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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [KG]Kirgistan - Trekking im Terskey-Alatau



Mr.Sunrise
19.08.2013, 19:31
Kurzes Vorwort

Ich habe hier einfach meinen Reisebericht von meinem Blog eingefügt. Das direkte einfügen der Bilder hat auf die schnelle leider nicht funktioniert, deshalb gibt es hier nur den Text.
Für die Bilder (http://mrsunrise.wordpress.com/2013/08/17/kirgistan-trekking-im-terskey-alatau/) müsst ihr einfach in den Blog schauen.



Ankunft

6 Uhr morgens - wir zerren unsere schwer lastenden Rucksäcke vom Gepäckband in Bishkek. Ziemlich verschlafen stolpern wir aus dem Flughafen der kirgisischen Hauptstadt - schön, bis hierhin hat schon mal alles gut funktioniert.

Am Ausgang wartet Teresas Schwester schon auf uns, setzt uns in ein Taxi und auf geht es in Richtung Stadt, immer mit Blick auf die Berge. Unseren ersten Tag in Kirgistan nutzen wir, um einen Geldautomaten zu finden, an dem wir auch Geld bekommen - geschätze 10 Anläufe haben wir gebraucht um anschließend Gaskartuschen und Karten für die geplante Tour kaufen zu können.

Nach einer eher kurzen Nacht - es war ziemlich heiß im Hostel machen wir uns mit schwerem Gepäck auf dem Weg zum Busstation um nach Karakol zu kommen. Hier treffen wir Remy - er will auch nach Karakol und zusammen nehmen wir mit unserem Gepäck sechs Plätze in dem alten Mercedes Sprinter in Beschlag. Dann hehißt es aber erstmal warten, bis die restlichen Plätze aufgefüllt sind und dann geht die Fahrt los.

Etwa sieben Stunden später erreichen wir Karakol, wo wir uns zum übernachten erstmal auf den Weg zum "Turkestan Yurt Camp" machen.

25.7.

Die Nacht in der Jurt war nur mäßig bequem, die mit einer Decke überzogenen Holzplanken waren dann doch ein wenig hart. Egal, heute geht es endlich in die Berge. Auf dem Basar kaufen wir noch Schokolade, Wurst und ein wenig Brot für die ersten Tourentage ein und dann geht es wieder zum Bus. Eine knappe Stunde brauchen wir noch bis zu unserem Startpunkt in Kyzyl-Suu. Da wir hier laut Routenbeschreibung allerdings erst noch ziemlich lange an der Straße entlang das Tal aufwärts laufen müssen, nehmen wir kurzerhand ein Taxi. Im Taxi sitzend muss ich an des erste Auto eines guten Freundes denken - ich sitze hier wieder im gleichen alten Audi 100, mit hier typischem Markenzeichen -die Frontscheibe besteht aus einem Muster von Rissen und die Fahrt geht über holprige Wege, durch kleine Bäche und vorbei an Schlaglöchern.
Irgendwann haben wir genug und geben dem Fahrer zu verstehen, dasss wir hier aussteigen wollen und hier nun wirklich unsere Trekkingtour beginnen wollen.

Der Blick aufs GPS zeigt - durch die Taxifahrt haben wir uns 14km entlang der staubigen und extrem sonnigen Straße gespart. Mittlerweile im Wald angekommen laufen wir also los. Immer weiter Talaufwärts in Richtung der hohen Berge. Nicht das die Berge rechts und links des Weges nicht hoch wären, aber im Vergleich zu den über 5000m hohen Gipfeln der Karakol-Range doch eher niedrig.

Für die ersten Kilometer haben wir noch einen Fahrweg dem wir folgen, doch dieser verliert sich mehr und mehr zu einem kleinen Pfad. Begleitet werden wir dabei die ganze Zeit vom rauschen des Chong-Kyzylsu. Wir gehen heute noch nicht direkt in Richtung des ersten hohen Passes, sondern zur besseren Akklimatisierung noch in ein Nebental. Immer wieder treffen wir auf die Jurten von Nomaden, die hier oben ihre Viehherden haben. Nachdem wir eine große Wiese voll mit traumhaften Boulderblöcken hinter uns gebracht haben schlagen wir unter den Bäumen in der Nähe des Flusses unsere Zelte auf.

26.7.

