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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [UL] Daunen Quilt ohne Kammern



Schmusebaerchen
13.11.2013, 23:07
Bei der Recherche nach MYOG Quilts ist mir folgende Idee gekommen:

Statt durchgehenden Kammertrennwänden (H-Kammern) werden nur ganz kurze Stege von vielleicht ca 2cm Breite vernäht. Die Stege haben sowohl in Längs, als auch in Querrichtung den gleichen Abstand (z.B. Sommerquilt 5x5cm. Winterquilt 10x10cm).

Warum das ganze?
Hauptvorteil wäre in der Befüllung. Statt 15-30 Kammern einzeln zu berechnen, wiegen und mühselig zu befüllen, zwischendrin immer wieder anheften, damit keine Daunen raus kommen. So könnte man den Quilt fertig nähen, ein Loch von 10cm Breite lassen und die mengenmäßig passend bestellten Daunen in einem Zug rein "schütten".
Gleiches gilt dann, wenn die Daunen nach 10 Jahren hinüber sind. Bei der H-Kammer Methode müssen 200cm Naht aufgetrennt werden. Dann überlegt man sich, ob man nicht gleich alle Daunen tauscht. Bei der Methode ohne Kammern müssen nur wenige cm aufgetrennt werden, wodurch man sich evtl. überlegt: Erst Daunen nachfüllen, später Daunen tauschen. Die meisten hier werden wissen, wie mühselig es ist 200cm Naht zu trennen.

Außerdem bietet es wärmetechnische Vorteile. 1/5 weniger Trennmaterial, bedeutet weniger Kältebrücken. Die Durchsteppmethode wird plötzlich um ein vielfaches leistungsfähiger. Kommt zwar nicht an H-Kammer ran, aber doch ziemlich stark.
Viele Quilts haben einen Schnürzug an Kopf und Fußende. Die erste und letzte Kammer wird durch den Schnürzug extrem komprimiert. Ohne Trennwände würden sich die Daunen in Richtung Quiltmitte verschieben. Eine höhere Daunendichte, bessere Ausfüllung und sogar ein gewisser Grad der Kompensation von zu wenig Daunen könnte entgegen gewirkt werden. Also letztendlich eine bessere Regulierbarkeit der Temperatur.

Gewichtstechnisch wird es mit Abstandshaltern nicht viel bringen. Zwar wird weniger Material benötigt, dafür braucht man Material, welches an den Schnitträndern nicht ausfranst, also eher etwas in Richtung Schnur bzw. hauchdünnes Einfassband, statt Moskitonetz.

Ich dachte auch schon an die Gefahr, dass die Daunen verrutschen. Bei einer Jacke mag das kritisch sein, da hier die Kammern übereinander liegen. Die Daunen würden nach unten Sacken und es wäre an den Schultern kalt.
Beim Schlafsack/Quilt sind die Kammern quer angeordnet. Das heißt, wenn zu wenige Daunen in einer Kammer sind, so verrutschen sie zur Seite. Es gibt Schlafsäcke mit Längskammern im Brustbereich, aber das ist auch nur ein ganz kleiner Teil. Bei der Methode ohne Kammern verhindern die Abstandshalter, dass sich die Daunen alle im Fußbereich wiederfinden. Sorgen also für eine gleiche Dicke über den ganzen Quilt.
Sollten doch mal die Daunen verrutschen reicht ein schütteln zum Verteilen. Daher denke ich, dass das verrutschen nicht das Problem ist.


Vorteile:
-leichteres befüllen
-leichteres nachfüllen
-Schnürzüge an Kopf und Fuß erhöhen Daunendichte=Isolationszuwachs im ganzen Quilt
-weniger Kammertrennwand Material(=leichter)
-Isolationszuwachs besonders bei Durchsteppmethode

Nachteile:
-nicht ausfransendes Trennmaterial benötigt (=schwer)
-ein Riss kann zum totalen Daunenverlust führen, statt einer Kammer
-hohe punktuelle Belastung

Für Bettdecken gibt es das schon. Jedoch nur durchgesteppt, wie alle Daunenbettdecken. Und auch nur mit relativ langen Nähten.
http://wasserbett.home-garden24.de/daunekarostepp_o_kissen400.jpg


Was meint ihr?

Sarekmaniac
14.11.2013, 00:03
Vorteile:
-leichteres befüllen
Ja. Allerdings sind es bei einem Quilt eher 15 Kammern, keine 30. Der Befüllaufwand ist IMO nicht groß.


-leichteres nachfüllen
Ja. Aber ist das praxisrelevant? Wenn die Daune nach zehn Jahren platt ist, ist auch die Hülle nicht mehr die jüngste. Vermutlich wird man eh was neues nähen.


-Schnürzüge an Kopf und Fuß erhöhen Daunendichte=Isolationszuwachs im ganzen Quilt
Nur wenn man nach jeder veränderung am Schnürzug den Quilt aufschüttelt.

-weniger Kammertrennwand Material(=leichter)
Vertue dich nicht. rechne mal die lfm aus, längs und quer


-Isolationszuwachs besonders bei Durchsteppmethode
Ja, aber nur wenn man sehr kräftig und mit hochwertiger Daune befüllt. Ansonsten kann es bei so großen Flächen schnell große Kältebrücken geben.

Nachteile:
-nicht ausfransendes Trennmaterial benötigt (=schwer)
Seit wann franst Moskitonetz aus?


-ein Riss kann zum totalen Daunenverlust führen, statt einer Kammer
Stimmt

-hohe punktuelle Belastung
Stimmt, aber IMO nicht so praxisrelevant.


Einen Nachteil hast Du vergessen: IMO schwerer zu nähen, egal ob durchgesteppt oder mit Stegen. IMO müsste man durchsteppen, für eine ausreichende Halte-/"Bremswirkung" gegen das Verrutschen.

Schmusebaerchen
14.11.2013, 00:39
Der Gewichtsunterschied ist minimalst. Ist mir klar. Nur der Vollständigkeit halber. 50-100g hin oder her wären mir egal. Aber der Aufwand jede Kammer einzeln zu befüllen ist mir nicht egal.


IMO schwerer zu nähen
?
Man muss häufiger trennen, dafür aber weniger lange Strecken.


