PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [IT] Seekajak-Tour: Rund Elba mit Palmaiola und Cerboli



Kajaking-Mark
31.03.2005, 17:35
Land: Italien
Region/Kontinent: Südeuropa

Hallo zusammen,

Habe vor 2 Wochen Elba in 4 Tagen mit dem Seekajak umrundet und einige unbewohnte Inseln "mitgenommen". Es war eine rundum gelungene, traumhafte - leider zu kurze - Tour:


Die Anfahrt:

Letzten Mittwoch nach der Arbeit mit fertig vorbereiteter Ausrüstung noch für 25.- € Lebensmittel gekauft dann ging`s los. Durch Zürich und Luzern am schönen Vierwaldstätter See bei Sonnenuntergang entlang, durch den St. Gotthard-Tunnel runter nach Bellinzona und Lugano. Über die italienische Grenze, spätestens ab Mailands „Tangentiale-Est“ merkt man daß man in Italien ist: Haarstäubendes Drängeln, sinnlose Überholmanöver, hektisches Auffahren, Langsamfahren bei leerer Autobahn auf der linken Spur, Fernlicht-Brennenlassen u.s.w, - Anarchie auf der Straße - irgendwie sympathisch aber anstrengend, italienisch eben.
Mit 160 Km/h die Po-Ebene runter, von Parma nach La Spezia dann Ruhe, die Hälfte der Autobahn einspurige Baustelle, sieht nicht so aus, als ob das irgendwann mal fertig würde. Kassieren dennoch 35.- € Maut für die einfache Strecke. Dann Livorno, Pisa endlich in der Toskana. Hab` mich um 1.00 Uhr nachts an der Maremma Pisana in die mir bekannten Sanddünen eines Pinienwaldes gelegt, 20 Km vor Piombino.

Einbooten:
Bei Sonnenaufgang nach Piombino gefahren mit einem logistischen Problem: Wo kann ich 4 Tage Parken und Einbooten ohne daß mein Auto geklaut wird ? Habe keine Diebstahlversicherung. Am Fährhafen von Piombino steht was von „Parking-Attended“ und Video-Control. Allerdings alles offen, nirgendwo ein Mensch zu sehen. Schließlich kommt ein Italiener mit einem neuen Jaguar, den frage ich ob das hier sicher sei. Er meint „Si, si“ und zeigt auf eine Baracke mit einer Satellitenschüssel vor der einer 911-er Porsche steht. Das gibt mir Vertrauen und irgendwann schlappt ein Jugendlicher aus der Baracke. Der Parkplatz kostet 8.- € pro Tag, dafür ist das Auto versichert. Die 32.- € zahle ich gerne, kann ich mich doch darauf verlassen nach 4 Tagen mein Auto wiederzubekommen.
Betroffen sehe ich auf die 2m hohen Kaimauern des Fährhafens, wo soll ich da ein vollbeladenes Kajak einbooten ? Der Jugendliche spricht nur italienisch, ich deute auf das Kajak und das Meer und frage „possibile ?“. „Si, si“ meint der und zeigt auf den Fährhafen. Mittlerweile hat eine Fähre angelegt, vier ankommende Italiener betrachten mein Kajak und fragen erstaunt: „Canale Piombino ?“ „Si, si“ antworte ich und karre skeptisch den Esplora hinunter zum Fähr- und Industriehafen. Alle Gebäude sind rostbraun verfärbt, die Luft von der Eisenverhüttung dunstig, die morgendliche Sonne ist trüb zwischen den Abgasen der qualmenden Schlote.
Und tatsächlich, ca. 200m links bei „SMEP“ gegenüber dem Offshore-Terminal liegt ein Kai mit verschmutzen Segel- und Fischerbooten und einer vermooste Slipanlage auf der zahlreicher Müll herumliegt. Was will man mehr ? Bootswagen angekettet, in den Trockenanzug und los geht’s:

Die Tour (1. Tag):

Zwischen den Containerschiffen und Eisenerzfrachtern ging es hurtig quer durch den Fährhafen. Solange die an der Leine lagen war ich sicher. Ich folgte einem tuckernden Fischkutter entlang der endlosen Kaimauer hinaus auf den Canale Piombino, der Schiffahrtsstrasse zwischen Elba und dem Golfo Follonica. Von hier zum „Cappo Porro“ auf Elba sind es ca. 13 KM. Jetzt mußte ich das Ufer verlassen und nach Elba queren. Im Gedächtnis Seglergeschichten aus dem Internet von 2m hohen Wellen durch die ständig verkehrenden Fähren. Das stimmte gar nicht. Die Wellen der Fähren, die ich allmählich alle einzeln kennenlernte, waren harmlos. Etwas steiler kamen die brechenden Wellen von größeren Fischkuttern, deren Kapitäne den Hebel auf den Tisch gelegt hatten. Man sah die Wellen von weitem mit brechendem Kamm herankommen, so daß man bequem das Kajak stevengerecht ausrichten konnte.
Ziemlich flott war auch der Kapitän des Tragflächenbootes unterwegs. Ein dumpfes Maschinengeräusch hinter mir und schon nähert es sich bedenklich schnell. Mit welchem Kurs eigentlich ? Ach so, genau auf mich. Wegpaddeln ist zu langsam, also Nico rauskramen, da dreht er bei. Ist o.K. der Bursche, sieht wegen der hohen Geschwindigkeit bedrohlicher aus als er ist, machte kaum Welle. Wünsch` mir fast einen Rückspiegel.
Noch einige Fahrwasser und Routen ein- und auslaufender Fähren gekreuzt (wie ist das erst in der Hochsaison ?), als mir ein sanfter Südost Richtung Elba half.

