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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Post Action Review: Ausrüstung für 9 Tage autarkes Kungsleden-Trekking



outpost
03.11.2014, 18:44
Über die Tour selbst wird hier berichtet: [SE] Kungsleden September 2014 – von Abisko nach Kvikkjokk (https://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php/82859-SE-Kungsleden-September-2014-%C2%96-von-Abisko-nach-Kvikkjokk)

Fast die gesamte Ausrüstung und Bekleidung wurde neu gekauft, da entweder nicht vorhanden oder hoffnungslos veraltet. Hier wird kurz beschrieben was sich auf der Tour für uns bewährt hat und was nicht, welche Dinge nicht benötigt wurden und wo wir bei der Mengenplanung daneben lagen.

Zu jedem Ausrüstungsgegenstand gibt es ein kleines Mini-Review, das die wesentlichen Eigenschaften und unsere ganz persönlichen Erfahrungen damit während der Tour beschreibt. Natürlich gibt es zu allem und jedem viel ausführlichere Testberichte im Netz, ebenso viele Packlisten. Aber eine Kombination aus Packliste und Review für die vollständige Ausrüstung einer autarken Trekking-Tour auf dem Kungsleden kann für alle hilfreich sein, die wie wir das erste Mal vor der Planung einer solchen Unternehmung stehen und sich für Auswahlkriterien und Praxiserfahrungen bezogen auf den Kungsleden interessieren.


Ausrüstung

Vor der Auswahl von Rucksack und Trekkingstiefel hatte ich am meisten Respekt, denn beides ist so individuell dass man sich nur bedingt auf Erfahrungen anderer verlassen kann, und Probleme die sich erst nach längerer Nutzung bemerkbar machen kann man leicht beim Test im Geschäft übersehen. Andererseits beeinflussen beide Ausrüstungsgegenstände ganz entscheidend ob eine Tour zum Genuss oder zur Qual wird.
Da die erheblichen Investitionen für Jahre halten müssen lässt sich eine Fehlentscheidung nicht so einfach korrigieren.

Rucksack: Deuter Aircontact PRO 60 + 15
67 l, 3180 g, Beladung bis 25 kg, Top- und Frontzugriff
Wir haben mehrere Stunden im Globi zugebracht um verschiedene Rucksackmodelle anzuschauen. Bach Specialist, Bergans Rondane, Fjällräven Abisko, Deuter Aircontact PRO 60 und Deuter Aircontact PRO 70 haben wir ausführlich probegetragen und konnten uns lange nicht zwischen Fjällräven und den beiden Deuter entscheiden. Der Fjällräven war sehr aufgeräumt und hatte einen riesigen Frontzugang über die gesamte Länge, der Deuter viel stabileres Material und deutlich bequemere und besser gepolsterte Schultergurte. Das gab letztlich den Ausschlag für den Deuter und wir hofften das 60 Liter ausreichen würden. Der Rucksack wiegt zwar über drei Kilo, ist aber bis 25 kg Beladung empfohlen und trägt sich bei diesem Gewicht sehr angenehm und komfortabel. Der großzügige Hüftgurt verteilt die Last perfekt und lässt sich über Pull-Forward-Verschlüsse fest anziehen. Die dick gepolsterten Schultergurte schneiden auch unter Last nicht ein. Mit Lastkontrollriemen und höhenverstellbaren Tragegurten ist der Rucksack perfekt an die eigenen Anatomie anpassbar und liegt satt am Rücken an.

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Der Deuter verfügt über zwei 5 Außentaschen und 2 Deckeltaschen sowie Front- und Topöffnung für gezielten Zugriff auf häufig benötigte Dinge ohne den gesamten Rucksack auspacken zu müssen. Das spart Zeit und nichts wird nass oder schmutzig. Das Volumen des Deuter ist durch den höhenverstellbaren Deckel und die 15 Liter Reserve gut an den Verbrauch anpassbar und durch eine vorgeformte Mulde bietet er auch vollgepackt eine gute Kopffreiheit. Für die Verpflegung mussten wir die „+15“ Reserve der Rucksäcke voll ausnutzen, darin die zweckentfremdeten Mesh-Stausäcke der Schlafsäcke um das Futter mit einem Griff entnehmen oder verstauen zu können. Für den restlichen Proviant wurden die beiden Packsäcke der Schlafsäcke umgewidmet und außen befestigt. Mit Fortschreiten der Tour und jeder Mahlzeit sank dieses Volumen/Gewicht natürlich. Der Rucksack hat ein integriertes Regencover. Da dies bei einem richtigen Wolkenbruch aber nur begrenzt und bei einem Sturz in den Bach oder Kentern eines Bootes gar keinen Schutz bieten, haben wir Bekleidung, Papiere und Batterien zusätzlich wasserdicht in Ziploc-Beuteln verpackt. So kann man Sachen auch besser gruppieren, die Übersicht bleibt erhalten, die Entnahme und das Verstauen gehen „reibungslos“, gefaltete Kleidungsstücke fallen dabei nicht auseinander und lassen sich luftdicht komprimieren.
Die Lamina-Schlafsäcke passten genau wie vorgesehen in das Bodenfach des Deuter und wurden zusätzlich in einem „Sea To Summit Compression Event Dry Sack“ verpackt, der im Gegensatz zum Original wasserdicht und komprimierbar war. Alle externen Teile (Zelt, Packsäcke mit Verpflegung, Brennstoff-Flasche, Wasserflaschen, Crocs) haben wir mit Paracord und Karabinern gegen Verlieren gesichert, wofür der Deuter ausreichend Befestigungspunkte (Materialschlaufen) bietet. Die Trekkingstöcke haben wir mit den vorgesehenen Schlaufen und und Klettbändern befestigt. Die unteren, offenen Seitentaschen haben die 1 Liter Nalgenes, die 1,5 Liter Evenew Faltflasche und die 1 Liter Trangia Brennstofflasche geschluckt. Die Bodenfachkompressionsriemen haben wir genutzt um das Zelt bzw. einen der Packsäcke außen am Rucksack zu befestigen.

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Wir waren bis zuletzt nicht ganz sicher ob sich die Berge von Ausrüstung und Kisten voller Proviant in unseren 60 Liter Rucksäcken restlos verstauen lassen würden. Es ging nicht nur darum alles irgendwie in die Säcke zu quetschen, sondern eine Ordnung zu schaffen die man während der ganzen Tour aufrechterhalten kann, in der alles seinen Platz hat, an den man sich auch unter erschwerten Bedingungen sofort erinnern kann und schnell Zugriff darauf hat – insbesondere Medpack, Navigation, Kamera, Licht, Wasser, Verpflegung, Hardshell und Thermojacke. Niemand hat Lust erschöpft, im Dunklen oder bei Unwetter alles auszupacken und zu suchen. Zwar hatte ich in der Packliste schon eine ungefähre Position vorgesehen, aber die Realität sah dann doch etwas anders aus. Es bedurfte mehrerer Anläufe über zwei Tage um das Vorhaben erfolgreich abzuschließen. Hier sollte man bei neuer Ausrüstung genügend Zeit einplanen um nicht kurz vor Abfahrt in Panik zu geraten.
Sofern nicht am Körper getragen hat der Rucksack klaglos alle im Folgenden aufgeführten Ausrüstungsgegenstände, Kleidung und Nahrung aufgenommen, auch wenn es zu Beginn des Packens nicht danach aussah. Beladen wogen beide Rucksäcke 22kg (ohne Wasser).
Der Deuter hat dann auch während der Tour alle in ihn gesetzten Erwartungen erfüllt.

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Zubehör: 2 Globetrotter Spanngurte
Zubehör: 10 x Edelrid Micro 3 Materialkarabiner (für 2 Personen)
Zubehör: Toppits Ziploc Zipper 15x1L und 10x3L für Organisation und Nässeschutz
Fazit: Perfekt, Teuer

Zelt: Exped Venus II Extreme
2.95 kg, Boden 10.000 mm Wassersäule, 4-season, Tunnel mit Firststange, Querschläfer
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Das Zelt ist leicht aufzubauen und fast selbststehend. 6 Heringe für Ecken und Apsis wenns schnell gehen soll, zusätzliche Abspannung für Sturm und bessere Belüftung. Es gibt kaum Kondensation bei 2 Personen, wenn die Lüfter geöffnet werden und Seitenwände abgespannt sind. Die Heringe sind leicht und stabil. Der rechteckige Innenraum 220 cm x 125 cm reicht für zwei große Isomatten mit etwas Platz an Kopf- oder Fußende und besitzt 4 Innentaschen. 2 Apsiden nahmen die großen Rucksäcke klaglos auf und boten trotzdem noch bequemen Zugang zum Zelt. 2 große Türen mit Mesh konnten von innen zusätzlich vollflächig verschlossen werden. Bisher keine Erfahrung in extremen Sturm/Regen.
Zubehör: Footprint für schlechten Untergrund, trockene Rucksackablage und schnellen Standorttest.
Fazit: Perfekt, Teuer

Isomatte: Thermarest ProLite Plus Large
850 g, 196 cm x 63 cm x 3,8 cm, R-Wert 3,8
Die Prolite ist robust, hat eine gute Isolation, ist bequem für Seitenschläfer, bietet komfortable Länge und Breite und geringe Geräuschentwicklung beim Umdrehen.
Zubehör: Meru Mattress Straps 75 cm, sonst Probleme beim verstauen/entnehmen im engen Packsack.
Fazit: Perfekt mit Mattress Staps

Schlafsack: Mountain Hardwear Lamina 0 Long
1,7 kg, -12C Komfort / -18C Limit
Der Schlafsack aus nässeunempfindlicher Kunstfaser passt perfekt in Schlafsackfach des Deuter. Durch Comfort-Cut ist er auch mit angewinkelten Knien bequem. Für einen Kufa-Schlafsack bietet er ein sehr gutes Temperatur/Gewichtsverhältnis.
Im Bereich -5 ..+10 hält er im Baselayer angenehm warm ohne dass man schwitzt, gut regulierbar durch Öffnen des Reisverschluss. Auch wenn man durchgefroren oder ausgepowert ist bietet er eine super Temperatur-Reserve. Der originale Packsack ist schlecht zu packen, da durch die fehlenden Kompressionsgurte der Schlafsack immer wieder herausquillt. Deshalb wurde er durch den Sea To Summit Compression Event dry sack ersetzt, der neben der Kompression auch wasserdicht ist. In Original Packsack und Lagersack wurde statt dessen Verpflegung verpackt. Einziger Kritikpunkt ist dass sich der Reisverschluss manchmal mit dem Material verklemmt.
Zubehör: Sea To Summit Compression Event dry sack L für Kompression und Nässeschutz.
Fazit: Perfekt mit Compression Bag

Trekkingstock: Black Diamond Trail
63-140cm, 510g, externes Flick Lock-System mit hoher Klemmkraftkraft
Wir hatten für zwei Personen nur ein Paar mitgenommen. Gedacht war es fürs Furten, aber dazu gab es kaum Gelegenheit. Einmal waren haben sie geholfen das Gleichgewicht zu halten, um einen breiteren Bach über Steine zu balancierend zu überqueren. Zum Wandern haben wir es nie eingesetzt, irgendwie verspürten wir einfach kein Bedürfnis zusätzlich etwas in der Hand zu halten.
Fazit: Gut, aber kaum benötigt



Fotoausrüstung

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Kamera: iPhone 5
8 Megapixel, 124 x 59 x8 mm, 112g
Das iPhone nimmt kaum Platz in der Beintasche weg und ist blitzschnell im Zugriff. Das entscheidet ganz wesentlich darüber wie viele Bilder auf einer Tour entstehen. Bei der Qualität muss man Abstriche machen. Störend ist der violette Lensflare-Effekt bei Gegenlicht, körnige Aufnahmen bei schwachem Licht und der fehlende Video-Stabilisator. Aufnahmen z.B. mit der Sony DSC-RX100 hier im Forum sind um Welten besser, liegt neben der Technik aber sicher auch am Talent. Praktisch ist die einfache Panoramafunktion.
Um Strom zu sparen wurde der Flight-Mode aktiviert (es gab ohnehin kaum Netz), alle Apps beendet und das iPhone in der Nacht ausgeschaltet. Eine Ladung reicht 3 Tage, danach wurde mit der 5000 mAh EasyAcc Powerbank nachgeladen (reicht für 2,5x Nachladen). Am Ende der Tour wurde es eng und ich musste das iPhone komplett ausschalten um Strom zu sparen. Schnappschüsse sind dann nicht mehr möglich.
Zubehör: Magpul Field Case zum Schutz
Zubehör: EasyAcc 5000mAh Ultra Kompakt PowerBank
Zubehör: USB Netzteil
Zubehör: Joby GorillaPod + GripTight Stand
Fazit: Schneller Zugriff, simple Bedienung, wenig Platzbedarf/Gewicht, Bildqualität könnte besser sein!

Kamera: Panasonic Lumix DMC-FT3
12 Megapixel, 4,6-fach-Zoom Leica DC Vario-Elmar 3,3-5,9/28-128mm, 200g, 104 x 64 x 27 mm
Als Backup hatte ich noch eine Panasonic DMC-FT3 dabei. Die ist aber schwerer und voluminöser als das iPhone, braucht dadurch länger bis sie aus der Hosentasche und danach der Kameratasche befreit und schließlich nach dem Druck auf den Einschalter einsatzbereit ist. Man überlegt sich jedesmal ob das Foto jetzt wirklich nötig ist, diese Hürde fällt beim iPhone weg.
Die Lumix ist wasserdicht bis 3m, fallsicher bis 2m und verfügt über GPS, Kompass, Höhenmesser und Barometer. Sie nimmt Full-HD-Video in 1.080p auf, dabei schützt eine optische Bildstabilisierung vor Verwacklungen.
Fazit: kaum benutzt, unhandlicher als iPhone

Stativ: Joby GorillaPod + GripTight Stand
War als Stativ für wackelfrei Videoaufnahmen gedacht, evtl. auch in Kombination mit den Trekking-Stöcken. Aber irgendwie haben sich unterwegs die Prioritäten verschoben und es kam nie zu einem aufwändigeren Videosetting.
Fazit: Nicht benutzt

Powerbank: EasyAcc 5000mAh Ultra Kompakt PowerBank
5000mAh, 5v, max. 1,5A output, 133g, 118 x 63 x 12 mm
Die Powerbank enthält einen Lithium-Ionen-Akkumulator mit 5000mAh Kapazität und ist sehr kompakt und leicht. Sie verfügt über einen USB-Ausgang der maximal 1,5 A liefern kann. Bei Druck auf den seitlichen Schalter zeigen vier blaue Leuchtdioden die verbleibende Kapazität an. Mit der Powerbank konnte das iPhone 2,5x nachgeladen werden. Am Ende der Tour wurde es eng und ich musste das iPhone komplett ausschalten um Strom zu sparen. Das nächste Mal kommt eine 15600 mAh Powerbank von EasyAcc mit.
Über das mitgelieferte Micro-Usb-Kabel kann die Powerbank z.B. mit dem iPhone Netzteil innerhalb von 4 Stunden wieder aufgeladen werden. Das geht auf Tour also höchstens bei längeren Hüttenaufenthalten oder bei An- und Abreise im Zug.
Fazit: Gut, zu geringe Kapazität

Netzteil: iPhone Netzteil
5v, 2 A, 10 Watt
Das Netzteil ist sehr klein und leicht und tut was es soll. Im Zug haben wir damit das iPhone damit aufzuladen, in der Fjällstation Kvikkjokk die Powerbank. Besonders wenn man zu zweit unterwegs ist wären zwei USB-Ausgänge hilfreich. Mit zwei Smartphones, Powerbank und USB-Ladegerät für die 18650 Akkus gibt es dafür genug Bedarf.
Fazit: Gut, kompakt



Navigation

Neben dem Kungsleden-Führer hatten wir auch ein GPS sowie Karten und Kompass dabei. Wegen der perfekten Wegbeschreibung und der vorbildlichen Markierung des Kungsleden haben wir die Papierkarten nie gebraucht und das GPS nur genutzt um die Kilometer bis zum nächsten Zwischenziel zu erfahren. Das kann natürlich bei schlechter Sicht oder Nebel schnell anders sein.

