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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : So weit läuft mein Kind



Haxe
28.07.2014, 13:11
In dieser Diskussion (https://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php/81181-Vorbereitungen-zur-ersten-Wanderschaft) kam gerade die Idee auf, Erfahrungswerte zur Streckenplanung beim Wandern mit Kindern zu bündeln.
Ich will daher einfach mal starten und freue mich über rege Beteiligung.
Ziel ist es Erfahrungswerte zu teilen und weniger eine Grundsatzdiskussion loszutreten.



Im letzten Jahr habe ich mit meinem damals 8-jährigen Sohn Tageswanderungen in der Region (norddeutsches Flachland) gemacht. Es ging über Straße (geteerte Wege), Wald- und Fußwege. Auch wenn er sportlich ist, habe ich das Gepäck (Einen leichten Rucksack mit Wasser und Verpflegung für unterwegs) getragen. Insgesamt sind wir ca. 15-17 km in etwa 4-5 Stunden gelaufen und haben unterwegs immer wieder kleine Pausen zur Stärkung eingelegt, oder uns interessante Dinge angeschaut (Käfer, besondere Gebäude, den Stadtgraben, etc.). Er hatte einen Kompass dabei und er hatte die Aufgabe darauf zu achten, dass wir immer grob die richtige Richtung einschlagen, wenn wir z.B. an Kreuzungen kamen. Die letzten 2 km wurde die Motivation etwas zäher, aber die Aussicht mit einer Fähre zurück nach Hause zu fahren hat ihn auch die letzten Meter locker schaffen lassen.

binom999
28.07.2014, 13:52
ich selber habe leider keine eigenen Kinder glaube aber auch, dass durch eine Vielzahl von Kriterien abhängt, wie weit man laufen kann (warum soll es bei Kindern anders sein als bei einem selbst)

- Stimmung
- Wetter
- Motivation
- GANZ WICHTIG: Streckenprofil
- körperliche Verfassung
- Ausrüstung

Philipp
28.07.2014, 14:00
ich selber habe leider keine eigenen Kinder glaube aber auch, dass durch eine Vielzahl von Kriterien abhängt, wie weit man laufen kann (warum soll es bei Kindern anders sein als bei einem selbst)

- Stimmung
- Wetter
- Motivation
- GANZ WICHTIG: Streckenprofil
- körperliche Verfassung
- Ausrüstung

Du hast hier noch die "führende väterliche Hand" vergessen :bg: :cool:.

Randonneur
28.07.2014, 14:18
Die Persoenlichkeit der Kinder spielt auch eine Rolle.

Ein paar Daten:

Erste Schwedentour mit meinem Sohn (er war 9, trug 6kg oder so) auf Trampelpfaden: etwa 15km/Tag.
Erste Schwedentour auch mit meiner aeltesten Tochter (sie war 11, trug weniger) auf Trampelpfaden: etwa 15km/Tag.
Einige Wochen vorher mit beiden im Karwendel: 31km bei einer Tagestour (mit 1000hm) auf Trampelpfaden und Feldwegen. Danach sie die Kinder erst mal auf den Spielplatz um sich zu bewegen.
Die Kleinen waren noch nicht in Schweden, aber laufen so 15km mit mehreren hundert hm bei Tagestouren.

Bei den langen Tourn habe ich die Kinder immer entscheiden lassen wie lange wir laufen damit es weiter Spass macht. Man muss sie halt erst anfixen damit sie abhaengig werden...

Viele von den Klassenkameraden laufen aber deutlich weniger. Hier in den Bergen ist es zwar anstrengender als im Flachen aber auch abwechslungsreicher, das hilft (sage ich als Hamburger).

below
28.07.2014, 14:21
Unser Sohn ist 5. Die Motivation zum Laufen liegt irgendwo zwischen 100 Metern und 7 km pro Tag. Die Form und Laune schwankt da häufig aber auch innerhalb von 2 Minuten stark - so kann aus einem gefühlten 100 Meter Tag auch mal eine 3 km Wanderung werden.

