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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Babys im Fahrradanhänger - gesundheitliche Folgen?



EisSchrauber
02.02.2014, 22:05
Diese Diskussion ist in einem Testbericht (https://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php/75329-Kids-Touring-Kids-Tourer) entstanden und wurde von mir hier in diesen Thread ausgelagert.

Christian J.


Tschuldige, dass ich mich einschalte, aber wie klein ist denn der ganz kleine Zwerg?
Denn Säuglinge sollte man keinesfalls den Stoßerschütterungen im Fahrradanhänger aussetzen, auch nicht in einem gefederten... Die Stossbelastungen auch für die Wirbelsäule in halbsitzender Stellung sind nix für einen ganz kleinen Zwerg!

Traeuma
03.02.2014, 19:17
Ja, einen ganz kleinen Zwerg würde ich mit dem Anhänger auch transportieren. Die Liegeposition ist bei einem Maxi-Cosi nicht anders und völlig ok. In einem Kinderwagen werden die Kleinen auch nicht anders transportiert.
Allerdings würde ich beim Einsatz als Fahrradanhänger sehr darauf achten, dass die Geschwindigkeit und somit auch die Erschütterungen im Rahmen bleiben. Kopfsteinpflaster und Abfahrt über Bordsteine würde ich bei einem ganz kleinen Wurm vermeiden.
Beim Einsatz als Kinderwagen mit Buggy oder Skaterrad hätte ich überhaupt keine Bedenken.

EisSchrauber
03.02.2014, 21:26
Ja, einen ganz kleinen Zwerg würde ich mit dem Anhänger auch transportieren.

In einem Kinderwagen werden die Kleinen auch nicht anders transportiert.
Allerdings würde ich beim Einsatz als Fahrradanhänger sehr darauf achten, dass die Geschwindigkeit und somit auch die Erschütterungen im Rahmen bleiben. Kopfsteinpflaster und Abfahrt über Bordsteine würde ich bei einem ganz kleinen Wurm vermeiden.


Sorry, Traeuma, aber wie soll das bitte in der Realität funktionieren?
Es gibt ganz klare Empfehlungen, keine Säuglinge im Fahrradanhänger zu transportieren, völlig unabhängig von persönlichen Meinungen darüber.
Sobald Du Fahrrad fährst, hast Du nicht mehr komplett die Kontrolle über all das, was Du selbst zu kontrollieren vorschlägst. Würdest Du dann dem Fahrradfahrer vorschlagen, bei Kopfsteinpflaster und vor dem Schlagloch abzusteigen? Genau deshalb gibts ja die Empfehlung, keine Säuglinge damit zu transportieren. Und der Vergleich mit Kinderwägen ist schon sehr seltsam, die fahren nämlich Schrittempo und werden behutsam über jeden Bordstein geschoben...Was also genau meinst Du mit "im Rahmen bleiben"?

Ich hab echt Respekt vor Deinem sehr ausführlichen und aufwendigen Thema hier, aber was Du da geschrieben hast, entspricht nicht dem Niveau von vorher....

Traeuma
03.02.2014, 21:48
Ich wurde nach meiner Meinung gefragt und genau diese habe ich gegeben. Mir war nicht bekannt, dass eine Meinung ein "Niveau" haben kann.
Wenn du diese Empfehlungen kennst, dann verlinke sie und jeder kann sich selbst entscheiden, inwiefern er diesen Empfehlungen folgt oder nicht.

Christian J.
03.02.2014, 21:55
1. Kindererziehung und er Umgang mit Babys ist immer ideologisch aufgeladen. Daher wird man für jede denkbare Position "klare Empfehlungen" finden. Ich schlage daher vor, es den Eltern zu überlassen, ihr Kind und die jeweilige Situation einzuschätzen. Und ich bin mir sicher, dass Traeuma und seine Partnerin das machen und gemacht haben.

2. Und was spricht dagegen, Bordsteinkanten in SChritttempo oder noch langsamer herunterzufahren? Auch bei Kopfsteinpflasterstrecken kann man ggf. schieben. Und zumindestens im Chariot sitzen die Kleinsten (bis etwa 80cm, wenn ich mich richtig erinnere) in einer Hängematte, die frei aufgehängt ist und selbst noch mal einiges abfängt.

3. Meine Kinder saßen mit etwa 3 Monaten zum ersten Mal im Fahrradanhänger. Wobei ich zugegeben muss, dass ich -ohne den Kids Tourer zu kennen- der Blattfederung des CHariot mehr traue als der Elastomerfederung der Konkurrenzprodukte. Was meinst Du, Traeuma? Kennst Du die Chariots?

Christian

anja13
03.02.2014, 22:12
Wir haben natürlich das Jogger/Skater-Set.
Ich hab irgendwo Buggy-Set geschrieben. Werde das gleich korrigieren.

Okay, also so, wie ich mir das gedacht hatte ... ;-)


Ja, einen ganz kleinen Zwerg würde ich mit dem Anhänger auch transportieren. Die Liegeposition ist bei einem Maxi-Cosi nicht anders und völlig ok. In einem Kinderwagen werden die Kleinen auch nicht anders transportiert.

Danke für Deine Einschätzung. Mir ging es bei der Frage um die Qualität der Federung. (da vielleicht noch ne Antwort auf Christians Nachfrage?)


Allerdings würde ich beim Einsatz als Fahrradanhänger sehr darauf achten, dass die Geschwindigkeit und somit auch die Erschütterungen im Rahmen bleiben. Kopfsteinpflaster und Abfahrt über Bordsteine würde ich bei einem ganz kleinen Wurm vermeiden.
Beim Einsatz als Kinderwagen mit Buggy oder Skaterrad hätte ich überhaupt keine Bedenken.

Genau darum geht es. Am Anfang ist der Anhänger als Kinderwagenersatz gedacht, später dann als Allrounder - doppelte Anschaffung soll vermieden werden ...


Sorry, Traeuma, aber wie soll das bitte in der Realität funktionieren?
Es gibt ganz klare Empfehlungen, keine Säuglinge im Fahrradanhänger zu transportieren, völlig unabhängig von persönlichen Meinungen darüber.

Solange sich das auf ungefederten Fahrradanhänger bezieht, mag das zutreffen... Daher genau dieser Anhänger als Alternative z.B. zum Chariot CX1 oder Cougar.
Auf die Variante mit dem Muti-Use-Fahrradanhänger hat uns übrigens eine befreundete Physiotherapeutin gebracht, auch Mutter zweier Zwerge.

