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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kinder auf dem Arctic Circle Trail mitnehmen???



momo007
28.01.2014, 22:29
Hallo zusammen,

wir planen in den nächsten 1-2 Jahren eine Grönlandreise und möchten den ACT wandern.
Unser Sohn ist nun 10 Jahre alt, ein robustes Kerlchen und möchte mit uns mitwandern.
Wir haben eine anständige Outdoorausrüstung (Hilli-Zelt, Yeti-Daunenschlafsack) und der Kleine hat auch schon alles Notwendige. Er wandert auch sehr gerne mit uns.
Nun meine Frage (und zerreißt mich dafür bitte nicht gleich in der Luft...): Kann man dorthin ein Kind mitnehmen?
Hat jemand schon Erfahrung auf diesem Weg mit Kindern?
Oder sollten wir ihn lieber bei Oma lassen?

Und ich stelle auch noch mal die berühmte Eisbärenfrage: Sind da wirklich keine verlaufenen Eisbären anzutreffen? :(
Nicht das da Einer, auf der Suche nach Futter, plötzlich auftaucht...
Gibt es da nicht doch ein "Restrisiko"? Und wie könnte man sich schützen?

Danke für Eure Antworten!
Monika

StepByStep
28.01.2014, 22:42
Eisbären gibts da nicht, allerdings würde ich mir das trotzdem sehr gut überlegen, denn am ACT gibts halt keine Ausstiegsmöglichkeiten uns für den Fall dass was passiert, dauert es uU auch lange bis Hilfe da ist. Ich würds mit Kind wohl nicht machen sondern mich nach Alternativen mit mehr Sicherheitsoptionen umsehen

Fritsche
29.01.2014, 10:55
So kritisch sehe ich das nicht unbedingt. Ich war 2006 oder so auf dem ACT (allein) und habe 2 Kinder. Ich würde mit einem 10-Jährigen den Weg gehen, wenn

-Er durch und durch vernünftig ist, keine Alleingänge unternehmen will, im Streit nicht ausrastet, und tagelang nasse und kalte Füße sowie Unterzucker ertragen kann
-Robuste Gesundheit hat
-Wandererfahrung hat, trittsicher ist und etwas Gepäck tragen kann.


Ich habe damals den ACT in 8 Tagen gemacht. Da der dann 12-jährige mehr isst und mehr Ausrüstung braucht als er tragen kann, werdet ihr es tragen müssen. Ihr müsst von eher 12 Tagen ausgehen, die ihr völlig autark sein können müsst.

Es stimmt, dass wenn was passiert, Hilfe recht spät kommt. Alleine allerdings ist man auf dem Weg kaum ein paar Stunden.

Der Weg als solcher ist bei gutem Wetter problemlos zu begehen und die Orientierung ist auch problemlos. Bei Nebel jedoch kann die Orientierung stellenweise knifflig werden! Unterschätzt nicht die Wirkung von 8 Tagen Regen, Hagel, Schnee bei Sturm…und die Kleinen frieren schneller als die Großen.

Eisbären, angeblich gibt es dort keine. Die Moschusochsen sollen allerdings eine Gefahr darstellen können und sie halten nicht unbedingt den Abstand ein, den man selber zu ihnen haben möchte (einer hat mich morgens geweckt weil er an meinem Zelt schnupperte – und er hat dicke Backen gemacht, als ich aus dem Zelt raus bin und 2m vor ihm stand).

Gefährlicher als eine Wanderung im Spessart ist es schon. Der Rest hängt von eurer Wander-Outdoor-Berg-Orientierung- etc -Erfahrung ab.

momo007
30.01.2014, 17:06
Danke Euch schon mal für die Tipps.

Ich sehe das auch so ähnlich.
Das es nicht ungefährlich ist, ist uns auch klar. Aber wir stellen es uns auch als ein schönes Abenteuer für uns Drei vor.
Angst macht mir in der Tat nur, wenn mal wirklich etwas passiert und sich einer von uns verletzt.
Unser Junge ist ein recht vernünftiges Kerlchen und kann auch schon etwas Gepäck tragen. Er hat auch eine ordentlichen Treckingrucksack, der gut sitzt. Ich denke, wenn er seinen Schlafsack und die Isomatte sowie etwas Kleidung trägt (3-3,5 Kilo) wird es ihm nicht zuviel werden.
Die Lebensmittel werden wir uns wohl aufsacken müssen ... :(:(
Ich gehe von 12 Tagen Wanderung aus, 9 Tage Laufzeit und alle drei Tage einen Tag Ruhepause.
Da der Wanderweg als relativ leicht beschrieben ist, denke ich, in Etappen von 12-15 Kilometern am Tag ist es nicht zuviel.
Da fordert eine Brockenwanderung wohl mehr...
Allerdings ist man da nach einem Tag wieder zu hause und muss nicht noch weitere 11 Tage laufen...