Eine wirkliche Tourenplanung ist so aber nahezu unmöglich und endet in 75% der Fälle auf meinen Schultern. ;)

Randonneur
28.07.2014, 15:05
Nachtrag:

1) Die Werte fuer die langen Touren sind Mittelwerte. Je nach Tag waren es einige km mehr oder weniger.

2) Ich bezweifele ein wenig ob "sportlich" ein gutes Kriterium ist. Mein Sohn ist eigentlich in jedem Alter wesentlich lieber gelaufen als seine Schwestern. Er macht aber nur Sport zum Vergnuegen. Die anderen drei machen erheblich mehr Sport (Ski Alpin und Fussball, bzw. Turnen und Ski Alpin), dabei auch das was man wohl Leistungssport nennt (mit Wettbewerben, Qualifikation fuer frankreichweite Wettbewerbe und so).

berlinbyebye
28.07.2014, 16:52
Mein Kumpel H. ist 4.
Er will jetzt selbst die 10 km Grenze knacken. ;-)
7 km hat er schon geschafft (ohne bei Muttern auf dem Rücken zu landen, die das mittlerweile kategorisch ablehnt.)

Der kleine Sportskamerad entscheidet selbst vorab, er weiß aber, dass er kein "Back-up" (im wahrsten Sinne des Wortes) mehr hat. :bg:

below
28.07.2014, 17:02
Der kleine Sportskamerad entscheidet selbst vorab, er weiß aber, dass er kein "Back-up" (im wahrsten Sinne des Wortes) mehr hat. :bg:

Kannst Du das mal erläutern? Wie entscheidet der Kleine selbst über die Strecke? Zumindest mir ist kein 4 Jähriger bekannt, der wirklich einschätzen könnte, was der Unterschied zwischen 7 und 10 km ist.

berlinbyebye
28.07.2014, 17:26
Er "entscheidet" nur insoweit, dass er weiß, dass er nicht nach 2 km jammern darf, weil er gerade keine Lust mehr hat, denn dann muss er beim faulen Papi zu Hause bleiben.

Er hat verstanden, dass Wandern nicht immer nur angenehm ist und dass es einen Rückweg gibt.

Aber keine Angst: das Kind wird nicht gequält, außer er dürfte nicht mitgehen; ich gehe ja nur selten mit, aber auf dem Bushbuddy Nudeln zu kochen, ist für ihn schon eine starke Sache (für mich auch, Danke Lutz :p)

Wir sind aber auch wirklich sowas von tollen Kinder-Wander-Führern, da gibt´s immer was tolles zu sehen. :D

P.S.: natürlich weiß er nicht, was 10 km sind. Aber 7 hat schon gepackt und er will sich steigern. Sehr gute Einstellung. :bg:

chrischian
28.07.2014, 18:37
Meine Kinder wünschen im Hotel zu nächtigen. Am Besten 4sterne. :o Ich plane aber die Etappen. Und manchmal geht auch nicht anders, da können es schon mal 32km werden. :bg:

Mein Sohn ist mit 6 Jahren bis zu 30km gelaufen. Die anderen erst später. Wen wundert's. Das ist von Kind zu Kind verschieden.

E1HikingTours
28.07.2014, 21:31
Mein Großer ist mit knapp 6 Jahren vor kurzem 11,5 km gelaufen, worauf ich mächtig stolz war. So im mittleren Drittel war er zwar heftigst am Jammern, aber dann zog ein Gewitter auf und das war so spannend und aufregend, dass er alle Strapazen vergessen hat...

Mus
28.07.2014, 21:42
Mein Großer läuft seit er 5 ist auch über 30 km am Tag. Bei der ersten Tour waren es in drei Wochen ca. 500 km. Ohne Gepäck auf dem Buckel und mit relativ flachem Profil. Wir waren dann platt, er nur in den ersten anderthalb Wochen.
Mit 6 ist er dann so 25 km mit Gepäck (kleiner Rucksack mit Klamotten und Isomatte).
Was er heute (8) läuft, kann ich schlecht sagen, da er bei fast allen Wandertouren im Moment "den Hund" macht: vor, zurück, seitlich in die Büsche und in den Graben, Stöcke holen, allen Müll einsammeln und dann schnell wieder hinterher. Es nervt ihn, dass die Schwester selbst läuft, das ist zu langsam und wir kommen nicht gescheit weit. Manchmal trägt er sie darum einen halben Kilometer. Ich merke nur, dass er alles schafft, was ich schaffe nur dass es ihn nicht schafft.
Wenn er aber keinen Bock hat, ist es eine Qual auch nur 3 km weit zu kommen.

