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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bear fence/ bären zaun - alaska 2015



elbspitze
30.10.2014, 11:51
Hallo Leute,

habe leider bei der Suche im ODS nichts interessantes zu dem Thema gefunden.
Vielleicht hat hier Jemand schon Erfahrungen mit dieser Art der "Verteidigung" gemacht.

Mir ist bewusst, dass man ein besonderes Feingefühl im Umgang mit Bären entwickelt,
je weniger man sich um die präventive Verteidigung kümmert. Die ganzen Verhaltensregeln
werden wir natürlich trotzdem befolgen, jedoch wollen wir einfach neben einem Bear Pepper Spray
einen Schutz um das Zelt um nachts ruhiger zu schlafen.

Wir wollen in Alaska ins Backcountry und eine Waffe kommt gar nicht in Frage, dafür sprechen viele
Dinge dagegen (Anschaffung, Erlaubnis, Bürokratie nach Tötung, Risiko). Jedoch wollen wir uns
ein wenig sicherer fühlen als nur mit einem Spray in der Hand.

Man liest halt von sehr wenigen Einzelfällen, wo etwas passiert ist und von Wanderern die schon 100te
von Nächten nur unterm Tarp genächtigt und nie was schlimmes erlebt haben. Ich denke, in den meisten
Fällen war immer Fehlverhalten der Outdoorer Schuld.

Was denkt Ihr über diese Zäune? Hatte mir im Netz ein Set um die 3kg rausgesucht, 8000 Volt
http://www.waterstrider.com/bear-repellent-portable-electric-fence.htm
Mit Versand um die 189 Euro plus Zoll, aber der Preis und das Gewicht wären für uns akzeptabel.

1) Schrecken die 8000 Volt wirklich einen Bären ab oder macht es ihn aggressiver?
2) Hat schon mal Jemand einen Bären gesehen, der Kontakt mit so einem Zaun hatte? Wie hat er reagiert?
3) Wie lange halten diese portablen Batterien ? (4D bedeutet ja 4 Mono Zellen, oder?)

Gerne lasse ich mich auch von besseren und/oder teureren Produkten überzeugen.
Habe auch ein Signalhorn (135db) mit Zugleine in Betracht gezogen. Der Zaun macht mir
den psychologisch sichereren Eindruck.

By the way wäre es interessant, ob wir vielleicht mit unserem Sohn bereits ein gutes
Signalhorn bereits dabei haben. Geräusche macht der immer viel und laut, so dass wir am Ende
noch nicht mal die Nähe eines Bären spüren werden. :grins:

Danke schon mal vorab für Eure Hilfe
Jens

inselaffe
30.10.2014, 13:00
Warte mal auf den User Daddyoffive, der hatte sich für ne Spitzbergen-Tour mal sehr ausgiebbig mit den Thema auseinandergesetzt und schließlich ne recht praktikable Lösung gefunden. Finde den Reisebericht auf die Schnelle grad nicht, da hatte er ein paar Sachen zum verwendeten Zaun geschrieben.

elbspitze
30.10.2014, 13:07
Okay, was Eisbären abhält, sollte für Grizzlys auch nicht schlecht sein.
bin ich mal gespannt. Ansonsten schreibe ich den mal direkt an. Danke Dir Jens

Libertist
30.10.2014, 13:14
Hatte so einen Zaun schon einige Male in Benutzung. Einen Bären habe ich noch nie dagegen rennen sehen; ob's also wirklich funktioniert, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Allerdings fühlt man schon einen ordentlichen Schlag, wenn man die Dinger berührt, hab das regelmäßig getestet. ;-) Die Batterien halten ewig - es fließt ja auch kein konstanter Strom, sondern es kommt ein kurzer Impuls im Sekundentakt (man hört dann auch das Klicken am Gerät). Fakt ist, dass man sich innerhalb so eines Zauns sehr sicher fühlt, insofern kann ich die Dinger schon empfehlen. ;-)

Ein Freund hat mir übrigens mal erzählt, dass Tiere solche elektrischen Zäune schon von Weitem spüren und dem Camp gänzlich fern bleiben. Ob das stimmt, weiß ich nicht. Wäre aber fein, denn im vollen Lauf werden die Zäune keinen ausgewachsenen Grizzly aufhalten.

Edit: Hatte die Zäune schon zum Schutz vor Grizzlies UND Eisbären im Einsatz.

inselaffe
30.10.2014, 13:18
Ich meine, dass er das System in der UK gekauft hat und dass das mit Kal. 12 Platzpatronen für Schrotflinten gearbeitet hat, die über gespannte Schnüre ausgelöst wurden.

Andere haben teilweise bewusst auf Zäune verzichtet und stattdessen bei größeren Gruppen lieber Nachwachen eingerichtet. Das alles aber bei Eisbären.

Zu Braun und Schwarzbären hab ich von Zäunen noch nichts gehört, die sind ja auch nicht so groß und auch etwas vorsichtiger. Aus den meisten Reiseberichten hab ich da entnommen, dass man nur strengstens drauf achten sollte, nichts Essbares im Zelt oder dicht bei zu haben, einige hundert Meter enfernt vom Lager zu kochen und die Vorräte möglichst bärensicher hoch in einen Baum zu ziehen. Des weiteren Essbares nur in einem luftdichten Container (Bear Can) zu transportieren. Die sind idR auch so stabil, dass ihn der Bär nicht aufbekommt. Such da mal im englischsprachigen Bereich. Neben Spray haben da aber auch viele ne Signal- oder Schreckschusspistole dabei, auch wenn es bei den meisten Begegnungen wohl reicht, viel krach zu machen und Meister Petz auf die Art einzuschüchtern.

Warte aber lieber mal auf Leute die Erfahrungen damit haben und nicht wie ich, nur hin und wieder mal was gelesen haben.


Edit: Wie zB Libertist ;-)

AlfBerlin
30.10.2014, 13:23
By the way wäre es interessant, ob wir vielleicht mit unserem Sohn bereits ein gutes
Signalhorn bereits dabei haben. Geräusche macht der immer viel und laut, so dass wir am Ende noch nicht mal die Nähe eines Bären spüren werden.

