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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [CA] Kajaken auf dem Athabasca River durch die Rockies



bratgitarre
24.08.2013, 17:20
Eine Tour mit dem Faltboot im kanadischen Alberta 072013

Angedacht hatte ich eigentlich den Pelly River im Yukon Territory bis Dawson zu paddeln aber mein Mitpaddler Werner war für eine erneute Yukontour nicht zu begeistern. Also wurde es im kanadischen Alberta der Athabasca River von Jasper nach Athabasca City. Werner war die 640km lange Tour bereits vor zehn Jahren bereits gefahren und hatte einen, allerdings nicht allzu aktuellen Flußführer des Flusses.

Leider gab es Mitte Juni in Alberta schwere Regenfälle die die Flüsse gefährlich anschwellen ließ und Calgary und andere Orte unter Wasser setzte. Ich schaute mir immer auf der Seite www.paddlealberta.org die aktuellen Pegel an. Die Empfehlung ist, wenn die Messtation z.Bsp. bei Jasper mehr als 250cm3/s oder bei Whitecourt mehr als 500cm3/s zeigen diese Strecke nicht zu paddeln. Nun hat der Athabasca River im Juli leider seinen Höchststand und durch die zusätzlichen Regenfälle kam er bei Jasper auf über 450cm3/s allerdings Tendenz fallend Stand am 28.6
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Am Lake Louise im Banff National Park

Der Athabasca River ist mit durchgehenden WW1-2 klassifiziert mit einer Stelle sogar WW3. Im Alberta Paddlers Guide wird er nur für erfahrene Paddler empfohlen. Im Vorfeld war ich mit einigen Leuten von Kanuklubs, Unternehmern etc im Mailkontakt um einige Informationen zu sammeln.

Thanks to Mark Lund the Author of Alberta Paddlers Guidebook, Astrid Blodgett, Bianca from Edmonton canoe and Pricilla Haskin from Haskin canoe for Hints and Informations.
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Am Columbia Icefield

Na denn...der Start in Frankfurt ging direkt gut los. Eine Riesenschlange am Condorschalter. Mein zweiteiliges Faltboot musste als zweiteiliges Sportgepäck gebucht werden. Das machte nochmal 150 €. Dafür gab es aber auch einen Upgrade auf Premium Economy. Dh mehr Beinfreiheit und besseres Essen. Vermutlich war der Flug überbucht. An der Passkontrolle und am Sicherheitscheck die nächsten Schlangen. Während des Flugs und bei der Ankunft war alles bestens. Mein Gepäck kam vollständig in Calgary an. Die minutenlangen Verhöre bei der Einreise wie in Whitehorse entfielen. Ich vertrieb mir die Wartezeit mit einem interessanten Gespräch mit einem deutschen Auswanderer der seit 1968 in Calgary lebt. Bei Avis buchte ich einen ausreichend grossem Wagen, einen Dodge Journey für 120£/Tag um unser ganzes Gepäck unter zu bringen. Gegen 21:00 kam Werner dann und bei ihm fehlte ein Gepäckstück.
Bei dem freundlichen Menschen vom Gepackservice meldeten wir dies und er wollte eine Email schicken falls das Teil auftaucht. Jetzt hieß es warten. Wir packen unseren Kram in den Dodge und machen uns schonmal auf die Suche nach der Transcanada Highway Nr 1 Richtung Jasper, was ja unser Ziel war. Auf einem Parkplatz in der Nähe des Calgary Campground West machten wir die Ladefläche des Dodge frei und rollten dort die Schlafsäcke aus.
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Am Columbia Icefield entspringt der Athabasca River.

29.6
Am nächsten Morgen fuhren wir den Transcanada Highway 1 Richtung Banff. In einem netten Restaurant frühstückten wir "fluffy Pancakes" und Kaffee soviel man wollte. Sogar Werners liegengelassenes Portmonaie wurde im nachgetragen. Um den Banff - und Jasper Nationalpark zu durchfahren muß man an einer Art Mautstelle 20$/Tag bezahlen. In Banff sind wir einfach durchgefahren, in Jasper mussten wir zahlen. Die vom Hochwasser zerstörte Strasse war mittlerwele repariert aber zb das Städchen Canmore sah noch sehr verwüstet aus.Überall sah man die Abspülungen wo sich das Wasser seinen Weg gesucht hat. Da bald Canada Day war und die Ferien begonnen hatten, war in Banff recht viel los. Ein beschauliches Städchen inmitten überwältigten Landschaft. Wir schauten uns hier die Bow River Rapids und den Lake Louise an. All das alles inmitten der bis zu 3000 Meter hohen Rockies. Am Abend bauten wir wieder unser Lager in Calgary auf und versuchten vom nahegelegenen Calgary Campground West am Airport Baggage Service anzurufen. Werners Gepäck war da und wurde sogar zum Campground gebracht. (Thankyou to the Campground Staff)
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Die Athabasca Falls

