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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gibt es Unterschiede bei Kompassen?



teoretic
14.04.2005, 22:02
Hallo,

gibt es oder nicht?

nächste Woche ist nämlich dieses Teil bei Lidl:
http://www.lidl.de/de/home.nsf/pages/c.o.20050421.p.Kompass.ar14

Was haltet ihr davon?

Danke,

t.

dike
14.04.2005, 22:09
Ich hab jetzt an dem Teil keine Peilspiegel gesehen. Das er nicht die richtige Richtung anzeigt, ist jedoch unwahrscheinlich.

teoretic
14.04.2005, 22:15
...Das er nicht die richtige Richtung anzeigt, ist jedoch unwahrscheinlich.

das denkje ich mir eben auch...

ist aber eine Bussole nicht geeigneter für Outdoor-Zwecke?

Danke,

t.

Tiago
14.04.2005, 22:16
Also bei Kompanden geht es vom Preis her nur um die Lagerung, wie sie halt gelagert sind, manche haben halt besondere Flüssigkeiten, wobei ich nicht weiß ob das was bringt, ich für meinen Teil denke das es ein billiger auch tut, denn das Magnetfeld ist ja UMSONST von der Erde und da finde ich es schon etwas heftig so nen Kompass für z.B. 60 €.

Ich habe nen Kompass vom Bund hat nen Freund für mich "verloren" und kostete mich somit nur 13 €, habe zwar auch ne Suunto X6 aber ich vertraue dem Uhrenkompass doch nicht so wirklich und der vom Bund, oder allg. die wiegen ja nicht so viel!
Jedoch haben die vom Bund ne andere Einteilung, etwas gewöhnungsbedürftig.....

Hoffe konnte dir helfen,

Christoph123r
14.04.2005, 22:17
Hmm, man wird mit dem Visierdraht im Deckel
und "Sucher mit Vergrößerungsglas und Kimme" schon einigermaßen peilen können, aber nunja ich würd ihn net holen zumal ein "Markenkompass" a la Silva etc. ja auch net wirklich teuer ist.
Warum eigentlich grad am Kompass sparen?

Nur mal um etwas "rumzuspielen" schickt das Lidl teil bestimmt, wirklich längerfristig einsetzen, Navigieren lieber nicht :wink:

teoretic
14.04.2005, 22:23
Also bei Kompanden...


Hallo,

das mir schon ein bisschen geholfen..

unter anderem habe ich die Mehrzahl von "Kompass" gelernt :bash:

Danke :wink:


edit: Jedoch laut Grammatik scheine ich Recht zu haben:) (eben nachgeschaut)

Sir Vivor
14.04.2005, 22:31
Genau!
Warum preiswert, wenn's auch teuer geht??? :kotz:

Bei Silva ist bestimmt ein Super-Edel-Metall für genauere Peilung drin...!

Was wenig kostet, kann ja nichts taugen...

Autsch! :bash:

Und wo, bitte sehr, gibt es grammatikalisch richtig das Wort 'Kompanden'???

Sir Vivor

Firstclass
14.04.2005, 22:35
Ich werd bei dem Lidl Angebot mir

- 2 Kompasse ( als Geschenk für 2 Gruppenmitglieder zum Stufenwechsel )
- 1 Zipper Hose
- 1 Gaskocher

kaufen

Danke fürs Aufmerksammachen :)

teoretic
14.04.2005, 22:37
Genau!
Warum preiswert, wenn's auch teuer geht??? :kotz:

Bei Silva ist bestimmt ein Super-Edel-Metall für genauere Peilung drin...!

Was wenig kostet, kann ja nichts taugen...

Autsch! :bash:

Und wo, bitte sehr, gibt es grammatikalisch richtig das Wort 'Kompanden'???

Sir Vivor

Hallo,

wahrscheinlich kommt es anders rüber als gedacht. Mit meiner Edit-Anmerkung meinte ich, dass der richtige Plural "Kompasse" heißt, so, wie ich es in dem Titel geschrieben hatte. Ich (nicht deutscher Muttersprachler) ließ mich durch Tiagos Beitrag in die Irre führen...

Gruss,

t.

Thorsten
14.04.2005, 22:39
Das Ding ist ein billiger Nachbau des U.S. Militärkompasses.