:o Wie alt ist denn der Sohn? Säuglinge diverser Tierarten machen ja in Notsituationen recht ähnliche Geräusche wie menschliche Babys. Das könnte einen Bären auf Futtersuche auch anlocken.

In Jahreszeiten und an Orten wo Bären keine Nahrungsprobleme haben, dürfte das Risiko geringer sein.

elbspitze
31.10.2014, 19:37
Danke für die Infos. Die Sorge habe ich nur bei Grizzlys. Bei Braun- und Schwarzbären mache ich mir weniger Sorgen, will mich aber generell richtig verhalten, so wie ihr es auch hier beschrieben habt um keinen dieser drei Arten Anlass zu geben, in meinem Vorzelt den dicken Macker zu machen.
Der Zaun soll auch wirklich nur für nachts sein, damit man sich wohler und sicherer fühlt, wenn man hilflos im Schlafsack liegt.
Tagsüber kann ich aktiv reagieren und umsichtig sein. Was mit Waffen will ich vermeiden, habe aber von einer Schweizer Firma eine Art Waffe gefunden, die zwei Gaspatronen enthält, die man bis zu 15m abfeuern kann. Ich bin mir aber sicher, dass ich beim Erstkontakt so zittern würde, dass ich bei einem eventuellen Scheinangriff eher meine Frau treffe :grins:

Eine Frage kam bei mir noch auf. Der Zaun, der mich interessiert, hat 75m Länge. Nimmt man den nun einfach und spannt den in einem Viereck ums Zelt auf oder nehm den doppelt und hat nur ein Viertel der Fläche? Meine Idee wäre nämlich, neben dem Zelt auch das Essen und die Bear Box innerhalb des Zaunes, aber halt weit genug vom Zelt entfernt, zu platzieren.

Unser Sohn ist dann 4 Jahre alt und für Krach wird der schon genug sorgen. Darüber mache ich mir keine Sorgen.
Aber gut, dass es hier angesprochen wird. Wie reagieren Bären auf Kinder? Gibt es Unterschiede? Sehen sie die Kleinen eher als Beute an? Oh, Gott. Über was man sich hier Gedanken macht :o

Apropos Jahreszeit. Wir wollen mit Absicht Mitte August/ Anfang September machen. Vielleicht laufen wir dann nur Bären über den Weg, die sie reglos an Stromschnellen liegen, weil sie satt sind.

Danke Libertist fürs Zauntesten. Es gab Bewertungen von Zäunen, wo Leute beim Anfassen nichts gespürt hatten. Was bringt dann so ein Zaun. Was hast du für ein Modell? Wieviel Volt? Die Sache mit dem "Strom spüren" ist nicht von der Hand zu weisen. Habe noch nie auf einer Weide gesehen, wie die Kühe pausenlos stupide sich in den Zäunen verfangen hatten. Könnte also was dran sein.

Habe mal Daddyoffive angeschrieben und werde seinen Bericht mal lesen. Sicher eine informative Lektüre.
Ich denke, dass, was ich bis jetzt über Eisbären und Grizzlys gelesen und gesehen habe, kann man nicht vergleichen.
Ich würde den Eisbären mal ganz frech mehr Grundaggressivität und Draufgängertum unterstellen. Warum hat denn sonst Jeder auf Spitzbergen eine Waffe dabei. Die bekommt man doch gleich bei Ankunft im Souvenirshop :roll:
Meiner Meinung nach ist der Zaun das Maximum an Sicherheit, eine Waffe für mich in Alaska ein No-Go. Auf Spitzbergen oder in Ost-Grönland ein Must-Have.

Danke erst einmal und vielleicht gibt es noch mehr
elektrifizierte Zaunbesitzer

LG Jens

Libertist
31.10.2014, 19:54
Der Zaun gehört nicht mir, das genaue Modell kenne ich auch nicht. Aber so sieht das in etwa aus, wenn ich so ein Camp aufbaue: KLICK (http://freedomtrips.com/wp-content/uploads/2013/07/DSC1328_header.jpg)

inselaffe
31.10.2014, 20:44
Hier ist der Reisebericht, wenn du ihn noch nicht schon selbst gefunden hast:

https://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php/76724-SJ-Svalbard-zum-40sten-Teil-1?highlight=svalbard


Und da hat er die Geräte her:
http://www.icebearalarm.com/index.html

AlfBerlin
31.10.2014, 21:03
Die Sache mit dem "Strom spüren" ist nicht von der Hand zu weisen. Habe noch nie auf einer Weide gesehen, wie die Kühe pausenlos stupide sich in den Zäunen verfangen hatten. Könnte also was dran sein.

Ich glaube nicht, dass die Kühe "den Strom spüren". Die Kühe wissen einfach, dass sie einen Schlag kriegen, wenn sie den Draht berühren. Sowohl in den Sinnen als auch in der Intelligenz sind sich da Kühe und Menschen sehr ähnlich. Und Kühe haben auch Augen im Kopp! Lasst Euch das gesagt sein. Ich war früher Cowboy :ignore:

inselaffe
31.10.2014, 21:11
Ich glaube nicht, dass die Kühe "den Strom spüren". Die Kühe wissen einfach, dass sie einen Schlag kriegen, wenn sie den Draht berühren. Sowohl in den Sinnen als auch in der Intelligenz sind sich da Kühe und Menschen sehr ähnlich. Und Kühe haben auch Augen im Kopp! Lasst Euch das gesagt sein. Ich war früher Cowboy :ignore:

Und trotzdem gehen sie durch einen Stacheldrahtzaun als wäre es dünne Angelschnur, wenn sie wollen oder müssen. Dass sie es aus freien Stücken nahezu niemals tun, liegt nur an ihrer Gutmütigkeit.


Sehe bei Strom eher das Problem, dass Pelz gut isoliert, nicht nur vor Kälte/Wärme.
Platzpatronen und Kleinkind sind aber auch wieder so eine Sache. :(

AlfBerlin
31.10.2014, 21:13
Der Zaun gehört nicht mir, das genaue Modell kenne ich auch nicht. Aber so sieht das in etwa aus, wenn ich so ein Camp aufbaue: KLICK (http://freedomtrips.com/wp-content/uploads/2013/07/DSC1328_header.jpg)

Aus gutem Grund wird ein breites und doppeltes Band verwendet. So sieht der Bär den Zaun und wird erstmal schauen was das ist und ihn beschnuppern. Würde der Bär rennen, würde er den Zaun kaum bemerken.

