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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [Testbericht] Fenix HL 20 Stirnlampe



Sarekmaniac
16.08.2010, 21:44
Fenix HL 20 Stirnlampe

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Fenix_HL20_01.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/15000)


Kaufdatum: 2010
Hersteller: Fenixlight (http://www.fenixlight.com/newping.asp)
Modellbezeichnung: HL 20
Modelljahr: 2010
VK-Preis : ca. 45 €
Technische Daten:
Eine Cree XR-E R2 LED
50.000 Stunden Lebensdauer
digital geregelt für weitgehend konstante Helligkeit auch bei Abfall der Batteriespannung
Drei Helligkeitsstufen + SOS-Fuktion
4 Lumen: 56 Std.
48 Lumen: 5,5 Std.
105 Lumen: 1,8 Std.
SOS-Modus: 15 Std.
maximale Leuchtweite (bei 105 Lumen): ca. 70 Meter
Batterie: 1 x 1,2 - 1,5 Volt Mignon-AA-Zelle (Alkali, NiMh oder Lithium). Herstellerempfehlung für maximale Betriebszeit und Lichtausbeute: NiMh-Akku.
Wasserdichtigkeit: IPX 8
Optionales Zubehör: Streulinse, weiß.


Abmessungen und Gewicht
Größe Kopf: 6,4 x 5,0 x 3,9 cm
Lampenkopf mit Stirnbandhalterung: 49 g
Stirnband: 18 g
Gebrauchsgewicht mit Batterie: 92 g
Streulinse (optional): 1 g

Bewertung der Verarbeitungsqualität: sehr gut
Handling: sehr gut
Alter Testperson: 31–40
Geschlecht Testperson: weiblich


Erster Eindruck:

Bei den Worten „Made in China“ gehen bei so manchem qualitätsbewussten Outdoorer die Alarmglocken an. Bitte abschalten. Fenixlampen sind nicht nur „made in China“, sondern auch dort entwickelt. Die junge Firma aus Shenzhen hat sich innerhalb weniger Jahre einen soliden Ruf aus Premiumhersteller erworben, wenn es um kompakte Taschenlampen und LED-Leuchten für unterschiedliche Einsatzbereiche geht.

Die Fenix HL 20 ist nach der Fenix HP 10 die zweite Stirnlampe von Fenix.

Während die größere HP 10 das Batteriefach für 4 AA-Batterien am Hinterkopf hat, mit einer Kabelzuführung zum Lampenkörper, wird bei der HL 20 eine einzelne AA-Batterie in ein Batteriefach unter dem Lampenkörper eingelegt. Das Fach ist einfach mit einem wasserdicht schließenden Schraubdeckel verschlossen - keine empfindlichen Clipsverschlüsse und friemeligen Kunststoffnasen. Aufschrauben, Batterie längs rein, zuschrauben, fertig.

Batteriefach mit geöffnetem Schraubdeckel:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Fenix_HL20_07.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/15006)



Schalter rechts gegenüber auf der Fußseite des Batteriefachs:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Fenix_HL20_06.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/15005)


Da das Batteriefach vorn unter dem Lampenkopf liegt, gibt es keine Kabelzuführungen die brechen können, und kein Fach im Nacken, das stört, wenn man, z.B. beim Lesen, auf dem Rücken liegt.

Die Lampeneinheit wird mit einer Clip-Halterung an einer Platte befestigt, durch die das Stirnband läuft. Der Abstrahlwinkel kann durch Drehen des Batteriefachs in den Clipsen reguliert werden. Clipse und Batteriefach sind leicht gezahnt, so dass die Lampe in der gewählten Stellung hörbar einrastet und zuverlässig arretiert.

Höchste Stellung:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Fenix_HL20_02.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/15001)


Tiefste Stellung:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Fenix_HL20_03.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/15002)

Es geht, wenn man über den Widerstand hinaus dreht, auch noch tiefer. Aber das braucht man wohl nur bei ungewöhnlicher Physiognomie, oder wenn man das eigene Kinn anleuchten will.


Ohne Stirnband kann die Lampe mit der Stirnbandhalterung längs oder quer auf ein Gurtband aufgefädelt werden:

Die Stirnbandhalterung von hinten:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Fenix_HL20_10.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/15356)


Lampe am Rucksack-Schultergurt befestigt:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Fenix_HL20_11.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/15357)


Die optionale Streulinse wird auf die Leuchte aufgesteckt und kann dann nach Bedarf hoch- und runter geklappt werden:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Fenix_HL20_05.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/15004)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Fenix_HL20_04.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/15003)


Das Stirnband kann durch eine Kunststoffschnalle schnell in der Länge angepasst werden.

Anders als bei den meisten kompakten Stirnlampen in der Gewichtsklasse unter 100 g besteht der Lampenkopf der HL 20 komplett aus hart-anodisierten Aluminium und macht einen ziemlich unkaputtbaren Eindruck. Batteriefach und Halterung sind aus schlagfestem Kunststoff und wirken ebenfalls sehr robust.

Der Hersteller garantiert Wasserdichtigkeit nach IPX 8 -Standard. Das heißt dicht bis zu 30 Minuten bis zwei Meter Wassertiefe. Für den Unterwassereinsatz ist sie natürlich nicht gedacht, aber der kompromisslose Gebrauch in übliche Oudoorsituationen wie Wandern oder Campaufbau bei Dauerregen, Transport im regenfeuchten Rucksack etc. sollte für die HL 20 kein Problem darstellen.