Und da lag sie Elba - die Schöne - die Konturen ihrer Berge hoben sich aus dem orangen Dunst des Morgens gegen das Azurblau des wolkenlosen Himmels ab. Ich halte auf die vorgelagerte Insel Palmaiola zu, einem Fels im Meer. Steil abfallende, erodierte Klippen, eine Macchia-bewachsene Schräge, darauf ein Leuchtturm, einsamer Schutzpatron der Seefahrer. Das eisenhaltige Gestein des Monte Calamita soll die Kompassnadeln der alten Seefahrer abgelenkt und manchmal zu tragischem Orientierungsverlust geführt haben......
Palmaiola ist unbewohnt, nur Hunderte von Silbermöven, die weißleuchtenden Wächter der Insel sitzen in den bizarren Felsformationen, die erodiert wie trockenes Leder aus dem dunkelgrün schimmernden Wasser ragen. Ich paddle an der Südost-Seite entlang, zwischen vorgelagerten Felsen auf denen die weißen Seevögel so gleichmäßig wie Laternen einer Allee sitzen. Auf der Südostseite finde ich eine winzige Bucht mit einer kleinen Kaimauer. Warum sollte ich mich jetzt eigentlich nicht erstmal 2 Stunden in die Sonne legen und nichts tun ? Es ist zu schön um weiterzupaddeln. Isomatte ausgebreitet und nackt in die Sonne gelegt. Ich lege mein Thermometer in die Sonne und messe um 12 Uhr mittags 36.6 ° C. Vor mir die unbewohnte Insel Cerboli und die Lichtreflexionen in der Weite des Mittelmeeres.
Trockenanzug ? Vergiss` es. Kurzärmliges Neo-Shirt, Badehose und weiter Richtung Elba, allmählich näherkommend. Auf einer Felskuppe liegt eine jener mondänen Villen römischer Architektur, deren mit Zypressen bewachsenes Anwesen die typische Eleganz des toskanischen Stils ausstrahlt.
Ich halte nordwestlich Richtung Isola dei Topi zu, das Meer spiegelglatt, fast kommt Langeweile auf. Ca. 100m vor mir sehe ich das Auftauchen und Verschwinden einer stark gekrümmten Flosse – Delphine -. Ich komme auf etwa 15m heran. Zuerst einer, dann ein Delphin-Pärchen. Nach einem kurzen Schnauben tauchen die beiden, aneinander geschmiegten Delphine völlig synchron auf um dann lautlos in einer ruhigen, vollkommen gleichmäßigen Nickbewegung wieder abzutauchen. Sie zogen still in einer Geraden durch das ruhige, perlmuttschimmernde Meer.
Nordseitig um das Capo della Vita herum paddelnd, an unbewohntem Felsufer, mit Macchia, Pinien und Steineichen überwuchertes Niemandsland, bis auf 15m Tiefe reichende Sicht durch das klare Wasser, schimmernd aus verschiedenem Tönen von türkis, petrol, dunkelgrün und tiefblau, im Kontrast zum Rotbraun der Korallenmoosarten am Felsgrund. Unzugängliche Felsküste, unberührte von Land nicht erreichbare Kiesstrände. Mittlerweile schätzungsweise 40 ° C in der Sonne. Wann bitte, paddelt man im Meer im Schatten ?
Der erste Tag neigt sich dem Ende, in der Bucht von Portoferraio hellocker leuchtende, menschenleere Sandstrände. Die Festungsarchitektur von Portoferraio, mit seinem Leuchtturm aus wertvollen, böhmischen Kristalllinsen sieht mächtig aus. Ich quere letztmals das Fahrwasser der Fähren und halte auf Scoglietto zu, einem 1200m vorgelagerten Felsen mit Leuchturm zu, um auf einem Fels im Meer mein Nachtlager zu errichten. Es ist verboten den Fels zu betreten, dort brüten viele Silbermöven, außerdem ist Anladen auf dem Fels nicht ohne Kratzer möglich, so daß ich den Plan verwerfe und mir einer der vielen, menschenleeren Strände bei Punta Aquaviva aussuche. Dort schlage ich mein Zelt auf und freue mich auf Bier und Pasta. Leider Feuer vergessen. Mit dem Gaskocher in der Hand steige ich einen Pfad die Felsen hinauf auf der Suche nach Menschen. Zur Not wäre ich auch 15 min. mit brennendem Gaskocher zurückgelaufen, sosehr freute ich mich auf meine Pasta. Ich fand einen Elbaner der mir sofort seine gesamten Zündholzer schenkte und mein Angebot ihm hierfür Geld zu bieten empört ablehnte. Rasch zog Seenebel auf und es kühlte auf 9 ° C ab.