Ein paar Tausend Volt müssen schon sein, damit der Funke durch den Pelz überspringt.
Als Kind hab ich mir mal ein teures Messgeräte kaputt gemacht,
weil ich es genau wissen wollte :ignore:

elbspitze
31.10.2014, 23:26
@Libertist: also besser doppelter Zaun. Schönes Bild. Warst Du mit Deiner ehemaligen Schulklasse unterwegs ;)
Wie die Meisten berichten und hier auch beschrieben wird, soll der Draht den Bären dazu animieren, daran zu riechen.
Daher haben sie Signalfarbe und sind relativ breit, damit er sie sieht. Mit der Nase sollten die 8000 Volt dann schon spürbar sein. Wenns der Bär aber eilig hat und einfach im Eiltempo durchs Lager rennen wird, dann hält der Zaun nicht und die Stromspannung ist auch egal.
So und nun zur Abendleküre, die die Links hergeben. Danke
Jens

Daddyoffive
31.10.2014, 23:45
Bisher wurde ja nur ÜBER mich geredet, jetzt melde ich mich auch mal zu Wort ;-)
Habe aber auch schon über PN mitgemischt.

Auf YouTube findest du auch Videos mit Bärenzäunen und deren Verwendung.

Evtl. auch nochmal meinem Bruder Umingmaq per PN kontaktieren, der hatte dieses Jahr einige Eisbärbegegnungen. Und Erfahrung mit mehreren Zaunsystemen.

Ich meine: einen absoluten Schutz vor Bären gibt es nicht. Wenn der Bär will, kriegt er dich mit oder ohne Zaun. Du solltest dich aber schon noch mehr mit Bären beschäftigen. Grizzlys SIND Braunbären. Und das Verhalten von Bären hängt u.a. von deren Lebensraum und von der Jahreszeit ab.

elbspitze
01.11.2014, 00:17
Keine Sorge, ein 144 seitige Bären-Menschn-Ratgeber liegt schon auf meinem Tisch.

Fluchtpläne, passende Turnschuhe zum Weglaufen, eine Windel für den Angstschiss,
Kletterschuhe für einen Baum-hinauf-Sprint und eine 1.5l Flasche für meinen Urin
um übertrieben mein Revier zu markieren stehen schon auf meine Gepäckliste.
Am Ende werde ich nicht von einem Bären getötet, sondern verhungere, weil ich vor
lauter Sicherheitsausrüstung für die Lebensmittel kein Platz mehr hatte.

Eh ehrlich, aktuell beschäftige ich mich nur mit dem Bärenproblem, wobei man es
weniger ein Problem nennen kann. Es ist ein kalkulierbares Risiko, auf das man
sich vorbereiten kann.

Aktuell gehen wir fast jedes 2.WE in einen Naturpark in unserer Nähe, wo paar
Braunbären umherstreifen (hinter einem Zaun!). Bis dato haben wir sie immer nur
beiläufig betrachtet. Wir werden uns ihnen aber nun mehr widmen, mal länger
beobachten, Zeit lassen, sich mit ihnen vertraut machen.

Ich denke bei den ganzen Schutzmaßnahmen geht es um den psychologischen Aspekt.
Je mehr davon umso sicherer fühlt man sich. Aber 100%ig kann man nichts ausschließen,
dass ist auch klar.

Ich werde Euch auf dem Laufenden halten. Der Bärenzaun ist auf jeden Fall ne gelungene Investition,
denn nach dem Bericht von Daddy wird es zeitnah dann mal nach Spitzbergen gehen.

Danke Gruß Jens

wilbert
01.11.2014, 09:37
ich war mal drei monate auf spitzbegen als tourenbetreuer unterwegs.
weil wir unsere nachtruhe haben wollten, hatten wir einen bärenzaun dabei. was leider gerade wegen des bärenzauns oft nicht klappte.

der "zaun" war eine dünne schnur, die durch 7-8 dünne bodenstäbe gefädelt wurde. so hatten wir ungefähr auf kniehöhe einen geschlossenen kreis mit einem überlappenden, offenen eingang.
das signalgerät ist an einen stab montiert und wird durch einen schlagbolzen ausgelöst.
die "abgeschossene" patrone machte einen höllenlärm, ungefähr so wie ein kreischender heuler zu sylvester. der lärm sollte den bären erstmal zum innehalten bewegen, so dass man zeit hat aus dem zelt zu kriechen, um gegebenenfalls nochmals in die luft zu schiessen. meistens sollte es reichen, wichtig zu tun um den bären zu verscheuchen.
(die mitnahme einer waffe ist auf spitzbergen pflicht, so dass man diesbezüglich keine wahl hatte.)

auf unseren wanderungungen wurden wir oft des nachts vom bärenalarm aus den schlafsäcken gerissen. mit der waffe im anschlag haben wir immer nur einen aufgeschreckten turi gestellt, der gerade vom pinkeln kam und den bärenzaun schlicht vergessen hatte. :gaehn:

Wollsocke
01.11.2014, 16:20
Hallo Elbspitze,

ich würde mir überlegen, ob du den Bärenzaun importieren willst.
Habe vergangenes Jahr im Yukon 2 Nächte hinter einem solchen Zaun genächtigt.
Ist im Grunde nichts anderes als ein üblicher Viehweidezaun.

Das Set kannst du Dir hier deutlich günstiger zusammenstellen und auch schon ausgiebig testen.
Geräte mit den identischen Werten bekommst du hier um die 60-80 Euro. Teilweise auch mit D Monozellen zu betreiben.
Ein paar Fiberglasstäbe und Zaunband und gut ist...

So als Anregung Wandereiter haben ähnliche Sets gelegentlich dabei.