Vom Konzept her ist das in erster Linie ein Peilkompass:
Die Kompassrose(Teilung) dreht sich mit der Kompassnadel.
Das erleichtert die Ermittlung von Kompasszahlen im Gelände-
einfach den gewünschten Punkt über Kimme und Deckelschlitz anvisieren und mit der Lupe den entsprechenden Winkel ablesen, ohne daß man irgendetwas verstellen muss.

Nachteil: Man kann damit nur auf sorgfältig eingenordeten Karten arbeiten.

Diese billigen Nachbauten sind übrigens ausnahmslos Kernschrott.
Die Lupe wird innerhalb kürzester Zeit verloren gehen und auch das Deckelscharnier ist nicht für die Ewigkeit gemacht.

Ganz nebenbei- der Plural von Kompass lautet nach wie vor Kompasse.
Alles andere ist Legende :wink:
edit: Wiederholung ist die Mutter der pädagogik 8)

Polarsocke
14.04.2005, 23:09
Hallo,
hier noch ein paar Worte aus der Praxis: Ein Kompass ist beim Wandern eigentlich nur eine Hilfe, wenn man ihn zum Einschneiden, also zur Standortbestimmung benutzen kann. Dazu muss man den Kompass neben dem Peilen auch zur Kartenarbeit verwenden. Wenn man bei der Kartenarbeit nicht mit Lineal, Peilfaden und Geodreieck herumjonglieren will, ist es vorteilhaft, wenn der Dosenring einen möglichst grossen Durchmesser hat, da dann auch die Linien zum Anlegen des gemessenen Winkels an das Kartengitter länger sind als bei kurzen Peilkompassen. Der Fehler ist im Gelände ohnehin gross.
Von grosser Bedeutung für die Kartenarbeit ist ausserdem, dass das Kompassgehäuse selbst eine lange Anlegekante bietet, da man dann auf der Karte die angepeilten Ziele gut erreicht ohne mit einem Lineal parallel verschieben zu müssen. Der alte Bezard hatte immer ein kleines Lineal im Täschchen, aber die Genauigkeit leidet beim verschieben..Beim Messtischblatt mit 1:25000 kommt natürlich ohne Lineal nicht aus. Bei den schwedischen Fjällkarten (1:100000) geht die Standortbestimmung dagegen prima ohne zusätzliches Lineal..Ein Geologenkompass von Eschenbach oder Silva bietet etwa 18 cm Anlegekante. Kleine Peilkompasse passen zwar gut in die Westentasche, sind bei der Kartenarbeit aber hinderlich da neben der kurzen Gehäusekante auch das undurchsichtige Gehäuse die Erkennung des Kartenbildes und der Ziele erschwert.
Ein Geologenkompass bietet ausserdem Neigungswinkelmesser, Planzeiger zur Erleichterung der Ablesung von Rechts- und Hochwert bei Benutzung der Gauss-Krüger-Skala sowie Böschungswinkelablesung von den Höhenlinien.
Wichtig ist die Möglichkeit zur Korrektur der Misweisung.
Bei einzelnen Herstellern sind Kimme und Korn sehr grob und die Peilung ungenau. Das Dosenrad sollte leicht laufen, damit man beim Peilen fein justieren kann. Am genauesten lässt sich der Winkel mit einem Prismenkompass ablesen, der ist aber wieder für die Kartenarbeit ungünstig (>Zusatzequipment nötig).
Grüsse
Pascal

Christoph123r
14.04.2005, 23:11
Genau!
Warum preiswert, wenn's auch teuer geht??? :kotz:

Bei Silva ist bestimmt ein Super-Edel-Metall für genauere Peilung drin...!

Was wenig kostet, kann ja nichts taugen...

Autsch! :bash:



Sir Vivor


Es muss nicht teuer sein aber angepasst auf das Einsatzgebiet.
Wer billig kauft, kauft halt oft zwei mal und gerade bei so einem elementaren Ausrüstungsgegenstand würd ich keine Kompromisse eingehen. Sorry einem Rennomierten Hersteller wie Recta oder Silva traue ich mehr zu wie einer "no-name billig lidl produktion"
Sicherlich hat der preis nicht umbedingt mit qualität zu tun nur idr. hat halt alles seinen Preis ist halt nur die Frage wie viel du für den "Namen" bezahlst.
Der Aufschlag ist meiner meinung nach bei vielen outdoor-klamotten höher als bei Kompassen.
Ich will das nicht vorverurteilen nur wegen des geringen Preises aber vorsicht würd ich walten lassen