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Der Lake Peyto

30.6
Wir brachen zeitig Richtung Jasper auf und frühstückten wieder im gleichem netten Restaurant. In Banff erledigten wir noch einen Einkauf eines Kochers. Wir besuchten den Eisenbahn Ringtunmel am Kickin Horse River und den sehr schön gelegenen Lake Peyto mit seiner türkisblauen Farbe. Ein Muß war der Columbia Icefield Gletscher ( 52.1773,-117.330551) wo der Athabasca River beginnt. Der Athabasca Wasserfall war das Highlight des Icefield Parkway. Nach insgesamt 430 km erreichten wir Jasper und verlängerten das Miet-Auto um einen Tag.
Wir durchquerten Jasper über den Yellowhead Highway den Athabasca etwa 12 km stromab wo links eine Strasse zu Campground."Snaring River" abging. Hier mieteten wir uns als Untermieter bei Doug ein, der einen Platz mit seinem Trailer mit direkten Zugang zu Snaring River hat.
Der Plan war in den Snaring River einzusetzen und die 500 Meter bis zum Athabasca River zu paddeln.
Der erste Eindruck des Snaring River war:
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Der Snaring River: ein eiskalter Gletscherfluß

Etwa 20 Meter breit, gut 15kmh schnell, eiskalt und viel schwierige Passagen vor allem mit beladenem Boot. Die Strecke zum Athabasca River war zwar nur 500 Meter aber ich wollte nichts riskieren. Ich entschloß mich doch in den Athabasca River einzusetzen und nicht den Snaring River bis zum Athabasca zu paddeln wie Werner vorhatte. Doug hat sich freundlicherweise angeboten mich mit seinem Pickup zum Athabasca River zu fahren.http://4.bp.blogspot.com/-bnlQQ3ko6zU/UhT9W9QCIBI/AAAAAAAAG34/YSbwAmAC-tY/s1600/SAM_0393.JPG
Am Campground Snaring River - empfehlenswert

1.7
Heute ist Canada Day. Es gab eine große Parade und Feuerwerk in Jasper. Wir haben uns verproviantiert und das Auto zurückgebracht. Ich habe Doug noch eine Flasche Wein mitgebracht. Im Liquer Shop war das Licht ausgefallen und man musste bei den Preisen vorsichtig sein und genau hinschauen, denn hier gab es auch Wein für 300$ (die Flasche, versteht sich).
Zurücktrampen zum Campground ging gut. Ich bin sogar extra bis zum Campground gefahren worden. Das Wetter ist knackige 30 Grad und angenehm. Die befürchtete Mückeninvasion ist bisher ausgeblieben.
Boot aufbauen und alles mal probepacken. Dabei stellte sich heraus das ich die beiden Wasserkanister nicht mehr unterbringen konnte. Ich überließ sie Doug.
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Das Abenteuer Athabasca River beginnt..

2.7
Heute gehts los. Wir haben Boot und Ausrüstug auf Doug´s Pickup geladen und sind zum Einsetzpunkt gefahren. Dieser lag etwa einen Km unterhalb der Brücke zum Lake Maligne an dem Yellowhead Highway Richtung Edmonton an einer Haltebucht. Hier hat man guten Zugang zu Fluß. Ein anderer Zugang ist der Old Fort Point mitten in Jasper.
Ich habe alles ins Boot bekommen und startete gegen 11:30 das Abenteuer Athabasca River. Die aktuelle Höhe war 1003 Meter. Werner wollte an der Mündung des Snaring River auf mich warten.
Zusammen fuhren wir dann weiter und überquerten den Jasper Lake den ersten der beiden Seen die der Athabasca River durchfliesst. Das Bergpanorama mit den 3000ern der Rocky Mountains war schon toll. Ich machte am Ende des Sees ein Pause und Werner fuhr schonmal weiter.
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Der Athabasca inmitten der gewaltigen Rocky Mountains.