Liebe Grüsse
Monika

Chouchen
30.01.2014, 21:21
In den Tiefen des Forums gibt es einen ganz tollen (leider unvollendeten) Reisebricht von "tah" über den Laugavegur auf Island mit Kindern. Der ist ja bedeutend "zahmer" als der ACT und hat ausserdem inzw. Notausstiegsmöglichkeiten, aber der Bericht liefert vllt. eine gute Idee davon mit Kindern bei Dreckswetter im Norden unterwegs zu sein.

hc-waldmann
31.01.2014, 16:24
Ich sehe das auch so ähnlich.
Das es nicht ungefährlich ist, ist uns auch klar. Aber wir stellen es uns auch als ein schönes Abenteuer für uns Drei vor.
Angst macht mir in der Tat nur, wenn mal wirklich etwas passiert und sich einer von uns verletzt.


Angst hindert einen daran dumme Dinge zu tun.

Der Kleine braucht sich nur auf Hälfte der Strecke den Knöchel zu verstauchen, und das geht bei diesem Untergrund mit seinen Permafrostlöchern ratzfatz. Wie verhält er sich unter Schmwerz und Druck, und im Angesicht verzweifender Eltern?
Könnt ihr ein Kind medizinisch versorgen?



Da der Wanderweg als relativ leicht beschrieben ist, denke ich, in Etappen von 12-15 Kilometern am Tag ist es nicht zuviel.
Da fordert eine Brockenwanderung wohl mehr...
Liebe Grüsse
Monika

Der Weg ist leicht? Der Abstieg ins Ittineq-Tal hatte ich anders in Erinnerung. Selbst der Weg am Anfang zur Hütte Kattifik ist bei Dauerregen eher ein Albtraum. Wie reagiert der Kleine, wenn es ständig nass und kalt ist. Die Öfen in den Hütte sind allesamt im Eimer. Kalt bleibt kalt.

Und 15 km Grönland sind was anderes als 15 km Harz inklusive Brockenstraße. Sorry Leute, aber der Vergleich allein macht die Sache irgenwie unseriös.

Das mindeste was ich bräuchte um Idee als verantwortbar ernstzunehmen ist zu lesen, dass ein Iridium-Satelliten-Telefon dabei ist.

Hans-Christian

_Matthias_
31.01.2014, 20:52
Zunächst als Warnung, weder habe ich Kinder, noch kenne ich die Gegend!!!

Aber, bei der Tour wird der Junge ca. 12 Jahre alt sein. Die meisten 12-jährigen, sind körperlich schon recht fit und vor allem sind es keine kleinen Kinder mehr und das wollen sie auch zeigen. Es ist noch nich sooo lange her, da haben Kinder in dem Alter, selbst bei uns, schwer gearbeitet und waren weitaus schlimmeren Gefahren ausgesetzt als nasse Füße ode ein verstauchter Knöchel. Es ist gut, dass das heute nicht mehr so ist, aber in Watte packen ist auch nicht nötig. Mit einem 12-jährigen kann man doch darüber reden, auch über mögliche Gefahren. Und wenn er trotzdem mit will und die Eltern es ihm zutrauen, warum nicht? Ich wäre jedenfalls viel verletzter, wenn ich mit wollte und nicht dürfte, als ein verletzter Knöchel jemals sein könnte. Der Junge ist auf dem tägliche Schulweg wahrscheinlich gefährdeter als auf der Tour.
Das heißt natürlich nicht, dass man leichtsinnig sein sollte oder keine Vorsichtsmaßnahmen treffen sollte, aber mit entsprechender Planung und Training kann ein Kind in dem Alter eigentlich immer gut mit Erwachsenen mithalten.

hc-waldmann
31.01.2014, 22:52
Zunächst als Warnung, weder habe ich Kinder, noch kenne ich die Gegend!!!




Der Junge ist dem täglichen Schulweg wahrscheinlich gefährdeter als auf der Tour



ohne worte.

momo007
01.02.2014, 01:18
Danke euch erstmal wieder für die Stellungnahmen!

Das der Vergleich mit der Brockenwanderung hinkt, ist mir auch klar! Da gehen wir ja meistens auch nur bei schönem Wetter rauf. Er war hier auch nur als Vergleich zur Länge einer Tagesstrecke gemeint.

Ich denke, das hat nichts mit "unseriös" zu tun!
Sonst hätte ich die Frage, ob wir das Kind mitnehmen können, wohl gar nicht erst gestellt.

Aber ich bin auch den kritischen Tönen gegenüber aufgeschlossen.