2. Tag:

Anfangs im Nebel, aus dem Möwen kamen, brach ab 10 Uhr erneut die Sonne durch als ich in Richtung Marciana Marina, dem Wassersportzentrum der Insel unterwegs war. Da lagen doch Bootsrümpfe am Strand, waren es Seekajaks oder Teile von Hobbie-Cats ? Erst nach dem Anlanden konnte ich erkennen, daß es beides war. Da lagen richtige Seekajaks, kein Touri-Badespass-Krempel sondern ernsthaftes Material, 3 Luken, feste Lenzpumpe, Grönland-Latten, allerdings in erbarmungswürdigem Pflegezustand, mit schwarzer, rutschfester Farbe überstrichen, könnte mal ein P&H gewesen sein. Darauf stand was von „Seekajaking-School-Italy“. Immerhin.
Wollte endlich eine Batterie für meinen Foto kaufen, die Hälfte der Läden offen, ziemliches Chaos innen, aber Batterie bekommen. Keine Touris, der Ort verschlafen, viele italienische Mütter mit ihren Kindern und Alte unterwegs, eine junge Signorina taxierte mich sehr genau. Nach Cappuchino und Dolci in einer Bar zog es mich wieder auf Wasser.
Es ging Richtung Elbas Westküste, zunächst noch Sand- Lehm- und Kalkgestein mit Tafoniverwitterungen (vom korsischen „tafonare“ = durchlöchern). Felsen mit Riefen wie Elefantenhaut, mit Wannen- und kugelförmigen Hohlräumen, weich gerundet, mitunter kühne Kompositionen der Natur, manche grottenförmig, darin das Farbspiel des reflektierten Wassers. Elbas Westen ist zunehmend rauher, immer längere Abschnitte mit unzugänglicher, wilder Felsküste. Der Wind drehte zunehmend auf Nordwest und begann aufzufrischen. Nach P. della Zanca nahm die Clapotis zu, erstaunlich wie weit die rausreicht. Dann war ich am Westufer Elbas, der Nordwest wurde durch Düseneffekte der Felsküste parallel zur Küste abgelenkt und verstärkt. Die Kämme begannen zu brechen, die Welle steilte auf. Ein geschätzter 4 er blies mich die sonnenverbrannte Westküste Elbas runter. Es war nicht schlimmer als ein 6er oder 7er auf dem Bodensee, aber anfangs etwas unheimlich, weil ich alleine in unbekanntem Terrain unterwegs war und nicht wußte was noch alles kommen würde. Das war die ganze Faszination unseres geliebten Seekajaksports: Ich lies den Vierer für mich Strecke machen, beschränkte mich hauptsächlich darauf den Esplora am Ausbrechen zu hindern und genoß die weißen Wellenkämme über der Weite des thyrennischen Meeres, irgendwo rechts von mir lag Korsika.
Der Südwesten Elbas unterscheidet sich völlig vom Norden und Osten. Die sonnenveerbrannten Südhänge des 1018m hohen Mt. Capanne, die den salzhaltigen, heißen Winden ausgesetzt sind, lassen nur eine spärliche mediterrane Macchia gedeihen, oberhalb 800m nur noch Fels, Erinnerungen an die Sinai-Halbinsel werden wach. Im Süden der Insel wieder Windstille, meine Arme geröstet wie rosa Langusten. Ich fand eine ideale kleine Bucht mit einer „Naturmatratze“ (meine Isomatte war inzwischen undicht, was mich kaum wirklich störte) aus getrocknetem Seegras im Golfo die Campo. Mein Zelt stand weniger als einen Meter vom Wasser, ca. 20 cm. erhöht, knapp kalkuliert, aber nicht fortgespült worden. Die Sonne versank im orangeroten Dunst, auf einem Felsen das lautlose Blinken eines Leuchturmes. Kein Nebel, heute nacht war „Cabrio-Zelten“ d.h. nur mit Moskito-Netz ohne Außenzelt angesagt. Über mir das klare Leuchten des Sternenhimmels und das Blinken von Kristalleinschlüssen in den Felsen um mich im Mondlicht.