Wenn es darum ginge, jegliche Stöße zu vermeiden, dürfte man sein Baby auch nicht in der Schale im Auto und auch nicht im Kinderwagen transportieren ...



Ich hab echt Respekt vor Deinem sehr ausführlichen und aufwendigen Thema hier, aber was Du da geschrieben hast, entspricht nicht dem Niveau von vorher....

Und so ein Kommentar zeugt auch nicht gerade von Respekt dem anderen gegenüber.

Harry
03.02.2014, 22:25
Dass man mit einem Säugling in einem fahrrad-gezogenem Anhänger nicht durch die Felder bügelt, sollte eh klar sein.

Ansonsten halte ich eine Elastomere Federung ebenso wirksam wie Blattfedern oder Spiralfdern.
An einigen Maschinananlagen haben wir die auch verbaut.
Die Federlastannahmen kann ich mir in meinem alten Maschinenbaubuch nochmal anschauen.

Jetzt bleibt nur die Frage Ein-oder Zweisitzer:bg:

hyrek
03.02.2014, 23:01
wir haben noch die alte elastomerfederung im chariot und die kinder waren zum teil < 3monate, als sie im haenger mitfuhren. bei < 10kg schlaegt meiner erfahrung nach die federung nicht an (auch nicht die blattfedern der neueren chariot), aber reifen mit 1 bar federn auch sehr gut.
und ja, ich kenne die untersuchung von saeuglingen / fahradanhaenger / stoessen > 5g, aber die untersuchung ist praxisfremd (zumindest meiner meinung nach) und unseren kindern hat es nicht geschadet.

EisSchrauber
03.02.2014, 23:08
Und so ein Kommentar zeugt auch nicht gerade von Respekt dem anderen gegenüber.

Doch, ich meine das ernst was ich sage. Aber die Empfehlungen für den Transport von Säuglingen unterscheiden nicht zwischen gefederten und ungefederten Anhängern! Aus gutem Grund...

EisSchrauber
03.02.2014, 23:26
Ich wurde nach meiner Meinung gefragt und genau diese habe ich gegeben. Mir war nicht bekannt, dass eine Meinung ein "Niveau" haben kann.

Entschuldige bitte, Traeuma, ich wollte hier keinen Streit vom Zaun brechen und hatte auch nicht damit gerechnet, dass es gleich so heiss hergeht! Aber einen Unterschied gibts aus meiner Wahrnehmung schon: Vorher hattest Du Dich eher um eine objektive und sehr ausdauernde Darstellung bemüht, und das hatte für mich ein anderes Niveau... Deine Meinung ist halt Deine Meinung.

Aus meiner Erfahrung (ich habe auch drei Kinder und alle jahrelang mit dem Chariot transportiert) ist es ein grosser Unterschied, welche Erschütterungen im Straßenverkehr aufgrund übersehener Schlaglöcher, Schwellen, etc. oder einfach aufgrund unvorhergesehner Ereignisse auftreten -alleine schon wegen höherer Geschwindigkeit.
Das hier im Thread gleichzusetzen mit den Erschütterungen im Kinderwagen oder im (völlig anders gefederten) PKW ist meiner Meinung nach ein wenig "mutig", um es nicht stärker auszudrücken.

[/QUOTE]Wenn du diese Empfehlungen kennst, dann verlinke sie und jeder kann sich selbst entscheiden, inwiefern er diesen Empfehlungen folgt oder nicht.[/QUOTE]

Kenne ich leider nicht mehr, ist ca. 15 Jahre her, ist aber auch irgendwie ein Totschlagargument...

Sicher gibt es für alles irgendeine Studie oder eine Empfehlung und man kann sich das raussuchen, was einem gerade gefällt. Unsere Hebamme damals hat empfohlen, die Kinder am Anfang zu tragen (!), Im Kinderwagen vor sich her zu schieben (mit Blick zu Vater oder Mutter wegen des Augenkontakts) und keinesfalls in die halb aufrechten Sitzpositionen der ganzen MaxiCosis usw. zubringen, bevor sie von alleine sitzen können. Mittlerweile sind diese Dinger so verbreitet, dass sich niemand mehr dran zu stören scheint, aber diese Empfehlung war mir damals und ist mir noch heute sehr einsichtig. Und natürlich spiegelt sie nur meine persönliche Meinung wieder...;-)

rotkohl
04.02.2014, 22:55
Unsere Hebamme damals hat empfohlen, die Kinder am Anfang zu tragen (!), Im Kinderwagen vor sich her zu schieben (mit Blick zu Vater oder Mutter wegen des Augenkontakts) und keinesfalls in die halb aufrechten Sitzpositionen der ganzen MaxiCosis usw. zubringen, bevor sie von alleine sitzen können.
Hatte eure Hebamme damals nur mit Menschen zu tun, die kein Auto besaßen oder mehrere Monate (und dann beim zweiten oder dritten Kind nochmal) darauf verzichtet haben? Ich bin ehrlich gesagt etwas verwundert über diese Aussage. Sitzschalen für das Auto dürften ja auch vor 15 Jahren bereits verbreitet gewesen sein.

Zum Thema Fahrradanhänger: ich bin auch kein Freund davon absolute Minis in den Hänger zu legen und wir haben das mit unseren Kindern auch so gut es ging erst einmal vermieden. Beim ersten Kind geht das ja noch recht entspannt, beim zweiten wird es schon schwieriger, wenn man kein Auto hat (aber auch da müsste es in einer Schale liegen - und der Hebamme ging es ja um die Liegeposition allgemein) und alles mit Rad oder dem ÖPNV erledigen muss/will.

EisSchrauber
04.02.2014, 23:36
Hatte eure Hebamme damals nur mit Menschen zu tun, die kein Auto besaßen oder mehrere Monate (und dann beim zweiten oder dritten Kind nochmal) darauf verzichtet haben? Ich bin ehrlich gesagt etwas verwundert über diese Aussage. Sitzschalen für das Auto dürften ja auch vor 15 Jahren bereits verbreitet gewesen sein.
:bg:
Stimmt, gabs damals schon. Aber die Sachzwänge des Lebens kann man (meiner Ansicht nach) schlecht als Argument für eine (möglicherweise) schädliche Transportart verwenden. Vor 15 Jahren hat man auch tatsächlich noch kritische Stimmen zu der Liegeposition in Sitzschalen gehört - das ist praktisch verschwunden, machts aber deshalb nicht besser. Bitte korrigiert mich (ich bin kein Physiotherapeut...) aber soweit ich weiss wird von sachkundiger Seite immer noch empfohlen, Säuglinge flach hinzulegen. Die geformten Babyschalen haben vielerlei Auswirkungen.
Und nochmal: Die Federung von Autos ist nicht vergleichbar mit der Federung von Fahrradanhängern!