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Wanderführer: Schweden: Kungsleden von Michael Hennemann
165x115mm
Sowohl bei der Vorbereitung als auch während der Tour hat uns Michael Hennemanns ausgezeichneter Kungsleden-Führer gute Dienste geleistet. Die detaillierten Wegeschreibungen für die einzelnen Tagesetappen enthalten Entfernungs- und Zeitangaben, Übersichtskarten und Höhenprofile. Zusätzlich liefert es kompakte Informationen zu Wetter, Ausrüstung, Kartenmaterial, Hütten, Wanderzeiten und vielem mehr. Das Buch bietet so einen perfekten Überblick über das gesamte Thema Kungsleden und liefert alle Details die für eine Planung notwendig sind. Das Lesen macht einfach Spaß und mit jeder Seite wuchs die Vorfreude. Das Buch ist sehr kompakt und war als ständiger Begleiter auf der gesamten Tour griffbereit in der Beintasche.
Fazit: Perfekt

GPS: Garmin Oregon 650t
210g, 61 x 114 x 33 mm, 240 x 400 pixel, Multitouch-Screen, 8 Megapixel Kamera
Das Garmin haben wir mit der OSM-Freizeitkarte Schweden (http://freizeitkarte-osm.de/de/schweden.html) und
dem Kungsleden-Track im GPX-Format (http://michael-hennemann.de/wordpress/wp-content/uploads/manuell/kungsleden_gpx.zip) genutzt. Der Track enthält auch alle Hütten, Schutzhütten und Bootsanlager als Wegpunkte, zu denen man sich navigieren/routen lassen kann. Wegen der perfekten Wegbeschreibung und der vorbildlichen Markierung des Kungsleden haben wir das GPS nur hin und wieder genutzt um die Kilometer bis zum nächsten Zwischenziel zu erfahren.
Das Oregon läuft mit dem mitgelieferten Akkupack 1 Tag, mit einem Paar Energizer Ultimate Lithium LR91 AA Batterien aber 2,5 Tage. Für neun Tage haben 1 Akkupack + 6 LR91 gereicht - nachts war das Garmin ausgeschaltet. Man kann das Akkupack im Gerät laden, entweder über ein USB-Netzteil (von Garmin oder vom iPhone) oder über eine Powerbank. Da wir autark unterwegs waren entfiel die Netzteil-Option und die Powerbank war zum Laden des iPhone reserviert. Deshalb haben wir LR91 Batterien genutzt.
Das Oregon hat auf Tour sehr gut funktioniert. Unsere Position war unterwegs immer auf dem Track den wir vorher aus dem Internet geladen hatten. Nach Ende der Tour haben wir unseren eigen Track damit verglichen und es gab kaum Abweichungen. Ein paar Mal blieb die Karte eingefroren, wenn man das Gerät drehte. Das konnte aber immer durch einen Neustart behoben werden. Man sollte also immer vorher prüfen ob die Karte noch reagiert, bevor man sich aufs GPS verlässt.
Wir hatten in Schweden GPS+Glonass aktiviert, und WAAS/EGNOS deaktiviert.
Hier gibt es Updates (http://www8.garmin.com/support/download_details.jsp?id=6157), ein deutschsprachiges Forum (https://forum.garmin.de/forumdisplay.php?197-Oregon-und-Dakota-Serie)
und ein Wiki (http://garminoregon6xx.wikispaces.com/) zum Gerät.
Fazit: Perfekt

Kompass: Recta DS-40
44g, 75 x 55 x 17 mm (geschlossen)
Kompakter Spiegelkompass mit transparenter Grundplatte und zur Anlegekante verlängerbarem Klappspiegel. Die 360°-Skala besitzt eine 2°-Teilung. Kompassring und Marken sind selbstleuchtend. Darüber hinaus verfügt er über eine Skala für Deklinationskorrektur, Seitenskalen (mm, 10.000, 1:15.000) und eine Neigungswinkelskala auf dem Deckel. Auf Tour haben wir Kompass und Karten nicht benutzt. Die perfekte Wegbeschreibung im Wanderführer, die vorbildliche Markierung des Kungsleden und das GPS mit vollständigem Kungsleden-Trek waren ausreichend.
Fazit: Nicht benutzt

Karten: Calazo
1:100.000, Tyvek, wasserfest
Wir hatten alle vier Karten dabei die den Nördlichen Kungsleden vollständig abdecken: Kebnekaisefjällen, Sarek & Padjelanta, Kvikkjokk-Ammarnäs, Ammarnäs-Hemavan. Die Karten gab es bei Outnorth (http://www.outnorth.de/de/calazo-forlag/kebnekaisefjallen?) deutlich günstiger als in Deutschland. Für die von uns gelaufene Strecke von Abisko nach Kvikkjokk hätten wir nur die beiden Karten Kebnekaisefjällen sowie Sarek & Padjelanta benötigt. Wegen der perfekten Wegbeschreibung im Wanderführer und der vorbildlichen Markierung des Kungsleden haben wir die Papierkarten unterwegs jedoch nie gebraucht.
Fazit: Nicht benutzt



Werkzeuge

Die meisten Dinge aus diesem Bereich haben wird nicht benutzt. Aber ähnlich einem First Aid Kit kommen sie eben nur zum Einsatz wenn irgendwas schiefgeht. Das war zum Glück auf unsere Tour nicht der Fall.

Feststehendes Messer: Mora Bushcraft Black
Klingenlänge 109 mm, Klingenstärke 3,2 mm, Gesamtlänge 232mm, Gewicht 162 g, schwarz beschichteter Carbonstahl
Die Idee war das Messer zum Holzspalten (Batoning) für Lagerfeuer zu benutzen um an trockenes Kernholz zu kommen. Und für alle Fälle die ein robusteres Messer erfordern würden - nur die gab es auf der ganzen Tour nicht. Ansonsten ist da Mora für ein feststehendes Messer dieser Größe sehr leicht und ergonomisch. Es ist nicht Fulltang aber durch seinen 2/3 Steck-Erl noch ausreichend robust.
Fazit: Nicht benutzt

Taschenmesser: Victorinox Schweizer Soldatenmesser 08
Klingenlänge 85 mm, Grifflänge 110 mm, Gewicht 130 g, rostfreier Stahl
Eigentlich handelt es sich um ein Multitool, das dafür recht leicht ist. Die Klinge besitzt den Sägeschliff an der Spitze, und kann dadurch sowohl sehr aggressiv Durchtrennen als auch präzise Feinarbeiten leisten. Daneben gibt es noch eine gute Säge, Flach- und Kreuzschlitzschraubendreher, Stechahle, Kapselheber und Büchsenöffner. Klinge und Schraubendreher können mit einem Linerlock arretiert werden. Wegen der Beschränkung auf Fertignahrung gab es kaum Anwendungsfälle. Einmal kam die Säge zum Einsatz sonst wurde es nur spazieren getragen.
Fazit: Kaum benutzt

Multitool: Leatherman Sidekick
Klingenlänge 66 mm, Grifflänge 97 mm, Gewicht 210 g, 420HC Stahl
Eines der günstigeren Fullsize-Multitools vom Leatherman. Das wichtigste Ausstattungsmerkmal ist eine Zange, die durch eine Feder offen gehalten wird. Neben einer glatten Klinge mit Hohlschliff gibt es eine kleine mit Wellenschliff. Außerdem noch eine Säge, Flach- und Kreuzschlitzschraubendreher, Feile, Kapselheber und Büchsenöffner. Klinge und Säge können mit einem Linerlock arretiert werden. Obwohl so nicht geplant, hat uns die Zange beim Ziehen der Zeltheringe aus festem, steinigen Boden sehr gute Dienste geleistet. Zwar kann man sich zum Ziehen auch mit einem zweiten Hering behelfen,
aber da die Exped-Heringe abgerundet sind ist man dabei oft abgerutscht. Mit der Zange ging es viel schneller, leichter und schonender für die Finger. Machen wir ab jetzt immer so!
Fazit: Hilfreich beim Ziehen der Heringe

Schnur: ASMC Mehrzweckschnur
15 m x 3 mm
Damit haben wir in Verbindung mit Materialkarabinern alle externen Teile (Zelt, Packsäcke mit Verpflegung, Brennstoff-Flasche, Wasserflaschen, Crocs) gegen Verlieren gesichert.
Fazit: gut

Paracord: Tasmanian Tiger Paracord 550
20 m x 5 mm
Für den Fall der Fälle, als zusätzliche Abspannung, Wäscheleine etc.
Fazit: nicht benutzt

Ductape: ASMC Taktisches Panzerband
5m x 50 mm
Breites Universalklebeband zum Reparieren und Fixieren.
Fazit: nicht benutzt

Handschuhe: Mechanix Wear Handschuhe The Original
Schützen die Hände wenn man durch dichtes Gestrüpp und Dornen muss, bei scharfkantigen Steinen und kalten Ketten an Klettersteigen, beim Abseilen oder beim Vorbereiten von Feuerholz. Kam auf der Tour aber alles nicht vor.
Fazit: nicht benutzt

Organizer: Maxpedition Fatty
127 x 178 x 50mm, 140 g
Der Fatty sorgt dafür dass die ganzen Kleinteile jederzeit griffbereit sind ohne lange im Rucksack suchen zu müssen.
Feuerzeuge, Sturmstreichölzer, Zunder, die kleine Zebralight Kopflampe, Paracord, Mehrzweckschnur, Ductape und Mecanix Handschuhe hatten so ihren festen Platz.
Fazit: Perfekt, Teuer



Lampen

Wir haben selten Lampen gebraucht. Manchmal kurz abends im Zelt, einmal in der Hütte und einmal für 2 Stunden bei unserer nächtlichen Wanderung, Zeltplatzsuche und Zeltaufbau. Am Anfang der Kungsleden-Tour wurde es auch nachts kaum dunkel. Trotzdem sollte jeder eine Lampe und genügend Batterien mitnehmen um auch für unvorhersehbare Ereignisse gewappnet zu sein. Zebralight ist ein US Premiumhersteller der fast nur von Lupine getoppt wird, was Qualität, Leistung und Preis angeht. Das programmierbare Interface mit 6 Helligkeitsstufen, Moonlight-Mode und Ladestandsanzeige ist perfekt sobald man es verstanden hat.
Redundanz ist auch bei Lampen sinnvoll, trotzdem reichen zwei Kopflampen und eine Taschenlampe. Die große Nitecore bleibt das nächste Mal zu Hause.

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Taschenlampe Wolf: Zebralight SC600 MK II
900 Lumen, 101x30mm, Seitenschalter, 6 Modi, hardanodisiertes Aluminium, wasserdicht nach IPX7
Kompakt, Perfekte Helligkeit, Laufzeit und Reichweite für schwieriges Gelände. Im Zelt genügen 30 Lumen mit einer Laufzeit von 60 Stunden. Ein Akku reicht so für die ganze Tour. Im Notfall kann man den Akku in der Kopflampe Verwenden, oder die SC600 als Backup verwenden. Inzwischen gibt es mit der SC62 ein noch kompakteres Modell mit höherer Leistung.
Zubehör: EagleTac 18650 LiIon-Akku 3400 mAh
Fazit: Perfekt

Kopflampe Wolf: Zebralight H600w MKII Neutral White
1020 Lumen, 98x24mm, Seitenschalter, 6 Modi, hardanodisiertes Aluminium, wasserdicht nach IPX7
Kompakt, Perfekte Helligkeit, Farbtreue, Laufzeit und Reichweite für schwieriges Gelände. Die neutralweisse Farbtemperatur der Lampe sorgt für natürlichere Farben in der Natur. Die Lampe ist leicht und trägt sich mit dem Überkopfband bequem und sicher. Nachts waren wir zwei Stunden mit 320 Lumen unterwegs, weniger wäre in unbekannten steilen Gelände zu wenig, kurze Spotlights mit 1020 Lumen zur Suche nach einem Lagerplatz. Trotz LiIon-Akku mit 3400 mAh war danach die halbe Kapazität verbraucht! Bei autarkem Trekking muss man also Reserveakkus mitnehmen wenn man häufig nachts unterwegs ist. In bekanntem Gebiet nutze ich keine Stirnlampe - die Taschenlampe ist ausgeschaltet in der Hand. Hier war ich froh dauerhaft 330 Lumen und freie Händen zu haben.
Zubehör: EagleTac 18650 LiIon-Akku 3400 mAh
Fazit: Perfekt

Kopflampe Kai: Zebralight H502
260 Lumen, 70x21mm, Seitenschalter, 6 Modi, hardanodisiertes Aluminium, wasserdicht nach IPX7,
Sehr klein, kein Reflektor - daher extremes Streulicht und geringe Reichweite - eher für Kartenlesen und Zeltaufbau als fürs Wandern (Schwestermodell H52 für Trekking besser geeignet), begrenzte Laufzeit 1h bei 260Lumen / 3h bei 100 Lumen
Bei 100 Lumen im Nachstieg oder bei bekannten/unkritischen Wegen ok, Reichweite/Laufzeit nicht ausreichend um schwieriges Gelände zu sondieren und Lagerplatz zu suchen.
Zubehör: Eneloop AA NiMH-Akku bzw. Energizer Ultimate Lithium LR91 AA Batterie
Fazit: Geringe Laufzeit und Reichweite. Nur für Nachstieg und bekannte Strecken.

Taschenlampe Kai: Nitecore MT-26
800 Lumen, 150x34mm, Forward-Clicky, 4 Mode, hardanodisiertes Aluminium, wasserdicht nach IPX8,
mittelgroß, hohe Laufzeit 2h bei 800 Lumen / 17h bei 78 Lumen
Eine mittelgroße und robuste Lampe. Die Idee war das jeder von uns unabhängig eine Taschenlampe hat und der 18650er Akku notfalls auch in der Kopflampe verwendet werden kann. Aber auch bei zwei Kopflampen und nur einer Taschenlampe hat man immer noch genügend Redundanz.
Zubehör: EagleTac 18650 LiIon-Akku 3400 mAh
Fazit: Nicht benutzt, 2 Kopflampen und 1 Taschenlampe reichen!

Backup: Streamlight MicroStream
35 Lumen, 2h Laufzeit, 90x15mm, Forward-Clicky, 1 Mode, hardanodisiertes Aluminium, wassergeschützt nach IPX4,
Sehr klein, jederzeit im schnellen Zugriff in Rucksack-Beckengurt-Tasche.
Zubehör: Eneloop AAA NiMH-Akku
Fazit: Nicht benutzt

Ladegerät: XTAR MP1
USB Ladegerät für 18650 LiIon-Akkus, 500mA Ladestrom, in Verbindung mit iPhone Netzteil.
Sehr klein, braucht aber 8 Stunden für eine Ladung. Für Hüttentour sinnvoll, für autarkes Trekking ist es besser genug geladene Akkus mitzuführen.
Fazit: Nicht benutzt

Batterien: Energizer Ultimate Lithium LR91 AA Batterie
24 x AA Batterien, vor allem für Garmin Oregon 650. Das läuft mit dem mitgelieferten Akkupack 1 Tag, mit einem Paar LR91 aber 2,5 Tage. Für neun Tage haben 1 Akkupack + 6 LR91 gereicht - nachts war das Garmin ausgeschaltet. Die LR91 waren auch als Backup für die kleine Kopflampe gedacht, falls alle Akkus verbraucht worden wären. Lithium Batterien halten 7-mal so lange wie Alkaline Batterien, können 20 Jahren gelagert werden, sind 30% leichter und arbeiten bei -40 bis +60 Grad Celsius, sind aber teuer.
Zubehör: 2 x Batteriehalter Powerpax 12 x AA nachleuchtend, Steckrichtung unterscheidet leer/voll
Fazit: Perfekt, 12 Stück hätten gereicht



Küche

Unsere Küchenausstattung bestand aus Kocher, Brenstoffflasche, diversen Zündmitteln, Wasserflaschen, Wasserfilter, Tassen und Sporks. Besonders die vierfache Redundanz bei den Zündmitteln hat sich sehr bewehrt, denn neben einem Komplettausfall funktioniert nicht jedes in jeder Situation.

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Kocher: Trangia 27-1 HA
690g, Spirituskocher
Die zwei 1-Liter-Topfe, Pfanne/Deckel und Ständer/Windschutz sind aus hardanodisiertem Aluminium gefertigt, dadurch geschmacksneutral und durch Antihaft-Effekt einfach zu reinigen. Spiritus überall ist zu bekommen und der Brenner unkaputtbar. Der Sturmkocher besitz einen integrierter Windscreen und der niedrige Schwerpunkt macht ihn sehr standsicher.
Wir haben mit dem Trangia fast ausschließlich Wasser gekocht. Wenn Trekkingmahlzeiten weniger als 0,4 Liter Wasser benötigen braucht man für 2 Leute nur einen Topf, da der effektiv nur 0,7-0,8 Liter fasst. Außerdem entfällt das Spülen, wenn Wasser zu kostbar ist um Töpfe zu reinigen und spülmittelfrei zu bekommen. Kocht sehr langsam - schlecht wenn man bei Kälte und Schlechtwetter schnell in den Schlafsack will, Flamme ging manchmal aus. Bei kaltem Spiritus Zündprobleme mit Feuerstahl.
Verbrauch: 1 Liter Spiritus um 8 Tage je 3 Litern Wasser zu kochen (2x2 Trekking Meal + Getränk).
Zubehör: Trangia Packbeutel um Rußverschmutzung von Rucksack fernzuhalten.
Fazit: Simple Bedienung, Robust, Langsam!

Trangia Brennstofflasche 1l
1 Liter, 155 g, Kunststoff
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Robust - man steht nicht ohne Spiritus da, falls es mal rauh zugeht. Durch den speziellen „Sicherheitsverschluss-Ausgießer“ kann man sehr gezielt und gut dosierbar ausgiessen. Er hält dicht - aber es bleiben Tropfen im Ausgiesser zurück. Die Trangia Brennstoffflasche ist sicher und bequem, aber eigentlich reicht die Originalflasche aus, ohnehin die einzige Option wenn man fliegt.
Fazit: Nice to have

Feuerstahl: Light My Fire FireSteel Scout 2.0
3000 Zündungen, Funkentemperatur 2,980°C, 77x24x14mm, 27g, Magnesiumlegierung (Feuerstahl), Edelstahl (Striker)
Der schwedische Feuerstahl ist extrem zuverlässig, unabhängig von Höhe, Temperatur und Feuchtigkeit. Durch das simple Prinzip gibt es keine Schwachstellen die versagen könnten. Vor der erstmaligen Benutzung muss die schwarze Schutzschicht entfernt werden. Man sollte unbedingt zuhause das Erzeugen der Zündfunken bei richtigem Winkel und Druck des Strikers üben. Man kann nicht nur Spiritus oder Gas damit entzünden auch ein Lagerfeuer lässt sich mit der notwendigen Übung entfachen. Dies kann aber für Anfänger frustrierend sein, da bei der Auswahl des geeigneten Zunders (Birkenrinde, Kienspan, Watte, Tampon) und beim Sammeln (stehendes Totholz) und der Vorbereitung des Brennholzes (Feathersticks) einige Erfahrung notwendig ist. Um das Zunderhäufchen beim Zünden nicht zu zerstören wird dabei entweder der Striker nur unter hohem Druck mit dem Daumen auf dem Feuerstahl bewegt oder bei fester Position des Strikers der Feuerstahl zur Person hin gezogen. Der Striker hat eine scharfe Kante und funktioniert sehr gut ohne den Feuerstahl durch eine Sägezahnung unnötig schnell abzunutzen. Über eine ausreichen lange Schnur mit dem Feuerstahl verbunden verfügt der Striker im bequemen Griff auch über eine integrierte Signalpfeife. Die kann aber natürlich nicht mit einer Pfeife wie der ACME Tornado mithalten. Der Feuerstahl kann auch im Flug- oder Handgepäck transportiert werden. Sehr kalter Spiritus verdunstet zu wenig und zündet nicht. Hier kann das Erwärmen der Kocherdose mit der Hand oder deren Lagerung im Schlafsack helfen. Wir haben dann auf Sturmstreichhölzer zurückgegriffen.
Zubehör: MYOG Zunderbox: Leere Überraschungsei-Plastkapsel gefüllt mit Watte
Fazit: Sehr gut, problematisch bei eiskaltem Spiritus.