Kleiner Küchentest mit dem Lampenkopf. Eingeschalt und für eine Stunde in einer Schüssel mit Wasser versenkt. Kein Kurzschluss zu vermelden.;-):

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Fenix_HL20_09.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/15355)


Bedienung:
Die Bedienung ist denkbar einfach durch einen Knopf auf der rechten Seite des Batteriefachs. Mit einem kurzen Druck schaltet man die Lampe ein, erneutes Drücken, ca. 1 Sekunde lang, aktiviert die nächste Helligkeitsstufe; zweimaliges Drücken schnell hintereinander aktiviert den SOS-Modus. Die Lampe besitzt eine intelligente Steuerung, die sich die letzte Betriebsstufe merkt und beim Wiederanschalten automatisch wieder einstellt. Der Knopf ist leicht gängig und durch die Größe mit etwas Übung auch mit Handschuhen gut zu finden und zu bedienen


Leistung:

Die Lichtleistung der HL 20 ist beeindruckend, wenn man sie mit anderen Lampen in der Kompaktklasse vergleicht. So eine kompakte Lampe ist natürlich vorrangig für den Nahbereich konzipiert, für Aktivitäten im Camp, Zeltaufbau nach Dunkelheit, für Berghütten etc. Doch die 105 Lumen und 70 m Leuchtweite der hellsten Betriebsstufe reichen aus, um im Falle eines Falles auch schwierige Geländesituationen ausreichend ausleuchten zu können. Für die Orientierung im Dunkeln in normalem Gelände reichen die 48 Lumen dicke aus.

Mit der Streulinse verbreitet die HL 20 bei der niedrigsten Betriebsstufe (4 Lumen) ein angenehmes Licht zum Lesen, Kochen oder für andere Aktivitäten im Nahbereich.

Die Leuchtdauer in den beiden höheren Betriebsstufen ist aber IMO zu begrenzt für ausdauernde Nachtaktivitäten. Wer über Stunden viel Licht braucht, ist mit der Fenix HP10 besser bedient.

Zur Ausleuchtung lässt sich aktuell nichts sagen, da es so spät dunkel wird. Sobald die dunklen Herbstabende kommen, wird das nachgeholt.

Erstes Fazit:

Überzeugendes, funktionales Design, das einen sehr robusten Eindruck macht, leicht, bedienungsfreundlich, und das alles bei beeindruckender Leistung und einem attraktiven Preis. Da nur eine AA-Batterie benötigt wird, ist die Anzahl der mitzuführenden Ersatzbatterien/-Akkus auch auf längeren Touren überschaubar. Die Batterie lässt sich durch die simple Schraubdeckellösung auch im Dunkeln tauschen. Ein wichtiges Feature für Solotouren, bei denen aus Gewichtsgründen auf eine Ersatzlampe verzichtet werden soll. Wer je mit einer der beliebten Leichtgewichts-Stirnlampen eines bekannten französischen Herstellers im Dunkeln saß, weiß, was ich meine.


Zwei kritische Punkte:

Der Schalter spricht auf Druck sofort, ohne Zeitverzögerung an und ist sehr leicht gängig. Ich sehe da eine gewisse Gefahr, dass sich die Lampe, einfach in ein Rucksackfach gesteckt (wie man das halt so macht unterwegs:grins:), versehentlich einschaltet.

Das Stirnband lässt sich zwar schnell auf Länge einstellen, neigt aber, vor allem, wenn man das Band nicht von vornherein sehr stramm eingestellt hat, dazu, sich selbst aufzuziehen, weil es nur ein einmal durch eine gerade Schnalle läuft:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Fenix_HL20_08.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/15007)

Eine etwas abgewinkelte Leiterschnalle, durch die das Band zweimal durchgeführt wird und sich stärker verklemmt, könnte da Abhilfe schaffen. Inwiefern das ein praktisches Problem ist, etwa bei bewegungsintensiven Aktivitäten wie Joggen, wird aber erst der längere Einsatz zeigen.


Wünsch dir was:

Leider gibt es für die HL 20, anders als für ihren großen Bruder HP 10, (noch?) keinen Rotfilter. Ein aufschraubbarer Rot-Filter, oder besser noch eine rote Aufstecklinse ähnlich wie die weiße Streulinse würde das Einsatzspektrum dieser sehr schönen Lampe noch erweitern.


Praxistest/Langzeittest:

Ich habe die Lampe nun für längere Zeit im Gebrauch gehabt. Meistens nur in der niedrigsten Helligkeitsstufe. Auf meinen Laufstrecken (bekannte Wege) reicht das völlig aus, und ist eher manchmal schon zu hell/blendend. Ich habe eine ganz gute Nachtsicht und stelle selbst im Dunkeln beim Laufen die Lampe zwischen durch immer wieder über längere Strecken ab. Wie bereits erwähnt - ein abklappbarer Rotfilter wäre etwas Feines.

Ein weiterer Kritikpunkt sind Konflikte mit funzeltragenden Mitbewohnern im Zelt, die sich des abends selbst durch die niedrigste Leuchtstufe gestört und irritiert fühlen.:bg:

Auf unserer Lapplandtour im September habe ich versuchshalber Alkali-Batterien verwendet und vier Stück in zwei Wochen verbraten, obwohl wir doch noch recht lange Tageslängen hatten. Über Silvester habe ich dann nach Norwegen (Rondane/Ringebu) Lithium-Batterien mitgenommen. Ich habe nicht Buch geführt, aber die vom Hersteller angegebenen Leuchtzeiten könnten schon in etwa hinkommen. Eine Batterie hat vier Tage gereicht. Dazu muss man sagen: Sonnenaufgang um 10:00, Sonnenuntergang um 14:00. Das heißt während der Lagerzeiten im Zelt und auch abends und morgens auf den Hütten war die Lampe im Dauerbetrieb. Die längeste Tagesetappe die wir gemacht haben, lag so bei 24 km, an drei anderen Tagen waren es 16-18 km; wir sind also eigentlich immer im Dunkeln aufgebrochen und lange, zum Teil mehrere Stunden, im Dunken weitergelaufen. Die niedrigste Leuchtstufe hat fast immer für die Orientierung im Gelände ausgereicht.