Gruss Wollsocke

elbspitze
01.11.2014, 16:43
Hee Wollsocke,

die Idee mit dem selbst Basteln hatte ich auch schon, aber technisch bin ich da nicht
so versiert. Bevor ich das Ding bestellen würde, wäre ich aber sicher so ehrgeizig, mal
selbst dran zu basteln. Mache mir nur Gedanken, wo man in Deutschland so einen leichten
Akku herbekommt. Habe auf diversen Seiten schon mal geschaut, aber die Apparate sehen
dort aus wie Autobatterien und wiegen sicher auch ähnlich :(
Um den Rest mache ich mir keine Sorgen, den bekommt man ja fast überall zu kaufen.
Muss ich wohl mal mit Papa reden, der hat früher immer gern Mac Gyver geschaut..

Wollsocke
01.11.2014, 16:47
Nur so ein Beispiel. (http://www.weidezaun.info/weidezaungeraete/weidezaungeraete_9v/3v_weidezaungeraet_fuer_kleintiere_wanderreiten_i4_1232_0.htm).äh na den Zaun musst du ja so oder so zusammenbauen...

travelinghans
01.11.2014, 17:49
.Hallo Elbspitze,

In deinem ersten Posting schreibst du, dass du die "ganzen Verhaltensregeln" befolgen willst. Weiter unten erklärst du aber, dass du die Nahrungsmittel innerhalb des Zauns aufbewahren willst. Zwar "weit genug vom Zelt", aber so groß kann der Zaun gar nicht sein. Meines Wissens wird in den USA immer eindringlichst empfohlen, das Essen (sowie Zahncreme, Seife usw.) nie nie nie in Zeltnähe zu haben.

Wenn man mal die Spuren von Bären an Bäumen gesehen hat, in denen für sie unerreichbar solche Sachen hingen, hält man das für eine gute Regel. Ich würde mich da nicht auf einen Zaun verlassen ...

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/DSC02354-1.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=116530&title=baerenspuren-am-baum&cat=500)

Bei einem Standlager mag ein Zaun sinnvoll sein, aber jeden Abend einen Zaun aufbauen? Ich hätte keine Lust dazu. Die Stangen in den Boden zu bekommen kann große Mühe machen; der Draht darf keinen Kontakt zu Pflanzenteilen bekommen, sonst ist die Batterie ruckzuck leer, also ist man zusätzlich eingeschränkt bei der Lagerplatzsuche oder muss erstmal Gras und Büsche schneiden. Grizzlys mögen den Menschengeruch nicht. Wenn das aufgrund der Vorsichtsmaßnahmen der einzige Geruch ist, der von meinem Zelt ausgeht, wird ein Bär dem Zelt OHNE NOT nicht nahe kommen ... und ich kann beruhigt schlafen. Ansonsten wird ihn der Zaun auch nicht aufhalten.

Eher möchte ich dich auf eine andere Gefahr hinweisen: Du schreibst ziemlich selbstsicher "Tagsüber kann ich aktiv reagieren und umsichtig sein." ...

So dachte ich auch mal ... Als wir eines Abends hundemüde unser Zelt aufbauten, waren wir froh, dass die Kinder sich eine Weile alleine beschäftigten. Sie spielten an einem kleinen Bach, ca. 50 Meter entfernt. Also alles in Ordnung, unsere Gedanken waren mit dem Lageraufbau beschäftigt. Als ich mal wieder zu den Kindern hinüberblickte, ließ mich das, was ich sah, zusammenfahren: Kaum 100 Meter entfernt ein Grizzly auf Nahrungssuche (nach Squirrels). Dabei bewegte er sich direkt auf unsere Kinder zu. Hätten wir nur eine Minute später nach den Kindern geschaut ... ich wills mir nicht ausmalen. Das war 2009, da war unser Kleiner gerade drei Jahre alt. Ständige Umsicht und Kinder - kann schwierig sein.

Also meine Empfehlung ist, sich ganz genau an die Empfehlungen der örtlichen Verwaltung zu halten (oder an die des nächstgelegenen NP). Die haben ohne Zweifel die größte Erfahrung ihr Gebiet und "ihre" Bären betreffend.

It's fantastic out there!
Gruß Hans

Libertist
01.11.2014, 18:10
@Libertist: also besser doppelter Zaun. Schönes Bild. Warst Du mit Deiner ehemaligen Schulklasse unterwegs ;)

Nein, da war ich mit Kunden unterwegs. ;-)

Bei größeren Camps haben wir übrigens auch schon fünf Drähte verwendet. Zwei würde ich jedenfalls mindestens nehmen, wenn man schon einen Bärenzaun mitnimmt. Das Wichtigste ist übrigens, dass der Zaun ordentlich geerdet ist; in der Regel gibt es da so eine Kupferstange dazu, die man möglichst tief in den Erdboden schlagen muss.

MatthiasK
01.11.2014, 18:23
Wie schwer is so ein Zaun in etwa?

elbspitze
02.11.2014, 09:26
Wie schwer is so ein Zaun in etwa?

Den, den ich mir rausgesucht habe, wiegt 6lbs umgerechnet um die 2,7kg. Nur weiß ich nicht,
ob der was taugt. Macht jedenfalls einen guten Eindruck, weil er aus einer Ein-Mann-Manufaktur
kommt, so wie ich die Homepage von dem Typen deuten konnte. Wenn es schwerere geben sollte,
die besser sind, würde ich auch auf die zurückgreifen, aber Igrendjemand muss das Zeugs ja auch
schleppen.

Momentan lese ich ein sehr interessantes Buch von Reiseknowhow. Gut geschrieben, plausibel erklärt.
Man hat auf einmal soviel Einfühlungsvermögen, dass man sich selbst wie ein Bär fühlt.
Aber eine Frage stellt sich mir.

Was mache ich, wenn ein Bär kommt, während ich esse? Habe zwei Ideen, wobei ich erstere bevorzugen
würde um ihn für später keinen Anreiz mehr zu geben, wiederzukommen.