Nach dem kurzen Gewitter gestern Abend haben wir heute morgen wieder bestes Wetter und nach dem Frühstück in der Sonne machen wir uns wieder auf den Weg, weiter das Tal hinauf.
Heute steht nur eine recht kurze Etappe an - ganz angenehm, denn unsere Rucksäcke sind schon ziemlich schwer. Bereits gegen Mittag haben wir direkt am Fluss einen schönen Platz für unsere Zelte gefunden, mit Blick auf einen hohen Wasserfall auf der gegenüberliegenden Talseite.

Nachdem die Zelte aufgestellt sind machen wir uns mit leichtem Gepäck auf den Weg in ein langgezogenes Hochtal. Wie die meisten Hochtäler hier ist auch dieses ein Hängetal. Das heißt der Anstieg vom Haupttal aus folgt einem steilen Hang, ehe wir das flache Hochtal erreichen.
Nach einer gemütlichen Pause steigen wir wieder zu unseren Zelten ab.

27.7.

Nach der kurzen Akklimatisierungstour müssen wir heute zuerst ein paar Kilometer talabwärts laufen, ehe wir in ein Seitental in Richtung des Archa-Tor Passes abzweigen. Über die Reste einer Holzbrücke können wir den Fluss gut queren und dann geht es, zum Glück noch im Schatten der Bäume, steil aufwärts.

Schnell ist die Baumgrenze erreicht und entlang der grasigen Hänge geht es weiter. Immer die Sonne zu unserer rechten komme ich mir bald vor wie ein einseitig übergares Grillhähnchen. Der tollen Landschaft tut das aber keinen Abbruch. hinter jeder Biegung gibt es wieder ein neues spektakuläres Panorama auf die umliegenden Bergriesen. Irgendwann führt unser Weg in ein weiteres Seitental hinauf - durch dichtes Wacholdergestrüpp.
In Sichtweite des Passes schlagen wir unser Lager auf.

28.7.

Heute steht wieder nur eine sehr kurze Etappe an. Allerdings gibt es erst noch ein unerwartetes Hindernis zu überwinden - eine Herde Kühe. Die meisten schauen uns nur kurz überrascht an und ziehen weiter. Ein Exemplar jedoch ist überaus neugierig. Erst können wir so gerade verhindern, dass es in unser Zelt einsteigt und dann müssen wir eine ganze Weile um unsere Küchenausstattung kämpfen. Das führt zu einer interessanten Packaktion, die ganze Zeit muss einer diese aufdringliche Kuh wegschubsen - wir haben sie übrigens Horst getauft.
Nachdem diese Hürde genommen ist geht es noch etwa 200 Höhenmeter weiter das Tal hinauf und nach einer guten Stunde schlagen wir auf fast 3500m erneut unsere Zelte auf.

Den Rest des Tages nutzen wir, um gemütlich in der Sonne zu liegen, Murmeltiere zu beobachten und einen kleinen (etwa 3800m hohen) Gipfel zu besteigen. Von dort haben wir einen grandiosen Rundumblick auf die Hauptkette des Terskey-Alatau.
Pünktlich zum einsetztenden Regen sind wir zurück bei den Zelten.

29.7.

Im Gegensatz zu gestern haben wir heute wieder wolkenlosen Himmel und das Wetter ist perfekt um über den Pass zu wandern.
Im Gegensatz zu dem was in der Beschreibung steht ist der Pass aber nicht so schlimm wie gedacht. Über fein splittriges Geröll bringt uns der Weg schnell in die Höhe und nach zwei Stunden sitzen wir auf dem mit 3960m höchsten Pass unserer Tour.

Hier ist es dann endlich soweit und wir testen das erste von drei Paketen Astronauteneis. Es schmeckt vor allem nach getrockneter Sahne, aber sehr cremig und gar nicht so schlecht - naja, mit richtigem Eis kann es natürlich nicht mithalten, aber es ist echt mal eine witzige Abwechslung.

Nach einer kurzen Pause machen wir uns an den Abstieg ins Nachbartal. Ein paar hundert Meter tiefer treffen wir auf einen kleinen Gumpen, der über einen kleinen Wasserfall aus einem Seitental gespeist wird und nutzen die Gelegenheit direkt zu einem Bad. Im eiskalten Wasser fällt das Bad aber entsprechend kurz aus, dennoch war es eine sehr angenehme Erfrischung. Wir bleiben noch eine Weile in der Sonne liegen und machen uns dann wieder auf den Weg in Richtung Jeti-Oguz Tal.