Zum Thema Fahrradanhänger: ich bin auch kein Freund davon absolute Minis in den Hänger zu legen und wir haben das mit unseren Kindern auch so gut es ging erst einmal vermieden. Beim ersten Kind geht das ja noch recht entspannt, beim zweiten wird es schon schwieriger, wenn man kein Auto hat (aber auch da müsste es in einer Schale liegen - und der Hebamme ging es ja um die Liegeposition allgemein) und alles mit Rad oder dem ÖPNV erledigen muss/will.

Auch wir haben unsere Kinder ab und zu so transportiert und ich will ja gar nichts gegen Fahrradanhänger sagen, weils dafür 1000 Argumente gibt. Aber halt nicht unbedingt mit Säuglingen... Deshalb ja auch meine Eingangsfrage, um welches Alter es geht? Kinder, die schon selbst sitzen können, haben ja auch eine völlig andere Rumpf- und Nackenmuskulatur.

Mus
05.02.2014, 15:36
Genau darum geht es. Am Anfang ist der Anhänger als Kinderwagenersatz gedacht, später dann als Allrounder - doppelte Anschaffung soll vermieden werden ...

Ich kann euch dazu nur Mut machen. Wir haben das so gemacht und nie bereut.

Das einzige, was ich heute anders machen würde, ist dass wir zunächst einen Einsitzer anschaffen würde. Bei den Wiederverkaufspreisen kann man sich das durchaus leisten. Mit einem Zweisitzer wird manche Türe und manche Kasse zum Hindernis und ein Bahn-Dreikant-Schlüssel für die Mittelstangen der überpinselten "Silberlinge" muss auch ins Repertoir aufgenommen werden.

Ich jedenfalls habe keinen Kinderwagen je in die Finger bekommen, der so gut rollt, so gut mit einer Hand zu schieben ist (das ist Gold wert beim Zweiten), der so wendig ist (das Geheimnis liegt im Schwerpunkt), der problemlos den Inhalt eines ganzen Einkaufswagens schluckt und der so gut geländegängig ist inklusive Urban Outdoor mit Bordsteinen, Stufen vor Geschäften, Bus&Bahn und keine Sau hilft, Unterführungen mit "Rollstuhlrampen" die ein Witz sind...
Und wer einmal mit einem Kinderwagen mit "Kiddi-Board" unterwegs war, beginnt von Zweisitzern zu träumen.

Nur Schlafen, das gebe ich freimütig zu, geht im Kinderwagen besser. Bei einem "Schreikind" hätten wir uns von daher bestimmt auch noch einen Kinderwagen zugelegt.

Wir hatten allerdings noch ein Tragetuch, dass wir anfangs deutlich häufiger genutzt haben, als den Wagen. Das hat sich dann mit der Zeit gewandelt.

Wann wir die Zwerge das erste mal im Hänger im Fahrradmodus transportiert haben, weiß ich leider nicht mehr genau. (Das Zweite aber bestimmt früher als das Erste, wo man noch alles glaubt, was Hebammen und Co erzählen:bg:)

Mus
05.02.2014, 15:39
:bg:
Aber die Sachzwänge des Lebens kann man (meiner Ansicht nach) schlecht als Argument für eine (möglicherweise) schädliche Transportart verwenden.
Sachzwänge des Lebens sind nun mal da und müssen bewältigt werden. Sicher versucht man dabei den Kindern so respektvoll wie möglich zu begegnen, aber der (Selbst)Respekt für die Eltern ist genauso wichtig. Und so lässt sich halt nicht alles endoptimieren.


Vor 15 Jahren hat man auch tatsächlich noch kritische Stimmen zu der Liegeposition in Sitzschalen gehört - das ist praktisch verschwunden, machts aber deshalb nicht besser. Bitte korrigiert mich (ich bin kein Physiotherapeut...) aber soweit ich weiss wird von sachkundiger Seite immer noch empfohlen, Säugling flach hinzulegen. Die geformten Babyschalen haben vielerlei Auswirkungen.
Früher dachte man, dass man die Kinder flach hinlegen muss, damit sich der Rücken von seiner ursprünglichen Babykrümmung hin zu einer aufrechten Wirbelsäule mit S-Form entwickelt. Das ist längs überholt.
Heute weiß man, dass diese "Aufrichtung" nur aktiv geschehen kann. Das Verweilen in Babyschalen jeder Art ob zu Hause oder in beliebigen Transportmitteln ist deshalb so schädlich, wenn es ein gewisses Zeitmaß überschreitet, weil es das Baby daran hindert, sich so zu bewegen, dass die Rumpfmuskulatur angeregt und gestärkt werden kann. Also für den Transport durchaus O.K. aber bitte nicht so lange. Ansonsten genug Möglichkeiten zum Bewegen geben. Von daher wäre natürlich das Tragetuch das optimale Fortbewegungsmittel aber es ist halt auch nicht immer mit unserer Lebensrealität kompatibel.


Und nochmal: Die Federung von Autos ist nicht vergleichbar mit der Federung von Fahrradanhängern!
Nur darf man das nicht isoliert betrachten. Rate mal wer das ist, wer die ganzen Maxi-Cosi-Buggys über die Kopfsteinpflaster der Fußgängerzonen schiebt? Autofahrer oder Radfahrer?

Und der prinzipielle Umgang mit Mobilität lässt sich ja auch nicht einfach mal schnell hin- und herschalten, nur weil ein Kind <6 Monate sich im Haushalt befindet.
Meine Erfahrung zeigt nämlich, dass diese Kinder immer noch stundenlang im Maxi-Cosi und dessen Nachfolgern und im Buggy von A nach B kutschiert werden, wärend die "armen Hänger-Kinder" einen guten Teil dieser Zeit damit verbringen eben hinter diesem Hänger herzuwackeln (das Bild von Träuma im seinem Test-Thread ist da repräsentativ für alle Hängerkinder, die ich kenne) oder auf einem Laufrad/Fahrrädchen/Stokidsitz eine gute Strecke des Weges selbst bewältigt, ob im Alltag oder im Urlaub. Was ist wohl sinnvoller für den Rücken (und das ganze übrige "Fahrgestell") eines Kindes?