IMO müsste man durchsteppen, für eine ausreichende Halte-/"Bremswirkung" gegen das Verrutschen.
?
Sollte sich eigentlich verhalten, wie bei normalen Kammern, sprich: zu wenig Füllmaterial -> Daunen rutschen am Körper rechts und links runter = kalt. Ist genug Füllmaterial drin gibts keine Probleme. Federbetten haben keinen einzigen Trennsteg und funktionieren auch.


Also entnehme ich deinem Post: Du siehst keine gravierenden Probleme, aber auch keinen wirklichen Vorteil?

HaegarHH
14.11.2013, 08:48
Aber der Aufwand jede Kammer einzeln zu befüllen ist mir nicht egal.
Nach meiner Quilt-mit-Daunen-Befüllen-Katastrophe bis knapp vor dem Nervenzusammenbruch habe ich mir eigentlich geschworen, nie wieder Daune selber zu verarbeiten:ignore: …aber ich denke, die Probleme lagen NICHT an dem Unterschied einzelne Kammern voll zu stopfen, oder den ganzen Sack, sondern an ganz anderen Stellen :roll:



Federbetten haben keinen einzigen Trennsteg und funktionieren auch.
Hm, Federbetten kenne ich nur als sackschwere, riesen Federberge, die auf einem richtig lasten, moderne Daunen-Kasettendecken dagegen sind federleicht und haben deutlich angenehmeres Schlafklima. *ICH* würde mir keinen Quilt im Sinne eines Federbettes wünschen.



Du siehst keine gravierenden Probleme, aber auch keinen wirklichen Vorteil?
Ich würde wohl weiterhin die "klassische" Variante bevorzugen, aber gut, irgendeiner muss neue Ideen mal ausprobieren, freue mich dann schon auf Rückmeldungen von Dir aus der Praxis ;-)

Schmusebaerchen
06.10.2014, 22:44
Ich würde wohl weiterhin die "klassische" Variante bevorzugen, aber gut, irgendeiner muss neue Ideen mal ausprobieren, freue mich dann schon auf Rückmeldungen von Dir aus der Praxis ;-)

Genau.

4m Stoff, 350g Daunen und einen ausgedehnten Sonntag an Näharbeit später:

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/DSC05583_s.JPG (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=113883&title=quilt&cat=500)

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/DSC05603_s.JPG (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=113884&title=quilt&cat=500)

Material:
4,5m Nylon Tafetta 38g/m²
0,5m Moskitonetz 17g/m² (Verarbeitet wurden ca 21x150cm), statt der üblichen 2m
3m Gummiband
2 Kordellstopper
2x6m "Schlüppergummiband"
8x5cm Einfassband
und natürlich Daunen, 350g (250g geplant)

Eckdaten:
200x120/100cm
21 Pseudo Kammern
ca 200 Trennstege
ca 550g(die Skala der Waage geht nur bis 500g)
Loft Liegt zwischen 7 und 8cm. Eigentlich waren 5-6 geplant. Deswegen vermutlich zu wenig Daunen.

Verarbeitung:
Nach etlichen Versuchen, die 2cm Moskitonetz Streifen einzeln fest zu nähen und erbärmlichen Ergebnissen hinsichtlich Qualität und Stabilität, habe ich es einfach mal mit drüber nähen versucht. Und Voila ging perfekt. Der Nähaufwand ist damit nicht größer, als bei H-Kammern. Einzig das schneiden und auflegen der einzelnen Streifen dauert etwas länger. Sonst ist es identisch.

Befüllung:
Geht ausgezeichnet. Es wird ein ca 10cm breites Loch gelassen, der Quilt aufgehängt und die Daunen Stück für Stück rein gegeben. Ein Füllautomat(ich nenne es Trichtermethode) aus einem Müllsack ohne Boden reicht aus. Der Boden wird in den Quilt gesteckt, Daunenkissen und Arm in den Müllsack und den Müllsack oben zu ziehen. Nun kann man die Daunen durch den Trichter in den Quilt stopfen. Und nicht wie in anderen Füllmethoden, mit 5g Einheiten, sondern soviel, wie in die Hand passt. Oder sogar mehr, wenn man sie einfach nur rein schiebt. Mit der außen liegenden Hand können die Daunen durch den Quilt bewegt werden.
Zwischen Quilt und Trichter würde ich nächstes mal zukleben, da kamen ein paar Daunen raus. Aber nur ganz wenige, vielleicht 20 Stück. Das würde die Befüllung noch mal wesentlich beschleunigen.

Gimmicks:
Die Schnürzüge sind nicht am Ende angeordnet, sondern oben auf dem Quilt. Das hat 2 Gründe.
Bei der Fußbox wird mehr Material und Kammervolumen gerafft, dadurch existiert das Luftloch, wie man es von anderen Schnurzugquilts her kennt, bei diesem nicht mehr. Die Fußbox ist wirklich luftdicht verschlossen.
Am Kopfende drückt die oben liegende Schnürung die Daunen in die Hohlräume, welche Aufgrund der Anatomie des Körpers entstehen. Ein Gummiband kann nur runde Objekte dicht umschließen. Ein sich in alle Richtungen ausdehnender Stoff(Daune) füllt auch Senken und Zwischenräume aus.

Die Kordelstopper dienen gleichzeitig als Verschluss. Im anderen Ende ist dazu eine Schlaufe im Gummiband.
Im mittleren Bereich habe ich Schlüpfergummi verwendet. Warum? Dieser ist flach, gegenüber den typischen Gummibändern und daher angenehmer, wenn man drauf liegt. Außerdem war er noch in großen Mengen vorhanden. Verschluss wurde keiner verwendet, einfach nur Knoten. Die Bänder sieht man auf dem oberen Bild, rechts vom Quilt.

Test:
Abends bei ca 12°C hatt ich ihn gestaucht(dadurch unfreiwillig mehr Loft) nur auf den Beinen liegen.....aber nur 5min. Dann wurd es zu warm.
In der Nacht immerhin 7°C. Baumwoll T-shirt und lange Unterhose, sowie dünne Socken waren völlig ausreichend. Ich hatte zwar noch ein Inlett dabei, aber das hat mehr gekühlt, als isoliert. Schnürzüge waren bis auf die Fußbox alle offen.
den Kontakt mit dem nassen Außezelt hat er gut weggesteckt. Beim Kontakt hat man die Kälte gespürt, aber noch lange nicht im unangenehmen Bereich ....am Tarptent muss also nachgebessert werden.

