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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [Testbericht] Millet - Expedition 65



tah
22.11.2009, 16:18
Kaufdatum: 07/2009
Gebrauchszeitraum: 07-11/2009
Wetter-/Klimabedingungen: unbegrenzt
Art des Einsatzes: Trekking, Alpin-Bergsport, Expedition, Basis- und Höhen-Lager-Versorgung
Hersteller: Millet (franz. Ausrüster)
Modellbezeichnung: Expedition 65
Modelljahr: 2008er Expert-Serie
Unverbindliche Preisempfehlung: 130,-
Garantie: 2 Jahre
Rucksacktyp: Innengestell
Liter: 65 + 10
Verarbeitungsqualität: sehr gut
Passform: sehr gut
Komfort: sehr gut
Bedienung: sehr gut
Alter Testperson: 40+
Körpergrösse Testperson (in cm): 175
Körperstatur Testperson: schlank, 68 kg
Geschlecht Testperson: männlich
Outdoorerfahrung Testperson (1-wenig bis 7-hoch): 5

http://fotos.outdoorseiten.net/data/500/medium/Millet_-_total.jpg

Hauptmaterialien:

420D HD Oxford Nylon (wasserdichter Rucksackboden)


210D SD Velocity Nylon (leichtes, stabiles Material für Rucksack-Korpus)


Mesh-Gewebe im Bereich der außenliegenden Seitentaschen


Aufteilung:
Hauptfach:

ein einziges, in der Höhe nicht unterteiltes Hauptfach


am Rücken befindliches, innenliegendes Vertikalfach (z.B. für Trinksystem)


verschnürbarer, oberer Zugang unter dem Deckelfach


über die volle Höhe zu öffnender, abgedeckter Frontreißverschluss (unter dem Millet-Logo)

Deckeltasche:

Deckeltasche mit wasserdichtem Reißverschluss


innenliegendes Dokumentenfach


Deckeltasche ist über Gurtriemen höhenverstellbar


Deckeltasche ist an vier Punkten mit Schnellverschlüssen befestigt und kann somit auch abgenommen werden


wenn man sich ein kleines, leichtes Trägersystem baut (MYOG), kann die Deckeltasche als winziges 5L-Daypack auf Tour separat genutzt werden

http://fotos.outdoorseiten.net/data/500/medium/Millet_-_Deckel.jpg
... mit MYOG-Tragegurt ergänzte Deckeltasche


Seitentaschen:

zwei beidseitige Netztaschen für Wasserflaschen, Stöcke, etc.


Regenhülle: nein

Tragesystem:

sog. „Ergo-Lite“ Tragesystem mit thermisch vorgeformtem Rückenteil, Lüftungskanälen und herausnehmbarem Aluminium-Rohrrahmen


das vorgeformte Tragesystem liegt i.d.R. je nach Packzustand hauptsächlich an der Hüfte und an den Schulterblättern auf und weist in der Rückenzone einen deutlichen Abstand zwischen Rucksack und Rücken auf


die ergonomisch geformten Schultergurte sind zweifach einstellbar (oberer Abstand zwischen Rucksack und Schulter, Länge des Schultergurts) aber nicht noch extra konstruktiv höhenverstellbar


Brustgurt zur Anpassung des Abstands der Schultergurte


zwei an den Schultergurten befestigte Handschlaufen


zweifach verstellbarer Hüftgurt (ein Klettergurt kann relativ störungsfrei unter dem Hüftgurt getragen werden, getestet mit Edelrid Loopo)

http://fotos.outdoorseiten.net/data/500/medium/Millet_-_Gestell.jpg
... herausnehmbarer Aluminium-Rohrrahmen

http://fotos.outdoorseiten.net/data/500/medium/Millet_-_Schultergurt.jpg
... Dicke des Schultergurts

Besonderheiten:

zwei Ski- bzw. Eispickelhalterungen an der Rucksackfront

http://fotos.outdoorseiten.net/data/500/medium/Millet_-_Befestigung_03.jpg
... obere Ski/Eispickelhalterung als dünner Gummizug ausgelegt

http://fotos.outdoorseiten.net/data/500/medium/Millet_-_Befestigung_02.jpg
... untere Ski/Eispickelhalterung als breites Materialband ausgelegt


Materialschlaufe an der rechten Flosse des Hüftgurts (z.B. für Karabiner)

http://fotos.outdoorseiten.net/data/500/medium/Millet_-_Beckengurt_R.jpg
... Materialschlaufe am Hüftgurt


Eispickelhalterung an der linken Flosse des Hüftgurts

http://fotos.outdoorseiten.net/data/500/medium/Millet_-_Beckengurt_L.jpg
... Eispickelhalterung am Hüftgurt


Signalpfeife am Brustgurt


Vorbereitung für Trinksystem (Schlauchdurchführung)


drei Kompressionsriemen an jeder Seite des Rucksacks


Kompressionsriemen am Zugang unter der Deckeltasche (am Schneefang)


die Reepschnur-Stopper sind nicht mit dem üblichen Federmechanismus ausgestattet, welche öfters bei Minusgraden kapput gehen - statt dessen wurde ein unverwüstlicher, keilförmiger Klemmmechanismus verwendet
http://fotos.outdoorseiten.net/data/500/medium/Millet_-_Befestigung_01.jpg
... keilförmiger Reepschnur-Stopper

Gewicht:

1.560 g lt. Hersteller (für die Größe sehr leicht)


1.560 g lt. Küchenwaage


Link zum Hersteller: www.millet.fr

Tests:

mehrstündiges Einlaufen unter Last (10 kg, 15 kg, 20 kg, 25 kg)


Mehrtagestour unter alpinen Bedingungen mit anfangs 16 kg


Einlaufen:
Beim ersten Test zum Einlaufen des Rucksacks habe ich jeweils einen 7 km Rundkurs mit 10 kg, 15 kg, 20 kg, 25 kg absolviert. Der Rundkurs hat je 250 Höhenmeter bergauf und bergab (ich nutze diese Crossstrecke normalerweise zum Lauftraining). Das Gewicht wurde von Runde zu Runde gesteigert und bestand aus profanen, abgewogenen 5 L Wassersäcken. Das restliche Volumen wurde zusätzlich mit einem nur teilkomprimierten Schlafsack ausgefüllt.
Das Einlaufen gestaltete sich bis zu einem Gewicht von 20 kg als absolut problemfrei (kein lästiges Druckgefühl, keine nervenden Rucksackgeräusche). Beim Test mit 25 kg traten zum ersten Mal bei zwei Bewegungen Rucksackgeräusche auf, welche ich als ein temporäres Verformen des am Becken aufsitzenden, thermisch vorgeformten Rückenteils des Tragesystems identifiziert habe. Dabei springt bei mir am Rückenknochen der Hüfte kurzfristig das vorgeformte Rückenteil minimal in eine andere Bogenform. Das tut weder weh noch hat es sonst einen Einfluss auf den Tragekomfort. Es macht einfach nur kurz zweimal Klack. Diese Geräusche traten aber nur beim Überwinden einer steileren Kletterstelle auf, bei welcher eines der Beine relativ hoch angesetzt werden muss (es kann also auch an meiner Körperhaltung gelegen haben). Nach den vier Testrunden war ich etwas platt, so dass ich mir die letzte Testrunde mit 30 kg gespart habe. Den Test habe ich natürlich in meiner üblichen Montur durchgeführt, insbesondere mit den „La Sportiva Top Nepal“ Schuhen, um das Gehgefühl besser einschätzen zu können.

