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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [KG] Terskej-Alatau-Traverse - Trekking und Wellness im Tien Shan



codenascher
13.08.2013, 18:00
Kirgistan 2013

19.07.2013 – 10.08.2013

Terskej–Alatau–Traverse
Hochgebirgstrekking im Tien Shan



Vorgeplänkel:

Bereits im letzten Sommer, während wir noch auf Kamtschatka weilten, kam die Idee auf, diesen Sommer die Terskej-Alatau-Traverse in Kirgistan zu erwandern! Kati und Heiko hatten bereits einmal das Vergnügen, brachen allerdings aus verschiedenen Gründen die Wanderung ab. Als Grundlage für die Wanderung dient der Terskej-Alatau-Traverse Reiseführer aus dem Conrad Stein Verlag. Hier geht es inklusive Akklimatisierung in insgesamt 11 Tagen über vier Pässe mit einer Höhe von beinahe 4000m.

Gewaltige Gebirgslandschaften, klare Bäche, saftige Almwiesen und allerfreundlichste Einheimische versprechen wir uns von diesem Urlaub! Dazu warmes Kontinentalklima und wenig Regen.

Heiko stellt sich (leider) neuen beruflichen Herausforderungen und somit misst unsere Reisegesellschaft vier statt fünf Teilnehmern. Kati, Kathrin, Susanne und ich. Kennen gelernt haben wir uns, unsere Macken und unser Tempo letzten Sommer auf Kamtschatka. Quasi ein eingespieltes Team.

Beinahe die gesamte Vorplanung wird von Kati und Susanne gemanagt. Hotels gebucht, Transporte, eventuelle Routen und Alternativen für ein anschließendes Backpacken durchs Land, Kontakte mit dem CBT vor Ort.

Kati als „Expertin“ für unsere Wandertour, Susanne quasi als „Resident“ fürs Backpacken, da sie in der geplanten Region einst ihre Diplomarbeit schrieb und somit vier Monate im Land weilte.
Kathrin und ich sehen uns mehr als Nutznießer:bg:



Eins schon einmal vorweg: Wir wurden nicht enttäuscht!!!!
Zweitens vorweg, dies wird ein Gemeinschaftsbericht, daher kann (wird) es leider immer mal wieder stocken.

Schmetterling
16.08.2013, 09:01
Vorbereitung

Als im letzten Jahr die Idee mit Kirgistan aufkam, war ich sofort Feuer und Flamme. Ich hatte dort vor ca. 7 Jahren meine Diplomarbeit geschrieben. Dazu lebte ich 4 Monate in kleinen Dörfern inmitten der weltgrößten Walnuss-Wildobst-Wälder und führt Interviews mit 90 Familien. Es war die schönste und erlebnisreichste Zeit meines Lebens: das Leben in einer Familie, die Interviews und die Tatsache, dass wir auf den Feldern und in den Wäldern alle Angaben nachkontrollierten (also beim Ernten mithalfen) gaben uns wirklich tiefe Eindrücke in das Leben der Menschen dort. Wir wurden unglaublich gastfreundlich aufgenommen. Außerdem lernte ich die Wälder selbst lieben. Durch starke Beweidung verwandelten sie sich in Hutewälder und glichen einer Parklandschaft. Dazwischen immer wieder Mähwiesen mit Heustapeln und kleine, von geflochtenen Zäunen Gärtchen, in denen sich gelbe Sonnenblumen wiegten. Das alles überragt von einem herrlichen Bergpanorama. Ein Idyll wie aus dem Bilderbuch (und leider Zeichen einer starken Übernutzung der Wälder, die ihren dramatischen Rückgang zur Folge hat).
Ich war gespannt, was sich seit damals verändert hat und ob ich alte Bekannte treffen würde. Aber vorher war ja noch eine 11 tägige Trekkingtour zu absolvieren. Die Organisation hierzu übernahmen Kati und ein kleines gelbes Büchlein, die Ausrüstung stand soweit – so entspannt war die Urlaubsvorbereitung nie. Wobei… Sven und ich waren inzwischen stolze Besitzer eines Dörrautomaten und beschlossen, alle Abendessen, sowie Dörrobst und Beef Jerkey zu dörren. Wenn man keinen Stress hat, macht man sich welchen. Das Teil lief also in den letzten Tagen heiß, wobei Sven den Großteil der Arbeit übernahm. Mit einem Last Minute-Kauf eines Vakuumierers wollten wir die Logistik des Ganzen in der hochsommerlichen Hitze etwas entspannen. Leider gab es diverse Portionen Bolognese und die Nudeln durchstachen eine Vakuumfolie nach der anderen… Das muss noch optimiert werden.
Also wurde die letzte Woche dann doch wieder stressig. Dazu die brütende Hitze in unserer Berliner Wohnung. Am letzten Abend flüchteten wir ins Openair-Kino, wo die EOFT stoppte. Nach den Extremsportler-Kurzfilmen sahen wir unserer Wellness-Bergwiesen-Wanderung schon sehr viel entspannter entgegen. Außerdem würden wir einen klaren Frauenüberstand in der Truppe haben und damit unseren Heißsporn Sven ewas drosseln können. ;-)

grenzenlos
16.08.2013, 10:49
Hallo,

bin schon echt neugierig!;-)

Mr.Sunrise
16.08.2013, 11:15
Ich bin auch gespannt was ihr so schreibt, ihr seid etwa drei Tage vor uns gestartet. Ich bin gerade noch dabei meine Bilder von der Tour zu sortieren!

Gruß,
Daniel

codenascher
18.08.2013, 21:15
19.07.2013 – 20.07.2013 Berlin – Bishkek

Meine Mama, danke nochmals :-) fährt uns gegen Mittag nach Schönefeld. Von hier gehts mit nem kleinen Airbus nach Moskau. Die vier Stunden Aufenthalt komme ich bald um vor Hunger. Auf TGI Fridays hab ich aber keine Lust (auf dem Rückflug entdecke ich dann im Nachbargate das gesuchte Burger King....) Weiter gehts ebenfalls mit einem Airbus A319 nach Bishkek, Flughafen Manas FRU, Ankunft um sechs Uhr früh. Das ganze jeweils ohne On Board Entertainment und bescheidenem Essen...

Neben ein paar weiteren Wanderern sehen wir auch einige Tschechen in Plastikstiefeln. Pik Lenin?Ich will an die frische Luft und komme nicht zum Fragen. Leicht dösig verlasse ich das Flughafengebäude und schon stürzt sich eine Meute von Taxifahrern auf mich. Boom, ich bin völlig überfordert und tingel dem Sieger um mich und unser Gepäck zum Taxi hinterher. Als Susanne erscheint fragt sie mich sofort, was die Fahrt kosten wird... Was weiß ich denn? Ha Ha, auf mich haben die Jungs gewartet. Willkommen beim Taxinepp... 40$... Leck mich fett. Susi kann den Preis wenigstens noch um 10$ senken. Normal währen zwischen 5 und 10€ gewesen. Des wird mir sicherlich nicht noch einmal passieren :/


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Willkommen in der Hauptstadt :bg: Nebengässchen

Um sieben klopfen wir Kathrin aus ihrem Zimmer. Sie ist bereits gestern Abend in Bishkek gelandet und residiert ebenfalls im Grand Hotel.
Wir machen uns frisch, frühstücken und schon stehen wir auf dem Osh Basar. Wow, so ein Treiben hab ich noch nicht erlebt! Ist hier was los. Die Auswahl und die rauen Mengen Obst, Gemüse, Nüsse, voll Geil!!! Wassermelonen; Bergeweise Mehl, zu feinen Pyramiden angehäuft. Eine „Abteilung“ mit Kurut (getrocknete Joghurtbällchen), Gewürze uswus. Ich kann gar nicht mit dem schwärmen aufhören.
Wir verirren uns auch in das Fleischhaus. Irgendwie schon ein bisschen eklig ohne Kühlung und den vielen Fliegen, zugleich aber auch faszinierend :bg:
Ein angetrunkenes Individuum begrüßt uns mit einem nicht so freundlichen Cheil mein Fuhrer... Hm, der wird einfach ignoriert. Ansonsten freut man sich über unsere Anwesenheit und gibt sich immer wieder gern als Fotomodel!

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in der Fleischabteilung

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"ah, deutsch? Angela Merkel, gud. Chelmut Kohl gud"

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Bergeweise Kurut

Anschließend gehts für uns auf Gaskartuschenjagd. Mit dem Taxi haben wir beim dritten Anlauf Glück. Marco Polo führt chinesische Gaskartuschen.
Während Kathrin das „Kartographische Institut“ aufsucht, genießen wir den Jetlag. Ausgeschlafen gehts dann zu Fuß Richtung Downtown Bishkek.
Am Ala-Too-Platz werden wir Zeuge des Wechsels der Ehrenwache. Was für ein Schauspiel ;-)

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Wachwechsel, Stechschritt, Hackenknall :bg:

Zu guter letzt suchen wir das Kaufhaus ZUM und einen weiteren Souvenirladen auf. Susanne und ich werden hier gleich fündig und ein großer Wandteppich wechselt den Besitzer. Vor der Tour hab ich immer gewitzelt, an gefixt durch einen Teppich bei Manufaktum, mir einen kirgisischen Hirtenteppich zu kaufen :bg: Ein klassischer Shyrdak wird es nicht, eher eine verspielte Variante mit Steinböcken wie wir sie zu Hauf bei den Petroglyphen von Cholpan-Ata sehen werden!

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Nationalflagge am Ala-Too-Platz

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Abendbrot

Das erste Shaschlik des Urlaubs wird im Café Jalal-Abad genossen ;-) Das Restaurant schenkt keinen Alkohol aus, somit gibt es noch etwas Bier und Vodka auf dem Zimmer. Susi hat für 10$ die Nacht mehr die Junior-Suite gebucht. Diese scheint vergeben und somit bekommen wir ein noch besseres Zimmer!!!

Schmetterling
18.08.2013, 21:43
19. / 20. 7. – Anreise nach Bishkek

Nach einer durchwachten Nacht kamen Sven und ich frühmorgens in Bishkek an. Der gute Junge verfügt über eher wenig Reiseerfahrung in Entwicklungsländern. Als ich eine Toilette suchte, entwischte er nach draußen und fiel gleich in die Hände eines Taxifahrers („Der hat einfach den Gepäckwagen genommen…“). All mein Gebrummel von wegen „Nie den erstbesten…“, „Preis unbedingt vorher aushandeln…“ verschallten ungehört und schon brausten wir in Richtung Bishkek. Der Preis: 15 Dollar pro Person statt 10 fürs ganze Auto. Nun ja, Erfahrungen muss man machen.
Im Hotel erwartete uns eine kleine Überraschung: da kein Zimmer unserer vorbestellten Kategorie frei war, bekamen wir eine Luxus-Suite mit zwei großen Räumen, Kronleuchtern und Badewanne. Wir widerstanden jedoch der starken Bettanziehungskraft, klopften Kathrin aus dem Bett, aßen Frühstück und stürzten uns ins Stadtleben. Mein Gott, war das heiß hier! Schon nach wenigen Schritten lief uns der Schweiß aus allen Poren. Und bei den Temperaturen wollten wir wandern gehen. Wir verfielen einige Stunden dem Charme des Osh-Basars, deckten uns mit Reiseproviant in Form von Nüssen und getrockneten Aprikosen ein und verknipsten einigen Speicherplatz. Besonders interessant war die Fleisch-Halle…

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Eingang zum Osh-Basar

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Hm, lecker!

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Wir rüsten nochmal unseren Reiseproviant auf

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Die Menschen freuen sich sehr, wenn wir Fotos machen wollen

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Pure Fleischeslust...

Inzwischen war es noch heißer geworden, aber vor dem kühlen Hotelzimmer mussten wir uns noch der Gaskartuschensuche widmen. Ich bestand darauf, einen Taxifahrer zu nehmen, um die verschiedenen Adressen abzuklappern. Glücklicherweise, er fuhr uns nämlich fast eine Stunde quer durch die Stadt, bis wir endlich drei Stück in den Händen hielten. Nach unseren bisherigen Erfahrungen müssten die ja locker reichen. Dachten wir. Damit hatten wir uns jetzt endlich einen ausgiebigen Mittagsschlaf verdient. Frisch gestärkt wandten wir uns gegen Abend dem Zentrum zu, das zum Glück so wenig zu bieten hat, dass wir uns ohne schlechtes Gewissen gleich in die Souvenirsjagd stürzen konnten. Und die war sehr erfolgreich. Beladen mit Wandteppich, Kissenbezügen, Tischläufer und Mitbringsel für die ganze Familie wankten wir ins Cafe Jalal Abad, in dem ich meine Mitreisenden in das kirgisische Essen einführte: Tee, Manty, Lagman und Schaschlik.

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http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Kirgistan-0940.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=83158&title=kirgistan-0940&cat=500)
Eine Teermaschine

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Das erste Lagman der Tour

Abt
19.08.2013, 04:34
Ah,
profitiert ihr von der neuerlich entfallenden Visumpflicht nach Kirgisien ,- Wie geht es ohne Visum durch Russland?

Das Basarangebot sieht schon mal sehr abwechslungsreich aus und zieht magisch an
Die Gerüche angedorbenen Fischs und Fleisches wabbeln mir seit einem Ukrainebesuch immer noch in der Nase.

In welcher Sprache habt ihr euch da in Kirgisien außerhalb verständigt- Will man noch russisch verstehen oder ist man nun schon mit englisch besser beraten?

codenascher
19.08.2013, 08:31
Ja, wir profitieren von der neuen Visa Regelung. Angereist, Reisepass vorgelegt, Stempel, fertig! Keine Fragen, kein ausfüllen von irgendwelchen Einladungen. ALs wenn man in ein europäisches Nachbarland reisen möchte.

Verständigung zu 99% auf russisch. Wenige wollten sogar nur kirgisisch verstehen und englisch trifft man eigentlich so gut wie gar nicht an. Einzig in den CBT Büros und in einem einzigen Souvenirgeschäft konnten wir uns ohne Probleme verständigen.

Verdorbene Fleischgerüche lagen auf dem Basar nicht in der Luft. Es sah soweit alles frisch aus!