1) Das ganze Essen in den nächsten See oder Fluss schmeißen, samt Topf. Den Topf mit einen Stein beschweren,
damit ihn dann auch wiederfindet. Jemand hatte mal von einem Gepäcknetz geschrieben. Gute Idee, alle Kochutensilien
da rein und ab ins Wasser. Ggf. das Essen, wenn es fertig ist, in eine Tupperdose, dann kann man die verschließen und
im Wasser versenken. So hat man das Essen dann noch und muss nicht wieder neu kochen :roll:
2) Das Essen stehen lassen, sich von der Essstelle so weit wie möglich distanzieren und dem Bären einen
guten Appetit wünschen.

Libertist
02.11.2014, 13:24
Wie schwer is so ein Zaun in etwa?

Das Set, das ich hatte, wog wohl so zwischen 5 und 8 kg.



Was mache ich, wenn ein Bär kommt, während ich esse? Habe zwei Ideen, wobei ich erstere bevorzugen
würde um ihn für später keinen Anreiz mehr zu geben, wiederzukommen.

1) Das ganze Essen in den nächsten See oder Fluss schmeißen, samt Topf. Den Topf mit einen Stein beschweren,
damit ihn dann auch wiederfindet. Jemand hatte mal von einem Gepäcknetz geschrieben. Gute Idee, alle Kochutensilien
da rein und ab ins Wasser. Ggf. das Essen, wenn es fertig ist, in eine Tupperdose, dann kann man die verschließen und
im Wasser versenken. So hat man das Essen dann noch und muss nicht wieder neu kochen :roll:
2) Das Essen stehen lassen, sich von der Essstelle so weit wie möglich distanzieren und dem Bären einen
guten Appetit wünschen.

Das klingt sehr theoretisch und wird in der Realität wohl nicht funktionieren. Für Möglichkeit Nummer 1 wirst du keine Zeit haben. Topf mit Stein beschweren, Essen in die Tupperdose... wenn ein Bär kommt, kann er innerhalb weniger Sekunden bei euch sein - da hast du ganz andere Sorgen, als dein Essen zu verstauen. Und Möglichkeit Nummer 2 solltest du um (fast) jeden Preis vermeiden, weil das bereits das Todesurteil für den Bären sein kann. Ein Bär, der sich am Essen von Menschen bedient, wird das auch zukünftig als "leichte Beute" betrachten und immer wieder versuchen, sich in Camps zu schleichen. Vielleicht auch in eures, gleich in der nächsten Nacht. Früher oder später werden dabei entweder Menschen zu Schaden kommen, oder die Park Ranger (bzw. Fish & Wildlife, je nachdem, wo du bist) werden den Bären erschießen müssen. Dem Bären also irgendwelches Essen zu überlassen darf nur eine Option sein, wenn du dich in Lebensgefahr wähnst und es keine anderen Auswege mehr gibt.

Mach's doch einfach so, wie alle anderen auch: alle Sicherheitsvorkehrungen treffen und wenn sich trotzdem ein Bär nähert, startest du deine Bär-Routine (rufen, Gruppe zusammenstellen, mit der Zeltplane wedeln...) und zückst das Bear Spray. Den Umgang mit dem Spray kannst du vorher mit einer "Practise Can" üben. Das Zeug hat sich als effektiver herausgestellt, als Handfeuerwaffen.

Allgemein gesprochen solltest du dir nicht allzu viele Sorgen machen. Wenn du beim Thema Sicherheit alle bekannten Regeln beachtest (vor allem bzgl. Essen/Gerüche, ausreichend Geräusche beim Gehen etc.) wird schon alles gut gehen. Ich hatte schon etliche Begegnungen mit Grizzlies, teilweise auch mit sehr unerfahrenen Personen in der Gruppe, trotzdem gab es nie ernsthafte Schwierigkeiten.

elbspitze
03.11.2014, 14:37
Okay, konnte ich mir fast schon denken. Essen dem Bären überlassen ist die
denkbar schlechteste Variante für alle Beteiligten. Wir werden noch ein wenig
überlegen, ob und was wir mitnehmen. Ein Bärenspray auf jeden Fall.

Ich glaube auch, dass wir uns wieder zu viele Gedanken machen, da wir unseren
Sohn dabei haben. Ansonsten würden wir das lockerer sehen. Meine Freundin ist
aber mittlerweile auch guter Dinge, da sie nun auch das 144S Buch durch hat.
Vor Island dieses Jahr hatten wir uns auch den Kopf zerbrochen wie wir mit Buggy
furten,

Nur eins hat uns geschockt. Nachdem unser Keron 4GT erst zwei Jahre alt ist
und wir bis dato im Vorzelt immer gekocht hatten, dürfen wir uns nun noch
eines dieser billigen Hillebergs neu kaufen :-?, weil das die Bären riechen. Echt?
Naja, sollte eh noch einmal eine leichtere Variante wie Kaitum oder Nallo her,
also Shoooopppppen....

Libertist
03.11.2014, 14:52
Nur eins hat uns geschockt. Nachdem unser Keron 4GT erst zwei Jahre alt ist
und wir bis dato im Vorzelt immer gekocht hatten, dürfen wir uns nun noch
eines dieser billigen Hillebergs neu kaufen :-?, weil das die Bären riechen. Echt?
Naja, sollte eh noch einmal eine leichtere Variante wie Kaitum oder Nallo her,
also Shoooopppppen....

Hm, das wäre schon extrem streng. Da dürftest du auch keine Klamotten mitnehmen, die schon mal mit Waschmittel in Berührung gekommen sind. Und keine Zahnbürste, die schon mal Zahnpasta gesehen hat. Und keine Axelhöhle, auf die schon mal Deo gesprüht wurde. Und und und... Halte ich für etwas übertrieben. ;-)

Juergen
03.11.2014, 14:58
Nachdem unser Keron 4GT erst zwei Jahre alt ist
und wir bis dato im Vorzelt immer gekocht hatten, dürfen wir uns nun noch
eines dieser billigen Hillebergs neu kaufen :-?, weil das die Bären riechen.
Einfach eine Dose Bärenspray im Vorzelt leersprühen und gut is!

elbspitze
03.11.2014, 15:13
Einfach eine Dose Bärenspray im Vorzelt leersprühen und gut is!