cd
14.04.2005, 23:36
Bei mir liegt ein Kompass rum, der so zeimlich genauso aussieht. Hab ich vor Jahren mal geschenkt gekriegt. Ich hab dann zwar einige Male mit rumgemacht, aber wirklich zufrieden war ich damit nie. Schon die Peileinrichtung aus Faden/Lupe ist extrem gewöhnungsbedürftig. Da kann man kaum genau peilen mit. Im Zivildienst hatten wir die einfachen von Recta, den DP2, da war das schon gleich was ganz anderes. Außerdem breucht meiner ewig, bis er sich endlich mal eingependelt hat. Das geht bei den höherwertigen die ich schon mal in der Hand hatte deutlich fixer.
Wegen alldem lass ich das Teil immer zu Hause. Ein ordentlicher von Recta/Silva/Suunto/Eschenbach ist schon ab 25€ zu haben. Da hast du wesentlich mehr davon.

Mein Tip also: Finger weg, wenn du ernsthaft damit arbeiten willst. Als Spielzeug OK.

cd

Thomas
14.04.2005, 23:51
Ich würde auf jeden Fall darauf schauen, wie die Nadel gedämpft ist. Schüttel und dreh das Ding ein wenig, dann halte still und schau auf die Nadel. Wenn sie ohne großartige Pendelbewegungen wieder gen Norden zeigt, ist er auf jeden Fall erstmal brauchbar.
Ich habe noch einen alten DDR-Kompass, der ungedämpft (luftgefüllte Kapsel) und dadurch kaum benutzbar ist.

Thorsten
15.04.2005, 00:01
Schon die Peileinrichtung aus Faden/Lupe ist extrem gewöhnungsbedürftig. Da kann man kaum genau peilen mit
Würde ich nicht so sagen.

Ich habe noch irgendwo das 20x teurere Original mit Tritiumbeleuchtung herumliegen- aufklappen anvisieren, ablesen- völlig easy.
..und auch recht genau- schliesslich kann man dank Lupe eine wesentlich feinere Einteilung nutzen.
Ganz ohne an der Kompassdose herumzufummeln oder in einen Spiegel zu schielen.
Alleine durch den Spiegel lässt sich schwer abschätzen, ob Nadel und Nordmarkierung wirklich deckungsgleich sind.

Das Prinzip als solches funktioniert tadellos, ist auf der Karte oder als Marschkompass aber nur eingeschränkt zu gebrauchen.
Von der gänzlich fehlenden Missweisung mal ganz zu schweigen.


Ein ordentlicher von Recta/Silva/Suunto/Eschenbach ist schon ab 25€ zu haben. Da hast du wesentlich mehr davon.
Eschenbach würde ich von der Liste streichen....

cd
15.04.2005, 00:11
Ich habe noch irgendwo das 20x teurere Original mit Tritiumbeleuchtung herumliegen- aufklappen anvisieren, ablesen- völlig easy.

OK, meins ist nicht das 20x teurere Original, ich vermute, das Teil war nur wenig "teurer" als der Lidl-Kompass. Steckt in ner "Herbertz"-Schachtel und die hab ich mal um ca. 15€ gesehen. Allerdings würde ich das für die dafür erhaltene "Qualität" schon als Wucher bezeichnen...

zum Eschenbach: zugegeben, ist die einzige von den aufgezählten Marken, die ich wirklich noch die bewusst in den Händen gehabt hätte. Ist mir halt noch als einigermaßen anerkannte Marke eingefallen... :bg:

cd

Thorsten
15.04.2005, 00:20
Habe mir mal einen Eschenbach Alpin Kompass aufgrund einer Outdoor-Kaufempfehlung geholt.
(..und weil er als einer der wenigen zivilen Kompasse mit 6400´ Teilung erhältlich ist)

Nix dolles- wackelige Dose, Missweisung verstellt sich in der Tasche von alleine, Spiegel verkratzt weil die Dose an ihm schabt.
..aber halt umfangreich ausgestattet.

Globi hat ihn mittlerweile aus dem Programm genommen- die Kundenbewertungen waren vernichtend...

cd
15.04.2005, 00:26
Wenn du schon zur 6400' Einteilung kommst:
Was hat die für Vorteile gegenüber den klassischen 360° oder den 400gon?