Nach 15 Minuten fuhr auch ich weiter und fand zwar nicht Werner aber dafür einige kabbelige Stellen mit Logjams, Sweeper, Sandbänken, Nebenarmen und erhöhter Strömung. Ich blieb im flachen Wasser hängen legte mich beim Austeigen noch ins Wasser und musste treideln
Die nächsten Kilometer waren recht anstrengend da immer irgendwas im Wasser war und man konzentriert navigieren musste um den optimalen Weg zu finden. Eigentlich hätte ich Werner schon längst einholen müssen. Vielleicht bin ich an ihm vorbeigefahren. Da sich ein Gewitter ankundigte machte ich auf einer Insel gut sichtbar am Anfang des zweiten Sees, dem Brule Lake mein Camp hier: 53 13.270 N 117 53.592 W. Nachdem alles aufgebaut war kam ein moderates Gewitter herunter. Ich stellte noch mein Paddel gut sichtbar auf falls Werner vorbeikommt.
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ein tolles Camp 1 auf einer Flußinsel mit Blick auf die Rockies

3.7
Ich startete gegen 10:00. Die ganze Nacht konnte man die Güterzüge hören die hier 150-200 Waggons durch einen nahegelegenen Tunnel zogen und vor der Einfahrt tuteten. Nach etwa 500 Metern entdeckte ich Werners Boot am Ufer, hier war ein Camp, und rief im zu das wir uns am Ende des Sees treffen. Ich paddelte gemütlich über den unspektakulären Jasper Lake begleitet zeitweise von mehreren Motocross - und Quad Fahrern die hier durch die Natur knatterten. Die folgenden Km bis Hinton floß der Athabasca River mit unspektakulären 10kmh durch mittlerweile hügeliges Land denn die Rockies haben wir bald hinter uns gelassen.
Es gab mehrere Stellen mit hohen Wellen und Steinen die aber alle zu meistern sind. Einzig eine neu gebaute Brücke vor Hinton wo zwischen Pfeiler und einem Gerüst etwa 10 Meter Platz waren war etwas kniffelig. In Hinton gab es rechts einen Campground an dem wir der schnellen Strömung wegen aber nicht anlanden konnten. So campten wir nach insgesamt 73 km auf einer schönen Insel hier: 53 24.353 N 117 35.903 W unterhalb von Hinton und liessen den Tag mit einem Lagerfeuer ausklingen.
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Camp 2 kurz nach Hinton

4.7
Der Athabasca River war seit meinem Start in Jasper um etwa einen halben Meter gestiegen. Unser heutiges Ziel war der Campground am Oldmans Creek in etwa 56km. Die Tour bei bewölktem Wetter war schön. Mehrere Mal gab es kabbeliges Wasser und Wellen. Ein Rudel Hirsch sahen wir. Ein Motorboot der RCMP warnte uns:"the river is pretty fast. be carful!". Die Ufer waren steil und es gab wenig gute Campgrounds. Unser Ziel, das Camp am Oldmans Creek hier: 53 44.843 N 117 9.591 W erreichten wir gegen 16:00 Uhr und richteten uns auf dem schönen Platz häuslich ein da wir hier zwei Tage bleiben wollten. Gegen Abend störte wieder ein Gewitter unser Lagerfeuer und Abendessen.
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Camp 3: Der Campground Oldmans Creek 1. Sehr schön

