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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Filter für Fotokamera



Markus~sukraM
14.03.2005, 15:40
Hallo,

ich möchte mir einige Filter für meine Kamera zulegen und wollte mal nachfragen welche Erfahrungen Ihr so habt, bzw. welche Filter empfehlenwert sind.

A) Polarisitation-Filter:

Soll an sich ja Lichtreflexe minimieren und sofern diese weniger eine Rolle spielen die Farbsättigung erhöhen.
Reicht da ein 08/15 Filter aus oder sollte man schon richtig was auf den Tisch blättern?

B) Graufilter:

Bieten die möglichkeit bei Tageslicht Langzeit zu belichten, interessant bei fliesendem Wasser oder zum erhöhen der Tiefenschärfe.
Welche Stärke ist empfehlenswert?

C) Orangefilter:

Zum erhöhen des Kontrastes.
Stellt die Kamera über den Weißabgleich wieder auf Farbneural oder sind die Bilder Orangestichig?


gruß Markus

Flachlandtiroler
14.03.2005, 15:49
Stellt die Kamera über den Weißabgleich wieder auf Farbneural oder sind die Bilder Orangestichig?
Du suchst demnach Filter für eine Digitalkamera?

Polfilter linear / zirkular ist eventuell abhängig vom Fabrikat, da bin ich in Sachen Digitalkamera ahnungslos.
Graufilter würde ich schon mindestens ND4 nehmen, kleinere Wirkung kannst Du ja durch Reduzieren der ASA/ISO-Zahl direkt an der Kamera erreichen.
Weißabgleich läßt sich wahrscheinlich wahlweise mit oder ohne Filter machen, entsprechend dann das Ergebnis. Hat die Kamera überhaupt einen S/W-Anzeigemodus?

Gruß, Martin

tiejer
14.03.2005, 17:37
Wieso erhöht ein GRuafilter die Tiefenschärfe?
da brauch ich doch ne weitere Blende und reduziere dann die TS- oder?

wolfsruf
14.03.2005, 18:11
Polfilter sind sinnvoll, gönn Dir da was gutes (keinen Hama-Schrott), wie B&W, Hoya oder Heliopan. Da es sich hier um eine optisch-mechanisches Teil handelt sollte man hier keine Kompromisse eingehen (Planlage, saubere Verstellung).
Mit Autofokus mußt Du etwas tiefer in die Tasche greifen und Dir einen zirkular-Polfilter holen.
Zum Graufilter ist schon alles gesagt worden, er erhöht garantiert nicht die Tiefenschärfe. Ich würde ihn nicht als notwendig betrachten und wenn, dann nur in Verbindung mit einem GUTEN Stativ.
Orangefilter? ist entweder ein Filter für SW-Photographie, ein Farbkorrekturfilter (bei einer digitalen benutzt man dafür den Weißabgleich) oder nur für ausgesuchte Effekte. Und nach dem dritten künstlichen Sonnenuntergang wird's langweilig.
Sinnvoll wäre noch ein Grauverlaufsfilter um Kontraste zu reduzieren, damit z.B. der Himmel nicht ausfrißt.

Gruß
Marco

Thomas
14.03.2005, 18:14
Würde auch sagen, es ist genau umgekehrt.

Ich habe für meine Digi ein zirulares Polfilter. Angeblich kommt der Autofocus nicht mit linearen Filtern klar, ich hatte vorher allerdings auch schon mal ein lineares drauf und alles funktionierte einwandfrei.
Bei Sonnenschein kann man wirklich schöne Effekte mit einem Polfilter erzielen.

Ansonsten habe ich als Objektivschutz ein 08/15 UV-Filter drauf, der sich bei einem Absturz auch schon bewährt hat.

P.S. Mit Heliopan hab ich bisher nur gute Erfahrungen gemacht.

Christian J.
14.03.2005, 18:39
Vieles ist schon gesagt:

Orangefilter is bei Digital relativ sinnfrei. Das geht alles mit EBV.

Neutralgrau verwende ich einen 64*, d.h. ich muss damit 6 Blenden länger belichten.

Du solltest vielleicht bei der Masse der Filter mal über ein Filtersystem nachdenken. Das bekannteste ist Cokin (http://www.cokin.com/).

Und auch das wurde schon gesagt: Kauf keinen Billigschrott. Es bringt weder was, teuer Objektive mit billigen FIltern zu "versauen" (also die Abbildungsleistung) noch schlechte Objektive mit schlechten Filtern noch schlechter zu machen.