Okay, und wir lange dürfen wir dann mit vertränten Augen im Vorzelt sitzen?
Mist, wenn das hier meine Freundin liest, dass es auch anders geht, ist mein Traum von
einem Zweitzelt gestorben. :o(

Libertist
03.11.2014, 15:27
Einfach eine Dose Bärenspray im Vorzelt leersprühen und gut is!

Ich gehe mal davon aus, dass Juergen hier einen Witz gemacht hat. Etwas mir Bear Spray einzusprühen, um Bären fern zu halten, ist das Dümmste, was man machen kann. Bären mögen den Geruch des Sprays! Es tut ihnen zwar weh, wenn sie es ins Gesicht bekommen, aber grundsätzlich lockt sie der scharfe, würzige Geruch an. Deshalb ist man nach dem erfolgreichen Einsatz des Bear Sprays auch dazu angehalten, den jeweiligen Ort zu verlassen - selbst dann, wenn man das Camp abbauen und ein paar Kilometer weiter weg neu aufstellen muss. Die Wahrscheinlichkeit ist recht hoch, dass sich der Bär aufgrund des Schmerzes in den Augen und der Nase zwar erstmal aus dem Staub macht, nach einigen Stunden aber wieder an den selben Ort zurückkehrt. Also, während ein Mückenspray Mücken fernhält, zieht das Bear Spray die Bären eher an.

Solche Sachen gehören zum 1x1 im Umgang mit Bären. Bitte ausgiebig mit Bear Spray beschäftigen und am besten auch mal testen, bevor ihr dann wirklich loszieht.

Katun
03.11.2014, 15:27
Ich kenn das so, dass Bären besprühte Gegenstände interessant finden können, Red Pepper Spray. Da gibt es was zu schnüffeln. Steht das nicht in dem Buch?

Uninteressant finden sie übrigens Menstruation und benutzte Tampons, wenn man ihnen die unter die Nase hält. Die Testreihen dazu hatten allerdings nicht so viele Probanden. Ich würde das Zelt halt mal ne Woche lüften.

elbspitze
03.11.2014, 16:55
Ja, wir werden dieses Sprays mal testen, aber das Gerüche Bären anziehen,
war mir bekannt, aber dass sie Peffer lieben..nun gut. Also der Spray sollte
auch die letzte Lösung sein und nur als äußerste Notwehr genutzt werden.
So habe ich es in dem Buch gelesen.
Habe auch gelesen, dass diese Sprays mit einen Mal eine Dunstwolke binnen
5-6 Sekunden ausstoßen und man nicht selbst die Dosierung festlegen kann.
Stimmt das?
Zelt ist sehr gut gelüftet und wurde auch wochenlang auf dem Dachboden
ausgebreitet und getrocknet. Mal sehen, vielleicht nehmen wir es aber trotzdem
zum Anlass, ein neues kleineres Hilleberg ohne Vorzelt zu kaufen, da wir ja nicht
im Vorzelt, sondern abseits unterm Tarp kochen werden. Das würde Gewicht sparen.

Juergen
03.11.2014, 17:53
Also der Spray sollte auch die letzte Lösung sein und
nur als äußerste Notwehr genutzt werden.
Wenn der Bär so nahe ist, dass das Spay eingesetzt werden kann, ist dieser Fall im Allgemeinen gegeben.

elbspitze
03.11.2014, 18:01
Wenn der Bär so nahe ist, dass das Spay eingesetzt werden kann, ist dieser Fall im Allgemeinen gegeben.

wobei die im Buch auch schreiben, dass ein Scheinangriff auch mit Körperkontakt einher gehen kann.
Wann wohl der richtige Zeitpunkt sein wird, den Auslöser zu betätigen, wird dann meine zittrige Hand
entscheiden :roll:

Juergen
03.11.2014, 18:16
Es kann überhaupt nichts schaden, dem Bären beizubringen, dass er auch
Scheinangriffe gefälligst zu unterlassen hat. Denn wenn es doch kein Scheinangriff
war, kannst Du ziemlich schnell tot sein. Ein Prankenhieb genügt.

Der beste Schutz gegen Bären ist es meines Wissens, möglichst mit vielen
Personen unterwegs zu sein. Es soll keine oder kaum belegte Fälle geben,
in denen ein Bär vier Personen angreift. Wobei Kleinkinder da sicher nicht zählen.

Wenn der Bär so nahe kommt, dass er in Reichweite Deines Sprays ist, und sich
nicht durch Rufen vertreiben lässt, solltest Du das Spray benutzen. Der einzige
Grund zu warten ist, dass Du ihn dann besser erwischst mit dem Spray und
nicht etwa, dass die Notlage noch nicht groß genug ist.

Libertist
03.11.2014, 18:34
Habe auch gelesen, dass diese Sprays mit einen Mal eine Dunstwolke binnen
5-6 Sekunden ausstoßen und man nicht selbst die Dosierung festlegen kann.
Stimmt das?

Nein. Das Spray ist nach 5-6 Sekunden Drücken leer... aber wie lange du drückst, kannst du immer noch selbst festlegen.



Wenn der Bär so nahe kommt, dass er in Reichweite Deines Sprays ist, und sich
nicht durch Rufen vertreiben lässt, solltest Du das Spray benutzen. Der einzige
Grund zu warten ist, dass Du ihn dann besser erwischst mit dem Spray und
nicht etwa, dass die Notlage noch nicht groß genug ist.

Das kann ich so unterstreichen. Wobei das geschulten Auge auch erkennt, ob der Bär in Angriffslaune oder nur neugierig ist (Stichwort: predatory vs. curious bear behavior). Ich hatte schon Bären in Spray-Reichweite und musste das Spray nicht einsetzen. Aber dazu gehört etwas Erfahrung - im Zweifel lieber sprühen.

Sarekmaniac
03.11.2014, 18:49
Es kann überhaupt nichts schaden, dem Bären beizubringen, dass er auch
Scheinangriffe gefälligst zu unterlassen hat. Denn wenn es doch kein Scheinangriff
war, kannst Du ziemlich schnell tot sein. Ein Prankenhieb genügt.