Zum Ende des Urlaubs bekomme ich eine mittelschwere Krise und bin richtig unausstehlich, da es mir nicht in den Kopf will (wollte...) warum hier keiner englisch sprechen kann. Aber hey, wofür auch? Für die drei Hand TOuris die im Jahr bei irgendwelchen Hirten vorbei kommen? Natürlich nicht.
Zugleich ärgere ich mich über mich selbst. Weile drei Wochen im Land und kann nicht einmal Danke oder bitte in Landessprache sagen... Das werde ich auf der nächsten Reise, egal wo hin, sicherlich ändern!

dingsbums
19.08.2013, 10:11
Prima Start, ich freue mich auf den Bericht. Besonders, da es ein Gemeinschaftsbericht wird. Da wartet man auch gerne mal was länger auf die Beträge.

grenzenlos
19.08.2013, 10:37
Weile drei Wochen im Land und kann nicht einmal Danke oder bitte in Landessprache sagen... Das werde ich auf der nächsten Reise, egal wo hin, sicherlich ändern!
Gut!;-)

Freue mich auf die nächsten Teile!:p

Schmetterling
19.08.2013, 19:39
Zur Sprache muss man noch erwähnen, dass Kathrin und ich noch ein paar Brocken russisch konnten. Das war ganz hilfreich, um einigermaßen durchs Land zu kommen und die wichtigsten Dinge zu organisieren. Meiner Meinung nach fast hilfreicher als englisch und schon deshalb gut, um Straßenschilder etc. entziffern zu können.
Leider war es dann doch nicht gut genug, um einfache Gespräche zu führen. Wir mussten uns damit begnügen, Fotos von Deutschland und unsrer Familie zu zeigen, was immer gut ankam. Vielleicht setze ich mich für der nächsten reise in diese Region nochmal auf den Hosenboden und poliere das Russisch wieder auf.

codenascher
23.08.2013, 12:00
21.07.2013 Bishkek – Colpon-Ata

24 Stunden nach unserer Ankunft klopft auch Kati an unserer Tür. Unsere Wandergesellschaft ist nun vollzählig. Nach dem Frühstück fahren wir zum Busbahnhof. Von hier aus geht es mit einer Marschrutka nach Colpan-Ata. Kostet incl. Gepäck 1200Som für uns vier. Die Landschaft unterwegs versetzt mich bereits jetzt ins Staunen. Das Café an dem wir pausieren erinnert mich an den Zwischenstopp letztes Jahr auf Kamtschatka. Russisches Kantinenflair :bg:

In Cholpon-Ata werden wir direkt nach dem aussteigen von Anja abgefangen. Wir werden bei ihr und ihrem geschäftstüchtigen Mann Dossum im Gästehaus die Nacht verbringen.
Obwohl der Himmel stark nach Regen aussieht laufen wir in Badeklamotten zum Ysyk-Kul-See, dort werden wir aber nicht ankommen, da uns starker Regen zu einem verspätetem Mittagessen zwingt :bg: Den Tag am Strand haben wir uns demnach anders vorgestellt... ;-)

Der Abend vergeht wie im Flug, rollen wir viele Geschichten von Kamtschatka neu aus und bringen uns auf den neuesten Stand der Dinge eines jeden einzelnen.

22.07.2013 Colpon-Ata – Karakol

Susi und ich verschlafen. Verquollen tappern wir zum Frühstückstisch. Anschließend fährt uns Dossum zu den Petroglyphen von Cholpan-Ata.
Hier erwarten uns auf einem 42ha großen Areal Felszeichnungen welche bis ins 2. Jahrhundert zurück datiert wurden. Meist sehen wir den ewig gleich aussehenden Steinbock. Das ganze wurde 2002 mit deutscher Hilfe restauriert und erschlossen.
Erschreckend viele neumodische Markierungen finden sich in den Steinen. Namen in kyrillischen Buchstaben. An einem Fels entdecke ich sogar, dass ein Steinbock knallhart mit einem Namen überschrieben wurde... Unglaublich.
Hier fangen Kathrin und ich uns den ersten Sonnenbrand des Urlaubs ein. Die Sonne brennt vom Himmel. Hinter den Bergen zieht ein Gewitter auf. Rabenschwarz, es erreicht uns aber nicht.

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Oha

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Zurück beim Gästehaus schmeißen wir uns in Badeklamotten und statten dem Strand einen Besuch ab. Ich erwarte Partystimmung und besoffene Russen. Gott sei dank bleibt beides aus! Der Weg zum Strand ist gesäumt mit Cafés, kleinen Magazinen, und jeglicher Form von Nippes. Man kann paraglyden und Banane fahren, ich fühl mich ein wenig in die Türkei an den Strand versetzt :bg: Das Bad im Issyk-Kul-See ist traumhaft schön. Glasklares Wasser, dazu perfekt temperiert zum baden. 5Sterne

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Der Weg zum Strand:o

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Nach dem baden holen wir unsere Klamotten im Gästehaus ab und Dossum fährt uns zum Busbahnhof. Hier entscheiden wir uns für die Fahrt mit einem Taxi. Für schlappe 1000Som geht es die nächsten Stunden nach Karakol. Der Audi 100 in dem wir sitzen hat über 300000km auf dem Tacho! Überhaupt sieht man hier im Straßenverkehr primär deutsche Autos. Ungeschlagener Favorit ist der Audi 100, gefolgt von Audi 80 und VW Passat 35i. Ob es ohne TÜV und Abwrackprämie in Deutschland auch so aussehen könnte frage ich mich immer wieder!

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Dossum und Susanne

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Erwischt

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Wir checken im Hotel Amir ein und statten der Moschee von Karakol einen Besuch ab. Das besondere an der Moschee: Sie wurde einst von chinesischen Moslems erbaut. Der Pagoden ähnliche Aufbau ist nicht von der Hand zu weisen. Direkt im Anschluß besuchen wir das CBT Büro. Hier ist eigentlich schon geschlossen, aber wir haben Glück das unser Ansprechpartner noch vor dem Büro steht. Somit erzählen wir unser Anliegen, nach unserer Wanderung über eine schöne Strecke nach Arslanbob zu kommen. Kein Problem, CBT organisiert quasi alles, kostet 20000Som. Wir beratschlagen kurz und willigen einstimmig ein. Dafür bekommen wir einen Minivan samt Fahrer, der uns zwei Tage durch das Land fahren wird.

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Nach dem CBT Büro möchten wir noch die Russisch-Orthodoxe Kirche besuchen. Hier ist eigentlich das Haupttor geschlossen, ein freundlicher Angestellter lässt uns aber für fünf Minuten in den Garten zum fotografieren. Ein weiterer
beeindruckender Bau aus Holz

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Abendbrot im Café Kench.

Kati79
26.08.2013, 21:29
20.7. Anreise

Nachdem einem entspannten Frühstück lasse ich mich von Heiko zum Flughafen bringen. Es geht geht von Berlin nach Moskau und dann weiter nach Bishkek. Fliegen, Anstehen, Wartezeiten, das ist etwas öde, gehört aber mit zu einer Reise. Ich beobachte die Menschen ringsherum, lese im Reiseführer, versuche mir die Zahlen von 1 bis 10 auf Russisch einzuprägen und stelle mir vor, dass Edwards Snowden wochenlang im Transitbereich des Moskauer Flughafens Sheremetjewo verbracht hat. Knast ist wahrscheinlich schlimmer, aber man verschwendet Lebenszeit. Mit meinem Sitzplatz Schicksal bin ich ganz zufrieden - einmal Fenster, einmal Gang. Das Essen im Flieger von Aeroflot kann mich aber nicht überzeugen. Es gibt Stille mit glänzender Wurst, vielleicht ein Zeichen der Veredelung. Ich werde die Nacht über fliegen und gegen 5.30 Uhr in Biskek ankommen.

21.7. Bishkek - Tscholpon-Ata

Ich erreiche leicht matschig Bishkek, bekomme zügig meinen Rucksack, auch die Einreise gestaltet sich einfach. Stempel in den Pass und fertig. Ich hebe Geld am Automaten ab und suche mir vor der Tür ein Taxi mit Schild auf dem Dach, in der Hoffnung jemanden mit Taxameter zu erwischen. Von vor 2 Jahren weiß ich noch, dass es ca. 10 € kostet, also 500 bis 600 SOM, um bis in die Innenstadt von Bishkek zu kommen. Nachdem man mich erst für 1000 SOM fahren möchte, lässt man sich schnell auf 600 runterhandeln und ich bin 45 Minuten später im Grand Hotel, um die anderen zu wecken. Auf der Fahrt vom Flughafen gefällt mir das Land schon wieder richtig gut. Man sieht die Berge hinter Bishkek, Felder am Rand und es ist noch nicht heiß. Im Hotel angekommen quatschen wir kurz, duschen noch einmal warm, nehmen ein Frühstück zu uns und lassen uns dann zum Busbahnhof fahren. Ich fühle mich trotz durchzechter Nacht ganz gut, hoffe, dass ich bis zum Abend durchhalte ohne einzuschlafen. Glücklicherweise lädt das Marschrutki nicht zum schlafen ein. Es ist heiß und wir reden die ganze Zeit. „Bärenglocke“ Sven macht seinem Namen wieder alle Ehre. Die Anderen führen mir schon heute den ersten Ramsch vor, den sie für zuhause eingekauft haben. Manche nennen es Souvenir oder Reiseerinnerungen, für andere ist es Ramsch.

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Sven mit einer traditionellen kirgisischen Mütze

In Tscholpon-Ata angekommen muss ich erstmal ganz dringend auf Klo – das Öffentliche liegt umgeben von Nichts, aber man kann es gut erriechen. Als ich zurück zu den anderen komme, haben wir bereits ein erstes Zimmerangebot. Mit Susanne schaue ich kurz die Zimmer an. Die sind in Ordnung, fast schon komfortabel, da jedes Zimmer eine eigene Wassertoilette hat. Das nehmen wir. Also Sachen abholen und wieder dort hin. Jetzt bloß nicht ausruhen, sonst penn ich weg. Ich schlage einen Spaziergang zum Strand vor. Baden geht immer, auch wenn es bewölkt aussieht.

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Auf dem Weg, die Strandpromenade entlang, fängt es an zu nieseln und wir suchen uns ein Cafe, in dem wir nur kurz unterkommen wollen. Nagut, wir essen noch etwas, weil es doch regnerischer wird. Irgendwann hat es sich scheinbar eingeregnet, sodass wir mehrfach versuchen einen niederschlagsfreien Zeitrahmen zu finden, um die 5-10 Minuten zurück zur Unterkunft zu laufen. Das glückt uns nicht ganz, wir nässen durch und haben das erste kleine sportliche Trainingsprogramm hinter uns. In einem Laden vor der Unterkunft kaufen wir die letzten 3 Bierflaschen mit Alkohol – zwei Baltika 9 und ein Baltika 7, das wir als Light-Bier wahrnehmen. Baltika 9 hat satte 8% Alkohol. Mit meiner Übermüdung, eine feine Mischung.

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Dill-Chips

Etwas später am Abend holen wir nochmal Bier und die berühmt berüchtigten Kartoffelchips mit Dillgeschmack. Die sind sehr speziell und werden nicht aufgegessen.
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Ich erfreue mich an einem Spiegel in Klobrillenform, den ich die ganze Zeit ansehen muss, weil Kathrin und Sven vor ihm sitzen. Das zweite Bier und das Gequatsche geben mir den Rest. Als es endlich Zeit ist zu schlafen, penne ich nach 3 Minuten ein und wache erst am nächsten Morgen wieder auf.

willo
26.08.2013, 21:34
Die Dillchips hatte ich in Kirgistan auch schonmal. Aufgrund der grünen Verpackung dachte ich an Salt & Vinegar - war dann aber eine eher böse Überraschung ;-)

Kati79
26.08.2013, 21:51
22.7. Tscholpon Ata – Karakol

Da es in Karakol nicht viel zu sehen gibt, entscheiden wir uns noch die Petroglyphen anzusehen, danach geht es noch einmal kurz an den Strand. Insgesamt viel Sonne, das Wasser ist toll, aber recht frisch.

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Sven versucht "Äffchen" auf der Hauptattraktion zu platzieren, während wir von einem Mann, der das Gelände betreut, belatschtert werden. Wir verstehen ihn leider schlecht, aufgrund unserer mangelnden Sprachkenntnisse.

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Auf dem Rückweg von den Petroglyphen Richtung Ortschaft. Wie heißt es so schön - nach uns die Sintflut! Der Regen erreicht uns nicht, sondern zieht vorbei.

Für 1000 SOM geht es mit einem Taxi nach Karakol, direkt zum Hotel Amir. Ein kleiner Stadtbummel zum CBT ist noch drin, eine Art selbstorganisiertes Reisebüro von Kirgisen betrieben, das es in vielen Orten des Landes gibt. Dort wollen wir uns einen Fahrer und ein Taxi für die Zeit nach der Tour organisieren. Das Büro hat zwar schon geschlossen, wir treffen, aber auf den Koordinator auf dem Gehweg vorm Büro, mit dem wir alles besprechen können. Er nennt und Preise, wir ihm den Termin. Er meint, dass in diesem Jahr das Wetter ungewöhnlich regnerisch für die Region ist. Ich denke mir, dass das heiter werden kann in den Bergen, aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

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Der schiefe Turm der Moschee von Karokol. Das ist keine Verzerrung durch die Kamera.

Nach dem Abfassen der Infos gehen wir noch zur Moschee und zur Holzkirche, zwei Sehenswürdigkeiten, die ich beim letzten Besuch nicht mitgenommen habe. Mich fasziniert der schiefe Turm auf dem Gelände der Moschee, ansonsten habe ich Sorge irgendwelche religiösen Gebote zu verletzen (keine langen Ärmel, keine Kopfbedeckung) und möchte das Gelände alsbald verlassen. An der Holzkirche gewährt man uns trotz Schließzeit Einlass. Bisher bestätigt sich mein Eindruck von der letzten Reise, dass die Menschen viel freundlicher sind als dort wo ich herkomme (Berlin).
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Das Hotel Amir ist eine sehr komfortable Bleibe für Kirgistan. Kann ich guten Gewissens weiterempfehlen.

Am Abend gehen wir um die Ecke des Hotels in ein westlich beeinflusstes Cafe, das Cafe Kentsch. Da ich bei meinem letzten Besuch verschiedene Speisen ausprobiert habe, habe ich bereits ein Leibgericht, Ente auf chinesische Art (scharf, mit Knoblauch und Chili), das ich mir bestelle. Auf das Baltika 9 verzichte ich heute, nehme nur das 7er.

Nach dem Essen geht es zurück ins Hotel, es wird endgültig für die Tour gepackt, alles was nicht benötigt wird, lagern wir im Hotel ein, bis zu unserer Rückkehr. Und dann wird geschlafen.

Schmetterling
03.09.2013, 17:23
21.7. Bishkek – Colpon Ata

Leider war Katis Flug pünktlich und sie klopfte uns um halb sieben aus dem Tiefschlaf. Nach Dusche und Frühstück brachen wir auf in Richtung Colpon Ata. Eigentlich wollten wir uns ein Taxi für uns alleine leisten, der Taxifahrer war jedoch völlig empört, dass wir so viel Geld ausgeben wollten. Ein Marschrutka sei doch viel billiger. Empört den Kopf schüttelnd brachte er uns zum Busbahnhof und sorgte dafür, dass wir tatsächlich einen der Kleinbusse bestiegen. Ich sah mich schon eingequetscht zwischen Menschen und Hühnerkäfigen dem Hitzekollaps nah, aber es gab tatsächlich nur Sitzplätze. Ein Problem war allerdings unser umfangreiches Gepäck. Mit viel Drücken und Schieben und begleitet von leisen Flüchen des Fahrers war dann aber auch dieses bald verstaut und die Reise konnte losgehen.

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Wie sollen wir das nur unterbekommen!?

Die Fahrt verging sehr angenehm ohne viel Stopps und mit einer kleinen Mittagspause. Während Sven lautstark den ganzen Bus unterhielt, widmete ich mich abwechselnd der Landschaft, meinem Buch und meinem Schönheitsschlaf. Am frühen Nachmittag wurden wir in Colpon Ata ausgeladen und sofort von einem der vielen Zimmervermieter in Beschlag genommen. Dossum stellte seine Frau als Aufpasserin bei uns ab, holte sein Auto und kutschierte kurzerhand unseren Gepäckberg die paar 100 m zur Unterkunft. Das waren einfache Zweibettzimmerchen mit eigenem Klo und einer Außendusche. Günstig und perfekt für eine Nacht.
Ohne viel Zeit zu verlieren, packten wir unsere Badesachen und machten uns auf zum Strand. Kati hatte uns schon Wochen vorher das Strandleben Colpon Atas am Issyk Kul schmackhaft gemacht. Ein halber Strandtag würde uns das Ankommen erleichtern, abends wollten wir uns dann noch Felsmalereien anschauen. Aber erstmal lief uns eine Chaichana (ein kleines Restaurant) über den Weg. Obwohl ich keinen Hunger hatte, musste eine Portion Manty einfach sein. Das sind maultaschenähnliche Gebilde gefüllt mit Hammelfleisch. Leider bestand die Füllung aus mehr Knorpeln als Fleisch und ich schaffte höchstens die Hälfte der Portion. Nachdem wir Manty und Lagman mit viel leckerem Tee herunter gespült hatten, setzte ein Gewitterregen ein, der uns erstmal festhielt. Etliche Versuche, in kurzen Regenpausen zu fliehen, endeten jedes Mal in einem schnellen Rückzug. Nach einer Stunde hatten wir es satt und joggten zu unserer Unterkunft. Statt Strand und Felsmalereien gab es eben Krimi und Schönheitsschlaf.
Den Abend verbrachten wir mit Bier, Wodka, Schokolade und den „leckeren“ Dill-Chips bei Kati und Kathrin, ließen alte Geschichten Revue passieren und stimmten uns auf die kommende Wanderung ein.