Ich denke die 0°C wird er schaffen. Und mit 133g/m² Primaloft auch die Angestrebte Notreserve von -5°C. Unter 0°C kommt ein Winterschlafsack zum Einsatz, welcher durch den Quilt ergänzt werden kann. Ist aber bisher beim Trockentest geblieben.

Zuletzt hatte ich für den Herbstbereich einen 1800g schweren ca 15 Jahre alten Kufa Schlafsack. Bei dem war aber bei +7°C Schluss. Für 0°C musste dann Fleecejacke und Kufaweste oder noch mehr mit rein. -1250g und wärmer, für mich hat es sich gelohnt.

Vergleich zu Vorüberlegungen:
-leichteres befüllen
Trotz der 21 Kammern sehr einfach. Ich habe zwar keinen Vergleich zu einem H-Kammer Quilt, stelle es mir aber aufwändiger und Nervenaufreibender vor.

-leichteres nachfüllen
Ja. Und auch schon genutzt. 250g hat sich als zu wenig erwiesen. Also "nur" 10cm auftrennen, statt 200cm. 100g Daunen einfüllen, 10cm zunähen. Kein Abwiegen oder sonstiges.

-Schnürzüge an Kopf und Fuß erhöhen Daunendichte=Isolationszuwachs im ganzen Quilt
Ja. Der Quilt ist immer noch nicht prall gefüllt(ist da ein schwarzes Loch drin?). Durch die Schnürung ist er im Benutzungsbereiten Zustand richtig prall. Aufschütteln habe ich nicht so drauf geachtet. Ist mir also nicht negativ aufgefallen.

-weniger Kammertrennwand Material(=leichter)
Rechnerisch sind es ca 30g weniger. :grins:
Bei einem Winterschlafsack wäre prozentual wesentlich mehr Ersparnis drin.

-Isolationszuwachs besonders bei Durchsteppmethode
Im Nachhinein wüsste ich nicht, wie man die Durchsteppmethode umsetzen könnte. Gerade da hätte ich mir Vorteile erhofft.
Bei der Trennstreifenmethode(Pseudo H-Kammer) ist der Zuwachs an Isolation im Bild ersichtlich. Die Trennwände als dünnste Stelle wurden hier um 80% reduziert, gegenüber einer klassischem H-Kammer. Dadurch weniger Kältebrücken durch weniger Kammertrennwandmaterial und höhere durchschnittliche Loftdicke, bei gleicher Kammertrennwandhöhe. Setzt natürlich mehr Daunen voraus.

-ein Riss kann zum totalen Daunenverlust führen, statt einer Kammer
"Stimmt" natürlich immer noch

-hohe punktuelle Belastung
Bedenken konnte ich ausräumen. 2cm Naht und 2cm Moskitonetz halten ne Menge aus. Für einen nicht sehr beanspruchten Gegenstand, wie einen Schlafsack völlig ausreichend. Beim Stopfen wurden diese Stellen wesentlich stärker belastet, als beim Praxiseinsatz.


Einen Nachteil hast Du vergessen: IMO schwerer zu nähen, egal ob durchgesteppt oder mit Stegen. IMO müsste man durchsteppen, für eine ausreichende Halte-/"Bremswirkung" gegen das Verrutschen.
Schwerer zu nähen, siehe weiter oben.
Das mit der Halte bzw Bremswirkung kann ich nicht bestätigen. Ich habe es nicht wirklich geschafft eine größere Menge Daunen in einen Bereich des Quilts zu bekommen. Ich musst dafür von Außen durch mehrere Kammern hindurch greifen und die Daunen zurück ziehen. Hat man genug erwischt, bildet sich ein Klumpen, der sich eingeengt von den 4 umgebenden Stegen nicht mehr bewegen kann. Das ist mir beim Stopfen ab und zu zum Verhängis geworden. Bei der normalen Benutzung sind die Daunen im ganzen Quilt verteilt. Abgesehen von dem fehlenden Liter Daunen. Der Rest verteilt sich schön gleichmäßig.

JonasB
07.10.2014, 09:48
YEA!

Ich muss auch mal an mein Quilt Experiment dran (2 Lagen KuFa Füllung: 1. Climashield versteppt, 2. Primaloft Synergy frei eingehängt.)

HaegarHH
07.10.2014, 10:34
Schicke Arbeit :bg:



Ich habe für mich am letzten Wochenende erkannt, dass ich wohl

a) meinen Quilt umarbeiten muss :roll:

und noch viel wichtiger

b) mir bei Valeriu endlich einen Praktikus bestellen sollte :roll:


Ich habe mir ja ein Spannlaken für meine SynMat genäht, daran umlaufend ein Band tlw. gesteppt und verbinde den Quilt mit kleinen Schlaufen so mit dem Laken. Grund der Überlegung war damals eine flexiblere Aufhängung, weil halt die Knopflöcher im Quiltrand sehr fragil wirk(t)en. Das gibt halt auch die Möglichkeit, dass ich recht flexibel den Quilt befestigen kann und an entsprechenden Stellen lose verwenden kann. DAS hat z. B. vor 4 Jahren in der Schweiz auch noch bei -3° Nachts super funktioniert, auf einer SynMat 7 LW und mit ca. 650g Daune in dem (riesen) Quilt.

In den beiden Nächten waren es ca. 8° bzw. 3-5° und es war mir einfach ungemütlich, trotz 200er Merinounterwäsche in lang. Irgendwie direkt unter dem Quilt habe ich nicht gefroren, aber ich war ständig wach, weil es irgendwo reinzog, trotz maximaler Verbindung. Der Quilt ist mir SO auch einfach viel zu groß, also ich denke im oberen Bereich könnten locker 30-50cm Breit weg. Auch dadurch zog es überall rein und im Bereich Schulter / Kopf war es trotz Raffung auch einfach zu offen. Ich merke, dass durch mein extremes Abnehmen, mein Wärmeempfinden sich drastisch geändert hat.