Am 30.12. sind wir mit starken Rückenwind und Schneetreiben ca. 4 Stunden im Stockdunkeln das Steinbudalen im südlichen Rondane hinuntergelaufen, bzw. geblasen worden. Ein eher hakeliges, mit Bodenwellen, Riefen und tiefen Senken durchzogenes Gelände, wegen des wenigen Schnees viele Eisplatten und offener Fels. Mit der höchsten Helligkeitsstufe, auf die ich dann regelmäßig hochgeschaltet habe, ließ sich das Gelände hervorragend ausleuchten, und außerdem konnte man sich dann schön ein neues Peilziel für den Kompass suchen.

Zu den kritischen Punkten, die schon in der Diskussion angesprochen wurden:

Die Lampenhalterung ruft bei mir keine Druckstellen hervor
das Stirnband verstellt sich, nicht am Kopf, aber sobald kein Zug drauf ist. Man gewöhnt sich schnell daran, vor dem Aufsetzen das Band auf die gewünschte Länge einzustellen, und es ist ja auch nur ein Handgriff, aber das müsste nicht sein.
Der Trick vom Chemiker, den Batteriefachdeckel leicht aufzuschrauben, um ein versehentliches Einschalten zu verhindern, hat sich gut bewährt. Und das sollte man wirklich auch tun. Die Lampe schaltet sich sonst leider schnell selbst ein.
Batteriewechsel klappt auch mit klammen Fingern
(ich wiederhole mich:grins:) Ein Rotlichtfilter habe ich vermisst
Die "klobige" Lampenhalterung fand ich super. Lässt sich mit Handschuhen einstellen, ein- und ausschalten, und der Lampenkopf ragt so weit vor, dass er auch unter dem Schirm eines Hardshells, oder, wie hier zu sehen, unter der dicken Kapuze meiner Daunenjacke herausragt:


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1040498.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=22651&title=p1040498&cat=500)


Dieses Produkt wurde der ODS-Testgruppe vom Importeur Flashlightshop zum Testen zur Verfügung gestellt. Ebenfalls Interesse, Ihre Produkte durch die outdoorseiten.net testen zu lassen? Hier (http://www.outdoorseiten.net/forum/portal.php?seite=fuer-hersteller) erfahren Sie, wie es funktioniert.

ThomasT
19.08.2010, 22:40
Gibt es statt der Streulinse auch einen Rotlichtaufsatz?

j.c.locomote
20.08.2010, 00:35
Gibt es statt der Streulinse auch einen Rotlichtaufsatz?


Wünsch dir was:

Leider gibt es für die HL 20, anders als für ihren großen Bruder HP 10, (noch?) keinen Rotfilter. Ein aufschraubbarer Rot-Filter, oder besser noch eine rote Aufstecklinse ähnlich wie die weiße Streulinse würde das Einsatzspektrum dieser sehr schönen Lampe noch erweitern.
;-)

Sarekmaniac
21.08.2010, 21:23
Habe extra nochmal beim Importeur nachgefragt: In der Tat gibt es keinen Rotfilter.:( Sowas sollten sie bei Fenix unbedingt noch basteln, praktisch wie die Streulinse. Gerade das mit dem Runterklappen finde ich gut, dann kann man bei Nacht flott auf Weißlicht umstellen, wenn man mal etwas mehr Licht braucht. Praktischer eigentlich als ein Aufschraub-Vorsatz.

j.c.locomote
21.08.2010, 22:16
Sitzt der Aufklappaufsatz denn fest oder muss man da aufpassen den nicht aus versehen runter zu reißen?

blitz-schlag-mann
22.08.2010, 01:09
Hi,

kannst Du Deine Lampe über den kompletten Schwenkbereich schwenken? Ich hatte hier (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?t=39136) mal meine Meinung zur Lampe geschrieben.

Mein Eindruck:
Bewertung der Verarbeitungsqualität: ausreichend
Handling: mangelhaft
Alter Testperson: 31–40
Geschlecht Testperson: männlich

Nicki
22.08.2010, 19:23
kannst Du Deine Lampe über den kompletten Schwenkbereich schwenken? Ich hatte hier mal meine Meinung zur Lampe geschrieben.

Bei mir klappt das Problemlos


Bewertung der Verarbeitungsqualität: ausreichend

Ich kann keine Verarbeitungsmängel erkennen, Grate sind sauber, nix ist schief, meine ist gut und sauber verarbeitet


Die Lampe ist unbequem am Kopf,

Unbequem ist sie bei meinem Kopf nicht.

Gruß FS

Sarekmaniac
23.08.2010, 23:57
Testbericht ergänzt:

Habe die Lampe auf Dichtigkeit getestet und Bilder von alternativen Befestigungsmöglichkeiten zugefügt.

@Blitzschlagman: Habe mir deine Kommentare zur Lampe durchgelesen.

Was dir an dem Stirnband nicht gefällt, ist mir nicht klar. Meinst Du die Arretierung? Das Band selbst ist doch ein ganz normales, gewebtes Elastikband. Ich finde es im Vergleich mit den Petzel- und Silvaleuchten, die ich besitze oder besessen habe, sogar reichlich dick und die Webkanten sehr solide.

Dass die Lampe unbequem sitzt, kann ich nicht bestätigen. Ich habe die jetzt bis zu vier Stunden am Stück aufgehabt, und fand das völlig unproblematisch. Hängt aber vielleicht von Kopfform und Haarpracht ab. Ich habe da ein entsprechendes Polster:grins:. Im September in Lappland werde ich den nahezu kahlen Göttergatten zum Lampentragen verdonnern. Mal schauen, was er zur Passform sagt.

Du kritisierst, dass das Lampengehäuse zu groß ist und sich solo nicht anderweitig befestigen lässt. Ja nun, es ist halt eine Stirnlampe, keine kleine stabförmige Taschenlampe, die zu einer (improvisierten) Stirnlampe umgerüstet wird. Und mit dem "Geraffel", also der Stirnbandhalterung, lässt sie sich durchaus alternativ befestigen (an Gurtband längs und quer).

Wenn man eine kleine Stablampe habe möchte, die man schnell überall dranbinden und dranklipsen kann, dann kauft man sich natürlich besser keine Stirnlampe.