Der beste Schutz gegen Bären ist es meines Wissens, möglichst mit vielen
Personen unterwegs zu sein. Es soll keine oder kaum belegte Fälle geben,
in denen ein Bär vier Personen angreift. Wobei Kleinkinder da sicher nicht zählen.

Wenn der Bär so nahe kommt, dass er in Reichweite Deines Sprays ist, und sich
nicht durch Rufen vertreiben lässt, solltest Du das Spray benutzen. Der einzige
Grund zu warten ist, dass Du ihn dann besser erwischst mit dem Spray und
nicht etwa, dass die Notlage noch nicht groß genug ist.

Wieso setzt Du "in Reichweite" und Scheinangriff/Angriff gleich? Auch ein nur neugieriger Bär kann sehr nahe kommen. Oder ein komplett desinteressierter. Ich weiß es von Kamtschatka, nicht aus eigener Erfahrung (unsere Bärenbegegnung fand auf größerer Distanz statt), aber von Berichten anderer, dass Bären, z.B. an Flussufern, gern auch mal 10 Meter am Zelt vorbei latschen, ohne Zelt und Bewohner auch nur eines Blickes zu würdigen. So ein freundlich gestimmter, neugieriger Bär kann auch grantig werden. Zum Beispiel wenn man ihn ohne Grund besprüht.

Und wenn das Bärenspray alle ist, ist das auch blöd für den Rest des Urlaubs. Es sei denn, man hat mehr als eine Dose gekauft. Eine Dose kostet je nach Variante (mit Holster, ohne Holster) 35-40 Dollar.

Rufen schadet nicht, aber besser als Bären durch Rufen vertreiben zu wollen, ist es, die Distanz zu vergrößern.

@Elbspitze: Ein kurzer Funktionstest (Sekundenbruchteil) wird vom Hersteller sogar empfohlen, einfach um festzustellen, ob die Dose funktioniert.

Katun
03.11.2014, 18:53
wobei die im Buch auch schreiben, dass ein Scheinangriff auch mit Körperkontakt einher gehen kann.
Wann wohl der richtige Zeitpunkt sein wird, den Auslöser zu betätigen, wird dann meine zittrige Hand
entscheiden
:D Sehr gut. Du bist also eigentlich vorbereitet. Genau das ist auch mein Problem, diese Scheinangriffstheorien. Insofern, Anleitungen, Gerätschaften … Tote scheint es mir nur zu geben, wenn man enorm Pech hat oder zu viel Unsinn treibt. An der Kinderstube vorbeigelatscht, blutigen Elch Richtung Pick-up gezerrt, Bär, der einen eben als Futter auserkoren hat. Schlecht gelaunter Bär. Selbst das überleben aber wohl die meisten ;-)


Es kann überhaupt nichts schaden, dem Bären beizubringen, dass er auch
Scheinangriffe gefälligst zu unterlassen hat. Denn wenn es doch kein Scheinangriff
war, kannst Du ziemlich schnell tot sein. Ein Prankenhieb genügt.


Ich glaub, mit dem Ansatz kommt man nicht so weit: Es ist das Revier des Bären und du hast dich ggfs. zu trollen. Da kannst du noch so viele Verteidigungs-Angriffsmittel haben. Könnte ein wütender Bär auch so sehen, den du mit Bearspray geärgert hast. Ein Scheinangriff ist immer noch ein freundlicher Hinweis, hau ab. Da bist du dann schon zu nah dran und störst – nicht der Bär.
Sonst halte ich einen Scheinangriff mal nicht für so wahrscheinlich, wenn er gerade am Nudeltopf interessiert ist, andere Situation. Scheinangriff ist dann, wenn ich die Komfortzone des Bären störe und nicht, wenn er gezielt kommt, um sich etwa zum Essen einzuladen. Oder seh ich das falsch? In manchem Nationalpark war man übrigens gar nicht umfassend begeistert, wenn man sagte, man hat ein Spray oder sonstiges Knallzeug. Weil: s.o., ich bin der Gast und hab mich anzupassen, nicht umgekehrt. Geht das nicht ohne Spray, mein Pech. Man kann es natürlich trotzdem mitnehmen und im Lehrvideo kommt es auch vor, aber ich find den Ansatz recht erhellend.

entropie
03.11.2014, 19:00
Die länge des bandes in dem link von dir ist 500 fuss, also vermutlich ist es so gedacht das du das band doppelt nimmst (dann kommst du genau auf die angegebenen 75m). Wenn du mit fahrzeug oder mehreren zelten unterwegs bist, ist das nicht sehr lang um ein lager zu umschliessen. Just saying.

Und wie schonmal gesagt, jemand mit mittelmässigen elektrotechnik kentnissen baut dir son teil für unter 30 euro.

Juergen
03.11.2014, 19:20
Wieso setzt Du "in Reichweite" und Scheinangriff/Angriff gleich? Auch ein nur neugieriger Bär kann sehr nahe kommen. Oder ein komplett desinteressierter. Ich weiß es von Kamtschatka, nicht aus eigener Erfahrung (unsere Bärenbegegnung fand auf größerer Distanz statt), aber von Berichten anderer, dass Bären, z.B. an Flussufern, gern auch mal 10 Meter am Zelt vorbei latschen, ohne Zelt und Bewohner auch nur eines Blickes zu würdigen. So ein freundlich gestimmter, neugieriger Bär kann auch grantig werden. Zum Beispiel wenn man ihn ohne Grund besprüht.
10 m ist ja eigentlich auch am Rande der Reichweite. Es ist schon klar, dass es ein
Unterschied ist, ob das Vieh mit 50 km/h auf Dich zurast oder vorbeiläuft. Ich
wäre da aber ziemlich mißtrauisch. Wenn der Bär nicht einen verdammt guten
Grund hat, 10 m an mir vorbeizulaufen, würde ich annehmen, er interessiert
sich für mich. Und auch wenn er nur ganz langsam und zögernd auf Dich
zukommt, kannst Du nicht davon ausgehen, dass er nur schmusen will.