Beim Übergang vom Seiten- in das Haupttal müssen wir wieder mal ein diches Wacholderfeld durchqueren. Die Wegfindung ist nicht so ganz einfach, es gibt einige ausgetretene Pfade, die aber nach einigen Metern im dichten Gestrüpp enden. Letztendlich finden wir aber den richtigen Weg und kommen so gut durch das Gestrüpp wieder in den Wald. Eine Gruppe Sibirer ignoriert unsere Hinweise, dass die anderen Pfade im nichts enden und mit der Aussage "We are russians - go for it!" verschwinden sie in den Büschen. Kurze Zeit darauf - wir sind jetzt auf dem richtigen Weg - sehen wir links von uns nur einige Bäume und Büsche wackeln und zwischendrin hört man wildes fluchen auf russisch. Wir halten mit schallendem Gelächter an und lotsen die Gruppe durch Rufe auf den richtigen Weg. Ziemlich kleinlaut und uns dankend kommen sie aus dem Gestrüpp gekrochen.
Wir setzen unseren Abstieg fort und im Tal angekommen schlagen wir unser Lager mit einem beeindruckenden Blick auf die Jeti-Oguz Wand auf.

30.7.

Wir folgen dem Fluss ein Stück weit abwärts und nutzen dann eine Furt um ihn zu queren. Also heißt es erstmal Schuhe und Hose aus und dann geht es ins Wasser. Angenehmerweise teilen ein paar kleinere Inseln den Fluss in mehrere Arme und so können Füße und Beine zwischendurch immer wieder auftauen. Die Querung im etwas knietiefen Wasser klappt ganz gut und somit haben wir uns ein paar Kilometer Wanderung bis zur nächsten Brücke gespart.

Direkt nachdem wir den Fluss überquert haben biegen wir in das nächste Seitental ab und direkt steigt der Pfad wieder stark an, bevor das Tal im oberen Bereich wieder flach wird.
Den schattigen Wald nutzen wir dabei noch für eine ausgiebige Pause, ehe wir danach wieder für lange Zeit in der Sonne unterwegs sind.
Wir laufen das Tal bis fast vor die begrenzende Felswand, ehe wir in ein kleines Seitental abzweigen. Dort schlagen wir mit großartiger Aussicht auf den Sonnenuntergang unterhalb des nächsten Passes unsere Zelte auf.

31.7.

Der Höhenunterschied den wir von unserem Zeltplatz zum Teleti Pass überwinden ist nicht mehr sehr groß, dennoch dauert es lange bis wir den Pass das erste mal erblicken. Das Tal zieht sich in Stufen aufwärts und man kann es immer nur bis zur nächsten Kuppe einsehen. So führt unser Weg immmer wieder über steile Wiesenhänge aufwärts, bis wir irgendwann in der Nähe endlich den steinigen letzten Aufschwung erblicken. Auf dem Weg bis zum 3780m hohen Teleti Pass queren wir noch zwei Schneefelder und dann stehen wir auf der Passhöhe.

Die Aussicht hier oben ist bei weitem nicht so beeindruckend wie auf dem letzen Pass und nach einer kurzen Pause machen wir uns bald wieder auf den Weg ins Nachbartal.
Wieder am grünen Talgrund angekommen schlagen wir auch schon bald wieder unser Lager auf.

1.8.

Heute erwartet uns vor allem ein langer Abstieg, denn wir wollen in erster Linie bis ins Karakol Tal absteigen. Auf dem Abstieg passieren wir ein großes Schild, welches uns darauf hinweist, dass wir jetzt den Nationalpark betreten. Direkt am Ufer des Karakol schlagen wir unsere Zelte auf und ohne die schweren Rucksäcke geht es noch ein wenig das Karakoltal aufwärts, bis an den Fuß des Pik Karakol - eine gigantische Mauer aus Fels und Eis.

