa gefroren). Die Feuchtigkeit zieht überall hinein. Wenn man pimpen muss, dann würde ich eine dünne Daunenjacke anziehen, das hilft noch am ehesten. Aber dafür war er auch zu eng. Und ich ziehe damm ja gerne meine Regensachen an, dann kocht man im eigenen Saft und das ist wärmer. Aber nicht jedermanns Sache. :p
Der Schlafsack ist explizit als Frühjahr bis Herstschlafsack beworben und das traue ich ihm auch zu. Limit heißt schon Frieren und Extrem ist gerade noch Überleben. Also ist das einfach das, was er bringen kann und das hat er ja auch gebracht. Insofern eine gute Entscheidung, abzubrechen, ich hätte das auch getan, auch wenn es ärgerlich ist. Der Schlafsack ist das Teil, an dem man im Winter am wenigsten sparen sollte, wenn es Spaß machen soll. Das Zelt ist zwar auch nicht der Knaller für das Einsatzgebiet, aber der Schlafsack ist wichtiger.

Prachttaucher
08.01.2015, 11:53
Auch wenn Du es anders empfunden hast : Ein Stück Evazote (ca. 100 g) unter der X-Lite hätte aber sicher nicht geschadet und den Geldbeutel auch nicht zu sehr belastet.

Sportler
08.01.2015, 18:26
Feucht war es definitiv und es war für mich spürbar, dass ich dort ausgekühlt bin, wo der Schlafsack gespannt hat. Es ist nunmal die Luft, die isoliert.
Ich werde aber nicht mehr groß in den Winter investieren. Ich sag mal so: Dass ich im Notfall -10°C aushalte ist gut zu wissen. Im April ist ein langes Wochenende, da würde ich wahrscheinlich sogar meinen Sommerschlafsack mitnehmen.
Das Zelt ist die nächste und letzte große Investition. Zwar kein Winterzelt, aber eins für eine Person.
Wie gesagt, die nächste längere Tour ist dann wohl im Sommer, in Neuseeland. Ich denke, dafür bin ich dann ganz gut ausgerüstet.
Aber, sobald ich wieder in Deutschland unterwegs bin, werde ich hier posten.
Danke nochmal für die Tipps und Denkanstöße!

blauloke
08.01.2015, 19:56
Da hast du ja richtig Pech mit deinem Schlafsack gehabt gehabt.
Noch dazu ist die Strecke zwischen Bayrisch Eisenstein und dem Übernachtungsplatz Stara Hurka das langweiligste Stück auf meiner Wanderstrecke gewesen. Wie du auch geschrieben hast, nur eine lange Steigung ohne jeden Ausblick.
Du musst unbedingt noch mal in den Sumava um dir bessere Gegenden im NP an zu sehen.

Sportler
08.01.2015, 21:15
Da hast du ja richtig Pech mit deinem Schlafsack gehabt gehabt.
Noch dazu ist die Strecke zwischen Bayrisch Eisenstein und dem Übernachtungsplatz Stara Hurka das langweiligste Stück auf meiner Wanderstrecke gewesen. Wie du auch geschrieben hast, nur eine lange Steigung ohne jeden Ausblick.
Du musst unbedingt noch mal in den Sumava um dir bessere Gegenden im NP an zu sehen.

Ich glaub, Ostern ist das Wochenende 4 Tage. Werd dann noch einen oder zwei Tage Urlaub nehmen und nochmal loslegen.
Weiß nicht, ob man es Pech nennen kann. Hab das einfach bisschen unterschätzt. Die Wettervorhersagen waren in der Planung und beim Kauf auch noch besser, aber schlauer wäre es einfach gewesen, einen besseren Schlafsack zu besorgen.

Die Gegend war durchaus eintönig, aber ich spaziere gerne durch den Schnee. Im Sonnenschein wäre es sicher noch besser gewesen, aber ich hab mir zu keinem Zeitpunkt gedacht, dass es mir dort nicht gefällt. War perfekt, um einfach mal abzuschalten. Aber wenn die anderen Strecken schöner sind, umso besser!:)

Torres
08.01.2015, 21:24
Ostern hatte ich auch schon - 10 Grad :grins:

Sportler
09.01.2015, 01:06
Ostern hatte ich auch schon - 10 Grad :grins:

:D Ich hoffe einfach auf besseres Wetter. Morgen hat es ja über 10, hier in Bayern;)