Mehrtagestour:
Meine Wanderungen führen mich regelmäßig in alpines Gelände, wobei ich i.d.R. ein Rucksackgewicht zwischen 15 kg (schneefreie Lagen) bis 25 kg (verschneite Lagen) auch klettertechnisch zu meistern habe. Das bedeutet, dass der Rucksack bei mir möglichst schlank aufgebaut und fest fixiert am Körper sein sollte. Eine selbständige Lageveränderung des Rucksacks (z.B. Herumpendeln) wäre für mich also nicht nur unangenehm sondern evtl. auch gefährlich.
Die erste Tour, welche ich mit diesem Rucksack absolviert habe, war die alpine Variante des GR-20 unter herbst- bis teils frühwinterlichen Bedingungen mit trockenem, nassen, verschneitem oder vereisten Fels. Somit könnte zumindest von Seiten der Witterungsbedingungen der Test als vollständig gelten.
Die Tour war 10 Tage lang, führte über eine Strecke von 130 km und hatte 6.700 Höhenmeter bergauf sowie 7.500 Höhenmeter bergab. Die gesamte Tragezeit betrug 50 Stunden, die längste Einzeltragezeit 8 Stunden.
Die beim Einlaufen des Rucksacks gemachten Beobachtungen wurden auch in der Praxis bestätigt. An einigen wenigen, etwas exponierteren Stellen hat das Tragesystem wieder diese Klackgeräusche bei dynamischen Kletterbewegungen von sich gegeben (insgesamt sechs mal), ohne dass sich dadurch etwas am Material oder am Tragekomfort verändert hätte. Das Tragesystem hat einen für meine Ansprüche völlig ausreichenden Komfort. Anders ausgedrückt, ich mag bei meinen Unternehmungen mehr das direkte Feedback der Raumlage des Rucksacks und die absolute Lagestabilität als ein sehr weich gepolstertes Tragesystem, welches mich die Lage des Rucksacks mehr erahnen als spüren lässt. Ein Tragesystem mit drehbarem Hüftgelenk wäre z.B. für mich bei alpinen Touren undenkbar, ein sehr dünner und minimalistisch ausgelegter Schultergurt bzw. Hüftgurt aber ebenfalls. Beim Tragen der Dauerlast von 16 kg verspürte ich auch bei den längeren Touren keine Ermüdungserscheinungen oder Druckstellen. Alles war genau so, wie ich es mir wünsche und bevorzuge.
Die Schlaufe und die Eispickelhalterung am Hüftgurt habe ich während der Tour nicht genutzt, alle anderen Features aber schon (inkl. Signalpfeife im Schneesturm).
Unter dem Hüftgurt des Rucksacks habe ich an einem Tag bei einer etwas unangenehmen Kletterei im verschneiten Gelände für ca. zwei Stunden einen Klettergurt (Edelrid Loopo) zur Selbstsicherung getragen, ohne dies als unangenehm zu empfinden.

Verarbeitung:
Bis heute habe ich keine Mängel oder Verarbeitungsfehler feststellen können. Bisher sind weder Nähte aufgegangen noch Teile ein/abgerissen, wobei die bisherige Beanspruchung als üblicherweise alpin zu bezeichnen ist. Das bedeutet, dass an den immer wieder einmal auftretenden Kletterstellen der Rucksack auch Felskontakt hatte, manchmal im Schnee lag bzw. stürmischem Regen oder Vereisung ausgesetzt war. Das relativ leichte Gewebe zeigt bisher keine Verschleißerscheinungen.
Die Reißverschlüsse funktionieren einwandfrei, wenngleich der wasserdichte Reißverschluss in meinen Augen, wie übrigens alle anderen derzeit angebotenen wasserdichten Reißverschlüsse auch, unter Belastung das Prädikat wasserdicht nicht verdient hat (dies hatte ich bereits daheim unter der Dusche mit einem starken Wasserstrahl getestet und bin deshalb während der Tour bei Schlechtwetter kein Risiko mehr eingegangen).
Trotz des als wasserabweisend deklarierten Materials ist dieser Rucksack, wie jeder andere derzeit angebotene ebenfalls, nicht wasserdicht. Einen leichten Nieselregen kann man ihn bestimmt bedenkenlos aussetzen, einen Regen bei höheren Windgeschwindigkeiten schon nicht mehr. Gründe hierfür sind vor allem die nicht abgedeckte (verschweißte) Verarbeitung der Nähte und der nicht wasserdicht ausgeführte, vertikale Reißverschluss, unter dessen vollflächige Abdeckung stürmische Winde das Wasser eventuell eindrücken könnten. Bei Regen und Schneefall habe ich mit Erfolg also immer eine zusätzliche Regenabdeckung (110 g) verwendet. Einzig am letzten Tag hat bei sintflutartigen Regenfällen, welche mir seit langer Zeit wieder einmal respektable Flüche entlockt haben, auch diese Schutzmaßnahme nicht mehr richtig geholfen. Da presste der Sturm etwas Wasser am Rücken in den Rucksack, was aber aufgrund des wasserdicht verpackten Materials kein Problem darstellte. An diesem besagten Tag hatte ich übrigens auch einen „Wassereinbruch“ durch einen „wasserdichten“ Reißverschluss meiner TNF-Heathen-Jacke, was wenige Kilometer vor dem Tourende zu einem Komplettausfall meiner Pocket-Kamera führte.

Tragesystem:
Es sind alle Einstellmöglichkeiten, welche ich erwarte und für notwendig erachte, vorhanden (siehe oben). Ein konstruktiv verstellbares Tragesystem zum Umhängen des Tragesystems als Verkürzung oder Verlängerung der Rückenlänge hatte ich in früheren Zeiten schon einmal getestet und für mich als puren Unsinn verworfen. Das dadurch höhere Gewicht rechtfertigt kein Feature, welches ich bei einem mir passenden Tragesystem nie wieder anwenden werde. Einzig, wenn ich mir den Rucksack mit einer deutlich größeren oder kleineren Person teilen müsste, würde dies in meinen Augen eventuell einen Sinn ergeben.

