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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [TH][KH][VN][PH] 2 Monate Südostasien



Boundless
01.09.2013, 00:09
So, nun habe ich mich doch noch durchgerungen meinen ersten Reisebericht hier im Forum zu verewigen. Auch wenn schon ein paar Monate vergangen sind und einige Erinnerungen bereits wieder ausgeloschen, so will ich doch mal einen kurzen Bericht über zwei Monate Südostasien zum besten geben. Es wird kein reiner Reisebericht sein, wie ich hier schon so einige gelesen habe, sondern eher ein Mix aus verschiedenen Eindrücken entlang des Weges. Und auch nur ein kleiner Teil hat im Ansatz etwas mit Outdoor-Abenteuern zu tun, aber lest und seht selbst.

Nachdem eigentlich erst ein paar Wochen vorher die Entscheidung gefallen war, dem Winter zu entfliehen, ging es dann Anfang Februar 2013 mit dem Flieger von Frankfurt nach Bangkok. Dort angekommen machten sich zwei wesentliche vorher nicht da gewesene Faktoren bemerkbar: Hitze und Chaos. Aber es gab auch die ruhigeren Momente, wie abends am Fluss oder beim Besuch verschiedener Tempelanlagen.

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Die ersten vier Tage waren der Umstellung gewidmet und wurden zeitintensiv damit verbracht diverse Straßenküchen durchzutesten. Das Essen ist auf jeden Fall großartig,selbst für Vegetarier.
An Tag 5 ging es dann mit dem Zug bei offenen Türen nach Aranyaprathet, ein paar Kilometer vor der Grenze zu Kambodscha.

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Die 4-stündige Fahrt kostete, unglaublich aber wahr, nur ca. 1 Euro und war die billigste Methode bis zur Grenze zu kommen. Aus dem Zug raus, schnell auf ein Motorrad gesprungen und bis zur Grenze gefahren. Dort problemlos durch, da bereits zu Hause ein e-Visa beantragt und selbst ausgedruckt. Weiter ging es dann mit dem Bus nach Siem Reap. Die Stadt an sich ist total unspektakulär und vollgestopft mit Touristen und allem was dazu gehört. Aber dann ist da ja auch noch Angkor Wat. Diese überdimensional riesigen, alten, teils zerfallenen und unbeschreiblich schicken Tempelanlagen sind faszinierend. Ein Tag hat mir allerdings trotzdem gereicht, irgendwann sieht man halt nur noch grauen Stein. Die verschiedenen Tempel wurden bei 35-40° im Dschungel mit dem Bike erkundet, während sich andere Leute träge in TukTuk´s durch die Gegend kutschieren ließen.

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Weiter ging die Reise, mal wieder mit dem Bus, nach Phnom Penh. Große Stadt, oh welch Wunder war es hektisch, aber irgendwie von der Atmosphäre her entspannt und nett.

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Wenn man sich zudem ein wenig für die Geschichte des Landes interessiert, dann kann man hier viel erfahren, leider aber fast nur etwas über die grausamen Seiten der menschlichen Zivilisation. In Phnom Penh habe ich dann auch mein Visum für die Weiterreise durch Vietnam beantragt. Total problemlos, innerhalb von einem Tag und zudem billiger als in Deutschland. Weiter ging es dann mal wieder dem Bus, nach Ho-Chi-Minh-City (Saigon). Und wer dachte das Chaos auf den Straßen könnte nicht größer werden, hat sich gewaltig geirrt. Die nächsten Etappen werde ich mal im Schnelldurchlauf machen. Nach ein paar Tagen HCMC ging es weiter nach Da Lat. Diese kleine Stadt im zentralen Hochland war genau das Richtige um erst mal eine kleine Ruhepause einzulegen. Auf ca. 1500m Höhe gab es frischere Luft und etwas angenehmere Temperaturen. Der Miniatur-Eifelturm und die Stadt an sich bescherten französisches Flair herbei, aber die Franzosen hatten hier ja auch lange Zeit ihre Finger im Spiel.

Von hier aus ging es dann 4 Tage mit dem Motorrad durch das zentrale Hochland, was absolut fantastisch war, da man durch Gegenden gekommen ist wo Touristen sich nur äußerst selten hinverirren.