Die Kleine lief mit zweieinhalb bis zu 8 km am Tag, das hat aber gedauert, sie lief immer weiter aber immer langsamer bis wir das nicht mehr ausgehalten haben. Das Jahr darauf lag der Rekord bei ca. 100-120 km in neun Tagen (einmal 15 km). Wurde auf der Tour immer weniger, also keine Konditions- sondern eine Motivationsfrage. Ist ja auch nicht verwunderlich in dem Alter. Jetzt mit vier ist sie "kindergartenfaul" geworden und ich bin froh, wenn wir überhaupt die 5-7 km schaffen ohne dass das trag-mich-Gejammer zu groß wird. Kommt plötzlich die Supermotivation läuft sie aber auch noch ein paar km mehr ohne Probleme. Und in den Pausen wird selbstverständlich über den Platz getobt.
Trotzdem kommt dieses Jahr wieder der Hänger mit auf Wandertour. Sie soll dürfen und nicht müssen. Aber wir anderen wollen dürfen.

Im Laufen (und Klettern) sind sie ziemlich gut, ansonsten aber nicht gerade die Sportskanonen. (Wo sie das wohl herhaben???:roll: :grins:)

berlinbyebye
28.07.2014, 21:51
Na siehste, da bin ich aber beruhigt.

Ich dachte schon, ich bekäme jetzt Schimpfe, weil wir den Kleinen überfordern. Aber da scheint es ja noch ganz andere Knirpse zu geben.

Tja, das wundert mich nicht, was ich da in den Kommentaren zuvor lese: Die Kleinen eifern den Alten nach. Und wenn´s ums Wandern geht, ist das ja auch nur gut so!

Philipp
29.07.2014, 10:08
Unser Großer (jetzt 6) läuft schon seit er 2 ist ziemlich gut und mit nur wenig Murren. Die Kleine (jetzt 4) benötigte etwas längere Zeit zum Zünden, aber nach zwei Wander- und Bergurlauben mit 3 Jahren hat sie sich sich sprunghaft entwickelt. Unsere bisher längsten Etappe mit ihr waren 17 km, mit ca. 400 Hm, von Erschöpfung eigentlich keine Spur, die Lage des Campingplatzes bestimmte die Etappenlänge.
Getragen wird allerhöchtens ein paar hundert Meter, um meinen guten Willen zu zeigen. Eigentlich verstehen sie ganz gut, daß Papa neben Rucksack und Pilgerwagen nicht auch noch Kinder tragen kann :cool:.

Der Große fängt jetzt an, bisweilen ein wenig zu trödeln und wird dann von der Kleinen angeschnauzt, er solle doch mal hinne machen.

Jetzt im Sommer geht's nach Norwegen, und wir sind sehr gespannt, wie weit wir dort mit voller Ausrüstung und Essen kommen, pro Tag und insgesamt. Wenn wir grandios scheitern, liegt's aber nicht an den Kindern (die sind zuversichtlich ;-)), sondern an den ungenügenden elterlichen Planungen :roll:...

anja13
29.07.2014, 10:21
Wenn wir grandios scheitern, liegt's aber nicht an den Kindern (die sind zuversichtlich ;-)), sondern an den ungenügenden elterlichen Planungen :roll:...

Das finde ich mal eine schöne Aussage ;-) - unser kann noch nicht laufen. Wir sind gespannt, wann wir wie auf erste Tour gehen können (ohne das Kind die ganze Zeit zu tragen).

Enja
29.07.2014, 10:35
Wir haben unsere Kinder so etwa bis sie vier waren im Bedarfsfall halt geschleppt. Ab 5 (also kurz vor der Einschulung) hielten sie mühelos mit uns mit. Wir hatten sogar den Eindruck, dass sie abends fitter waren als wir. Ab 12 haben sie ihr Gepäck komplett selbst getragen, was die Möglichkeiten deutlich erweiterte und uns sehr gut gefiel.