Ich persönlich finde das größere Gehäuse praktisch, weil es sich z.B auch mit Fausthandschuhen fassen und verstellen lässt.

Du hast recht, dass die untere Kante des Lampenkörpers beim Einstellen an einem Punkt über die Stirnbandhalterung schleift. Das ist unnötig, ich würde das allerdings nicht durch eine Aussparung in der Halterung beheben, sondern einfach indem man den Abstand zwischen Lampenkörper und Stirnband um zwei Millimeter erhöht, das müsste schon reichen. Trotz dieses Schleifpunkts lässt sich die Lampe (ich habe gerade noch einmal gezählt;-)) auf sechs Stufen arretieren (einschließlich der von mir als höchste und tiefste Stellung fotografierten Stellungen). Zwischen Rasterung 2 und Rasterung 3 gleitet sie über die Stirnbandhalterung. Wie gesagt, das müsste nicht sein. Aber besonders störend finde ich es bisher nicht.

Und dann schreibst Du


Die Lampe ist lieblos verarbeitet.

Verarbeitung ausreichend

Wie Nicky schon sagte: Keine Grate im Alugehäuse, Kunststoffteile sauber gegossen (gut sie sehen halt aus wie das, was sie sind, wie schwarzes Plastik), Gewinde des Batteriefachs lässt sich sauber schrauben und schließt wasserdicht, Stirnband zieht keine Fäden. Oder was meinst Du mit "liebloser Verarbeitung"?

Einen Schönheitspreis wird die Lampe sicher nicht gewinnen, aber soll sie das? Muss sie das?

blitz-schlag-mann
24.08.2010, 12:08
Stirnband:Das Stirnband ist imho unangenehm zu tragen, weil zu steifes Material, zu dick etc. Das riesige Plastikteil der Lampenhalterung drückt unangenehm.
Haarpracht hab ich nicht, deshalb kann ich den Tragekomfort sehr gut beurteilen ;-)

Gehäuse:
Viele andere Stirnlampen, die mit einer Zelle betrieben werden (Zebraligt, ITP) haben ein schlankes, rundes Gehäuse, das sich z. B. an einem Schultergurt befestigen lässt, deshalb finde ich das der HL 20 zu fett und unpraktisch.
Die Rasterung funktioniert bei meiner Lampe nicht.

Verarbeitung:
Ich habe einige Lampen (Fenix, Zebralight, ITP, Petzl) und die HL20 hat im Gegensatz zu allen meinen anderen Lampen die Anmutung einer billigen Baumarktlampe. Das ist sicher meine subjektive Empfindung, die durch die Funktionsmängel/Konstruktionsmängel noch verstärkt wird.

Also kurz gesagt: IMHO gibt es für das gleiche Geld bessere, ausgereiftere Lampen. Fenix kann Stablampen, aber die Stirnlampen schneiden bei den Usern durch die Bank schlechter ab, wenn man die Bewertungen im Netz mal überfliegt.

Nicki
24.08.2010, 13:33
Verarbeitung:
...... und die HL20 hat im Gegensatz zu allen meinen anderen Lampen die Anmutung einer billigen Baumarktlampe.

Das empfinde ich absolut nicht so- die Lampe ist gut verarbeitet, an den Materialien und der Verarbeitung gibt es nicht auszusetzten.

Ich glaube du meinst auch nicht die "Verarbeitung" sondern die Konstruktion und das Design der Lampe- und da geb ich dir teils recht.

Die Lampe wäre mit gleicher Leistung und anderem Design sicherlich z.B. kleiner zu bauen.
Für mich aber nicht so wichtig.
Die Lampenhalterung ist wirklich unsinnig groß geraten- drückt und stört bei meinem Kopf aber nicht.
Deine Kritik am Stirnband kann ich nicht nachvollziehen- aber die von Sarekmaniac

Das Stirnband lässt sich zwar schnell auf Länge einstellen, neigt aber, vor allem, wenn man das Band nicht von vornherein sehr stramm eingestellt hat, dazu, sich selbst aufzuziehen, weil es nur ein einmal durch eine gerade Schnalle läuft:

Ausserdem ist das Stirnband zu kurz für größe Köpfe

Gruß FS

seniore assi
25.08.2010, 15:17
Habe mir auch mal die Fenix HL20 und die Zebralight H501 angeschaut und denke man sollte in dem Thread schon noch erwähnen, dass die Zebralight knappe 30 Prozent teurer ist, als die Fenix, wenn man diese schon in einen Topf schmeißt.

blitz-schlag-mann
25.08.2010, 15:39
Habe mir auch mal die Fenix HL20 und die Zebralight H501 angeschaut und denke man sollte in dem Thread schon noch erwähnen, dass die Zebralight knappe 30 Prozent teurer ist, als die Fenix, wenn man diese schon in einen Topf schmeißt.

Hmm, ITP zeigt, daß man für wenig Geld eine super verarbeitete Kopflampe (http://www.itplight.com/product_show.asp?id=215) mit kleinem Gehäuse bauen kann. OK, die hat nur eine AAA, aber ich bin mir sicher, dass die bald mit einer AA-Lampe kommen. Wie dem auch sei, kauft Euch die HL20 und bildet Euch eine eigene Meinung. Meine HL20 kommt "nur noch" an den Fahrradhelm, dort ist sie super.

Chemiker
25.08.2010, 15:55
Der Schalter spricht auf Druck sofort, ohne Zeitverzögerung an und ist sehr leicht gängig. Ich sehe da eine gewisse Gefahr, dass sich die Lampe, einfach in ein Rucksackfach gesteckt (wie man das halt so macht unterwegs), versehentlich einschaltet.

Nach einer halben Umdrehung des Batteriefachdeckels ist die Gefahr gebannt ;-) . Dicht ist die Lampe so trotzdem noch.