Auch wir haben unsere Kinder ab und zu so transportiert und ich will ja gar nichts gegen Fahrradanhänger sagen, weils dafür 1000 Argumente gibt. Aber halt nicht unbedingt mit Säuglingen... Deshalb ja auch meine Eingangsfrage, um welches Alter es geht? Kinder, die schon selbst sitzen können, haben ja auch eine völlig andere Rumpf- und Nackenmuskulatur.
Ich denke keine vernünftigen Eltern werden ihr Neugeborenes in einen Hänger packen und damit losprettern wie gehabt. Aber auch Eltern mit Säuglingen <9 Monaten müssen gelegentlich längere Strecken zurücklegen, die zu Fuß oder per ÖPNV nicht vernünftig bewältigbar sind. Ich kenne viele fahrradbegeisterte Eltern, die für diese Zwecke nicht extra ein (Zweit)Auto anschaffen wollten. Und ich kann bei vernünftiger Fahrweise und einer an Bandschlingen gefedert aufgehängten Weberschale auch kein Problem bei gelegentlichen kurzen Wegen selbst für die ganz Kleinen erkennen.

Der Test über die Stoßbelastung in Fahrradhängern wurde übrigens bezeichnenderweise vom ADAC durchgeführt worden und ist in Methode und Interpretation der Messergebnisse mehr als umstritten.
Gemessen wurden z.B. die Stöße wenn man mit 25km/h über den Bordstein fährt:o Eh, das macht eh niemand. Und selbst dann waren die Stöße nur ein Bruchteil so heftig, wie wenn ein Kind von einem kleinen Mäuerchen (so 30-50 cm) springt, wie die Vergleichsmessungen ergeben haben.
Also, liebe Eltern, Schluss mit dem vom Mäuerchen Springen, große Gefahr und Spätfolgen drohen!!!:roll:

hyrek
05.02.2014, 17:18
ich stimme mus im grossen und ganzen zu, bis auf die sache mit dem kinderwagen. wir haben es nie bereut einen vernuenftigen kinderwagen unser eigen zu nennen. die nutzung kinderwagen / fahrradanhaenger ist doch sehr unterschiedlich und unser chariot captain xl wurde trotz zusatzraeder bisher kaum losgeloest vom fahrrad genutzt.
z.b. passt der kinderwagen problemlos auch ins auto, was bei captain xl nicht ganz so trivial ist.

Mus
05.02.2014, 22:32
ich stimme mus im grossen und ganzen zu, bis auf die sache mit dem kinderwagen. wir haben es nie bereut einen vernuenftigen kinderwagen unser eigen zu nennen. die nutzung kinderwagen / fahrradanhaenger ist doch sehr unterschiedlich und unser chariot captain xl wurde trotz zusatzraeder bisher kaum losgeloest vom fahrrad genutzt.
z.b. passt der kinderwagen problemlos auch ins auto, was bei captain xl nicht ganz so trivial ist.
"Isch 'abe gar kein Auto!":bg:

Nein im Ernst: Es ist bestimmt von Familie zu Familie sehr unterschiedlich, was man braucht.
Wir haben kein Auto in das ein Wagen reinpassen müsste, waren also viel ÖPNV unterwegs und haben im 3. Stock Altbau gewohnt. Da war der Hänger unschlagbar: Bahnhoftreppen, Bus und Bahnstufen (Stichwort: große Räder und das Kind ist angeschnallt). Und ein schlafendes Kind unten im Treppenhaus stehen lassen und erst mal die Einkäufe hochtragen, macht man ab einem gewissen Alter auch nur noch, wenn's angeschnallt ist.....
Hätte ich ein Auto gehabt oder auch nur wie meine Schwester ein Kinderzimmer, das ebenerdig über die Terrasse mit dem Wagen zu befahren ist, ich hätte garantiert auch einen "normalen" Kinderwagen gewollt.
Mein Plädoyer geht also mehr dahin, den Automatismus Baby=wir brauchen einen Kinderwagen zu überdenken.

Da fällt mir gerade noch was ein: In den sportlicheren Modellen von Chariot ist die Sitzposition viel ebener. Da kann man die ganz Kleinen auch mit der passenden (und herausnehmbaren) Tragetasche unterbringen (nur im Schiebe-Modus!!!). Da müsste es auch mit dem Schlafen besser sein. Allerdings kann ich das nur mutmaßen, aber vielleicht hat ja jemand anderes damit Erfahrung.

EisSchrauber
05.02.2014, 22:36
Erstmal, Mus, danke für Deinen Beitrag. Im Großen und Ganzen gebe ich Dir völlig recht und Du hast das auch wunderbar ausgewogen formuliert. Ein paar Details sind da aber trotzdem noch, zu denen ich etwas sagen möchte.

Ich denke, dass man die Sachzwänge sowieso auf die eine oder andere Art bewältigt, bewältigen muss, oft genug mit Kompromissen - aber von Endoptimierung sind wir ziemlich weit entfernt, was die Lebensbedingungen unserer Kinder heute angeht. Natürlich wäre es schön, wenn man seine Kinder in jeder Beziehung respektvoll behandelt, was auch beinhaltet ihnen die Bewegungsmöglichkeiten, Entfaltungsmöglichkeiten, die sie brauchen, zur Verfügung zu stellen. Aber davon sind wir ganz prinzipiell heute ziemlich weit entfernt.


Früher dachte man, dass man die Kinder flach hinlegen muss, damit sich der Rücken von seiner ursprünglichen Babykrümmung hin zu einer aufrechten Wirbelsäule mit S-Form entwickelt. Das ist längs überholt.
Heute weiß man, dass diese "Aufrichtung" nur aktiv geschehen kann. Das Verweilen in Babyschalen jeder Art ob zu Hause oder in beliebigen Transportmitteln ist deshalb so schädlich, wenn es ein gewisses Zeitmaß überschreitet, weil es das Baby daran hindert, sich so zu bewegen, dass die Rumpfmuskulatur angeregt und gestärkt werden kann. Also für den Transport durchaus O.K. aber bitte nicht so lange. Ansonsten genug Möglichkeiten zum Bewegen geben. Von daher wäre natürlich das Tragetuch das optimale Fortbewegungsmittel aber es ist halt auch nicht immer mit unserer Lebensrealität kompatibel.