Tragekomfort:
Das Tragesystem überträgt die Last ohne Probleme auf den Körper des Nutzers. Die vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten und auch die Handschlaufen an den Schultergurten ermöglichen ein recht ermüdungsfreies Gehen. Druckstellen oder Schlimmeres sind bei mir bisher noch nicht aufgetreten.
Leichte Fehler beim Verpacken der Ausrüstung verzeiht der Rucksack durch das vorgeformte und ausreichend gepolsterte Tragesystem (z.B. sperrig verpackte Gaskartusche am Rücken). Eine richtig falsche und/oder grob nachlässige Austarierung der Einzelgewichte im Rucksack wird aber relativ direkt an den Nutzer übertragen und erinnert ihn an die Einhaltung der goldenen Regeln zum Verpacken der Ausrüstung.
Wenn der Rucksack richtig gepackt wird, stellen m. E. auch Lasten mit 25 – 30 kg noch kein Problem für das Tragesystem dar (auch wenn der Nutzer dann schon deutlich mehr ächzen wird – aber das liegt in der Natur der immer wieder sporadisch auftretenden Schwerkraft).

Verbesserungsvorschläge:

die Integration eines Regenschutzes würde die Ausstattung vervollständigen


der vertikale Längsreißverschluss sollte nach Möglichkeit als wasserdichte Version ausgeführt werden, sofern man diesen dafür ausreichend stabil konstruieren kann


alternativ würde ein durchgehender Klettverschluss an der Abdeckung des vertikalen Längsreißverschlusses wie beim JW-Spider zwar das Gewicht etwas erhöhen, aber zugleich die Regendichtheit an dieser Stelle verbessern (eher akademisches Argument)


an der Rucksackfront würden vier kleine Schlaufen zur optionalen Befestigung weiterer Ausrüstung (z.B. Isomatte) dienlich sein – das geht zwar momentan, ist aber nicht ganz so komfortabel wie möglich


ein an der Stirn- oder Rückseite des Deckelfachs horizontal angebrachter wasserdichter und ggf. abgedeckter Reißverschluss wäre m. E. noch praktikabler als die derzeit modischen und mittig angebrachten Versionen


Fazit:
Die Features, welche letztlich den Ausschlag zum Kauf des Rucksacks gegeben haben, sind die Folgenden:

ein in dieser Kategorie bisher einmaliges Gewicht von 1,56 kg


eine für meine Anforderungen perfekte Größe mit 65 L +10 L


ein ausreichender Kompromiss bei der Materialwahl (ist zwar nicht das gewünschte Cordura 1000 oder 500, dafür aber sehr leicht und mit deutlich besserer Beschichtung)


eine ausreichende aber zugleich minimalistische Ausstattung, wie sie mein uralter JW-Spider aufweist (als hätte Millet diesen mit neuen Materialien kopiert, weiterentwickelt und im Detail deutlich verbessert)


ein Preis von nur 130 EUR (ohne weiteren Kommentar)

Aufgrund seiner Konzeption (Verzicht auf ein separates Schlafsackfach, Begrenzung auf die notwendigen Funktionen, optimierte Materialwahl) ist der Rucksack sehr leicht geraten. Seine Funktionalität und ausreichende Robustheit habe ich auf der ersten vollwertigen Tour ausgiebig testen können. Der Rucksack hat bereits nach der ersten Tour ein ziemliches Suchtpotential bei mir ausgelöst, da er recht genau meinen aktuellen Vorstellungen entspricht. Nach langer Suche habe ich also endlich wieder gefunden, was ich für meine Zwecke benötige und bin seit langer Zeit wieder einmal mit einem Ausrüstungsgegenstand wirklich zufrieden.

Viele Grüße, Tom.

Kermit_t_f
19.12.2009, 10:36
Vielen Dank für den ausführlichen Bericht!
Ich habe nicht den Expedition 65, aber den Peuterey 40 und der liefert ein ganz ähnliches Bild, nur dass letzterer schwerer ist und dafür unter anderem 1000D Nylon bietet. Aber das Tragesystem weißt sehr ähnliche Eigenschaften auf, Rucksack sitzt bombenfest und tierisch bequem. Zudem überzeugen die Teile einfach durch ihre durchdachte Konstruktion. Muss meinen unbedingt mal mit einem Osprey Mutant oder Variant vergleichen, denen traue ich ähnliche Leistungen zu.
Das Suchtpotential kann ich nur unterstreichen :bg:

Peer
19.12.2009, 16:23
Hiho!

Erstmal: Vielen Dank für diese ausfühliche Einschätzung, sie lässt keine Fragen offen :)

Muss meinen unbedingt mal mit einem Osprey Mutant oder Variant vergleichen, denen traue ich ähnliche Leistungen zu.

Ich habe seit knapp einem Jahr einen Osprey Mutant. Konnte ihn leider bisher nicht in alpinem Gelände testen, werde dies aber nächstes Jahr tun und, falls bis dahin noch kein Testbericht vorliegt, auch einen solchen schreiben.
Hab ihn aber bisher auf verschiedenen Mehrtagestouren v.A. in den tschechischen Mittelgebirgen getestet, und nutze ihn nahezu jeden Tag zum Transport (in die Schule, zum Einkaufen etc.). Das Teil hat mich vollkommen überzeugt! Das gute Stück ist leicht, ausreichend ausgestattet und absolut stabil (bis ca. 12 kg getestet). Lohnt als Rucksack für winterliche Mittelgebirgstouren oder ausgedehnte Sommertouren (macht sich auch zum Trampen eins-a!)

Grüße
Peer

shorst
15.05.2010, 14:48
Hej Tah, hab hier in Berlin leider keine Möglichkeit den Rucksack anzuprobieren, wie ist denn deine Einschätzung ob er auch für 1,84m taugt?

tah
15.05.2010, 17:36
Hi SHORST,

das Teil sollte auch für Deine Größe passen. Mein Bruder hat inzwischen auch auf das Modell umgerüstet und ist ein klein wenig größer als Du. Mit etwas Glück kannst Du den Rucksack auch in Berlin anprobieren. Versuche es doch mal unter folgender Adresse:

Rucksack-Schlafsack.de
Boxhagenerstr. 106
10245 Berlin
Telefon: 030-44024213
Email: info@rucksack-schlafsack.de

Du solltest aber vorher anrufen und checken, ob eins der Teile im Lager ist, da dieses Modell nicht immer vorrätig ist.

Viele Grüße, Tom.

shorst
15.05.2010, 17:46
Wow, danke für die schnelle doppelt gute Info. Mal sehn ob ich Glück habe;-)
Sehr guter Testbericht! horst

shorst
19.05.2010, 09:18
Hab den Fehler gemacht nach dem Ausprobieren zu fragen ob man ihn denn auch gleich hier kaufen könne:grins:
Bin dann mit ca. 10 kg darin den ganzen Tag durch die Stadt, extrem angenehm und die Größe von dem Teil ist wirklich überaschend wenn man ihn voll entfaltet hat.
Einziger Punkt, vielleicht hab ich mit meinen 1,84m nen etwas längeren Rücken aber ich bin defintiv am Ende der sinnvollen Verstellmöglichkeit der Rückengurte, meine Rücken dürfte keine 2 cm länger sein, damit der Hüftgurt noch vernünftig aufg der Hüfte sitzt und gleichzeitig die Schultergurte ihn stabil am Rücken halten.
Also meine vollste Empfehlung, aber mit 1,9 m kann man ihn glaube ich vergessen.
Danke sehr für den Tip mit dem Laden Tah!