Leider gibt es für die HL 20, anders als für ihren großen Bruder HP 10, (noch?) keinen Rotfilter. Ein aufschraubbarer Rot-Filter, oder besser noch eine rote Aufstecklinse ähnlich wie die weiße Streulinse würde das Einsatzspektrum dieser sehr schönen Lampe noch erweitern.
Nachdem ich die Diffusorlinse recht unnütz fand (streut schlecht und blendet von oben in die Brille) habe ich die zum Rotfilter umgebaut. Fenix Rotfilter gekauft, Diffusorlinse aufgebohrt, alles abgeschliffen und schwarz lackiert, die Scheibe aus dem Rotfilter mit 2K-Kleber aufgeklebt und am unteren Rand noch einen feinen Streifen EVA angeklebt als Abdichtung gegen Streulicht.


Das riesige Plastikteil der Lampenhalterung drückt unangenehm.
Das finde ich auch, darum habe ich das mit EVA gepolstert, dann ist die Lampe imho perfekt.


Habe mir auch mal die Fenix HL20 und die Zebralight H501 angeschaut und denke man sollte in dem Thread schon noch erwähnen, dass die Zebralight knappe 30 Prozent teurer ist, als die Fenix, wenn man diese schon in einen Topf schmeißt.
Außerdem streut die Zebralight mehr. Ein Reflektor wie bei der HL20 benötigt natürlich etwas Platz.

Sarekmaniac
25.08.2010, 16:47
Nach einer halben Umdrehung des Batteriefachdeckels ist die Gefahr gebannt ;-) . Dicht ist die Lampe so trotzdem noch.


Guter Tipp.


Nachdem ich die Diffusorlinse recht unnütz fand (streut schlecht und blendet von oben in die Brille) habe ich die zum Rotfilter umgebaut. Fenix Rotfilter gekauft, Diffusorlinse aufgebohrt, alles abgeschliffen und schwarz lackiert, die Scheibe aus dem Rotfilter mit 2K-Kleber aufgeklebt und am unteren Rand noch einen feinen Streifen EVA angeklebt als Abdichtung gegen Streulicht.

Solch brutale Maßnahmen darf ich nicht ergreifen, denn die Lampe gehört mir ja nicht. Aber vielleicht kaufe ich mir eine, nach dem Test, dann werde ich das sicher probieren.

Könnte man nicht einfach einen Rotfilter davorkleben, ganz ohne Aufbohren? Was spräche dagegen (geringer Lichtdurchlass, zu starke Diffusion?)

Schöner wäre es natürlich, wenn Fenix das als Zubehör anbieten würde.

Das mit dem Blenden beim Lesen (habe auch eine Brille) kann ich nicht bestätigen.

Was anderes: Wenn man lesend auf dem Rücken liegt, macht es IMO Sinn, die Lampe über die untere Arretierung hinauszuschwenken, also praktisch in die Waagerechte. Dann wird das Buch vor der Nase perfekt ausgeleuchtet. Hat bei mir noch bei keiner anderen Lampe so schön geklappt.


Das finde ich auch, darum habe ich das mit EVA gepolstert, dann ist die Lampe imho perfekt.

Klingt auch interessant (für Menschen mit wenig Haaren).

Und wo wir beim Pimpen sind: Das Stirnband arretiert perfekt (an der von mir nicht eingekreisten Schnalle) wenn man es wendet. Hat nur den Nachteil, dass man dann kein Fenix-Werbeträger mehr ist.

Chemiker
25.08.2010, 18:25
Klar kannst du den Filter auch nur drauf kleben, nur ist dann der Lichtverlust größer. Und einfach mal schnell ein Loch bohren ist ja jetzt nicht so der Aufwand. Lackieren empfand ich als unbedingt notwendig, da sonst das Licht, das der transparente und lichtleitende Rahmen abstrahlt blendet, wenn vorne ein Rotfilter drauf ist.

Hier mal ein Bild von meinem Rotfilter
http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/rotfilter.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/15428)

Und hier noch eins vom Polster. Der mittlere Teil ist so flach, dass das Band mit dem Rand bündig abschließt.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/polster.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/15426)

Sarekmaniac
25.08.2010, 20:12
Super, danke. Hast Du das mit einem normalen Holzbohrer gebohrt? Splittert das nicht?

Finnwal
25.08.2010, 22:08
Ich denke mal (vom materialtechnischen Standpunkt her), sollte es nicht splittern.
Voraussetzung ist, dass der Bohrer scharf ist und du mit hoher Umdrehungszahl
bohrst. (Je höher desto besser, aber nicht das Kind mit dem Bade ausschütten...;-) )

Irgendwie gehört der Fred so langsam ins MYOG-Forum :grins:

Chemiker
26.08.2010, 02:07
Ich weiß nicht mehr was für ein Bohrer das war. Entweder ein Forstnerbohrer oder ein Stufenbohrer, für normale Bohrer ist das Loch zu groß. Probleme gabs dabei nicht, obwohl beide in Frage kommenden Bohrer von minderwertiger Qualität sind. Ein stumpfer Bohrer schmilzt sich im Zweifelsfall durch :ignore: . Der Vorschub sollte dann nur nicht zu groß sein, um die Linse nicht zu zerdrücken. Ich habe die Linse zwischen zwei Sperrholzbretter eingespannt, wobei im oberen ein Loch war, wo genau die Wulst der Diffusorlinse hineinpasste. In einem Schraubstock bestünde wieder die Gefahr des Zerdrückens.
Notfalls muss halt ein normaler Bohrer und eine Feile herhalten, oder ein erhitzes Rohr etc.