Monika

_Matthias_
01.02.2014, 01:55
ohne worte.
Keine Ahnung was du damit (nicht) sagen willst. Z.B. der Reisebericht hier https://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php/77516-GL-Arctic-Circle-Trail-2013 enthält nichts, was man einem fitten 12-jährigen nicht zumuten könnte. Und es verunglücken jährlich wessentlich mehr Kinder auf dem Schulweg als beim Trekking, trotzdem werden sie da täglich hingeschickt. Vorsicht ist immer angebracht, aber man kann älteren Kindern schon mal was zutrauen und zumuten. Da gab es schon sehr sehr viele outdoor-Familien, die ähnliche Sachen gemacht haben. Das ich die spezielle Tour nicht kenne heißt ja nicht, dass ich nicht Mut machen darf Kindern etwas zuzutrauen. Vielleicht hat sich das “Problem“ bis dahin eh erledigt weil die Pupertät einsetzt und der Junge keine Lust mehr auf Wandern mit den Eltern hat, aber wenn doch, würde ich es ihm nicht vorenthalten, wegen Befürchtungen was alles schlimmes passieren könnte. Schlimmes passieren kann immer, auch zu hause.
Wenn die Eltern allerdings, wie von dir beschrieben, wegen einer Verstauchung schon in Verzweiflung geraten, wäre es für die Familie tatsächlich nichts. Aber kleinere Verletzungen kommen bei Kindern, insbesondere sportlicheren, eigentlich häufig vor, so dass die BehandlungBehandlung für Eltern wohl eher Routine ist als Verzweiflung auslöst. Es gibts ja, wenn einem das wirklich Sorge bereitet, verschiedene Notrufsysteme. Es soll abert auch schon Familien gegeben haben, die ganz ohne Kommunikationsgeräte vor der Tür waren.

iwoasnix
01.02.2014, 09:46
Ich bin den Trail 2011 gegangen, und meiner Meinung nach ist er nicht für Kinder geeignet.

Wir hatten 8 Tage Wind und Regen und waren körperlich ziemlich am Ende. Allein die Verpflegung zu schleppen ist schon anspruchsvoll. Je nachdem was man alles dabei hat.

Kurz um würd ichs mit Kind nicht machen, hab nichtmal meine Freundin mitgenommen ;-)

dingsbums
01.02.2014, 13:33
Wir hatten 8 Tage Wind und Regen und waren körperlich ziemlich am Ende. Allein die Verpflegung zu schleppen ist schon anspruchsvoll.

Kurz um würd ichs mit Kind nicht machen, hab nichtmal meine Freundin mitgenommen ;-)
Na das ist ja mal ne Vorlage bei den vielen Frauen hier im Forum.

Was ich mich frage: Habe ich die Berichte vom Arctic Circle Trail nicht gut gelesen, falsch in Erinnerung oder gibt es hier nur die 'Lief alles ausnahmsweise gut' - Berichte. Ich hätte gedacht, dass es man den Trail 'problemlos' mit Kind gehen kann, das auch sonst Freude am Wandern hat.

hc-waldmann
01.02.2014, 14:38
Und es verunglücken jährlich wessentlich mehr Kinder auf dem Schulweg als beim Trekking, trotzdem werden sie da täglich hingeschickt.

Vermutlich weil sehr sehr sehr viel mehr Kinder täglich zur Schule gehen als duch Grönland laufen :-)


Was ich mich frage: Habe ich die Berichte vom Arctic Circle Trail nicht gut gelesen, falsch in Erinnerung oder gibt es hier nur die 'Lief alles ausnahmsweise gut' - Berichte. Ich hätte gedacht, dass es man den Trail 'problemlos' mit Kind gehen kann, das auch sonst Freude am Wandern hat.

Mein Reisebericht zum ACT beschreibt offen und ehrlich, wie ich nach 6 Tagen gescheitert bin, weil ich einen Sturz beim Abstieg aus dem Fjell nicht kompensieren konnte, und wie mich eine Inuit-Familie _zufällig_ aufgelesen und nach Sisimiut per Boot gebracht hat. Ich denke mir meine Bedenken nicht aus.

Ich denke, ein Kind, auch eines, das sich beweisen will und hart im Nehmen ist, kann auch auf Teilen des Kungsleden süd oder an schwedischen Seen oder in finnischen Nationalparks seine krassen Erlebnisse haben. Aber im Notfall sieht es da doch besser aus? Wenn's ums Kind geht, muss es nicht gleich Grönland sein. All I'm saying.

Hans-Christian

Katun
01.02.2014, 15:03
Ich hab noch nie verstanden, warum man nach Grönland muss, schließlich liegt da Island vorher. Kein Wunder, dass die Freundin nicht unbedingt mit wollte. Einfach zu langweilig. Ist der Kleine so ein großer Einsamkeits- und Tundrafan?

iwoasnix
01.02.2014, 15:13
Na das ist ja mal ne Vorlage bei den vielen Frauen hier im Forum.