Ahnender
19.05.2010, 14:55
Macht der Laden auf Ladenverkauf?? Ich hatte Millet so verstanden, dass
die nur Onlinehandel betreiben.

shorst
19.05.2010, 19:17
Im Normalfall ist da kein Ladenverkauf, wenn es allerdings wie bei mir ist, du rufst an ob du ein bestimmtes Teil mal probieren kannst und sie haben es im Lager, machst nen Probiertermin aus und das Teil paßt dann kannst du es auch gleich mitnehmen. Aber wie gesagt im Normalfall kein Ladenverkauf.
Sehr nette Lagerverwalterin.

Mecoptera
31.05.2010, 16:04
Können Tourenskier seitlich am Rucksack befestigt werden? Wenn ja wäre dies wahrscheinlich mein nächster Hochtourenrucksack für den Winter...

Mecoptera
03.11.2010, 19:02
Habe ihn mir jetzt auch gekauft; hat an beiden Seiten je zwei Skibefestigungen.

shorst
03.11.2010, 19:19
Hej Mecoptera, ich liebe meinen, aber sag mal gibt deiner auch permanent Geräusche von sich, fast unabhängig davon wieviel du drin hast?

Sarekmaniac
03.11.2010, 19:42
Hilfe, mein Rucksack spricht.

Knackt das Tragegestell, oder was?

shorst
03.11.2010, 19:52
Nix spricht, nix knackt, ist vielleicht auch einfach dem Leichtbau geschuldet, aber egal ob ich 2 kg oder 25 drin habe ist ne permanente Geräuschkulisse beim Laufen vorhanden.
Ich mag sowas nicht, aber arrangiere mich halt damit da die restlichen Vorteile so sehr überwiegen, unglaublich was in das Teil alles rein paßt, und sich bequem tragen läßt.

Mecoptera
03.11.2010, 21:58
Ja, zumindest beim Probetragen mit einem Bierfass waren da einige Geräusche im Tragesystem...
Ich habe auch manchmal das Gefühl, dass irgendetwas am Tragesystem durchrutscht, schwer zu beschreiben, irgendwie gibt da irgendetwas manchmal schlagartig einige Millimeter nach, ist nicht unangenehm aber irgendwie verwirrend...

Elton911
19.03.2011, 22:51
Hi,

würdet ihn den Rucksack eher nur für alpine Unternehmungen empfehlen?
Oder ist er auch geeignet für "stinknormales Trekking"?
Sollte erstmal genutzt werden für Island, Norwegen und der gleichen.
Wesentlich häufiger wird er allerdings in den Alpen auf den Rücken kommen!

Gruss Daniel

shorst
20.03.2011, 00:02
Der wird zumindest bei mir hauptsächlich für kürzere Unternehmungen mit trotzdem umfangreichem Gepäck genutzt. Riesenvorteil ist halt wenn ich wie jetzt mit dem ganzen Klettergeraffel plus Campingkram nach Spanien fliege, da gewinnst du beim Rucksack schon mal eben 1,5 kg um unter den zb. 20 kg zu bleiben. Und rein paßt trotzdem alles.
Für wirklich längere Touren, sprich ich laufe 3 Wochen mit über 20 kg auf dem Rücken rum käme bei mir allerdings dann doch was mit stabilerem Tragesystem zum Einsatz, da ist mir der Tragekomfort das Mehrgewicht mehr als wert.
Ist halt schon die Frage wieviel Gepäck du bei deinen Touren dabei hast?

Elton911
20.03.2011, 01:20
Gewicht is meist so um die magische Grenze
~20Kg
Natürlich versuch ich es so leicht wie möglich, aber das wird schon angekratzt.

Ich denke ich bestell den Rucksack jetzt dann mal und teste ihn mal mit dem Gewicht.

Gruss Daniel

shorst
20.03.2011, 01:28
Machst auf keinen Fall was falsch mit dem Teil, es ist unglaublich was da reinpaßt und das bei dem Gewicht, und wenn du unter 20 kg bleibst funktioniert das Tragesystem wirklich klasse. Und wie gesagt für kürzere Sachen, oder wo du nicht soviele km laufen mußt ist er wirklich genial.

mgausp
22.03.2011, 12:18
Toller Testbericht und toller Rucksack.
Kann man den Rucksack auch ohne Deckeltasche sinnvoll verschliessen, wie gut kann man ihn denn komprimieren, wenn er nicht so voll ist? Ich würde das Volumen wahrscheinlich meist nicht ausreizen.
Gruß

HUIHUI
22.03.2011, 16:12
Schönes Teil, endlich gibt es eine massengefertigte Alternative zum Crux AK70 für "halb soviel Geld".

Mecoptera
28.03.2011, 14:33
Toller Testbericht und toller Rucksack.
Kann man den Rucksack auch ohne Deckeltasche sinnvoll verschliessen, wie gut kann man ihn denn komprimieren, wenn er nicht so voll ist? Ich würde das Volumen wahrscheinlich meist nicht ausreizen.
Gruß

Ja, ohne Deckeltasche ist er sogar schneedicht und wasserabweisend zu verschließen.
Komprimieren klappt besser als bei jedem! anderen Rucksack den ich bisher besessen habe (und das waren einige!). Mit den drei Kompressionsriemen an jeder Seite kann man den leichten Stoff des Hauptfaches so zusammenziehen, dass am Ende nur noch eine lange dünne Röhre übrig bleibt in die gerade mal eine Daunenjacke und etwas Tagesgepäck passt. Werde mir als Gipfelrucksack demnächst noch ein Tragesystem für die Deckeltasche bauen, die ist recht groß und fasst endlich mal alle Handschuhe, Mützen, Riegel und Signalmittel ohne fast zu platzen...

mgausp
25.06.2011, 19:04
Habe den Rucksack mitlerweile auch.

Das Tragesystem empfinde ich auch als überraschend gut, über 20Kg möchte ich allerdings nicht lange tragen, dafür ist er allerdings auch nicht gemacht.
Was für mich der ausschlaggebende Punkt bei der Kaufentscheidung war, ist die enorme Variabilität bezüglich des Rucksackvolumens, ganz komprimiert ohne Deckelfach geht er als Daypack durch und mit der Erweiterung ist er einfach unverschämt groß.
Wie schon geschrieben ist die Lastenkontrolle sehr gut, selbst mit 20Kg schaukelt der Rucksack kein bisschen.


ein durchgehender Klettverschluss an der Abdeckung des vertikalen Längsreißverschlusses würde zwar das Gewicht etwas erhöhen, aber zugleich die Regendichtheit an dieser Stelle verbessern

Das aktuelle Modell hat einen Klettverschluss am Frontreissverschluss, wahrscheinlich haben sie deine Bitten erhört ;)
Was ich noch nachrüsten werde sind zwei Kompressionsriemen am Rucksackboden, dann kann man ihn noch besser komprimieren und eine Isomatte an der Unterseite befestigen.