Das ist (soweit ich weiss) weitgehend richtig. Aber gerade die Aufrichtung und Aktivierung passiert eben nur aus dem horizontalen Liegen heraus. Sehr schwierig abzuschätzen, was eine angemessene Zeit in einer Babyschale wäre und was nicht. Fakt in unserem Umfeld ist, dass viele Kinder überhaupt nichts mehr mit ihrem Körper anzufangen wissen, motorisch erstaunlich wenig entwickelt sind. Es wäre blödsinnig, das alles in den Zusammenhang mit dieser Fahrradanhängerdiskussion zu bringen - aber wer kann schon sagen, wieviel gut ist und wieviel nicht mehr? Es kommen ja noch tausend andere Einflüsse dazu, die es früher einfach nicht gab.

Ohne jetzt auf jedes Detail Deiner Argumentation einzugehen - auch Du vermischst die Frage nach dem Transport von Säuglingen mit der Frage von Kindern die "von Mäuerchen springen" und "hinter dem Hänger herwackeln". Die Kinder, die von Mäuerchen springen können, haben eine Muskulatur, die das auch aushält und sind bedeutend älter.
Und es gibt tatsächlich auch ziemlich unvernünftige Eltern...
Meiner Erfahrung nach ändert sich mit kleinen Kindern im Säuglingsalter fast alles, eben auch das Mobilitätsverhalten und viele Freizeitbeschäftigungen. Ich habe auch mal von einer ganz tollen, aktiven und bergsportbegeisterten Familie gehört, die ihr Kleinkind in einer Kraxe bei Skitour getragen haben (erstmal ja eine wunderbare Idee), nur ist das Kleinkind versehentlich und unbemerkt erforen. Und wenn ich mir ansehe, wie kontrovers die Diskussion hier im Forum um den Arctic Circle Trail mit (grösseren) Kindern geführt wird, liegen da Welten zwischen den verschiedenen Wahrnehmungen, was für Kinder gut ist und was nicht.

Aber ich glaube wir sind uns einig darin: Wenn man umsichtig und behutsam die Grenzen auslotet (wie z.B. die Frage des Kleinkindertransports im Fahrradanhänger), wird man gewisse grobe Fehler usw. hoffentlich nicht machen...

Mus
06.02.2014, 00:39
Aber gerade die Aufrichtung und Aktivierung passiert eben nur aus dem horizontalen Liegen heraus.
Nicht zwangsläufig. Auch auf dem Schoß und auf dem Arm sind eine Menge Aktivität möglich. Selbst im Tragetuch geht noch was. Nur die eng begrenzenden, schalenförmigen Dinger in denen die Babys außerdem noch angeschnallt sind, da geht halt garnix außer mit Armen und Beinen in beschränkter Amplitude strampeln.


Sehr schwierig abzuschätzen, was eine angemessene Zeit in einer Babyschale wäre und was nicht. Das gilt aber ganz unabhängig von dem Transportmittel, in dem die Schale steht. Nur erlebe ich die Skrupel erstaunlicher Weise immer nur gegenüber den Fahrradhängern, äußerst selten gegenüber Autofahrern. Vielleicht herrscht immer noch die Meinung Fahrradfahren=Freizeitvergnügen=unnötig und Autofahren= gaaanz wichtig= nicht vermeidbar.

Fakt in unserem Umfeld ist, dass viele Kinder überhaupt nichts mehr mit ihrem Körper anzufangen wissen, motorisch erstaunlich wenig entwickelt sind.
Ich habe mit vielen solchen Kindern zu tun gehabt. An den kleinen Geschwistern konnte ich schon sehen, wie sie vermutlich den größten Teil ihrer Kleinkindzeit zugebracht haben. Später wurden die Babyschale durch den Fernsehsessel ersetzt. (Die Glotze lief auch schon bei den ganz Kleinen.)
Es wäre blödsinnig, das alles in den Zusammenhang mit dieser Fahrradanhängerdiskussion zu bringen Ja, wäre es. Es waren überwiegend Eltern, die noch nicht mal ein Fahrrad besaßen. Unter den vielen Hängerkindern die ich kenne, ist dagegen kein einziges, das motorisch retardiert wäre.


Ohne jetzt auf jedes Detail Deiner Argumentation einzugehen - auch Du vermischst die Frage nach dem Transport von Säuglingen mit der Frage von Kindern die "von Mäuerchen springen" und "hinter dem Hänger herwackeln". Die Kinder, die von Mäuerchen springen können, haben eine Muskulatur, die das auch aushält und sind bedeutend älter.
Und es gibt tatsächlich auch ziemlich unvernünftige Eltern...
Ich versuche eben klar zu machen, dass man die Sache ganzheitlich sehen muss. Man wird eben nicht nur für die paar Monate ein Auto anschaffen nur um vielleicht (und das ist letztlich nicht erwiesen) dem armen kleinen Kinderrücken ein paar schädliche Stöße zu ersparen und anschließend zu einem Mobilitätsverhalten zurückkehren, das für die Kinder bewegungsanregend und somit rückengesund ist. Von hängerverursachten Bandscheibenschäden ist jedenfalls bisher noch nichts publik geworden.
Und meiner Erfahrung nach verbringen "Autokinder" sowohl in der Säuglingsphase aber vorallem auf die gesamte Kinderzeit gerechnet, viel mehr Zeit in Babyschalen und Co.


Meiner Erfahrung nach ändert sich mit kleinen Kindern im Säuglingsalter fast alles, eben auch das Mobilitätsverhalten und viele Freizeitbeschäftigungen. Ich habe auch mal von einer ganz tollen, aktiven und bergsportbegeisterten Familie gehört, die ihr Kleinkind in einer Kraxe bei Skitour getragen haben (erstmal ja eine wunderbare Idee), nur ist das Kleinkind versehentlich und unbemerkt erforen. Und wenn ich mir ansehe, wie kontrovers die Diskussion hier im Forum um den Arctic Circle Trail mit (grösseren) Kindern geführt wird, liegen da Welten zwischen den verschiedenen Wahrnehmungen, was für Kinder gut ist und was nicht.
Ja und nein. Vieles ändert sich und das ist auch gut so. Vieles bleibt gleich und das ist auch gut so.
Mich stört es etwas, das du hier Alltagszwänge und Freizeitvergnügen durcheinanderwirfst.
Auch im halben Jahr nach der Geburt eines muss ich immer wieder von A nach B kommen, wo es zu Fuß zu weit ist und nicht jeder will oder kann dann aufs Auto umsteigen.
Aber es ist nicht unbedingt nötig mit Kleinkindern gemeinsam z.B. Skitouren zu unternehmen. Da kann man auch einfach ein paar Jahre warten oder sich abwechseln.
Aber auch hier ist eine Einschätzung dessen was nötig ist, nicht eindeutig. Die nachhaltige Auswirkung der emotionalen Ausgeglichenheit der Eltern auf die Gesundheit der Kinder ist auch nicht zu unterschätzen.