Christian

Saloon12yrd
14.03.2005, 19:26
@Markus: Äh sorry, aber bei Deiner Frage muß ich Schmunzeln. Du willst nen Filter aus Prinzip oder? Wirkt so weil Du ne Sammlung Filter nennst, die nicht mal im Ansatz vergleichbar sind.

Spricht ja nichts dagegen Filter mal probieren zu wollen (geht glaube ich jedem mal so), aber solange Du nicht verrätst was Du erreichen willst wird Dir keiner nen passenden Filter nennen können :).

Zu den von Dir erwähnten:
Polfilter: Bist Du oft am Wasser und / oder im Schnee unterwegs? Wenn nicht, weglassen. Du wirst den Effekt dann "nie" sehen. Polfilter filtern nur metallische Reflexe (z.B. Chrom, Wasser, Schnee, Eis).

Graufilter: Meine persönliche Meinung ist die das heutige Objektive sowieso schon so dunkel sind, dass Graufilter sehr eingeschränkt benutzbar sind - zumindest bei "normaler" Fotografie. (Umkehrschluß: Wenn Du Dir helle - teure - Objektive leisten kannst weißt Du vermutlich schon welchen Filter zu willst ;)) Willst Du Dir ein Motiv erarbeiten und hast für das Foto ne Stunde Zeit mag es Sinn machen.

Orangefilter: Digitale Kamera? Komplett sinnlos. Die Bilder werden Orange (oder rot, oder gelb, oder ...). Den Kontrast eines Spektrums kannst Du nachher in der EBV immer noch verändern und dort dann um feinste Nuancen.

Ansonsten fallen mir noch ein:
Skyfilter: Finde ich sinnlos, der Effekt ist minimal. Bei Digitalen Kameras schon zweimal sinnlos, siehe Farbfilter.

UV Filter: Wenn Du nicht oft in großen Höhen unterwegs bist wirst Du es fast nicht merken.

Nah- / Makrolinsen: Ich persönlich finde die Teile sehr sehr interessant, aber man muß Makroaufnahmen mögen.

Effektfilter: Hier gibts ca 3 Millionen verschiedene.

Wie schon gesagt, wenn Du nicht weißt was Du mit nem Filter erreichen willst wird Dir niemand einen Filter raten können. Von Ihren Filtern mag man halten was man will, aber zum schlau machen welcher Filter was macht reicht die Webseite von hama (http://www.hama.de/portal) und anderen Filterherstellern bequem aus.

HTH,
Sal-

Markus~sukraM
14.03.2005, 19:45
Hallo,

herzlichen Dank erstmal für eure Antworten.

In sachen erhöhte Tiefenschärfe mit einem Graufilter lag ich wohl voll daneben, ich bin davon ausgegangen das eine längere Belichtung automatisch zu einer (etwas) höheren Tiefenschärfe führt.
Das insbesondere für Digicams ein zirkularer Polfilter empfohlen wird ist mir soweit schon bekannt gewesen nur liegen auch da die Preise um Welten auseinander. Um die 100 Oiro rum investieren und ich habe was anständiges?
Grundlegend denke ich das man nur das per EBB optimieren kann was die Kamera auch tatsächlich eingefangen hat, insbesondere die Abbildung von Wolken über Landschaftsaufnahmen gefällt mir bisher noch nicht so besonders, von z.B. einem Orangefilter würde ich mir, wie auch entsprechend beworben, einen stärkeren Kontrast in diesem Bereich erwarten.
Stichwort Filtersystem, hört sich sehr interessant an, werde ich mir nochmal genauer anschauen.

Mein Einkaufszettel sieht dann erstmal wie folgt aus:

zikularer Polfilter, gut und (hoffentlich nicht) teuer
Graufilter 4
Orangefilter

Letztere kosten ja so oder so nicht die Welt, werd ich einfach mal antesten.

Das ganze wollte ich bei Brenner (http://www.brenner-foto.de) bestellen, kennt einer von euch den Laden?

gruß Markus

Saloon12yrd
14.03.2005, 19:49
Zum ominösen Orangefilter: Laß es - kauf Dir für das Geld lieber nen anderen Filter oder nen Fernauslöser ;). Ich weiß es nicht mit Sicherheit, aber ich vermute mal das der Weißabgleich und die Belichtungsmessung mit vorgeschraubtem Farbfilter komplett für den Popo sind. Im Ergebnis hast Du dann wesentlich schlechtere Bilder als ohne.