Is reine Neugierde! Würd mich tatsächlich mal interessieren!

cd

Thorsten
15.04.2005, 00:43
Ist so ein Überbleibsel meiner ruhmreichen militärischen Vergangenheit. :wink:
Dort findet sich diese Einteilung in Ferngläsern, Zieloptiken und eben Kompassen.
Wenn man damit ein paar Jahre gearbeitet hat, gewöhnt man sich ungern auf 360° um.

Ist auch zum Umrechnen einfacher- ein Strich Abweichung entspricht einem Meter nach einem Kilometer.
Auch lassen sich unter bestimmten Voraussetzungen damit Entfernungen oder Ausdehnungen ermitteln.
Ist also eigtl. eine sinnvolle Angelegenheit, aber auch Geschmackssache.

Wenn man jedoch in Gruppen unterwegs ist, sollte man sich auf eine Einteilung einigen.
Der US Kompass hat beide (360° und 6400`)- damit ist man flexibel :wink:

cd
15.04.2005, 00:53
Danke :D

Ist auch zum Umrechnen einfacher- ein Strich Abweichung entspricht einem Meter nach einem Kilometer.
Auch lassen sich unter bestimmten Voraussetzungen damit Entfernungen oder Ausdehnungen ermitteln.

OK, das klingt wirklich praktisch. Werde aber glaub ich trotzdem bei den ° bleiben, ich bins halt gewöhnt... :wink:

cd

derMac
15.04.2005, 01:29
@teoretic
Ich hab dir das beim Schlafsackkauf schon mal geraten: Kauf dir lieber ab und zu brauchbare Sachen als am Anfang alles und nichts richtiges. Das bedeutet nicht, dass es immer das teuerste sein muss. Aber halt was brauchbares und dauerhaftes. Und in der Tatra solltest du auf der ersten Tour auch ohne Kompass auskommen. Vielleicht kannste dir ja auch einen borgen.

@all
Hier (http://de.wikibooks.org/wiki/Orientierung_im_Gel%C3%A4nde) steht was zum Thema Kompass und Kompand.

Grüße
vom Mac

waterfriend
15.04.2005, 05:10
Um sich in halbwegs zivilisierten Ländern mit erkennbaren Wanderwegen zurechtzufinden und um hier den richtigen Weg auszuwählen, reicht der Lidl-Kompass allemal.

Ich besitze einen schweineteuren Eschenbach- und zwei klassische Bezard-Kompasse (mit und ohne Fluiddämpfung). Am liebsten arbeite ich unterwegs mit einem alten runden Armbandkompass der russischen Armee. Da muss ich nicht viel aufklappen und kann meine Karte schnell und präzise genug einnorden. Für zivilisierte Gegenden ist das völlig ausreichend. Alles andere ist in unseren Regionen in 99,9% aller Anwendungsfälle Pipifax.

Der Lidl-Kompass kann vermutlich mehr, als Du jemals brauchen wirst. Bei dem Preis kannst Du nicht viel kaputt machen.

Klaus

P.S. Die Aluschale von dem Einweggrill im Lidel-Angebot eignet sich vermutlich ausgezeichnet als Windschutz für den Kocher. Die Holzkohle darin kann man auch ohne verwenden.

johnsilver
15.04.2005, 05:31
für die normale Orientierung, wo man höchstens mal guckt, wo man in etwa ist, und meistens auf Wegen unterwegs ist, wird das Lidl-Ding wohl reichen.

habe mal recht viel Geld für ein Eschenbach-Kompaß angelegt, jetzt rostet darin die Nadel, soviel zu vermeintlich besserer Qualität bei höherem Preis. er zeigt aber immerhin noch die richtige Richtung.

flying-man
15.04.2005, 10:19
ich halt von dem teil nix, da nicht zur kertenarbeit geeignet, das peilen extrem muessig ist (hab mal so einen ähnlichen benutzt, früher...).

dann doch lieber ein paar € mehr ausgeben z.b. für den da: click (http://www.globetrotter.de/de/shop/detail.php?mod_nr=hb_06045&artbez=Recta+Marschkompass+DS+40&k_id=1405&h_kat=Orientierung%2C+Uhren%2C+Elektronik&u_kat=Kompass%2C+Orientierung)
dann hat man was gescheites... und so unwichtig kann ein kompass in europa auch nicht sein: übergang finden bei nebel, zwischen zei gletschern in island durch, aus einem kar rausfinden,...