Mit einsetzender Pubertät fächerte sich das auf in "kein Bock-blöde Rumlauferei" und "Wandern ja, aber lieber mit Freunden".

chrischian
29.07.2014, 10:54
Mit einsetzender Pubertät fächerte sich das auf in "kein Bock-blöde Rumlauferei" und "Wandern ja, aber lieber mit Freunden".

Das ist wohl normal. ;-) Meine Älteste(17) kommt jetzt (zur Freude der Mutter) noch mal auf den Berliner Höhenweg mit. Im Herbst klingt sie sich aber aus. Da wird sie wohl eine Woche "abchillen". Dagegen unternimmt der Älteste von unseren Freunden eine Tour mit seinen Freunden.

Enja
29.07.2014, 11:00
Inzwischen haben sie die Pubertät schon hinter sich. Insofern gibt es ab und an wieder gemeinsame Outdoor-Unternehmungen. Im Moment arbeiten sie alle dran, ihre Partner davon zu überzeugen, dass das Spaß macht.

Und mein Mann und ich? Wir sind sehr gerne wieder zu zweit unterwegs.

rumpelstil
29.07.2014, 21:54
Unser Sohn ist 5. Die Motivation zum Laufen liegt irgendwo zwischen 100 Metern und 7 km pro Tag. Die Form und Laune schwankt da häufig aber auch innerhalb von 2 Minuten stark - so kann aus einem gefühlten 100 Meter Tag auch mal eine 3 km Wanderung werden.

So ist es bei uns auch.

Grundsätzlich gilt: Bei "spannenden" Wegen ist die die Motivation und Motivierbarkeit ungleich höher als bei faden Forstwegen.

ranunkelruebe
29.07.2014, 23:10
Um den Durchschnitt mal radikal zu senken:
Mein 4jähriger läuft, wenn es hoch kommt, vielleicht 5 km. Da muß dann aber schon was Spannendes dabei sein.
Sonst jammert er die ganze Zeit, er könne nicht mehr, seine Beine seien müde, und überhaupt. Um dann bei jeder Pause zu rennen, zu springen und algemein wild rumzutoben.
Bei ihm ist es ganz klar ein Kopfproblem, kein Beinproblem.
Er fand Laufen, um von A nach B zu kommen, schon immer doof.
Lieber Laufrad oder Fahrrad fahren.
Ich glaube, er findet Laufen einfach laaaaaaaaaaaaangweilig.

Wir machen daher keinen Wanderurlaub, sondern fahren Rad ;-)

Mus
29.07.2014, 23:18
Sonst jammert er die ganze Zeit, er könne nicht mehr, seine Beine seien müde, und überhaupt. Um dann bei jeder Pause zu rennen, zu springen und allgemein wild rumzutoben.
Bei ihm ist es ganz klar ein Kopfproblem, kein Beinproblem.

Ich glaube das können sich die meisten hier rahmen und übers Bett hängen (oder vielmehr übers Schuhregal:baetsch:). N'est pas?

sommerjule
08.08.2014, 12:36
Um den Altersschnitt mal etwas zu senken: Mein Sohn ist jetzt 20 Monate, seine Lust und Energie, auf dem Weg geradeaus mitzulaufen liegt bei ca. 200-500m :D Gesteigert wird das, wenn wir so eine Holzschiebestange mithaben, die er dann ehrgeizig durch jedes Terrain (Wurzeln, Sand, etc.) schiebt. Also sind wir bei Tagestouren, bei denen er entweder im Fahrradhänger geschoben oder in der Kraxe getragen wird, das absolute Maximum, was da für uns alle machbar ist, sind 14 km mit vielen Pausen. Eher aber weniger.

Killer
09.08.2014, 15:00
in so jungen Jahren können sich die Kinder ja noch gar nicht wehren, aber wenn sie dann mal älter als 6 sind gehen nur noch die wenigsten mit auf Tour.

blue0711
09.08.2014, 19:20
Meine hatte nur mit 11 mal einen Monat eine Null-Bock-Phase, um dann im folgenden Spätsommer wieder mit mir loszuziehen (Ich hab fieserweise Klettersteige eingebaut).
Mit 12 wollte sie eine Freundin mitnehmen.
Jetzt mit 13 frägt sie sogar nach, wann's wieder los geht.