Deine Aussage ist korrekt: Du kannst nur das per EBV "aufmotzen", was im Bild enthalten ist. Aber gerade bei Farbfiltern ist jede Information enthalten um elektronisch Farbfilter einzusetzen.

Wenn Du Interesse hast kann ich kurz mal ein Bild raussuchen und ne Palette "Farbfilter" erzeugen.

Sal-

Markus~sukraM
14.03.2005, 20:02
Du willst nen Filter aus Prinzip oder? Wirkt so weil Du ne Sammlung Filter nennst, die nicht mal im Ansatz vergleichbar sind.

Nicht aus Prinzip, ich wollte nur nicht für jeden beliebigen Filter nen eigenen tread aufmachen ;)


Zu den von Dir erwähnten:
Polfilter: Bist Du oft am Wasser und / oder im Schnee unterwegs? Wenn nicht, weglassen. Du wirst den Effekt dann "nie" sehen. Polfilter filtern nur metallische Reflexe (z.B. Chrom, Wasser, Schnee, Eis).

Schnee, Eis und Wasser genau dafür hab ich den polfilter angedacht, weitere eventuell positiv hervorzuhebende Effekte wollte ich hier ja nur mal erfragen.


Graufilter: Meine persönliche Meinung ist die das heutige Objektive sowieso schon so dunkel sind, dass Graufilter sehr eingeschränkt benutzbar sind - zumindest bei "normaler" Fotografie. (Umkehrschluß: Wenn Du Dir helle - teure - Objektive leisten kannst weißt Du vermutlich schon welchen Filter zu willst ;)) Willst Du Dir ein Motiv erarbeiten und hast für das Foto ne Stunde Zeit mag es Sinn machen.

Egal wie lichtschwach ein Objektiv ist, ich denke mal das eine z.B. 2 Sekunden Belichtungzeit bei Tageslicht schon einen Graufilter vonnöten macht (?).


Orangefilter: Digitale Kamera? Komplett sinnlos. Die Bilder werden Orange (oder rot, oder gelb, oder ...). Den Kontrast eines Spektrums kannst Du nachher in der EBV immer noch verändern und dort dann um feinste Nuancen.

Hmm, scheint wohl doch so das ein Orangefilter nichts bewirkt was sich hinterher nicht auch bei EBV korrigieren lässt.

gruß Markus

Christian J.
14.03.2005, 20:04
Graufilter: Meine persönliche Meinung ist die das heutige Objektive sowieso schon so dunkel sind, dass Graufilter sehr eingeschränkt benutzbar sind - zumindest bei "normaler" Fotografie. (Umkehrschluß: Wenn Du Dir helle - teure - Objektive leisten kannst weißt Du vermutlich schon welchen Filter zu willst ;)) Willst Du Dir ein Motiv erarbeiten und hast für das Foto ne Stunde Zeit mag es Sinn machen.

Egal wie lichtschwach ein Objektiv ist, ich denke mal das eine z.B. 2 Sekunden Belichtungzeit bei Tageslicht schon einen Graufilter vonnöten macht (?).


Ähm Sal, da schmeißt du was durcheinandern: Es geht nicht um die kleinste Blende sondern um die größte. Und die ist bei fast allen Objektiven, egal ob billig oder teuer, 22. Du willst es dunkler! Also ist ein Graufilter schon sinnvoll.

Christian

Saloon12yrd
14.03.2005, 20:07
Da hat der Christian recht :). Nichts desto trotz bleibe ich bei meiner Behauptung, dass man für Graufilter Zeit braucht. "Reise"aufnahmen brauchen keinen Graufilter.

Sal-, der noch nie nen Graufilter benutzt hat

Thomas
14.03.2005, 20:11
Zu den von Dir erwähnten:
Polfilter: Bist Du oft am Wasser und / oder im Schnee unterwegs? Wenn nicht, weglassen. Du wirst den Effekt dann "nie" sehen. Polfilter filtern nur metallische Reflexe (z.B. Chrom, Wasser, Schnee, Eis).

Schnee, Eis und Wasser genau dafür hab ich den polfilter angedacht, weitere eventuell positiv hervorzuhebende Effekte wollte ich hier ja nur mal erfragen.