flying-myn

Hawe
15.04.2005, 10:20
Hallo Junx
mich wundert ja nun wiklich, dass nichtmal die von-Kompassen-Ahnung-Haber das wirkliche Kernproblem der Billig-Kompasse ansprechen !
Ich würde das Lidl-Teil nicht nehmen, nur weil es billig ist.
Ein guter Kompass von einer Markenfirma hat eine Nadel aus speziellem stahl, der '"hart" ist, und seine starke Magnetisierung nicht vergisst, wenn er mal im Auto unter der Heckscheibe heiss wurde, oder zweimal runtergefallen ist.
Habt Ihr alle die Experimente aus der Schul-Physik schon vergessen ?

Habe früher, als ich noch nix Besseres wusste, auch Billig-Kompasse geschenkt bekommen oder sogar selber gekauft.
Gravierende Unterschiede in der Schnelligkeit, mit der die Nadel sich auf Nord einpendelt und wie stabil sie dort hinzeigt, sogar unabhängig ob gedämpft oder nicht.
Diverse dieser Mistteile hatten nach max. einem Jahr Benutzung "vergessen", wo Norden war, weil durch Stoss oder Hitze die sowieso schon schwächliche Magnetisierung völlig in den Dutt war.
Einer hat sogar komplett andersherum angezeigt...

Fazit: Lass den Profi-Trekking-Kompass vom Discounter, es ist rausgeschmissenes Geld !

Bei der Hose kannst Du wohl nicht viel falsch machen, Billig-Kocher gibt es mit einigen Abstrichen an Leistung und Packmaß/Gewicht ja ausser bei Lidl auch bei "Fachversendern" - wenn Dir die Abstriche egal sind, kannst Du auch hier nicht richtig was falsch machen

Gruss Hawe

teoretic
15.04.2005, 10:26
Hallo allerseits,

danke für eure Beiträge.

Werde mich noch wohl bei E-Küste umschauen etc. Es eilt schließlich nicht, war nur 'ne Frage und innerhalb von ein Paar Stunden bin ich wieder um einiges schlauer geworden:)

Gruss,

t.

ekke
15.04.2005, 21:48
die nadel wird cauch beim lidl-kompass nach norden zeigen. die frage ist natürlich:
wie lange hält das lager, auch wenn mal kraft auf das gehäuse einwirkt.
wie schnell verkanntet das ding und wie pendelt sich die nadel ein.
mit welcher "liebe" wurde evt die peileinrichtung gefertigt.
funktionieren drehbare teile auch noch nach einem jahr und auch wenn mal dreck drankomt.
wie gut läst sich das ding auch bei schlechter sicht noch ablesen.
bei einen kompass würde ich nicht unbedingt ein risiko eingehen (wie auch bei anderen ausrüstungsgegenständen). entweder dein weg ist gut makiert dann reicht eine uhr um die karte richtig rum zu halten (nach der sonne) oder du hast absolut keine ahnung wo es langeht und dann musst du dich auf deinen kompass verlassen. zumal es militärische kompanten (mir toch ekal vas korregdes deutsch isd)schon ab 12 euros gibt.
ich persönlich komme ganz gut mit dem altbackenen peilkompass zurecht.

Daedelus
16.04.2005, 19:46
Ich hatte auch ein ähnlich aussehendes Modell aus dem Army Shop, der größte Nachteil aus meiner Sicht:
- Die Nadel bzw. Scheibe verklemmt leicht, wenn man nur schnell n Bilck drauf geworfen hat manchmal auch ohne das man es gemerkt hat. Man muss den Kompass oft erstmal schütteln damit er wieder die Richtige Richtung zeigt
- Die Zahlen auf der Scheibe sind extrem klein und damit praktisch nicht zu gebrauchen... (die Klapplupe kann man vergessen, zumindestens bei unserem Modell war es unmöglich damit die skala zu vergrößern)

Der Kompass ist zwar besser als gar nichts, aber ich würde dann doch lieber 13€ für den kleinsten Silva, den Field 7NL, ausgeben, mit dem lässt sich doch wesentlich mehr anfangen

cd
16.04.2005, 20:53
...
- Die Zahlen auf der Scheibe sind extrem klein und damit praktisch nicht zu gebrauchen... (die Klapplupe kann man vergessen, zumindestens bei unserem Modell war es unmöglich damit die skala zu vergrößern)