6.7
Wir hatten zwei relaxte schöne Tage am Oldmans Creek verbracht mit Angeln, Lesen, Brotbacken und in der Hängematte schaukeln. Der Athabasca River rauschte hier mit 15 kmh vorbei. Das Wasser war zwar kalt aber ein Bad war möglich. Da im Wasser viele Sedimente unterwegs waren hat es eine milchige Farbe und zur Trinkwassergewinnung musste man es eine Nacht stehen lassen damit sich der Sand absetzte. Anschliessend habe ich es abgekocht da auch hier Biber waren die für das "Biberfieber" verantwortlich waren. Ich habe auch Regenwasser gesammelt.
Der Athabasca River hatte bisher GPS gemessene 8 bis 15 kmh Geschwindigkeit. Hinter Whitecourt wird es aber wohl weniger werden. Unser heutiges Ziel war der etwa 50 km entfernte linksseitige Berland River Zufluß wo wir uns ein Camp erhofften.
Auch die Strecke hatte immer wieder Schwälle, Kreuzwellen und stehende Wellen was aber alles im Rahmen der Machbaren ist. Ich denke mal das das Hochwasser die schwierigeren Stellen, wenn es welche gab einfach überdeckt hat. Andere Paddler haben wir nicht gesehen. Nur zwei Sport/Angelboote. Als Wildlife sahen wir noch Hirschkühe, Rehe, Biber und zwei Weisskopf Seeadler.
An einer Stelle mit starker Strömung wo es plötzlich seicht wurde und das Boot aufsetzte, hätte es mich beinahe umgehauen. Letztlich blieb es bei einem Schreck und etwas Wasser im Boot. Gegen 16:00 bei Km168 erreichten wir den Berland River Zufluß wo sich das klare Wasser des Berland mit dem milchig-weißen des Athabasca River mischte. Hier war tatsächlich auch ein kleiner einfacher Campground hier: 54 0.256 N 116 50.414 W
Nach dem Essen trieb uns der abendliche Regen in die Zelte. Das Wetter war anfangs der Tour blendend, später war es Tagsüber bewölkt und abends bzw nachts regnete es. Der Pegel sinkt seit zwei Tagen wieder.
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Das Wasser des Athabasca River ist durch die Sedimente milchig weiß (und kalt)

mehr Bilder gibt es bei Picasa (https://plus.google.com/u/0/photos/115601080334052630501/albums/5908350653047110097?hl=de&tab=iq)

7.7
Das Wetter was den ganzen Tag bewölkt. Unser Ziel war der Windfall Creek rechts bei km 230 wo wir uns einen Campground erhoffen. Den Creek fanden wir nicht aber dafür ein Camp hier: 54 14.318 N 116 11.171 W bei km 233. Leider gibt es hier die erste richtig lästige Mückenpopulation. Die Höhe ist hier 735 Meter. Der Athabasca hat seit Jasper gut 300 Höhen-Meter verloren.
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zu einem richtigen Buschcamp gehört auch ein Buschfeuerzeug, zum Glück hatten wir auch richtige Feuerzeuge

8.7
Heute wollen wir Whitecourt erreichen, dort etwas einkaufen, essen und eventuell campen. Nach 44km bei 275 erreichten wir die Brücke des Yellowhead Highway bei Whitecourt. Wir stiegen aus und verputzten im lokalen Ritz Diner des Truckstpp ein Mittagessen und paddelten dann noch 500 Meter weiter zum RiverBoat Access, der örtlichen Bootsrampe hier: 54 9.002 N 115 42.123 W rechts am Mcleod River Zufluss.
Die Zufahrt war wegen der starken Strömung und einem kräftigen Kehrwasser etwas kniffelig und glückte bei mir erst beim zweiten Mal.
Dort schlugen wir unsere Zelte auf was allerdings keine gute Wahl war weil dort gegen Abend ziemlich viel los war. Boote wurde ins Wasser gelassen oder herausgeholt, Autos kamen und fuhren wieder, Angler erzählten sich von ihren Heldentaten, ein stetes Kommen und Gehen. Auch eine nahegelegene Fabrik machte eine lautstarke Nachtschicht. Mit Ohropax gings aber. Es gab ein paar Meter Flussaufwärts auch einen Campingplatz allerdings ohne Zugang zum Wasser.
Ich war noch in Whitecourt Downtown um etwas einzukaufen. Einen öderen Ort kann man sich nicht vorstellen. In der Peripherie des Ortes nur Gewerbe und im Kern ein paar einsame Häuser aber niemand auf der Straße. Immerhin gab es mehrere große Supermärkte. Highlight waren die vielen chromglänzenden Lkw und der Transport eines ganzen Hauses auf einem Tieflader.
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9.7
Nachdem wir gestartet waren hatten wir nach etwa 500 Meter rechts an einer Uferstrasse erneut Halt gemacht, da Werner noch etwas einkaufen wollte und es hier direkt in die Stadt ging die man sonst vom Ufer nicht sehen konnte.
Nach 41 km mit mehreren Rehsichtungen zwang uns ein Gewitter bei Km 316 ins Camp hier: 54 10.506 N 115 9.918 W . Höhe war hier 638 Meter. Der Athabasca River war hier schon deutlich langsamer. Im Schnitt bei 7kmh.