Vorher mit 4 so 3-4 Stunden Steig (für die kurze also mit Kraxeln verbunden), entsprach Normal-Gehzeit 2h
Mit 8 dann schon 15 km problemlos (Klamotten und Proviant selbst getragen)
Mit 9 normale Wanderetappen in angegebener Gehzeit (komplett eigenes Gepäck)
Mit 10 auch mit > 1000 hm/Tag und Etappen bis zu 9h sowie zum ersten Mal über 3000m
Mit 11 ist sie im Schwarzwald 28 km mit 400hm gelaufen, war insgesamt 3 Wochen mit mir Wandern

Killer
09.08.2014, 21:17
das ist doch mal schön. Gehe morgen auch mit nem 6 Jährigen in nen Schacht :D der war mit 1 Jahr schon im Winter mit zelten und Lagerfeuer machen.
Finde das immer toll wenn Kindern sowas schon gefällt.

Fritsche
11.08.2014, 10:19
Meiner hälts eher mit below und Ranunkelrübe.......3,5 Jahre, mit Glück läuft er 100m alleine. Ein "Schiebestock" hilft so lange, bis er sich den zum zweiten mal in den Bauch ins Gesicht ins Bein etc rammt, was ebenso maximal 100m lange auf sich warten lässt.

Papa mit Bewegungsdrang sieht das Zusatzgewicht auf den Schultern als Training, Mama hat Bewegungsdrang, der große Bruder des Kleinen ebenfalls, am Vormachen kanns also beim Kleinen nicht liegen.

Seit ein paar Wochen findet der Große allerdings alles "Scheiße", was nicht Geld kostet und Energie verschwendet (also nur Downhill ist cool). Das ist eine andere Baustelle....

speckbaron1409
27.08.2014, 12:03
Hi,
war gerade mit dem clan im Schwarzwald unterwegs ( 2 E. + 2 K. ) ; mein jüngster ist 7 und hat dieses mal bergauf relativ schnell gepfinst , obwohl er schon öfters solche steilere Aufstiege lächelnd gemeistert hat . Als ich nach 1/3 des Weges seinen Rucksack auch noch getragen habe , war er wieder glücklich jedoch nach 4 Km war schluss .
Bei Jüngeren ist es wirklich wohl nur eine Formfrage . Meine 11 jährige , kurioser Weise , will mehr tragen und immer noch weiter gehen als das Tagesziel .

Wir hatten immer das Glück , dass vor jeder Tour die Kids hoch motiviert sind .

Haxe
18.09.2014, 00:45
Dann kann ich ja auch nochmal meine Erfahrungen von unserer Tour dazu geben:
Mein großer ist 9 und hat auf unserer Flachlandtour vom ersten Tag an ca. 20km/Tag gemacht, dabei hat er anfangs ca. 4,5kg zum Ende der Tour eher 5,5kg getragen und jeden Abend noch mehr Reserven gehabt als ich: während ich gerädert war, hat er noch stundenlang mit einem Hund getobt/Holz gehackt/oder ähnliches. ;-)

blue0711
18.09.2014, 09:25
Kinder verbrauchen Energie nur spezifisch pro Tätigkeit :bg:
Wenn der Lauf-Akku leer ist, läuft der Tobe-Akku über.

Mus
21.10.2014, 11:58
Ich trau's mich ja fast nicht zu posten……also bitte nicht als Aufforderung zum Nachmachen gedacht, sondern nur, falls andere auch so kleine VW-Käferchen haben und sich des Vorwurfs der Kindsmisshandlung ausgesetzt sehen: 38 km (8 Jahre); 24 km (4 Jahre) geht offensichtlich bei guter Laune und Toben in den Pausen, eingebettet in eine Mehrtageswanderung, kein ebenes Gelände. (Schnitt jeweils über 30 km (z.T. mit Gepäck) bzw. fast 20 km (ohne Gepäck)).
Die 38 km wurden explizit eingefordert (mir hätte es nach 34 ja dicke gereicht) und ausführlich mit Schaukeln und Klettern gefeiert. "Mama, ich versteh irgendwie gar nicht, warum dir die Füße wehtun?"