Was ich mich frage: Habe ich die Berichte vom Arctic Circle Trail nicht gut gelesen, falsch in Erinnerung oder gibt es hier nur die 'Lief alles ausnahmsweise gut' - Berichte. Ich hätte gedacht, dass es man den Trail 'problemlos' mit Kind gehen kann, das auch sonst Freude am Wandern hat.

Die Schwierigkeit beim ACT ist einfach, dass du alles alleine lösen musst und ich meine ALLES, brichst du dir z.B. in der Mitte den Fuss hast DU ca. 80km irgendwie zu bewältigen. Durch die sumpfigen Gebiete musst du durch auch wenn es nur 8° hat und deine Schuhe und alles nass ist und du ab und zu 10 cm einsinkst.

Wenn es regnet und kalt ist kannst du dich nur zu zu so einem Gartenhäusschen ohne wirkliche Heizung (wir haben keinen Ofen anbekommen) retten.

Ich würde mit Kind eher nach Venedig laufen da kommen immer wieder bewirtschaftete Hütten etc.

Stromfahrer
01.02.2014, 16:54
Hallo,

also Respekt für den Mut, dass überhaupt vollständig zu eruieren.

Als Sicherheits-Add-on wäre evtl. statt eines Satellitentelefons ein Spot (https://www.findmespot.eu/gm/index.php) denkbar. Damit können Dritte eure Route verfolgen und Signale wie „Alles OK“, „Haben ein Problem“ und „Benötigen sofort Hilfe“ erhalten. (Kann man meines Wissens für rund 75 EUR auch für 4 Wochen leihen.)

[img-r]http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/thumbs/Waatstiefel_on_tour.jpg[/img-r] (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=93901&title=waatstiefel-on-tour&cat=500)OT: Was die feuchten Füße und Furten angeht, gehe ich gerne in Waatstiefeln mit entsprechenden polsternden und isolierenden Einlegesohlen und mehreren Sockenlagen. Den Waatstiefel kann man bei Schlechtwetter und Furten bis zum Schritt hochziehen, sonst aber heruntergewickelt auf dem Stiefelschaft tragen. Das Schweißproblem habe ich nicht so, in der Pause zieht man den Stiefel einfach mal aus oder wechselt ggf. die äußere Socke. Ich kombiniere das mit einer 3/4-Hose, damit im Stiefel genug Luft zirkuliert. Muss aber jeder selbst ausprobieren. Bei mir klappt das sehr gut bis in den einstelligen Minusbereich. Knöchelschutz kann man dabei mit einer orthopädischen Manschette erreichen, wenn man keine straff sitzende oder verstärkte Stiefelvariante hat. Bei mir geht das gut ohne Manschette.

Meine Tochter ist neun (und würde mitwollen), mein Sohn 12. Ich stimme hc-Waldmann zu, dass auch für einen 12-Jährigen zunächst 10 Tage Lappland der passende Zwischenschritt wären. Aber wenn allseits Mehrtageserfahrung vorhanden ist …

Den Sarek habe ich meiner Tochter versagt. 12 Tage Lebensmittel waren bei mir 580 Gramm pro Tag (hat bei Temperaturen von 2° bis 10° mehr als gereicht und wäre auch bei Kälteeinbruch noch genug gewesen, gewappnet waren wir technisch bis gut -15°). Das Rucksackgewicht ohne Wasser lag dabei bei 16,4 kg. Hochrechnung: Für 1 Erwachsenen und 1 Kind würde ich von zusammen 1000 Gramm Lebensmittel pro Tag ausgehen. Damit landet man auch bei leichter (!) Ausrüstung deutlich bei mindestens 24 Kilogramm Rückengewicht pro Elternteil. Wenns ein Keron 3 und andere gute, aber schwere Teile sind, auch bei 28 Kilogramm. hc-waldmann schreibt in seinem Trailbericht von 34 kg Rucksackgewicht. Bei diesem Gewicht scheiden dann nicht nur Gummistiefel als trockene Fußkleidung aus (keine ausreichende Stabilität), sondern das grundsätzliche Risiko von Beinverletzungen steigt und die Reaktionsmöglichkeiten auf Krisen gehen zurück (kein Zusatzgepäck/Tragen eines Kindes etc. möglich).

Fazit: Ich würde den ACT zurückstellen, bis euer Sohn mit 15 oder 16 sein eigenes Gepäck wirklich stemmen kann und dann relativ leicht gehen. Das würde ich dann aber durchaus wagen.