Blauer Himmel mit leichter Quellbewölkung, Autolack, Schaufenster, Glasvitrinen, Fensterscheiben => Poleffekt grandios, immer aber vom Einfallswinkel des Lichtes abhängig.

Anstatt des Graufilters kann man u.U. auch zwei Polfilter übereinanderschrauben. Das hat den Vorteil, dass die Dämpfung einstellbar ist.

Markus~sukraM
14.03.2005, 20:14
Ich hab Zeit :wink:
Ich Fotografiere ja schließlich nicht nur on tour, bzw. hab auch kein Problem in aller ruhe mein Stativ irgendwo hinzupacken und mal 10 Min. Fotopause zu machen.

aber dankeschön nochmals für eure Anregungen

PS: Orange ist gestrichen (erinnert mich immer an Holland, warum nur :roll:)

Saloon12yrd
14.03.2005, 20:25
Dann denk (http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/453734/display/2737554) statt Orangefilter mal ernsthaft (http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/453734/display/2688082)über Makrolinsen (http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/453734/display/2717230) nach... :bg:

Sal-

Cardhu
14.03.2005, 20:58
Hallo,

zum Thema "Graufilter". Es gibt Motivbereiche, wo ich ohne Graufilter nicht zum Ziel komme.
Will ich z.B. Wasser nicht statisch und "eingefroren" festhalten, sondern die Bewegung darstellen, geht das nun mal nur mit eínem Graufilter (und Stativ), da sonst meine Belichtungszeit zu kurz ist.

zum "Polfilter": Das Polfilter nur bei spiegelnden Flächen wie Wasser, Glas einzusetzen, wird seinen enormen Möglichkeiten nicht gerecht.

Da die Wirkungsweise des Polfilters darin begründert ist, daß reflektiertes Licht ausgeperrt werden kann bringt das Teil auch bei normaler Landschaftsfotografie u.U. ungemein viel, vor allem im Telebereich. Dunst kann man bei günstigem Sonnenstand (Seitenlicht) fast ganz wegfiltern. Der Farbkontrast wird enorm gesteigert.
Himmel wird tiefblau, Wolken treten stärker hervor. Wobei auch hier gilt: weniger ist oft mehr. Man sollte sich davor hüten immer mit Maximalwirkung zu arbeiten, da dann der Aufnahme oft das "Feuer" fehlt.
Viel Spaß beim Experimentieren.

Gut Licht wünscht

Roman 8)

Saloon12yrd
14.03.2005, 21:04
Was Polfilter bei "normalen" Reflektionen angeht: Fotos bitte. Ich lass mich gerne eines besseren Belehren, aber nicht-gerichtetes Licht filtert ein Polfilter nun mal nicht. Ergo braucht es metallische Reflexe.

Sal-

Cardhu
14.03.2005, 21:39
Hey Sal,

jetzt schmeißt Du aber wirklich was durcheinander. Nur nichtmetallische Reflexe lassen sich löschen. Bei Reflexen auf Metallen ist die Wirkung gleich null. (außer natürlich auf lackierten Metallen :bg: ).

Dann sagst Du:"nicht gerichtetes Licht filtert ein Polfilter nun mal nicht". Da hast Du recht. Aber sobald Licht reflektiert wird, ist es gerichtet, und kann somit ausgesperrt werden. Und das funktioniert halt auch bei Luftverunreinigungen, die die Sonnenstrahlen reflektieren.

Bildbeispiele könnte ich Dir einige zeigen. Da ich aber auch ein Analogo bin und mir z.Zt. kein DiaScanner zur Verfügung steht, muß Du mir die Wirkung einfach glauben oder ausprobieren.

Oder Googel dich doch mal mit dem Begriff "Polfilter" durchs Netz.

Gruß

Roman 8)

Saloon12yrd
15.03.2005, 06:03
Hm okay, war schlecht formuliert... Dein erstes Posting kam bei mir so an als würdest Du nen Baum fotografieren und Dich ob der fantastischen Möglichkeiten des Polfilters erfreuen... und so ein Foto möchte ich wirklich gerne sehen.