Dennisdraussen
21.11.2014, 11:38
Mein Sohn 4 Jahre ist mit mir vor einigen Wochen, 17km durch den Harz gelaufen, nach 3km ist mir aufgefallen das sein Rucksack weg ist, meine Nachfrage nach dem Verbleib des Ausrüstungsstück wurde folgendermaßen beantwortet: "Im Auto Papa, du hast genug für uns beide in deinem Rucksack." der kleine Ultraleicht Schnösel hatte recht..


Wenn ich Touren mit ihm gehe, plane ich immer zu das ich Ihn nach 500m den Rest des Weges auf der Schulter habe, allerdings endet die Wanderung eher mit einem Wettlauf zum Endpunkt, wer zuerst da ist darf den Trangia zusammenbauen oder Lagerfeuer aufschichten.

ninaw
28.12.2014, 08:54
Unsere Tochter ist 8 und wir haben dieses Jahr die große Bärenrunde in Finnland gemacht. Allerdings haben wir uns auch 12 Tage Zeit gelassen (inkl. 1 Ruhetag mit Kanufahrt), so dass unsere Etappen zwischen 6 und 12 Kilometern pro Tag waren. Für unsere Tochter war nur im Kopf ein Unterschied zwischen langen und kurzen Etappen zu merken - körperlich war sie auch nach 12 km noch fit wie ein Wanderschuh.
Daher planen wir als nächstes den ACT in Grönland mit "normalen" Etappen, da uns Eltern das Geschleppe der Lebensmittel wirklich an die Grenzen gebracht hat (zumindest in den ersten Tagen). Unsere Tochter (20 kg KG) hat unsere Wechselklamotten im Rucksack getragen und kam damit auf ca. 4kg Gepäck.

Tie_Fish
28.12.2014, 22:39
Wie haben das damals immer steigernd angetestet und mussten feststellen, dass ein Sechs- und ein Achtjähriger gute 20km und 2000hm laufen, zum Ende hin mit Murren allerdings. Zurück im Feriendomizil ging es dann schnurstracks auf das Trampolin im Garten, es kann also nicht das Ende der Kräfte gewesen sein.

Im Alter von 8 und 10 haben wir den E5 von Oberstdorf nach Bozen in 13 Etappen gemacht, vollkommen problemlos. Darauf Hardanger und Lysefjord-Runde und darauf 20 Etappen der gta im Piemont. Immer zwischen 10 und 40km und 500 bis 2.500hm am Tag. Alles keine Probleme, wenn man seine Kinder kennt.

Heute gehen sie nicht mal zum Bäcker (65m etwa), aber holen die Freundin am anderen Ende der Stadt ab und bringen sie abends wieder nach Hause - also 4x 3,5km. Also Kopfsache :-)

Flachlandtiroler
28.12.2014, 22:51
Wie haben das damals immer steigernd angetestet und mussten feststellen, dass ein Sechs- und ein Achtjähriger gute 20km und 2000hm laufen

:o an einem Tag?! :o

Tie_Fish
28.12.2014, 23:18
:o an einem Tag?! :o

Ja, z.B. Memminger Hütte nach Zams sind ungefähr 300hm hoch zur Scharte und 1.800hm runter nach Zams. Oder von Zwieselstein nach Moos im Passeier, das ist glaube ich über 20km (nicht nachgeschlagen). Natürlich ohne Gepäck, ordentlich Pausen und über den ganzen Tag verteilt. Aber selbstverständlich nicht "aus dem Kalten", sondern irgendwo nach einer Woche Warmlaufen und kurzer Etappe davor und dahinter und - wie ich eingangs schrieb und was der wichtigste Punkt ist: Wenn man seine Kinder dahingehend einschätzen kann! (was beim TO ja noch nicht gegeben sein dürfte, sonst würde er wohl nicht fragen)
Also langsam rantasten, Kinder sind sicher sehr unterschiedlich, auch wenn sie zu oft unterschätzt werden!