Aber ich glaube wir sind uns einig darin: Wenn man umsichtig und behutsam die Grenzen auslotet (wie z.B. die Frage des Kleinkindertransports im Fahrradanhänger), wird man gewisse grobe Fehler usw. hoffentlich nicht machen...
Auf jeden Fall, grobe Fehler, ja.
Gleichzeitig muss man sich aber auch dessen bewusst sein, das man auf jeden Fall Fehler machen wird. So oder so. Und das ist O.K. Das gehört zum Eltern Sein dazu. Und zum Kind Sein auch.

Ohjeohje, jetzt wird's aber langsam echt philosophisch und OT. Vielleicht sollten wir einen "Über den richtigen Umgang mit Kindern-Thread" im Lagerfeuer aufmachen. Aber vielleicht fällt das auch schon unter das Verbot sich über religiöse Dinge auszulassen. Aber Outdooraktivitäten mit Kindern polarisieren halt immer. Die einen halten uns deshalb für Helden, die anderen für miese Schurken.....

Mus
06.02.2014, 00:49
wir haben noch die alte elastomerfederung im chariot und die kinder waren zum teil < 3monate, als sie im haenger mitfuhren. bei < 10kg schlaegt meiner erfahrung nach die federung nicht an (auch nicht die blattfedern der neueren chariot), aber reifen mit 1 bar federn auch sehr gut.
und ja, ich kenne die untersuchung von saeuglingen / fahradanhaenger / stoessen > 5g, aber die untersuchung ist praxisfremd (zumindest meiner meinung nach) und unseren kindern hat es nicht geschadet.

Außer den schlecht aufgepumpten Reifen, die du schon erwähnt hast, hilft es die Weberschale an nicht zu fest gespannten Spanngurten frei aufzuhängen.
Dann gab es da noch einen Bekannten, der hatte einige Pastikflaschen mit Wasser fest installiert. Damit lässt sich das Schwellengewicht für die Federung auch erreichen. Ist aber mehr was für Sportskanonen oder Flachland.

EisSchrauber
06.02.2014, 00:54
Ohjeohje, jetzt wird's aber langsam echt philosophisch und OT. Vielleicht sollten wir einen "Über den richtigen Umgang mit Kindern-Thread" im Lagerfeuer aufmachen. Aber vielleicht fällt das auch schon unter das Verbot sich über religiöse Dinge auszulassen. Aber Outdooraktivitäten mit Kindern polarisieren halt immer. Die einen halten uns deshalb für Helden, die anderen für miese Schurken.....

:bg:Sehr schön gesagt, das. Und natürlich hast Du RECHT und das Ganze unwiderstehlich gut ausgedrückt. Hut ab ;-)

rotkohl
06.02.2014, 01:07
:bg:
Stimmt, gabs damals schon. Aber die Sachzwänge des Lebens kann man (meiner Ansicht nach) schlecht als Argument für eine (möglicherweise) schädliche Transportart verwenden. [...]
Und nochmal: Die Federung von Autos ist nicht vergleichbar mit der Federung von Fahrradanhängern!
Die Sachzwänge des Lebens lassen sich aber auch nicht ausblenden. Dazu gehört eben auch, dass sich nicht jeder ein Auto leisten kann oder eines haben will. Ich denke, man kann auch mit Anhänger verdammt vorsichtig fahren, mit ca. 25 km/h die (etwas höhere) Bordsteinkannte rauf hab ich nur einmal gemacht - der Hänger flog nur so durch die Luft. Und bevor jetzt jemand schreit: es war kein Kind drin... Aber ein 4kg Säugling hätte wohl kaum etwas am Hängerverhalten geändert. Man muss ja Eltern auch nicht unbedingt ein abartiges Fahrverhalten unterstellen. Ich habe viele Bordsteinkannten tatsächlich in Schrittgeschwindigkeit oder gleich schiebend überwunden, das ist doch auch kein Problem. Zu Fuß ist man immer noch langsamer unterwegs.

Christian J.
06.02.2014, 11:01
Ohjeohje, jetzt wird's aber langsam echt philosophisch und OT. Vielleicht sollten wir einen "Über den richtigen Umgang mit Kindern-Thread" im Lagerfeuer aufmachen. (Hervorhebung von mir)

Bitte nicht! dann diskutieren nämlich alle mit, die nur theroetisch Kinder haben oder schon mal ein Kind von Weitem gesehen haben oder schon mal selbst Kinder waren und daher ganz genau wissen, was man mit Kindern darf und muss! Alles, was irgendwie mit Kindern und (wenigstens ein bisschen) Outdoor zu tun hat, können wir gern hier in diesem Unterforum diskutieren- hier ist es schön friedlich, respektvoll und es sind, trotz kontroverser Meinungen, nur vernünftige und freundliche Leute unterwegs. :p

Randonneur
06.02.2014, 14:34
[...]
Meiner Erfahrung nach ändert sich mit kleinen Kindern im Säuglingsalter fast alles, eben auch das Mobilitätsverhalten und viele Freizeitbeschäftigungen. Ich habe auch mal von einer ganz tollen, aktiven und bergsportbegeisterten Familie gehört, die ihr Kleinkind in einer Kraxe bei Skitour getragen haben (erstmal ja eine wunderbare Idee), nur ist das Kleinkind versehentlich und unbemerkt erforen. Und wenn ich mir ansehe, wie kontrovers die Diskussion hier im Forum um den Arctic Circle Trail mit (grösseren) Kindern geführt wird, liegen da Welten zwischen den verschiedenen Wahrnehmungen, was für Kinder gut ist und was nicht.
[...]


Gehoert habe ich auch schon viel. Mein vier haben die Wintertouren alle lebend ueberstanden. Dabei musste ich einige Zeit zwei gleichzeitig tragen (Zwillinge halt).

Ich mache mir mehr Sorgen, dass die Kinder von einem Autofahrer umgenietet werden oder von einem Touristen auf der Skipiste. Leider gibt es in beiden Gruppen einen Anteil beschraenkter und ruecksichtsloser Menschen. Und solche Faelle hat es hier kuerzlich gegeben.