3. Tag:

Nach der täglichen Rasur mit Handspiegel auf einem Felsen und dem morgendlichen Bad im Meer (ich halte gute Körperpflege auf Tour für unerläßlich um auch psychisch in Form zu bleiben) ging es weiter Richtung Porto Azzuro. Der Südosten der Insel, mit Schiefer- Gneis- und Marmorvorkommen unterscheidet sich geologisch wieder von den anderen Inselteilen. Insbesondere am Monte Calamita gibt es zahlreiche Eisenerzvorkommen, so daß die Felsküste dort rostbraun erscheint. Zwischen den verlassenen, alten Flözen, heruntergekommenen, terassenförmigen Erzgewinnungsanlagen, vollkommen menschenleerer, zum Teil trostloser Küste in der sengenden Sonne zu paddeln war im wahrsten Sinne des Wortes „Durststrecke“.
Plötzlich wechselte das Küstenbild. Senkrechte, mit winzigen Grasflecken bewachsene, riesige Felsen auf denen Silbermöwen nisteten. Ich hatte die „Costa die Gabbiani“ erreicht, die „Möwenküste“, einem Naturschutzgebiet mit der größten Silbermöwenkolonie des thyrennischen Meeres.
Am Horizont flimmerte das Meer, viele weiße Flecken waren zu erkennen. Waren das alles Möwen ? Ich tat zunächst, als ging mich das alles nichts an. Langsam wurde mir klar, daß dies keine Möwen sondern brechende Wellen waren und ich genau dorthinein paddeln muß, wenn ich in 4 Tagen „rumkommen“ will. Eine Yacht mit gerefften Segeln kam entgegen. Die Felsküste senkrecht. Noch um das Capo dei Brache rumgepaddelt und sofort blies mir ein 4 er mit ordentlicher Welle ins Gesicht. Anständig was los. Gut Konzentrieren, immer die Wellen im Auge behalten, stützen, ruhig bleiben. Nach 10 min eine steile Kiesbucht. Raus, Esplora-Boden auf grobem Kies hin oder her, Kinkilatz. Erstmal relaxen, was trinken, überlegen, langsam Fleece-Underall und Trockenanzug angezogen, Welle abwarten, wieder rein, ruhig bleiben. Ich liebte jede Faser meines Trockenanzugs, wie eine Lederkluft beim Motorradfahren. Clapotis und nochmals Clapotis. Entgegen dem Angsttrieb immer weiter raus in die z. Teil fies steilen Wellen. Die kamen mit mindesten 30 Km Fetch den Canale Piombino runter. Unter 200m vom Fels weg ging nicht viel. Der Vierer von Vorn, ziemlich anstrengend mit Schulterschmerzen dagegen an, dabei einige „Spülungen“ kassiert, aber mit „Trocki“ harmlos.
Nach zäher Paddelei gegen den sich langsam abschwächendem Wind nordwestlich die Hafeneinfahrt von Porto Azzurro. Im inzwischen abendlichen Licht, eine Hügelkette spitzkegelig wie ein Zuckerhut, einer mit goldenem Kreuz, dahinter ein Bergkamm mit einzelnen, windschiefen Pinien, leuchtende Strände und die Hafeneinfahrt mit großem Leuchtturm und Festungsanlage ließen fast karibisches Flair aufkommen. Dankbar paddelte ich dem geschützten Hafen entgegen mit dem Wunsch mir in der nächsten Hafenkneipe einen hinter die Binde zu gießen.
Da ich mir aber noch einen Strand für die Nacht suchen mußte, und nicht besoffen paddeln wollte (was würde Udo Beier dazu sagen ? ) verwarf ich den Gedanken. Da ich nichts mehr zu trinken und zu essen hatte mußte ich anlanden. Zog mich im Hafen erstmal um. Wer will schon mit Trockenanzug am Samstag abend auf den italienischen Corso ? Einige hübsche Italienerinnen in den engen Gassen von Porto Azzuro mit den vielen kleinen Fischlokalen. Im Alimentari Pasta, schwarze Oliven und einige „Birra Muratti“ gekauft, wieder ins Boot mit offenem Trockenanzug zum nächsten menschenleeren Strand, diesmal das Zelt auf Sand aus feinkörnigem, schwarzer Roteisenstein aufgestellt.
Ich lies gerade Speck aus, als 2 Labrador-Retriever magisch vom Speckgeruch angezogen sich mir unaufhaltsam näherten. Ich legte mein Paddel zurecht (damit kann man ja zur Not auch einem Köter eine aufs Dach geben) und wartete. Als ich den Stein einer Olive ins Meer warf rannte der Größere der Beiden vor Angst davon, so daß ich lachen mußte. Diesmal suchte ich mir nicht einen Strand mit Sonne bis Sonnenuntergang, sondern einen mit Sonne ab Sonnenaufgang, da ich früh los wolle.

4. Tag

Nach Rasur und rituellem Bad im Meer beschloß ich die letzte Etappe als „Offshore“- Etappe über das freie Meer zu paddeln und ca. 17 Km von Elbas Küste auszulassen. Direkt zurück nach Piombino waren es 20 KM über offenes Meer. Da lag aber noch eine unbewohnte Felsinsel, die Isola Cerboli 16 Km entfernt auf Kurs 42 °, die mich anzog. Von dort sind` s dann noch 8 Km nach Piombino. Mit einem „Eureka“ stach ich mit Kurs 42 ° in See.
Das Meer leicht geriffelt, ein sanfter Südwest half mir. Die Konturen von Cerboli anfangs unscharf im Dunst kaum näherkommend. Dann völlige Windstille, das platinschimmernde Meer und das Blau des Himmels schienen ineinanderzulaufen, es konnte einem fast schwindelig werden, wie eine Luftspiegelung unwirklich die Insel herausragend, aussehend wie eine Phantasielandschaft aus Herr der Ringe.
Ich war ca. 6 Km draußen als zwischen der Insel und mir wieder eine gerkrümmte Flosse auftauchte. Kein Zweifel: Delphine. Vielleicht konnte ich ja noch näher kommen.
Ich legte zu und hatte Glück: Sie schwammen direkt auf mich zu. Vor der Kulisse der kegelförmigen Insel sprangen zwei aus dem Wasser, berührte sich und verschwanden wieder. Nach kurzer Zeit war ich alleine in einer Gruppe von 8-10 Delphinen (schwierig zu zählen) die mich von allen Seiten umgaben. Der mutigste Bursche schwamm auf etwa fünf Meter an mein Kajak heran. Er tauchte mit seiner weichen grauen Haut und einem Schnauben aus dem Wasser und verschwand wieder im Meer. Die aufsteigenden Luftlblasen blieben neben meinem Kajak stehen. Hoffentlich wird er nicht direkt unter meinem Kajak wieder auftauchen. Tat er aber nicht. Rechts von mir waren einige Delphine und ein Delphinbaby, wohl neben seiner Mutter herschwimmend. Ich hörte zu paddeln auf und beobachtete die Delphine. Rechts gegen die glitzernde Sonne sprangen erneut zwei Delphine vollständig aus dem Wasser, berührten verspielt ihre Schnauzen und tauchten in den Lichtreflexionen des Meeres unter. Mir jagte es einen Kälteschauer nach dem anderen durch meinen Trockenanzug. (Seit einmal im roten Meer ein Delphinbaby umdrehte, auf mich zu schwamm und verspielt an meinem Schnorchel knabberte, berühren mich diese Tiere tief).
Innerlich gerührt paddelte ich nach Cerboli, umrundete die Insel, stellte fest das Anlanden ohne Kajakbeschädigung unmögich ist und paddelte gegen einen plötzlich aufgekommenen 3 er aus Nordwest die 8 Km nach Piombino. Vor dem Hafen Clapotis und ein aus dem Becken wehender 3 er von Ost mit komischen Wellen. Zum Schluß tat`s nochmal weh, aber das war sowas von egal, angesichts des Reichtums den ich erleben durfte.