Streichhölzer: Sturmstreichhölzer ASMC
20 Stück pro Schachtel
Wir haben die Sturmstreichhölzer nicht in der mitgelieferten Pappschachtel transportiert sondern bei ASMC eine extra Kunststoff-Zündholzbox gekauft. Die kleine, runde Box kann durch einen Dichtring wasserdicht verschraubt werden. Sie fasst 15 Sturmstreichhölzer und eine Reibefläche. Die Streichhölzer zünden gut, brennen intensiv wie zu Sylvester und verlöschen auch bei starkem Wind nicht. Sie brannten ausreichend lange um den eiskalten Spiritus im Trangia zu entzünden, wenn der Feuerstahl dies nicht bewerkstelligen konnte. Im Deckel der Box befindet sich innen ein kleiner Spiegel und am Boden ein kleiner Feuerstein - beides wohl eher Spielereien.
Zubehör: ASMC Zündholzbox oliv, 7,5 x 2,5 cm, 20 g
Fazit: Perfekt

Feuerzeug: Wenger Clava
Gas-Kapazität 1,3 g, 98 x 28 mm, Gewicht 61 g, Jet-Flame, Piezo, Sturmfest, Wasserdicht, Nachfüllbar
Ein relativ teures, großes, nachfüllbares Gasfeuerzeug mit Piezozündung und Jetflame. Dieser Flammenstrahl kann auch nach unten gerichtet werden, z.B. zum einfachen Entzünden des Spiritusbrenners. Das massive Feuerzeug mit großen Gastank ist teilweise aus Aluminium gefertigt, außen gummiert und kann mit zwei Schraubkappen wasserdicht verschlossen werden. Beide Kappen enthalten innen einen Spiegel. Unten befinden sich das Nachfüllventil, die Flammenhöhenregulierung und ein Sichtfenster. Die oberen Kappe hat eine Schnur mit Karabiner mit der man das Feuerzeug gegen verlieren sichern kann. Die Sturmfestigkeit wird durch zwei Prinzipien erreicht. Einerseits durch den hohen Austrittsdruck der Jetflames und andererseits durch einen Metallring der durch die Flamme zum Glühen gebracht wird, und diese bei kurzzeitigem Verlöschen neu entzündet, solange die Gaszufuhr nicht unterbrochen wird. Soweit klingt alles gut, leider hat das Feuerzeug seine Dienst auf der Tour verweigert, obwohl im Sichtfenster noch ausreichend Gas sichtbar war. Es war kein Geräusch zu hören, weder von Gas noch von der Zündung. Nachdem wir zuhause nochmal randvoll gefüllt hatten funktionierte es wieder. Möglicherweise lag der Fehler an der Piezozündung oder dem durch unvollständige Füllung hervorgerufenen Luft/Gas-Gemisch im Tank. Fest steht das Zuverlässigkeit das wichtigste auf einer autarken Trekking-Tour ist, noch mehr wenn im Winter Wasser geschmolzen werden muss!
Fazit: unzuverlässig

Feuerzeug: BIC Reibrad Slim J23
Ein zuverlässiges Einweg-Gasfeuerzeug mit Feuerstein. Nach meiner Erfahrung ist der Feuerstein zuverlässiger als Piezozündung. Trotzdem hat das BIC mehrere Nachteile. Meist braucht man die Taschenlampe um den Füllstand im nur leicht durchscheinenden Gehäuse zu erkennen. Die Flamme ist empfindlich und wird von stärkerem Wind ausgeblasen. Am störendsten ist das die Flamme durch fehlenden Druck nicht nach unten gerichtet werden kann. Das verhindert den Spiritus im Brenner zu entzünden, insbesondere wenn der nicht randvoll ist. Natürlich kann man sich irgendwie behelfen, aber es ist umständlich.
Fazit: zuverlässige Zündung, Flamme empfindlich, lässt sich nicht nach unten richten.

Tasse: Wildo Berghaferl
0,3 Liter, 50 g, 90 x 74 x 45 mm, Kunststoff
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Die schwedische "Kåsa army" verträgt kochendes Wasser und wurde von uns für Tee und Kaffee genutzt, ist aber auch als Müslischale oder zum Beeren sammeln geeignet. Durch den Kunststoff kann man sich an heißen Getränken gut die Hände wärmen, ohne sich zu verbrennen. Durch das Loch im Griff kann die Tasse mit einem Karabiner am Rucksack befestigt werden, wenn man unterwegs am Bach Wasser schöpfen möchte. Außerdem lassen sich die Tassen stapeln und fanden zusammen mit Spork und Feuerstahl Platz im Trangia 27 Kochset. Die Tasse steht stabil, der Boden ist seitlich abgerundet und kann einfach gereinigt werden.
Fazit: Perfekt

Besteck: Snow Peak Spork
16 g, Titan, 34 x 163 mm,
Die Kombination aus Löffel und Gabel war für unsere Trekkingmahlzeiten ideal. Ob Erbseneintopf, Milchreis oder Borscht, der Spork reicht bis zum Tütenboden. Auch Instant Nudeln sind kein Problem. Nimmt wenig Platz weg, sehr leicht und stabil, da bricht nichts wie bei Pendants aus Kunststoff. Titan ist sehr angenehm, durch die geringe Wärmeleitfähigkeit fühlt es sich nie zu kalt oder zu heiß an.
Fazit: Perfekt

Trinkflasche: Nalgene Everyday Oasis
1 Liter, 132 g
Durch die typische flache Feldflaschenform lässt sie sich auch bei vollem Rucksack gut in die Seitentaschen schieben. BPA-freier, transparenter Kunststoff, aber wer weiss schon welches Teufelszeug in 10 Jahren in den heute angepriesenen Flaschen entdeckt wird. Auf jeden Fall geruchs- und geschmacksneutral, auch wenn das Wasser einen Tag in der Flasche war.
Natürlich schwerer als eine Mineralwasserflasche aus dem Supermarkt. Das macht aber bei einem Liter nur 10% aus. Dafür viel robuster, so dass man auch mal sanfte Gewalt anwenden kann um die Flasche im vollgestopften Rucksack zu verstauen. Sie verzeiht wenn sie mal runterfällt oder unter dem umfallenden Rucksack begraben wird.
Fazit: Perfekt

Trinkflasche: Nalgene Everyday Weithals
1 Liter, 180 g
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Durch den großen Durchmesser ist es bei vollem Rucksack schwieriger die Flasche in die Seitentaschen zu bekommen. BPA-freier, transparenter Kunststoff, mit Skala. Die große Öffnung war perfekt um das Xenofit Mineral Energy Pulver aus dem Beutel in die Flasche zu entleeren. Sonst kann man sie auch gut zum Beeren sammeln nutzen. Die Weithalsflasche ist noch robuster als die Oasis.
Fazit: Perfekt

Faltflasche: 1,5 Liter Evernew Water Carry
1,5 Liter, 35 g
Die Faltflasche hatte eine Doppelfunktion zu erfüllen: Normalerweise klein zusammengefaltet füllten wir das zusätzliches Wasserreservoir am nächsten Bach auf sobald wir beschlossen demnächst unser Zelt aufzubauen. Wir wussten ja vorher nicht ob es am eigentlichen Lager auch Wasser geben würde. Ingesamt hatten wir dann 3,5 Liter zur Verfügung um abends und am nächsten morgen jeweils 2 Trekkingmahlzeiten und Getränke zuzubereiten. Die gefüllte Flasche passt in die Deuter-Seitentasche. Außerdem war das Gewinde der Evernew kompatibel mit dem Sawyer Mini Wasserfilter. Damit diente sie auch als Backup für den originalen Sawyer Faltbeutel. Die Evernew is geschmacksneutral und steht in gefülltem Zustand aufrecht. An der Flasche ist eine Gummischnur angebracht, mit der sie in aufgerolltem Zustand fixiert werden kann. Leider ging die Schnur während der Tour verloren.
Fazit: Perfekt

Wasserfilter: Sawyer Mini SP 128
Gesamt 108 g, Filter 48 g, Spritze 34 g, Beutel: 22 g, Trinkhalm: 4 g, 15x5 cm, 0,1 Micron Hohlfaser
Wir haben alles Wasser mit dem Sawyer Mini (https://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php/77062-Wasserfilter-Sawyer-Mini?highlight=sawyer+mini) gefiltert. Man kann das Wasser auch ungefiltert trinken, aber wir hatten Berichte über durch Lemminge übertragene Hasenpest (https://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php/51959-NO-Lemmingjahr?highlight=lemmingjahr) gelesen und wollten kein Risiko eingehen. Den Tierchen und ihren Hinterlassenschaften sind wir häufig begegnet, ebenso einem skelettierten Rentierschädel im Bach - da hatte das Wasser seine Unschuld verloren.

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Der Filter ist preiswert, klein, leicht und die ist Bedienung simpel. Die 0,1 Micron Hohlfasermembran filtert 99,9999% aller Bakterien und Protozoen, jedoch keine Viren. Das Befüllen der mitgelieferten 0,5 l Faltflasche war allerdings tricky.
An langsam fließenden Bächen füllte sich die Flasche einfach nicht mit Wasser. Wenn man die Flasche vorher aufbläst und den Boden mit den Fingern auseinander spreizt geht es aber. In der Strömung und an kleinen Wasserfällen ist es kein Problem.
Wir haben auf der gesamten Tour gefiltert, sonst allerdings niemanden mit Filtern hantieren sehen. Da wir die Faltflasche beim Filtern immer aufgerollt haben um mehr Druck auszuüben, hat sich nach acht Tagen die äußere Folienschicht delaminiert, war aber immer noch dicht. Zukünftig werden wir von 0,5 auf 1 Liter Beutel umsteigen um den Ablauf zu beschleunigen.
Die Durchflussgeschwindigkeit wird mit 1,7l/min angegeben, hängt aber davon ab im Gravitationsmode nur die Schwerkraft wirkt oder zusätzlich Druck auf den Wasserbeutel ausgeübt wird. Dabei muss man vorsichtig sein um weder Filterelement noch Beutel zu beschädigen. Wir haben bei mäßigem Druck diese Werte nicht erreicht, mit 2 Litern waren wir 10-15 Minuten beschäftigt,
einschließlich mehrfachen Befüllens des zu kleinen 0,5 Liter Schmutzwasserbeutels.
Aufpassen muss man auch im Winter oder bei Nachtfrost, denn durch gefrierendes Wasser wird der empfindliche Filter zerstört. Vor tiefen Temperaturen muss man ihn also in der Jacke oder im Schlafsack schützen.
Die Lebensdauer ist mit 378.540 Litern angegeben. Man soll den Filter mit der mitgelieferten Reinigungsspritze durch gegenläufiges Durchspülen mit sauberem Wasser regelmäßig reinigen, damit er sich nicht zusetzt und die Durchflussgeschwindigkeit erhalten bleibt. Bei dem klaren Wasser auf dem Kungsleden war das nicht notwendig, so dass man die Reinigungsspritze zuhause lassen kann, ebenso wie das Trinkröhrchen das zum direkten Saugen des Wassers aus dem Bach gedacht ist, z.B. wenn der Faltbeutel beschädigt ist. Nach Gebrauch soll man das Wasser durch mehrfaches kräftiges Ausschütteln aus dem Filter entfernen und ihn vor längerer Lagerung mit Haushaltsbleiche durchspülen um Bakterienwachstum vorzubeugen.
In Bezug auf Preis, Größe, Gewicht, Durchflußgeschwindigkeit und Lebensdauer ist der Sawyer vielen anderen Systemen überlegen, wenn man von chemischen Lösungen wie Aquamira oder Micropur absieht, die aber den Geschmack beeinträchtigen und das Wasser nicht reinigen sondern Keime nur abtöten. Mit dem Sawyer Squeeze SP131 gibt es auch ein größeres Modell mit größerer Lebensdauer und Durchflussgeschwindigkeit, während der Sawyer Point ZeroTwo mit 0,02 Micron auch Viren sicher filtert.
Zubehör: Faltflasche 1,5 Liter Evernew Water Carry (es passt auch jede PET-Flasche)
Zubehör: Emil 4 kids Brotbox zum Transport
Fazit: Perfekt (klein, leicht, preiswert) für vorsichtige Menschen

Box: Emil 4 kids Brotbox
190 x 135 x 60 mm, 100 g
Wasserfilter, Reinigungsspritze, Trinkröhrchen, der 0,5 Liter Sawyer Faltbeutel und der 1,5 Liter Evernew Faltbeutel passten perfekt in die Box. So hat man alles beisammen und es gelangt keine Feuchtigkeit in den Rucksack. Außerdem sind Filter und Zubehör geschützt wenn beim Hineinstopfen in den prall gefüllten Rucksack etwas mehr Kraft aufwendet wird.
Fazit: Perfekt

outpost
03.11.2014, 18:45
Bekleidung

Trekkingschuhe: Meindl Vakuum GTX
Goretex, 1880g
Gute Schuhe sind neben Zelt, Schlafsack und Rucksack der wohl entscheidendste Ausrüstungsgegenstand bei einer Trekkingtour. Die Meindl haben trocken gehalten auch wenn wir mal kurz bis zum Knöchel im Wasser standen, sie sind robust, stabilisieren in schwierigem Gelände und haben einen guten Grip, ein akzeptables Fussklima und sind meistens bequem. Bei Kai war alles perfekt, bei mir hat sporadisch die Zunge bzw. deren Faltung am Spann im Bereich der Tiefzughaken gedrückt. Es fing am dritten Tag an und war ein mysteriöses On-Off-Problem, das ausschließlich am linken Fuß auftrat und dessen Geheimnis ich bis zum Ende der Tour nicht vollständig lösen konnte. Irgendwann habe ich die Tiefzughaken ausgelassen und die Schuhe lockerer geschnürt, was beim Abstieg immer dazu führte das die Zehen schmerzhaft anstießen. Außerdem hätte ich mir einen wirkungsvolleren Zehenschutz gewünscht, wenn am Ende des Tages Kondition und Aufmerksamkeit nachließen war das Stolpern über herausstehende Steine ziemlich schmerzhaft.
Fazit: Gut, teuer

Trekkingsocken: FALKE TK 1
Dick gepolsterte Trekkingsocken aus Kunstfaser/Wolle-Gemisch mit Komfortbund
Beide Falke Socken hatte ich bei Wanderungen vor der Tour eingelaufen und getestet. Auf den TK 1 geht man ein wenig wie auf einem dicken Plüschteppich. Recht angenehm bei etwas indirektem "Fahrgefühl". Allerdings wird es durch die Materialstärke schon stramm in den Schuhen obwohl ich die eine Nummer größer gewählt hatte. Auf Tour hatte ich 3 Paar Socken mit, neben den Falke Socken auch noch ein Paar dünne Lidl Trekking Socken. Am Ende war ich meist mit denen unterwegs.
Fazit: Gut, teuer

Trekkingsocken: FALKE TK 2
Leicht gepolsterte Trekkingsocken aus Kunstfaster/Merinowolle-Gemisch mit Komfortbund
Fazit: Gut, teuer

Sandalen: Crocs Off Road
400g, geschlossenzelliger Kunststoff.
Wenn man die Crocs das erste mal sieht würde man sie eher im 5 Euro Bereich einer Wühlkiste verorten. Bei Berichten über Lappland und den Norden werden sie aber immer wieder als Mittel der Wahl zum Furten erwähnt. Mangels eigener Erfahrung mussten wir uns darauf verlassen. Natürlich bezahlt man bei so einer Marke die guten Erfahrungen anderer teuer mit. Sie sind tatsächlich bequem und praktisch. Das verstellbare Fersenband des Off Road Modells erlaubt es die Schuhe beim Furten fest am Fuß zu fixieren. Man kann sie aber auch mit nach vorn geklappten Fersenband tragen, ohne das Gefühl sie zu verlieren. Die Sohle ist extra dick und sollte gut gegen spitze Steine schützen, ebenso wie die massive Zehenkappe. Sie sind leicht und wasserfest und trocknen durch den geschlosssenzelligen Kunststoff sehr schnell. Die Farbe "chocolate" ist allerding mehr olivgrau als braun. Bei Größe 44 musste ich mich zwischen den US Größen 10 und 11 entscheiden. Bei Größe 11 wirkt der Schuh recht massiv und die großzügige Passform lässt viel Freiraum zwischen Fußoberseite und Material. Durch den Abstand und die Belüftungslöchern schwitzt der Fuß viel weniger als befürchtet. Durch ihr großes Volumen würden die Crocs viel Platz im Rucksack benötigen. Deshalb haben wir Paracord durch die Belüftungslöcher der nebeneinander stehenden Schuhe gezogen, mit Schlingen an den Enden, dann die Schuhe mit den Sohlen zueinander geklappt und die beiden Schlingen dann mit einem Karabinerhaken außen in eine Materialschlaufe der Rucksäcke eingehängt.

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Wir waren Ende August, Anfang September bei strahlendem Sonnenschein auf dem Kungsleden unterwegs. Zu furten gab es kaum etwas, so dass wir die Crocs außer im Camp nicht wirklich gebraucht haben. Das kann man natürlich vorher nicht wissen und ein plötzliches Unwetter kann die Situation schlagartig ändern. Vor der Tour hatten wir die Crocs beim Furten der Düssel erfolgreich getestet, während der Tour einmal aus Spaß im Tjäktjajakka. Nach dem Kauf mussten die Schuhe erst mal eine Woche in Quarantäne auf den Balkon, so intensiv war der Kunststoffgeruch. Inzwischen ist der aber komplett verflogen.
Fazit: Gut, teuer, wegen Wetter und Jahreszeit kaum benötigt

Trekkinghose: Fjällräven Karl G-1000 Trousers
465g, G-1000 silent (65% Polyester, 35% Baumwolle), UV-Schutz 50+
Die Hose hat einen eher niedrig geschnittener Bund, vorgeformte Knie, 2 Schub-, 2 Gesäßtaschen mit Druckknopf und 3 aufgesetzte Beintaschen. Man muss die Hosenbein individuell auf die richtige Länge umnähen (lassen).
In der länglichen Multitool-Tasche war mein Victorinox Armeemesser.
In der linken Beintasche mit seitlichem Reisverschluss befand sich mein iPhone, das so superschnell als Kamera im Zugriff war. In der rechten Beintasche mit Druckknopf war der Kungsleden-Reiseführer, durch einen Ziploc Beutel extra gegen Regen geschützt. Die Schubtaschen sind sehr tief, so dass man seine Hände gut drin versenken kann und auch keine Angst haben muss etwas zu verlieren. In der rechten Tasche hatte ich das Garmin 650 und in der linken Taschentücher. Die Hose bietet sehr gute Bewegungsfreiheit ohne sackartig zu wirken. Das G1000 Material ist sehr strapazierfähig und mückendicht, dabei deutlich leichter als Jeans- oder Moleskine-Stoff. In "darkgray" ist sie unempfindlich gegen Flecken und nahezu "selbstreinigend". G1000 silent ist angenehm im Griff und geräuscharm, ohne Kunstfaser-Feeling. Die Hose ist im Auslieferungszustand gewachst, das verliert sich mit der Zeit beim Waschen. Durch Einreiben mit einem Stück Grönlandwachs (Bienenwachs+Paraffin) und anschließendem Einschmelzen mit einem heißen Föhn kann der Schutz bei Bedarf aufgefrischt werden. Aber auch gewachst ist die Hose nicht wasserdicht! Ja, die ersten Tropfen mögen abperlen, aber einem Regen hält sie nicht stand und ist kein Ersatz für eine Regenhose. Der Vorteil liegt eher darin, dass das Material kaum Wasser aufnimmt und nach dem Regen relativ schnell wieder trocknet, während Baumwollhosen schwer werden und kaum trocknen. Durch die individuell anpassbare Länge der Hose gibt es leider keine spezielle Verstärkung am unteren Ende der Hosenbeine. Speziell an der Innenseite wäre eine Verstärkung mit Cordura wünschenswert. Nach drei Jahren ist der umgenähte Umschlag der Hose inzwischen an der Innenseite durchgescheuert. Das ist aber kaum sichtbar und funktionell kein Problem. Der "zivile" Look eignet sich auch für den Spaziergang zwischendurch, wenn eine Barents Pro mit ihren ins Auge stechenden Knieverstärkungen vielleicht "too much" ist.
Hier noch der ultimative Praxistest: Das Material ist so robust dass es eine Beissatacke eines Schäferhundes auf meinen Oberschenkel ohne Spuren überstanden hat, obwohl ich darunter eine 10cm lange Narbe davongetragen habe. Ohne die Hose hätte sicher ein Stück Fleisch gefehlt.
Fazit: Perfekt