Der Kompass ist zwar besser als gar nichts, aber ich würde dann doch lieber 13€ für den kleinsten Silva, den Field 7NL, ausgeben, mit dem lässt sich doch wesentlich mehr anfangen

Full ACK


cd

underwater
16.04.2005, 21:16
Hat von Euch mal jemand ausprobiert, wie ungenau man bereits mit einem "normalen" Kompass mit einer Ablesegenauigkeit von ca. 2 Grad wird, wenn man sich wirklich nur auf den Kompass verlässt???
Es ist schon erscreckend genug, wieviel Abweichung ein Recta DP 10 mit einer Ablesegenauigkeit von 0,5 Grad nach wenigen Kilometern hinterlässt!

Daher:
Wenn man nen Kompass ernsthaft gebrauchen will sollte man vor allem auch damit üben und wenn man sich darauf verlassen will, dann sollte es kein 08-15 Modell sein, sondern wie mein Vorredner gesagt hat - auch n paar Stürze abhaben können, Wärmeunempfindlich, gute Dämpfung etc. und auch eine hohe Auflösung der Ablesegenauigkeit aufweisen! Ansonsten war es schade ums Geld, was besser in einen Becher Eis an der nächsten Eisdiele zu investieren ist & man somit auch um genau 80g leichter unterwgs sein kann!

cd
16.04.2005, 21:45
Hat von Euch mal jemand ausprobiert, wie ungenau man bereits mit einem "normalen" Kompass mit einer Ablesegenauigkeit von ca. 2 Grad wird, wenn man sich wirklich nur auf den Kompass verlässt???

Naja, ich hab mal ausprobiert, im Watt, wo eh alles topfeben ist, die ca. 4km vom Japsand (ner vorgelagerten großen Sandbank) nach Hallig Hooge nur nach Kompass zu laufen. Hab ganz deutlich drauf geachtet, unterwegs NUR auf den Kompass zu gucken.
Das ganze war als Übung angelegt, als Vorbereitung, um mal Wattführungen machen zu dürfen. Weil wenn Seenebel aufziehen würde, wäre nach Kompass gehen da die einzige Möglichkeit (Ausnahme: GPS, hatten wir da aber nicht).
Gut, ich bin auf Hooge rausgekommen, aber auf den 4km kommen locker mal 2-300m Abweichung raus, auch wenn man sehr sorgfältig arbeitet. Sonst eher mehr.

Sowas kann ich wärmstens empfehlen. Muss ja nicht gleich im Watt sein, aber wenn man mal ne möglichst gleichförmige Gegend hat und man n paar Kilometer durchmarschieren kann: Ausprobieren. Ein Ziel anpeilen und dann nur nach der Marschzahl, ohne die Augen vom Kompass zu nehmen (Disziplin!!!) versuchen da hinzukommen. Da kriegt man a) Respekt davor, das mal im Ernstfall machen zu müssen und b) merkt man, wie sehr es drauf ankommt, sorgfältig zu arbeiten.

cd

waterfriend
16.04.2005, 23:04
Es genügt nicht auf den Kompass zu schauen und loszulaufen. Wenn man mit dem Kompass wirklich exakt arbeiten will, muss man a. die Abweichung der Kompassanzeige kennen, die von Kompass zu Kompass (auch bei gleichen Fabrikaten) sehr unterschiedlich sein kann und b. die Deviation, die für den Ort oder die Region gilt, an denen Du dich gerade befindest, denn der magnetische Pol ist nicht gleich der geographische Pol. Diese Abweichung variiert von Region zu Region und kann 5° und mehr betragen.

Wenn man alle diese Kriterien kennt, kann man selbst mit einem auf einem schwimmenden Holz befindlichen Magnetstein recht genau navigieren. Schließlich kamen unsere schippernden Vorfahren auch ohne teuren Kompass dort an, wo sie hinwollten. Und das über sehr große Entfernungen und ziemlich exakt.

Darüber hinaus dürfen sich beim navigieren weder Uhr, Taschenmesser, Gürtelschnalle, Schlüsselbund, Batterien oder andere Eisenteile in der Nähe des Kompasses befinden (Abstand wenigstens 0,5 m). Denn auch diese lenken die Kompassnadel deutlich ab.