Zurück:

Zurück im verdreckten Industriehafen, das Auto stand noch da, meine Arme haben ernsthafte Verbrennungen. Am Nachmittag nochmal 9 h Autofahren. Zwischen Genua und Mailand Staus, Hektik, Nervosität, Gedrängel, Motorradfahrer die bei 140 Km/h durch den Mittelstreifen überholen, ständige Spurwechsel etc. etc.

Nichts von alldem konnte meine innere Ruhe und Dankbarkeit erschüttern das Meer so tief erlebt habe zu dürfen.

Viele Grüße Mark

Janaek
10.04.2005, 12:21
Sehr interessanter Bericht!
Gibts Fotos die du online Stellen könntest?
Und dann fände ich eine Materialliste sehr interessant.
Wenn du zufällig ein bisschen Zeit haben solltest...
mfG,
Jan

Kajaking-Mark
11.04.2005, 00:55
Hallo Janaek,

ich habe einen APS-Film aufgenommen. Habe leider keinen Scanner. Wenn mein Nachbar vom Urlaub zurückkommt kann ich ein paar Bilder einscannen und posten. Wird, schätze ich 1-2 Wochen dauern.

Deine Frage nach einer Materialliste kann ich gerne beantworten.


Boot: Francesconi Esplora Diolen,

Länge 530 cm, Breite 52 cm, Gewicht 23 Kg. 2 Schotwände, Rundumleine, Toggels, Steueranlage, Deckmulde für Silvakompass, anatomische Sitzanlage. Volumen vorne: 60 L, hinten 90 L, und das Cockpit: 200 L ! und hier liegt das Problem !

Einen "Test"-Bericht findest Du hier:

http://www.kanumagazin.de/sixcms/detail.php?id=35643

Was sagt dieser "Test" unter Ententeichbedingungen ? Daß der Esplora schnell ist ("Salzwasser-Ferrari") bei Ententeich. Stimmt. Habe mal bei einer Vereinsfahrt einen Vorsprung von ca. 20 min auf ein Feld von ca. 80 Paddlern "rausgefahren", auch bei Marathon-Veranstaltungen sind unter den ersten häufig Esplora zu finden. GPS-gemessener 8 - 9 Km/h Schnitt sind drin. Das können andere auch, aber meist nicht länger als eine Stunde. Tageskilometerleistungen von 40 - 50 Km sind gut möglich. Gehört in Punkto Kompromiss vs. Kippstabilität mit zu den schnellsten Kajaks.

Worüber sagt dieser "Test" unter Ententeichbedingungen jedoch nichts ? Er verschweigt die heiklen Naßlaufeigenschaften (= Kippstabilität bei geflutetem Cockpit) des Esplora. 200 L Cockpitvolumen sind zuviel. Kommt es bei Seegang zu einem unfreiwilligen nassen Ausstieg und will man nach erfolgreichem Reentry das Cockpit lenzen ist der geflutete Esplora äußert heikel, d.h. so kipplig, daß man ohne Elekro- oder Fußpumpe praktisch keine Chance hat das Cockpit zu lenzen. Wegen der hohen Kippligkeit ist es bei Wind und Welle aber auch kaum möglich mit vollgelaufenem Boot weiterzupaddeln, so daß es rasch zum Seenotfall kommen kann. Letzten August geriet ein Esplora-Fahrer vor Baltrum wegen dieses Problems in einen Seenotfall wobei er nur per Seenotrettungskreuzer wieder ans Ufer gelangte:

http://www.kanu.de/nuke/downloads/Seenotfallanalyse-II.pdf

Ich bleibe dennoch bei diesem Boot. Mit der anatomisch geformten Sitzanlage, den Schenkelstützen und dem schmalen Cockpit passt es mir wie ein maßgeschneiderter italienischer Schuh. Viele amerikanische Boote sind zwar High-end, wurden aber für den durchschnittlichen amerikanischen Breitarsch konzipiert. Wirkliche Seekajakfaszination kommt meiner Meinung auf, wenn man fast eins mit dem Boot ist, jede Welle unterm` Popometer spürt und das Boot sofort auf kleinste Bewegungen der Hüfte reagiert. Ich lieh es mal einem Freund, der meinte begeistert es fühle sich an wie ein verlängerter S..... (Entschuldigung). Zwischen dem haltlosen Rumrühren in einem Faltboot und einem wie maßgeschneidert passenden Seekajakcockpit liegt etwa ein Unterschied wie zwischen dem Halt auf Langlaufskiern und modernen Abfahrtskiern.