22.7 Colpon Ata – Karakol

Nach dem Frühstück (bestehend aus mit Kartoffeln gefüllten Fetttaschen) lachte die Sonne vom Himmel, so dass wir beschlossen, den Felsmalereien einen Besuch abzustatten. Unser geschäftstüchtiger Hausherr verdingte sich als Taxi und brachte uns hin. Die teilweise über 5000 Jahre alten Felsmalereien erstreckten sich über 40 ha und waren dementsprechend etwas mühsam zu finden. Unsere Erkenntnis nach etwa 2 Stunden Suchen: Steinböcke müssen damals sehr verbreitet gewesen sein. Leider hatte der Vandalismus auch hier nicht halt gemacht und teilweise waren über die alten Malereien neue Namen in den Stein geritzt. Wirklich eine Sauerei!

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Inzwischen braute sich über den Bergen ein beeindruckendes Gewitter zusammen und wir schlossen Wetten ab, ob wir trocken nach Hause kommen würden. Die optimistische Kati behielt zum Glück recht, die Wolken zogen an uns vorbei. Die Sonne brannte und wir beschlossen, dass vor der Weiterfahrt noch Zeit für ein Bad sei. Also Badesachen geschnappt und ab zum Strand. Bewaffnet mit ofenfrischem Brot (ein Gedicht!) stürzten wir uns ins Strandleben, das sich auf wenigen Metern abspielte.

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Dieses Brot ist ein Traum!

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Eine Verkäuferin auf der Strandpromenade

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Zuckerwatte

Der Rest des Strandes gehört zur Luxusvilla des Präsidenten. Das Wasser war eiskalt, aber unglaublich klar und einfach herrlich! Dahinter die Bergkulisse mit weißbepuderten Kuppen. Hach, wie schön wäre nun ein Strandurlaub… Es war alles vorhanden - Stände mit Essen, Getränken und Strandkleidung sowie die obligatorischen Strandverkäufer mit geräuchertem Fisch und gekühltem Bier. Die Stimmung war ausgelassen, jedoch waren keine Alkoholgelage zu sehen.
Aber wir sind ja zum Wandern hier. Also raus aus dem Wasser und rein ins Taxi. Diesmal gab es nur ein Taxi, das uns in Windeseile einmal um den See nach Karakol brachte. Über „unseren“ Bergen türmten sich schon wieder dunkle Wolken. Dabei hatte Kati uns doch Hitze und Sonnenschein versprochen! Nun hab ich extra den Bikini eingepackt, damit ich mir nachmittags nach getaner Arbeit vor dem Zelt eine zünftige Urlaubsbräune holen kann (darüber hinaus brauchen wir ihn für die heißen Quellen entlang des Weges)!
Am frühen Abend checkten wir im Hotel Amir in Karakol ein und genossen die Annehmlichkeiten der Zivilisation. Unterwegs hatten Kati und ich eine Alternativroute nach Arslanbob ausgetüftelt, wo wie nach der Tour hinfahren wollten. Die Standardroute geht zurück über Bishkek, aber die Strecken zweimal zu fahren ist langweilig. Eine Alternative geht durchs Suusamyr-Tal, wohl eines der schönsten Täler Kirgistans. Wir besuchten also das CBT-Büro in Karakol und organisierten einen Fahrer sowie die Übernachtung in der Mitte. So einfach geht das hier! Leider teilte uns der Zuständige auch mit, dass es sich dieses Jahr um einen feuchten Sommer handelte. Na Bravo!
Nachdem alles Organisatorische erledigt war, schlenderten wir noch eine Runde durch Karakol. Es gibt nicht sonderlich zu sehen, aber die breiten Straßen und das viele Grün geben dem Ort eine sehr entspannte Atmosphäre. Wir klapperten die einzigen beiden Sehenswürdigkeiten ab – eine Moschee der Dschunganen mit eindeutig chinesischen Bauelementen und eine russische Holzkirche.

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Eins der vielen netten Häuser in Karakol

Den Abend ließen wir im Cafe Kenj ausklingen, das neben den typisch kirgisischen Gerichten auch asiatisch angehauchte serviert. Sie bemühen sich um einen etwas gehobenen Standard, allerdings können die Bedienungen kaum englisch und auch die Reihenfolge des Servierens ist etwas eigenwillig. Das Essen schmeckte jedoch sehr gut. Wir gingen nochmal die Wanderung durch und beruhigten uns damit, dass wir bei schlechtem Wetter ja sehr leicht abbrechen können.
Der Abend gehörte dem obligatorischen Gepäcksortieren und dem endgültigen Packen. Wir konnten glücklicherweise im Amir einen Teil des Gepacks bis nach der Wanderung zwischenlagern.

Schmetterling
03.09.2013, 17:58
22.7 Karakol – Kyzyl Suu – heiße Quellen

Der Morgen erwartete uns mit Regen. Pünktlich zum Aufbruch schien allerdings die Sonne und zeigte uns ihre ganze Kraft. Ein Taxi brachte uns nach Kyzyl Suu, dem Ausgangspunkt unserer Wanderung. Hier schummelten wir etwas, da wir uns nach dem Ort noch weiter in Richtung Berge fahren ließen. Aber am ersten Tag hatten wir wenig Lust, in der brütenden Hitze eine lange ebene Staubstraße in Richtung Vorberge zu wanken. Als dann aber von links nette rote Felsformationen in den Blick kamen, hielt es uns nicht mehr im Taxi und wir stiegen aus.

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Endlich geht’s los! Halt, erst noch Startfotos schießen. Das Schwinden der Bäuche und des Gepäcks muss schließlich dokumentiert werden. Nachdem wir uns endlich mit allen Kameras aus allen möglichen Positionen und Blickwinkeln abgelichtet hatten, gings endlich los in Richtung Berge.

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Berge, wir kommen

Es war fast Mittag und die Sonne schien mit aller Kraft! Schon beim Aufsetzen des Rucksacks stellte ich fest, dass ich hier einen Fehlkauf getätigt hatte. Ich wollte Gewicht sparen und habe mir einen schön leichten Osprey Exos geleistet. Der allerdings weder vernünftige Schulter- noch Hüftgurte hatte. Die 18 Kilo waren ganz schön schwer und ich merkte gleich, dass ich Schulterschmerzen bekommen würde, da ich das Gewicht kaum auf die Hüften entlasten konnte. Nun ja, ich hatte gewusst, dass ich mit dem Kauf ein Risiko eingehe und da ich vorher keine Zeit zum Testen hatte, musste ich jetzt eben durch. Unsere Tagesetappen würden zum Glück nicht sehr lang sein und in ein paar Tagen sollte ein tragbares Gewicht erreicht sein.

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Die erste Jurte

Der Anblick der wunderbaren Berge um uns herum lenkte mich denn auch von den düsteren Gedanken ab. Bald tauchten die ersten Jurten und Sommerzelte der Hirten auf und an den Hängen weideten Schafe. Mit den Tien Shan-Fichten sah es fast aus wie in der Schweiz, einzig das Gebimmel der Kuhglocken fehlte. Wir kamen auf dem Fahrweg gut voran und auch einige erste Bachüberquerungen auf Steinen meisterten wir gekonnt.

Nach anderthalb Stunden hatten wir uns jedoch eine Pause verdient und steuerten die von Kati versprochenen heißen Quellen an. Hierfür hatten wir sogar Badesachen eingepackt. Wir ließen uns zunächst ein kleines Mittagessen in Form von Nudelsalat, Brot und Pilze (die eine eher fleischartige Konsistenz hatten) servieren. Danach entschieden wir uns nach einem kurzen Rundgang für das 38° C warme Becken. Da wir alleine im Raum waren und wir die Badekleidung nicht dem Schwefelwasser aussetzen wollten, gingen wir nackt ins Wasser. Der Untergrund bestand aus Felsen, aus denen das Quellwasser hervorquoll. Die Temperatur war angenehm warm und auch an den Schwefelgeruch hatten wir uns bald gewöhnt. Bereits nach zehn Minuten kam die Chefin des Ladens herein gestürzt und gestikulierte wild. Wir nahmen an, dass unsere Zeit bereits abgelaufen war und zogen uns schnell an. Sie wollte uns jedoch nur zu verstehen geben, dass wir die Badesachen anziehen sollen, da sie uns noch zu einem anderen Becken führte. Dem mit 40°C. Also zogen wir uns wieder um und stiegen diesmal angemessen gekleidet in die heißen Fluten. Das Wasser war wirklich verdammt warm, so dass wir es nur kurze Zeit darin aushielten.

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Lecker Mittagessen

Derart erfrischt wollten wir die restliche Etappe angehen, kamen jedoch nur bis zur nächsten Kurve. Hier hatte sich eine Familie zum Picknick nieder gelassen und lud uns zu sich ein. Wir nahmen an und bekamen den obligatorischen Plov (gebratener Reis mit Hammelfleisch) und jeder ein Glas Kymys (vergorene Stutenmilch). Ersteres schmeckt sehr lecker, beim Kymys musste ich dann allerdings passen. Ich würgte ein paar Höflichkeitsschlucke hinunter und ließ das Glas dann stehen. Nicht lecker. Wir revanchierten uns mit den mitgebrachten Fotos. Ich konnte Sven gerade noch davon abhalten, die Einladung zum Wodka anzunehmen. Das kann hier böse enden und auf einen besoffenen Sven am ersten Abend konnte ich verzichten.

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"Lecker" Kymys

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Erneut gestärkt schulterten wir das Gepäck und liefen nun wirklich bis zum Zeltplatz durch, insgesamt eine weitere heroische halbe Stunde. Auf einer netten Wiese am Fluss stellten wir die Zelte auf und verbrachten den ersten Abend mit Kramen und dem Sichten der Trekkingmahlzeiten. Wir genehmigten uns eine erste Portion der selbstgedörrten Bolognese und waren begeistert vom Geschmack. Der ganze Stress vor der Reise hatte sich wahrlich gelohnt! Pünktlich zum Ende der Mahlzeit fing es an zu regnen und wir verkrochen uns in die Zelte, wo ich mich ausgiebig meinem Krimi widmen konnte. Ich hatte angesichts der nicht allzulangen Etappen meinen Ebook-Reader mit Krimis vollgeladen und freute mich nun jeden Abend auf den Zeitpunkt, an dem ich in meinen kuscheligen Schlafsack kriechen konnte. Dies ging allerdings eindeutig zu Lasten des Tagebuchs - das meiste schrieb ich dann auf dem Heimflug :ignore:

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Lagerleben

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Die erste unsrer zahlreichen Bolognesemahlzeiten

codenascher
10.09.2013, 04:54
23.07.2013 Karakol – Kyzyl Suu - kurz über den heißen Quellen


Distanz: 12,85 km
Anstieg gesamt: 454 m
Abstieg gesamt: 68 m

Min. Höhe: 2013 m
Max. Höhe: 2402 m
Schlafhöhe: 2333 m

Der morgen fängt gut an. Da es ja Gestern ach so heiß war, hab ich meine Regenklamotten und ähnliches unten im Rucksack. Draußen schüttet es allerdings… hm, auspacken und langes Zeug nach oben legen.
Rucksack bepackt, wo ist nu meine Faltflasche? Rucksack auspacken part II
Nach dem Frühstück, als es endlich los gehen soll scheint wieder die Sonne! Rucksack packen part III… :bg: Chaos-Sven

Unser Taxi Fahrer, obwohl von der Hotel Rezeption ausdrücklich erklärt wird wohin es geht, schüttelt erst einmal den Kopf. Für die Piste sei sein Auto (verständlich) nicht gemacht. Wir einigen uns darauf, soweit zu fahren wie es eben geht.
Er fährt uns im Endeffekt dennoch weiter als erwartet. Wie gewünscht lässt er uns hinter Chong Kyzyl Suu raus. Die Piste sieht hier an einigen Stellen echt ziemlich krass aus. Er erspart uns auf jeden Fall ein gutes Stück der heutigen Wegstrecke. Wellness ;-)

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Der bereits angesprochene Bauch - und Rucksack Vergleich

Der rote Fels zu unserer linken sieht einfach nur geil aus. Die Sonne bollert volle Kraft! Die Berge vor uns verzücken mich jetzt schon.
Vorbei an einigen Hirten, ihren Jurten, Bauwagen und Viehzeug – Rinder, Pferde und Fettschwanzschafe. Ab hier werde ich in regelmäßigen Abständen von den Mädels daran erinnert, sollten wir doch einmal Gast in einer Jurte sein, ich als (männlicher) Ehrengast sicherlich den Hauptteil eines solchen Fettschwanzes auf dem Teller zu haben. Gott sei Dank wird es die nächsten drei Wochen nicht dazu kommen ;-)

Hier erleben wir erstmals auf Tour das Interesse der Kirgisen an uns Ausländern. Ein Auto voller Kirgisen stoppt und die Insassen vollkommen aufgeregt posieren schnell mit uns und ihren Handykameras eh es weiter geht. Weitere Hirten auf Pferden und kleine Kinder werden diesem Beispiel noch folgen.

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Nach nicht einmal zwei Stunden erreichen wir die heißen Quellen bei Dschyluu Suu. Hier genießen wir in zwei Etappen die Wärme der Heilquellen. Erst 38° und im zweiten Durchgang 41°. Anschließend essen wir noch zu Mittag.

Nachdem wir uns wieder auf den Weg gemacht haben , währt unser Weg nicht lang. Bereits die erste Kirgisische Familie an der wir vorbei kommen läd uns auf ihre Decken ein! Hier sitzen drei Generationen um einen großen Berg Plov herum. Alle Wiederwehr ist Zwecklos, und schon finden wir uns auf den Decken der großen Familie wieder.
Der Plov suuuper lecker, der angebotene Kymys wird nur widerwillig angenommen und mehr als ein Anstandsschluck ist bei uns nicht wirklich drin. Brrrr, zum Glück sind die Geschmäcker verschieden. „Sto Gramm?“ fragt mich der älteste. Leider lehne ich ab, wer weiß, was heute noch auf uns zu kommt… Wir verteilen Nimm2 Bonbons und Luftballons und weiter gehts.
Auch hier sind wir mehr als nur Gäste. Schießen wir einige Bilder von den Kindern, bleiben die Tablett PCs der Töchter kaum auf der Decke liegen. Für einen Moment sind nicht die Kirgisischen Berge, die Weite und die Einheimischen die Attraktion. Nein es sind die Europäer!

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Weitere Einladungen von den nächsten Familien lehnen wir freundlich aber bestimmt ab.