Zurück bei den Zelten nutzen wir eine der vielen vorhanden Feuerstellen und machen ein kleines Lagerfeuer. Im Laufe des Abends bekommen wir noch Besuch von einem Parkranger und erfahren, dass wir hier für das zelten bezahlen müssen. Außerdem muss ein Lagerfeuer mindestens 30m vom nächsten Baum entfernt sein - hm, das passt wohl leider nicht so ganz! Irgendwie bekommen wir den guten Menschen davon überzeugt, dass wir keine Strafe zahlen müssen - die wäre mit umgerechnet 5€ aber nicht so hoch gewesen, aber so ist auch gut.

2.8.

Heute startet der Tag zur Abwechlung mal nicht ganz so sonnig, im Gegenteil, es nieselt zwischendrin auch mal ein wenig.
Es geht noch ein Stück talabwärts, vorbei am Karakol Base Camp und dann biegen wir in das nächste Seitental ab in Richtung des Alakjol Sees. Vorher treffen wir nochmal den Ranger, der uns nochmal den Weg beschreibt und alles Gute wünscht.

Auf der anderen Flussseite verschwinden wir im dichten Wald, welcher erstaunlichweise sämtliche Geräusche des wild tosenden Baches hinter uns verschluckt. Es geht direkt steil aufwärts bis wir an einem schönen Lagerplatz vorbei kommen. Es ist zwar erst Mittag, aber da hinter uns sehr schlechtes Wetter aufzieht schlagen wir jetzt schon unsere Zelte auf und bleiben hier.

3.8.

Heute krabbeln wir wieder bei strahlend blauem Himmel aus unseren Zelten und da wir heute noch gute 1000 Höhenmeter bis zum Pass vor uns haben sind wir schon zeitig beim Frühstück.

Der Blick zurück ins gegenüberliegende Tal auf die schon sonnenbeschienenen Gipfel ist einfach toll. Nachdem wir alles wieder in den Rucksäcken verstaut haben kann es losgehen. Noch ein kurzes flaches Waldstück liegt vor uns, vorbei an einer kleinen Hütte und dann beginnt der Anstieg - steil und durch felsiges Gelände geht es aufwärts. Dabei kommen wir immer wieder an den über mehrere Kaskaden in die Tiefe stürzenden Bach heran. Auf 3500m erreichen wir dann den Alakjol See.
Wir suchen uns ein schönes Plätzchen am Ufer für unsere Mittagspause und ein kurzes Bad im eisigen Wasser lassen wir uns natürlich auch nicht entgehen.

Danach wartet dann noch ein recht beschwerlicher Restaufstieg zum Pass. Aber ersteinmal müssen wir über Geröllfelder den gesamten See passsieren. Vom hoch gelegenen Pfad hat man eine wunderschöne Aussicht auf die einrahmenden Berge und Gletscher.
Wir beeilen uns, da sich das Wetter leider wieder deutlich verschlechtert. Auf dem Pass bei 3920m angekommen machen wir noch eine Pause. Von hier aus haben wir wieder eine beeindruckende Aussicht, wobei heute leider die Gipfel des Hauptmassivs in den Wolken liegen.

Beim Abstieg tuen uns ein paar entgegenkommende Wanderer sehr Leid, was für unseren Abstieg sehr angenehm ist - erdiges, feinsplittriges Gestein - muss für den Aufstieg die Hölle sein. Wir können hingegen den Hang gemütlich runter rutschen und verlieren so sehr schnell an Höhe. Die erste Gelegenheit die sich uns bietet nutzen wir , um die Zelte aufzubauen.
Das Timing ist perfekt, denn kaum steht alles, fängt es an zu gewittern und damit auch zu regnen und hageln.

4.8.

Da das schlechte Wetter sich hier scheinbar wohl fühlt bleiben wir fast bis mittags in den Zelten. Doch dann scheint es ein wenig aufzuklaren und wir nutzen die Gelegenheit zügig alles zu verpacken und aufzubrechen.
Bei bescheidenem Wetter machen wir uns an den weiteren Abstieg. Zwar scheint zwischendurch auch mal die Sonne, aber es regnet auch vereinzelt. Im unteren Bereich des Kel'deke Tals müssen wir den Fluss queren. Was vermutlich normal ganz gut von Stein zu Stein springend funktioniert ist durch den vielen Regen etwas schwieriger geworden, geht aber immer noch ganz gut.
Danach folgen wir dem Weg noch weit hinunter ins Arashan Tal. Die heißen Quellen lassen wir dabei am Wegesrand liegen, weil es uns hier einfach zu voll ist und ein paar Kilometer weiter schlagen wir unser Lager auf.