Gürtel: 5.11 TDU Belt
38 mm, 140g, Nylon, Plastschnalle
Für die Tour wollte ich meinen 330 Gramm schweren und 45 mm breiten Tops Sere Belt gegen etwas Leichteres tauschen. Der TDU Belt ist trotzdem ein stabiler, breiter Gürtel aus dreifach genähtem, verstärkten Nylongewebe. Er lässt sich gut verstellen und hält die eingestellte Länge auch sicher. Er saugt sich im Regen nicht voll und trocknet schnell. Ein Gürtel verhindert das die Hosen rutschen, selbst wenn man auf Tour mehrere Kilo abnimmt so wie das bei mir der Fall war oder viel Zeug in den Taschen hat (GPS, Wanderführer, Taschenmesser, iPhone). Trotzdem gibt es einen gravierenden Kritikpunkt. Der Gürtel ist relativ dick, und die steife Kante schneidet ein, besonders unter dem Hüftgurt des schweren Rucksacks. Selbst nach 2 Monaten sind die Spuren noch nicht vollständig verschwunden.
Fazit: unbequem unter dem Hüftgurt

Hardshell: The North Face Point Five Jacket
500g, Gore-Tex Pro Shell, 3 Lagen
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Die absolut wind- und wasserdichte Jacke ist sehr robust, getapt und auch für schwere Rucksäcke geeignet. Die Kapuze ist voll verstellbar und besitzt einen Schild. Die zwei großen Schubtaschen sind hoch angesetzt und haben wasserdichte Reißverschlüsse. Die Jacke kann über Unterarmreißverschlüsse belüftet werden, sehr praktisch wenn man schnell unterwegs ist oder einen schweren Rucksack hat. Die Ärmelbündchen können über Klettverschluss angepasst werden. Leider gibt es keine Innentasche und auch keinen Aufhänger, außer man missbraucht die rückseitige Kapuzenregulierung dazu. Auf Tour haben wir die Jacke angezogen sobald es kalt, windig oder regnerisch wurde. Trotz schwerer Rucksäcke haben wir dann eigentlich kaum mehr geschwitzt als vorher im T-Shirt in der Sonne. Zusammen mit Primaloftjacke, Mütze und Handschuhen haben wir am Ufer des Laitaure Sees bei kaltem, windigen Wetter und Regen 4 Stunden ohne Bewegung sehr gut überstanden.
Fazit: Perfekt, Teuer

Isolation: The North Face RP Optimus Jacket
600g, Isolation 100g/m2 Primaloft One, 100% Nylon mit DWR-Finish, PU-Beschichtung
Die Jacke ist für ihre Wärmeleistung sehr leicht und verfügt über vier Taschen: 2 RV-Einschubtaschen, 1 RV-Napoleontasche, 1 Innentasche für eine 0,5 Liter Flasche und 1 Innentasche mit Reißverschluss. Sie besitzt eine gefütterte, an der Rückseite verstellbare Kapuze und einen hochschließenden Kragen mit Kinnschutz. Die Ärmelbündchen sind aus weichem, elastischen Material und sehr flach gehalten. Dadurch lässt sich die Jacke sehr gut unter einer Hardshell tragen. Aber es geht auch anders herum als Belay Jacket oder einfach solo. Durch DWR-Ausrüstung ist die Jacke wasserabweisend. Zum Transport kann die Jacke komprimiert und in die eigene Innentasche verpackt werden. Übrig bleibt ein kompaktes Päckchen von 20x20x10cm.
Die Jacke ist perfekt, wenn man ein schnelles Mittel gegen eine plötzliche Kälteattacke braucht, als zusätzliche Isolation bei längerem Aufenthalt an kalten, exponierten Stellen, abends nach Sonnenuntergang im Camp oder nachts um den Temperaturbereich des Schlafsacks zu erweitern.
Fazit: Perfekt, Teuer

Fleece: Nike Therma-Fit Half-Zip Fleece
330g, Micro-Fleece
Ein 100er Micro-Fleece mit atmungsaktiven, elastischen Einsätzen unter den Armen und an den Seiten. Kam immer zum Einsatz wenn es kühler wurde und das Blocken des Windes durch die Hardshell allein nicht gereicht hat.
Fazit: Perfekt

Long Sleeve: Esprit EDC
100% Baumwolle
War gedacht wenn es kühler wird. Dann haben wir aber gleich die Hardshell und manchmal das 100er Fleece angezogen. Für eine weitere Zwischenstufe war einfach kein Bedarf.
Fazit: Nicht benutzt

T-Shirt: Esprit EDC
100% Baumwolle
Ja, ich weiß. Baumwolle ist für Trekking out, man nimmt Merinowolle, Polyester oder ein Gemisch aus beidem. Ich konnte mich einfach noch nicht überwinden 50+ Euro für ein Funktions-T-Shirt auszugeben, wenn der ganze Schrank voll Baumwoll-T-Shirts ist. Für Tagestouren hat es bisher immer gereicht und auch diesmal haben wir es überlebt. Bestimmt beim nächsten Kaufrausch.
Fazit: trocknet langsam, Farben verblichen

Thermo: Ussen Baltic Norj Pro / Ussen Baltic Long Johns
Lange, relativ dicke Thermowäsche aus Polypropylen mit aufgerauter weicher Innenseite. Polypropylen ist eine extrem leichte, hydrophobe, schnelltrocknende und thermoisolierende Faser und damit perfekt für Funktions- und Thermowäsche geeignet. Durch ihre extrem niedrige Wärmeleitfähigkeit isoliert sie sowohl vor Kälte als auch vor Wärme. Die Wäsche kann bis 50 Grad in der Maschine gewaschen werden. Das Top hat einen 1/4 Reißverschluss, einen relativ hohen Kragen und lange Ärmel mit Daumenloch. Liegt relativ eng an mit leichtem Kompressionseffekt, engt aber nicht zu sehr ein. Auf Tour hab ich es nur nachts im Schlafsack getragen. War aber auch als warmer Baselayer tagsüber bei einem möglichen Kälteeinbruch gedacht.
Fazit: Perfekt

Mütze: H&M Rollmütze
61%Acryl, 24% Wolle, 11% Polyester, 40g Thinsulate
Sehr warme und winddichte Mütze, die mir bei der langen Wartezeit am windigen Laitaure See gute Dienste geleistet hat. Wenn es unterwegs nur darum ging die Ohren vor Wind zu schützen hätte ich mir zusätzlich eine dünnere Mütze gewünscht.
Fazit: Gut

Handschuhe: ASMC Thermo Handschuhe
65% Polyester 35% Baumwolle, Isolation, 40g Thinsulate
Ein sehr preiswerter und warmer Handschuh. Der Handschuh besitzt einen erstellbareren Klettverschluss am Handgelenk. Strickstulpen dichten den Handschuh gegen Wind und Schnee ab und können sowohl nach innen versteckt als auch nach außen tragen werden. Die Handinnenfläche ist mit Kunstleder verstärkt. Gedacht für die Apokalypse, wenn man im plötzlichen Schneetreiben sein Zelt aufbauen oder sich am Pass an vereiste Steine oder Ketten klammern muss. So haben sie uns nur bei langer Wartezeit am See warmgehalten.
Fazit: Gut

Halstuch: Mil-Tec Multifunktionstuch
100% Polyester
Sehr leichtes, relativ kleines Multifunktions-Schlauchtuch. Auf Tour hin und wieder als leichtes Halstuch genutzt. Kann auch als leichte Mütze oder Stirnband verwendet werden.
Fazit: Gut

Halstuch: ASMC Shemag
100% Baumwolle
War als Schal und Gesichtsschutz bei schneidendem Wind gedacht, als Kopfkissenersatz und Dreieckstuch.
Fazit: Nicht benutzt

Sonnenbrille: UVEX Sportstyle SGL 204
28 g, Mirror blue, Kategorie 3
Ich trage normalerweise keine Sonnenbrillen. Aber man liest natürlich viel über die böse UV-Strahlung im Gebirge und da mein Sohn mit auf Tour war wollte ich meiner Fürsorgepflicht nachkommen. Die Julbo Dust gefiel mir gut war aber zu teuer. Ich hab mich dann für 2 x UVEX SGL 204 entschieden. In der Rahmenfarbe "blue" und mit den "mirror blue" Gläsern sieht sie tatsächlich ziemlich sportlich aus. Die extragroßen, dezentrierten Scheiben bieten ein großes Sichtfeld und einen guten Schutz der Kategorie 3 (8 - 18% Lichtdurchlässigkeit). Neben 100 % UVA-, UVB-, UVC-Protection schützt die Litemirror-Technologie auch vor Infrarotstrahlung. Die blaue Scheibe wirkt kontrastverstärkend und alles erstrahlt ein wenig surreal in lieblichen warmen Farben. Dies ist aber gleichzeitig der entscheidende Nachteil der Brille. Die an sich sehr angenehme Farbverfälschung ist so extrem dass sie beim Fotografieren Probleme mit sich bringt. Kaum hat man ein Motiv ins Auge gefasst und setzt die Sonnenbrille ab, um etwas auf dem iPhone-Bildschirm zu erkennen wirkt plötzlich alles fade und farblos und man weiß nicht mehr warum das wirklich fotografieren wollte. Diese Diskrepanz zur Realität war letztendlich der entscheidende Grund die Brille kaum zu tragen. Erschwerend kam hinzu dass trotz der sehr großen Scheiben, die das Gesicht umfassen und kaum Lücken lassen, es beim Wandern entgegen der niedrigstehenden Sonne zu erheblichen Reflexionen im Inneren kommt.
Dies ist liegt wahrscheinlich an der fehlenden Entspiegelung. Die Soft-Bügelenden sind weich und sorgen für einen druckfreien und trotzdem rutschfreien Sitz der Brille. Das kann man vom Nasenbereich leider nicht sagen. Gummierte Nasenpads fehlen und so rutscht die Brille immer wieder nach unten und das Plastik drückt auf der Nase.
Fazit: Farbverfälschung, interne Reflexionen, kein gummiertes Nasenpad, kaum benutzt

Hut: ASMC Boonie Hat
Normalerweise trage ich keine Hüte oder Caps. Dieser war als Abstandshalter für ein Moskitonetz gedacht, so dass es nicht direkt auf Nase, Ohren und Haut aufliegt. Nach den Horrorgeschichten über die schwedischen Mücken wollten wir vorbeugen. Zum Glück mussten wir das Set nur einmal am Sitojaure nutzen. Dabei hätten wir uns eine breitere Hutkrempe gewünscht, denn das Netz lag durch die Bewegung immer wieder mal am Gesicht an. Viel schlimmer ist dass man sich so beim Essen kaum schützen kann. Also entweder hungrig bleiben, leiden oder ins Zelt flüchten. Der Hut lässt sich klein zusammenfalten und nimmt zusammen mit dem Moskitonetz kaum Platz weg.
Fazit: ok

Moskitonetz: Meru Moskito Kopfnetz
Lässt einen bei massiven Mückenattacken zumindest durchatmen, bietet aber beim Essen kaum Schutz.
Fazit: ok



Wird noch um Verpflegung, Erste Hilfe und Hygiene ergänzt.

outpost
13.11.2014, 11:28
Verpflegung

Zur Gewichtsersparnis haben wir nur dehydrierte Nahrungsmittel mitgenommen, da auf dem Kungsleden Wasser jederzeit verfügbar ist. Zusätzlich haben wir auf ein hohes Kalorien/Gewichts-Verhältnis geachtet.
Brot, Obst und Gemüse mussten leider zuhause bleiben und wurden mit jedem Tag mehr vermisst.

Morgens: süße Fertigmahlzeit, 1 Tasse Tee/Kaffee
Mittags: 2 x Wurst Rolls, 1 Liter kaltes Wasser + 1 Tüte Xenofit (für 2 Personen)
Zwischendurch: 1 x Big Corny, 2 x Nuss-Mix, 0,5 x SchoKaKola, 0,5 x Kekse, Bonbons, Wasser
Abends: herzhafte Fertigmahlzeit, 1 Tasse Tee/Kaffee oder 0,8 Liter heißes Wasser + Tüte Xenofit (für 2 Personen)

Die geplante Verpflegung pro Person und Tag wog 650g und lieferte 2600 Kcal.
Für 10 Tage und 2 Personen mussten wir also 13 kg Nahrung transportieren. Tatsächlich haben wir aber nur 75% der geplanten Wurstrolls und Nussmix gegessen, nur 50% der Schokolade und nur 20% der Kekse. Nach zwei Tagen konnte ich die Wurstrolls nicht mehr sehen und auf die trockenen Kekse hatte auch keiner Appetit. Außerdem haben wir zweimal situationsbedingt das Abendessen ausfallen lassen. Wahrscheinlich lag der tatsächliche Tagesdurchschnitt bei 2000 Kcal. Der Stoffwechsel hatte sich komplett geändert. Während zuhause der Kühlschrank regelmäßig durchstöbert wird, hatte ich trotz der konstanten Anstrengung auf Tour kaum Hunger. Nicht etwa wegen Übelkeit durch Überforderung, sondern es war eher eine angenehme Leichtigkeit und Bedürfnislosigkeit. Beim Wandern machte sich das Kaloriendefizit glücklicherweise überhaupt nicht negativ bemerkbar.

Beim Trekking geht man von einem Kalorienverbrauch von 4000 Kcal pro Tag aus. Das ist aber u.a. von Körpergewicht, Größe, Alter, Gepäck und Streckenprofil abhängig. Wir hatten also ein Defizit von 18,000 Kcal in 9 Tagen, das man durch Verbrennung von 2,6 Kg Körperfett ausgleichen kann (7.000 kcal / Kg Körperfett). Dies kam auch in der Realität ungefähr hin. Ich habe in den 9 Tagen 3 Kg abgenommen (auch 4 Wochen später, also nicht nur Flüssigkeitsverlust).

Ach ja, wir haben nicht wirklich gekocht, sondern nur unsere Fertigmahlzeit-Beutel mit kochendem Wasser aufgegossen. Weder stilvoll noch romantisch, aber sehr effektiv. Braucht wenig Brennstoff, kein Wasser zum Abwaschen und wenig Zeit, wenn man erschöpft ist, es kalt wird und man eigentlich nur noch schnell in den Schlafsack will. Und nach einem langen Tag an der frischen Luft hat trotzdem alles köstlich geschmeckt.

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Verpflegung für 10+ Tage: Packsack mit Wurstrolls, Karton mit Fertigmahlzeiten, Schokolade, Keksen

Fertigmahlzeit Abend: Travellunch Erbseneintopf
Tagesration/Person: 1 Beutel, 125g, 559 kcal, 400ml kochendes Wasser
Nur mit heißem Wasser aufgießen, kein Kochen. Schmeckt gut, sehr sättigend.
Fazit: Perfekt

Fertigmahlzeit Abend: Travellunch Linseneintopf
Tagesration/Person: 1 Beutel, 125g, 559 kcal, 375ml kochendes Wasser
Nur mit heißem Wasser aufgießen, kein Kochen. Schmeckt gut, sehr sättigend.
Fazit: Perfekt

Fertigmahlzeit Abend: Travellunch Steinpilztopf Schwarzwald
Tagesration/Person: 1 Beutel, 125g, 554 kcal, 350ml kochendes Wasser
Nur mit heißem Wasser aufgießen, kein Kochen. Schmeckt gut, sehr sättigend.
Fazit: Perfekt

Fertigmahlzeit Abend: TreknEat Borscht
Tagesration/Person: 1 Beutel, 170g, 360 kcal, 550ml kochendes Wasser
Nur mit heißem Wasser aufgießen, kein Kochen. Schmeckt gut, sehr sättigend. Lag aber wie Beton im Magen, da TreknEat 550 ml benötigt, wir aber aus dem Trangia Topf nur 2 x 350 ml zur Verfügung hatten.
Fazit: benötigt 550 ml Wasser, in Trangia Topf passen aber nur 2 x 350 ml

Fertigmahlzeit Abend: Aldi Asia Instant Nudeln
Tagesration/Person: 1 Beutel, 85g, 457 kcal, 400ml kochendes Wasser
Da die Zubereitung nicht wie bei den anderen Trekking-Mahlzeiten in der Tüte erfolgt mussten hinterher die Berghaferl gewaschen werden. Das kostet viel Wasser, besonders wenn wegen dem Fett Spülmittel verwendet wird. Das kann ein Problem sein, wenn das Camp nicht direkt an einem Bach gelegen ist und man für Mahlzeiten und Getränke abends und früh nur begrenzte Wasservorräte zur Verfügung hat.
Fazit: gut, Topf muss gewaschen werden

Fertigmahlzeit Morgens: Travellunch Schokomüsli
Tagesration/Person: 1 Beutel, 125g, 506 kcal, heißes oder kaltes Wasser
Nur mit heißem oder kaltem Wasser aufgießen, kein Kochen. Schmeckt gut, sehr sättigend.
Fazit: Perfekt

Fertigmahlzeit Morgens: Travellunch Fruchtmüsli
Tagesration/Person: 1 Beutel, 125g, 440 kcal, heißes oder kaltes Wasser
Nur mit heißem oder kaltem Wasser aufgießen, kein Kochen. Schmeckt gut, sehr sättigend.
Fazit: Perfekt

Fertigmahlzeit Morgens: Travellunch Milchreis mit Äpfeln
Tagesration/Person: 1 Beutel, 100g, 358 kcal, 200ml kochendes Wasser
Nur mit heißem Wasser aufgießen, kein Kochen. Schmeckt gut, sehr sättigend. Wird von Travellunch unter Desserts geführt, von uns aber als Frühstück verwendet.
Fazit: Perfekt

Wurst Rolls: Netto Salinetto Mini Salami Kombi
Tagesration/Person: 2 Rolls, 100g, 460 kcal
Werden wie die BiFi von der Fa. Schafft (Unilever) hergestellt. Nach zwei Tagen konnte ich sie aber nicht mehr sehen. Die trockene, bröselige Teighülle ist kein Ersatz für richtiges Brot und erfordert nachspülen.
Fazit: ok