Problem bei den Änderungen, ich habe mit richtigen Stegen gearbeitet, auch die Seiten habe ich mit Streifen verschlossen, das ganze tlw. auch unter Zeitdruck und handwerklich sicherlich nicht sauber, von schön gar nicht zu reden. Ich könnte mir jetzt vorstellen, einfach zu versuchen die Daunen so gut es geht in die Mitte zu bekommen und an den Seiten einen entsprechenden Bereich abzusteppen und dabei auf den Steg verzichten. Dann abschneiden und aus dem Rest einen neuen Rand aufbauen. Allerdings habe ich damit den Kopf / Schulterbereich nicht gelöst.

Schmusebaerchen
07.10.2014, 16:23
Ich hab den Saum nach Außen gelegt. Mag zwar nicht so schick aussehen, aber ist mir beim Schlafen recht egal.

Das ist einerseits wesentlich einfacher zu fertigen und auf der anderen Seite kann man nachträglich annähen, was man möchte(Laschen, RV, Klett, ...)

Bei mir sind es je 4 Saumband Abspannpunkte an den langen Seiten. So wie man es von Tarps kennt. Das ist so robust, dass ich den Quilt zur Lagerung daran aufhänge. 2 mal gefaltet, 2 Karabiner und gut.

Druckknöpfe und Ösen mag ich nicht besonders. Es tut weh, wenn man sich drauf legt und verletzen das Material stärker, als bei einer angenähten Lasche.

Das Problem mit dem rein ziehen kenne ich von Schlafsäcken. Ein Wärmekragen funktioniert mit innenliegendem Schnürzug nur minimal. Bei prallem Wärmekragen erübrigt sich der Schnürzug.
Bei meinem Quilt habe ich das mit dem außen liegenden und zur Mitte versetzten Schnürzug berücksichtigt. Kann man per Hand nachträglich anbringen. Muss ja nicht über die ganze Breite sein. Alle 25cm eine Schlaufe annähen und da das Gummiband durch sollte bereits funktionieren.

Durch die 2x4 Abspannpunkte kann ich die Breite frei verstellen. Von flach liegend, bis unten komplett geschlossen(also fast schon Schlafsack Konfort, dürften aber die Maße etwas zu klein sein). Isomatte einschieben wäre auch möglich, dürfte Isolationstechnisch die schlechteste Lösung sein, weil der Quilt an den Seiten auf dem kalten Boden aufliegt und das Loch am Kopf noch schwieriger zu stopfen ist.

Ansonsten...Schal, hilft immer.

Linnaeus
07.10.2014, 19:15
Toll! Macht Mut, das auch als "Näh-Legastheniker" mal zu probieren.

Wäre schön, wenn du noch ein paar Detailfotos bringen könntest.

Frage mich z.B., wie/ob du die Seiten gemacht hast. (Extra-Streifen Stoff oder Ober-/Unterseite eine "Loftlänge"umklappen ...?)

VG

Schmusebaerchen
07.10.2014, 20:33
Die Anforderungen des Projekts waren, den Minimal-Ausrüstungsgegenstand "Quilt" mit minimalem Aufwand herzustellen.
Von daher wirst du auf Detailfotos auch nicht viel mehr sehen und beantwortet bereits die Frage.

Trotzdem:
https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/DSC05677_s.JPG (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=114010&title=quilt&cat=500)
Da sind jetzt sämtliche Details drauf.
-Oben: Saum(Vorder und Rückseite)
-Oben: Abspannpunkt aus Saumband
-Rechts: Kein Saum an Kopfseite(4m Stoff in der Mitte gefaltet)
-Unten: Schnürzug für den Kopf auf Quiltoberseite und in die Mitte eingerückt. Tanka ist nur auf der einen Seite. Schlaufe im Gummiband auf beiden Seiten. Fußbereich wurde identisch gemacht, jedoch nur 5 statt 10cm eingerückt(siehe Foto wo der ganze Quilt drauf ist).

Der Rand ist ein einfacher Saum....Ober und Unterseite zusammen heften(wers kann auch ohne heften), 2 mal eindrehen und 2 Nähte durch.

Ein Randstreifen wäre wieder viel mehr Aufwand und Gewicht. Mir ergibt sich auch kein Sinn so etwas zu machen. Diese Methode wäre als Kopfloch sinnvoll, wenn man den Quilt als Jacke benutzen möchte. Aber ansonsten...
Eine umlaufende Randkammer(ich glaube Sarekmaniac wars) ist zwar schick, aber obs was bringt...Außerdem bei dieser Kammerkonstruktionsmethode bereits automatisch integriert.

Linnaeus
08.10.2014, 18:57
Ja, danke dir.

Keep it simple - super umgesetzt.

Kannst du noch sagen, welche Daune du verwendet hast?

Schmusebaerchen
08.10.2014, 19:25
Da hab ich tatsächlich ne Angabe unterschlagen :motz:

860cuin von Extremtextil....war lustig mit nem durchsichtigen Sack Daunen durch Dresden zu spazieren :bg:

Linnaeus
08.10.2014, 19:48
Ui, ui, ui, wenn du den Sack aufgemacht hättest ... ich wage nicht, es mir vorzustellen :bg:

RobinHook
15.10.2014, 18:33
Genau.
-leichteres nachfüllen
Ja. Und auch schon genutzt. 250g hat sich als zu wenig erwiesen. Also "nur" 10cm auftrennen, statt 200cm. 100g Daunen einfüllen, 10cm zunähen. Kein Abwiegen oder sonstiges.

Du hattest ja weiter oben schon mal geschrieben, dass du mit 250g geplant hattest. Darf ich mal fragen, wie hoch deine Stege sind? Auf dem Foto kann man das nicht so gut erkennen, aber nach 4 Zentimetern sieht das schon fast aus. War das dann letzten Endes auch der Grund dafür, dass mehr Daunen reingepasst haben als du ursprünglich annahmst?

Ansonsten: tolles Projekt, verständlich und anschaulich dargestellt. Da werde ich mich wohl demnächst auch mal rantrauen.

Schmusebaerchen
15.10.2014, 22:41
1. Sie sollten 5cm sein(siehe Text). Weil das angeblich richtig wäre für 0°C. Mit Kufaweste wollte ich dann die geforderten -5°C erreichen.
Tatsächlich ist es zwischen 4,5(eher 5) bis 6cm geworden, wobei der Mittelwert bei ca 5,5cm(grob geschätzt) liegen dürfte.