Wenn man alle Werte seines Kompasses kennt, kann man durchaus auch mit einem billigen Kompass genau dorthin kommen, wo man hin möchte. Wenn man sie nicht kennt, nützt auch der teuerste Kompass nichts.

Klaus

tiejer
17.04.2005, 13:21
@waterfriend:(Alles folgende gilt für MagnetKompasse/Kompanden:)
die Ortsmißweisung oder Variation ist etwas anderes als die Deviation!
Die Variation ( die,die Du als Deviation bezeichnest) ist das was sich je nach Standort auf der Erde ändern kann-sie kann bis zu 180 Grad betragen!!
Die Deviation ist, der Betrag der Abweichung,den der Kompaß durch seine unmittelbare Umgebung an seinem Einbauort (bei Schiffen oder Lfz etc)erfährt.
Sie beträgt je nach Richtung zum Teil sehr unterschiedliche Werte und wird durch Kompensation möglichst minimiert.
um exakt navigieren zu können sollte es Deviationstabellen für jeden fest installierten MagnetKompaß in Schiffen oder Flugzeugen. Die Tabelle muß bei Umbauten erneuert werden und der Kompaß ggebenenfalls neu kompensiert werden.
Unsere hochgeschätzten Vorfahren haben nicht nur mit einem Kompaß navigiert, sondern verstanden sich auch besser auf Astronavigation und die Nutzung des Sextanten, die genauigkeit war sicher zum Teil erstaunlich aber oft auch für unsere heutigen Ansprüche ungenügend.Überwiegend wurde jedoch Küstenschiffahrt betrieben.

Zum verwenden von einem Kompaß in Nebel/schlechter Sicht:
( die oben genannten zum teil erheblichen Nadelabweichungen müssen bei der Kursberechnung berücksichtigt werden)

Bei dem von Euch (cd etc)oben gesagten hört es sich so an als ob ihr dabei nur auf den Kompaß starrt und so der Nadel hinterherrennt- das ist aber grundverkehrt und ein ziemliches Glückspiel.
Hierbei kommt es meist im Ernstfall (White out etc) zu einer erheblichen unmerklichen krebsartigen Seitabweichung. Auch mit viel übung ist dem nur schlecht bei wirklich widrigen Bedingungen zu begegnen.
Präziser geht es indem man sich einen Fixpunkt schaff, wenn dieser nicht bereits vorhanden ist(jeder markante Punkt in Kursrichtung,Baum Kuppe etc,) : zu mehreren bleibt einer stehen, und die anderen gehen voraus soweit man sie sehen/ mit ihnen kommunizieren kann. der Vorausläufer wird nuun auf dn exakten kurs eingewiesen / eingepeilt und bleibt seinerseits Stehen/oder macht eine Markierung bis der andere Aufgeschlossen hat. dann gehts von vorn los- sehr zeitraubend.
Allein Markiert man seine Position gut sichtbar und marschiert dann in (ungefährer ) Kursrichtung los und begibt sich dann durch einpeilen der Markierung über den Umkehrkurs wieder auf die exakte geplante Route.

Grüße

tiejer
17.04.2005, 13:22
@waterfriend:Alles folgende gilt für MagnetKompasse/Kompanden:
die Ortsmißweisung oder Variation ist etwas gänlich anderes als die Deviation!
Die Variation ( die,die Du als Deviation bezeichnest) ist das was sich je nach Standort auf der Erde ändern kann-sie kann bis zu 180 Grad betragen!!
Die Deviation ist, der Betrag der Abweichung,den der Kompaß durch seine unmittelbare Umgebung an seinem Einbauort (bei Schiffen oder Lfz etc)erfährt.
Sie beträgt je nach Richtung zum Teil sehr unterschiedliche Werte und wird durch Kompensation möglichst minimiert.
um exakt navigieren zu können sollte es Deviationstabellen für jeden fest installierten MagnetKompaß in Schiffen oder Flugzeugen. Die Tabelle muß bei Umbauten erneuert werden und der Kompaß ggebenenfalls neu kompensiert werden.
Unsere hochgeschätzten Vorfahren haben nicht nur mit einem Kompaß navigiert, sondern verstanden sich auch besser auf Astronavigation und die Nutzung des Sextanten, die genauigkeit war sicher zum Teil erstaunlich aber oft auch für unsere heutigen Ansprüche ungenügend.Überwiegend wurde jedoch Küstenschiffahrt betrieben.