Kekse: Trekking Kekse Trek'N Eat
Tagesration/Person: 1/2 Packung, 62g, 270 kcal
Ziemlich hart und trocken. Dadurch sind sie stabil und zerbröseln nicht. Aber wir hatten kein Verlangen danach.
Fazit: ok

Riegel: Corny Big Schoko-Banane, 24x50g
Tagesration/Person: 1 Riegel, 50g, 220 kcal
Weich, angenehm feucht, keine harte Zuckerkruste wie bei vielen Billig-Surrogaten. Gut zu essen auch ohne nachzuspülen. Die Big Riegel wiegen immerhin 50g und sind so nicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
Fazit: Perfekt

Nüsse: Aldi FARMER Nuss-Frucht-Mix mit Cranberries (5 Portionstüten pro Pack)
Tagesration/Person: 2 Portionstüten, 80g, 292 kcal
Ein Pack enthält 5 Portionstüten, die genau richtig für einen Snack zwischendurch sind.
Fazit: Perfekt

Schokolade: Scho-Ka-Kola Original (16 Ecken pro Dose)
Tagesration/Person: 1/2 Dose=8Ecken, 69g, 271 kcal
Die leicht zu öffnende Blechbüchse enthält 16 portionierte Stücke aus dunkler Schokolade. Diese schmeckt relativ herb, hat eine feste Konsistenz und enthält Koffein. Kalorien + Koffein als kleiner Energieschub unterwegs.
Fazit: Gut

Bonbons: Wick Blau zuckerfrei
Pro Bonbon: 3g, 7Kcal
Fazit: Gut

Bonbons: Ricola Schweizer Kräuterbonbon zuckerfrei
Pro Bonbon: 3,6g, 9Kcal
Fazit: Gut

Getränk: Xenofit Mineral Energy Blutorange
Tagesration/Person: 1 Portionsbeutel, 36g, 132 Kcal, 0,8-1 Liter heißes oder kaltes Wasser
1 Packung enthält 10 Portionsbeutel. Eine Beutel soll mit 0,5 Liter Wasser gemischt werden, wir haben jedoch mit 0,8-1 Liter Wasser gestreckt. Der Geschmack ist trotzdem sehr angenehm und erfrischend. Durch die Anstrengung auf Tour giert der Körper regelrecht danach und bekommt durch die Kohlenhydrate einen kleinen Kick. Durch den frischen Geschmack ist es einfacher größere Mengen zu trinken und seine Speicher aufzufüllen als bei reinem Wasser. Abends wenn es kühler wurde haben wir das Pulver mit heißem Wasser gemischt (langsam zugeben, sonst schäumt es intensiv).
Durch die enthaltenen Mineralien wird der Verlust durch starkes Schwitzen ausgeglichen und Krämpfen vorgebeugt, selbst wenn das aus den Bächen entnommene Wasser mineralstoffarm sein sollte.
Fazit: Perfekt

Tee: Teekanne Grüner Tee Grapefruit & Zitrone (20x1,75g)
Tagesration/Person: 2 Beutel (alternativ zu Kaffee)
Fazit: Perfekt

Kaffee: Jacobs 3 in 1 Sticks (10 x 18g)
Tagesration/Person: 2 Sticks, 36g, 152 Kcal (alternativ zu Tee)
Fazit: Perfekt


Was würden wir das nächste Mal ändern? Mehr Abwechslung bei den Trekking-Mahlzeiten, getrocknete Aprikosen um die Gier nach Obst zu befriedigen, mehr Corny statt Keksen, nur halb soviel Schokolade. Kein TreknEat wegen dem hohen Wasserbedarf, keine Instant Nudeln die hinterher das Waschen von Geschirr erfordern. Zusätzliches Xenofit in anderer Geschmacksrichtung.


Wird noch um Erste Hilfe und Hygiene ergänzt.

Waldhexe
13.11.2014, 11:51
Super ausführlich und gut beschrieben, vielen Dank für Eure Mühe! Das so genau aufzudröseln, mit aussagekräftigen Fotos darzustellen und aus Sicht eines Neulings zu bewerten, wird gerade Anfängern oder Leuten die zum ersten mal Richtung Norden gehen sehr helfen.

Mein ganz persönliches Urteil allerdings - und teilweise ja auch Euer Fazit: Vollkommen over equipt und die Ausrüstung wäre mir viel zu schwer. Gerade das Beschränken auf das wirklich notwendige und die dadurch entstehende Freiheit und Leichtigkeit macht für mich mit den Reiz meiner Touren aus. Allerdings muss ich gestehen, dass ich bei meiner ersten Trekkingtour auch viel zu viel und vorsichtshalber fast alles doppelt dabei hatte. Seit dem wird es immer weniger...
Ein Tipp: Bei Decathlon kosten Merino-Funktionsshirts keine 50 € sondern 15 € bzw. um die 30 € (Langarm).

Weiter so, ich bin gespannt!

Grüße,

Claudia

Katun
13.11.2014, 13:02
Du gehst ja wirklich akribisch vor. Manchmal habe ich den Eindruck, Trekkingtour ist, wenn Trekkingmahlzeiten eingepackt werden. Ich finde diese Bombenverpackungen immer ziemlich überzogen (du schreibst ja selbst in eurem schönen Bericht, irgendwann kann man den Müll glücklicherweise an einer Hütte lassen – und Dt. reden immer so viel von Müll …). Aber gut, ich will auch nicht aus der Tüte essen, stell mir das Essen dann immer ziemlich lau vor und das Kaugefühl eher mau. Ich esse lieber heiß und heiß gekocht.

Müsli: Bin zum Küchenschrank und hab unser Lieblingsfrüchtemüsli zur Hand genommen, nicht ganz billig, irgendwas auch schon bald 6 Euro das Kilo, aber noch nicht mal bio. Wir mögen es wegen der wirklich leckeren Trockenfrüchte (Gier nach Obst und so) und weil nur ein paar Sultaninen drin sind, so über die Jahre können wir Rosinen in der Menge, in der sie gewöhnlich in so Müslis enthalten sind, nicht mehr sehen.
Inhaltsstoffe:
Vollkorn-Haferflocken, Vollkorn-Weizenflocken, Sultaninen, getrocknete Früchte in veränderlichen Gewichtsanteilen (9%), (Apfelchips (Äpfel, Speisesalz, Säuerungsmittel: Zitronensäure, Ascorbinsäure], Himbeeren, rote Johannisbeeren, Brombeeren), Vollkorn-Gerstenflocken, Sonnenblumenkerne, Mandeln gehobelt.

Kcal: 333 auf 100 g, auf der Homepage sagen sie sogar 354 kcal (ich schaue eigentlich nur mal bei Müsliriegeln auf die Kalorienzahl, wenn ich vor dem Regal stehe und nicht weiß, ob dies oder jenes. Sonst wird nach dem Motto: was hat satt gemacht und halbwegs geschmeckt mitgenommen). Wenn einem das nicht genügt, kann man noch eine Nuss reinlegen, es gibt das auch als Nussmüsli, ich mixe ab und an. Kokosflocken – eine Exotik-Variante, relativ süß durch die Fruchtstücke, gibt es auch.

Travellunch:
Vollkorn-Haferflocken, Rosinen, Vollmilchpulver, Datteln, Hafer-Vollkornmehl, Honig, Sonnenblumenkerne, Äpfel, Reismehl, Bananen, Kirschen, Maltrodextrin, Haferkleie, Gerstenmalzmehl, Zitronenpulver, Zucker, Pflanzliches Öl, Säuerungsmittel: Zitronensäure, Aromen.
Kcal. 360 auf 100 g

Ich finde es ziemlich leicht, sich da zu entscheiden. tegut Pure Versuchung und der Name ist im Vergleich zu allen anderen Müslis, die wir so probiert haben, gar nicht mal so geschönt. Nur so als Tipp zum Probieren.

Unser sättigender Linseneintopf ist von Knorr, Großmutters Geheimnis. Vielleicht eine Portion Hefe-Extrakt mehr drin, aber das glaube ich noch nicht mal. 100 ml haben da 75 kcal, eine Packung für 600 ml. Also eklatant weniger Kalorien, kostet aber auch nur 1,30 – und macht uns satt, insofern sind mir die Kalorienzahlen egal. Sonst tun es auch die Nudeln, die man gerne isst, mit halbwegs essbarer Soße. Erfordert alles ca. 10 Minuten kochen.
So eine Suppe macht beim Spülen etwas mehr Arbeit, aber wenn sofort nach dem Essen gespült wird (auch eine gute Disziplinübung), kann man den letzten Rest Fettfilm auch noch verkraften so im Laufe der Wandertour. Irgendwann ist ja dann auch manchmal eine Küche mit Spüli. Gegessen wird aus Topf und Deckel, getrunken aus der Tasse. Ob Wasser knapp werden könnte, weiß man ja eigentlich vorab je nach Gegend, in die es geht. Also: ich würde die Redundanzen beim Equipment reduzieren und dafür evtl. doch lieber mal ein Käsebrot einpacken.

outpost
13.11.2014, 13:42
Mein ganz persönliches Urteil allerdings - und teilweise ja auch Euer Fazit: Vollkommen over equipt und die Ausrüstung wäre mir viel zu schwer.

Nun ja, wir hatten für den Worst case geplant und der Best case ist eingetreten: der Kungsleden war viel zivilisierter, das Wetter war viel besser und wir hatten weniger Hunger als erwartet. Insofern gibt es deutliches Einsparungspotential:

2kg: Wasserfilter, Karten + Kompass, Signalpfeife, Paracord, Ductape, Longsleeve, Shemagh, Hüte, Moskitonetz, Deet, Seife, Sonnenbrille kann man weglassen, wenn man den Worst case ausklammert.

1,5kg (2 Personen): Trekkingstöcke und Crocs haben wir nicht gebraucht, doch kann man Furten vorher sicher ausschließen?

1kg: Bei Messern, Taschenlampen, Batterien, Medikamenten, Erste Hilfe kann man die Anzahl und Umfang problemlos reduzieren.

7,5kg (2 Personen): Bei Zelt, Rucksack, Schlafsack, Isomatte, Mütze, Handschuh, Gürtel kann man auf leichtere Modelle setzen, hat dann aber weniger Komfort und Reserven und ist eingeschränkt wenn man das Equipment auch in anderen Gegenden/Jahreszeiten einsetzen will.

2kg: Auch Proviant lässt sich einsparen. Konnten wir schlecht einschätzen: mangelnde Erfahrung, Länge der Tour stand nicht endgültig fest, Reserven für Abwettern. Natürlich kann man auf dem Kungsleden nachproviantieren, aber wir wollten ja autark sein.

7 kg Einsparung pro Person wären vielleicht drin gewesen, natürlich viel mehr man konsequent auf Hüttenübernachtung setzt.

outpost
13.11.2014, 14:18
Du gehst ja wirklich akribisch vor.
Ich hab versucht fehlende Erfahrung durch gründliche Planung auszugleichen.



Manchmal habe ich den Eindruck, Trekkingtour ist, wenn Trekkingmahlzeiten eingepackt werden. Ich finde diese Bombenverpackungen immer ziemlich überzogen.
Bei uns war es eher die doppelte Convenience: Einfache Planung und einfache Zubereitung. Bei all der anderen Planung musste ich mir nicht auch noch viel Gedanken ums Essen machen. Welche Gerichte, welche Zutaten, welche Mengen, Nährwert, Portionieren, Verpacken, welche Haltbarkeit etc. Kann gut sein das mit mehr Erfahrung der Planungsaufwand weniger wird und dann mehr Muße fürs Kochen da ist. Der Müll ist wirklich ein Problem, nicht nur auf Tour.



Unser sättigender Linseneintopf ist von Knorr, Großmutters Geheimnis.

Ja, schmeckt mir auch. Mich haben die 13 Minuten Kochen auf kleiner Flamme (nachdem das Wasser kocht) und das Spülen abgehalten. Da muss ich beim Trangia die Flamme regulieren und rühren damit nichts anbrennt oder überkocht. Ist natürlich ein First World Problem.


Ob Wasser knapp werden könnte, weiß man ja eigentlich vorab je nach Gegend, in die es geht.

Das mag sein, aber mit unseren 3 Wasserflaschen konnten wir 3,5 Liter transportieren. Die haben wir zu zweit dann auch komplett verbraucht (Fertigmahlzeit + Getränke abends und früh + kleine Reserve für den Tourstart am nächsten Morgen). Und nur Zeltgelegenheiten mit direktem Wasseranschluss zu nehmen schränkt die Auswahl manchmal ein.



Also: ich würde die Redundanzen beim Equipment reduzieren und dafür evtl. doch lieber mal ein Käsebrot einpacken.
Klar, da lässt sich viel einsparen (siehe oben), aber ob das Käsebrot nach 9 Tagen Sonne noch lecker ist ;-)

Katun
13.11.2014, 14:28
Das mag sein, aber mit unseren 3 Wasserflaschen konnten wir 3,5 Liter transportieren.

Ja, das ist auch so eine Learning-by-Doing-Erkenntnis: ob man sich trotz guter Wasserlage vielleicht die Möglichkeit für 3 Liter pro Nase lässt - dann muss man nicht so oft Wasser holen gehen, auch wenn es nur 30 m sind. :p

Also, man kann das Gericht auch einfach heimlich schon vor dem richtigen Kochen reintun. Auf die Stoppuhr hab ich allerdings noch nie geschaut. Was Trangia so mit sich bringt, habt ihr ja auch learning-by-doing rausgefunden. :p

Sonst wollt ich nur drauf verweisen, es wird immer gesagt, Trekkingmahlzeiten, Kalorien! Gewicht! - in den seltensten Fällen können die zaubern im Vergleich zu 4x billiger.

inselaffe
13.11.2014, 17:13
Ja, das ist auch so eine Learning-by-Doing-Erkenntnis: ob man sich trotz guter Wasserlage vielleicht die Möglichkeit für 3 Liter pro Nase lässt - dann muss man nicht so oft Wasser holen gehen, auch wenn es nur 30 m sind. :p

Also, man kann das Gericht auch einfach heimlich schon vor dem richtigen Kochen reintun. Auf die Stoppuhr hab ich allerdings noch nie geschaut. Was Trangia so mit sich bringt, habt ihr ja auch learning-by-doing rausgefunden. :p

Sonst wollt ich nur drauf verweisen, es wird immer gesagt, Trekkingmahlzeiten, Kalorien! Gewicht! - in den seltensten Fällen können die zaubern im Vergleich zu 4x billiger.

Eben, es gibt im regulären Supermarkt genug gefriergetrocknete Nudel und Couscous-Mahlzeiten, die recht wenig Treibstoff benötigen und nichtmal ein Viertel kosten. Die kann man dann mit Harkäse, trockener Salami, etwas Olivenöl, Gewüerzen oder sonstwas aufmotzen. Müsliriegel und Nüsse für zwischendurch sind schonmal nicht verkehrt. Morgens empfieht sich auch Porridge. In Wasser oder Milch (Milchpulver) kurz aufgekochte Haferflocken, kann man auch super mit etwas Zucker und Trochenobst, Kokosraspeln etc interessanter machen. Das gibt richtig viel Energie und zusätzlich was warmes im Magen für einen guten Start in den Tag, erst recht wenns kälter ist. Meist braucht man vor dem frühen Nachmittag keinen Nachschub. 100gr Haferflocken, 50gr Trockenobst und zwei EL Milchpulver pro Nase ist ne gute Menge. Das meiste ist eh Wasser, das man nicht die ganze Zeit schleppen muss. Als Verpackung tun es leichte Plastikbeutel. Gut, macht abwasch nötig und Antihaftbeschichtung im Topf ist nicht von Nachteil, brennt bei blankem Alu schnell an.

Genrell achtet mal mehr drauf, bei den Snacks etwas mehr Abwechselung auf den Speiseplan zu bringen. Jeden Tag zwei Bifis im Teigmantel würden mir auch schnell zum Hals raushängen.

Anstelle von Xenofit tuns auch Magnesium und Calcium-Brausetabletten. Erstere besonders wichtig für die Muskulatur und gegen Muskelkater. Mir reicht meist aber einfach klares Wasser, so lange es einigermaßen schmeckt. Ansonsten halt Tablette.


Zudem würd ich auf die doppelte und teilweise dreifache Redundanz verzichten. Eine Lampe pro Kopf und nur einen Satz Ersatzbatterien. Wenn man keine Kunsttücke vor hat und die Hauptmahlzeiten wie oben beschrieben wählt, kommt man auch mit einem 1,5l Topf und ohne Pfanne hin. 5m Ersatzschnur reichen auch, die kann dann als Wäscheleine, Abspannschnur, Schnürsenkel oder sonstwas dienen. Braucht man eh selten.

Multitool zum Heringe ziehen ist auch etwas übertrieben. Hab noch nie eins wirklich gebraucht. Heringe, Falls Loch vorhanden mit ner kleinen Schlaufe versehen, wenn nicht, einfach aus etwas Schnur ne Schlinge machen und fest um den Hering legen, dann ziehen. Wiegt nichts und geht genau so gut.

Büchsenöfner ist überflüssig. wer keine schweren Dosen schleppt, muss sie auch nicht aufkriegen.

Pinzette gehört eh is Erste-Hilfe-Set. Von daher tuts auch nen leictes Opinel No:8. Gut, Holz Spalten geht damit nicht gut, aber wo genug dickes Holz für Feuer war, hab ich bis jetzt auch immer genug Reisig und Kleinholz zum Entfachen gefunden.

Die schwere und teure Nalgeneflasche lässt sich super durch ne billige und federleichte 1l-PET-Saftpulle mit Weithals ausm Supermarkt ersetzen.

Wenn man den geschlossenen, vollen Spiritusbrenner vorher ne halbe Stunde in der Tasche aufwärmt, bekommt man den bis in unangenehme Minusgrade recht gut mit dem Feuerstahl an. Hier also auch Redundanz abbauen. Ein paar Notfall-Streichhölzer sind aber nie verkehrt.



Insgesamt aber sehr schön zu sehen, welche Erfahrungen du gemacht hast, dass du das so objektiv reflektierst und auch, wie sich das mit einem Großteil der Erfahrungen hier deckt.
Ist auch besser, die ersten Touren zu viel mitzuhaben, als dass es an wichtigen Sachen fehlt. Was dir wichtig ist, wirst bei den nächsten Abendteuern schon merken. Da hat eh jeder unterschiedliche Hobbies und Neigungen. Bei mehr als drei Tagen verzichte ich jedenfalls ungern auf Ersatz/Lagerschuhe, auch wenn ich nicht furten muss.

rumpelstil
13.11.2014, 21:06
Danke für die ausführliche Auflistung, das ist interessant!