Ich glaub, mit dem Ansatz kommt man nicht so weit: Es ist das Revier des Bären und du hast dich ggfs. zu trollen. Da kannst du noch so viele Verteidigungs-Angriffsmittel haben. Könnte ein wütender Bär auch so sehen, den du mit Bearspray geärgert hast. Ein Scheinangriff ist immer noch ein freundlicher Hinweis, hau ab. Da bist du dann schon zu nah dran und störst – nicht der Bär.
Darum geht es nicht. Es geht um Deine aktuelle Sicherheit. Wenn Du der Auffassung bist,
Du hast in seinem Revier nichts zu suchen, dann fahr da gar nicht erst hin.

elbspitze
04.11.2014, 12:02
Habe die Ranger im Denali Park wegen einer anderen Sache angeschrieben,
die schreiben sogar explizit, dass wir Bärenspray mitbringen sollen.

Okay, dann kann man ja wirklich mal die Dose probieren/ testen,
wenn da kein Automatismus das Ding voll entleert.

Gott, ich merke schon. Es gibt 10 Situationen und 1000 Meinungen wie man sie
deuten und reagieren könnte. Ich denke, dass man am Ende intuitiv handelt und
dabei sicher nicht alle Dinge berücksichtigen kann. Wenn am Ende nichts passiert,
hat man alles richtig gemacht. Passiert das Undenkbare wird jeder den Daumen
heben und sagen "Wie konntest du nur..."

Ich werde mich wohl mal selbst an den Bau eines Zaunes rantrauen, war schon
immer autodidaktisch veranlagt. Mein Ergebnis kann ich hier ja mal posten.

Die Diskussion gefällt mir hier aber, da viele Meinungen und Lösungsansätze
vorhanden sind und die sicher auch von Jedem anders umgesetzt werden.
Der Eine will sich behaupten, dominant sein, der Andere weicht lieber zurück.
Danke aber für die Postings, ich lese weiter gespannt mit.

PS: Meine Frau hat den Kauf eines HB Kaitum 3 bestätigt und genehmigt :bg:

Katun
04.11.2014, 21:44
Du meinst, wir sollen weiter Szenarien entwerfen … Ich würde mir nicht einbilden, ich könnte einem Bären etwas abgewöhnen, was „natural behaviour“ ist. Der Punkt ist: er soll sich nichts angewöhnen, etwa in Zelten nach Essen suchen, weil es da zuletzt so gut geschmeckt hat. Futtersuche natural, Camp nicht natural.
Was er sonst so macht – naja, kommt immer noch drauf an, welche Art Bär man vor sich hat. Im „Normalfall“ scheinen es mir im Falle eines Angriffs eher defensive Angriffe zu sein - was ich so rumlese. D.h., wenn man sich nicht rührt, überlebt man das angeknabbert und ist nicht sofort tot. Von so Schwarzbärmamas etwa heißt es, dass die tendenziell sowieso Scheinangriffe starten. Die Kleinen können gut klettern und sind außer Reichweite. Wäre doch blöd, wenn man sie auf grundsätzlich Angriff umpolt. In angriffslustiger Angriffsstimmung hab ich nicht den Eindruck, dass die sich von irgendwas aufhalten lassen. Oder nur so, dass es immer noch für den Prankenhieb reicht. So viel zu meiner Privattheorie.

Klingt ein bisschen so, als wolltest du ein Fort errichten und dahinter spielt der Vierjährige. Wäre mir mal wieder ein zu stressiger Urlaub. :D
Bzgl. Essen finde ich es manchmal praktisch, die Hauptmahlzeit in den Tag zu legen, wenn es sich irgendwo gerade anbietet. Dann kann auch der Wind meinetwegen mal drehen und es ist kein Drama, wenn man mal auf den Boden kleckert.

elbspitze
05.11.2014, 10:59
Klingt ein bisschen so, als wolltest du ein Fort errichten und dahinter spielt der Vierjährige. Wäre mir mal wieder ein zu stressiger Urlaub. :D

Ich will kein Maximum an Sicherheit, sondern ein Optimum. Stress entsteht nur, wenn man sich unter Druck setzt. Wir gehen das entspannt an und die 5 Minuten zum Zaunaufbau habe ich dann auch noch. Muss dem Kleinen nur noch beibringen, dass er nicht ständig den Zaun anfasst. :grins: Der Kleine soll und kann unter Beobachtung und Begleitung, so haben es auch die Ranger geschrieben, die Umgebung erkunden. Der Zaun soll nur als Schutz vor der Nacht dienen.

Juergen
05.11.2014, 12:52
In angriffslustiger Angriffsstimmung hab ich nicht den Eindruck, dass die sich von irgendwas aufhalten lassen.
Doch, sie lassen sich aufhalten, das ist gut belegt durch zahlreiche Zwischenfälle, in denen
Bären auch nach dem ersten aggressiven und blutigen Angriff durch Pfefferpray verjagt wurden.

tjelrik
11.02.2015, 14:44
Mich interessiert die Thematik - und ich überlege oft, welches System, wohl die meisten Vorteile mit sich bringt.

Hier ein Beispiel eines Elektrozauns - Eisbären - Kontaktes.

Ab ca. Min. 4.00 zwei wirklich kleine Schöcklein. Zumal nach dem ersten Schock, der Bär ja noch ein zweites mal ran geht. Da würde ich mir etwas mehr Zzzzzzzzisch wünschen.

https://www.youtube.com/watch?v=3txRsJ-l5cI


Hier gibt sich das Bärlein etwas beeindruckter:

https://www.youtube.com/watch?v=hDBjDVyclic

cast
15.02.2015, 21:00
Doch, sie lassen sich aufhalten, das ist gut belegt durch zahlreiche Zwischenfälle, in denen
Bären auch nach dem ersten aggressiven und blutigen Angriff durch Pfefferpray verjagt wurden.

:bg:

People should be able to recognize the difference between black bear and grizzly bear scat.
Black bear droppings are smaller and often contain berries, leaves, and possibly bits of fur. Grizzly bear droppings tend to contain small bells and smell of pepper.

tjelrik
05.03.2015, 17:59
ich füge von Zeit zu Zeit links bezüglich Bärenzaun Varianten ein.
Hier eine selbstentwickelte Zaun-Variante aus u.a. den Comet-Signalgebern
http://www.lynvingen.org/Tips/Snublebluss.html