Keine 45 Minuten nach unserem Aufbruch haben wir bereits ein schönes Lagerplätzchen für die Nacht gefunden. Gerne wäre ich noch einmal zu meinem Sto Gramm zurück gelaufen :bg:

Eh wir in die Zelte wollen fängt es leicht an zu regnen, daraus wird später noch ein ordentliches Gewitter.

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Letztes Jahr mecker ich über Fjäll Raven, die Berghaus Hose hat immerhin einen Tag gehalten :o

codenascher
16.09.2013, 12:51
24.07.2013 kurz über den heißen Quellen - hinter der Wetterstation

Distanz: 11,14 km
Anstieg gesamt: 486 m
Abstieg gesamt: 153 m

Min. Höhe: 2412 m
Max. Höhe: 2750 m
Schlafhöhe: 2750 m


Der morgen startet erfreulicherweise mit Sonnenschein. Somit warten wir einen kurzen Moment länger mit dem Zeltabbau, bis sie vollständig getrocknet sind. Es hat beinahe die ganze Nacht durchgehend gewittert und geregnet. Da heute aber noch einmal eine sehr kurze Strecke vor uns liegt lassen wir uns alle Zeit der Welt.

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Die Landschaft wird mit jedem Schritt interessanter

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Ein kleiner Junge zeigt uns kurz vor erreichen der Klimastation den Weg. Er prescht auch noch weiter vor ran, da er sicherlich ein Geschäft wittert. Neben dem großen Baumstamm über den Fluß gibt es hier mittlerweile eine Gondel, welche an zwei Stahlseilen über den Fluss führt.
Ich lasse mich natürlich sofort übersetzen nur um dann wieder zurück gefahren zu werden. Ich wusste nicht, dass wir heute auf unserer Flussseite bleiben werden. (Überhaupt weiß ich eigentlich die ganze Tour über nicht, wo es genau hin geht… :bg: )

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Die Klimastation

Während Kathrin und Susanne mir den Weg erklären und wir über meine Verplantheit lachen kommt Kati weniger lachend bei uns an.
Sie ist mir und dem Jungen Richtung Fluss gefolgt und dort mit einem Bein Knietief im Matsch versunken! Wir haben von ihrem kleinen Ausflug allerdings nichts mit bekommen …

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Volle Kraft vorraus

Nachdem wir dem Jungen (hoffentlich) erklärt haben das wir morgen früh wieder her kommen und dann mit ihm übersetzen und Kati ihre Stiefel soweit sauber gemacht hat, folgen wir weiter dem Fluss. Ich finde hier einen Kuhschädel den ich beinahe auf meinen Rucksack schnalle. Aber noch siegt die Vernunft ;-)

Als wir ein Meer von kleinen Bächen queren müssen, ziehen sich unsere beiden Zwerge Kati und Susanne die Furtschuhe an. Kathrin und ich kommen derweil trockenen Fußes über den Fluss. Zuvor ziehen wir für einen kurzen (den einzigen!!!!) Moment der gesamten Tour unsere Regenmontur an, da gefühlte fuffzich Troppen Regen vom Himmel kommen – Dies hätten wir uns sicherlich sparen können.

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Die meißten Hirten bitten darum und erfreuen sich über unsere Bilder

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Kathrin, immer direkt hinter mir

Dahinter müssen wir laut Stein Führer zwei mal den Fluss verlassen und jeweils an einem Steilhang queren. An der ersten Gelegenheit ist dies auch nötig, an der zweiten probiere ich es unten am Fluss und komme fünf Minuten vor den Mädels am sich wieder vereinenden Weg an.

Nach einer weiteren Stunde über sanfte Grashänge, vorbei an einer großen Herde Pferde erreichen wir früher und tiefer als erwartet unseren Zeltplatz. Zu schön ist es hier. Der Fluss gabelt sich und wir schlafen auf einer kleinen Insel umgeben von Edelweiß!

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Während des Aufstiegs habe ich noch gar nix von der Höhe gemerkt, wie wir hier allerdings in der Sonne liegen bekomme ich ganz schöne Kopfschmerzen, welche ich mit ner Aspirin bekämpfe… Ich laufe noch einmal ein kleines Stück Talaufwärts ehe ich am Steilhang am Rand noch weitere 50 Meter nach oben kraxel. Hier verweile ich ne halbe Stunde und lese ein wenig. Ob es mir letztendlich gegen den Kopfschmerz hilft weiß ich nicht, da ich zum Abendbrot doch noch eine Aspirin schlucke.

Von weiter oben kommt eine acht köpfige russische Truppe zu uns herunter. Mit Sonnenverbrannten Gesichtern, teilweise ganz schön Wetter gegerbt, kommen sie gerade von einem Gletscher auf der anderen Seite des Passes vor uns. Ein wenig neidisch bin ich ja schon ;-)

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Ein absoluter Traum!!!!

Schmetterling
17.09.2013, 21:58
24.7. Heiße Quellen – Wetterstation – oberes Chong-Kyzyl-Suu-Tal

Die Nacht über hatte es geregnet und sogar gewittert. Am Morgen war jedoch alles trocken und auch die Sonne schob sich langsam über die Hänge. Wir trödelten so lange, dass wir auch die Zelte trocken bekamen. Nach Frühstück und Packen schlenderten wir gemütlich entlang des tosenden Gletscherflusses, immer im angenehmen Schatten der Fichten.

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Wir ließen uns Zeit, machten Fotos und quatschten. Irgendwann gesellte sich ein kleiner Hirtenjunge zu uns und zeigte uns den Weg, der jedoch auch so nicht zu verfehlen war. Nach einigen Flussquerungen (immer bequem über Stämme oder Stepping Stones) hatten wir bald die erste Etappe geschafft und erreichten die Wetterstation auf xx m. Der erste Gletscher des Kotor-Massivs strahlte uns von weit hinten aus dem ChoTal hervor. Ein majestätischer Anblick, der sich allerdings nur schwer mit der Kamera festhalten ließ!

Wir würden hier zwecks Akklimatisierung dem Haupttal weiter folgen, mussten aber morgen zurück und hier in ein Nebental abbiegen. Dazu würde auch der Hauptfluss überquert werden müssen. Heiko und Kati hatten bereits im Vorfeld mit einer Horrorgeschichte von einem Baumstamm über den tosenden Fluten die Vorfreude geschürt. Unser kleiner Begleiter präsentierte uns jedoch eine weit komfortablere Lösung – eine Lastengondel über den Fluss. Sven war gleich begeistert und ließ sich mitsamt seinem Gepäck übersetzen. Kathrin und ich schauten irritiert hinterher, hatten wir doch die ganze Zeit davon gesprochen, dass wir morgen diese Überfahrt machen mussten und nicht heute. Sven wirkte aber schon die ganze Zeit irgendwie desorientiert und trottelte hinter uns her. Das würde sich auch die ganze Tour über nicht ändern und er wunderte sich dann des öfteren über die für seinen Geschmack viel zu kurzen Tagesetappen. Nicht, dass wir den Reiseführer nicht schon ewig zu Hause liegen gehabt haben…
Wild brüllend und winkend machten Kathrin und ich Sven klar, dass er zurück kommen sollte. Derartig abgelenkt hatten wir nicht mitbekommen, dass Kati bis zum Oberschenkel in einem Schlammloch versunken war. Mann, wat ne Truppe. Niemanden kann man hier aus den Augen lassen…

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Das Zeigen der Fotos löste immer wieder Begeisterung aus

Nach dieser kleinen Aufregung machten wir uns auf, das Haupttal zu ersteigen. Wir wollten heute zwecks Akklimatisierung bis auf 2800 Höhenmeter kommen. Die Klimastation war erst auf 2500 m. 300 Höhenmeter sind ja nicht die Welt, aber leider war das Tal so flach, dass wir kaum nennenswerte Fortschritte bei der Höhe machten. Aber noch genossen wir den Anblick der Berge und Jurten sehr. Das Tal war zunächst breiter geworden und wir mussten einige Flussarme überqueren. Endlich schien es jedoch steiler zu werden und wir mussten eine besonders enge Stelle mühsam krabbelnd oberhalb umgehen. Keuchend schleppten wir uns in der Mittagshitze die paar Meter den Hang hoch und ich fragte mich, ob ich bereits die Höhe merkte oder einfach nicht fit war. Das Gehen fiel mir trotz der tollen Landschaft immer schwerer und mein Rucksack drückte sehr unangenehm auf die Schultern. Dazu wurde das Tal auch wieder flacher und öffnete sich in weite Wiesen, auf denen Pferde weideten. Hier konnten wir auch endlich das Talende sehen und einen steileren Anstieg dorthin. Es war bereits von hier erkennbar, dass wir dort kaum ebene Zeltplätze finden würden und wir beschlossen, auf die letzten 100 Höhenmeter zu verzichten. Irgendwie war bei uns allen die Luft raus, zumal wir auch morgen die gesamte Strecke wieder runter müssten. Dazu hatte Kati ordentliche Blasen an den Füßen und auch bei Sven löste sich etwas die Haut ab.
Also schlugen wir die Zelte auf einer ebenen Flussinsel auf und genossen die letzten Sonnenstrahlen. Durch das ziemlich enge Tal verschwand die Sonne relativ früh hinter den Bergen und sofort wechselte die Temperatur von heiß auf kalt. Diese krassen Temperaturschwankungen empfand ich die gesamte Wanderung über als sehr anstrengend. Auf die vorgeschlagene Zusatzwanderung verzichteten wir zugunsten der Entspannung. Ich fand es mal wieder sehr erstaunlich, wie viel Zeit man abends im Lager mit Waschen, Kramen und Kochen verbringen kann. Der arme Sven hatte jetzt schon Kopfschmerzen – wie würde das wohl die nächsten Tage werden.
Wir bereiteten gerade das Abendessen vor, als sich von oben eine große Gruppe Russen näherte. Die waren ja sowas von bepackt! Riesige Rucksäcke mit voller Gletscherausrüstung, dazu völlig verbrannte Gesichter und aufgeplatzte Lippen. Sie waren auf den oberen Gletschern gewesen. Ihnen gegenüber kamen wir uns vor wie die letzten Weicheier. Aber wir hatten ja auch eine Wellnesswanderung gebucht.

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Hach!

Schmetterling
18.09.2013, 21:55
25.7. Chong-Kyzyl-Suu-Tal – Klimastation – unterhalb des Archa-Tor-Passes

Distanz: 13,65 km
Anstieg gesamt: 966 m
Abstieg gesamt: 287 m

Min. Höhe: 2572 m
Max. Höhe: 3451 m
Schlafhöhe: 3400 m

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Der Weg zurück

Dank unsrer Trödelei konnten wir auch heute wieder trockene Zelte einpacken. Aber was soll man sich auch beeilen, wenn im Reiseführer nur 5 Stunden für die Etappe angegeben sind. Gemütlich schlenderten wir unseren Weg von gestern zurück, alle paar Meter für Fotos anhaltend. Ich war einfach nur hin und weg von den Bergen, den netten Wölkchen am Himmel und dem von Kati ausgeliehen Weitwinkel. Einen der Steilstücke konnten wir lässig unten umgehen, indem wir den Fluss auf ein paar großen Steinen überhüpften.

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Selbst Kati hat sich ein paar Stöcke gesucht

Der Rückweg zur Klimastation zog sich doch länger als gedacht (ob das wohl an unserer Knippserei lag?), aber endlich war auch dieses geschafft. Zu unserer Freude trafen wir ein Pärchen aus Reutlingen, die exakt dieselbe Tour wie wir machten. Wir nahmen diese willkommene Gelegnehit für eine zweite Frühstückspause wahr und quatschten erstmal eine Runde. Schließlich mussten wir uns dann doch dem Anstieg stellen, während die beiden erst noch zusammen packen mussten. Vor uns lagen 1000 Höhenmeter. Die Sonne meinte es wieder sehr gut und brannte ziemlich erbarmungslos. Von wegen feuchter Sommer!

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Aber erst war ja noch dieser Fluss zu überqueren. Wir hätten weiter oben locker furten können, wollten uns aber den Spaß mit der Gondel nicht entgehen lassen. Schon hatte uns auch der Hirtenjunge erspäht und kam in großen Sprüngen angesaust. Er zeigte uns einen matschlochfreien Weg zur Gondel und zog uns dann alle nacheinander hinüber. Wir entlohnten diese Plackerei mit ein paar Som und verteilten ein Bonbons an die inzwischen stark angewachsene Kinderschar auf der anderen Seite.

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Das ist doch bedeutend bequemer als furten oder Baumstämme

Dann noch Wasser auffüllen und schon ging es an den Anstieg. Zunächst auf einem Fahrweg, später dann auf Reitpfaden. Es war heiß, es war anstrengend und wir ließen uns Zeit. Je höher wir kamen, desto beeindruckender schoben sich auch die umliegenden Bergrücken in die Höhe. Diese tollen Anblicke lenkten uns ein wenig von den Strapazen ab.

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Es geht höher...

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...und höher

Am frühen Nachmittag machten wir auf einem Bergrücken Pause. Für Kati gabs eine Trekkingmahlzeit, für Sven und ich je eine heiße Tasse. Es tut schon gut, mittags was Warmes zu essen, zumal der Wind trotz der starken Sonne sehr kalt war. Wir waren nahe an den 3000 m und entsprechend wurde das Gehen nach der Pause mühsamer. Ich versuchte mich mit dem Betrachten der vielen Blühpflanzen abzulenken, aber das half nicht sehr lange. Immer wieder ging es mühsam durch Wacholderbüsche und bald hatten wir den Hauptweg verloren und mussten uns auf den zahlreichen Viehpfaden vorwärts schlängeln. Mein Rücken tat weh, ich war einfach nur kaputt und ausgelaugt. Dazu brannte die Sonne erbarmungslos.
Als uns auf 3400 m ein schöner Zeltplatz über den Weg lief, schenkten wir uns auch heute wieder die letzten 100 Höhenmeter und stellten das Zelt auf. Ich war fix und alle und inzwischen hatte ich auch eklige Kopfschmerzen. Ich wusch mich ganz schnell und machte mir einen Liter warmes Wasser. Gegen später kamen die Reutlinger vorbei, sie wollten aber noch ein Stück weiter gehen. Schade, wir hätten uns gerne mit ihnen unterhalten.
Beim Abendessen kochen merkten wir, dass die Gaskartuschen bereits erschreckend leicht waren. Und das schon am dritten Tag! Wir hatten noch eine dritte Kartusche, aber wenn das so weiter gehen würde, würden wir nicht hinkommen. Wir rechneten aus, dass wir bis zum 6. Abend kommen müssten. Also wollten wir ab heute nur mit unserem Lamellen-Topf kochen und die hemmungslosen abendlichen Teegelage wurden zum meinem großen Leidwesen stark reduziert. Brennstoffmangel auf Tour ist wirklich ätzend! Nach dem Essen verschwand ich sofort ins Zelt und bereits um 8 Uhr gingen die Augen zu…

codenascher
01.10.2013, 00:10
Sodele, weiter gehts. Wir erhöhen jetzt mal ein wenig das Tempo

25.07.2013 Karabatkak-Tal - unterhalb des Archa-Tor-Passes

Vor dem Aufbruch warten wir wieder gespannt auf die Sonne die unsere Zelte trocknen soll. Anschließend geht es die uns bereits von gestern bekannte Strecke zurück zur Wetterstation. An der Stelle wo wir laut Wanderführer den Fluss verlassen sollen und es nicht tun, behilft sich Kati sehr zu unserer Belustigung mit ein paar fetten Ästen als Trekkingstockersatz :bg:

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Noch einmal der Blick zurück ins Karabatkak-Tal

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Kati hat hier die neuen UL Stecken entdeckt

Kurz vor der Wetterstation treffen wir auf ein deutsches Paar aus Reutlingen. Kurzer Smalltalk und dann weiter zum Fluss. Der kleine Junge von Gestern Abend kommt ebenfalls schon herbei geeilt. Sicherlich wird er den ganzen morgen bereits auf uns gewartet haben. Nachdem er uns vier rüber gesetzt hat, drücken wir ihm 100 Som in die Hand. Er freut sich sichtlich. Weitere Kinder die zum Fluss kommen werden von uns mit Bonbons bedient. Kathrin muss sogar einen Streifen ihrer hart kalkulierten Schokolade abgeben.