10.7
In der Nacht patrolliertem zwei Biber vor unserem Camp und gaben mit lautem Schwanzklatschen ihren Unmut über unsere Anwesenheit in ihrem Hinterhof kund. Der Athabasca River floß teilweise nur mit 5kmh und durch den Gegenwind hatte Werner mit seinem Schlauchboot etwas Probleme voran zu kommen. Nach 40 km und 356 km gesamt machten wir hier: 54 18.852 N 114 51.812 W Schluß. Wir haben jetzt so ziemlich die Hälfte der Strecke nach Athabasca City. Nach dem Essen zog wieder ein fettes Gewitter mit Hagel auf.
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11.7
Der Morgen war sonnig aber hinter Fort Assiniboine fing es für etwa 2 Stunden heftig an zu schütten. Hinter Fort Assiniboine teilt sich der Fluß und fließt etwa 7km über zwei Arme. Nach 396 km und 40 Tageskilometern fanden wir endlich ein brauchbares Camp auf einer Rinderweide hier: 54 23.837 N 114 31.460 W

12.7
Unser Ziel war heute der Pembina River in geschätzten 40 km von rechts. Nachdem wir die Seilfähre von Vega passiert hatten wurde der Fluss langsam und eintönig. rechts und links steile bewachsene Ufer und keine Camps. Es war nichts zu machen, Öde. Da Werner wieder mit dem Gegenwind zu kämpfen hatte, bin ich schonmal vorgefahren. Nach 40 km war von dem Pembina River nichts zu sehen. Ich kann doch an so einem grossen Fluß nicht vorbeigefahren sein? Ich schaute schonmal nach einem Camp und wurde nach 50 km bei Km446 hier: 54 41.811 N 114 18.179 W fündig. Eine ebene bewachsene Fläche leicht matschig und den Spuren nach zu urteilen eine Wildtränke. Besser als garnichts. Na hoffentlich bin ich nicht einem Elch im Weg wenn er Durst hat. Werner hat sich wohl schon vorher ein Lager gesucht. Der Wind war stellenweise schon heftig. Ich werde ihn wohl morgen abpassen.
Er machte schon den Vorschlag in Smith abzubrechen wenn der Athabasca so bleibt. Mal schauen, es sind allerdings auch nur 200 km bis Athabasca City. Ich machte Abendessen und prüfte anhand der Karte und GPS ob ich schon am Pembina River vorbei bin. Nein, es ist noch ein Stück. Eigentlich haben wir uns dort reineres Wasser und vor allem ein Camp erhofft.
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Mein Boot, ein getuntes Pouch E65 ist sehr gut gelaufen. Allerdings sind zwei Senten gebrochen

13.7
Da Werner wohl kaum vor 10:30 hier ankommen würde konnte ich mal bis 9:00 ausschlafen. Diese Nacht hat ein Biber wieder die ganze Nacht Rabatz gemacht. Ansonsten habe ich ungestört durchgeschlafen. Als Werner dann kam sind wir den unverändert langweiligen Athabasca River bis zum Pembina River gefahren. Nach etwa 27 km sahen wir rechts eine kleine Freifläche mit Tischen, Stühlen und Leuten. Ja,wir könnten hier campen. Nach einiger Konversation wurden wir von ihnen, einer Familie, zum Essen eingeladen. Sie wohnten in einem 12 Seelen Ort namens "Hamlet" einen Teil des Dörfchens Chisholm Mills. Immerhin gab es ein Postamt das von einer von ihnen, der 77 jährigen Barb, geführt wurde.
Wie sich heraustellte gab es weder in Athabasca City noch in Smith ein Mietwagen Unternehmen. Joannas Bruder Kevin fuhr jedoch am Dienstag nach Edmonton und könnte uns mit dem ganzen Zeugs mitnehmen. Ein Grücksfall.
(Thanks to Joanna, Kevin and the Romaniuk Family for Dinner and Support).
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14.7
Die Idee ist etwa 210 km den Red Deer River von Red Deer oder Dickson bis Drumheller zu paddeln.Von Edmonton brauchen wir dann einen Shuttle. Ich werde es bei Edmonton Canoe versuchen oder wir nehmen wieder einen Mietwagen. Der Tag war ansonsten ausgefüllt mit Boote auseinandernehmen und verpacken, in der Hängematte faulenzen und Essen machen. Während ich in der Hängematte lag und las, machte ein Eichhörnchen über mir im Baum Spektakel, drehte sich auf dem Ast und....ich hasse Eichhörnchenscheiße! Anscheinend sind wir überall fehl am Platz.
Nachts hört man die Koyoten heulen und es soll hier sogar Pumas geben. Eine Raubtierspur haben wir am Lager schon entdeckt. Es scheint aber ein Luchs gewesen zu sein. Heute haben wir die ersten Paddler gesehen. Vier Kanadier auf dem Weg nach Athabasca City. Na denn viel Spass beim Camp suchen mit vier Leuten. Zur Zeit regnet es ausdauernd aber der Athabasca River sinkt täglich etwa 15cm. Mücken sind auch kein Problem. Nachdem Calgary mückenmässig schon ziemlich lästig war hatte ich eigentlich mit dem Schlimmsten gerechnet.
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Das letzte Camp bei Chisholm