5.8.

Zum Abschluss haben wir wieder schönes Wetter!
Dem Fahrweg entlang des Flusses folgen wir talwärts. Die Berge rechts und links des Weges werden immer nidriger und schließlich erreichen wir Ak-Suu von wo aus wir mit dem Bus zurück nach Karakol fahren, wo wir uns für eine weitere Nacht im Jurtencamp einquartieren - diesmal aber im Zelt und nicht in der Jurte.


Eine zweite kleine Tour

6.8.

Wir haben noch ein paar Tage Zeit und so wollen wir noch eine kleine Tour starten. Schnell sind neue Gaskartuschen und Verpflegung gekauft und los geht`s. Mit dem Taxi fahren wir nach Konstantinovka und laufen los in Richtung Dzherges Tal. Der Einstieg ist besonders mühevoll - trockene, staubige Fahrwege, keine schattenspendenden Bäume geht es den Hang hinauf. Erst nach gut 500 Höhenmetern können wir im Schatten des ersten Baumes eine erste Pause machen. Als wir gerade weiter wollen ist ein lauter werdendes knattern zu hören und wenige Augenblicke später halte vier kirgisische Waldarbeiter mit ihrem alten russsischen LKW vor uns an - ob sie uns wohl ein Stück mitnehmen können?
Klar, warum nicht! Also werfen wir unsere Rucksäcke auf die Ladefläche, steigen selbst dazu und los geht eine abenteuerliche Fahrt!

Der Weg - ich bin mir nicht ganz sicher ob man das noch so nennen kann, vielleicht wäre trockengefallener Flusslauf oder Wasserfall die treffendere Beschreibung. Auf jeden Fall sind wir durchgehend damit beschäftigt mit einer Hand den Rucksack und mit der anderen Hand uns selber auf der Ladefläche zu halte. Zwischendrin heißt es dann immer wier Kopf einziehen um nich vom nächsten Baum von der Ladefläche gewischt zu werden. Es ist auf jeden Fall beeindrucken, durch was für ein Gelände wir uns mit diesem Gefährt bewegen. Seit dieser Fahrt muss xich meine Einschätzung von fahrbaren Wegen ein wenig überdenken.
Nach einer knappen Stunde erreichen wir eine große Lichtung und lassen uns absetzen - eine großartige Fahrt.
Die Kirgisen setzen ihre Fahrt fort und wir schlagen unsere Zelte auf.

7.8.

Direkt nach dem Start steht eine Flussquerung an. Die Strömung ist nicht übermäßig stark, aber das Wasser reicht mir bis zur Hüfte. Danach kommt noch ein kurzes Steilstück und der Wald liegt hinter uns und vor uns tut sich ein langgezogenes flaches Tal auf. Auch hier sind wieder viele Nomaden mit ihren Herden unterwegs, aber im Gegensatz zur ersten Tour sind wir hier oben die einzigen Touristen.
Nach einem letzten kurzen Steilaufschwung finden wir direkt am Flussufer eine kleine flache Wiese - perfekt für zwei Zelte.

8.8.

In der Nacht war Weltuntergangsstimmung angesagt. Es hat in Strömen geregnet und gehagelt und der Flusspegel hat bedrohlich zugelegt, aber es geht alles gut und wir müssen nicht vor den Fluten flüchten.
Teresa geht es heute leider nicht so richtig gut und so beschließen wir, nicht über den Ailanysh Pass ins Nachbartal zu steigen sondern bleiben hier.

Am späten Nachmittag laufe ich noch eine kurze Runde und steige auf den dem AIlanysh Pass gegenüberliegenden Pass. Der Ausblick ist toll, vor allem kann man das gesamte Dzherges Tal abwärts mit dem dahinter liegenden Issyk Kul Becken überblicken.
Am Abend gewittert es wieder. Aber diesmal bleibt es bei einem kurzen Gewitter und danach klart es auf.

9.8.

Heute steht der endgültige Abstieg an! Auf dem Weg zurück ins Tal genießen wir immer wieder den Blick auf die Berge.
Am späten Nachmittag erreichen wir wieder das Tal und noch bevor wir an der Straße sind kommt uns ein Taxi entgegen. Der Fahrer muß noch einen Fahrgast absetzen und sammelt uns anschließend ein und bringt uns zurück nach Karakol.
Hier haben wir noch einen letzten entspannten Tag im Jurtencamp, wir treffen einige nette und interessante Leute und dann geht es auch schon wieder zurück nach Bishkek zum Flieger.