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Susi ist ebenfalls begeistert von der Gondelfahrt

Unser Weg geht erst steil, dann gemächlich das Seitental hinauf. Zu unserer rechten malerische Almwiesen! Auch hier sollte man mit Sicherheit das ein oder andere Plätzchen zum schlafen finden, womit man sicherlich den von uns doppelt gelaufenen Weg sich sparen könnte ;-)

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Den Weg verlassen wir an einem großen Stein und schlagen uns über Pferdetreks durch die Wacholderbüsche. Die Sonne knallt erbarmungslos auf uns hinab. Auf einem Bergrücken machen wir auf knapp über 3000m Höhe unsere Mittagspause mit Blick auf das Yeti-Oguz Massiv. Sehr sehr schön hier oben.

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Weiter geht es immer an der Abbruchkante des Flusses zu unserer rechten hinauf. Auf gut 3400m Höhe schlagen wir ein wenig fertig die Zelte auf. Kathrin und Kati liegen erst einmal ein Weilchen im Gras, ehe sie sich ans Aufbauen ihres Zeltes machen. Susanne und ich kümmern uns um unsere Wäsche, welche hier im Sonnenschein und Wind ratz-fatz trocken ist! Sobald jedoch die Sonne hinter den Bergen verschwunden ist, wird es recht schnell kalt. Da hilft auch unser Riesenberg Bolognese und Kanneweise Tee nichts. Zusätzlich kommen bei mir wieder Kopfschmerzen mit dazu :/
Die Reutlinger ziehen an uns vorbei, sie möchten ein wenig höher campieren.

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Zeltplatz testen und entspannen

codenascher
01.10.2013, 00:25
26.07.2013 Archa Tor Pass - Yeti Ögüz Tal

Distanz: 11,59 km
Anstieg gesamt: 605 m
Abstieg gesamt: 1410 m

Min. Höhe: 2636 m
Max. Höhe: 3907 m
Schlafhöhe: 2637 m

Heute geht es über den ersten Pass. Dafürstehen wir extra früh auf, geplante Aufbruchzeit sieben Uhr. Wir schaffen es sogar beinahe pünktlich! Es ist auch heute morgen sehr kalt (für die hohen Temperaturen am Tage) Die Nacht hatten wir null Grad, das Kondenswasser unserer Zelte ist gefroren. Susanne und ich nehmen unser Frühstück sogar in den Schlafsäcken ein.

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Rund 150m unter dem Pass wecke ich lautstark Reutlingen „Guuuuten Moooorgen Reutlingen“ Mein Ruf echot von den Felswänden um uns herum ab.
Nach knapp 2h erreichen wir den Archa-Tor-Pass. Wahnsinn, ich auf 3930m Höhe!!! Ich überlege noch kurz hier in Richtung 4000m aufzusteigen um diese magische Grenze zu erreichen, entscheide mich dann aber doch dagegen. Die Vernunft siegt, Anfang September geht es nach Zermatt und da werden die 4000 schon fallen ;-)

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Die Aussicht von hier oben zurück in unser Starttal und vor allem die vielen vielen Gipfel darüber. Boah 5sterne Und das beste daran, der Blick ins Asau-Tukum-Tal nach vorne ist nicht weniger spektakulär! Eine gute Stunde später machen wir uns nach vielen Fotos und Gruppenbildern an den beschwerlichen Abstieg über Schutt und Stein. Susanne als führende verfransst sich und kämpft sich den Weg fluchend zurück zu unserem Pfad.

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Als die Schutthalde hinter uns liegt beginnt endlich der angenehme Teil des Tages. Die sanften Hänge und Weideflächen des Asau-Tukum-Tals liegen malerisch vor uns dar. Neben dem Bachrauschen vernehmen wir nur Murmeltiergemecker.
Ich habe mir mittlerweile ganz schön doll die Waden verbrannt, dies ist das einzige was mich gerade stört, ansonsten bin ich eins mit der Welt :D

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Edelweiss

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Gegen Ende des Tals wird es noch einmal beschwerlich. Die vielen vielen Höhenmeter abwärts auf der einen und die Vegetation, wieder einmal bestehend aus Wacholderbüschen machen uns das Leben schwer. Zu dem dichten Wacholder kommt mal wieder Matsch ohne Ende. Kamtschatkinische Verhältnisse nennt man das in unserer Gruppe ;-)

Nach insgesamt sieben langen Stunden kommen wir endlich unten am Fluß und zugleich an unserem Zeltplatz an. Der Blick in Richtung Yeti-Oguz ist einfach nur phänomenal.

Wir sowie die frisch gewaschenen Klamotten sind in der leichten Brise und im herrlichen Sonnenschein im nu trocken. Neben dem fetten Gletscherfluss der natürlich ordentlich Sediment mit sich führt findet Susi gleich um die Ecke ein klitzekleines Rinnsal, welches von ihr angestaut und via Berghaferl in unsere Faltflaschen wandert.

Zur Abendbrotzeit setzen wir uns um die Feuerstelle. Feuerholz liegt hier mehr als genug herum. Reutlingen kommt einige Stunden nach uns an. Unser freundliches Angebot für einen Platz am Lagerfeuer wird ausgeschlagen. Sie wollen noch ein Stück weiter und bauen (ohne scheiß) ihr Zelt keine 200m entfernt am Flussufer auf und werden später auch ihr eigenes Lagerfeuer anzünden...

Wir bekommen von verschiedenen jungen Hirten Besuch. Alle wollen uns Kymys verkaufen und uns natürlich auch über den Fluß befördern. Wir geben zu verstehen, dass wir uns morgen melden werden. Ein besonders hartnäckiger kleiner Scheißer steht ewig mit seinem armen Esel im Qualm unseres Feuers.... Das arme Vieh. Während er dem Qualm ausweicht und uns weiter nervt steht der Esel voll in der Rauchsäule. Gleichzeitig schöpfen wir aber Hoffnung ob nicht die Möglichkeit für den Erwerb einer Gaskartusche besteht. Wohl schon, nur über den Preis werden wir uns nicht wirklich einig und überhaupt hat er anscheinend dann doch keine Kartuschen :bg:

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Goldig sind dann noch zwei ganz kleine Kirgisen, die nachdem sie beim ersten Besuch mit Nimm2 und Luftballons abgefertigt sind noch einmal mit Brennholz in den Armen zu uns kommen. Hier erhofft sich wohl jemand ein paar Som. Leider gibts nur noch nen Luftballon ;-)

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Der Yeti-Oguz

Nachts rumpelt es ein klein wenig und ein paar Tropfen fallen vom Himmel.

berniehh
01.10.2013, 08:11
eine phantastische Gegend ist das5sterne
.....da möchte ich auch mal hin;-)

Schmetterling
01.10.2013, 22:12
Ein Besuch hierher lohnt sich auf jeden Fall! Besonders bei schönem Wetter ;-)

26.7. Über den Archa-Tor-Pass ins Jeti-Oguz-Tal

Heute würden wir den ersten der vier Pässe in Angriff nehmen. Bereits um halb sechs klingelte der Wecker, damit wir um sieben Uhr aufbrechen konnten. Meine Kopfschmerzen waren zum Glück weg, dafür war es irre kalt. Auf dem Zelt lag eine Eisschicht, so dass wir im Bett frühstückten. Den Aufbruch schafften wir fast pünktlich, nachdem wir Kathrins Stöcke repariert hatten, deren Arretierung den Geist aufgegeben hatte.
In der herrlichen Morgenkühle des noch im Schatten liegenden Berges nahmen wir die 400 Höhenmeter in Angriff. Über uns stand noch der Mond, während sich am Himmel erneut keine einzige Wolke zeigte. Es würde wieder ein heißer Tag werden. Aber erstmal waren wir froh, dass die kalt gefrorenen Zehen langsam auftauten. Am Talende sahen wir weit unter uns das Zelt der Reutlinger, das noch im Schatten der Nacht lag und ließen einen Weckruf los, da noch nichts zu sehen war. Tsts, faul, faul…

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Inzwischen war es halb acht, die Sonne hatte uns erreicht und wir machten uns an den eigentlichen Aufstieg. Der zog sich, besonders da wir bei dieser Höhe deutlich langsamer unterwegs waren. Dank der kühlen Luft kamen wir langsam aber stetig voran und standen um kurz nach neun auf 3950 m. Dieser Anblick, wow!!!! Schneebedeckte Gipfel, soweit das Auge reichte! Wir packten uns in dickere Jacken ein, gönnten uns eine Gipfel-Carraza und genossen den Blick mit vollen Zügen. Der frühe Aufbruch und die Anstrengung hatten sich wirklich gelohnt. Das sind die Augenblicke, in denen man schlagartig alle Schmerzen und Quälerei vergisst und einfach nur froh ist, hier zu sein.

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Der Blick nach vorne ins nächste Tal

Nach einer knappen Stunde konnten wir uns endlich losreißen und den 700 Höhenmetern Abstieg ins Auge blicken. Wir sahen das Tal, dem wir folgen mussten und an dessen Ende einen steilen Abfall ins rechtwinklig dazu liegende Jeti Oguz-Tal, unserem heutigen Ziel. Diesem würden wir morgen eine Weile talabwärts folgen, um dann in einem nächsten Seitental dasselbe Spiel neu zu beginnen: Anstieg bis kurz vor den Pass, dann Überschreitung des Passes und der lange Abstieg ins nächste Tal. Das Ganze dann insgesamt vier Mal. Mir schoss kurz der Gedanke durch den Kopf, dass wir von nun an jeden Tag entweder schrecklich weit hoch müssen oder in schreckliche Höhe und dann schrecklich weit runter müssen. Ohne ebene Strecken. Puh.
Ich verfolgte diesen Gedanken lieber nicht weiter, sondern suchte mit Kati den Einstieg. Der sah ziemlich gruselig aus: ein senkrecht abfallender Hang bedeckt mit feinem Split und ein Blick in den Abgrund. Ich war mir sicher, dass es schlimmer aussah, als es war und ging langsam voraus. Ich vermied den Blick nach unten und beruhigte mich damit, dass ein Ausrutschen außer blauen Flecken keine schlimmen Folgen haben würde. So steil wars dann doch wieder nicht. Mal wieder war ich meinen Stöcken sehr dankbar. Schon bald war das Schlimmste überstanden und es wurde flacher, aber es folgte noch eine ziemlich unangenehme Geröllhalde, bevor wir endlich das Grün der Hochwiesen erreichten. Der Weg war mal besser, mal schlechter sichtbar, aber insgesamt fiel die Orientierung leicht.
Bei den Almwiesen angelangt, war erstmal angenehmes Wandern angesagt, wenn auch die Sonne wahrlich unbarmherzig brannte. Ich hatte ständig das Gefühl, nicht genügend Flüssigkeit aufnehmen zu können. Bis ans Ende des Tals zog es sich noch ganz schön. Zum Abschluss erwartete uns dann noch ein Wacholdergebüsch vom Feinsten mit extra matschigen Wegen. Fast schon kamtschatkinisch. Aber wir hatten wenigstens keine Mücken und nahmens gelassen.
Der Schlussabstieg ging fast senkrecht nach unten und verwandelte unsere Zehen endgültig in Matsch. Pfui, wie ich Abstiege hasse! Meine Wandertouren könnten ruhig nur aus Aufstiegen bestehen. Dafür konnten wir immer wieder einen Blick auf den imposanten Jeti-Oguz-Gletscher werfen. Und unten erwartete uns der schönste Zeltplatz der Tour: eine ebene Wiese mit Feuerstelle, Stämmen als Sitzgelegenheiten und einem super schönen Blick auf den Gletscher.
Es war noch sehr früh am Nachmittag und im schönsten Sonnenschein widmeten wir uns ausgiebig der Hygiene. Den Nachmittag verbrachte ich dösend mit Musik auf den Ohren. Mit dem Schwinden des Tageslichts kamen auch die Reutlinger von oben runter. Wir luden sie ein, bei uns zu zelten und mit uns ums Lagerfeuer zu sitzen. Sie lehnten ab, da sie noch weiter wollten. Wir waren insgeheim etwas verwundert, da wir nach dem Abstieg froh waren, keinen einzigen Schritt mehr machen zu müssen. Noch mehr verwundert waren wir, als sie schlussendlich nur wenige hundert Meter von uns entfernt ihr Lager aufbauten. Waren wir so unsympathisch? Wir fanden uns eigentlich ganz nett…

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So suchten wir eben alleine Feuerholz und ließen den Tag am Feuer ausklingen. Im Hintergrund bot die untergehende Sonne auf dem Jeti Oguz-Gletscher ein rosa Spektakel. Zu unsrer Unterhaltung kamen zwei kleine Jungs vorbei, bei denen wir endlich was unserer Bonbon-Vorräte loswerden konnten. Irgendwie sahen sie nicht zufrieden aus mit der Beute. Sie zogen ab und kamen mit beiden Ärmen voll Holz wieder. Wir speisten sie erneut mit Bonbons ab. Diesmal sahen sie eindeutig unzufrieden aus, was wir aber geflissentlich ignorierten. Mehr gibt’s nicht.
Den Jungs folgte ein junger Mann, der uns anbot, uns am nächsten Tag mit dem Pferd über die Schlucht zu bringen. Dadurch würden wir einen riesigen Umweg zur nächsten Brücke sparen. Den Abschluss des Reigens bildete dann ein Halbwüchsiger, der sich ganz cool auf seinem Esel in den Feuerqualm stellte und versuchte, mit uns zu kommunizieren. Unsere drei Brocken russisch waren ziemlich schnell aufgebraucht, er ließ sich aber nicht abwimmeln und erzählte uns Geschichten, dass er auch Gaskartuschen verkaufe. Wir hatten ihn danach gefragt, um unser Kartuschen-Problem zu entschärfen. Irgendwie glaubten wir seinen Geschichten nicht so recht. Wir versuchten ihm klarzumachen, dass er sie uns morgen vorbei bringen solle. Mal sehen…
Irgendwann hatten wir ihn endlich los und wir konnten endlich das Rauschen des Flusses genießen, bevor uns die Kälte in die Schlafsäcke trieb.