Zum verwenden von einem Kompaß in Nebel/schlechter Sicht:
( die oben genannten zum teil erheblichen Nadelabweichungen müssen bei der Kursberechnung berücksichtigt werden)

Bei dem von Euch (cd etc)oben gesagten hört es sich so an als ob ihr dabei nur auf den Kompaß starrt und so der Nadel hinterherrennt- das ist aber grundverkehrt und ein ziemliches Glückspiel.
Hierbei kommt es meist im Ernstfall (White out etc) zu einer erheblichen unmerklichen krebsartigen Seitabweichung. Auch mit viel übung ist dem nur schlecht bei wirklich widrigen Bedingungen zu begegnen.
Präziser geht es indem man sich einen Fixpunkt schaff, wenn dieser nicht bereits vorhanden ist(jeder markante Punkt in Kursrichtung,Baum Kuppe etc,) : zu mehreren bleibt einer stehen, und die anderen gehen voraus soweit man sie sehen/ mit ihnen kommunizieren kann. der Vorausläufer wird nuun auf dn exakten kurs eingewiesen / eingepeilt und bleibt seinerseits Stehen/oder macht eine Markierung bis der andere Aufgeschlossen hat. dann gehts von vorn los- sehr zeitraubend.
Allein Markiert man seine Position gut sichtbar und marschiert dann in (ungefährer ) Kursrichtung los und begibt sich dann durch einpeilen der Markierung über den Umkehrkurs wieder auf die exakte geplante Route.

Grüße

waterfriend
17.04.2005, 13:50
die Ortsmißweisung oder Variation ist etwas gänlich anderes als die Deviation!


Sorry! Du hast natürlich recht, da habe ich in der Eile wirklich die gängigen Begriffe ein wenig durcheinandergewürfelt. Aber Deviation heißt schlicht 'Abweichung' und das gilt auch für die Ortsmißweisung.

Ich würde aber wirklich nicht von Küstenschiffahrt sprechen, wenn sich unsere Altvorderen mit ihren schwimmenden Magnetsteinen von Skandinavien aus nach Island, Grönland oder Nordamerika aufmachten, was ja nun inzwischen erwiesen ist. Da genügte eine Kursaweichung von 2 bis 3 Grad, um in die Leere zu segeln. Ich denke, die Skipper wären damals froh gewesen, sie hätten einen Lidel-Kompaß zum Navigieren dabei gehabt.

Klaus

tiejer
17.04.2005, 15:07
Da hast Du recht- nur werden sie durchaus ab und an vorbeigesegelt sein- insbesondere bei schlechter Sicht und sie navigierten eben nicht nur mit dem "Kompaß".

waterfriend
17.04.2005, 17:02
Sicher haben die Wikinger auf diese Weise Amerika entdeckt.

Wozu eine ungenaue Navigation doch alles gut sein kann! Da können wir doch heute froh sein, dass es damals noch keinen Lidl gab. Oder? :bg:

Klaus

Kamarc
17.04.2005, 17:49
Hallo

Einsteigermodelle taugen durchaus als Übungskompasse. Aber in Notlagen wird der Kompass zum Rettungsmittel - und bei Schwimmwesten und Fallschirmen würde sich auch nicht mit einer Billigausführung " für Anfänger" :bg: begnügen.

Gruß

Zwiebelforscher
10.10.2005, 18:15
mein ersten kompass den ich bekommen habe war ein modell von eschenabch, gut zu gebrauchen und funktional. diesen verlor ich dann jedoch irgendwo in der pampa. schade drum...

Im Zivildienst hatten wir die einfachen von Recta, den DP2, da war das schon gleich was ganz anderes. asl was hast du zivi geamcht wenn amn fragen darf, und da ich jetzt auch bald machen muss will ich mich mal so umhören was es so gibt und das hört sich ja echt interessant an ;)
nun habe ich zum geburtstag einen recta DP10 bekommen und kann das teil nur loben. den DP2 kenn ich nicht, aber ich denke mal, dass er die glecihen qualitätsmerkmale eines guten markenkompasses aufweist( schenlle einnnordung, komfortables peilen,...)
also ich empfele markenpodukte, da ich vor kurzem bei einem seminar mitgemacht ahbe wo wir zum abschied einen kompass von tchibo bekommen haben.
oke er zeigt nach norden aber peilen und das ganze gedönse ist schon recht fisselig...