Gruß,
Stromfahrer

Philipp
03.02.2014, 11:47
Ich würde den ACT generell hinterfragen - die Landschadt kriegt man in Skandinavien für weniger Geld und geringere Anreiseschwierigkeiten. Wenn schon Grönland, dann dorthin, wo es auch seine Eigenheiten ausspielt.

Wandern mit Kindern in verlassenen Gebieten, wo man auf sich gestellt ist, will ich nicht weiter kommentieren, da hat jeder seine eigene Meinung dazu, mit oder ohne eigene Erfahrungen.

Ich würde für Grönland - auch mit Kindern - eher entweder den südlichsten Teil südlich von Narssarssuaq (UAK) oder die Gegend um Tasiilaq empfehlen. Im Süden wird man stellenweise durch eine krasse Bergwelt belohnt und hat stellenweise eine imposante Gletscherwelt, im Osten Eisberge en masse und auch ein anspruchsvolles Tourenrevier. Es gibt mehr Infrastruktur und mehr Rückfallebenen und mehr landschaftliche Abwechslung.
Im Süden muß man mittlerweile etwas genauer planen, weil der einst sehr hilfreiche kommunale Schiffsverkehr eingestellt und durch teuren Flugverkehr ersetzt wurde. Daneben gibt es aber auch noch private Anbieter für Bootstransfere.
Ich würde also an Monikas Stelle über diese Gegenden Grönlands nachdenken.

Viele Grüße, Philipp (der darüber nachdenkt, wie er mit seinem 6jährigen nach Grönalnd oder Spitzbergen reisen kann...)

momo007
20.02.2014, 23:25
Hallo an Euch alle,

vielen lieben Dank für Eure Tipps! :cool:

Ich kann hier von jedem von Euch auch was gebrauchen! Jede noch so unterschiedliche Sichtweise hat mich/uns zum Nachdenken angeregt und das habe ich auch so gewollt!

Liebe Grüsse
Mo

Stromfahrer
20.02.2014, 23:41
Danke für die Rückmeldung. Lass bitte später hören, was draus geworden ist und welche Erfahrung ihr dabei gemacht habt.

Viel Spaß draußen,
Stromfahrer

Jakob
27.02.2014, 00:04
Aus der Erfahrung mit dem ACT und vom Wandern mit Kindern sehe ich persönlich wenig Probleme für solch ein Vorhaben! Allerdings sehe ich es wie Philipp dass es weit spannendere Wandermöglichkeiten in Grönland gibt.

Jakob

bodach
27.02.2014, 20:17
Salve
kleine Inspirationsquelle...
http://www.groundtruthtrekking.org/blog/

bodach

Randonneur
27.02.2014, 20:34
Ich kann zu Groenland nichts sagen, da ich dort noch nicht war.

Aber die erste lange Tour mit meinem Sohn habe ich gemacht als er 9 Jahre alt war und zwar im Jaemtland. Da hat er so etwa 6-7kg getragen (halt Rucksack, Kleidung, Schlafsack, Matte und den Brenner des Trangia sowie die Streichhoelzer). Ich hatte nach einigen Tagen der Tour so etwa 23kg, am Anfang mehr. (Wir haben die Saecke erst an einer Station gewogen). Wir haben den suedlichen Kungsleden weitgehend vermieden und sind eine laengere Rundtour gelaufen.


Ein paar unsystematische Kommentare:

Wir hatten kein Telephon oder so etwas mit. Daher sollte es zwar moeglichst einsam sein, aber mit der Moeglichkeit in zwei Tagen oder so eine Fjellstation oder einen bewohnten Ort zu erreichen.

Es sollte keine fest vorgegeben Strecke sein, damit wir die Tage ohne Stress voll ausnutzen konnten. Gerade abseits der Wanderwege ist die Geschwindigkeit nicht immer genau aus der Karte vorhersehbar. Unsere Tagesetappen waren knapp 15km, allerdings haben wir an manchen Tagen noch Halbtagsausfluege gemacht, die nicht eingerechnet sind (den Helags rauf und so weiter).

Mein Sohn hat das Tempo und die Tagesstrecke vorgeben. Er hat auch meist gefuehrt.

Warme Keidung und Regensachen sind wichtig. Mein Sohn hatte eine Regenhose mit und hat sie auch gebraucht (kaltes, windiges Regenwetter). Seitdem muss ich als gutes Vorbild so etwas auch benutzen...

Mein Sohn zumindest hat auf allen Touren immer mehr gegessen als ich, schon mit 9. Daher denke ich, dass es mehr 1000g fuer zwei braucht. Nach zehn Tagen haben sowohl er als auch ich den "hikers hunger" bekommen, also so richtig Hunger. Aber da war die Tour schon fast zuende.

Seitdem haben wir fast jedes Jahr eine aehnliche Tour gemacht. Mit 14 wollte er dann soviel tragen wie ich, ich habe ihn dann auf 14kg oder so runtergehandelt.