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Schmetterling
01.10.2013, 22:36
27.7. Jeti-Oguz-Tal – Teleti-Tal

Distanz: 15,77 km
Anstieg gesamt: 929 m
Abstieg gesamt: 302 m

Min. Höhe: 2524 m
Max. Höhe: 3280 m
Schlafhöhe: 3273 m

Wir genossen es, nicht mitten in der Nacht aufstehen zu müssen und ließen uns mit dem Aufbruch ein wenig Zeit. Pünktlich als wir auf den abmarschbereiten Rucksäcken saßen kam unser Mann mit dem Furt-Pferd und holte uns ab. Innerlich hatten wir uns schon auf einen harten Verhandlungskampf eingestellt und waren positiv überrascht, als er pro Person und pro Rucksack 50 Som verlangte. Die Furtstelle war direkt vor dem Zelt der Reutlinger. Wir rieten ihnen, es uns später gleich zu tun, um den langen Umweg zu sparen. Sie schienen nicht überzeugt, komisch…

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Auch hier hätten wir locker den Fluss durchwaten können, aber auf dem Pferd war es eindeutig viel witziger! Auf der anderen Flussseite wanderten wir entspannt bis zum nächsten Seitental, wo ein erneuter Anstieg auf uns wartete. Dieser war zunächst sehr steil, verlief jedoch auf einem angenehmen Fuhrweg. Eine Furtstelle umgingen wir auf einem Trampelpfad, auf dem ich sehr viele frische Stiefelspuren erkannte. Bisher waren die Kontakte zu anderen Wandern eher mager und wir waren gespannt, wen wir noch treffen würden. Gerade als wir in der Ferne eine Gestalt mit einem großen Rucksack ausmachen konnten, wurden wir von einem kleinen Mädchen aus einer der zahlreichen Jurten abgelenkt. Sie wollte uns unbedingt ihre Katze zeigen und war von Svens Äffchen total fasziniert. Wir machten einige Fotos und mir kam die Idee, auch die Familie zu fotografieren und ihnen alle Bilder zu schicken. Die Adresse ließ ich mir auf ein Klebetikett schreiben. Wir durften natürlich nicht weitergehen, ohne frische Sahne, Brot und Bonbons gegessen zu haben. Die Kleine wollte uns dann auch unbedingt noch ablichten. Echt süß mit Svens großer Kamera.

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Derart gestärkt schritten wir munter aus. Nur wenige Meter weiter entdeckte Sven dann endlich einen Schädel einer Bergziege. Ein riesiges Teil, das natürlich sofort auf den Rucksack wanderte. Ich war ja gespannt, ob wir es an einem Stück nach Hause bringen würden!
Der Weg zog sich nun durch ein breiter werdendes Tal, das wieder mit Tieren und Jurten übersät war. Hier trafen wir auch auf die Verursacher der Fußspuren – eine große russische Truppe. Deren Zusammensetzung war recht interessant: kleinere Kinder und Erwachsene und mit riesigem Abstand hinterher schnaufte eine alte dicke Frau. Ob es die wohl über den Pass schaffen würden? Die Freude über den etwas ebener verlaufenden Pfad wurde auf meiner Seite deutlich von der Tatsache getrübt, dass ich ständig hinter Büsche und Steine musste. Die stetige Zufuhr von E. coli der letzten Tage zeigte ihre Wirkung. Bisher hatte ich mein Wasser nie entkeimt, würde das aber mal lieber ab heute tun. In den Tälern war schon sehr viel Vieh unterwegs. Die nächste Pause wurde uns von zwei Franzosen beschert, die am Fluss lagerten. Sie kamen heute von unten aus der Zivilisation und wollten auch morgen über den Pass. Mutig, so ohne Akklimatisierung… Wir unterhielten uns und nutzten die Zeit für einen kleinen heißen Snack. Kati klebte unterdess ihre sich wie wild vermehrenden Blasen ab. Wahnsinn, sie bekam jeden Tag neue, während es unseren Füßen blendend ging. Sie hatte wohl alle Blasen der Truppe abgenommen. Dazu noch Druckstellen an beiden Fersen, wo ein Schuster auf höchst dilettantische Weise neues Leder eingeklebt hatte – schön mit Falten. Dem würde ich die Schuhe bei der Rückkehr um die Ohren hauen!

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Gestärkt ging es weiter, zunächst über eine kleine Brücke. An deren unterer Seite hing ein frisch geschlachtetes Schaf zur Kühlung. Lecker! Durch Pferdeherden und über kleine Bächlein gelangten wir ans Ende des Tals. Dort standen bereits die blauen Zelte einer Ecotour. Wir wandten uns aber nach links und gingen den Schlussanstieg an. Kati und ich ließen unsere beiden Bergziegen Sven und Kathrin ziehen und zuckelten gemütlich plaudernd den Berg hinauf. Warum sollten wir uns hetzen, es war ja noch früh am Tag. Ich war dann dennoch froh, endlich oben zu sein, da mein Rucksack schon wieder höchst unangenehm auf die Schultern drückte. Nie wieder Leichtrucksäcke! Unsere beiden Sprinter hatten sich schon um die Zeltplazusuche gekümmert, die hier zwischen Kuhfladen und Buckeln gar nicht so leicht war. Mit einigem Mühen fanden wir zwei annehmbare Plätze, die einigermaßen nebeneinander lagen. Nur die neugierigen Jungkühe nervten gewaltig!
Im schönsten Sonnenschein nahmen wir das Abendessen ein. Durch die hohe Lage konnten wir die Sonne schön lange genießen und wieder alle Klamotten waschen. Welch ein Luxus! Der arme Sven hatte wieder leichte Kopfschmerzen und als die Sonne weg war, krochen wir ziemlich schnell ins Zelt. Von den Reutlingern war nichts zu sehen. Wahrscheinlich hatten sie doch den riesigen Umweg genommen…
Die Nacht verlief höchst unruhig. Mir war viel zu warm und die ganze Nacht schnupperten die Kühe am Zelt. Ich hatte Angst, dass die tolpatschigen Viecher über die Zeltschnur stolpern oder unsere Rucksäcke hervor zerren würden. Mein wildes Brüllen aus dem Zelt heraus ließ sie aber völlig kalt. Es blieb mir nichts anderes übrig, als sie zu ignorieren…

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codenascher
02.10.2013, 22:27
27.7. Jeti-Oguz-Tal – Teleti-Tal

Wir rechnen eigentlich schon fest damit, dass wir ab sieben Uhr in der früh an unseren Zelten von gewissen Transportunternehmen hofiert werden. Das bleibt zum Glück aus und wir frühstücken und packen in aller Ruhe zusammen. Um halb neun steht dann unser Chauffeur samt Gaul bereit. Für 100 Som pro Person und Rucksack befördert er uns auf die andere Flußseite und erspart uns drei Stunden Weg, bzw. nasse Füße. Es gibt hier viele Stellen wo man mühelos den Fluß furten könnte. Aber wollen wir den Hirten mal nicht ihre Haupteinnahmequelle abnehmen ;-) und überhaupt machen sich Bilder von Wanderern auf Pferderücken in unserem Reisebericht doch exzellent :bg:

Reutlingen macht trotz der Warnungen von Kati, „zwei Stunden Fluß runter, eine Stunde Fluß rauf, dabei viel Matsch und Bäh“ zu Fuß weiter. Bitteschön.

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Nach einer Stunde unseres Weges, und der ist schon eklig Matschig, erreichen wir den Weg der ins Nebental führt. Hier stoppen wir an einer schmalen Furt. Während ich die Furt noch mit Stiefeln erkunde, vielleicht kommt man ja doch trockenen Fußes her rüber und Kathrin bereits die Stiefel aus hat, kommt Susanne von ihrem Gang für kleine Wanderer zurück und zeigt uns einen schmalen Pfad aufwärts. Wo der hinführt wird es natürlich auch einen Weg über den Fluß geben. Top :-)

Kurz dahinter passieren wir mal wieder eine Jurte. Daraus kommt einen kleines Mädel mit einem Katzenbaby auf dem Arm. Während sie uns ein tolles Motiv gibt entdeckt sie Äffchen auf meinem Rucksack thronen. Da ist es um sie geschehen. Helle Freude und ich glaube auch Liebe auf den ersten Blick. Zumindest wird Äffchen sofort in ihr Herz geschlossen und nur sehr sehr widerwillig heraus gerückt. Sollte ich einmal in Deutschland über nen Affen mit Magnetarmen stoßen, werd ich ihr solch einen Affen zu schicken.
Nachdem wir von ihrer Mutter ihre Adresse bekommen haben werden wir noch mit frischem Joghurt und leckerer Marmelade verwöhnt.

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Die kleine mit Susis Kamera

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Und mit ihrem neuen Schatz

Nach dem Abschied finde ich am Wegesrand erneut einen Schädel. Der wird diesmal allerdings eingepackt :bg: Ein Riesengroßer Steinbockschädel. Boah, die zwei Kilo extra sind es mir wert. Äffchen wandert auf die Kameratasche an meinem Hüftgurt und der Schädel oben auf den Rucksack. Ab sofort sind mir neidische und aber vor allem komische Blicke Gewiss ;-) Kati kann das mit dem Schädel natürlich überhaupt nicht verstehen. Wie kann man nur so was großes schweres und vor allem hässliches mit nehmen...

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Vor Erreichen des Teleti Tals überholen wir eine Schülergruppe samt Lehrern aus Russland. Sie sehen größtenteils gar nicht glücklich aus. Auf ihren Rücken 70 bis 100 Liter Rucksäcke. In der Regel der Hüftgurt nicht einmal geschlossen. Russisch Bootcamp oder einfach nur keine Ahnung wie man sich das Leben ein klein wenig angenehmer machen kann? Eine Woche verbringen sie im Terskej-Alatau.
Ich laufe endlich mal vor. Unsere Truppe bummelt mir schon wieder zu viel. Kurz vor dem Punkt den wir als Pausenplatz aus der Ferne auserkoren haben sehe ich zwei Wanderer und geselle mich zu ihnen. Matthieu und Benjamin aus Paris. Wir verbringen unsere Pause gemeinsam ehe sie wieder aufbrechen.

Entgegen aller anderen Wanderer hier im Tal wechseln wir die Flußseite an einer kleinen Brücke. Entgegen des Steinführers gibt es aber weiter oben noch einmal die Möglichkeit die Flußseite zu wechseln. Dies ist auch zu empfehlen, da unser Weg einmal mehr dichte Wacholderbüsche quert...

Am Ende des Tals eh es zum Teleti Pass hinauf geht steht ein Riesen Lager kommerzieller Anbieter.
Wir laufen weiter und holen die beiden Franzosen ein. Ich laufe mit ihnen quatschend weiter hinauf. 250 Meter höher schwärmen Kathrin und ich aus auf der Suche nach ein paar Zeltplätzen. Die Zeltplatzsuche dauert lang. Aber wir finden zwei beinahe ebene Plätze die noch nicht komplett mit Kuhscheiße voll gekleistert sind.

Die Franzosen ziehen leider, obwohl heute ihr erster Tag auf Tour ist und wir uns prächtig unterhalten haben weiter. Mir brummt schon wieder der Schädel, der dritte Abend auf Tour... Nunja 3270 Metern Höhe.



Während des Abendbrots verscheuchen wir immer und immer wieder die neugierigen Rinder die uns permanent besuchen. Als wir im Zelt liegen lässt die Neugier beinahe komplett nach und wir vernehmen nur vereinzelt Riech - und Schleckgeräuche.

codenascher
02.10.2013, 22:32
28.07.2013 Teleti Pass - Karakol Tal

Distanz: 11,46 km
Anstieg gesamt: 617 m
Abstieg gesamt: 1268 m

Min. Höhe: 2620 m
Max. Höhe: 3789 m
Schlafhöhe: 2622 m

Dennoch schlaf ich echt beschissen. Rinder und die Höhe sind anscheinend nicht so sehr meins :bg:
Nachdem wir die ersten hundert Höhenmeter des Tages bezwungen haben sehen ein weiteres großes Lager. Wir vermuten das es sich hierbei um den eigentlichen Zeltplatz der auch in unserem Reiseführer beschrieben ist handelt, obwohl beinahe 200 Meter höher gelegen.

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Die Rindviecher...

Unser Weg führt uns erst einmal über hunderte kleiner Stufen die hier in den grünen Hang getreten sind und anschließend über viel Schutt. Anstrengend und beschwerlich das ganze. Nach zwei Stunden stehen wir endlich auf dem Pass. Der Himmel ist heute etwas bedeckt, die Aussicht nicht ganz so spektakulär wie am Archa-Tor-Pass dennoch ein geiles Gefühl wieder so weit oben zu sein!

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Herunter geht es erneut über Schutt und kleinere Schneefelder. Susanne und Kathrin rutschen ein langes Schneefeld einfach auf dem Hosenboden herunter während Kati und ich uns abplackern ;-)

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Susanne

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und Kathrin

Es folgt ein weiteres malerisches Tal. Überall grün, Murmeltiergepfeife, das rauschen des Flußes und Pferdeherden. Oh dieses Kirgistan. An jeder Ecke ein Traum!!!!

Wir werden von einigen selbsternannten „Sportsmen“ überholt. Kirgisen mit großen Rucksäcken, noch mehr Zeug außen dran und Schuhwerk mit dem ich kaum auf den Teufelsberg im Grunewald steigen würde mit solchem Gepäck auf dem Rücken. Dominierend sind hier abgelatschte Turnschuhe und sogar zwei Paar Latschen zu nennen. Und dann das ganze runter!

Die beschriebene schmale Brücke (Brücke? Hah!) samt Grassoden ignorieren wir erst einmal. Dieser Fauxpas fällt uns erst auf als wir gute 200 Meter weiter und auch ein paar Meter tiefer sind und vor einer grünen Wacholderwand stehen... Also wieder hinauf.

Von hinten kommt eine große graue Wand die uns zum Glück aber nicht erreicht! Katis Füße sind mittlerweile einfach nur ein elender Haufen Schmerz. Die Arme humpelt mehr hinter uns her, als das sie wandert.

Der weitere Abstieg ist zum Glück nicht ganz so anstrengend wie der letzte. Unser Zeltplatz liegt genauso idyllisch wie Vorgestern an einem Gletscherfluss. Eklig ist hier allerdings, dass wirklich hinter jedem Baum Toilettenpapier und Exkremente herum liegen...

Nachdem hier noch einmal fünf Regentropfen vom Himmel fallen nehmen wir unser Abendbrot unter einer Fichte ein.

Anschließend machen wir wieder ein Feuer. Hier gibt es diesmal sogar drei Feuerstellen und auch wieder ausreichend Holz. Zur Feier des Tages ,immerhin ist heute unser Bergfest, gibt es eine schöne Zigarre die uns vier eine Stunde lang beschäftigt!

Schmetterling
08.10.2013, 08:18
28.7. Teleti-Tal – Karakol-Tal

Neuer Tag, neuer Pass. Wir standen wieder gefühlt mitten in der Nacht auf und schafften es, pünktlich los zu gehen. Und wieder war keine Wolke am Himmel zu sehen, Wahnsinn! Wir folgten unserem Tal noch ein wenig, bevor wir nach links abbogen und zum Anstieg übergingen. Am Talende wimmelte es vor anderen Zelten und wir waren froh, einen einsamen Sonnenplatz gehabt zu haben. Bald ließen wir das Grün hinter uns und es ging über Geröll nach oben. Während uns die letzten Tage das stetige Rauschen der Gebirgsflüsse begleitet hatte, war es hier oben gespenstisch still und sehr unwirtlich. Ich dachte mir, dass ich keine Lust habe, sehr hohe Berge zu besteigen, wo man tagelang ohne ein bisschen Grün unterwegs ist. Unsere Bergwiesen-Wanderung hatte durchaus Vorteile.

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Wir merkten deutlich die Akklimatisierung und der Aufstieg war weit weniger anstrengend als der letzte. Kurz vor oben überholte uns ein Russe in kurzer Hose (oder wars ne Unterhose!?) und mit nacktem Oberkörper nach oben joggend. Wir schüttelten ungläubig den Kopf. Macht der etwa Frühsport? Eine Weile später kam er uns wieder entgegen gerannt, diesmal mit einer Plastiktüte in der Hand. Die spinnen, die Russen. Oben war schon ziemlich Betrieb mit eher wortkargen Gesellen. Der Anblick war schön, wenn auch nicht so spektakulär wie beim letzten Pass. Verwundert schüttelten wir wieder den Kopf über einen schlaksigen Typ, der neben einem riesigen Rucksack auch noch einen Daypack auf dem Bauch hatte. Also nee, Sachen gibt’s. In riesigen Schritten rannte er das Geröllfeld nach unten und wir überlegten, ob diese beiden Rucksäcke vielleicht der besseren Gleichgewichtskontrolle dienten. Sollte man doch glatt mal ausprobieren.