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Dementsprechend waren auch immer wieder die Blicke von den Einheimischen. Bei einer Kaffeepause oder einem Essen am Straßenrand wurde mit Händen und Füßen diskutiert und die Gastfreundlichkeit genossen. Durch verschiedene Nationalparks und Dschungelaufenthalten ging es über Buon Ma Thuot zurück ins Chaos nach Nha Trang. Nach drei Stunden am Meer habe ich diese Stadt zum Glück wieder verlassen um mit dem Nachtzug weiter Richtung Norden nach Da Nang und von da aus fix weiter mit dem Bus nach Hoi An. Leider etwas zu touristisch, aber die Stadt hat Charme und die besten vegetarischen Restaurants.

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Leider wurde die Zeit für Vietnam ein bißchen knapp und ich musste mich sputen um nach Hanoi zu kommen. Mit noch einem kurzen Zwischenstopp in Hue und einem Trip in die Geschichte des Vietnamkrieges ging es nach Hanoi. Einige Ideen und Pläne mussten leider gestrichen werden, da dann doch schneller als gedacht mein Flieger auf die Philippinen ging. Visum hier gibt’s bei Einreise, aber habt eine Adresse parat wo ihr hinwollt ansonsten dauert es länger. Ich hatte bei Freunden eine Privatunterkunft, aber natürlich nicht die Adresse griffbereit. Deshalb gab es viele Fragen und letztendlich habe ich eine Adresse niedergeschrieben, wo ich dachte sie könnte passen. Dann gab es endlich den Stempel. Nach 30 Tagen braucht man übrigens eine Verlängerung und die ist relativ teuer. Vorher nicht genau darüber informiert und so musste ich für letzten drei Tage noch mal so um die 60 Euro extra bezahlen.

Nach langem hin und her wurde ich dann von meinem Freund vom Flughafen abgeholt und wir machten uns auf in die Hölle Manilas. Bis zu seiner kleinen Bude hat es geschlagene 2-3 Stunden gedauert für ein paar km, bis in diese Straße.

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Diese Stadt toppt definitiv alles was ich vorher an chaotischen Zuständen erlebt habe. Auf den Straßen ist gefühlt 24/7 Stau, es ist ein enormer Lärmpegel und dermaßen viel Dreck in der Luft, dass man sich regelmäßig schwarze Klumpen von der Haut reiben kann. Deshalb habe ich jeweils mit voller Vorfreude auf die Trips geblickt, um verschieden Ecken von Luzon zu entdecken. Zuerst ging es ein paar Tage in Richtung Osten von Manila nach Tanay/Rizal. Wunderschöne seichte Hügellandschaften luden zum ausgiebigen herumwandern ein oder auch zum Baden in Flüssen und unter Wasserfällen.

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Der zweite Trip führte dann nach in die nördlich Region von Luzon und war das absolute Highlight, es ging in Cordillera Mountain Region. Über Baguio und Sagada, hier gab es beeindruckende Höhlensysteme und das beste war, dass man 60m unter der Erde in den Wasserbecken baden gehen konnte, ...

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... ging es weiter nach Ngibat. Ein kleines indigenes Bergdorf, in welchem wir auf Grund irgendwelcher Kontakte für eine Woche bei einer Familie unterkommen konnten.

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Von hier aus starteten wir mittlerweile auch zu mehreren Personen unterwegs, tägliche Trekkingtouren durch die Bergregion und die Reisterrassen, welche dort das Bild prägen. Die Gastfreundschaft war überwältigend und bei unseren Touren hatten wir meistens sogar eine lokale Begleitung, welche uns die besten Spots zeigte.

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Diese Ecke ist traumhaft schön und wie dem so ist geht die Zeit dann auch immer am schnellsten um. Im Anschluss noch mal kurz zurück nach Manila und dann wieder back home. Schön war´s!

grenzenlos
02.09.2013, 08:09
Hallo,
danke für den schönen Bericht. Sind die Strecke von Bangkok bis Siam Rap geradelt. Auch zwischen den Tempeln lies es sich bei 35 Grad angenehm radeln. Da kommen viele Erinnerungen zurück. Danke!;-)

Grüße Wi grenzenlos

greno
09.10.2013, 23:18
Schöner Bericht.
Wir sind im März von Bangkok über Kambodscha durch Vietnam gereist. Viele schöne Erinnerungen beim Lesen wiedergekommen.

PS: die Zugtour von Bgk nach Arap war aufjedenfall ein einmaliges Erlebnis. Ich glaub umgerechnet waren es knapp 0,80 Cent für die Fahrt. 8h Fahrt und es gab immer weiter irgendetwas zu beobachten :)

abgefahren29
04.11.2013, 15:24
Mit dem Zug durch Asien :3

Am besten in der offenen Zugtür sitzen und einen Chai genießen.

Tolle Fotos!