2. Ich habe das Volumen aus der CUIN Zahl berechnet. Dabei die Kammerhöhe genommen. Es kamen halt genau 250g raus, wie von Extex verkauft. Da hab ich es so genommen.
->Die CUIN Zahl könnte ein geschönter Wert sein.
->Kammerhöhe entspricht bei weitem nicht dem Volumen, denn der Loft liegt bei 7-8cm.

3. Ich vermute durch die I-Kammer Konstruktion passt mehr rein, als bei einer H-Kammer. Kommt aber nicht zum Tragen, da er selbst jetzt noch nicht voll ist(siehe Foto). Im Schlafsackmodus sind die Kammern etwas praller.

4. Auf einem neueren Foto sehen die Kammern besser gefüllt aus. Vielleicht haben die Daunen ein ganzes Stück gebraucht, um ihren kompletten Loft zu entfalten.

Aber das alles habe ich ziemlich locker genommen, da es sehr einfach war, Daunen zu ergänzen. Hat ca 1-2h gedauert(20cm Naht auftrennen, 100g per Hand ohne Füllautomat reinstopfen, zunähen).

Auf die Temperaturen bin ich noch gespannt. 0°C werde ich wohl locker erreichen.

wilbert
16.10.2014, 08:34
meine erfahrung mit dem füllvolumen von daunen ist, dass eine füllmenge die gerade mal die kammern ausfüllt, in der praxis zu gering ist. bedingt durch die federn-daunenmischung, die kammerkonstruktion, feuchtigkeit, usw. kann es zu ungleichmäßiger verteilung der daunen kommen. die kammern wirken dann nicht mehr angemessen gefüllt, und es entstehen kältezonen mit zu wenig volumen. der ganze schlafsack / quilt wirkt lapping und schlaff.
um das zu vermeiden kann man sich entweder gleich beim füllen einen overfill holen oder schüttelt die daunen bei bedarf in oberen kammern.
bei meinem cumulus comforter packe ich einfach die decke an den längsseiten und schüttle mir meinen extra loft in die mitte. das funzt natürlich nur bei offenen kammersystemen.

für die berechung vom t-limit- und t-komfortwert, bin ich bisher von diesen formeln ausgegangen.

t-limit = 17,5 - (3,5 x loft : 2)

t-komfort = 23,5 - (3,5 x loft : 2) dieser ist für mich relevant, da ich eher kälteempfindlich bin.

da diese formel für schlafsacke entwickelt worden ist, (daher loft : 2) ist die übertragung auf einen quilt, mit offenen kammern interpretationssache.
die aussagen von solchen berechungen sind natürlich graue theorie, aber geben wenigstens einen groben anhaltspunkt.

lg. -wilbert-


… übrigens, ein sehr innovatives quiltprojekt von dir!

RobinHook
17.10.2014, 17:16
Es gibt da noch etwas, was ich nicht so ganz verstehe: "Loft" ist ja nicht identisch mit "Steghöhe", d. h. bei einer Steghöhe von sagen wir mal 3 cm liegt der Loft ja wahrscheinlich eher so bei 5 bis 6 cm, oder sehe ich das falsch? Wie kann ich denn dann berechnen, wieviel g Daunen ich brauche, um das Teil zu füllen? Sorry für die Fragerei, aber ich habe gerade auch sowas in Planung...

Schmusebaerchen
17.10.2014, 22:41
@wilbert: Die gleiche Formel habe ich auch verwendet.

Ich versuche gerade noch einen anderen Weg, mit Hilfe dieser Tabelle:
http://travel.org.ua/forums/viewtopic.php?t=40043&start=15
CLO Tabelle musste ich mir leider selbst aufstellen, weil ich keine offizielle gefunden habe. Die von Extremtextil scheint falsch zu sein.
Damit komme ich für 850cuin auf gerade mal 3,36cm....bischen wenig.

Ich werde einfach etwas abwarten. Nachfüllen ist ja kein Problem.

@RobinHook: Das wäre eine klassische Schulaufgabe.
Hintergrund:
-Daunen dehnen sich in alle Richtungen aus.
-Stoff passt sich mit der Form an
-Kreise haben die größte Fläche, bei kleinstem Umfang(wir bleiben einfachheithalber bei 2D(X;Y), für das Volumen, mit der Kammerlänge multiplizieren)
Ergo: Maximalwertberechnung
geg:
-Länge ist durch den Stoff gegeben
-seitliche Begrenzung, durch senkrechte in der Länge begrenzte Kammertrennwände(macht das ganze einfacher)
-oben und unten muss etwas kreisförmiges heraus kommen
ges:
-maximales Volumen in Abhängigkeit des Abstandes zwischen den Kammertrennwänden
Rechnung
Gleichungen sollten in jedem Schultafelwerk stehen:
A(Bogen)=1/2[r(b-s)+s*h]
s=2r*sin(a/2)
h=2r*sin²(a/4)
A(Kammer ohne Bogen)=s*k/2
Beide Flächen addieren*2 rechnen(damit ganzer Quilt draus wird) und r(Radius), h(Abschnittshöhe) ersetzen.

Wenn ich mich nicht verrechnet habe, kommt folgendes raus:
A=-s²/(2*sin(a/2)+s*[2*sin(a/2)*sin²(a/4)+1/(2*sin(a/2))+k+b/(2*sin(a/2))]
s=Kammerbreite bei maximalem Volumen(Fläche) -> muss ermittelt werden
k=Kammertrennwandhöhe -> entsprechend des Quilts eintragen
b=Stoff der Hülle zwischen 2 Kammertrennwänden(meist als Kammerbreite bezeichnet) -> entsprechend des Quilts eintragen
a=....ist ein Winkel, den ich nicht eliminieren konnte. Also entweder man macht daraus eine Extremwertaufgabe 2. Grades(keine Schulmathe mehr, aber sehr einfach) oder gib die Formel in ein Tabellenkalkulationsprogramm(Excel) ein. Spalten für Kammerbreite(s), Zeilen für Winkel(a) und gibst Werte vor.
s-> 0 bis b(Stoffbreite)
a-> 0 bis 180°
Aus der entstandenen Tabelle kannst du dann die maximale Querschnittsfläche entnehmen(oder du baust dir noch eine automatische Ermittlung ein).
Diese Fläche multiplizierst du mit der mittleren Kammerlänge(geht auch schön per Excel) und hast damit dein sehr exaktes Volumen(vorausgesetzt, ich habe mich nicht verechnet oder eine Annahme ist falsch).