Tie_Fish
28.12.2014, 23:25
Hab grad nochmal nachgeschlagen: die beiden Jungs waren 6 und 8, da waren wir z.B. auf dem Medelzkogel (http://bergkraxler.heimat.eu/tour32.html) (auf und ab 1.500hm) - die Strecke weiß ich nicht so genau, schätze mal 10 oder 12km. Das war der Tag mit dem Trampolin (wo Mutti und Papi sich an den schweißbedeckten Kopf gegriffen haben)

Flachlandtiroler
28.12.2014, 23:25
Ah ok rauf plus runter -- das rückt das Ganze vom Phantastischen ins Bewundernswerte ;-)

Tie_Fish
28.12.2014, 23:29
Ah ok rauf plus runter -- das rückt das Ganze vom Phantastischen ins Bewundernswerte ;-)

Klar hoch und runter (ich dachte, bei "zu Fuß" rechnet man so, beim Fahrrad nur hoch??). Klingt doch viel besser, wenn man beim Diaabend "15.000 Höhenmeter in zwei Wochen" draufschreiben kann :grins:

Flachlandtiroler
28.12.2014, 23:33
Ich zähle nur rauf. Mir ist klar, dass der Muskelkater idR von den Abstiegsmetern kommt, diese also durchaus viel Kraft kosten...
Trotzdem ist für mich persönlich nur der Aufstieg maßgeblich. Das liegt aber evtl. daran, dass ich häufiger 1- oder 2-Tagestouren mache, die auf dem Aufstiegsweg zurückführen. Da macht es einfach wenig Sinn, alles doppelt zu zählen.

Tie_Fish
28.12.2014, 23:37
Ok, verstehe. Einigen wir uns bei diesem Tread in Kinderfragen einfach darauf, hoch und runter zu zählen. Sicherheitshalber...

Flachlandtiroler
28.12.2014, 23:52
Ok, verstehe. Einigen wir uns bei diesem Tread in Kinderfragen einfach darauf, hoch und runter zu zählen. Sicherheitshalber...
ACK, Einverstanden.

Meine ersten Alpenwanderungen fanden mit neun statt; da dürften tausend Meter rauf und wieder runter das Maximum gewesen sein.
Mit knapp fünf ist der Nachwuchs bei uns mal etwa 600m aufgestiegen, runter dann größtenteils in der Kraxe (ächz...).

Randonneur
29.12.2014, 08:41
Also für mich sind Höhenmeter auch immer nur rauf.

Je nach Geländeprofil ist Runtergehen ja schwer oder leicht.

chrischian
29.12.2014, 10:36
Ok, verstehe. Einigen wir uns bei diesem Tread in Kinderfragen einfach darauf, hoch und runter zu zählen. Sicherheitshalber...

Sicherheitshalber, Höhenmeter nur hoch zählen. :oldman:

Ansonsten kommt 6 Jahre, 30km und 1000 Höhenmeter schon gut hin (GPS-Tracks punktoptimiert).

2.Tag: Kaltenberg(Studenec) - Hochwald(Hvozd) (https://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php/48936-CZ-E3-Von-der-B%C3%B6hmischen-Schweiz-bis-ins-Riesengebirge?p=782905&viewfull=1#post782905)

4.Tag: Jeschken - Klein Iser (https://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php/48936-CZ-E3-Von-der-B%C3%B6hmischen-Schweiz-bis-ins-Riesengebirge?p=784144&viewfull=1#post784144)

5.Tag: Klein Iser - Spindlerpass (https://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php/48936-CZ-E3-Von-der-B%C3%B6hmischen-Schweiz-bis-ins-Riesengebirge?p=784833&viewfull=1#post784833)

Tie_Fish
29.12.2014, 11:49
Hmmm. Gibts zu der Höhenmeterfrage schon irgendeinen Faden hier? Meine Frau und ich streiten gerade, was denn nun besser sei - nur hoch rechnen oder hoch und runter. Ihr Argument: Ich würde ihr, wenn ich nur hoch zählte, ja unterschlagen, dass sie den besch***en Berg am nächsten Tag auch wieder runter muss. Oder wir könnten mit der Seilbahn hochfahren (rein theoretisch, praktisch natürlich nicht!!) und hätten Null Höhenmeter und dann runterlaufen und hätten auch Null Höhenmeter, weil runter ja nicht zählt... Hilfe! :kapituliere:

chrischian
29.12.2014, 17:40
Ich würde dann hinauf und hinab angeben.