Meine aelteste Tochter hat das ganze mit 11 Jahren auch mal mitgemacht. Sie hatte gar keine Probleme, aber fand, dass das Ganze nicht so ihr Ding ist. Dabei ist sie sehr sportlich, aber sie mag lieber Wettbewerbe. Mal sehen wie die Kleinen es finden werden.

Meer Berge
27.02.2014, 23:17
Ob Eltern ihr Kind auf eine Trekking-Tour mitnehmen können, können doch wohl nur die Eltern selbst entscheiden. Niemand kennt ihr Kind so gut wie sie. Die Eltern sollten am besten wissen, wie fit und wie leidensfähig ihr Kind ist, wie viele km es laufen kann, ob es Lust hat, einige Tage so eine Strecke zu laufen, ob und wie viel Gepäck es tragen kann und will.

Ich bin viel mit Kindern unterwegs.
Einige davon würde ich bedenkenlos mitnehmen, und andere, die würde ich nicht mitnehmen.

Die Diskussion über die Verletzungsgefahr finde ich interessant.
Warum sollte sich ein Kind oder Jugendlicher dort eher verletzen als ein Erwachsener. Wenn ich mir als Erwachsener den Fuß vertrete ist Hilfe ebenso weit weg wie wenn ein Kind sich verletzt. Wo ist da der Unterschied, ein Kind oder einen Erwachsenen mitzunehmen? Die Kinder, mit denen ich unterwegs bin, sind in der Regel einigermaßen fit, weil sie sich viel draußen herumtreiben. Sie würden sich wahrscheinlich viel weniger verletzen als ein Erwachsener. Sie sind auch gewohnt mal hinzufallen und brauchen nicht gleich ärztliche Versorgung. Bei solchem Toben hätten sich Erwachsene wohl längst die Beine gebrochen.

Wenn man ein Kind nicht die ersten 12 Jahre in Watte gepackt hat, sollte es schon einiges an Gewicht tragen können. Die vorgeschlagenen 3-3,5 kg - da wiegt ja die Schultasche schon mehr.
In einem gut sitzenden Rucksack sollten schon einige Kilo geschleppt werden können.
Trotzdem kann ein 12-Jähriger nicht die 20 kg tragen, die ich als Erwachsener trage. D.h. ich muss von ihm noch Gewicht übernehmen. Das bleibt zu bedenken - ob ich selbst das schaffe.

Meine Eltern haben mich mit 10 auf 100km-Fahrradtouren mitgenommen. Sie waren nachher platt, ihnen taten Knie und Handgelenke weh, ich habe auf dem Spielplatz weitergemacht.
Ab 8 Jahren war ich mit meinen Eltern sehr viel in den Alpen unterwegs. Ich hätte mich böse beschwert, wenn ich nicht selbst in meinem Rucksack mein Bündel hätte tragen dürfen! Mit meiner Freundin, die oft mit dabei war, bin ich über Stock und Stein den Berg immer wieder rauf und runter gehüpft. Wir waren immer lange vor meinen Eltern am Gipfel - und sind weiter herumgerannt, während die Erwachsenen Pause machten.
Wir haben uns nie verletzt, trotz all der Klettereien, der Geröll-Hänge, der nassen Wiesen, der schmalen Grate oder Schneepassagen, dem Herumgespringe zwischen den Felsen ...

Aber - wie gesagt - ob ich meinem Kind das zutrauen kann, und ob ihm das Spaß macht, das kann ich nur selbst entscheiden. Nur ich kenne mein Kind gut genug.

Wenn ihr es ihm zutraut - nehmt ihn mit. Das sind großartige Erfahrungen für Kinder und Jugendliche!

Gute Reise,
Sylvia

Stromfahrer
28.02.2014, 09:42
Randonneur hat recht: wenn ich meinen Sohn anschaue, der isst auch seit zwei Jahren mehr als ich. Im gleichen Alter (10 bis 12) habe ich das bei meinen Neffen ebenso erlebt (teilweise die doppelte Menge). Meine Überlegung mit den ca. 1000 g für 1 Erw. + 1 Kind ist also zu kurz gedacht. Und der Hinweis auf den Hungerast nach 7 bis 10 Tagen ist richtig und wichtig.