Oder
Du nimmst einen geschätzten Wert an. Bei mir sind es 5cm Kammern und 7-8cm Loft. Sind ~50% mehr. Mittelwert(wegen Volumenberechnung) wird bei ca 25% liegen. Also Volumen = ~6,25cm*Quiltfläche.

Christian Wagner
18.10.2014, 08:12
Hatte vor einigen Jahrten Mal was aehnliches versucht.

http://www.backpackinglight.com/cgi-bin/backpackinglight/forums/thread_display.html?forum_thread_id=2801

Dabei hatte ich keine Stege verwendet, sondern einfach durch Ober- und Unterseite durchgenaeht.

Da die Daune in der Nacht von der Oberseite runtergerutscht ist hatte ich auf der Seite noch zusaetzliche Naehpunkte angebracht. Dadurch kann sich die Daune nicht mehr so leicht zur Seite verkruemeln. Hat eigentlich recht gut funktioniert. Wenn dein Quilt zu viel Zugluft hat, dann eher nicht die Breite verringern. evtl. lieber die Fixpunkte an der Isomatte weglassen. Dann kann sich der Quilt besser an den Koerper anlegen. Zuhause klappt das ja mit einer normalen Decke auch.

Den Kragenteil hatte ich mit Schnuerzug versehen und an den Ecken Druckknoepfe zum verbinden angebracht, so das die Oberkante des Quilts den Hals komplett umschlossen hatte. War eigentlich recht Zugluftfrei.

HTH,
Christian

Schmusebaerchen
18.10.2014, 10:10
Das ist interessant.

Wie hast du die Nahtpunkte gemacht?
Bei meinen Überlegungen bin ich gerade da, dass kleine Kreise besser für den Stoff ist, da sich die Last des Fadens auf die Fläche verteilt, jedoch großflächige Kältebrücken entstehen.
Bei 2cm hin und her nähen hatte ich danach Löcher an den Wendestellen, durch die Fadenspannung.

Die Nahtpunkte sehen bei dir absolut willkürlich gesetzt aus. Mit großen und kleinen Pseudokammern. Könnte evtl. daher das verrutschen der Daunen bei dir kommen?
Ich hatte bisher keine Probleme mit verrutschten Daunen. Im Schlafsackmodus ist er aber auch so gut wie komplett ausgefüllt. Da könnte nur schwer etwas nach unten rutschen. Wie gesagt, lagere ich ihn hängend und da sind quer gesehen nur wenige cm oben daunenfrei. Wenn man das im normalen Nutzungsmodus betrachtet, wo eine Fläche oben ist, wird da nicht mehr als 0,5-1cm fehlen. Ich denke bei 7-8cm ist das vernachlässigbar.

Richtig Zugluft konnte ich noch nicht testen. Dann würde ich die Fixpunkte am Quilt auf ca 20-30cm Breite zusammenknoten. Und mich reinlegen. Durch das Gummiband zieht sich der Quilt breit, wie diese Flex Schlafsäcke von Deuter, bzw zieht es die Ränder unter meinen Körper und dichtet damit komplett ab. Rechts und Links liege ich dann etwas auf dem Rand des Quilts. Isomatte kommt nicht mit rein.
Der Halsabschluss schließt bei meinem auch komplett und hat sogar noch einen Kragen.
Normalerweise schlafe ich im Schlafsack mit Fleecejacke, wenn es Grenzwertig wird, dann ist das Thema Zugluft nicht mehr so schlimm.

Christian Wagner
18.10.2014, 22:02
Die Naehpunkte habe ich einfach mit der Hand gemacht. Es spielte sich so auf 0,5 bis 1 qcm ab. Der Stoff ist Pertex Microlight (so ca. 39 gr/m2 wenn ich mich recht erinnere). Ist also nicht superleicht. aber doch noch tragbar. So lange keine grossen Lasten auf die Nahtpunkte kommen sehe ich eigentlich keine Probleme. Grosse Flaechen sind wie du schon sagtest eben rechte Kaeltebruecken. Dann kann man ja schon fast wieder lange Reihen durchsteppen.

Die Naehpunkte sind schon sehr regelmaessig angeordnet. Ich denke so alle 20 cm, habe aber den Quilt nicht da um das nach zu messen.

Ich hatte so weit ich mich erinnern kann nur noch recht wenig Daunen uebrig. Deshalb ist nur gerade eben ausreichend viel Daune in der Decke (max. Loft so 4-5 cm). Im Laufe der Nacht rutscht die Daune dann zu den Seiten und man hat oben dann eben ueberhaupt keine Daune mehr- da wird es dann auch in warmen Naechten manchmal ungemuetlich. Ich habe deshalb dann nachtraeglich in die Mitte zwischen die aeusseren Naehpunkte eben noch welche zusaetzlich gesetzt. Danach war fuer den Platz genuegend Daune in der Decke und schon war die Nacht wieder warm.

HTH,
Christian

Schmusebaerchen
18.10.2014, 22:23
Musst du nicht nachmessen.

20cm bedeutet, dass bei maximalem Volumen die Kammern 12cm dick sein könnten. Ist einiges mehr an Volumen, als ca 17cm Breite und 5cm Höhe(Lofthöhe). Da hast du recht, das ist ein bischen mager.

Bei mir sind es 10cm Kammerbreite zu 5-6cm Kammertrennwandhöhe, bzw 9cm gefüllte Kammerbreite zu 7-8cm Lofthöhe.
Ein größeres Verhältnis, als 1:2 würde ich nur bei durchgesteppt verwenden... und halt ordentlich befüllt.