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Der Blick zurück...

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...und nach vorne

Kati nutzte die Pause, um die dusseligen Falten aus ihrem Schuh zu säbeln. Wir schlugen ihr vor, einfach an allen Druckstellen Löcher in den Schuh zu schneiden. Dies würde ohnehin seine letzte Tour werden. Nach den obligatorischen Fotos und Leckereien machten wir uns an den Abstieg. Das Tal vor uns hatte irgendwie große Ähnlichkeit mit dem letzten Abstieg: breit lag es vor uns, um am fernen Ende in einen fiesen tiefen Abstieg ins Haupttal zu münden, dem wir morgen folgen würden, um im nächsten Seitental den dritten Pass anzugehen…
Aber natürlich gab es einige Unterschiede zum letzten Tal: der Abstieg war angenehm leicht und gipfelte in einem Schneefeld, das Kathrin und ich kurzerhand herunter rutschten. Die anderen beiden verzichteten aus Angst vor nassen Hosenböden. Wenn die wüssten, was ihnen entgangen ist!

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Unten angekommen, entzwiebelten wir uns wieder, denn die Sonne brannte in altbekannter Kraft. Auf den Almwiesen entdeckte ich wilden Lauch und Sven und ich legten uns gleich einen Vorrat an, um unser Abendessen (Kartoffelbrei in Zwiebelsuppe) zu würzen. Unterdessen kamen von oben Gestalten mit riesigen Rucksäcken in Schlappen (!) herunter gejoggt. Wir starrten ihnen mit offenen Mündern nach. Also neee, Sachen gibt’s hier! Langsam zuckelten wir hinterher und hatten sie bereits hinter dem nächsten Felsen eingeholt, wo die Typen Pause machten. Hach, wir waren also gar nicht wirklich langsamer. Sie meinten, dass sie Sportsmen seien. Wir hatten eher den Verdacht, dass es Träger einer Touristentruppe waren. Beim Weitergehen überholten sie uns wieder lachend und winkend.

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Meine Entkeimungsoffensive hatte noch nicht wirklich angeschlagen, so dass ich des Öfteren kleinere Steine und Büsche begutachten ging. Weiter hinten bescherte ich uns noch einen ärgerlichen Umweg, da ich die Beschreibung im Führer falsch im Kopf hatte und kurzerhand an der Brücke vorbei stiefelte. Naja, alles für die Fitness.

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Beim Schlussabstieg stellten wir fest, dass sich hinter uns bedrohliche Wolken türmten. Dazu war es die ganze Zeit schon unerträglich schwül gewesen. Also nahmen wir die Beine in die Hand, um wenigstens Wald zu erreichen. Die letzten paar hundert Höhenmeter waren wieder senkrechet steil und äußerst unangenehm. Mit gefühlten Stummelzehen kam ich unten angehinkt, aber immerhin war das Gewitter wieder weg. Unten erwartete uns wieder eine sehr schöne Zeltwiese mit Feuerstelle und auch unsere Sportsmen waren schon da.

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Sie zogen jedoch bald wieder ab. Im Laufe des Abends zogen noch diverse größere und kleinere Truppen über unseren Köpfen hinweg. Sie wollten aber alle zum nahe gelegenen Karakol Basecamp und so blieben wir alleine. Wieder gabs ein nettes Lagerfeuer und die Bergfest-Zigarre zur Halbzeit der Tour. Wir stellten fest, dass sie bis jetzt äußerst angenehm verlaufen war – bestes Wetter, jeden Nachmittag Zeit zum Waschen und jeden Tag eine frische Unterhose – was will man mehr. Nur die arme Kati war mit ihren sich täglich vermehrenden Blasen sehr geplagt!
Tapfer (ich bin Nichtraucher!) rauchten wir das Monstrum an Zigarre. Beim Zubettgehen entdeckten wir entfernt am Waldrand das Zelt der Reutlinger. Aha, es gab sie also noch! Aber natürlich verzichteten sie weiterhin auf unsere Gesellschaft. Sie waren inzwischen zum Running Gag der Tour geworden. Aber enttäuscht waren wir schon. Wahrscheinlich hat sie unser Laberkopf Sven abgeschreckt…

codenascher
08.10.2013, 08:44
Wahrscheinlich hat sie unser Laberkopf Sven abgeschreckt…
:motz: :grrr:

codenascher
09.10.2013, 20:47
29.07.2013 Karakol Tal bis Blockhaus Sirota

Distanz: 9,05 km
Anstieg gesamt: 802 m
Abstieg gesamt: 468 m

Min. Höhe: 2532 m
Max. Höhe: 2976 m
Schlafhöhe: 2939 m

Laut Reiseführer geht die heutige Etappe gerade einmal 2,5 Stunden. Wir schlafen also aus und lassen es wieder einmal sehr ruhig angehen. ;-)
Um zehn starten wir letztendlich. Erst über zwei Flüsse die wir über Baumstämme queren und dann ganz entspannt eine breite Piste folgend erreichen wir das „Karakol Base Camp“ nach einer Stunde.

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Hier gibt es einige Jurten, viele private Zelte, sicherlich auch etwas zu essen und ein großes stinkendes Toilettenhäuschen aus Stein aus der Zeit als das Camp noch von richtigen Alpinisten genutzt wurde.
Kurz dahinter treffen wir auf den ersten Nationalpark Ranger. Ralf stellt sich uns vor und kassiert die Nationalparkgebühr von uns ab. Eigentlich 250 Som pro Person und 150 Som pro Zelt. Wechseln kann er nicht, also zahlen wir 1000Som. Auch er ist von meinem Schädel auf dem Rucksack entzückt und zeigt immer wieder mit einer beißenden Geste mit den Händen was ich doch für ein wildes Vieh hier auf dem Rücken habe :bg:
Hier kommen auch gerade zwei große LKW an. Aus dem einen springen zwei Bergsteiger und aus dem anderen ein japanisches Paar mitsamt einem Tross von Angestellten. Guide, Koch und drei Porter :o Die Junge haben bis zu 45kg auf dem Rücken, Stühle, Tische und was man nicht sonst noch so alles in den Bergen benötigt. :ignore:


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Weiter geht es nun steil das Kurkak-Tal hinauf. Da wir hier zur besten Mittagszeit landen ist der eh schon steile Aufstieg eine noch größere Qual. Wobei der Blick zurück wieder einmal für einiges entschädigt. Kurz vor Ende der Plackerei geht es über eine Blockhalde und dann stehen wir am vermutlich idyllischstem Zeltplatz der gesamten Tour!!!

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Hier auf knapp 3000m liegt ein traumhaft schöner Gebirgssee, gespeist vom Ala-Kol-See. Nachdem die Zelte stehen springen wir ins kühle Nass. Ich teste die Luma Tauglichkeit der Neoair. Fazit: Erst nach erneutem Aufblasen tragfähig. Die Luft in der Luftmatratze scheint sich in Bruchteilen zu verdichten und übrig bleibt ne schlappe Neoair :bg: Ich denke eine Synmat mit ihren Längsrillen wäre hier generell im Vorteil ;-)

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Für den Abend und das mittlerweile ja schon beinahe obligatorische Lagerfeuer verabreden wir uns mit den beiden Alpinisten. Thomas, nen Engländer derzeit in Kiew lebend und sein Guide Anatoli. Die beiden sind auf dem Weg hinauf zum Pik Przewalski. Thomas hat sowas zwar noch nie gemacht, aber sie lassen sich insgesamt fünf Tage Zeit.

Aber zuvor tauchen die Reutlinger auf und völlig erstaunlich bauen Sie ihr Zelt bei unseren auf! Bonny und Patrick. Beide suuper freundlich und auch umgänglich. Wahrscheinlich wollten sie die ersten Tage einfach nur erstmal ihre Ruhe vor allem haben :bg:
Die beiden plus ein weiteres französisches Pärchen gesellen sich zu uns und unserem Lagerfeuer. Der Ala-Kol-Pass ist im Lonely Planet beschrieben, daher ist hier und am morgigen Tag doch sehr viel los.
Den beiden Franzosen gibt Susanne ihre Kopien aus dem Reiseführer, da die Beschreibung des LP doch recht dürftig ist und eigentlich nichts von der Rückreise Richtung Ak-Suu darin steht….


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Schmetterling
10.10.2013, 21:03
29.07.2013 Karakol Tal bis Blockhaus Sirota

Heute gabs keinen Pass und dazu nur eine ganz kurze Tour. Also schliefen wir ausgiebigst aus und machten uns ganz gemütlich auf den Weg, wieder ein angenehmer Fahrweg. Laut Reiseführer hätte man noch eine Tour talaufwärts zum Karakol-Gletscher machen können, aber angesichts unseres recht langsamen Fortbewegungstempos war uns das etwas zu riskant. Außerdem waren wir doch hier auf einer Wellness-Tour und nicht im Boot-Camp! Nach kurzer Zeit kamen wir am Karakol-Basecamp vorbei, wo die Touren zum Karakol starten. Hier war Highlife und es wimmelte vor Menschen unter Sonnensegeln. Gerne hätten wir mit ihnen getauscht bei dieser Affenhitze.

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Kurz vor dem Einstieg ins Nebental fing uns ein Beamter ab, der uns das Eintrittsgeld für den hiesigen Nationalpark abknöpfte. Der Typ war echt witzig und als er Svens Schädel sah, bekam er sich kaum noch ein vor lachen! Er gab uns zu verstehen, dass wir aufpassen sollten, dass der Schädel uns nachts nicht überfiel…
An der Brücke, die den Abzweig ins Nebental markierte, war die Hölle los. Eine Gruppe Trekker aus der Slowakei, ein älteres japanisches Pärchen mitsamt ihrer Entourage (ein Guide, ein Koch, diverse Träger für Tische, Stühle, etc.) und als krönenden Abschluss spuckte ein Monster eines umgebauten Russenlasters noch einen Engländer mit seinem Guide aus. Sie wollten alle dasselbe Tal hoch wie wir. Wir nahmen an, dass die Tour über diesen Pass im Lonely Planet beschrieben ist und sprachen nur noch von den Lonely-Planet-Trekkern. Wir fühlten uns an dieser Stelle nach 6 Tagen auf jeden Fall schon sehr erfahren.

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Der Touri-Bus

Nach einer kurzen Pause (dieser wahnsinnige Laster mussten natürlich ausgiebig fotografiert werden) machten wir uns an den Aufstieg – pünktlich zur Mittagshitze. Nach einem Slalom im Wald über umgestürzte Bäume waren wir der Sonne voll ausgesetzt und schleppten uns nach oben. An jeder Kurve des Weges gab es eine kurze Trinkpause. Für mich war das der nervigste Aufstieg der ganzen Tour, obwohl er nicht lang dauerte. Kurz vor dem Kreislaufkollaps und dem drohenden Verdursten mussten wir noch über eine nervige Blockhalde und wurden endlich mit dem perfekten Lagerplatz belohnt: Wiesen mit Feuerstellen und einem kleinen See, der vom aufgestauten Gletscherfluss gebildet wurde. Eigentlich war unser Ziel die Blockhütte ein paar Meter weiter, aber angesichts der Hitze war der See einfach zu verlockend. Sowohl der Engländer als auch die Slowaken hatten sich schon eingerichtet und auch wir breiteten unser Lager aus. Dann stürzten wir uns in die Fluten – oder vielmehr wir tasteten uns mit schmerzverzerrtem Gesicht vorwärts. Die Wassertemperatur war an der Schmerzgrenze, aber es tat soo gut! Unterdessen missbrauchte Sven seine Neoair als Luftmatratze, während ich am Lager an meiner Bikinibräune arbeitete. In der Sonne war es knallheiß, doch sobald eine Wolke kam, wurde es kalt.

Gegen Abend kamen die Reutlinger vorbei und bauten tatsächlich ihr Zelt neben unserem auf. Unglaublich! Wir hatten ja nicht mehr damit gerechnet, dass wir uns nochmal würden unterhalten können… Bei Sven und mir gabs zum Abendessen unser Königsmenü – Curry-Reis mit Lachs. Boah, war das lecker, da kann kein Real Turmat mithalten! Mit gefüllten Mägen setzten wir uns alle zum Engländer an das Lagerfeuer und quatschten eine kleine Runde. Wir gingen jedoch bald ins Bett, da morgen die Königsetappe drohte.

Schmetterling
11.10.2013, 21:46
30.07.2013 Ala Köl Pass - Altyn Arashan Tal

Distanz: 16,87 km
Anstieg gesamt: 1393 m
Abstieg gesamt: 1765 m

Min. Höhe: 2572 m
Max. Höhe: 3893 m
Schlafhöhe: 2587 m

Heute waren insgesamt 1000 Höhenmeter und über 1000 m nach unten zu bewältigen, die Tour war mit 7-8 Stunden ausgeschrieben. Wir hatten diese Zeit schon für die letzten Tagesetappen gebraucht und waren deswegen etwas nervös. Vorsichtshalber wollten wir noch früher als sonst losgehen und setzten den Aufbruch auf 6 Uhr. Da es jedoch beim Weckerklingeln noch stockdunkel war, drehten wir uns noch eine Runde im Schlafsack um. Um halb sieben kamen wir dann aber tatsächlich los. Am Fluss entlang ging es zur Blockhütte, die von den Japanern voll besetzt war. Bei schlechtem Wetter ist das urige Gebäude sicher ganz nett, aber gestern hatten wir eindeutig den besseren Schlafplatz.

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Die Sirata-Hütte

In der Kühle des Morgens kamen wir schnell an die Vegetationsgrenze und stiegen in den steilen Hang zum Ala Kol-See. Kati und ich ließen unsere Bergziegen wieder ziehen und zuckelten gemütlich hinterher. Nach 2,5 Stunden hatten wir die ersten 500 Höhenmeter geschafft und standen am beeindruckend tiefblauen Ala Kol-See. Hier wimmelte es vor Zelten und beim Anblick des Sees bedauerte ich ganz kurz, dass wir gestern Nachmittag nicht noch hier hoch sind. Andererseits hatten wir ja auch einen schönen Badesee gehabt…

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Der erste Teil ist geschafft, Lächeln beim einen Teil der Truppe...

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...leicht gequälter Gesichtsausdruck beim anderen

Sven erwartete mich fix und fertig, ich nahm an, dass er zu schnell hochgerannt war (er wollte unbedingt mir Musik in den Ohren hochlaufen). Ich fütterte ihn mit Banana Bread und wir verbannten ihn für den Rest des Aufstiegs ans Ende unsrer Truppe. Nach kurzem Wasserfassen ging es weiter. Der Weg zog sich um den ganzen See und an dessen Ende dann die restlichen 500 m hoch zum Pass. Geröll und krass rutschiger Schotter machten uns das Laufen und besonders den Aufstieg schwer. Ich war mal wieder froh um meine Stöcke. Als kleine Motivation konnten wir bald eine große Gruppe an Teenies überholen, die sich trotz leichter Daypacks noch langsamer als wir vorwärts bewegten. Sven benötigte diese Motivation auch, denn er schleppte sich wie ein Schluck Wasser hinter uns her. Sogar sein nimmer müdes Mundwerk schwieg, bzw. er nutzte es zum ausgiebigen Jammern. Männer halt – wenn die ein Zipperlein haben, geht gleich die Welt unter. Kati und ich nahmen es nicht sonderlich ernst und verbuchten es für ihn als Lernerfahrung. Schließlich rast er sonst meilenweit voraus. Zur Demotivation zogen dann aber unsere Sportsmen an uns vorbei – wieder in Schlappen.