Mittlerweile gibt es den Rucksack übrigens auch in einer 50l Variante (http://www.millet.fr/catalog/search-c-16/expedition-50-lite-p-259-l-1.html), diese hat das selbe Tragesystem und wiegt noch etwas weniger.

Vielen Dank an Mecoptera für den Test, ohne den wäre ich nie auf den Rucksack gekommen!

Grüße

Kati79
25.06.2011, 23:40
Ich bin auch nur durch den Testbericht auf den Rucksack aufmerksam geworden. Den gibt es auch nicht in jedem Laden. Ich kann bisher auch keinerlei Mängel sehen, trägt sich gut und trotz allerhand Schnickschnack und Riemen ist er halbwegs leicht. Die Variabilität war mir wichtig, aber eben auch, dass das Teil auf dem Becken aufliegt und nicht an den Schultern zieht.

Ich habe den 50L bereits gesehen. Es gibt wohl ein neues Modell, der Käufer wird sicher in den kommenden Tagen einen Testbericht einstellen. Den Front-Reißverschluss gibt es dort leider nicht. Den habe ich beim Probepacken und Entpacken bereits sehr lieb gewonnen. Bei der 50L Variante ist auch unklar, ob der wasserfest ist. Das Material macht einen robusteren Eindruck als beim 65L-Teil. Und diese enorme Volumenerweiterung gibt es beim 50L auch.

willo
27.06.2011, 00:53
Ich habe hier den Millet Expedition lite 50 in der brandneuen 2012er Veriosn liegen - der auf der Outdoor im Juli vorgestellt wird. Ich schreibe die nächsten Tage mal einen Testbericht.

DonVitoCorleone
06.07.2011, 23:55
Weiß irgendjemand einen deutschen oder österreichischen Online-Shop der den Rucksack noch vorrätig hat?
Oder einen "echten" Shop im Großraum Tirol/Südwestbayern?

Von der Beschreibung und den Eigenschaften ist das der Rucksack den ich haben will! Aber er ist nirgends zu bekommen. Und ich will keinen anderen kaufen, ohne den nicht zumindes mal in der Hand gehat zu haben...

Manmanman

HUIHUI
09.07.2011, 00:17
.... ist er halbwegs leicht.....

.... Den Front-Reißverschluss gibt es dort leider nicht. Den habe ich beim Probepacken und Entpacken bereits sehr lieb gewonnen. ....

Ich glaube nicht das der Rucksack deinem Anforderungsprofil wirklich entspricht. Der Rucksack ist für das Gebotene SEHR leicht und ein Frontreissverschluss ist eigentlich, beim gedachten Einsatzzweck, auch nur sehr bedingt nötig.
Ich glaube du solltest dich eher nach anderen Rucksäcken umschauen wenn das bei dem Rucksack die Kritikpunkte sind.

Durch Wegfall des Reissverschlusses ist der Rucksack besser geworden. Das Gewicht ist ob der gebotenen und benötigten Features äußerst leicht ausgefallen.

Kati79
13.07.2011, 20:45
Ich glaube nicht das der Rucksack deinem Anforderungsprofil wirklich entspricht. Der Rucksack ist für das Gebotene SEHR leicht und ein Frontreissverschluss ist eigentlich, beim gedachten Einsatzzweck, auch nur sehr bedingt nötig.
Ich glaube du solltest dich eher nach anderen Rucksäcken umschauen wenn das bei dem Rucksack die Kritikpunkte sind.

@HUIHUI: Warum meinst Du, dass der Rucksack nicht meinem Anforderungsprofil entspricht? Kennst Du mein Anforderungsprofil? Ich denke nicht, also werde ich es Dir erläutern.

Ich finde es z.B. total nervig, dass man auf Touren, egal welcher Art, immer Kramen muss. Mit ein paar großen wasserdichten Säcken halte ich mittlerweile Ordnung, aber sowas wie Sonnencreme, Micropur, Kochzeug, die richtige Mahlzeit oder Batterien, muss man eben auch mal im Verlauf eines Wandertages aus dem Rucksack wühlen. Dann muss man alles Mögliche auspacken und wieder einpacken. Das nervt mich einfach, so wie es andere vielleicht nervt, dass sie ihre Trinkflasche nicht allein hinten in den Rucksack stecken können oder dass die Hose raschelt. Für mein Bedürfnis, das nervige Kramen einzuschränken, ist der Front-RV sehr praktisch. Wie Du aus meinem Post herauslesen kannst, dass das eine Kritik sein soll, hat sich mir nicht erschlossen.

Was das Gewicht des Rucksacks angeht, bin ich zufrieden damit. Ich habe mich ein paar Monate durch alle möglichen Tests und Gewichtsangaben gewühlt, habe Tragesysteme verglichen und wollte eben was haben, was besser ist, als der alte Rucksack, den ich seit 15 Jahren habe. Zum Vergleich: Mein alter Lowe Alpin trägt sich sehr gut, hat genügend Platz und man kann ihn auch mit wenig Gepäck tragen und er wiegt 2,1 oder 2,2 kg laut meiner Waage. Ich wollte wenigstens 500g einsparen, im Idealfall natürlich 1kg und trotzdem einen Rucksack haben, der auf der Hüfte liegt und ein angenehmes Tragesystem hat. Die ganz leichten Rucksäcke, die bis 1,3 kg Gewicht, haben mich nicht überzeugen können. Lieber trage ich 300g mehr, wenn dafür das ganze Gewicht auf der Hüfte sitzt. Ich bin einfach nicht dafür geschaffen, das Gewicht auf den Schultern zu tragen, zumindest nicht mehrere Tage lang. Ein ganzes Kilo spare ich nun aber nicht ein, nur weil ich den alten Rucksack durch einen neuen ersetze. Find ich nicht gut, aber letzten Endes entscheiden eben mehrere Punkte für den einen Rucksack, den ich mir dann aussuche. Und so ist es nun der Millet 65 geworden.

Als Alternative gab es noch den Osprey Exos 58. Den habe ich nicht genommen, weil ich den schlicht und einfach nicht schön finde, die Farbe ist mir zu fade und der sieht aus wie ein Klumpen. Den Luxus erlaube ich mir, auch ästhetische Ansprüche an einen Rucksack zu haben. Außerdem hat mein Freund den auch und Partnerlook find ich persönlich uncool.

Baerli
13.07.2011, 20:51
kurze Nachfrage:

Kann man den Frontreißverschluss von dem Millet 65 mit einem kleinen Vorhängeschloß sichern bzw kommt man leicht von außen an den Inhalt im Rucksack?
Ich frage mich ob der Inhalt im Rucksack sicher aufgehoben bin, wenn ich mal in Rom in die U-bahn steige um raus in die Provinz zu fahren.