RobinHook
19.10.2014, 20:31
Danke für deine ausführliche Rechenwegserläuterung, Schmusebaerchen :)

Schmusebaerchen
19.10.2014, 22:54
Willst du das für deinen Quilt etwa wirklich berechnen? :o

Ich hab das eigentlich als "Just for Fun" gemacht. :D

RobinHook
19.10.2014, 23:40
Nee, es hat mir noch jemand einen etwas einfacheren Rechenweg mittels Steghöhe und cuin erklärt :bg: Ich hab' mir damit ein ungefähres Volumen ausgerechnet, mit dem ich auch dann noch halbwegs im geplanten Gewichtsbereich lande, wenn am Ende 50 Prozent mehr Daunen reinpassen. Aber ich plane, deine "Streifen statt Kammern"-Variante nachzunähen, die gefällt mir nämlich wirklich gut! Wollte mich aber trotzdem für deine ausführliche Antwort bedanken, denn das schüttelt man ja auch nicht in einer Minute aus dem Ärmel. Und wer weiß, für wie viele Leute das noch sehr nützlich sein wird :)

Linnaeus
20.10.2014, 15:48
... einen etwas einfacheren Rechenweg mittels Steghöhe und cuin ...

Lass hören! :o

Schmusebaerchen
20.10.2014, 16:32
Du musst doch nur CUIN umwandeln.
CUIN=CUbic INch per oz.

Inch und oz (sowie auch CUIN) findest du im Internet.

Quiltgrundfläche*Kammerhöhe ist das Volumen.
Volumen/CUIN*Umrechnungsfaktor = Daunenmasse

Da ein bisschen drauf schlagen für die Wölbungen.

Die Berechnung steht glaube auch im ODS Wiki zum MYOG Quilt.

RobinHook
20.10.2014, 23:00
Ich hab's jetzt so gerechnet:

Maße meiner Decke 1,20 x 1,80, Steghöhe 3 cm

1,20 x 1,80 x 0,03 = 0,065 m³ = 65l

Füllung 860 cuin (= 860in³ = 14,1l / 1 oz = 28,4g) (so steht's ja auch hier im wiki)

28,4 : 14,1 = 2,05 g Daune pro Liter Volumen

2,05 x 65 = 133,25 g Daunen

Wenn am Ende 150 - 160 reinpassen, ist das auch noch okay. Mehr sollte es allerdings nicht werden.

Schmusebaerchen
21.10.2014, 14:15
Kannst du bitte ein Semikolon oder Komma statt einem Schrägstrich schreiben. Schrägstrich ist Division.
inch³ = g hat bei mir im Kopf irgendwie nicht so richtig Sinn ergeben :bg:

RobinHook
21.10.2014, 14:26
Aye, Sir! :bg:

Hatte ich schon erwähnt, dass Mathe noch nie so meins war? :roll: Sind denn sonst noch Fehler in meiner Rechnerei?

Schmusebaerchen
21.10.2014, 18:15
Hab keinen Fehler entdecken können.

Zum Vergleich:
Bei der Größe: 200x120/100x5,5 cm kommen 121l und 248g Daunen raus. Also das Doppelte.
Jetzt sind 350g drin und er ist gerade so ausreichend prall. Sind 40% mehr.

Macht bei deinem 187g.
Hier muss man meine Fehleranalyse mit einbeziehen. Also je nach Kammerbreite zu Dicke Verhältnis, Randpartie und Verarbeitungstoleranz könnten auch 160g reichen. Würde aber abschätzen(so viel Erfahrung habe ich damit ja auch nicht), dass das zu wenig wird.

Christian Wagner
22.10.2014, 09:37
Vor einigen Jahren noch hies es das es 800er Daune so gut wie nirgendwo auf der Welt gibt. Nun, ca. 10 Werbe- und Marketingjahre weiter haben alle Hersteller die etwas auf sich halten 900er Daune im Angebot. Eine neue Gaenseart haben sie meines Wissens nicht entdeckt - WTF. Der Fehler liegt wahrscheinlich nicht in deiner Berechnung, sondern eher im nicht vorhandenen Wahrheitsgehalt der Produktspezifikation.

Schmusebaerchen
22.10.2014, 16:06
Es gibt die Möglichkeit Daunen nach ihrer Bauschkraft zu sortieren. Das ist noch nicht mal all zu aufwändig, aber der Ausschuss an schlechten Daunen treibt den Preis in die Höhe.

Aber bis wohin das geht...

Ich vermute das als einen der Gründe.
Meine erste Berechnung war viel zu optimistisch. Meine zweite mit 350g hätte eigentlich reichen müssen.

Ist bei einem Schnürzug Quilt auch nicht so schlimm. So kann ich der Daune bei der Lagerung richtig viel Platz geben und bei der Benutzung wird durch das zusammengezogene Fußteil das Volumen kleiner.

Schmusebaerchen
26.12.2014, 23:21
Praxiserfahrung:
Ich hab so gut geschlafen, dass ich es verpennt habe zum kältesten Zeitpunkt ans Thermometer zu schauen.
Früh hat meins +2°C angezeigt. Von anderen hörte ich etwas von weißen Dächern.

Testbedingungen:
Alumatte und dicke Schaumstoffmatte auf Terrassenplatten...war von Unten immer mal etwas kalt.
Baumwoll T-shirt, Hose, dicke Socken, Schal, Schlafsack Liner aus Synthetik und Reserveschlafsack als Kopfkissen.
Feucht(Regen) und windig.

Also rund 0°C bei ca 550g Quiltgewicht(leichter als Cumlus 350 Quilt! bei gleicher Daunenmenge und Temperaturrating).
Vielleicht geht auch noch mehr. Es ist an den Seiten rein gezogen, weil ich ihn nicht so gut fest gemacht habe. Nur lose drüber gelegt. Und halt von Unten, weil ich keine dicke Isomatte in den Garten schleppen wollte.


Das Verrutschen der Daunen konnte ich bis jetzt nicht feststellen. Und da der Quilt bis 0°C geht, wofür er geplant war, ist mir das auch recht egal. Projekt vollständig gelungen würde ich mal sagen :bg:

Linnaeus
29.12.2014, 12:58
Super! Danke für den Erfahrungsbericht!

Freierfall
24.03.2015, 16:56
http://www.backpackinglight.com/cgi-bin/backpackinglight/forums/thread_display.html?forum_thread_id=98841 << hier hat übrigens auch jemand so einen Quilt mit nicht durchgehenden Stegen gebaut. Für die, die's interessiert.

Schmusebaerchen
26.03.2015, 18:53
Interessant. Dort wurde mehr in Richtung Kammern bzw bettdeckenartig gebaut.

Bei Vorabversuchen hatte ich große Probleme, dass bei mir der Stoff an den Vernähpunkten gerafft wurde und der Faden Löcher ins Obermaterial gezogen hat. Deswegen habe ich komplett durch genäht und bloß sporadisch Stegematerial eingefügt.
Nur so als Hinweis, falls es jemand nachbauen möchte.

