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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 0,05 mm edelstahlfolie zum ofenbau?



wilbert
06.11.2014, 18:12
hat jemand von euch erfahrungen mit 0,05 mm folie, aus 1.4310er edelstahl zum ofenbau?
ich würde gerne mit einer 40 cm x 60 cm fläche, meinen tubestove restaurieren. ich befürchte nur, dass die folie nach dem einbrennen zu knick-empfindlich wird.

lg. -wilbert-

eike123
06.11.2014, 18:56
Der Stahl ist nicht für die Verwendung im Ofen gedacht, aber man scheint ihn notfalls dort einsetzen zu können. Wenn du das Blech schon hast, benutze es. Ansonsten lass' dich beraten welchen Werkstoff man für Öfen nehmen soll.

Auf der Seite des Herstellers (oder Händlers) Ruukki, wird die maximale Temperatur mit 250 °C angegeben. Aber Korrosionsbeständig ist der Werkstoff bis 840°C. Dass der Werkstoff nach starker Erwärmung sehr hart und spröde wird, oder sich sogar verzieht, steht da nicht. Im Gegenteil, der Werkstoff behält etwas Duktilität auch wenn er sehr hart ist. Dieser Stahl wird aber sicherlich selbst bei Kühlung mit Luft sehr hart. Der Werkstoff enthält nämlich viel Chrom, und wird als Federstahl bezeichnet.

Man kann den Werkstoff anscheinend schweißen.


http://www.ruukki.com/Steel/Stainless-steel-and-aluminium-products/Stainless-steel-flat-products/Stainless-14310-spring-steel

wilbert
07.11.2014, 09:23
moin eike,
vielen dank für die infos!
ja, ich habe auf wiki auch schon gelesen, dass es sich bei dieser legierung um federstahl handelt.


... Aber Korrosionsbeständig ist der Werkstoff bis 840°C.
da holz, so um und bei 900 grad verbrennt, ist da die gefahr des durchglühens gegeben oder heißt das nur, dass das material nach dem glühen vermehrt flugrost zieht?

Philipp
07.11.2014, 10:07
Mit 1.4310 machst Du in der Hobonautik nix falsch - eigentlich ist hier jeder rostträger Stahl einsetzbar, egal von welchem Hersteller. Im Betrieb wird der Stahl kaum die unten angegebenen Temperaturen erreichen (welcher Hobo glüht schon wirklich im Betrieb?). 1.4310 entspricht dem häufig für günstige "Edelstahl"teile verwendeten 18/8 (z.B. IKEA-Besteckkorb, mein Kaffeebecherhobo ;-). Die durch Kaltwalzen erzielten mechanischen Eigenschaften dürften durch das Erhitzen natürlich größtenteils verloren gehen, werden aber in low-tech-Hobos selten ausgereizt :ignore:.

Ich würde mir aber die extrem niedrige Dicke gut überlegen. 0,05 mm wirken fast wie eine Klinge, sprich, die Verletzungsgefahr ist groß, sofern diese Folie öfters angefaßt werden muß. Ich würde bei Hobos aus Stahlfolie nicht deutlich unter 0,2 mm gehen, der Gewichtsunterschied spielt in der Praxis doch keine Rolle.

Gruß, Philipp

eike123
07.11.2014, 11:59
Ich möchte mich der Argumentation von Philipp anschließen: Die Wand des Ofens wird wahrscheinlich nicht 900°C heiß, weil die Wärme von der Luft abgeführt wird. 900°C sind richtig kräftiges Glühen.

Außerdem willst du den Ofen ja insgesamt nur ein paar Stunden betreiben. Die Angaben zur Korrosionsbeständigkeit sind aber für den jahrelangen Einsatz gedacht.

Der Werkstoff wird als geeignet zum Schweißen bezeichnet. Das bedeutet seine Eigenschaften werden durch starkes Erhitzen nicht katastrophal schlecht. Möglicherweise wird er aber beim Abkühlen mit Wasser so hart und spröde, dass er kaputt geht. Oder er deformiert sich stark. Das könntest du mit einem kleinen Stück Folie ausprobieren.


moin eike,
da holz, so um und bei 900 grad verbrennt, ist da die gefahr des durchglühens gegeben oder heißt das nur, dass das material nach dem glühen vermehrt flugrost zieht?

Ich habe zu wenig Ahnung von dem Thema, das kann ich nicht beantworten. Du könntest es aber mit einem kleinen Stück Folie ausprobieren.

wilbert
07.11.2014, 12:50
dank für euren input!

mit der 0,1er folie habe ich bisher gute erfahrungen gemacht.
nachdem ich mir daraus ein ofenrohr gebaut hatte, fand ich das rohr schon sehr "standfest". daher der gedanke, dass das material für den ofen noch dünner sein könnte.

na, ich werde das ganze nochmals überschlafen ...

Philipp
07.11.2014, 12:52
da holz, so um und bei 900 grad verbrennt, ist da die gefahr des durchglühens gegeben oder heißt das nur, dass das material nach dem glühen vermehrt flugrost zieht?

Wie gesagt, 18/8er Cr-Ni-Stahl ist nach dem Glühen schon etwas flugrostanfälliger als 18/10, das gibt sich aber nicht viel, und in der Praxis spielt es keine Rolle, ob ein Hobo nach 1.500 oder 2.000 Einsätzen das Zeitliche segnet :grins:.
Mein IKEA-Feuerkorb und mein seltener benutzter Kaffeebecherhobo (https://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php/78557-Kaffeebecherhobo) zeigen eine bräunlich-rötlich-bläuliche Verfärbung an der Oberfläche, Rost sandet aber nicht ab. Bleibt der IKEA mal stellenweise länger feucht, dann gibt es schon mal ein wenig Flugrost.

Auch die (geringe) Flugrostthematik spricht eindeutig für größere Stärken als 0,05 mm (da haste mehr Fleisch :bg:).

markrü
07.11.2014, 14:49
(...) mit der 0,1er folie habe ich bisher gute erfahrungen gemacht. (...)
Und wieso genau willst Du das ändern? ;-)

Ich habe auch die 0,1er Folie als Rollrohr. Für einen Ofen würde ich nicht dünner gehen - eher dicker wegen der Stabilität. Der Gewichtsunterschied lohnt IMO nicht das Risiko des Zusammenklappens oder Durchbrennens (auch, wenn ich das für weniger gefährlich und baulich abwendbar halte).
Lodjur hat mit Zylinderöfen praktische Erfahrung, glaube ich.

Gruß,
Markus