Ich weiss nicht, wie es bei euch war, aber bei mir ist es so, dass ich anders plane, wenn Kinder dabei sind. Hier ist das "Kind" zwar schon gross, aber dein Sohn ist es aber trotzdem.
Bei mir selbst und "gleichgestellter" Begleitung erwarte ich, dass ich mit dem zurechtkomme, was halt da ist. Vielleicht ist das Essen langweilig, man kann mal nicht kochen oder hat gar etwas zuwenig dabei. Allenfalls mein Planungsfehler.
Bei Kindern fühle ich mich anders verantwortlich. Es ist (bei jüngeren Kindern) schon ungewohnt genug, dass das Essen eingeteilt ist und man Obst und Gemüse nicht unbeschränkt essen darf.

Und noch was im Zusammenhang mit Kindern aber ganz anders:
Wir hatten aus der Babyzeit noch in Erinnerung, dass die Getreide-Milchbreie gar nicht schlecht schmeckten. Deshalb haben wir diese als Frühstück mitgenommen, als wir mit drei Familien paddeln waren. Die gibt's von Alnatura sogar in Bio ;-), es ist pulverförmig inkl. Milchpulver und man muss sie nur mit heissem Wasser aufgiessen. Die haben uns vor allem an verregneten Morgen gut geschmeckt (Kinder waren 4- 16 Jahre) und die Zubereitung ist einfacher als Porridge.

outpost
13.11.2014, 23:45
Erste Hilfe

Die Erste Hilfe Ausstattung gehört zu der Ausrüstung die man nicht einsparen sollte, auch wenn man sie bisher nie gebraucht hat. Bei den Medikamenten kann man hingegen geteilter Meinung sein. Bei der Hüttendichte auf dem Kungsleden ist man nicht unbedingt auf die eigene Reiseapotheke angewiesen, auch wenn man sich damit von der Idee des autarken Trekking entfernt. In weglosen Gebieten sieht es dann wieder anders aus.

http://www.faroo.com/img/2014/IMG_3774.png

Erste-Hilfe-Set: Salewa First Aid Kit Mountaineering
11 x 9 x 4 cm, 130 g
Die kompakte, wasserdichte Tasche enthält Kompresse, Verbandpäckchen, Heftpflasterrolle, Pflaster-Sortiment, Pflaster 10 x 6 cm, Fixierbinden, 2 x Vinyl Handschuh-Set, Rettungsdecke sowie ein Mini-Taschenmesser mit Schere. Leider lässt sich der Reißverschluß nur zu 50% des Taschenumfangs öffnen. Dadurch ist das Herausnehmen des Inhalts etwas hakelig - schlecht wenn es schnell gehen muss. Die Taschenmesser-Schere ist von fragwürdiger Qualität. Ich brauchte 10 Anläufe um etwas Pflaster von der Rolle zu schneiden. Als mein Daumennagel senkrecht angebrochen war wollte ich ihn damit etwas kürzen, statt zu schneiden wurde er zwischen die instabilen Klingen gepresst und vom Nagelbett abgeschert.
Entweder ganz bleiben lassen oder lieber eine richtige Schere höherer Qualität mitnehmen.
Fazit: ok, sehr schlechte Schere

Israeli Bandage: Uriel Emergency Multi Bandage MB 798
Verpackung 10 x 8 x 2 cm, Binde 7,5 x 90 cm nicht gedehnt, x 175 cm gedehnt, 85 g
Die elastische Binde mit Klettverschluss erlaubt Einhandbedienung bei Selbsthilfe. Sie besitzt eine feste und eine verschiebbare Wundauflage und kann hilfsweise auch als Tourniquet zum Abbinden verwendet werden. Falls ein Pflaster mal nicht genug ist und es schnell und unkompliziert gehen muss. Wenn man ausrutscht und unglücklich fällt sind auch auf dem Kungsleden größere Platz- und Schnittwunden nicht ausgeschlossen, auch lange hervorstehende Zimmermannsnägel hab ich gesehen.
Fazit: Nicht benutzt, kleines Packmaß

Wundnahtstreifen: Höga-Strips
6.4 x 80 mm, 2 Umschläge á 3 Streifen
Wundverschlussstreifen für größere Schnittwunde die man nicht nähen kann oder will. Oder wenn man ungeschickt mit einem der überflüssigen Messer war ;-)
Fazit: Nicht benutzt

Blasenpflaster: VAUDE Pflaster Compeed Medium
5 Blasenpflaster auf Hydrokollid-Basis für größere Blasen
Fazit: Nicht benutzt

Wunddesinfektion: Octenisept Lösung
Octenidin, Phenoxyethanol
50 Milliliter Pumpflasche
Schmerzfreie Desinfektion und Reinigung von Wunden - von Abschürfung bis Hundebiss. Wirksam gegen Bakterien, Viren, Pilze und Protozoen. Brennt nicht und verfärbt nicht wie Betaisodona.
Fazit: Perfekt

Wasserdesinfektion: Micropur Forte MF 1T
Natriumdichlorisocyanurat, Silberchlorid
25 Tabletten= 25 Liter
Wasserdesinfektion für klares Wasser durch Chlor und Silberionen: 1 Tablette pro Liter bei 30 min Einwirkzeit für Bakterien und Viren und 2 h für Giardia. Die Silberionen schützen bis zu 6 Monate vor Wiederverkeimung. Das entkeimte Wasser schmeckt nach Chlor, was wiederum durch Antichlor-Tropfen beseitigt werden kann. War als Backup für den Sawyer Wasserfilter gedacht.
Fazit: Nicht benutzt

Fieber-Thermometer: Braun ThermoScan IRT 4520
Das digitale Fieberthermometer misst im Ohr, ist schnell und sicher in der Anwendung, dafür aber relativ voluminös.
Fazit: Nicht benutzt

Fieber: Paracetamol-ratiopharm 500mg
Paracetamol
Bei Fieber und Schmerzen.
Fazit: Nicht benutzt

Schmerzen: IBU-ratiopharm 400 akut
Ibuprofen
10 Tabletten
Bei Schmerzen, Entzündungen und Fieber.
Fazit: Nicht benutzt

Kopfschmerzen: Boots Aspirin Extra Tablets
Aspirin + Paracetamol + Koffein
4 Tabletten
Bei Kopfschmerzen.
Fazit: Nicht benutzt

Halsschmerzen: Neo-angin zuckerfrei
Amylmetacresol, Dichlorbenzylalkohol, Levomenthol
6 Tabletten
Bei Halsschmerzen und Entzündungen im Rachen. Bekämpft Schmerzen und Bakterien.
Fazit: Nicht benutzt

Durchfall: Tannacomp
Tannin, Ethacridin
10 Tabletten
Wirkt bei Durchfall antibakteriell, die Aufnahme von Giftstoffen und das Austreten von Flüssigkeit wird verhindert und so die Ursache bekämpft, ohne wie Immodium die Eigenbewegung und Selbstreinigungsfunktion des Darms zu beeinträchtigen.
Fazit: Nicht benutzt

Durchfall: Kohle-Hevert
Medizinische Kohle
10 Tabletten
Bei Durchfall und zur Entgiftung.
Fazit: Nicht benutzt

Verstopfung: Dulcolax
Bisacodyl
Bei Verstopfung.
Fazit: Nicht benutzt

Pflaster: HANSAPLAST Aqua Protect Strips
10 Tabletten
Wasserfestes Pflaster
Fazit: Nicht benutzt

Nähnadel
Zur Splitter- und Dornen Entfernung. Und natürlich zum Nähen.
Fazit: Nicht benutzt

Victorinox Pinzette
Zur Splitter-, Dornen und Zecken-Entfernung
Fazit: Nicht benutzt

Tablettenbox: Lock & Lock HPL806 Multifunktionsbox
135 x 102 x 51mm, 350ml
Alle Tabletten, Nadel, Pinzette und Pflaster wurden in der wasserdichten Box untergebracht und so vor Beschädigung, Verlust und Wassereinwirkung im Rucksack geschützt.
Fazit: Perfekt

Signalpfeife: Acme Tornado Slimline
50 x 20 x 10mm, 6g
Wir hatten die kugellose, kleine, leichte Rettungspfeife mit Paracord am Schultergurt des Rucksacks befestigt. War bei dem tollen Wetter am Kungsleden leicht deplatziert, da es wirklich kaum eine Chance gab sich zu verlaufen oder vom Weg abzukommen.
Fazit: Nicht benutzt


Wird noch um Hygiene ergänzt.

outpost
14.11.2014, 00:28
Ja, das ist auch so eine Learning-by-Doing-Erkenntnis: ob man sich trotz guter Wasserlage vielleicht die Möglichkeit für 3 Liter pro Nase lässt
Sehe ich genauso, eine zusätzliche 3 Liter Faltflasche steht schon auf der Einkaufsliste.


@inselaffe: Danke für die vielen Tips.




Ich weiss nicht, wie es bei euch war, aber bei mir ist es so, dass ich anders plane, wenn Kinder dabei sind. Hier ist das "Kind" zwar schon gross, aber dein Sohn ist es aber trotzdem.

Das war bei mir ähnlich. Es sollte ja für Kai ein Erlebnis und kein Albtraum werden. Die Verantwortung ist immer im Hinterkopf, auch ein Grund für die vielen Backups und das "over-equipped" sein.



Wir hatten aus der Babyzeit noch in Erinnerung, dass die Getreide-Milchbreie gar nicht schlecht schmeckten. ... Die gibt's von Alnatura sogar in Bio
Der Alnatura Getreide-Milchbrei ist wirklich eine Überlegung wert. Kalorien sind vergleichbar, bei halbem Preis.

berlinbyebye
14.11.2014, 11:33
Ich finde den "Medizinkoffer" stark überdimensioniert.

Vielleicht kann man da abspecken.

Mir reicht eine Bandage, Arnika-Salbe, Schmerzmittel für alle Fälle (Ibu 800).

Mittel gegen Durchfall und dessen Gegenteil halte ich für fragwürdig (bin davon aber auch noch nie ernsthaft betroffen worden). Im Ernstfall, also wenn ich mich nicht mehr weiterschleppen könnte, würde ich gegen Durchfall Haferflocken mit Asche und Kamillentee nehmen. Ok, gegen Amöbenruhr (Indien) hilft das auch nur wenig wie mir ein Indienreisender berichtete. Der dortige Arzt verordnete Opium (natürlich nicht in den für einen Rausch erforderlichen Überdosen). Mittel gegen Verstopfung machen in der Regel schnell abhängig.

Thermometer?

Viele Grüße

bbb

Daddyoffive
14.11.2014, 11:46
Wie bereits viele hier gesagt haben: Ihr habt wirklich sehr viel dabei gehabt, was man mit einer größeren Erfahrung sicher nicht mitgenommen hätte. Ein Gegenbeispiel wäre die Packliste für meine Norwegentour (https://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php/82024-NO-Hardangerj%C3%B6kulen-Umrundung-August-2014?p=1345052&viewfull=1#post1345052)(mit 12jährigem Sohn).

Ich finde es aber toll, dass Du Deine Erfahrung hier teilst und Dir so viel Mühe machst, wirklich alles zu beschreiben und zu bewerten. Respekt.

ranunkelruebe
14.11.2014, 11:59
Bitte nicht mißverstehen, aber: Du hast ein Ohr-Fiebertermometer mitgenommen?
Wozu???
Ganz ehrlich, welchen Anwendungsfall hattest du dafür im Hinterkopf?

Verblüffte Grüße,
Rana

rumpelstil
14.11.2014, 11:59
Auch bei den Medis ist es doch so, dass man mehr/anderes mitnimmt, wenn die Kinder (auch erwachsene Kinder) dabei sind. Es ist etwas anderes, wenn man selber Asche mit Haferflocken mischt und schluckt, als wenn man es dem Kind einflösst. Klar: es ist ein Unterschied, wenn man solche Touren mit Kindern von klein auf macht oder ob man selber weniger erfahren und der Nachwuchs erstmals dabei ist.

Bei uns hat z.B. ein Kind (9Jahre) auf Paddeltour eine Augenentzündung bekommen. Ich war enorm froh, dass ich (bewährte) Augentropfen dabei hatte. Sowas tut saumässig weh, die Tropfen lindern die Schmerzen sehr. Selber hatte ich zwei Jahre vorher auf einer Tour "durchgebissen". Meinem Kind hätte ich das nicht zugemutet.
Die Alternative wäre gewesen, das Kind 1km zur Strasse zu tragen, ein Auto anzuhalten, das uns in die "Zivilisation" bringt und dort eine Apotheke zu suchen. Oder uns an der Strasse abholen zu lassen, was ziemlich Kosten verursacht hätte. Klar, im Notfall alles kein Problem. Aber so: ein paar Tropfen (oder eben in anderen Fälllen Paracetamol oder etwas gegen Durchfall) mehr mitgenommen kann viel Aufwand und Leid verhindern.

Zu den Messern: Bei uns hat immer jeder ein Schweizer Taschenmesser dabei. Das haben wir immer in der Hosentasche und es wird ständig gebraucht. Es deckt - zumindest für uns - alle Bereiche ab, essen, Heringe ziehen, Packungen aufschneiden, Nägel schneiden, Pflaster auseinanderschneiden, schnitzen etc. etc. (liegt vielleicht dran, dass wir Schweizer sind. Wir haben die Messer eigentlich immer dabei, auch im Alltag).

Katun
14.11.2014, 12:10
Ich find's gut, dass das Breitbandantibiotikum fehlt. :p
Sonst, Durchfall, Verstopfung. Wenn ich dafür nicht anfällig bin - und nicht zu viele Trockenfrüchte wie etwa Aprikosen esse oder breiige Speisen - sehe ich da in Skandinavien auch keinen Bedarf. Anderswo eigentlich auch nicht.

Allgemein: deine ganzen Ordnungsdöschen, -täschchen, Hüllen und Seile läppern sich schon, das würde ich mal auf die Waage legen. Bei mir hat das auch den Effekt, dass ich nichts mehr finde vor lauter Ordnung.

Meine Pflaster (die selten halten) sind in so einer halbwegs wasserdichten simplen "Hülle", irgendwann Geschenk von der DAK (oranger Punkt als Signal), nur damit sie beisammen sind in verschiedenen Größen vorgeschnitten (spart die Schere). Bzw. wasserdicht stimmt nicht, es ist an einer Seite offen. Das Ganze, wenn noch irgendeine Binde mitkommen sollte, mit dem Compeed (das hat ja ein Plastiketui) in einem Ziplock, sonst bei der Zahnbürste. Ist die einzige Gelegenheit, wo ich Ziplock halbwegs praktisch finde - da es ohne Zahnbürste eigentlich immer im Deckelfach bleibt und nicht geöffnet werden muss.

Irgendwo hab ich mal gelesen, dass man gar nicht rumdesinfizieren soll. Die Begründung ist einfach: Wenn Desinfektionsmittel erforderlich sein sollte, dann ist auch ärztliche Behandlung erforderlich. Ärzte haben dann alles Notwendige dabei. Wenn überhaupt ist es vielleicht sinnvoller, die Helferhände zu desinfizieren. Das einzige Beispiel, was mir Outdoor in Skandinavien einfallen würde, dass ich an der Hütte in einen rostigen Nagel renne oder so. Aber eine blutende Wunde regelt sich das vielleicht trotzdem von selbst.

Das Augentropfenbeispiel basiert mal auf Erfahrung: was könnte uns wirklich nützen. Augentropfen hab ich auch dabei, trockene Augen. Fällt aber nicht unbedingt unter Erste Hilfe. Eben etwas, von dem man weiß, dass es bei den eigenen Zipperlein hilft.

berlinbyebye
14.11.2014, 12:14
@rumpelstil

Haste recht. Kann man so sehen. Mit Kindern allemal.

Wollte nur Einsparmöglichkeiten aufzeigen. Aber jeder hat seine eigenen Vorlieben und Sicherheitsbedürfnisse.

Auf das schöne Venus würde ich z.B. auch nicht verzichten wollen, obwohl s**schwer. ;-)

outpost
14.11.2014, 12:34
Ich finde den "Medizinkoffer" stark überdimensioniert.


Ich bin wohl ein Sicherheitsfanatiker ;-) Hab mich allerdings an der Liste des DAV orientiert: http://www.dav-summit-club.de/reiseinformationen/gesundheit-hoehe/reiseapotheke.html
Wir reden hier übrigens von einem Einsparungspotential von 6 Gramm für 10 Tabletten. Ich habe in den letzten 10 Jahren keine einziges Medikament gebraucht. Aber ich hab auch schon gesehen wie im Kaukasus den Leuten sie Suppe die Beine runterlief. Wenn sich auf Tour schlagartig Ernährung, Wasser, Belastung, Hygiene und Klima ändern reagiert jeder anders.


Thermometer?


Du hast ein Ohr-Fiebertermometer mitgenommen?
Wozu???


Fieber ist womit sich unsere 3 Jungs am häufigsten plagen mussten. Natürlich hätte ich für die Reise ein kleineres Thermometer kaufen können, das Große war nun mal da.

ranunkelruebe
14.11.2014, 12:44
Fieber ist womit sich unsere 3 Jungs am häufigsten plagen mussten. Natürlich hätte ich für die Reise ein kleineres Thermometer kaufen können, das Große war nun mal da.

Kleines Fiebertherometer kostet keine 5 € ;-)

Meine Frage bleibt aber bestehen: Was ist der Anwendungsfall?

Wenn jemand Fieber hat und es ihm deutlich schlecht geht, dann ist es doch egal, wie hoch das Fieber ist, es muß eine angemessene Behandlung her.
Und wenn jemand Fieber hat und topfit ist, ist es auch egal, wie hoch das Fieber ist, es braucht ja offensichtlich keine Behandlung.
(Ausnahmen bei sehr kleinen Babys oder anderweitig empfindlichen/chronisch kranken Menschen)

Was nützt es, im Fjäll zu wissen: körpertemperatur liegt bei 38,3°C?
Verstehst du, was ich meine?

Ich finde es übrigens beachtlich, mit welchem Gewicht ihr eure 1. Tour durchgezogen habt!

Grüße,
Rana

berlinbyebye
14.11.2014, 12:47
@outpost

Was ich in der Zwischenzeit gelernt habe:

Beim "Einsparen" gibt es nicht nur den Faktor Gewicht, sondern auch den Faktor Raum (natürlich nicht relevant bei den Tabletten). So schaffe ich es mittlerweile auch, die Crocs unterzubringen.