Sarekmaniac
27.01.2011, 00:19
Praxisbericht ergänzt.

lexa
27.01.2011, 05:46
Hmm ja, ich hab mir die Lampe vor kurzem selber gekauft und verfasse auch gerade einen Testbericht. Der ist aber noch in Bearbeitung. Die Lampe ist mit Sicherheit nicht schlecht, aber ein paar Kritikpunkte will ich schon mal vorwegnehmen:


bei mir drückt die Lampe auch, aber es ist nicht wirklich schlimm
die Neigungseinstellung könnte feiner unterteilt sein und die Einstellung ist etwas holprig
meine Hauptkritik hängt aber mit dem Diffusor zusammen. Ich habe hier mit meiner petzl myp xp sehr gute Erfahrungen einem Diffusor für den Nahbereich gemacht. Die Fenix sollte die myo eigentlich aufgrund des Gewichts ersetzen. Hauptaufgabe solte die Funktion als "Campleuchte" sein. Hierfür empfinde ich sie persönlich aber unangenehm: Dies hängt zum Einen damit zusammen, dass man im Gesicht vom Diffusor geblendet wird. Der Effekt wird um so stärker je mehr man die Lampe neigt. Zudem ist das Licht trotz Diffusor immer noch recht spotlastig, was ich im Nahbereich anstrengend für die Augen finde. Die petzl ist hier viel angenehmer. Zum breiten Ausleuchten eines Wanderweges eignet sich der Diffusor dagegen gut.


Wenn mein Testbericht fertig ist, kommt er auch irgendwann hier ins Forum. Wer sich die unfertige Version schon mal durchlesen will, findet ihn hier: lexas Blog Fenix HL20 (http://forum.odoo.tv/blogs/lexa/312-fenix-hl20.html)

HUIHUI
12.02.2011, 01:42
Das Stirnband lässt sich zwar schnell auf Länge einstellen, neigt aber, vor allem, wenn man das Band nicht von vornherein sehr stramm eingestellt hat, dazu, sich selbst aufzuziehen, weil es nur ein einmal durch eine gerade Schnalle läuft:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Fenix_HL20_08.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/15007)

Eine etwas abgewinkelte Leiterschnalle, durch die das Band zweimal durchgeführt wird und sich stärker verklemmt, könnte da Abhilfe schaffen.


Habe eine HL20 im aktuellen Globi-Hotoffer erstanden, da ist das Stirnband anders gefädelt und die Länge wird über eine sehr gute Leiterschnalle fixiert. Fenix hat das HP10/HL20 Malheur der "liberalen" Stirnbänder wohl beseitigt.
Die Streulinse lag ebenfalls bereits bei im Blister.

j.c.locomote
12.02.2011, 10:16
Meine HL 20 ist auch anders geschlauft und hält sehr gut:
http://www.outdoorseiten.net/fotos/uploads/9474/DSC01025.jpg

HUIHUI
13.02.2011, 14:17
Interessant, meine ist nochmals anders geschlauft.

lexa
13.02.2011, 18:34
Euch ist aber schon klar, dass es sich um das gleiche Stirnband und im Prinzip auch um die gleiche Schlaufung handelt? Man muss nur die Lampe abbauen, dann kann man durch Durchziehen des Bandes durch den D-Ring zwischen den beiden Möglichkeiten wechseln.

Ich trage sie so, wie auf dem letzen Bild zu sehen. Wenn man sie auf dem Kopf hat rutscht da bei mir nichts.

Sarekmaniac
13.02.2011, 22:12
Dann werde ich mich mal inspirieren lassen und umschlaufen vor der nächsten Tour.

HUIHUI
13.02.2011, 23:48
http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/IMG_20110213_223926.jpg

Meine Schlaufung ist anders, das ist wohl die neue Revision, sie macht ja schlicht mehr Sinn und hält.

lexa
14.02.2011, 02:41
Ich habe gerade mal durchgeschlauft. HUIHUI's Schlaufe hält in der Tat am besten.

Chemiker
14.02.2011, 03:45
Ich hab das Band auch mal umgeschlauft. Hält besser, aber man sieht weniger von der Fenix-Aufschrift ;-). Bei meinem Quadratschädel ist es aber eigentlich eh egal, wie gut die Schlaufe hält, ich muss das Band sowieso auf volle Länge ausziehen.

lexa
28.03.2011, 15:11
So hier ist nun mal mein Senf zur HL 20:

Einleitung
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Auf der Suche nach einer leichten, halbwegs hellen Stirnlampe, die mit AA-Akkus betrieben werden kann, bin ich schließlich bei der Fenix HL20 gelandet. Die Möglichkeit AA-Akkus zu verwenden stand dabei ganz oben auf meiner Prioritätenliste, da ich auch meine restliche Ausrüstung komplett auf AA-Akkus ausgelegt habe. Das Angebot an kleinen Stirnlampen mit AA-Akkus ist leider relativ begrenzt. Noch in Frage gekommen wäre ein Modell von Zebralight, welches aber gleich ca. 30 Euro mehr gekostet hätte. Wegen dem Preis und vor allem der Möglichkeit bei der Fenix einen Diffusor vor die Lampe zu schalten, ich habe damit bei meiner alten Petzl sehr gute Erfahrungen gemacht, habe ich mich schließlich für die Fenix entschieden.


Technische Daten

Gewicht

Lampe 49 g
Stirnband 17.2 g
Diffusor 3.4 g

Gesamtgewicht mit einem Akku (30g): 99g


Helligkeit und Akkulaufzeit (Herstellerangaben):
4 Lumen 56 h
48 Lumen 5.5 h
105 Lumen 1.8 h
SOS Signal: 15h
max Leuchtweite: 70 m

Bei der höchsten Stufe habe ich die Leuchtdauer bis zum Abschalten der Lampe nachgemessen und kam auf ca. zwei Stunden mit 2200 mAh (nachgemessen) Akkus.

Verbaut ist eine Cree XP-E LED (R2) und die Lampe ist elektronische geregelt.