15.7
Heute gab es noch zu vermelden das es die ganze Nacht geregnt hat, der Tag aber "Hängematten-schön" war. Durch Zufall bekam ich mit das das Tor zu Zufahrt zu unserem Camp erneuert worden war und geschlossen werden sollte. Kevin würde am nächsten Tag vor dem verschlossenen Tor stehen wenn er uns abholen will. Die Arbeiter haben aber zugesagt das Tor erst einen Tag später zu schließen. Morgen geht dann das Abenteuer Athabasca River nach 14 Tagen und 470 km bei einer Höhe von 570Metern zuende.
Video1 Athabasca River (http://youtu.be/MVKqUZUvvAw)
Video2 Athabasca River (http://youtu.be/UhrbyCVB_-M)
Fazit zum Athabasca:
Die 300 km von Jasper bis Whithecourt sind sehr schön. Die ersten 70km strömt der Athabasca River durch das Bergpanorama der Rockies. Ab Whitecourt bzw ab Fort Assiniboine fliesst der Athabasca weitgehend geradeaus. Es gibt hier seeehr wenig camps da kaum Sandbänke oder freie Flächen am bewachsenen steilen Ufer zu finden sind. Den Abschnitt kann man sich schenken, zumal man aus Athabasca City auch schlecht wegkommt. Die meisten guided Touren werden auch bis Whitecourt angeboten.
Das Wasser des Athabasca war kalt und milchig mit Sand durchsetzt. Der Athabasca wird mit WW 1-2, einige Stellen sogar mit WW 3 eingestuft. In Juli haben die Gletscher-Flüsse ihren Höchststand was bei uns der Fall war. Bedingt durch das starke Gefälle im Oberlauf ist die Strömung mit 10-15kmh sehr flott und m.E. nicht für Anfänger geeignet da hier etwas Erfahrung und schnelle und vor allem richtige Manöver erforderlich sind. Bei Niedrigwasser sollen die beiden Seen Jasper - und Brule Lake sehr seicht sein so das hier teilweise getreidelt werden muß.
Wirklich einsam ist der Athabasca nicht. Bei Google Maps sieht man zahlreiche Zufahrten zu kleinen Spots wo vermutlich Ölpumpen stehen. Zahlreiche Brücken queren ihn, Bahnstrecken, Siedlungen, Straßen und Farmen findet man an seinen Ufern. Wohl dadurch bedingt ist das Wildlife etwas dürftiger. Das Wetter war fantastisch. Wir hatten tagsüber einmal ausgiebig Regen, ansonsten nur nachts teils heftige Gewitter.
Morgen fängt das Abenteuer Red Deer River an.

StevePeacewalker
24.08.2013, 17:35
Sauber Guido, habs zwar schon auf deinem Blog gelesen aber jetzt wurde es ja mal Zeit dass auch hier mal was erscheint. ;-)

bratgitarre
24.08.2013, 17:48
Danke Steve,

ich hoffe du hast vorgestern alle infos (mail und SMS) von mir erhalten.
Freue mich schon auf den Allier und Frongraisch.

vG Guido


Sauber Guido, habs zwar schon auf deinem Blog gelesen aber jetzt wurde es ja mal Zeit dass auch hier mal was erscheint. ;-)

StevePeacewalker
24.08.2013, 21:54
Sind angekommen. War gerade auf der Moldau unterwegs.

Frankreich wird super.


Danke Steve,

ich hoffe du hast vorgestern alle infos (mail und SMS) von mir erhalten.
Freue mich schon auf den Allier und Frongraisch.

vG Guido