Trotzdem schöner Faden eines "Perfektionisten"

Viele Grüße

bbb

outpost
14.11.2014, 13:01
Irgendwo hab ich mal gelesen, dass man gar nicht rumdesinfizieren soll. Die Begründung ist einfach: Wenn Desinfektionsmittel erforderlich sein sollte, dann ist auch ärztliche Behandlung erforderlich. Ärzte haben dann alles Notwendige dabei.
Ich bin letztes Jahr an der weißrussischen Grenze von einem Schäferhund gebissen worden (jetzt eine 10cm Narbe). Die Ärzte waren im Wochenende. Also musste ich mit dem zurechtkommen was ich hatte. Zum Glück auch was zur Desinfektion. Auch am sehr zivilisierten Kungsleden kann es viele Stunden dauern bis man zum Arzt kommt, selbst wenn man noch laufen kann.

Katun
14.11.2014, 13:01
Raum hängt auch zusammen mit rumräumen. Eigentlich hätte ich aber gedacht, dass alles besser in den Rucksack passt - Crocs außen ist ja nicht unpraktisch (sonst braucht man wieder eine Hülle). Als wir noch Luftmatten hatten, hab ich die immer so in den Rucksack getan, zusammengerollt und etwas gestopft und schnell noch etwas drauf.
Also, zumindest eine oder zwei der Verpflegungssäckchen sollten doch noch unterzubringen sein, auch wenn die Schlafsäcke etwas mehr Platz brauchen.

Anfangs beim Packen denke ich auch gerne mal, wie soll das gehen. Aber gerade ins Bodenfach geht dann immer noch erstaunlich viel dazu. Bei den Rucksackfotos sieht das für mich so aus, als ginge da vor allem beim rechten noch was. So über dem Aufsatzfach sind doch noch Luftlöcher bei beiden. Evtl. muss man seinen großen Verpflegungssack dann splitten. Großer Sack mit vielen kleinen Dingen enthält in sich ja auch eher ungenutzte Luftlöcher.

rumpelstil
14.11.2014, 13:30
Ich finde die genaue Auflistung deshalb super, weil so andere ihre Erfahrungen beisteuern können: das würde ich weglassen, das käme bei mir noch dazu, das mache ich anders. Und warum.
Daraus kann dann allenfalls ja jede/r seine eigenen Schlüsse ziehen.
Danke dafür, auch für die Beiträge!

Wegen Desinfektionsmitteln: Die Meinung, wenn man desinfizieren muss, braucht man auch einen Arzt, die teile ich nicht. Im Kindergarten darf man nicht mehr desinfizieren. Man darf auch sonst nichts an Wunden machen. Ich weiss nicht, wie oft meine Kinder mit Pflastern heimgekommen sind, unter denen sich eine (harmlose) Schwürfung bereits entzündet oder gar leicht geeitert hat. Ich desinfiziere Wunden immer und meine Erfahrungen damit sind gut.

recurveman
14.11.2014, 13:32
Wenn ich mir irgend wann mal wegen 1 kg mehr oder weniger Gewicht solche Gedanken machen muss, werde ich keine Touren mehr machen. Dann bin ich körperlich so hinüber das ich mir eine andere Beschäftigung suche...
Ich muss daran denken mit welcher Ausrüstung und welchen Gewichten meine Frau Anfang der 90er Jahre während des Geologie-Studiums in Rumänien in den Karparten Touren gemacht hat. Da wurden bei 50kg Körpergewicht über 20kg getragen. Es hat übrigens keine Schäden hinterlassen und Spaß gemacht.
Heute ist die Ausrüstung zwar leichter, aber komischerweise trägt sie heute immer noch lieber mehr Gewicht als tagelang mit dem selben Shirt rumzulaufen.
Hier über einen Blister Tabletten und ein wenig erste Hilfe Krempel zu diskutieren finde ich doch sehr befremdlich...

outpost
14.11.2014, 13:42
Was nützt es, im Fjäll zu wissen: körpertemperatur liegt bei 38,3°C?

Naja, in 17 Jahren und mit 3 Kindern musste ich schon häufig Fieber messen. Zuhause brauche ich eigentlich kein Fieberthermometer weil ich die Temperatur inzwischen schon beim Handauflegen gut einschätzen kann. Das kann aber unterwegs oder im Zelt anders sein. Die Temperatur zu kennen ist wichtig, da ich Paracetamol gebe wenn das Fieber deutlich über 39 steigt. Außerdem ist die Temperaturtendenz wichtig, steigt das Fieber noch oder tritt schon Besserung ein. Fieberschübe treten häufig nachts auf, hin und wieder auch aus heiterem Himmel mit heftigem Anstieg. Weil man eben bei einem vermeintlich Gesunden tagsüber kein Fieber misst und die ersten Anzeichen für normale Erschöpfung/Anstrengung auf Tour gehalten hat. Wenn das Fieber also Nachts im Zelt im Nirgendwo stark ansteigt kann die von dir erwähnte angemessene Behandlung nur von mir und den mitgeführten Medikamenten kommen. Ich kann niemanden mit 40 Fieber 4 Stunden durch die Nacht zur nächsten Hütte treiben. Dort ist ja erst mal auch kein Arzt, und der wird auch nur das Fieber messen und fiebersenkende Medikamente geben (ist jedenfalls so wenn man hier mit seinem Kind zum Arzt geht).

outpost
14.11.2014, 14:32
Anfangs beim Packen denke ich auch gerne mal, wie soll das gehen. Aber gerade ins Bodenfach geht dann immer noch erstaunlich viel dazu. Bei den Rucksackfotos sieht das für mich so aus, als ginge da vor allem beim rechten noch was. So über dem Aufsatzfach sind doch noch Luftlöcher bei beiden. Evtl. muss man seinen großen Verpflegungssack dann splitten. Großer Sack mit vielen kleinen Dingen enthält in sich ja auch eher ungenutzte Luftlöcher.
Ein Verpflegungssack enthielt ausschließlich die Trekkingmahlzeiten, der andere die Bifi-Rolls. Sicher hätte man auf einen verzichten können wenn man den Inhalt in alle verfügbaren Lücken im Rucksack stopft. Gibt aber ein kleines Chaos wenn man irgendwas aus dem Rucksack braucht, und einem von überall die Lebensmittel entgegenfallen. Wahrscheinlich ist man dann auch vorsichtiger beim reinstopfen und komprimieren, man will es ja irgendwann auch noch mal essen. Ich fand etwas Luft im Rucksack sehr angenehm, da man unterwegs manchmal nicht die Muße hat alles so sorgfältig zu Packen wie zuhause.

Waldhexe
14.11.2014, 16:04
Ganz klar, es darf und muss jeder selber entscheiden, was und wie viel man mitnimmt, wie viel Komfort und Sicherheit man braucht. Aber ich möchte doch ein wenig richtig stellen, dass man mit Kindern so viel mehr braucht.

Ich bin mit meinen Kindern auf mehrtägigen Touren seit die Kleine drei Jahre alt ist, sie ist jetzt 11 geworden. Dabei waren wir mit den Kajaks von Anfang an in Gegenden unterwegs, wo der nächste Arzt nicht um die Ecke ist, z.B. Dalsland oder Schären an der Ostküste.
Ich habe noch nie ein Fieberthermometer dabei gehabt, wenn die Kinder fiebern, dann merkt man das.
Viele Tabletten sind Luxus oder nice to have, ich habe nur zwei verschieden starke Schmerzmittel, Immodium und für mich ein Antibiotikum gegen Blasenentzündung dabei, weil ich leider dazu neige.
Ein riesiges Erste Hilfe Set ist unnötig, vieles läßt sich improvisieren. Wenn man Sicherheitsfanatiker ist, würde ich lieber einen guten Erste Hilfe Kurs z.B. bei der Outdoorschule Süd machen. Wunden wasche ich mit Wasser, ich hatte auch schon entzündende Wunden trotz sorgfältiger Wunddesinfektion. Man kann nicht alle Eventualitäten und möglichen Krankheiten abdecken.
Was ich allerdings zumindest mit den Kindern in Gegenden ohne sicheren Handyempfang dabei habe, ist ein Mcmurdo Fast Find.
Einen Wasserfilter besitze ich gar nicht, wir (auch die Kleinkinder) haben das Wasser immer so getrunken. Wo ich das Wasser nicht trinken kann hat es auch Zivilisation und Trinkwasser, dass ich dann mitnehme. Auf Salzwasser muss man eh Trinkwasser mitnehmen.

Kann mir außerdem mal jemand erklären, was der Reiz beim autarken Wandern ist, wenn es unterwegs Lebensmittel gibt? Das hat mir bisher noch nicht eingeleuchtet.

Wie gesagt, man muß mit Kindern mehr bedenken und ich nehme auch etwas mehr Sicherheit mit, wenn ich die Kinder dabei habe, aber Sicherheit entsteht in erster Linie durch Wissen und Verhalten, erst in zweiter Linie durch Ausrüstung. Deshalb muss man mit Kindern nicht den ganzen Hausdtand mitnehmen.
Das nur an andere, die eine Tour mit Kindern planen und unsicher sind, nicht als Kritik an Dich, Outpost. Du hast mitgenommen, was Du für notwendig hielst. Danke noch mal, dass Du so ausführlich Deine Erfahrungen teilst!

Gruß,

Claudia

outpost
14.11.2014, 16:47
Einen Wasserfilter besitze ich gar nicht, wir (auch die Kleinkinder) haben das Wasser immer so getrunken.
Ich hab auch schon auf einem 100km Gepäckmarsch in glühender Hitze Wasser aus einer schlammigen Pfütze getrunken weil wir unsere Feldflaschen vorher auskippen mussten. Ging auch gut, muss aber nicht immer so sein.



Kann mir außerdem mal jemand erklären, was der Reiz beim autarken Wandern ist, wenn es unterwegs Lebensmittel gibt? Das hat mir bisher noch nicht eingeleuchtet.

Naja, wir schlafen im Zelt obwohl es Hütten gibt, wandern auf Berge, selbst wenn es einen Lift gibt und wir fahren mit dem Fahrrad obwohl ein Auto da ist ;-).
War aber auch ein Test mit Fallback-Möglichkeit für Touren in weglose Gebiete wie den Sarek.



Deshalb muss man mit Kindern nicht den ganzen Hausdtand mitnehmen.

Alles zusammen (Medpacks, Medikamente mit Kiste, Thermometer) wiegt keine 500g, also 2% vom Rucksackgewicht bzw. 0,5% vom Gesamtgewicht.

Pielinen
14.11.2014, 18:13
Trotzdem schöner Faden eines "Perfektionisten"

Hallo,
Das Forum wimmelt nur so von Perfektionisten, mich eingeschlossen. Mir hat es auch schon in den Fingern gejuckt ein Ausrüstungsreview zu verfassen, war mir aber doch zu viel Arbeit und entscheidender ist doch das Erlebnis und nicht der Materialfetischismus.
Für manchen ist die Diskussion zur Meinungsbildung sicher interessant.

Igelstroem
14.11.2014, 19:03
Das Forum wimmelt nur so von Perfektionisten, mich eingeschlossen.

Ich oute mich mal als Kompromissionist; davon gibt es hier im Forum bestimmt auch viele.

Daran, dass dieser Thread für Leute, die irgendetwas Ähnliches vorhaben wie ihr, auf jeden Fall nützlich ist, habe ich keine Zweifel. Die Frage, die mir aber schon seit dem Reisebericht im Kopf herumgeht, ist die folgende: Welche Auswirkungen hat eigentlich diese ›Vorgabe‹ auf zukünftige Touren desjenigen, für den hier so viel Verantwortung übernommen worden ist? Hat man dann später mit zwanzig das Gefühl, dass die spontane Wochenendtour mit Zelt das gleiche Ausrüstungsniveau erfordert – d.h. wird das Over-Equipment zum Maßstab? Oder weiß man einfach nur besser, was man voraussichtlich nicht brauchen wird, hat also einen Erfahrungsvorsprung?

Die Frage stellt sich mir deshalb, weil ja früher (da man als 17-Jähriger eher keine Touren mit seinen Eltern gemacht hätte) die Erfahrung eher auf dem umgekehrten Weg entstanden ist; d.h. man hat evtl. bei der ersten Tour unter (nach heutigen Maßstäben) falscher Ausrüstung gelitten und später allmählich seine Konsequenzen daraus gezogen.

ranunkelruebe
14.11.2014, 20:25
Naja, in 17 Jahren und mit 3 Kindern musste ich schon häufig Fieber messen. Zuhause brauche ich eigentlich kein Fieberthermometer weil ich die Temperatur inzwischen schon beim Handauflegen gut einschätzen kann. Das kann aber unterwegs oder im Zelt anders sein. Die Temperatur zu kennen ist wichtig, da ich Paracetamol gebe wenn das Fieber deutlich über 39 steigt. Außerdem ist die Temperaturtendenz wichtig, steigt das Fieber noch oder tritt schon Besserung ein. Fieberschübe treten häufig nachts auf, hin und wieder auch aus heiterem Himmel mit heftigem Anstieg. Weil man eben bei einem vermeintlich Gesunden tagsüber kein Fieber misst und die ersten Anzeichen für normale Erschöpfung/Anstrengung auf Tour gehalten hat. Wenn das Fieber also Nachts im Zelt im Nirgendwo stark ansteigt kann die von dir erwähnte angemessene Behandlung nur von mir und den mitgeführten Medikamenten kommen. Ich kann niemanden mit 40 Fieber 4 Stunden durch die Nacht zur nächsten Hütte treiben. Dort ist ja erst mal auch kein Arzt, und der wird auch nur das Fieber messen und fiebersenkende Medikamente geben (ist jedenfalls so wenn man hier mit seinem Kind zum Arzt geht).

Okee, wenn du Paracetamol nach Temperatur nimmst, und nicht nach Befinden, dann brauchst du ein Fieberthermometer, klar.
Ich gebe (und nehme) fiebersenkende Mittel ausschließlich nach Befinden, weil es in meinen Augen keinerlei Wert hat, Fieber nach Zahlen zu behandeln.

Und klar kann die angemessene Behandlung auf Tour nur ducrh mich kommen. (Ich würde auch niemanden mit Fieber stundenlang durch die Nacht latschen lassen), aber diese Behandlung kommt doch eh nur durch mich in Frage, egal ob das Fieber bei 38,3 oder 39,9 ist?!

Naja, wir haben wohl einfach sehr unterschiedliche Behandlugskonzepte bei Fieber.

ranunkelruebe
14.11.2014, 20:33
Irgendwo hab ich mal gelesen, dass man gar nicht rumdesinfizieren soll. Die Begründung ist einfach: Wenn Desinfektionsmittel erforderlich sein sollte, dann ist auch ärztliche Behandlung erforderlich. Ärzte haben dann alles Notwendige dabei. Wenn überhaupt ist es vielleicht sinnvoller, die Helferhände zu desinfizieren. Das einzige Beispiel, was mir Outdoor in Skandinavien einfallen würde, dass ich an der Hütte in einen rostigen Nagel renne oder so. Aber eine blutende Wunde regelt sich das vielleicht trotzdem von selbst.


Puh, also Desinfektion würde ich jetzt nicht gerade als Erstes zu Hause lassen.
Ne gescheite Wunddesinfektion kann durchaus sinnvoll sein, sei es nun bei der Erstversorgung vor'm Aufsuchen professioneller Hilfe oder als alleinige Maßnahme ohne das Aufsuchen professioneller Hilfe.

Meine Erfahrung ist, dass sich bei mir auch kleinere Wunden auf Tour eher schneller entzünden als zuhause - wahrscheinlich wegen der allgemein etwas schlechteren Hygiene, dem selteneren Händewaschen, weniger Seifenkontakt, mehr Kontaktz zu Erde, Gras, schmuddeligen Klamotten, etc.

Und das jede Wunde, die man desinfizieren sollte, auch in ärztliche Hände gehört, habe ich weder in Laienratgebern noch in medizinischer Literatur je gelesen.

rumpelstil
14.11.2014, 20:40
Wie gesagt, man muß mit Kindern mehr bedenken und ich nehme auch etwas mehr Sicherheit mit, wenn ich die Kinder dabei habe, aber Sicherheit entsteht in erster Linie durch Wissen und Verhalten, erst in zweiter Linie durch Ausrüstung. Deshalb muss man mit Kindern nicht den ganzen Hausdtand mitnehmen.

Zwischen "den ganzen Hausstand mitnehmen" und "etwas mehr" ist meiner Meinung nach doch ein grosser Unterschied.
Und Erfahrung gewinnt man halt nur durch machen. Hat man etwas weniger Erfahrung, finde ich es verantwortungsbewusst, tendenziell ein backup mehr dabei zu haben. Vor allem dann, wenn man zusätzlich die Verantwortung für Kinder hat.

outpost
14.11.2014, 22:16
Hat man dann später mit zwanzig das Gefühl, dass die spontane Wochenendtour mit Zelt das gleiche Ausrüstungsniveau erfordert – d.h. wird das Over-Equipment zum Maßstab? Oder weiß man einfach nur besser, was man voraussichtlich nicht brauchen wird, hat also einen Erfahrungsvorsprung?

Naja, dass man durch zu viel Ausrüstung verweichlicht wird dem steht ja das Gewicht und die Kosten entgegen ;-) Ich glaube eher nach 200km mit 20Kg Rucksack durchs Gebirge sieht man der spontanen Wochenendtour mit Gelassenheit entgegen.

Ich wusste nicht genau was uns erwartet, die Berichte im Netz sind ja immer aus individuellen Blickwinkel geschrieben. Unterschiedlicher Background der Leute und anderes Wetter können jeweils eine ganz andere Geschichte draus machen. Was für den Einen ein Spaziergang ist für den Anderen eine Herausforderung. Wir haben statt einsamer Wildnis, Regen und reißenden Furten einen sehr zivilisierten Kungsleden und strahlenden Sonnenschein vorgefunden - definitiv kein Survival Szenario. Und nachdem wir uns nun unser eigenes Bild gemacht haben bleibt beim nächsten Mal das eine oder andere zu Hause oder wird reduziert. Steht ja so auch im Reisebericht und detailliert hier im Gear Review.

Sollte eigentlich alles auch nicht so todernst rüberkommen:cool:. War viel spielerisches Ausprobieren dabei, was Technik und Material heute so bieten im Gegensatz zu früher.

Es war ja gar nicht unser Ziel Anstrengung zu vermeiden, möglichst nicht ins Schwitzen zu kommen und nur ein bisschen Landschaft zu schauen. Kai hatte sich eine Herausforderung gewünscht, und es sollte eben autarkes Trekking sein, im Zelt statt in der Hütte zu schlafen und die Verpflegung mitzuführen statt im Restaurant zu speisen. War halt unsere Challenge. Hätte auch der Nijmegenmarsch sein können, ganz ohne Ausrüstung. Der eine will möglichst leicht unterwegs sein und sägt seine Zahnbürste durch. Ein anderer will möglichst schnell unterwegs sein und macht Trailrunning. Jede Jeck is anders!

outpost
14.11.2014, 22:35
Ich gebe (und nehme) fiebersenkende Mittel ausschließlich nach Befinden, weil es in meinen Augen keinerlei Wert hat, Fieber nach Zahlen zu behandeln.