Tie_Fish
29.12.2014, 18:55
Ich würde dann hinauf und hinab angeben.

Ok, dann kann ich differenzieren, aber 1000hm hoch sind doch gleich 1000hm runter von der Belastung her gesehen - da kann ich auch einfach addieren. Meine drei hier haben jedenfalls mehr Respekt vor "runter" als vor "hoch".

Manche übertreiben es auch ein bisschen mit den Kindern: http://de.wikipedia.org/wiki/Budhia_Singh :o

Chouchen
29.12.2014, 19:05
[OT]
Manche übertreiben es auch ein bisschen mit den Kindern: http://de.wikipedia.org/wiki/Budhia_Singh :o

Zu dem inzwischen nicht mehr Kleinen gab es mal vor ein paar Jahren einen sehr interessanten aber auch sehr erschreckenden Dokufilm auf ARTE. Mich würde interessieren, was inzwischen aus dem armen Drops geworden ist.

Tie_Fish
29.12.2014, 20:52
Zu dem inzwischen nicht mehr Kleinen gab es mal vor ein paar Jahren einen sehr interessanten aber auch sehr erschreckenden Dokufilm auf ARTE. Mich würde interessieren, was inzwischen aus dem armen Drops geworden ist.

In dem Film (http://youtu.be/jJdx-_sMO2M) hieß es zum Schluss, er hätte ein offizielles Stipendium und einen anderen Trainer. Schauen wir mal 2016 auf Olympia.

pini
19.01.2015, 22:52
Meine Kinder (damals Sohn 6 und Tochter 8 Jahre) haben fast 18 km Feldwege und ein wenig bergauf geschafft. Wir sind ziemlich spät am Nachmittag losgegangen was sich später als fataler Fehler rausgestellt hat.
Denn je später und dunkler es wurde desto weniger motiviert waren die Kinder. Mein Mann hat sie zwar wahnsinnig gut motiviert aber mit der Zeit hielt auch die Motivation nicht länger als ein paar Minuten an bis sie zur Mama kamen um zu jammern :-?

Wir haben zwar unser Ziel erreicht, und waren danach auch sehr stolz alle zusammen dass wir es geschafft haben, es hat aber wirklich sehr an der Kraft gezehrt dauernd Motivator zu spielen.

Natürlich hängt es auch von der Tagesverfassung des Kindes ab wieviel gerade geleistet werden kann. Wenn Sie gut drauf sind geht es so einfach und beflügelt, und wenn sie aber schon mit dem linken Fuss aufstehen dann kann man die coolste Wanderung machen und man erntet nichts. Aber da kennt glaub ich jeder sein Kind am Besten. ;-)

Auf jeden Fall sind es so oder so im Gesamten wunderschöne Erlebnisse die in Erinnerung bleiben, auch wenns hart war.

Mus
08.10.2015, 10:13
Ich muss mich jetzt aufhören, hier zu posten. Mein Großer ist diesen Sommer mit neun an mir vorbeigezogen, was die Tagesdistanz betrifft und zwar mit Rucksack. Er ist vorgelaufen (Ihr seid so lahm!), einen Ort zu weit und kam dann irgendwann zurück und fragte genervt: "Wo bleibt ihr denn? Ich konnte doch nicht wissen dass wir hier schon zelten wollen.":ignore:
Die Kleine läuft so weit wie der Bruder im entsprechenden Alter.:roll:
Ich fürchte ihr hört bald von mir im "So weit läuft meine Mutter"-Thread:angst:
Vielleicht auch im "Wie krieg ich meine Eltern dazu nicht immer so zu trödeln-Thread"

qwertzui
08.10.2015, 12:23
Ja, das fand ich auch schlimm. Zwschen dem Motivieren und Antreiben und dem Hinterherhecheln gab es maximal 3 Tage mit gleichem Tempo.