Grüße

Kati79
13.07.2011, 21:11
Am Rucksack oben dran ist noch Stoff, damit man den mit 20Litern mehr beladen kann. Ich weiß nicht genau, wie man das nennt. Das haben fast alle Wanderrucksäcke. Diesen Stoff, den man dann mit einem Bändchen zusammenzieht und mit in den Sack stopft und den Deckel raufmacht. Das ist am Millet jedenfalls auch dran und der RV geht über die ganze Front bis nach ganz oben von diesem zusätzlichen Stoffstück. Den Schlitten des RVs wickelt man also mit ein, stopft ihn in den Rucksack und macht das Deckelfach drauf. Der untere Schlitten des RV, und den gibt es, habe gerade nochmal nachgeguckt, ist unter einem breiten Klettstreifen versteckt. Da müsste man wissen, dass da was hinter ist und dass es sich nicht nur um eine Zierleiste handelt. Ein Vorhängeschloss anbringen, ist sicher schwierig. Das ist ja dann wie ein Hinweisschild am unteren Schlitten. Die beiden Schlitten sind außerdem oben und unten. Die kann man nicht mit dem Zweck, den Rucksack abzuschließen, zusammenmachen.

Für Dokumente gibt es in der Innenseite des Deckelfachs eine Tasche mit Reißverschluss. Es gibt innen an der Rückenseite noch ein Zusatzfach für ein Trinksystem. Da kann man sowas wie den Pass auch reinstecken.

Kati79
13.07.2011, 21:14
Hier wurde auch die Frage gestellt, wo man den Rucksack bekommt. Ich habe ihn bei bergzeit.de gefunden. Da muss man über die Suche gehen und "Millet Expedition" eingeben.

DonVitoCorleone
14.07.2011, 15:15
Hier wurde auch die Frage gestellt, wo man den Rucksack bekommt. Ich habe ihn bei bergzeit.de gefunden. Da muss man über die Suche gehen und "Millet Expedition" eingeben.

bergzeit.de: ausverkauft
bergfreunde.de: ausverkauft
schwanda.at: ausverkauft
rucksack-schlafsack.de: ausverkauft
...

:(

Kati79
14.07.2011, 15:59
Da hab ich ja noch Glück gehabt. Habe auch erst vor einem Monat bestellt. Aber dieses Jahr ist auch wirklich der Wurm drin. Beim Zelt gings mir genauso.

Elton911
14.07.2011, 16:36
Frag mal bei bergzeit.de nach,
habe das auch gemacht und nen zuverlässigen Liefertermin bekommen, hab mich bisher aber noch nicht 100%ig überzeugen lassen und ihn noch nicht bestellt.

Gruss Elton

tah
17.07.2011, 22:31
... momentan in UK zu ordern, z. B.: www.adventurepeaks.com (leider inzwischen 150 £)

... deshalb schreibe ich in Zukunft lieber keinen zu positiven Testbericht mehr, wenn das den Preis so anheizt:-(

... werde demnächst den Testbericht mal mit einer "Langzeitbetrachtung" vervollständigen. Inzwischen habe ich das Teil über 1.000 km durch die Berge gewuchtet, mal mit nur 16 kg, mal mit bis zu 32 kg. Für meine Verhältnisse trägt sich das Teil bis etwa 25 kg ausreichend bequem, über 27 kg benötigen auf anstrengenden Langstreckentouren dann doch deutlich mehr Motivation.

Die Verschleißerscheinungen sind bei meinem ersten "Vorserienmodell" bisher äußerst gering - erstaunlich. Wir haben inzwischen zwei weitere dieser Teile aus einer späteren Produktion im Einsatz - die von mir beschriebenen Geräusche des Tragesystems bei höheren Lasten lassen sich bei denen nicht mehr beobachten.

So long, Tom.

HUIHUI
20.07.2011, 00:37
@HUIHUI: Warum meinst Du, dass der Rucksack nicht meinem Anforderungsprofil entspricht? Kennst Du mein Anforderungsprofil? Ich denke nicht, also werde ich es Dir erläutern.

Ich finde es z.B. total nervig, dass man auf Touren, egal welcher Art, immer Kramen muss. Mit ein paar großen wasserdichten Säcken halte ich mittlerweile Ordnung, aber sowas wie Sonnencreme, Micropur, Kochzeug, die richtige Mahlzeit oder Batterien, muss man eben auch mal im Verlauf eines Wandertages aus dem Rucksack wühlen.

Ich maße mir an durch die "Probleme" und "Lösungskette" bzw "Kriterienkette" in Postings die Outdoorerfahrung vom Nutzer zu bewerten, wie ich feststelle mit erfolg.

Es wird üblicherweise der Ausrüstung nicht gerecht und führt auch zu Frust wenn sie nicht im sachgerechten Kontext betrachtet wird. Für dich wird der Rucksack ohne Frontloader schlechter, für sein eigentliches Anwendungsspektrum wird er eher besser.

Was du zu dem Rucksack schreibst liest sich für mich so ungefähr:

"Der neue Rennwagen ist wirklich flott im Wohngebiet und Stauraum hat er auch auf dem Beifahrersitz. Der Auspuff ist gut geeignet um Spiegeleier zu Braten. Leider hat das aktuelle Modell mehr PS und ist daher zu ruppig auf der Fahrt zum Gartencenter, das neue Fahrwerk schabt auch viel leichter an Bordsteinkanten"

Sarekmaniac
20.07.2011, 07:34
Huihuihui.:o

@huihui, nicht so ruppig.;-)

Sarekmaniac
20.07.2011, 07:36
Huihuihui.:o

@huihui, nicht so ruppig.;-)

Glaub' mir, Kati weiß, wie Wandern geht.

Mecoptera
20.07.2011, 10:43
Für dich wird der Rucksack ohne Frontloader schlechter, für sein eigentliches Anwendungsspektrum wird er eher besser.

Ich finde den RV ideal für das geplante Einsatzgebiet; man kann im Winter den gesammten Rucksack auf dem Schnee öffnen und kommt ans Zelt ohne die Sachen darüber wegräumen zu müssen, gerade bei viel Wind super, da das ganze in 10s erledigt ist hat man wenig Flugschnee im Rucksack und muss beim Auspacken nicht alles in der Hand halten bis man am Zeltsack ist. Auch im Zelt kann man vieles einfach im aufgeklappten Rucksack lassen und hat so relativ viel Ordnung.
Der RV ist nicht mit denen von Deuter zu vergleichen wo man von der Seite mit viel Mühe mal eine Wasserflasche rausquetschen kann; wenn man den ganz öffnet kann man das komplette Vorderteil einfach wegklappen und hat alles vor sich; auch zum verpacken super...

DonVitoCorleone
20.07.2011, 18:14
Huihuihui.:o

@huihui, nicht so ruppig.;-)

Glaub' mir, Kati weiß, wie Wandern geht.