Mus
28.02.2014, 10:12
Meine Eltern haben mich mit 10 auf 100km-Fahrradtouren mitgenommen. Sie waren nachher platt, ihnen taten Knie und Handgelenke weh, ich habe auf dem Spielplatz weitergemacht.
Ab 8 Jahren war ich mit meinen Eltern sehr viel in den Alpen unterwegs. Ich hätte mich böse beschwert, wenn ich nicht selbst in meinem Rucksack mein Bündel hätte tragen dürfen! Mit meiner Freundin, die oft mit dabei war, bin ich über Stock und Stein den Berg immer wieder rauf und runter gehüpft. Wir waren immer lange vor meinen Eltern am Gipfel - und sind weiter herumgerannt, während die Erwachsenen Pause machten.
Wir haben uns nie verletzt, trotz all der Klettereien, der Geröll-Hänge, der nassen Wiesen, der schmalen Grate oder Schneepassagen, dem Herumgespringe zwischen den Felsen ...



Hättest du vielleich Lust, in diesem Thread (https://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php/77950-Meine-schönsten-Outdoorerlebnisse-als-Kind) ein bisschen zu erzählen?

Stromfahrer
28.02.2014, 12:19
Meine Eltern haben mich mit 10 auf 100km-Fahrradtouren mitgenommen. Sie waren nachher platt, ihnen taten Knie und Handgelenke weh, ich habe auf dem Spielplatz weitergemacht. …
Genauso sind auch meine Erinnerungen. Verletzungen hatte meist mein Vater.
Meine Eltern waren in den Bergen immer nass und genossen die Pausen und mir ging es nicht schnell genug. Das brachte mir gelegentlich Ärger ein, wenn ich über eine Stunde und weit außer Sicht vorauseilte oder gar ganz eigene Wege zum Ziel ging.

Mit meinem damals 10-jährigen Sohn ging es mir Jahrzehnte später in den Bergen genau so: Ich sah ihn nur noch auf einem steilen Schneefeld knapp 1 km entfernt. Keine Chance, da noch einzugreifen.
Ging zum Glück gut, gab ne Standpauke. Rufentfernung und Stopp auf Zuruf war vereinbart gewesen… :oldman:

Aber wenn ich ehrlich bin: Mir war bewusst, dass ich früher genauso vorausgeeilt bin und im Innern freute ich mich ja auch über den Drang, sein eigenes Ding zu machen. Aber ausgeklinkt auf steilem Firn, da hörte der Spaß halt auf.

Zum Gepäck: 6 kg mit 9 Jahren können ziemlich viel werden, wenn die Motivation gerade im Keller ist.

Jakob
28.02.2014, 12:41
Warum sollte sich ein Kind oder Jugendlicher dort eher verletzen als ein Erwachsener. Wenn ich mir als Erwachsener den Fuß vertrete ist Hilfe ebenso weit weg wie wenn ein Kind sich verletzt. Wo ist da der Unterschied, ein Kind oder einen Erwachsenen mitzunehmen? Die Kinder, mit denen ich unterwegs bin, sind in der Regel einigermaßen fit, weil sie sich viel draußen herumtreiben. Sie würden sich wahrscheinlich viel weniger verletzen als ein Erwachsener. Sie sind auch gewohnt mal hinzufallen und brauchen nicht gleich ärztliche Versorgung. Bei solchem Toben hätten sich Erwachsene wohl längst die Beine gebrochen.

Wenn man ein Kind nicht die ersten 12 Jahre in Watte gepackt hat, sollte es schon einiges an Gewicht tragen können. Die vorgeschlagenen 3-3,5 kg - da wiegt ja die Schultasche schon mehr.
In einem gut sitzenden Rucksack sollten schon einige Kilo geschleppt werden können.
Trotzdem kann ein 12-Jähriger nicht die 20 kg tragen, die ich als Erwachsener trage. D.h. ich muss von ihm noch Gewicht übernehmen. Das bleibt zu bedenken - ob ich selbst das schaffe.

Danke für deinen Beitrag! Sehe ich auch zu 100% genauso! Mich nervt es vor jeder Tour mit den Kindern das Gefühl zu haben mich genau deshalb immer rechtfertigen zu müssen!

Grönland mit Kindern ist auf jeden Fall machbar!

Jakob

Randonneur
28.02.2014, 14:49
Zur Leistungsfaehigkeit von Kindern: Nach einer Tagestour mit 31km und 900hm habe ich mich mir im Biergarten ein solches am Tisch gegoennt. Meine 10 Jahre alte Tochter ist zum Spielplatz gerannt um sich auszutoben...

Meer Berge
28.02.2014, 15:53
lebenswirklichkeit. bei uns wird bewusst die anforderung gestellt, dass der schulranzen nicht zu schwer sein darf. ...

wenn kinder motiviert sind, koennen die viel. nur sollte es nicht zur qual werden.

Das ist einer der wichtigsten Punkte: Das Kind muss motiviert sein. Es muss wollen.

Aber es muss auch leidensfähig sein. Es muss auch mit Hunger und Durst mal noch eine Stunde bis zum nächsten Lagerplatz laufen können. Es muss auch bei Regen, Wind und nassen Füßen noch Spaß an der Sache haben - oder zumindest nicht rumnörgeln, denn es ist nicht zu ändern.