Sal-

Flachlandtiroler
15.03.2005, 08:58
Nochmal: Orangefilter steigern den Kontrast bei Schwarzweißfotografie. Glaube aber nicht, daß dies eine tatsächliche Dynamikerhöhung bringt, eher der Gammakorrektur vergleichbar => bei Digicam sinnlos.
Polfilter filtern polarisiertes Licht (Überraschung :D), das entsteht z.B. bei Reflexion an polaren Molekülen (Wasser); polarisiertes Licht entsteht aber auch an gestreckten Gittern, nach dem Prinzip sind AFAIK ja auch die Filterfolien aufgebaut. Man bekommt mit einem Polfilter auch das Himmelsblau gesättigter hin, da blaues Licht in der Athmosphäre stärker gestreut wird als langwelligeres (Rayleigh-Streuung). Sieht manchmal geradezu unecht aus...
Reflexion an Metall polarisiert dagegen nicht, bzw. linear polarisiertes Licht wird elliptisch polarisiert reflektiert. Da hilft der Filter nix.

Gruß, Martin

Keb
29.03.2005, 18:00
Ich hänge mich hier einfach mal an:
Ist es möglich, Pol- oder Verlaufsfilter bei einer digitalen Kompaktkamera zu verwenden? Dort kann man ja im Normalfall nichts vors Objektiv schrauben, ich dachte an einfach davorheben bis es passt. die Wirkung sollte man aber über das Display sehen können (das Display stellt doch das Bild so dar, wie es auf dem Bild erscheint, oder?)...

Etwas nichtsahnend und seit fast 2 Jahren zwischen analoger SR, digitaler SR und digitaler Kompaktcam schwankend ;-) (ich will was leichtes, mit viel Weitwinkel, Videomöglichkeit und schnelle Auslösung - also so etwas wie der selbstragende Rucksack mit unendlicher Füllmenge :bg: )

Anja

Cardhu
29.03.2005, 20:42
Hallo Anja,

Beim Polfilter funktioniert das Ganze nur zufriedenstellend, wenn die Kamera das Licht durch das Objektiv mißt. Alles andere ist belichtungstechnisches Roulette, da der Verlängerungsfaktor beim Polfilter auch von dessen Stellung (Intensität) abhängt.

Ob die Wirkungsweise des Polfilters auf dem Display ausreichend rüber kommt wage ich zu bezweifeln. Besser ist es das Polfilter vor ein auge zu halten, solage zu drehen, bis die gewünschte Wirkung sich einstellt und dann in dieser Position vor das Objektiv halten.

Für ein Graufilter gilt:
entweder Du kannst die Belichtung manuell eingeben oder hast die Möglichkeit einen Korrekturfaktor vorzugeben. Wenn Du den Graufilter im Automatikmodus benutzt, gleicht die Kamera die von Dir gewünschte Korrektur z.B. des Himmels wieder aus.

Für beide Filterarten ist die Spiegelreflex immer noch erste Wahl. Was auch gut funktioniert ist z.B. eine Minolta Dimage A2 mit ihrem sehr guten elektronische Sucher. Die Kamera ist noch ausreichend kompakt, hat ein sehr gutes 28-200mm Zoom und eigentlich alle Möglichkeiten einer SLR.

Gruß

Roman 8)

wolfsruf
30.03.2005, 11:12
@Keb
von Cokin gibt es auch ein System für digitale und Kompaktkameras, welches unten an die Stativanschluß geschraubt wird. Ist ein bißchen behelfsmäßig, aber besser als nichts. Bekommst Du im guten Fotofachhandel.
Einen Polfilter kann in der Wirkung tatsächlich gut über das Auge bestimmt werden und das geht auch mit dem Cokin-System erst recht einfach.

@Cardhu
gerade die Innenlichtmessung ist mit dem Polfilter kritisch, vor allem mit Mehrfeldmessung. Ich benutze bei der Anwendung von Polfiltern nahezu immer den Handbelichtungsmesser + Korrekturfaktur, da die Innenmessung dem gewünschten Effekt (erhöhte Farbsättigung) durch Belichtungskorrektur entgegensteuert. Bei der Integralmessung tritt dieser Effekt nur abgeschwächt auf, weil die Belichtungsmessung auch 'nichtpolarisierte' Bildteile gleichmäßig mit einbezieht. Die Mehrfeldmessung berücksichtigt hingegen den 'bildwichtigen' Teil höher und ausgerechnet auf den setzen wir auch meist die stäkste Wirkung des Polfilter ---> höherer Verlängerungsfaktor ---> Kamera steuert mit längerer Belichtung gegen ---> flaue Farben ---> effektive Bildwirkung gering bis gegenteilig.
Besser ist die Belichtungsmessung mit geringster Filterwirkung zu machen und dann erst eindrehen oder Belichtungsreihe.
Beim Grauverlaufsfilter besser ausgezogen messen (keine Filterwirkung), einschieben und dann auslösen.
Für Korrekturfaktoren braucht man dann doch schon ein wenig Erfahrung im Schätzen oder Ersatzmessungen.