Preis: 43 Euro

Beschreibung
Das Gehäuse ist aus Metall, der Batteriekasten aus Plastik. Die Bedienung mit dem Druckknopf ist problemlos und durch die Größe auch mit Handschuhe möglich. Die Leistung der Lampe ist gut und die Helligkeitsmodi sind sinnvoll gewählt. Vor allem im hellsten Modus sind der Akkulaufzeit aber enge Grenzen gesetzt. Der Diffusor sitzt sicher auf der Lampe und ist gut verarbeitet. Er lässt sich in drei Positionen klappen: Ganz ohne oder mit hochgeklappt Diffusor weißt der Lichtkegel in der Mitte einen deutlichen Spot aus. Der Lichtkegel ist aber breit und hell genug um das umliegende Sichtfeld noch auszuleuchten. Mit vorgeklapptem Diffusor geht der Spot nicht ganz verloren. Der Lichtkegel ist aber breiter und er endet an keiner scharfen Kante mehr. In der dritten Position befindet sich ein Teil des Diffusors im ca. 45° Winkel vor dem Lichtkegel. Man behält hier einen starken Spot, aber ein Teil des Lichts wird im 90° Winkel vor den Körper reflektiert. Dies macht Sinn, wenn man den Neigungswinkel der Lampe auf die Ferne eingestellt hat und dann direkt vor dem Körper eine Karte o.ä. lesen will. So spart man sich das Abklappen der ganzen Lampe und wird zudem nicht geblendet, wenn man direkt mit der hellen Lampe auf die Karte leuchtet. Im Vergleich zu dem Diffusor an den Petzl Lampen erreicht der Fenix-Diffusor nicht eine so homogene Verteilung des Lichts.

Nicht so gut finde ich die Kopfhalterung. Das Plastik wirkt fast ein wenig "billig". Der Neigungswinkel lässt sich zwar sicher einstellen, aber die Rasterung ist etwas "stockig". Es gibt ca. fünf Neigungsstufen, die Unterteilung könnte hier ruhig etwas feiner sein.


Praxiseinsatz
Der Sitz der Lampe am Kopf ist sehr sicher. Ich hatte die Lampe beim Joggen an und sie hat keine Anstalten gemacht dabei zu verrutschen. Der Tragekomfort ist dabei akzeptabel. Ich finde die Lampe drückt vorn auf die Stirn. Es ist nicht wirklich schlimm, aber verglichen mit meiner Petzl Myo Xp ist der Tragekomfort schlechter. Die Bedienung ist wie erwartet gut. Der Druckknopf lässt sich ohne Probleme bedienen und auch der Diffusor lässt sich angenehm und sicher vor- und wegklappen. Wie ich aber schon in der Beschreibung erwähnt habe, ist die Unterteilung der Neigungsstufen zu grob. Das empfand ich auch in der Praxis so und die gewünschte Leuchtweite lässt sich z.T. nur unbefriedigend einstellen. Ein unerwartetes Problem zeigte sich beim Diffusor. Dieser streut das Licht so stark an den Kanten, dass man davon im Gesicht leicht geblendet wird. Der Effekt tritt um so stärker zu Tag, je mehr man die Lampe in den Nahbereich schwenkt. Dies ist unangenehm, da sich die Augen so schlechter an die Dunkelheit anpassen. Ich empfand zumindest das joggen ohne Diffusor angenehmer.


Persönliches Fazit und Vergleich mit Petzl myo xp
Ein paar Kritikpunkte hätten mir schon vor dem Kauf auffallen müssen, sind mir aber wirklich erst bewusst geworden als ich mich dann praktisch mit der Lampe beschäftigt hab. Der Hintergrund für den Kauf war bei mir meine petzl myo xp zu ersetzen, die mit 200 g recht schwer ist. Die Fenix wiegt zwar nur 100 g, was aber hauptsächlich daran liegt, dass sie 2 Akkus weniger enthält. Auf längeren Einsätzen müsste ich diese eh mitnehmen um auf gleiche Leuchtdauer zu kommen. Gut möglich, dass die petzl aufgrund des höheren Stromverbrauchs der Fenix hier sogar bald leichter ist. Die Fenix ist dafür eindeutig heller als die myo. Ich besitze aber auch nur das alte Modell. Mit der Neuen wird sie sich wahrscheinlich nicht viel schenken. Die größere Helligkeit zahlt sich allerdings nur bei der Leuchtweite wirklich aus. Die petzl kommt hier nicht so weit, leuchtet dafür im Spotmodus das Umfeld aber besser aus. Dies erreicht man mit der Fenix erst durch das vorklappen des Diffusors. Man hat dann eine sehr breite Ausleichtung, behält aber einen nicht mehr ganz so starken Spott bei. Ein Kompromis ist die 45° Stellung, in der ein Teil des Lichts direkt vor die Füße reflektiert wird. Beim Vergleich der beiden Lampen mit im Nahbereich fällt die Fenix trotz größerer Helligkeit hinter der petzl zurück. Zum einen ist hier das beschriebene Blenden im Gesicht durch den Diffusor. Dies habe ich aber durch lackieren (anmalen mit schwarzem edding) an der unteren Kante des Diffusors halbwegs in den Griff bekommen. Der Hauptgrund liegt aber darin, dass der petzl Diffusor das Licht viel, viel gleichmäßiger verteilt. Die Augen können sich so besser auf das Licht einstellen und man sieht meinem Eindruck nach trotz geringerer Helligkeit besser und entspannter.

Außerdem ist der Fenixdiffusor hochgeklappt relativ "zerstörungsgefährdet". Als letzten Punkt gefällt mir im Vergleich die Konstruktion der Halterung nicht. Dies äußert sich im Tragekomfort, wobei dies auch nicht ganz so schlimm ist, und vor allem in der schlechten Neigungseinstellung.

Ich kann zur Zeit nicht eindeutig sagen, ob ich mir die Lampe noch einmal kaufen würde. Der Markt leichten der AA-Lampen ist leider recht beschränkt. Eine Alternative stellen die Zebralight H51 oder H501 dar. Sie sind nochmal ein gutes Stück heller, dabei sogar etwas leichter und die Qualität scheint insgesamt besser zu sein. Dafür muss man sich vor dem Kauf zwischen Spot oder Breitausleuchtung entscheiden und mit 70 Euro sind die Lampen noch mal ein gutes Stück teurer.