RobinHook
09.10.2015, 16:52
So, ich hab's getan - und bin auch schon 2 Wochen mit ihm unterwegs gewesen :bg:

Außenmaterial ist daunendichtes Nylon-Taffeta (38g/m²), Innenseite grau, Außenseite schwarz; die Stege hab' ich auch aus dem Taffeta gemacht. Gefüllt mit 200 g 700cuin-Daune. 1,25m Schnur im Tunnel der Fußbox, in der Mitte mit ein paar Handstichen fixiert, damit ich keine Kordelstopper brauche.

Maße: 1,80 x 1,20; Steghöhe: 3cm
Gewicht: 415g

Und da Bilder mehr als tausend Worte sagen:

Markieren der Nahtlinien und Stegpunkte:

https://www.outdoorseiten.net/fotos/uploads/28259/dq_2.jpg

Fertig aufgenähte Stege auf einer Seite:

https://www.outdoorseiten.net/fotos/uploads/28259/dq_4.jpg

Verbinden von Außen- und Innenseite:

https://www.outdoorseiten.net/fotos/uploads/28259/dq_6.jpg

Fertig:

https://www.outdoorseiten.net/fotos/uploads/28259/dq_12.jpg

Nach dem ersten "Härtetest" kann ich sagen, dass er meinen (leicht, kleines Packmaß, hauptsächlich als Decke zum Schlafen in geschlossenen Räumen gedacht) Ansprüchen gerecht wurde. Hat sich für mich also gelohnt :bg:

Linnaeus
09.10.2015, 17:09
Dickes Lob! (Das steht auch auf meiner ToDo-Liste ... )

Darf ich fragen, ...
- für welche Körpergröße die Decke angefertigt ist?
- ob die Daunenmenge zum Volumen passt?
- und bei welcher Temp du die Decke eingesetzt hast? (Bitte mit Angabe, ob im Zelt oder draußen!)
edit: Sehe gerade, dass du bevorzugt indoors schläfst.

Danke & lg

fw2
10.10.2015, 01:48
Sieht echt gut aus!

RobinHook
11.10.2015, 10:41
für welche Körpergröße die Decke angefertigt ist?

1,65



ob die Daunenmenge zum Volumen passt?

für mein Empfinden: ja



und bei welcher Temp du die Decke eingesetzt hast? (Bitte mit Angabe, ob im Zelt oder draußen!)
edit: Sehe gerade, dass du bevorzugt indoors schläfst.

Dieses Teil ist - in Kombination mit einem Seiden-Inlett - speziell zum Schlafen in Herbergen (Jakobswege) gedacht. Das fühlt sich schlaftechnisch schon sehr viel mehr nach "Bett" an, als der zuvor immer genutzte 850g-Mumienschlafsack. Ob er warm genug wäre, wenn die Temperatur unter 10 Grad sinken würde, weiß ich nicht. Das werde ich diesen Winter mal zu Hause ausprobieren :bg:

Linnaeus
11.10.2015, 10:45
Tu das mal! Versuch macht kluch ...

JonasB
06.04.2016, 09:33
Ich "muss" (meine Mutter geht im Juni 450km quer durch D) auch eine leichte Daunendecke nähen.

Ob wie hier mit kleinen Stegtrennungen oder mit geschlossenen Kammern ist vom Nähaufwand ja wirklich egal.

Gibt es inzwischen weitere Erfahrungen ob die Daunen in der hier gezeigten Variante zu sehr verrutschen? Stimmt schon das mit geschlossenen Kammern wohl etwas weniger Daune drin sein kann weil sie weniger verrutschen, oder?

Schmusebaerchen
07.04.2016, 22:26
Zur Zeit sind bei mir keine großen Touren drin. Konnte den Quilt nur paar mal zwischendurch nutzen (im Herbst wird es besser).

Mit verrutschen habe ich keinerlei Probleme. Selbst direkt nach dem Auspacken sind die Daunen gut verteilt. Durch starkes Schütteln (wie früher bei den Federbetten) kann man die Daunen in die andere Ecke des Quilts bewegen. Dies darf man sich jedoch nicht so vorstellen, dass dann alle Daunen an einem Punkt sind, sondern viel mehr dass sich der nicht ausgefüllte Raum (weil generell zu wenig Daunen) sich entgegengesetzt bewegt. Der nicht ausgefüllte Raum wird nicht mehr, sondern ist immer konstant gleich groß. Daunen zentrieren schafft man nur, indem man eine Kammer in eine andere stülpt, mit der Hand reingreift und Daunenballen zurückzieht. Kleinere Häufungen lösen sich von selbst. Größere muss man händisch lösen. Aber wie gesagt, wird dieser Fall künstlich hervorgerufen und interessiert daher nicht.

Die Kordel am Fußende für die Fußbox reicht bei mir bereits völlig aus das Volumen des Quilts soweit zu verkleinern, dass die Daunen reichen. Dann verhält er sich wie ein ganz normaler Quilt/Schlafsack mit durchgängigen prallen Kammern. Meiner Meinung nach ist das viel wichtiger. Sind die Kammern nicht voll, rutschen die Daunen auf die Seite des Schläfers und Oben drauf sind keine Daunen mehr. Dabei ist es egal ob normale Kammern, Pseudokammern oder sogar kammerloses Federbett. Einzig bei Längskammern wäre eine Unterfüllung weniger schlimm. Ist aber allgemein die Frage, wie schlimm man das einstuft. Schließlich sind fast alle Schlafsäcke mit Querkammern.

Ich halte inzwischen die ganze "Festhaltetheorie" der Kammertrennwände für fragwürdig. Wichtiger ist eine Netzkammertrennwand, damit die Daunen diese durchdringen und eine gleichmäßige Wärmeschicht erzeugen. Eine glatte Trennwand würde vermutlich eine Kältebrücke bilden, weil die Daunen diese nicht durchdringen können und dadurch eine harte Grenzschicht entsteht (schwierig zu erklären).

Kurz: Konnte keine Probleme bzgl. dem Daunenverrutschen feststellen. Und keine vollen Kammern ist das gleiche Problem, wie bei normalen Quer H-Kammern.