EisSchrauber
07.02.2014, 01:29
Bitte nicht! dann diskutieren nämlich alle mit, die nur theoretisch Kinder haben oder schon mal ein Kind von Weitem gesehen haben oder schon mal selbst Kinder waren und daher ganz genau wissen, was man mit Kindern darf und muss! Alles, was irgendwie mit Kindern und (wenigstens ein bisschen) Outdoor zu tun hat, können wir gern hier in diesem Unterforum diskutieren- hier ist es schön friedlich, respektvoll und es sind, trotz kontroverser Meinungen, nur vernünftige und freundliche Leute unterwegs. :p


Das hast Du jetzt schon sehr schön gesagt, und es sagt auch einiges über die Schwierigkeiten von Foren aus...

EisSchrauber
07.02.2014, 01:46
Gehoert habe ich auch schon viel. Mein vier haben die Wintertouren alle lebend ueberstanden. Dabei musste ich einige Zeit zwei gleichzeitig tragen (Zwillinge halt).

Ich mache mir mehr Sorgen, dass die Kinder von einem Autofahrer umgenietet werden oder von einem Touristen auf der Skipiste. Leider gibt es in beiden Gruppen einen Anteil beschraenkter und ruecksichtsloser Menschen. Und solche Faelle hat es hier kuerzlich gegeben.

Iss ja gut!
Mir gehts doch gar nicht darum, irgendwelche fiktiven Risiken heraufzubeschwören - warum kann man nicht einfach anerkennen, dass es auch im Bereich des nicht-fossile-Brennstoffe-verzehrenden-Verkehrs durchaus Probleme geben kann, ohne dass man das mit dem Autofahren und den daraus resultierenden Gefahren vergleichen muss???
Man muss das nicht permanent in den Zusammenhang mit den Gefahren des Autofahrens stellen, damit hats nichts zu tun.
Und wir Anhängerfahrer müssen uns auch nicht dafür rechtfertigen. Aber das heisst nicht, dass es keine Risiken gäbe.

Z.B. blieb bisher völlig unerwähnt, dass eine nicht unerhebliche Zahl von Menschen neuerdings Lastenräder mit Kindern vor sich her fahren, auch um die Kinder zu sehen und sie nicht einfach hinter sich auf Auspuffgashöhe her zu ziehen. Auch das hat was und ist nicht auschliesslich urbanem Lifestyle geschuldet!

Enja
07.02.2014, 10:13
Nur die eng begrenzenden, schalenförmigen Dinger in denen die Babys außerdem noch angeschnallt sind, da geht halt garnix außer mit Armen und Beinen in beschränkter Amplitude strampeln.

Die meisten meiner Kinder sind in den 80ern geboren. Damals kamen Säuglinge noch nicht in Sitzschalen. Kinderwagen war Pflicht. Alternativ höchstens ein Tragetuch denkbar. Im Auto stellte man das Kinderwagenoberteil auf den Rücksitz. Kinderwagentouren gab es eigentlich nur während der Schlafphasen. War das Kind wach, musste es zwingend Bewegung haben und bespaßt werden.

Heute haben meine Gleichaltrigen in Freundes- und Verwandtenkreis zum großen Teil schon Enkel. Nach meinem Eindruck kommen die gleich nach der Geburt in einen Maxi Cosi und werden erst herausgenommen, wenn man sich kurz vor dem zweiten Geburtstag wundert, dass sie noch nicht laufen können.

Kurzum: Mir wäre die Frage nach der Zeitdauer dieser Transportmethode wichtig. Und genau deshalb habe ich auch große Bedenken beim Unternehmen "mit dem Kinderanhänger um die Welt". Da sitzen die lieben Kleinen dann Stunde um Stunde hinter diesen mehr oder weniger durchsichtigen Plastiküberdachungen und haben weder Bewegungsmöglichkeiten noch den zu meiner Zeit unentbehrlichen engen Kontakt mit den Eltern.

Darüberhinaus glaube ich aber auch nicht mehr besonders an ultimative Wahrheiten zur Kinder-Erziehung. Dazu haben sie sich in all den Jahren viel zu sehr verändert.

anja13
07.02.2014, 11:11
Z.B. blieb bisher völlig unerwähnt, dass eine nicht unerhebliche Zahl von Menschen neuerdings Lastenräder mit Kindern vor sich her fahren, auch um die Kinder zu sehen und sie nicht einfach hinter sich auf Auspuffgashöhe her zu ziehen. Auch das hat was und ist nicht auschliesslich urbanem Lifestyle geschuldet!

Das ist z.B. in Holland gang und gäbe - Backfiets heißt das, meine ich. Allerdings ist da nix mit Federung ...

Keinen gegenseitigen Augenkontakt haben zu können, ist für mich übrigens ein eindeutiger Nachteil beim Anhängertransport, auch wenn man den als Kinderwagenersatz vor sich herschiebt. Ist (bei uns) aber auch nicht als Daueraufenthaltsort gedacht. Nur immer im Tragetuch/ Manduka o.ä. geht halt auch nicht.


Darüberhinaus glaube ich aber auch nicht mehr besonders an ultimative Wahrheiten zur Kinder-Erziehung. Dazu haben sie sich in all den Jahren viel zu sehr verändert.

Ich denke, eine solche Einstellung macht vieles entspannter - man kann sich zwar Mühe geben, wird aber nie alles richtig machen. Unsere Eltern haben uns auch ohne Schäden groß gekriegt ... ;-)

Enja
07.02.2014, 11:20
"Entspannung" ist wahrscheinlich bei frischgebackenen Eltern ziemlich viel verlangt. Die plötzliche Verantwortung für so ein Geschöpf muss erst einmal verkraftet werden. Und ist ja auch nicht von der Hand zu weisen.

Großeltern kriegen das schon besser hin. Weshalb es extra Foren gibt, in denen sich Eltern darüber beklagen, wie verantwortungslos die vorangegangene Generation ist. Bei solchen Fragen kochen halt die Emotionen beinahe zwingend hoch.

iwp
07.02.2014, 11:21
Das ist z.B. in Holland gang und gäbe - Backfiets heißt das, meine ich. Allerdings ist da nix mit Federung ...



Das vom RM ist gefedert :

http://isar-bellas.blogspot.de/2014/01/load.html?spref=fb

EisSchrauber
08.02.2014, 00:48
Die meisten meiner Kinder sind in den 80ern geboren.