Natürlich spielt das subjektive Empfinden eine große Rolle, nur kriegt man das nicht immer raus. Z.B. wenn der Kranke in der Nacht schläft. Dann ist Fiebermessen einfacher als ihn zu wecken und sich nach dem Befinden zu erkundigen.

Katun
14.11.2014, 22:40
Ich finde jetzt auch nicht, dass ihr soooo viel geschleppt habt. 15 kg kommen eben mal schnell zusammen.
Nur nicht so ideal gepackt, da sieht das so umfangreich aus. ;-) Und manche Priorität würde mir nie im Traum einfallen. Aber das macht ja nix.
Trekking beinhaltet für mich übrigens auch, nicht einzukaufen bzw. nicht auf Einkehr unterwegs zu setzen. Zumindest in Gegenden, wo gerade kein Dorf ist. So weit wie möglich „autark“, bzw. ich nenn das Unabhängigkeit (denn ab und an muss man vielleicht doch einkaufen), das ist doch der Witz des Ganzen.

Ich warte schon gespannt auf den nächsten Survivalbericht, Sohnemann wollte doch survivaln (auch deshalb find ich die ganzen Trekkingmahlzeiten eher komisch – nicht, dass ihr auf die Jagd gehen sollt, aber Kochen wird auf Wasser erhitzen reduziert und sozusagen rein technisch angegangen. Ich hätte da Bannock erwartet und wir versuchen mal zu angeln und so. Die Messer für grobe und feine Arbeiten sind eingepackt).

Randonneur
14.11.2014, 22:49
Die Frage, die mir aber schon seit dem Reisebericht im Kopf herumgeht, ist die folgende: Welche Auswirkungen hat eigentlich diese ›Vorgabe‹ auf zukünftige Touren desjenigen, für den hier so viel Verantwortung übernommen worden ist? Hat man dann später mit zwanzig das Gefühl, dass die spontane Wochenendtour mit Zelt das gleiche Ausrüstungsniveau erfordert – d.h. wird das Over-Equipment zum Maßstab? Oder weiß man einfach nur besser, was man voraussichtlich nicht brauchen wird, hat also einen Erfahrungsvorsprung?

Ich glaube, dass Du den Einfluss einer Tour überschätzt. Und ob und was man aus Touren lernt hängt hauptsächlich von einem selbst ab. Schon die Motive für Touren sind doch sehr verschieden: Abenteuerliche Expedition, sportliche Leistung oder Genuss können im Vordergrund stehen.

Randonneur
14.11.2014, 22:53
Natürlich spielt das subjektive Empfinden eine große Rolle, nur kriegt man das nicht immer raus. Z.B. wenn der Kranke in der Nacht schläft. Dann ist Fiebermessen einfacher als ihn zu wecken und sich nach dem Befinden zu erkundigen.

Warum musst Du das denn so genau wissen, wenn der Kranke schläft? Wenn der Zustand schlecht wird bekommt man das doch gewöhnlich einfach so mit.

Ansonsten nehme ich andere Sachen mit und lasse mir das Kochen nicht gerne nehmen, aber 22kg sind doch problemlos tragbar.

travelinghans
16.11.2014, 16:01
.Hallo outpost,

ich weiß dein detailliertes Review wirklich sehr zu schätzen, also vielen Dank dafür!

Leider ist in der Diskussion der meiner Meinung nach wichtigste Aspekt zu kurz gekommen: die Ernährung.
Knapp drei Kilogramm abgenommen in gut einer Woche. Klar, in der Anfangszeit einer solchen Unterzufuhr von Kalorien gleicht der Körper das locker aus. Aber wenn ich das mal auf vier Wochen hochrechne (also z.B. auf eine längere Wildnistour), wären das zehn Kilogramm Gewichtsverlust!

Das macht sich dann ganz bestimmt negativ bemerkbar (Leistungsvermögen, Leistungsbereitschaft, auch psychische Verfassung). Ich habe früher bei unseren Touren diesem Aspekt nicht die größte Aufmerksamkeit gewidmet. Mittlerweile bemühe ich mich aber, die Ernährung mit detaillierten Aufstellungen transparenter zu planen.

Du kommst auf ca. 4 kcal Energieinhalt pro 1 Gramm Nahrungsmittel, das entspricht ungefähr meinem Durchschnittswert (4,25 kcal/g Nahrung). Tja, und dann sind wir bei 1 kg Nahrungsmittel pro Tag, wenn man eine Unterzufuhr vermeiden will. Das macht für vierzehn Tage 14 Kilo netto, zuzüglich Verpackungen ist man dann bei um die 16 Kilo.

Meine Frage an die an diesem Thema interessierten Foristen: Wer kommt auf einen besseren Wert? Also mein Traumwert wären 4000 kcal in 750 g Nahrung (ca. 5,5 kcal/g Nahrung). Wer hat vielleicht praxiserprobte Vorschläge, wie sich das erreichen lässt?

Falls ich auf die Schnelle ältere Diskussionen mit Lösungsvorschlägen übersehen haben sollte reicht ein Link.

Gruß Hans

Pielinen
16.11.2014, 17:04
Also bei mir sind es optimalerweise 700g pro Tag
Morgens Porridge:
100g Haferflocken, fein mit 50g Rohrzucker
Hält lange vor.
Tagsüber:
100g Schockolade
100g Müsli mit Milchpulver mittags
Abends:
150g Nudeln oder Reis mit 125g Speck, Käse, Salami
In einer Soße (Maggi, Knorr 25g)
Dazu noch 3x1L. Tee, schwarz, abends Früchtetee
Brausetabletten (Vit. C, Multivit., Magnesium
Salz

Und zum Dessert ein Snickers!

Aber auf meiner ersten Lappland Tour 1987 auch auf dem Kungsleden habe ich mich auch mit 500g Pro Tag und Expeditionsnahrung durchgehungert.

outpost
16.11.2014, 17:12
Leider ist in der Diskussion der meiner Meinung nach wichtigste Aspekt zu kurz gekommen: die Ernährung.


Hier noch ein paar Zahlen aus dem Web zur Ergänzung:

1 g Kohlenhydrat ergibt 4 kcal Energie.
1 g Eiweiß ergibt 4 kcal
1 g Fett ergibt 9 kcal , der Verdauungsverlust dabei liegt bei rund 2.000 kcal

Die Fettreserven des Menschen sind der größte Energiespeicher mit etwa 50.000 kcal. Der Körperfettanteil kann bei weniger Trainierten von 15% auf 10% reduziert werden kann, somit stehen bei 70kg Körpergewicht 3,5 Kilogramm Fett für die Verbrennung zur Verfügung. Das entspricht 24.500 Kilokalorien.


Im Sommer liegt der Bedarf bei Ruhe bei 1.700 kcal, bei Tageswanderungen bei 3.500 kcal, bei Mehrtagestouren bei 4.000 kcal, für Hochalpinisten und Kletterern bei 4.500 kcal.
Im Winter liegt der Bedarf bei Mehrtagestouren bei 5.000 kcal.

Quellen:
http://85.25.34.248/bergmed/bergmed.php?section=7
http://www.trekkingseite.de/index.php?id=verpflegungsplanung
http://www.trainingsworld.com/ernaehrung/fettverbrennung-sti76773/fettverbrennung-kilogramm-fett-woche-einsparen-2363260.html


Meine persönliche Erfahrung auf der Tour war dass die rechnerische Betrachtung an ihre Grenzen stößt, wenn man den vorhandenen Proviant einfach nicht mehr sehen kann/runterbekommt. Zu mehr Kreativität bei der Verpflegung gab es ja dann hier auch viele Tips.

outpost
17.11.2014, 15:55
Hygiene

http://www.faroo.com/img/2014/IMG_3779.png

Zahnbürste: Rossmann Perlodent med Reisezahnbürste Doppelpack
Der Köcher mit Luftlöchern schützt die Bürste und den Rucksack unterwegs und dient bei Benutzung als Griffverlängerung.
Fazit: gut

Zahnpasta: One Drop Only Zahncreme Konzentrat
25 ml
Man braucht nur eine sehr kleine Menge, der Geschmack ist kräftig und die Reinigungswirkung gut.
Fazit: Perfekt

Outdoor-Seife: Fibertec Smart Wash
100ml
Kann als Seife, Duschgel, Shampoo, Geschirrspül- und Reisewaschmittel verwendet werden. Das Mittel ist PH hautneutral und biologisch abbaubar. Haben wir einmal fürs Geschirrspülen verwendet, da wir sonst nur Wasser gekocht haben. Schäumt stark, deshalb braucht man viel Wasser um den Schaum wieder von Geschirr und Lappen zu spülen. Wenn man kein fettiges Geschirr hat kommt man wahrscheinlich ohne Seife aus, sonst ist eine kleinere Packungsgröße oder umfüllen sinnvoll.
Fazit: ok

Hautcreme: Nivea Creme
30ml Dose
Bei Wundlaufen, aufgesprungenen Lippen, eingerissenen Mundwinkel oder Nagelhaut. Hilfreich bei evtl. ungewohnter Belastung der Hände durch das ständige Zelt- und Rucksackpacken und des Gesichts durch Sonne, Staub und Wind auf Tour.
Fazit: gut

Sonnencreme: Nivea Kids Pocket Size SPF 50
50ml, wasserfest, Sofortschutz, LSF 50
Wir sind tagelang im offenen Fjäll der strahlenden Sonne entgegen gewandert, viele Stunden täglich, trotzdem hat uns die Creme erfolgreich vor Sonnenbrand geschützt. Zieht leider sehr langsam ein und ein fettiger weißer Film bleibt über Stunden auf der Haut zurück. Das sieht ungesund aus und kann Kleidung und Ausrüstung verschmutzen. Sehr handliche Packung mit Schraubverschluss und kleinem Loch für präzise Dosierung.
Fazit: sehr guter Schutz, zieht schlecht ein

Mückenschutz: Care Plus DEET 40% Spray
100ml Pumpspray mit festsitzender Schutzkappe.
Gewarnt durch zahlreiche Berichte über die Mückenplage in Schweden haben wir uns extra für die Tour diese chemische Keule mit 40% DEET zugelegt. Das DEET-freie Ballistol Stichfrei hatte uns nicht gegen die Mückenschwärme in den Sumpfwiesen des Nadbuzanski Park Krajobrazowy schützen können. Zum Glück war unsere Tour weitgehend mückenfrei, nur am Sitojaure hatten wir mit Kriebelmücken zu kämpfen. Da haben wir uns allerdings mit dem Schutz durch Hardshell und Mückennetz begnügt. Auf das DEET haben wir dann doch verzichtet da es Textilien angreifen kann und die Arme Direktkontakt zu Hardshell, Schlafsack und Isomatte hatten. Vielleicht war der Leidensdruck noch nicht hoch genug.
Fazit: Nicht benutzt

Handtuch: Meru Campack Towel
38x36cm
Das Reisehandtuch kann mit seinem kleinen Packbeutel mit Karabiner außen am Rucksack befestigt werden, auch geöffnet zum Trocknen.
Fazit: ok

Spültuch: Mascot Swip Wischtuchrolle
Auf Tour haben wir davon 4 Abschnitte im Format 20*40cm mitgenommen, verpackt in zwei kleinen Ziploc-Beuteln für den Nasstransport. Gedacht als Spültuch, Geschirrtuch, Waschlappen und zur Zeltreinigung/trocknung.
Fazit: ok

Wäscheklammern: 4 x Noname Plast
Zur Trocknung von T-Shirt, Spültuch, Geschirrtuch, Waschlappen in Verbindung mit Paracord oder Spannleinen.
Fazit: Nicht benutzt



Papiere

http://www.faroo.com/img/2014/IMG_3776.png

Bargeld: Euro und Schwedische Kronen
Man braucht auf jeden Fall schwedisches Bargeld und kann sich nicht etwa nur auf Kreditkartenzahlung verlassen. Für Bus- und Bootstransport auf der Tour haben wir pro Person 620 Kronen bezahlt. Hier kann man sparen wenn man Ermäßigung hat oder selbst die Ruder in die Hand nimmt. Dazu kam der Bustransfer bei Abreise von Kvikkjokk nach Jokkmokk.
Bargeld braucht man meist auch wenn man auf den Hütten isst, schläft oder nachproviantiert und bei evtl. für die Verpflegung auf Hin- und Rückfahrt. Beim Geldwechsel sollte man auf eine Rücktauschgarantie achten so dass am Ende der Reise nicht erneut Gebühren fällig werden.
Fazit: erforderlich

Fahrkarten: Düsseldorf - Kopenhagen - Stockholm - Abisko Turist
CNL40457 Düsseldorf 22:02 Uhr - Kopenhagen 10:08 Uhr. Ab 1. November eingestellt. (https://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php/80813-Einstellung-Nachtzug-nach-Kopenhagen)
X2 536 Kopenhagen 11:16 Uhr - Stockholm 16:39 Uhr. Als Europa-Spezial Tarif bei der DB gebucht.
Nachtzug Stockholm 17:55 Uhr - Abisko Turist 12:32 Uhr. Online unter www.sj.se (http://www.sj.se) gebucht.
Die schwedischen Züge sind reservierungspflichtig. Da wir die Tourdauer vorher nicht genau abschätzen konnten haben wir die Rückfahrt in der Fjällstation Kvikkjokk online gebucht. Eine funktionierende Internetverbindung ist aber nicht immer garantiert.
Fazit: Reservierungspflichtig

Notizblock: Rite in the Rain 135 All-Weather Pocket Notebook 3x5
58g, 75 x 125 mm
Der als Ringbuch gebundene, wasserfeste Notizblock hat 50 linierte Seiten und diente uns als Tour-Tagebuch. Auf der Rückseite des Kunststoff-Einbandes ist eine Maßskala in cm und inch aufgedruckt.
Fazit: Perfekt

Kugelschreiber: Fisher Space Pen Trekker
99 x 10mm, 45g, schwarze Fisher PR4 Hochdruckmine
Sehr kompakter und stabiler Kugelschreiber aus Edelstahl mit gummiertem Griffstück. Kann mit einer Kappe dicht verschlossen und vor Auslaufen geschützt werden. Mit Cordel und Karabiner kann er gegen Verlust gesichert werden.
Schreibt unter Wasser, über Kopf, von -35 bis 121 °C
Fazit: Perfekt

Bleistift: Faber-Castell Druckbleistift GRIP PLUS
Länge 140mm, Minenstärke: 0,7 mm
Mit herausdrehbarem Radierer und Gummigriffzone für rutschfesten Griff. Die Mine ist voll versenkbar und dadurch bruchgeschützt.
Fazit: Perfekt

Lupe: Eschenbach Einschlaglupe classic 60mm
3,5-fache Vergrößerung, 70x65mm
Bei kleiner Schrift/Details auf Karten oder beim Entfernen von Splittern.
Fazit: Nicht benutzt

Ohrstöpsel
Bei stürmischen Nächten, Schnarchen, lauten Isomatten.
Fazit: Nicht benutzt

Pass
Kreditkarte
EC-Karte
Krankenversicherungskarte
Wohnungsschlüssel

Puppenwickler
20.11.2014, 12:51
Herzlichen Glückwunsch zu so einer erfolgreichen und gut geplanten Tour und Danke für dein ausführliches Review.

Etwas overequipped ist hier schon zahlreich festgestellt worden. Das denke ich auch, aber für 9 Tage Anfang 22 kg ist insgesamt recht gut. ;-) Meine erste Tour in Norwegen war im Saltfjellet-Svartisen. Da habe ich stolz meine Fiskars-Säge mitgenommen und festgestellt, dass am nördlichen Polarkreis nicht mehr viel zu sägen ist... Ein Arbeitsmesser (feststehende Klinge) und ein Opinel hat für Freundin und mich dann ausgereicht. Ganz im Norden hatten wir unsere Stirnlampen im August gar nicht gebraucht. Eine kleine Lampe würde ich trotzdem immer mitnehmen. Eher eine stromsparende als mit 900Lumen...
Klar, das Thermometer würde ich auch nicht mitnehmen. Eine gute Reiseapotheke Desinfektion und Durchfallmittel schon. Und über das Breitbandantibiotikum lässt sich streiten. Ich hatte auch eins und würde wieder eins mitnehmen. Aber zugegeben, damals hätte ich es mangels Wissen gar nicht richtig eingesetzt...
Auf Crocks, Karte und Kompass würde ich nicht verzichten. Die Watschuhe haben sich bewährt, sowohl beim Furten als auch im Camp. Mh, gerade, da, wo es noch schön ausgeschildert ist, kann man sich doch herrvorragend an Kompass und Karte versuchen. Ich hatte mich vor Norwegen recht ausführlich mit Orientierung beschäftigt und ich habe dennoch viel zu große Navigationsfehler gemacht. Missweisung 20° von der Karte entnommen und dann nicht mehr vor Ort überprüft, weil ich nicht wusste wie es geht. Zack, stand ich am falschen Fleck. Das GPS (etrex 10) kam damals nur als Backup in Frage um mich wieder auf der Karte zu finden - hatte ich dann auch gebraucht... Von daher immer ein bisschen rumspielen und üben, bevor der Notfall eintritt. :D

Die Frage kam bei Travellinghans auf, wie man beim Essen noch auf ein besseres Gewichts-Kalorien-Ratio kommt. Mh, mit 750g pro Tag kamen wir damals auf ca. 4400 kcal. Uns war es wichtig, dass wir nicht auf den Touren dort abnehmen. (1. Tour war 5 Tage in Saltfjellet und 2. Tour war einige Tage danach 7 Tage in Jotunheimen) Hatte auch geklappt. Wir haben vor der Reise konsequent umgepackt und versucht den Müll zu reduzieren.Gekocht wurde Abends und keine Tütensuppen sondern "richtig". Also Quinoa, Linsen, Hirse, etc. was halt schnell durch ist. dann konsequent Trockengemüse rein und Luxus war eine Zwiebel pro Tag. Also nicht nur aufgießen sondern 10 min kochen, dann ziehen lassen. Tagsüber Fingerfood. Ich hatte Müsliriegel gebacken, die dann Studentenfutter, Rosinen, Kekse und die Wurst-Peitschen ergänzten. Früh morgens Müsli u. Milchpulver. Etwas Kakao und Honig haben für geschmackliche Varianzen gesorgt. Ansonsten hatten wir viel zu viel Honig, Tomatenmark und Öl mit. auch die Fertigsuppe im Bild war Backup und wurde nicht gebraucht. Brotfladen unterwegs braten war ganz nett, würde ich aber auch nicht mehr machen, wenn ich Brennstoff sparen muss...

https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=118018&title=essen&cat=543

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