Ich könnt noch viel zu diesem Boot schreiben, will Dich damit nicht langweilen. Endlos wird auch darüber gestritten ob nicht PE-Boote wie z.B. die allbekannten Prijon-Boote wegen ihrer Robustheit und angeblichen Unverwüstlichkeit haltbarer seien als ein handlaminiertes Boot wie der Esplora.
Es gibt Leute mit viel Erfahrung, die behaupten, wer einmal in einem handlaminierten Kajak gefahren ist, setzt sich in keine PE-Schüssel mehr rein. Das geht mir genauso.


Paddel: Werner Camano STD, 235 cm, 800g. Kostet regulär um die 370 -. Euro, habs` für 280 .- Euro bekommen. Auch darüber wurde im "Seekajakforum.de" endlos diskutiert. (Wenns` Dich interressiert: Seekajakforum.de, Suchfunktion: "Werner Paddel günstiger" und der endlos Thread: "Schmälere Paddel: Theorie und Praxis vs. U.B.`s Postulate" von Mark= ich). Werner Paddel liegen zwischen ab 250.- Euro und gehen so bis an die 600.- Euro. Mein Camano ist ein Kompromiß zwischen Blattform (wichtig für den "Spoon" und den hydrostatischen Lift) und Gewicht. Es hat sie gleiche Blattform wie das Camano Carbon UL (um die 550g) für 570.- Euro. Es ist dafür etwas schwerer aber nicht ganz so teuer.

Mein Fazit: Dieses Paddel ist jeden Cent wert. Die Bedeutung der Wahl des richtigen Paddels wird meist unterschätzt. Das tollste Boot nützt gar nichts wenn die Kraft nicht aufs Wasser kommt. Deswegen: Ausgiebig verschiedene Paddel testen und nicht am falschen Ende sparen.

Sicherheitsausrüstung:

1. 6 - schüssiges Nico-Signal. Besser: Fallschirmraketen. Nachteil: erfordern Pyro-Schein, habe ich auch nicht, deswegen Nico.

2. Trockenanzug: Dry-Fashion Profi-Sail mit Latexfüßlingen, ca. 280.- Euro.
Überlebenszeit im Trockenanzug ca. 400 % höher als ohne Schutzkleidung. Wichtiger noch ist die Verlängerung der Nutzzeit: Wenn das Wasser kälter als 15 ° C ist gilt als Faustregel, daß die Nutzzeit in Minuten etwa der Wassertemperatur in C° entspricht. Nutzzeit ist die Zeit in der Du noch koordinierte Handlungen durchführen kannst (z.B. Paddelfloat aufblasen, Hochrollen, Lenzen, Spitzdecke schließen).
Also bei z.B. 3 ° C Wassertemperatur bleiben Dir ohne Schutzkleidung maximal 3 min um wieder ins Boot zu kommen. (Das ist eine optimistische Schätzung).
Wen es interressiert: Ich habe mit dem DKV-Referenten Udo Beier einen Artikel in Kanu-Sport verfaßt, in dem anhand eines tödlichen Kajakunfalls vom Januar diesen Jahres die Wirkung von Kaltwasser auf den menschlichen Körper medizinisch abgehandelt wird:

http://www.kuestenkanuwandern.de/ausbild/050204.html

Der Trockenanzug nützt nur was wenn man was drunter hat. Deswegen habe ich nochmals 70.- Euro für einen Fleece-Underall hingelegt. Damit habe ich auch bei Sturm und -5 C° nicht gefroren. Zusätzlich sind "Spülungen" durch brechende Wellen, Starkregen, Wind konkurrenzlos komfortabel auszuhalten. Jedoch nicht 40 ° C in der Sonne, wo wir beim Problem wären: Im Frühjahr ist das Wasser kalt, die Luft jedoch so heiß daß Du im Trocki verreckst. Was machst Du ? Du ziehst in aus obwohl das Wasser dies eigentlich nicht erlaubt.

Fazit: Eskimorolle und Trockenanzug sind Lebensversicherungen.


3. Handy (Siemens), wasserdicht in Aquapac-Beutel verpackt, mit Schwimmweste verschnürt. Gespeichert: Ital. Seenotruf Numero Blu, Tel: 1530. Auch gut für Wetter-SMS: WOW-Wind Elba, erhalte dann aktuelle Windprognose für 59.- Cent pro SMS.

4. Schwimmweste Auftrieb 50 N eigentlich zu wenig. Hat viele Taschen = praktisch.

5. aufblasbares Paddelfloat, am Achterdeck angelascht.

6. Handlenzpumpe, am Achterdeck angelascht.

7. Signalpfeife, an Schwimmweste angelascht.

Was habe ich nicht: EPRIB

Das wars an Saftey-Gear.