Das ist wirklich mal ein schöner Satz... ;-) Wieviele Kinder sinds denn insgesamt?
Die meisten meiner Kinder, also die von denen ich weiss, sind erst so um die Jahrtausendwende geboren worden:rolleyes:


Damals kamen Säuglinge noch nicht in Sitzschalen. Kinderwagen war Pflicht. Alternativ höchstens ein Tragetuch denkbar. Im Auto stellte man das Kinderwagenoberteil auf den Rücksitz. Kinderwagentouren gab es eigentlich nur während der Schlafphasen. War das Kind wach, musste es zwingend Bewegung haben und bespaßt werden.

Heute haben meine Gleichaltrigen in Freundes- und Verwandtenkreis zum großen Teil schon Enkel. Nach meinem Eindruck kommen die gleich nach der Geburt in einen Maxi Cosi und werden erst herausgenommen, wenn man sich kurz vor dem zweiten Geburtstag wundert, dass sie noch nicht laufen können.

Kurzum: Mir wäre die Frage nach der Zeitdauer dieser Transportmethode wichtig. Und genau deshalb habe ich auch große Bedenken beim Unternehmen "mit dem Kinderanhänger um die Welt". Da sitzen die lieben Kleinen dann Stunde um Stunde hinter diesen mehr oder weniger durchsichtigen Plastiküberdachungen und haben weder Bewegungsmöglichkeiten noch den zu meiner Zeit unentbehrlichen engen Kontakt mit den Eltern.

Darüberhinaus glaube ich aber auch nicht mehr besonders an ultimative Wahrheiten zur Kinder-Erziehung. Dazu haben sie sich in all den Jahren viel zu sehr verändert.

Ich glaube, da hast Du das Wesentliche ziemlich gut rübergebracht. Oder zumindest mir aus der Seele gesprochen. Und bei alldem gehts überhaupt nicht um Moral oder irgendeinen erhobenen Zeigefinger...

Enja
08.02.2014, 09:42
Ja, ich weiß. Zwei von Dreien sind in den 80ern geboren.

Keuner
08.02.2014, 20:07
Will ich mich auch mal hier als langjähriger Annhängerfahrer zu Wort melden melden

Ich denke im allgemeinen wird der Effekt bzw. die Dämpfung von einer Federung im Kinderanhänger vollkommen überbewertet. Die ist kein Allheilmittel, die unvorhersehbaren Stöße kommen trotzdem an. Wir hatten zuletzt 2.5 Jahre einen Nordic Cab als 2 Sitzer, den ich anfangs ohne Federung, dann mit Big Apple Reifen und zum Schluss mit echter Federung gefahren habe. Im Endeffekt wird das alles bei Kopfsteinpflaster, Schotter etc alles ruhiger, aber vor unerwarteten Schlaglöchern, Gullideckeln Ausweichmanövern schützen die einen Anhänger nicht vor ungewollter bzw. unerwarteter Erschütterung. Ob es dann einen Ruck von 5 oder nur 3 cm macht bei gewissen Situationen keinen Unterschied.

Ab wann man ein Kind im Kinderanhänger transportieren kann? Angefangen haben wir mit 8 Monaten als das Kind schon sicher sitzen konnte. Damals hatten wir einen Kranich Kinderanhänger, den ich auch 1.5 Jahre gefahren bin, da das Kind aber sobald es einschlief hergepurzelt ist, haben wir das sofort mit einem Stilkissen kompensiert. Für das Nordic Cab hatten wir dann richtige Kopfstützen und im 2 Sitzer ist dann auch nicht mehr soviel Platz zum wegrutschen - der passt als 2 Sitzer übrigens durch jede Kasse und jede 80cm Tür.
Ich persönlich würde ein Kind nie früher in den Kinderanhänger setzen, wenn ich nicht darauf angewiesen bin. Weder mit Hängematte noch mit Maxicosi, das Risiko wäre mir zu hoch, das sage ich als jemand der bei Wind und Wetter Eisglätte und Schnee damit gefahren ist.
Ich bin wirklich ein um und weitsichtiger Fahrer, aber es gibt Situationen die ich nicht mit einem Kind in der Hängematte oder Maxi Cosi im Anhänger erleben möchte.
Darunter zählt in der Stadt ruckartiges Ausweichen, weil Dir jemand die Vorfahrt nimmt, ein Hund/Katze dir aus dem nichts vor das Rad springt, vor dir jemand auf dem Radweg was verliert oder hinfällt, ein Schlagloch was den Tag vorher nicht da war. Wenn sich das Kind hinten liegenderweise erbrechen sollte und man bekommt das nicht mit.... Unterwegs auf Tour ist das alles nicht viel anders, aber die Gefahr größer, das man mit dem Hänger mal hängenbleibt. Das ist alles keine Theorie, sondern einfach Erfahrungen aus dem täglichen Einsatz.

Gerade, das man mal unerwartet hängenbleibt ist meiner Meinung nach ein Risiko, was viele unterschätzen. Ich bin sicher viele Tausend male ganz ganz langsam ohne nach hinten Sehen zu müssen durch Poller und Tore gefahren, die nur ne Handbreit mehr Platz hatten als der ganze Kinderanhänger und bin mit Kindern dort nie hängen geblieben. Aber auch ich bin nicht unfehlbar und bin ohne Kinder beim losfahren zwei mal hängengeblieben (beim Cab ist das imho schwierig hängen zu bleiben). Einmal gleich an einer Ampel, weil ich da noch "unerfahren" war und vorher noch rangiert bin, weil ich da jemandem Platz gemacht habe, das andere mal an einem Torgriff, was sich beim Wind bewegte weil nicht festgestellt war. Das alles zwar immer ohne Schäden, aber die Gefahr ist trotzdem da auch wenn man in Routine ist....

Ich möchte unser Kinderanhängerzeit nicht vermissen und wir haben auch viel Spaß gehabt Ich war aber auch froh als Sie vorbei war. Die Kinder sind aber auch früh Laufrad und auch Fahrrad gefahren. Als der große dann sicher Fahrrad fahren konnte und der "kleine" auf den Kindersitz gekommen ist, stand der Hänger schon ein paar Monate in der Garage bevor wir ihn verkauft haben und keines der Kinder hat dann wieder gefragt, das sie doch lieber mit dem Hänger fahren wollen;)

Mir wird aber immer wieder schlecht, wenn mir Eltern entgegenkommen in Kinderanhängern, in denen die Kinder nicht angeschnallt sind, die Reissleine nicht montiert ist oder einfach nur Maxicosi bzw. Tragetasche lose drin stehen....