Nita
21.08.2013, 09:55
Bergtrekking wie man es sich vorstellt!

Den Text habe ich zwar nur überflogen, die Bilder aber bereits mehrmals angeschaut. Wunderschöne Gegend. Und in Kombination mit einem für uns schon etwas exotischen Land macht sicher einen klasse Urlaub!

Das Eis hat mir auch gefallen :) Eine andere, traditionellere, Möglichkeit besteht aus süßer Kondensmilch ("Milchmädchen") vermischt mit ganz normalem Schnee :p

Kati79
21.08.2013, 13:01
Wir sind ja nur 2 oder 3 Tage vorher gestartet, hatten aber nur Nachts am Anfang Regen und Gewitter. Die Regensachen haben wir nur ein einziges Mal für eine halbe Stunde ausgepackt. Aber unser Reisebericht kommt ja auch noch.

Habt Ihr noch andere Deutsch getroffen? Wir hatten mit der Zeit viele bekannte Gesichter, die wir während der Tour immer mal wieder getroffen haben. Kirgisen, Briten, Tschechen, Deutsche.

Mr.Sunrise
21.08.2013, 21:44
Am ersten Tag haben wir zwei Österreicher getroffen. Danach waren nur noch zwei Franzosen und eine Schulklasse aus England unterwegs.

Regen hielt sich auch im Rahmen. Abends halt häufiger mal ein kurzer Schauer, dann aber auch eher spät und an zwei Tagen hat es zwischendrin ein wenig genieselt. Richtig mies wurde das Wetter als wir in Karakol abgereist sind. Das war eigentlich ein ganz gutes Timing!

Makku01
25.09.2013, 13:16
Hört sich gut an, wie plant man eine solche Tour? Habt Ihr das auf eigene Faust gemacht oder über einen Veranstalter gebucht. Wie ist das dann mit den Sprachkenntnissen?

codenascher
25.09.2013, 14:35
makku, es gibt im Conrad Stein Verlag einen Reiseführer für das bereiste Gebiet. Überhaupt kein Problem.

Sprachkenntnisse sollten russische vorhanden sein. Mit englisch Kommste ausserhalb der CBT Büros und größeren Hotels nicht wirklich weit....

Mr.Sunrise
25.09.2013, 19:40
Wobei Sprachkenntnisse braucht man nicht sehr viel, ein paar Worte reichen eigentlich. Der Rest geht gut mit Händen und Füßen.
Ein kleines Reisewörtebuch ist auch ganz hilfreich und natürlich was zum schreiben (Handy) um mit den Bus und Taxifahrern Preise auszuhandeln.

Englisch haben wir nur in Bishkek im Hostel und in Karakol im Jurtencamp brauchen können.

Clouso
02.10.2013, 12:01
Wow, als relativer Neuling im Trekking war mir Kirgisien noch gar kein Begriff, guter Geheimtipp!!
Wie steht es denn dort mit der Sicherheit, ohne Vorurteile haben zu wollen, aber in Europa oder den USA würde ich mich schon sicherer fühlen, alleine die Schwierigkeiten einen Geldautomaten in Kirgisien zu finden... aber sowas hat ja auch seinen zusätzlichen Reiz nehme ich an... :)

Mr.Sunrise
02.10.2013, 12:38
Also ich habe mich dort nicht weniger sicher gefühlt als beispielsweise in einem europäischen Land.
Das Reisen in Kirgistan war eher sehr entspannt!

Die Problematik mit Geldautomaten ist auch nicht so dramatisch. In Bishkek und Karakol gab es jede Menge, allerdings hat nicht jeder Automat unsere Karten akzeptiert (DKB VISA). Einfach ein paar Automaten durchtesten, einer spuckt schon Geld aus. Im Zweifelsfall kann man aber auch einfach hingehen und genügend Euro in bar mitnehmen und vor Ort in einer der vielen Wechselstuben tauschen.

Wir hatten jetzt fast garkein Bargeld dabei, das würde ich beim nächsten mal ein wenig anders angehen. Dann muss man nicht zwingend Zeit aufbringen um einen passenden Geldautomaten zu finden.