Dem sind Kinder aber heute viel zu wenig ausgesetzt.
Wenn es nur droht heute leicht nieseln zu können, ist vor unserer Schule kein Durchkommen mehr. Verrückt, wie viele Eltern ihre Kinder dann mit dem Auto ein paar hundert Meter zur Schule fahren.
Wenn im Sportunterricht auch bei unter 10°C mal ein, zwei Runden auf dem Sportplatz gelaufen werden, bevor der restliche Sportunterricht in der Sporthalle nebenan stattfindet, gehen die Eltern auf die Barrikaden und sehen ihr Kind gleich mit Lungenentzündung im Krankenhaus.
Innerhalb meines kleinen Ortes hier werden Kinder zum Sportverein mit dem Auto gefahren, es geht mit dem Auto zum Einkaufen, ...
Im Wald, der hier um den Ort herum liegt, treffe ich nie Kinder, die dem Kinderwagen entwachsen sind.

Man kann Kindern ruhig eine ganze Menge zutrauen. Kinder ab vielleicht 8 oder 10 sollten mindestens so fit sein wie ihre Eltern was ihre Laufleistung betrifft. Kinder können den ganzen Tag auf dem Fußballplatz bolzen oder stundenlang mit dem Springseil hüpfend durch die Straßen laufen. Das schaffe ich heute nicht mehr. Und viele Kinder können heute überhaupt nicht mehr Spingseil springen...

Damit die Anforderung für Kinder keine Qual wird, müssen sie aber neben der Motivation auch gut trainiert sein. Und das sind sie nicht, wenn man ihnen jede z. B. jede Last abnimmt.

Sportliche Grüße,
Sylvia

Christian J.
03.03.2014, 11:18
Ich habe die Diskussion um das maximale Rucksdackgewicht für Kinder mal ausgegliedert (https://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php/78449-Maximales-Rucksackgewicht-f%C3%BCr-Kinder) und hier großflächig OT-Beiträge und entsprechende Beitragsteile gelöscht. Bitte bleibt beim Thema, das Gewicht Eurer SChulranzen oder die allgemeine Verweichlichung "der Jugend von heute" mag nett zum plaudern sein, gehört wirklich nicht in diesen Fachthread. Für alles andere finden sich andere nette Orte und Gelegenheite zum Plaudern. :p

Christian J.

ninaw
28.12.2014, 09:01
Was ist aus Eurer Planung geworden???
Wir planen nämlich auch für 2016 mit unserer dann 10jährigen Tochter und bin natürlich an einem Gedankenaustausch/Erfahrungsbericht ohne Diskussion über unverantwortliche Eltern sehr interessiert!

Mus
28.12.2014, 12:40
Was sind denn so eure Erfahrungen im Langzeitwandern mit (oder) ohne Kinder?
Und was ist eure Motivation mit dem Kind den ACT zu gehen? In dem "wie weit mit Kinder-Thread" (https://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php/81388-So-weit-läuft-mein-Kind?p=1364044&viewfull=1#post1364044) äußert ihr euch dazu,
Daher planen wir als nächstes den ACT in Grönland mit "normalen" Etappen, da uns Eltern das Geschleppe der Lebensmittel wirklich an die Grenzen gebracht hat (zumindest in den ersten Tagen). Unsere Tochter (20 kg KG) hat unsere Wechselklamotten im Rucksack getragen und kam damit auf ca. 4kg Gepäck.aber ich verstehe es nicht ganz, worauf sich das bezieht.
Ich denke Erfahrung über Wanderungen auf dem ACT mit Kindern wird es hier kaum geben (selbst beim TO scheint es bislang nicht über eine wage Vorüberlegung hinausgekommen zu sein). Erfahrungen zu Trecking mit Kindern unter den verschiedensten Bedingungen und Ideen zu vielen Möglichkeiten gibt es hier haufenweise.
Von daher wäre es vielleicht ganz gut, verstehen zu können, warum ihr euch ein so außergewöhnliches Ziel für Trekking mit Kindern ausgesucht habt.

ShortBrini
12.07.2015, 00:05
Der Beitrag ist zwar schon etwas älter, aber trotzdem möchte ich noch etwas anmerken:

Zum Zeitpunkt der Planung war der Junge 10 jahre alt. Die Tour sollte 2 Jahre später stattfinden. Das ist Beginn/Mitten in der Pubertät. Ob er dann immer noch so hart im nehmen ist wie mit 10, vielleicht aber auch noch mehr. Vielleicht meckert er aber auch mehr rum oder sagt nicht wenn ihm etwas wehtut, damit er kein 'Weichei' ist ...darüber sollte auf jeden Fall nachgedacht werden!