Insgesamt sollte man aber bei Motiven, bei denen man sich der 'Aufwand' eines Filters lohnt, nicht an Film sparen und Belichtungsreihen machen. Auch bei anderen kritischen Motiven sind Belichtungsreihen ratsam.

Gruß
Marco

Cardhu
30.03.2005, 21:41
Hallo Marco,

da kann ich Dir nicht zustimmen. Die einzig verlässliche Methode die Belichtung mit Polfilter zu messen ist die mit TTL-Messung.
Die erhöhte Farbsättigung resultiert ja nicht daher, daß der Polfilter das Bild dunkler macht, sondern daß Reflexe ausgelöscht werden bzw. Dunst und Luftverunreinigungen unterdrückt werden. Allerdings funktioniert das nur, wenn die Kamera die nötige Belichtungsverlängerung ausgleicht. Wie groß diese Verlängerung sein muß, kannst du ja nicht wissen, da sie je nach Stellung des Polfilters unterschiedlich ist. Würde ich sie jedoch nicht ausgleichen, bekäme ich zwangläufig unterbelichtete Bilder. Das kann den gewünschten Effekt zwar noch verstärken ist aber nicht Sinn und Zweck dieses Filters.

Insofern ist auch Dein Tipp mit dem Handbelichtungsmesser, den ich sonst sehr schätze, ein Lotteriespiel.

Dieser kommt dann allerdings, wie Du richtig schreibst, beim Verlauffilter wieder voll zum Einsatz. Dort messe ich entweder per Lichtmessung oder Objektmessung, dann aber nur den Boden bis zum Horizont, übertrage den Wert manuell auf die Kamera, und schiebe meinen Filter in die richtige Position.

Geht aber auch mit der kamerainternen Messung, dann gehe ich genau so vor wie bei der externen Objektmessung.

Gruß

Roman 8)

wolfsruf
31.03.2005, 14:37
Hallo Roman,
Vielleicht habe ich auch Deinen Text nur falsch interpretiert und Du meinst dasselbe, folgendes ist aber eine Tatsache
Kein Filter macht etwas anders, als Lichtanteile zu filtern / zu reduzieren (dunkler zu machen). Das kann jetzt eine bestimmte Farbe (Farbfilter), alle Farben gleichmäßig (Graufilter) oder ein Schwingungszustand (Polfilter)sein.

Kein Filter, auch kein Polfilter, kann weder 'Dunst herausfiltern', noch 'Luftverunreinigungen unterdrücken', noch Reflexe auslöschen. Ein Polfilter kann lediglich eintreffendes Licht mit einer bestimmten Schwingungsebene (polarisiertes Licht) unterdrücken, d.h. diesen Lichtanteil wegnehmen --> dunkler machen.
Ausgehend von der Tatsache, daß wir uns über Natur- und Freilichtaufnahmen (im Studio kann das ganz anders aussehen) unterhalten, ist die Lichtquelle die Sonne, d.h. die Lichtfarbe ist annähernd Weiss. Dunst und Luftverunreinigungen können wir nur deshalb sehen, weil Licht von diesen winzigen Tröpfchen und Teilchen reflektiert wird. Bei Reflexen ist das 'Teilchen' halt nur ein wenig größer.

Nur den Teil des reflektierten Lichtes, der polarisiert ist, können wir überhaupt mit einem Polfilter beeinflussen. Dieser Lichtteil ist in der Natur meist Weiss wie seine Quelle, die Sonne. In der Photographie bewegen wir uns im Additiven Farbmodell, d.h. je mehr Weissanteil - je heller die Farbe. Ab einem bestimmten Weissanteil (subjektiv unterschiedlich) erscheinen uns die Farben dann flau, bis sie in komplettes Weiss übergehen (z.B. bei Reflexen).
Nehmen wir diesen Anteil des Lichtes mit einem Polfilter weg, erscheinen Farben satter und kräftiger, sie werden dunkler.