Generelles vorläufiges Fazit
Die Fenix HL20 zeichnet sich vor allem in der Kombination der Nutzbarkeit von AA-Batterien beim geringem Gewicht und im Vergleich zu mir bekannten Konkurrenzprodukten niedrigeren Preis aus. Bedienung und Licht der reinen Lampe sind in Ordnung. Ein Auge sollte man auf die Akkulaufzeit werfen. Abstriche muss man bei der Lampe in der Konstruktion der Kopfhalterung machen, die sich vor allem negativ auf die Neigungseinstellung und den Tragekomfort auswirkt. Der Diffusor stellt zwar eine Verbesserung des Lichts für die Nutzung im Nahbereich dar, erreicht aber bei weitem nicht die Leistung konstruktiv ähnlicher Produkte anderer Hersteller. Die Lampe eignet sich mit und ohne Diffusor eher für den Fern- bis Halbfernbereich, etwa um Wanderwege auszuleuchten. Für den Nahbereich finde ich das Licht durch den Diffusor zu inhomogen. Insgesamt bleibt zu sagen, dass die Lampe viele gute Ideen aufweist, diese jedoch z.T. durch Kinderkrankheiten nicht voll entfalten kann.

Bilder

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Seitenansicht der Lampe ohne Diffusor. Dieser wird in den schmalen Spalt am Lampenkopf eingeklippt.


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Frontansicht der Lampe mit Diffusor.


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Seitenansicht mit halb abgeklappten Diffusor. Ein kleiner Teil des Lichts wird so im rechten Winkel nach unten reflektiert.


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Seitenansicht. Ich glaube die Lampe lässt sich nicht aus der Stirnhalterung entfernen. Ich hätte dabei Angst um die Plastikarme.


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Der Diffusor sitz wirklich sehr sicher in dem kleinem Spalt vorn auf der Lampe. Er lässt sich leichtgängig und gut bedienen. Die Arretierung erfolg mittels einer kleinen Metallkugel und einer Feder


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Die Neigung der Lampe lässt sich sicher einstellen, ist aber etwas "holprig". Die Ursache hierfür mag darin liegen, dass sowohl rechts wie auch links arretiert wird und das Spiel der Synchronisation zu groß ist.


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Der große Druckknopf lässt sich gut Bedienen. Durch Drücken schaltet man die Lampe in den zuletzt gewählten Modus ein. Durch langes Drücken wechselt man die Modi.


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Im Auslieferungszustand ließ sich das Batteriefach nur mit einer Zange öffnen. Jetzt ist es aber leichtgängig. Durch leichtes Aufdrehen unterbricht man den Stromkreis und man kann so ungewolltes Einschalten verhindern.


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Das Kopfband macht einen guten Eindruck und lässt sich sicher anbringen. Die Halterung an der Lampe erlaubt zusätzlich noch die Anbringung eines Überkopfbandes.



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Ich habe den unteren Teil der Diffusorkante schwarz lackiert um ein Blendung durch Streulicht im Gesicht zu vermeiden.

Zz
06.05.2011, 03:34
Ich mochte die Lampe auch, kurzzeitig! Leider ist das spröde Material der Kopfhalterung beim jedem herausnehmen der Lampe gleich zerbrochen. Zweimal versucht, zwei Brüche. Jetzt habe ich ein Stirnband und eine Handleuchte, daß hatte ich mir anders gedacht, naja. :grrr:

blitz-schlag-mann
06.05.2011, 09:25
Hmm Lexa,
hast Du die Reviews hier nicht gelesen? Für ein wenig mehr Geld hättest Du eine Zebralight ohne Kinderkrankheiten bekommen :o

Imho ist die HL 20 wirklich eine Bananenlampe.

lexa
06.05.2011, 15:09
Hmm Lexa,
hast Du die Reviews hier nicht gelesen? Für ein wenig mehr Geld hättest Du eine Zebralight ohne Kinderkrankheiten bekommen :o

Imho ist die HL 20 wirklich eine Bananenlampe.

Das Review von Sarekmaniac ist ja gar nicht so schlecht ausgefallen. Zusätzlich wurde mir die Lampe noch in einem anderen Forum empfohlen. Jetzt wo ich die Lampe hab, hab ich mir natürlich ein eigenes geteiltes Bild davon gemacht.

Becks
06.05.2011, 15:28
Naja,
kann man ja nicht davon ausgehen dass etwaige Schwachstellen jedem gleich auffallen. Daher darf und soll man eigene Erfahrungen auch posten. Ich war auch mit meinder Myo zufriden, bis sich jetzt die zweite mit dem gleichen Problem (Kabelbruch) verabschiedet hat...

Alex

Sarekmaniac
06.05.2011, 15:38
Und ich bin immer noch zufrieden mit der Lampe. ;-) Habe auf drei Wochen Wintertour 2 Lithiumbatterien verbraucht, Batterie drei nur ca. zur Hälfte.

Ich muss allerdings sagen, dass ich diese Lampe als reine Stirnlampe einsetze. Aus der Halterung entfernt habe ich sie nur zweimal probeweise (Zerbrochen ist dabei allerdings nichts)

Homer
06.05.2011, 15:44
Und ich bin immer noch zufrieden mit der Lampe. ...
Ich muss allerdings sagen, dass ich diese Lampe als reine Stirnlampe einsetze....

ich hab blitzschlag sein exemplar abgekauft und bin auch voll zufrieden damit, zumal ich jetzt nur noch AA-eneloops mitzunehmen brauche.

blitz-schlag-mann
06.05.2011, 16:17
ich hab blitzschlag sein exemplar abgekauft und bin auch voll zufrieden damit, zumal ich jetzt nur noch AA-eneloops mitzunehmen brauche.

Du hast ja auch mein Review gelesen :ignore: ;-)

lexa
06.05.2011, 17:50
[
IMHO gibt es für das gleiche Geld bessere, ausgereiftere Lampen.


Kannst du da nochmal genauer drauf eingehen. Ich stimme mit dir zwar überein, dass die Zebralight besser sind, zum gleichen Preis habe ich sie aber nicht gefunden.


Die Lampe löst bei mir keine Begeisterungsstürme aus, aber auf der anderen Seite tut sie ihren Dienst.