Ich glaub was HUIHUI meint ist: Der Expedition 65 ist eben kein Wanderrucksack. :confused:

iceman
20.07.2011, 18:24
Hier kann man ihn bestellen.Ist ein supi Laden in Chamonix.

http://www.cham3s.com/uk/expe-65,19029,p.html#

bloederhund
30.07.2011, 18:23
Habe mir den Rucksack heute bei diesem Händler gekauft.

http://www.sport2000.at/haendlerseite.php?id=130

RobertoS
26.05.2012, 15:38
Dieser Rucksack scheint gross und leicht zu sein....

..und mit einem tollen Tragesystem...der auch 20 kg schlucken kann..

eine Frage:

Auf der Homepage von millet.fr findet man auch diesen Rucksack mit der Angabe von 65+30L..das waeren ja 95 Liter..!!!!!!!!!!!Viel zu gross fuer meine Zwecke...dann bieten sie auch den 50 + 20L an..das waere ja genug fuer mich...

..stimmen diese Angaben?

Danke

tah
28.05.2012, 11:27
Dieser Rucksack scheint gross und leicht zu sein...

... ja


...Tragesystem...der auch 20 kg schlucken kann...

... auch ja


Auf der Homepage von millet.fr findet man auch diesen Rucksack mit der Angabe von 65+30L..das waeren ja 95 Liter..!!!!!!!!!!!Viel zu gross fuer meine Zwecke...dann bieten sie auch den 50 + 20L an..das waere ja genug fuer mich...

Auch wenn beide Rucksäcke aus der Expedition-Serie stammen, verfolgen sie doch unterschiedliche Konzepte.

Der 65L ist, wie es die Bezeichnung schon angibt, ein üblicherweise 65 Liter fassender Rucksack. Dieses Volumen benötige ich persönlich z. B. bei meinen Solotouren, welche bis zu drei Wochen andauern können. Bei Solo-Hochtouren mit Schnee und Eis reicht bei mir dieses Volumen dann noch für bis zu zwei Wochen aus. Die Ergänzung um weitere 30 Liter habe ich bisher nur auf unserer Familientour in Island benötigt, bei der die Kids wenig und die Erwachsenen mehr transportieren durften. Die 30 Liter Reserve ist m. E. etwas, was eher bei Hochtouren mit viel Geraffel bei Schnee und Eis benötigt wird. Gramm-Jäger und Muskelkraftsparer könnten deshalb auch in die Versuchung geraten, diese Aufstockung zurückzubauen :-).
Der eigentliche Unterschied zur 50L Variante ist die längs verlaufende Frontöffnung, welche bei dem kleinen Modell fehlt. Auch wenn sich hier die Geister scheiden, ich benötige bei der Art, wie ich meine Touren angehe, diese Frontöffnung regelmäßig - andere vielleicht nicht.

Die 50 Liter große Variante entspricht, da sie die Frontöffnung nicht hat, eher einem klassischen Hochtourenrucksack (mit sehr geringem Gewicht). Vom Material- und Schnittkonzept sind sich die beiden Rucksäcke ansonsten ziemlich ähnlich.
Die 20 Liter Ergänzung des kleineren Rucksacks ist m. E., wie bei dem großem Modell, gut für eine temporäre Nutzung (Aufstieg/Transport zum nächsten Lager oder bei stetiger Reduktion der Aufstockung durch Lebensmittelverbrauch) aber weniger gut für einen dauerhaften Einsatz, da sich durch diese Aufstockung die Balance am Rücken nicht mehr so optimal gestaltet. Diesen Effekt mit der Balance kann man in der von mir gemeinten Form aber auch bei allen anderen Rucksäcken mit optionaler (hoher) Aufstockung beobachten.

Viele Grüße. Tom

RobertoS
28.05.2012, 15:44
Danke fuer die ausfuehrliche Meinungsschilderung.............

ich werde wohl den 65 L nehmen...werde zwar "hoffentlich nie" die +30L verwenden... aber... mehr Platz ist schon praktisch..ist auch feiner beim Packen...und die Frontoeffnung kommt mir besonders bei laengeren Touren praktisch vor...

..und die beiden unterscheiden sich im Gewicht (laut Hersteller) um 310 g..das ist meiner Meinung nach durchwegs akzeptabel.

winnetoux
31.05.2012, 19:49
Bei mir liegt gerade ein Expedition 65. Gefällt mir, hat aber ein entscheidendes Manko: Wie kommt ihr bitte mit dem kurzen Rücken klar?

Der Rucksack hat eine gute Lastübertragung, wenn sich der Hüftgurt (ziemlich mickriges Teil, aber könnte funktionieren, wenn er denn an der richtigen Stelle säße und diverse andere Riemen dann auch) über Bauchnabel befindet – in der Position find ich ihn fast bequem bzw. man ahnt, wie es sein könnte, wenn er auf Hüfte säße und lang genug wäre. Ich bin keine 2 m groß, noch nicht mal 1,77 m, mit den ca. 12 kg gerade geht das natürlich auch mal, aber da passt noch viel mehr rein …

Mit verlängerten Schulterriemen rutscht er zwar runter halbwegs auf Hüfte, aber dann haben die Schulterlaskontrollriemen oder wie man die nennt oben doch überhaupt keinen Zug mehr, sind so weit unten, dass sie nur nutzlos rumbaumeln, der Rucksack kann nicht weiter rangezogen werden. Die Hüftflossen werden so auch nicht unbedingt belastet, den Alubogen trägt man eher spazieren. Der Rucksack wackelt oben rum und zieht nach hinten, von wegen Lagestabilität. Es gibt ein angenehme Luftlücke so am Rücken, aber man muss schon mit 12 kg den Fliehkräften entgegenarbeiten, dabei ist er nicht über die 65 l gefüllt – es ist mir absolut rätselhaft, wie Leute über 1,70 m damit 20 kg tragen, ohne dass alles auf den Schultern liegt oder der Hüftgurt ein Taillengurt ist - und alles unnötig turmhoch.

Tja - so viel zur Ergänzung. Ansonsten fänd ich ihn super. Eine Verlängerung bzw. Verstellmöglichkeit (ich erwarte keine umfassenden Justierungen, einfach einen längeren Rücken, es wäre ja auch Platz) hab ich wohl nicht übersehen?

RobertoS
01.06.2012, 19:21
Hilfe...

ich finde keinen Onlineshop der das aktuelle Modell mit 65L (mit Klettverschluss ueber dem vorderen Reissverschluss...) lagernd hat...!

Kann mir jemand helfen? Moechte jemand seinen verkaufen?

Danke.

Hundianer
01.06.2012, 22:24
Ich glaub, das ist der Aktuelle (http://www.sport-schuster.de/Ausruestung/Rucksaecke-Taschen/Millet-Expedition-65-Rot.html), oder?

winnetoux
04.06.2012, 00:10
Ja. Falls das Modell einer haben möchte - und keine andere Möglichkeit sieht :o - kann ich es auch schicken (D). Ist letztendlich egal, sonst geht es im Laufe der nächsten Woche zurück an den shop. Also bitte im Laufe des Montags ggfs. melden.