Orientierung:

1. Kompass: Silva UN 70 fest installiert.

2. Kartendeck mit Spanngummis, wasserdichter Ortlieb-Kartentasche und Badaecke Elba-Karte 1: 30 000 (zu häufiges Umblättern notwendig, geht bei Welle nicht)
Ferner Toskana-Karte 1: 200 000 für die Inseln und das Übersetzen.

3. kleiner Kartenkompass, dient als Winkelmesser.

4. Fernglas, Steiner Wildlife, in wasserdichter Lexan-Box am am Vorderdeck angelascht.

5. Entfernungsmesser für Karte, eigentlich genügt ja auch Zentimetermaß.

Was habe ich nicht: GPS, Navigationsbesteck.

Und sonst: Barometer, Thermometer, Uhr, Foto: Canon IXUS (APS) keine wasserdicht Verpackung.

So und unter Deck :

Schlafsack Vau De Snow Creek (Kunstfaser), 10 Jahre alt, schwer, voluminös, aber robust, nimmt Feuchtigkeit nicht übel, mit Fleece-Inlet hat im Dezember bis -7°C gereicht.

Isomatte: Gentic, zu dünn aber kompakt, Ventil ging flöten, habe jetzt ein Therm-a-Rest Ventil reingeklebt.

Zelt: Mc Kinley, ca. Bj. 1999, 200.- DM, etwa 2,3 Kg, hat bislang gereicht.

Kocher: Coleman F1 Gaskocher. Ist so schnell wie unser Küchenherd (handgestopt) und wiegt glaube ich um die 70 g.

Geschirr: Irgendwelches älteres Mc Kinley Zeugs, tuts aber.

Natürlich das gute Schweizer Armee Taschenmesser.

Tagebuch, Reiseführer, Neopren Paddelshirt, Long John, 1 Satz "Zivilklamotten", Turnschuhe, Think-pink Windstopper Jacke, Vau De Fleece Hemd, Trainingshose, T-Shirts, Taucherbrille, Schnorchel. Natürlich 3 wasserdichte Packsäcke.

Proviant: Lidl für 25.- Euro, viel Pasta, Bier, Apfelschorle, Mineralwasser für 3 Tage ohne Probleme untergebracht.
Auf Elba gebraucht: 19,50 Euro, davon 7,50 für eine Fotobatterie.

Was war überflüssig: Fernglas, Taucherbrille, Schnorchel, Entfernungsmesser.

Was hat gefehlt: Feuerzeug, Sonnencreme LZF 25 oder mehr. Hatte nur LZF 6, wasserdichte Fototasche oder gleich wasserdichte Digi-Cam.

War war essentiell: Gute Sonnenbrille.

Wie wars`: Ich vermisse Elba sehr, hätte noch lange weiterziehen können, vielleicht nächstes Jahr zu den "Perlen der Venus"...

(Die Schönheitsgöttin Venus soll an des schönsten Orten der Welt mit ihrer Perlenkette gespielt haben, wobei einige hinabfielen und die Inseln des toskanischen Archipels gebildet habe sollen, Elba, Capraia, Pianosa, Giglio, Monte Christo u.a.m. )

Sea You

Mark

Janaek
11.04.2005, 12:32
Hi Mark,
danke erstmal für die wirklich interessanten Infos.
Mit der Beschreibung deines Bootes hast du mich nicht gelangweilt, eher mein Interesse was Seekajaks betrifft noch erhöht.
Ich fahre selbst Slalom, habe aber auch schon Brandungspaddeln in der Nordsee gemacht. Aber so wie ich das sehe wird wohl früher oder später eine Seekajaktour fällig sein.
Allerdings hat deine (sehr ausfürliche) Beantwortung meiner Frage nur zu noch mehr Fragen geführt...
Erstmal, ist dein Paddel nicht extrem lang? Kann natürlich sein dass du ein Riese bist, aber bei 2,35m :o reißt man sich doch die Arme aus, oder?
Damit bin ich auch bei meiner zweiten Frage, wieviele Stunden kannst du am Stück paddeln, hast du eine besonders ermüdungsfreie Paddeltechnik?
Und wie kippelig ist denn dein Boot jetzt wirklich, ich fahre öfters mal Wildwasser-Rennboote, ist das vergleichbar?
Ausserdem interessiert mich ob du dein Boot (beladen/unbeladen) rollen kannst, und wenn wie schwierig das ist.
Meine vorletzte Frage betrifft die Navigation. Ich bin zwar nicht grade ein Virtuose auf dem Gebiet der Navigation auf See, hab aber den Küstensegelschein.
Meine Frage ist jetzt, kannst du mit deiner Ausrüstung spontan Kursänderungen durchführen? Ich kenne die Navigation halt nur mit Hilfe von Kursdreieck, du kannst doch dann auch nur auf Sicht paddeln, oder?
Und als letztes, ich habe den Artikel an dem du mitgearbeitet hast aus der Kanusport gelesen, war wirklich informativ und hat mein Sicherheitsdenken noch einmal bestätigt.
Wahrscheinlich wissen viele Paddler einfach nicht um die Risiken denen sie sich mitunter ausliefern.
Wenn ich nur daran denke das auf unserem heimischen Fluss im Sommer immer wieder Paddler ohne Helm unterwegs sind (bei einer Wassertiefe von oft weniger als einem halben Meter :bash: )...
Aber wenn man auf der See unterwegs ist, würde dann nicht eventuell ein Cowtail (http://www.soulboater.com/sbt2004/core/images/bilder/news/bungee/about1.jpg) bei einer Kenterung sehr sinnvoll sein?
Man müsste sich nicht mehr selbst an seinem Boot festhalten, zusätzlich ist das Ding ja echt keine teure Anschaffung...
so far,
Jan

Kajaking-Mark
15.04.2005, 15:00
Hi Janaek,

kann nur kurz antworten. Habe Fotos eingescannt, kann sie hier jedoch nicht posten, da man dazu einen URL-Link braucht. Kann mir jemand sagen wie ich Fotos von der Festplatte hier ins Forum bekomme ?