In der Praxis heißt das folgendes und ist auch recht leicht umzusetzen: Der Verlängerungsfaktor eines Polfilters beträgt ca. 2,5 bis 3 (also ca. 1,33 bis 1,58 LW je nach Modell), ist direkt von der Grunddichte abhängig und somit konstant.
Polarisiertes Licht erreicht im Alltag lediglich einen Anteil von max. 40 Prozent d.h. der resultierende Verlängerungsfaktor bewegt sich zwischen 3 (Grunddichte, minimale Wirkung) und 4 (2 LW, maximale Wirkung) d.h. eine Differenz von ca. 0, 4 LW, also knapp eine halbe Blendenstufe zwischen den Extremen.
Diese Differenz (plus oder minus) kann man bei Negativfilmen normalerweise vernachlässigen.

Bei Diafilmen hingegen sieht die Sache anders aus, hier fällt uns die TTL-Messung in den Rücken, vor allem die Mehrfeldmessung wegen ihrer schlechten Nachvollziehbarkeit.
Da wir bei unserem Photo aber nicht nur unser Hauptmotiv haben (bei dem der Filter maximal wirkt), sondern noch eine Menge drumherum und der Polfilter auch nicht überall die maximale Wirkung entfaltet, kann man die Abweichung der TTL-Messung auch hier meist vernachlässigen, ausgenommen die Mehrfeldmessung!

Hier wird der Anteil des Hauptmotivs bei der Belichtungsmessung überproportional berücksichtigt (nach einem im Einzelnen nicht nachvollziehbaren 90 Prozent Modell/Algorithmus) und somit der lediglich partiellen Verdunklung (Reduzierung des polarisierten Lichts) auf der gesamten Bildfläche entgegengewirkt, heißt alles wird überbelichtet. Aber bereits eine leichte (z.B. 0,4 LW) Überbelichtung auf einem Dia hat aber ebenfalls flaue Farben zur Folge, was unserer Intention, kräftigere Farben zu erhalten, entgegenwirkt. Diese 0,4 LW Überbelichtung im Hauptmotiv kann aber in anderen Motivbereichen aufgrund des Motivkontrastes weitaus mehr als 1 LW erreichen, da mit die Wegnahme des polarisierten Streulichts ebanfalls eine Kontraststeigerung einhergeht, womit dann auch der Negativfilm wieder Probleme bekommt.
Das ist übrigens auch der Grund, warum viele Umsteiger von alten SLR (Integral- oder mittenbetonte Integralmessung) auf moderne Modelle häufig glauben, daß bei modernen SLR der Polfilter weniger gut wirkt.

Daher hat sich folgendes Vorgehen bei TTL-Messung bewährt:
1. Messung mit geringster Filterwirkung und Speicherung des Messwertes
2. Filter eindrehen auf gewünschte Wirkung
3. Auslösen mit gespeichertem Messwert

Also keine Zauberei.

Ich bevorzuge nach wie vor die Lichtmessung mit Handbelichtungsmesser, ist genauer, wenn auch aufwendiger.

Gruß
Marco

Quellen, extra nochmal nachgeschlagen: Adrian Bircher 'Belichtungsmessung', Andreas Feininger 'Hohe Schule der Fotografie' und 'Große Fotolehre'

Cardhu
31.03.2005, 21:30
Hallo Marco,

es ist ja alles richtig was Du schreibst bzw. zitierst. Ich kenne auch die von Dir genannten Autoren. Nur soweit in die Tiefe wollte ich gar nicht gehen, sondern irgendwo der Frage von Anja gerecht werden.

Ich denke wir können uns darauf verständigen, daß für normale Ansprüche, bzw. ausbelichtete Digitalaufnahmen die TTL-Messung immer noch zu den besten Ergebnissen führt.

Probleme mit Mehrfeldmessung im Zusammenhang mit dem Polfilter kenne ich aus eigener Erfahrung nicht, da alle meine Kameras noch mit konventioneller mittenbetonter Messung arbeiten, und dies zusammen mit einem Polfilter auf Dia-Film auch sehr zuverlässig. Ich kann mir aber vorstellen, daß unter den von Dir beschriebenen Bedingungen, Probleme mit der Mehrfeldfmessung auftreten können.

Ich wollte lediglich vermeiden, daß der Eindruck entsteht, man würde auch mit dem Polfilter besser mit einem Korrekturfaktor oder ganz manuell arbeiten.
Das sehe ich nach wie vor nicht so. Hier möchte auch ich dann mal einen Experten zitieren:

Polfilter ohne TTL-Messung ist fotografisches Roulette!