RobertoS
04.06.2012, 15:04
Kann mir bitte ein Experte sagen ob das hier im link das Modell von 2012 (...der mit Klettverschluss am Front-RV) ist...die vom Geschaeft antworten naemlich nicht auf meinen Mails...

(http://www.sport-schuster.de/Marken/Millet/Millet-Expedition-65.html?nrv8ref=1

Danke.
R

fuchsnoir
04.06.2012, 23:13
Kann mir bitte ein Experte sagen ob das hier im link das Modell von 2012 (...der mit Klettverschluss am Front-RV) ist...
(http://www.sport-schuster.de/Marken/Millet/Millet-Expedition-65.html?nrv8ref=1

Ich bin heute mal beim Schuster vorbei gelaufen und hab geguckt. Die Frontleiste ist wie im letzten Jahr mit Klett verschlossen. Kann mir auch nicht vorstellen warum sie das abschaffen sollten.

RobertoS
05.06.2012, 07:39
..das alte Modell hatte so weit weiß keinen Klettverschluss...

..danke für die Info, Rucksack wurde gerade bestellt.

Gruss
Roberto

Ingwer
20.06.2012, 21:59
Ich kann mich dem allgemeinen positiven Feedback nur anschließen. Nach der Lektüre dieses Threads blieb keine Frage mehr offen, und nach dem Kauf des Rucksack boten sich keine großen Überraschungen mehr (weder in positiver wie negativer Art).
Es ist wirklich ein toll zu tragender Rucksack, mir geht es allerdings wie dem User Shorst, mit meinen (ebenfalls) 1,84m Körpergröße bin ich am Ende der sinnvollen Verstellmöglichkeit der Rückengurte. Normalerweise habe ich die Größe bei Rucksäcken, ich würde deswegen Usern mit der Rucksackgröße L vom Expedition 65 abraten.

Übrigens, den Rucksack gibts gerade auch günstig in der Bucht.

barbican
31.07.2012, 12:04
Hallo, ich habe mir den Rucksack auch gekauft, vielen Dank an dieser Stelle für den ausführlichen Bericht hier. Mir geht es etwas anders als Ingwer, ich war überrascht beim auspacken. Zuerst ein mal, weil der günstig bei rucksack-schlafsack.de gekaufte Rucksack gar nicht wie erwartet das alte Modell war. :grins: Und weiterhin, da das Material unerwartet fest ist.

Daher hier mal ein paar Angaben zum neuen Modell:
Hauptmaterial am Korpus ist ein 420D "Honycomb". Ich hab mal gelesen, dass die Fadenstärke eigentlich nichts aussagt, aber er wirkt definitiv robuster aus typischer 210D-Stoff. Auf der Rückenseite vermutlich normaler 420D. Der Boden wirkt vom Garn sehr dick, da könnte die bergzeit-Angabe mit 1000D Kodura sogar stimmen (obwohl die ansonsten mit den 1250g des 50ers ganz schön auf den Putz hauen ;-)), ist aber wenig dicht gewoben. Also irgendwo zwischen der Haltbarkeit 400-1000er Stoffe einzuordnen. Mich freut der dickere Stoff gegenüber der hier beschriebenen Version. Auch sonst wirkt der Rucksack in allen Details sehr robust verarbeitet. (zB sind die Spanngurte an den Schultern "breit" angenäht, beim Pickelsystem ist Gummi aufgenäht, ....)
Wenn sich die Stoffe stark ändern, aber die angegebene Masse um kein Gramm, kann man ja schon mal stutzig werden. Laut Küchenwaage sind es beim neuen Modell 1655g.
Das veränderte Pickelsystem sieht man ja auf den Bildern, aber es gibt noch weitere Details: Die Deckeltasche ist jetzt hinten mit Spanngurten statt Schnallen befestigt. Bis zu Hüfttasche muss man da jetzt also etwas mehr basteln/fummeln. ebenso sind die beiden unteren Kompressionsriemen nicht mehr mit Schnallen versehen. Finde ich beides etwas schade, aber ok. Dafür stimmt die Länge: bei einem vollgestopften Rucksack passt unter die seitlichen Riemen immer noch eine normale Isomatte (RidgeRest).

Was fehlt? Eigentlich nichts, bei der Deckeltasche fände ich einen horizontalen Reißverschluss mit Abdeckung auch besser. Aber man sieht, dass der Rucksack für Schnee und Eis entwickelt ist. Daher ist es auch logisch, dass keine Regenhülle integriert wurde, sondern er für derartige Bedingungen ausreichend wasserabweisend ist. Das Tragesystem ist genial leicht, keine Ahnung warum andere Hersteller Schienen statt Rohre verwenden und die Polsterung zum Ohrensessel ausbauen. Mag bei flachem Trekking wegen der guten Position des Gewichts egal sein, aber sobald es ins vertikale geht... Achso, ich bin 1,70. Daher stimmt die Größe perfekt. Aber statt alle Rucksäcke mit Höhenverstellung auszustatten sollten die Hersteller lieber weniger Modelle, dafür in 3 Größen anbieten, meine Meinung.

Ich hoffe der Beitrag hilft jemand anderem bei der Entscheidung. In ein paar Monaten schreib ich vielleicht noch einen Praxisbericht.

Cluster
19.06.2013, 23:13
Weiß jemand, ob es ab Juli ein neues 2013er Modell geben wird?

brokenMIRROR
15.10.2014, 15:53
keine Ahnung ob hier Fragen zum Rucksack noch beantwortet werden, aber:

stimmt es das der Rucksack bei manchen schon "zerbröselt" ist?

Hab schon von verschiedenen Leuten gehört das der Rucksack ne nicht so langfristige Anschaffung war...

walnut
16.10.2014, 12:09
Ich hab meinen jetzt 4 Jahre und da bröselt nix, obwohl ich nicht zartfühlend damit umgehe. Ich nutze ihn aber auch nicht für längere Treks, eher für Kletterreisen, oder Anreise Wildwasserpaddeln wo du halt ne Menge Geraffel über kürzere Strecken transportieren mußt, wo der Rucksack aber auch halt manchmal einfach irgendwohin geschmißen wird oder durch nen Kamin geschleift.

mitreisender
16.10.2014, 13:59
keine Ahnung ob hier Fragen zum Rucksack noch beantwortet werden, aber:

stimmt es das der Rucksack bei manchen schon "zerbröselt" ist?

Hab schon von verschiedenen Leuten gehört das der Rucksack ne nicht so langfristige Anschaffung war...

Es gibt ihn ja eh nicht mehr laut Homepage. Nachfolger scheint der Prolighter 60 zu sein. Und der hat auch nicht mehr den RV Zugang vorne, sondern nur einen sehr kurzen Front RV am oberen Rand. Seltsame Produktpflege.