Zu Deinen Fragen: Paddellänge

Du hast recht, das Paddel ist zu lang, ich habe mich jedoch daran gewöhnt. Du weißt, daß Seekajakpaddel immer länger als WW-Paddel sind. Es gibt hier eine ausführliche Diskussion über die richtige Blattgröße und Länge:

http://www.seekajakforum.de/forum/read.php?1,14930,14941#msg-14941[/url]

Ich bin also theoretischer Verfechter kürzer Paddel mit kleinerer Blattgröße. Wie ich auf Vereinsfahrten gesehen habe, bin ich jedoch mit einer relativ geringen Schlagzahl unterwegs.
„ Das was man glaubt zu tun und das was man tatsächlich tut, ist häufig nicht dasselbe“ (Tiger Woods).

Ich bin mit 177 cm alles andere als ein Riese.
Kann ungefähr 6h am Stück paddeln. Hängt insbesondere vom Gegenwind ab. Zur Not geht’s auch länger. Häufig meldet sich ab 4 h meine linke Schulter. Kurze Pausen hlefen hier gut weiter.

Ich bin zugbenermaßen noch nie in einem Abfahrtsboot gepaddelt. Zur Vergleichbarkeit kann Dir im

http://www.seekajakforum.de/forum/list.php?1

z.B. Paul aus Bern sehr detailliert antworten.

„Kippligkeit“ ist so ein Riesenthema, das sehr komplex ist. Der Esplora ist eben insbesondere bei geflutetem Cockpit äußerst kipplig. Es gibt aber duchaus schnelle Seekajaks die auch mit voll geflutetem Cockpit unproblematisch zu paddeln sind, wie z.B. der P&H Sirius.
Zur Kippligkeit siehe auch hier:

http://www.kuestenkanuwandern.de/ausruest/041008.html

und hier:

http://www.kuestenkanuwandern.de/ausruest/041114.html


Zur Orientierung: Man kann und das habe ich auch schon im Nebel nach Kompasskursen gepaddelt. In einem Gebiet mit Strömungen und bei Windabdrift gibt es jedoch keine Möglichkeit die Abdrift exakt zu berechnen. Dann kommt es darauf an ob Du eine kleine Insel „treffen“ musst oder das Festland. Wäre ich darauf angewiesen eine kleine Insel zu treffen würde ich die 100.- Euro in ein GPS investieren. Die Jungs, die nach Helgoland paddeln (das ist eine andere Liga als ich) haben meist ein GPS dabei, auch wenn sie es eigentlich selten brauchen (betonnt). Kurswechsel sind möglich. Umkehren = + 180 °.
Die Kompasspeilung errechne ich mit meinem Wanderkompass. Den ich als Winkelmesser benutze.

Zum Cowtail: Zur Rettung verwendet die DgzRS sowieso eigenes Rettungsgeschirr. Aber Dein Boot ist Deine Rettungsinsel, deswegen achte darauf , dass Du Paddel und Boot niemals verlierst. Dies erreichst Du durch eine „Lifeline“.

Näheres findest Du hier:

http://www.kuestenkanuwandern.de/ausruest/041011.html

Als WW-Fahrer hast Du ja schon ein gutes Bootsgefühl und kannst eskimotieren. Ich bin ein unsicherer Eskimotierer, muß das diesen Sommer perfektionieren.

Also viel Spaß bei Deiner ersten Seekajaktour

Sea You

Mark [/url]

Werner
20.04.2005, 18:32
Hallo Mark

habe vor kurzem bei Deinem Namensvetter Mark Zimmermann in Bremen ein Welhopensä Kap Horn gekauft und war eben zwei Stunden auf dem Rhein. Habe nun Deinen Bericht gelesen... Gratuliere herzlich zu diesem schönen Trip! Das macht einen richtig gluschtig. Denke, ich werd mich diesen Sommer auch nochmals so richtig in der Rolle üben... :lol:
Herzliche Grüsse aus Schaffhausen
Werner

Kajaking-Mark
21.04.2005, 11:10
Hallo Werner,

gratuliere zu Deinem Seekajak, Wellhopensä wird ja in den meisten Diskusionen gelobt.
Ich wohne in Konstanz und arbeite in Gailingen. Bin auch schon von Konstanz nach Schaffhausen gepaddelt, sehr schöne Tour. Wenn Du mal Lust auf gemeinsames Bodenseepaddeln hast, gib mir doch Bescheid, würde mich freuen.

grüße Mark

Werner
24.04.2005, 20:11
Hallo Mark

Danke für die Einaldung. Mach' ich gerne. Freue mich, als Sekkajak-Rookie mit einem alten Hasen - oder muss ich sagen Seebär? - erste Erfahrungen sammeln zu dürfen... :D !

Werner