(Dieter Gabler: Die Spiegelreflextechnik mit der minolta SR-T)

Gruß

Roman 8)

wolfsruf
01.04.2005, 01:19
Hallo Roland,

genau wegen solcher Sprüche von Typen wie diesem Gabler bin ich so ausführlich geworden. Die tun immer so, als ob alles nur mit Hightech-Equipment zu machen sei und wollen das den Menschen einreden.
Dabei reichen einige wenige solide Grundkenntnisse und den Rest machen ein paar Sekunden nachdenken. Daher mein Satz 'keine Zauberei'.

Ich habe auch nicht nur aus der Theorie gesprochen, sondern aus etwas längerer Praxis. Ich habe zwar auch eine EOS 5, aber wenn es richtig gut werden soll, nehme ich meine Dicke. Und die hat überhaupt keine Innenlichtmessung.
Ebenfalls haben konstruktionsbedingt weder Plaubel, Sinar oder Linhof usw. TTL-Messung. Und mit denen werden nun mal die beeindruckendsten Landschaftsaufnahmen gemacht, und das nahezu immer mit Polfilter und Handbelichtungsmesser.
Warum wird Photographie eigentlich immer auf KB-Photographie beschränkt. Da gibt es doch noch ein Dutzend anderer Formate, die meist ohne TTL auskommen, und zwar ausgezeichnet.

So stellt sich die Frage, ob dieser Gabler einfach keine Ahnung hat (für erweiterte Bedinungsanleitungen braucht man keine wirklichen Experten) oder ob er aus anderem Grund (Verkaufsförderung a la Bedarfserzeugung? - scheint mir wahrscheinlicher, da mir der Name nur in Verbindung mit Minolta begegnet) solche Kraftsprüche raushaut.
Mich ärgert es halt, wenn so den Leuten Angst vor recht einfachen und sinnvollen Verfahren gemacht wird, die sie angeblich nur meistern können, wenn sie noch bessere und (natürlich) teuerere Geräte kaufen.
Bircher und Feininger zeigen recht gut, daß das wichtigste Werkzeug der Kopf ist. Und das gilt nicht nur in der Photographie.
Aber das ist schon ein wenig OT.

Fest steht, ein Polfilter ist ein sinnvolles und, entgegen aller Unkenrufe, auch recht einfach zu handhabendes Teil, egal welche Technik man nutzt.
Auch die Mehrfeldmessung ist nicht weiter problematisch, wenn man sich darauf einstellt.
Die TTL-Messung ist ansonsten eine bequeme und schnelle Sache, auch wenn ich die ruhigere Methode der Handmessung bevorzuge. Das ist aber eher eine Frage der persönlichen Vorlieben.

Gruß
Marco

Cardhu
02.04.2005, 17:01
Hallo Marco,

jetzt gehts aber sehr ins Akademische. Du hast ja mit fast allem Recht was Du sagst. Aber dafür ist auch nicht alles schlecht, was die Industrie hervorbringt, um sich dem Ideal der perfekten Belichtung anzunähern. Vor allem für diejenigen Anwender, die sich einfach nicht so tief in die Materie einarbeiten wollen wie Du und ich.

Trotz zig-fach Mehrfeldmessung und damit verbundener Analyse der Ergebnisse und Vergleichen mit tausender einprogammierter Beispielfotos, bleibt es dabei, daß für die Belichtung des Bildes nur die zwei Faktoren Zeit und Blende verantwortlich sind. Und da geb ich Dir recht, daß hier oftmals in Werbeprospekten eine Philosophie draus gemacht wird, die vorgaukelt, da wären noch andere Dinge im Spiel.

Leztendlich bringt eine große Erfahrung in Sachen Belichtungsmessung mehr, als eine noch so trickreiche Technik.
Und nicht zu vergessen auch mal ne Belichtungsreihe in kritischen Fällen.

Ansonsten arbeite auch ich wenn ich Landschaft fotografiere meistens manuell ohne den eingebauten Belichtungsmesser, bei Bedarf mit Grauverlauf und dem Sekonic 509 Handbelichtungsmesser.

Der Grauverlauf ist ohnehin meistens die bessere Wahl gegenüber dem Polfilter. Den benutze ich eigentlich nur, wenn ich Dunst etwas mildern will, und nicht auf besseres Licht warten will oder kann.

Gruß

Roman 8)