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Der Ala-Kol-See in seiner ganzen Pracht

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Am Schlussanstieg sieht man den Unterschied zwischen Männder und Frauen auf Tour: Kati bemüht sich um ein Lächeln für die Kamera, während Sven das Leiden in Person ist

Die Schinderei wurde zum Glück durch die absolut grandiose Aussicht auf den See und die Bergketten ringsum wett gemacht. Hatte ich schon erwähnt, dass wir wieder mal traumhaftes Wetter hatten? Um elf hatten wir es endlich geschafft und standen auf dem Ala Kol-Pass Pass mit 3920 m. Der kalte Wind blies uns fast um, aber die Aussicht war die beste der ganzen Tour! Ich päppelte Sven mit Carraza und Beef Jerkey einigermaßen auf und machte mich erstmal ans Fotografieren.

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Endlich oben!

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Links müssen wir runter

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Einfach nur Oberhammer!

Inzwischen kam auch die Teenie-Truppe an und es stellte sich heraus, dass die Sportsmen deren Träger waren. Einer der Jungs fragte in ziemlich hochnäsigem Ton, was uns Deutsche denn hierher führe. Wir antworteten etwas erstaunt, dass wir zum Wander hier seien, genauso wie sie. Da antwortete er in bestem und hochnäsigstem Harvard-Englisch: „No, we are on an expedition!“. Wir warfen einen Blick auf die Daypacks und einige der gut bepfundeten Teilnehmerinnen, die kurz vor dem Kollaps zu stehen schienen und mussten uns das Lachen verkneifen. Kopfschüttelnd verkrümelten wir uns und widmeten uns der nächsten Aufgabe – dem Abstieg. Hier hatten wir zur Auswahl ein senkrecht abfallendes Schneefeld und einen fast senkrecht abfallenden Weg mit Rutscheschotter. Beides sah überhaupt nicht gut aus. Die Sportsmen hielten das Schneefeld für zu gefährlich und nahmen den Weg. Sie hatten sich aber feste Schuhe (also Turnschuhe) angezogen, was uns doch sehr zu denken gab… Die verbleibende Guide auf dem Pass empfahl uns hingegen das Schneefeld, was mir auch sicherer vorkam. Ich nahm allen Mut zusammen und machte mich langsam an den Abstieg. Immer schön seitlich, mit dem vorderen Bein die Tritte suchen und einen Stock als Hilfsmittel. Es ging langsam, aber gut, jedoch war mein Standbein nach kürzester Zeit müde und schlapp, da es mich des Öfteren vor dem Abrutschen hindern musste. Oben gab unterdessen der Bergführer (stilecht mit verspiegelter Sonnenbrille) den Kiddies Anweisungen, wie man das Schneefeld am besten runter kommt. Zu gerne hätten wir uns das Spektakel angeschaut! Ob das wohl alle schaffen würden? Als ich fast unten war, folgten die anderen. Und dann kamen die restlichen kirgisischen Träger. In großen Schritten stiefelten sie ganz einfach vorwärts das Schneefeld runter, wo ich mich gerade so abgemüht hatte. Krass!

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Der langsame Abstieg übers Schneefeld

An das Schneefeld schloss sich noch feines Geröll an, das wir einfach runtersurfen konnten. Sven schien einen Adrenalinkick bekommen zu haben, denn er hüpfte wieder ganz munter weit voraus. Jaja, Undank ist der Welt Lohn.

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Sven lernt Geröllsurfen lieben

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Blick zurück auf den Pass (links); über eins der Schneefelder ganz links kamen wir runter

Am Fuß des Berges machten wir erstmal Mittagspause und kochten uns eine kleine Mahlzeit. Neben uns bauten die Sportsmen die Zelte für die Schulklasse auf und wir winkten uns fröhlich zu. Unterdessen kamen die Reutlinger vorbei, die jedoch erst noch ein Stück gehen wollten. Das kannten wir ja bereits. Frisch gestärkte machten wir uns dann an den weiteren Abstieg. Wir fühlten uns gut, mit Sven ging es jedoch wieder stark bergab. Sein Kopf glühte förmlich und ich goss ihm ein paar Flaschen Wasser über den Hut. Im Ernstfall hätten wir natürlich hier oben zelten können, allerdings sollte morgen ein Ruhetag an heißen Quellen kommen und wir wollten versuchen, sie heute noch zu erreichen. Also schlichen wir mit vielen Pausen langsam weiter. Während wir in den letzten Tagen immer bereits am frühen Nachmittag angekommen waren, liefen wir heute in die sanfte Abendsonne. Der Weg durch die Almwiesen war gut zu laufen, zog sich jedoch ziemlich. Am Ende des Tals kostete uns die Suche nach einer geeigneten Furtstelle noch ziemlich Zeit und einen größeren Umweg, schließlich stiegen wir jedoch in den Schlussabstieg. Wir hatten die ganze Zeit über Sorge, dass Sven uns zusammen brechen würde und ich dopte ihn mit Snickers.

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Da vorne gehts endlich runter

Er hielt aber durch und im letzten Abendlicht gelangten wir endlich ins Haupttal. Die letzten Kilometer zur heißen Quelle schenkten wir uns und suchten uns einen Zeltplatz direkt am Fuß. Sven konnte nicht mehr und rollte sich mit letzter Kraft ins Zelt. Nach 12 Stunden waren wir jedoch alle ziemlich ausgepowert.

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Endlich im Haupttal

codenascher
12.10.2013, 12:05
Heute steht DIE Königsetappe der Tour an. Knapp 1500m hoch und 2000m wieder runter. Wir starten um halb sieben.
Die Reisegruppe der Japaner ist noch fleißig am Werkeln als wir an ihnen und der Blockhütte vorbei laufen. Kathrin und Kati haben sie am Vortag noch besucht und ein wenig über das Porterleben hier in den Bergen erfahren ;-)

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Da hat sich jemand eindeutig Mühe gemacht ;-)

Ich laufe mit Musik auf den Ohren voran hinauf zum Ala-Kol-See. Angeheizt von den musikalischen Helden meiner Jugend nebst ordentlicher Bässe tanze ich regelrecht den Weg hinauf. Oben angekommen rächt sich dies aber urplötzlich… Neben dem Gefühl komplett fix und alle zu sein ereilt mich auch noch Montezumas Rache :/

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Hier bin ich noch quicklebendig hochgeswingt...

Die weiteren zwei Stunden hinauf zum Ala-Kol-Pass sind für mich eine einzige Qual und ich weiß partout nicht wie mir geschieht. Ich tapper hinter Kati und Susanne hinterher… Die Höhe? Die Hitze? Der Dünnsch…??? Nunja, um zwölf stehe ich dann auch endlich auf dem Pass und kann es irgendwie nicht so recht genießen.
Die große Truppe englischer Schüler die wir unterwegs eingeholt haben schließt wieder zu uns auf. Vorbei ist es mit der Stille.

Trotz Powerstretch, Primaloft und Wollmütze friere ich mir den Arsch ab. Ich schlüpfe sogar noch zusätzlich in meine Regenhose, während die coolsten der Engländer noch im Tshirt in der Sonne stehen.
Einer der Engländer wird sofort von Kathrin und mir ins Herz geschlossen… „And what are you guys from germany doing here in Kirgistan?“ “The same like you, holidays?” “No, we are here for an expedition…” im besten hochnäsigsten Ton. Boah, wenn es mir nicht so schlecht gegangen wäre, hätte ich den kleinen Scheißer am liebsten den Pass hinunter geworfen… :bg:

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Letztendlich genieße ich dennoch die Aussicht. In der Ferne kann man einen 7000der sehen!
Herunter geht es über ein breites sehr steiles Schneefeld. Während unsere Sportsmen, die in Wahrheit die Porter der englischen Schüler sind, einfach geradeaus herunter rennen, teilweise noch immer in Latschen wohlgemerkt, machen wir uns rückwärts und sehr langsam den Hang hinunter. Ich nutze die Stöcke wie zwei Eispickel und setze einen Fuß nach den anderen. Kati tut sich hier mit ihren kurzen Beinen besonders schwer.

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in der MItte unter dem Wölkchen steht der Gigant

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Wohin man auch schaut, beeindruckend!!!

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Dieser See muss doch definitiv in dem Buch "1000 things to do before you die" drin stehen

Weitere 100hm geht es über staubige Serpentinen herunter die wir mehr rutschen als laufen. Vermutlich durch das Adrenalin geht es mir bis hier her besser, doch gleich im Anschluss während unserer Pause wird mir wieder bäh. Ich schlafe ein Stündchen eh es weiter geht.
Ich könnte heulen. Muss mich immer wieder im Schatten ausruhen und kämpfe mit Schwindelanfällen. Die Furt auf die andere Flußseite verpassen wir erst einmal wieder und somit müssen wir ein Stück zurück. Hier treffen wir auch mal wieder auf die Reutlinger die aber geich weiter ziehen.

Endlich unten im Tal lege ich mich nur noch auf unser kleines Stück Evazote während Susi sich um alles weitere kümmert. :OT: Du bist einfach ein Engel <B

Sobald das Zelt steht verkrümel ich mich und mache die Augen nur noch einmal ganz kurz auf um drei vier Happen unserer Bolognese zu essen. Zugleich friere ich noch immer elendst… Mit Primaloft im Apachen und nicht einmal Minusgrade… Ich denke das mir die Sonne Heute zusätzlich große Schwierigkeiten bereitet hat. Das Großmaul ist außer Kraft gesetzt!
Ohne Scheiß, ich habe mich noch nie in meinem Leben so dreckig gefühlt auf Tour wie Heute. Die Nacht muss ich dann auch noch ein paar mal raus, Wunderbärchen…

Schmetterling
12.10.2013, 22:08
31.07.2013 Altyn Arashan Tal (Ruhetag)

Distanz: 2,78 km
Anstieg gesamt: 66 m
Abstieg gesamt: 133 m

Min. Höhe: 2514 m
Max. Höhe: 1596 m
Schlafhöhe: 2514 m

Der Grund für Svens Unwohlsein war ganz einfach Durchfall und zwar einer der krasseren Sorte. Die halbe Nacht verbrachte er hinter einem Baum am Hang. Dafür gabs nach ausgiebigem Ausschlafen zum Frühstück die restliche Bolognese von gestern abend (wie immer köstlich!). An einem Nebenfluss entdeckten wir die perfekte Waschstelle und säuberten uns und unsere Kleidung ausgiebig. Während die Kleidung trocknete, machten wir uns es in der Sonne bequem und lasen. Der Platz lag etwas erhöhte und wir hatten eine sehr schöne Aussicht runter ins Tal und die dort weidenden Schaf- und Pferdeherden.

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Nachdem alles in der Sonne getrocknet war, packten wir zusammen und machten uns auf zu den heißen Quellen, auf die wir uns schon die ganze Tour gefreut hatten. Unsere Sportsmen waren schon vor geraumer Zeit winkend vorbei gejoggt und wir hatten Sorge, dass die Schnöseltruppe uns die heißen Quellen blockieren würden. Es war tatsächlich nur eine halbe Stunde bis zum Paradies: ein paar Häuser mit großen eingezäunten Grundstücken, wo man zelten konnte. Am Weg empfingen uns die Reutlinger mit einer Wassermelone und empfahlen uns ihren Zeltplatz, da dieser als einziger einigermaßen eben war. Drüben überlegten Sven und ich uns kurz, ein Zimmer zu nehmen, aber das dies Katis letzter Tag mit uns war, wollten wir uns dann doch nicht abspalten. Kati hatte die ganze Zeit über wirklich stark mit den Blasen zu kämpfen und entschloss sich hier für den Ausstieg, während wir anderen die beiden letzten Tage noch anhängen wollten. Wir würden morgen über den vierten Pass laufen und dann übermorgen im Paralleltal absteigen.

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Aber erstmal bauten wir schnell die Zelte auf, da sich der Platz langsam füllte und auch die Schnösel im Anmarsch waren. Und dann fanden wir heraus, dass es hier tatsächlich Essen gab: Hammelsuppe mit Brot, Tee und Salat. Lecker!!!! Und noch besser: es gab Cola und Fanta. Wir deckten uns ein und verbrachten den Nachmittag in gehabter Manier: sonnen, lesen und quatschen. An so entspannte Wanderurlaube könnte ich mich gewöhnen. Nur für Sven war es weniger entspannt, da er alle paar Minuten aufs Plumpsklo musste. Das war zum Glück relativ annehmbar und es gab sogar Klopapier – allerdings eines der Marke „Hinternpeeling“. Mein Nachmittagsglück wurde nue etwas dadurch getrübt, dass wir inmitten einer in voller Blüte stehenen Wiese zelteten. Zwar hatte ich schon Antiallergikum genommen, aber ein Auge spielte komplett verrückt. Es juckte und tränte wie blöd. Ich verbrachte die meiste Zeit in der Hütte, wo es etwas besser war und wo auch die Sonne nicht hinkam.

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Gegen Abend stellten wir uns der härtesten Herausforderung der Tour – dem heißen Bad. Jeder, der es hinter sich hatte, betonte, dass es sehr heiß sei. Für 500 Som holten wir uns einen Schlüssel und bekamen unser eigenes Kabuff, das direkt am Fluss lag. Drinnen eine Bank und ein kleines Becken mit sehr flachem Wasser, das beunruhigend dampfte. Als ich den großen Zeh hinein gehalten hatte, zog ich ihn sofort erschrocken zurück. Mann, war das heiß, das kochte ja fast! Und da sollten wir rein? Nie im Leben! Wir schauten uns bedröppelt an und setzten uns erstmal auf den Beckenrand. Dann begann das Gewöhnen: Fuß rein, Fuß raus, Fuß rein, Fuß raus. Nach fünf Minuten dehnten wir die Phasen im Wasser sekundenweise aus. Es brannte wie Hölle. Wir aber blieben dran und nach einer halben Stunde schafften wir es tatsächlich, uns ganz ins Wasser zu legen. Man musste nur Hände und Füße draußen behalten, dann war es auszuhalten.

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Autsch!

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Endlich geschafft


Draußen am Fluss war ein Becken abgetrennt, in dem eine französische Familie aus dem Nachbarkabuff Wechselbäder veranstaltete. Wir taten es ihnen gleich und tauchten abwechselnd im Fluss und im heißen Becken unter. Nach dem dritten Mal verabschiedete sich dann der Kreislauf langsam und wir beschlossen, dass es nun Zeit für eine Hammelsuppe und ein Bier war. Porentief rein und ohne jegliches Temperaturgefühl wankten wir zurück und reihten uns in die Schlange der Wartenden ein. Der Zeltplatz war inzwischen voll und es musste in mehreren Schichten gegessen werden. Der ganze Laden wurde von zwei Frauen geworfen (die Männer saßen gemütlich in der Küche und schauten zu), die mit hochrotem Kopf immer neue Suppenteller und Teekannen anschleppten. Die Suppe schmeckte wie auch schon heute Mittag vorzüglich, wenn man auch etwas Glück haben musste, einen Teller mit mehr Fleisch und weniger Knorpeln zu erwischen.

codenascher
15.10.2013, 00:52
Sodele, dann werde ich die eigentlich Tour mal abschließen


31.07.2013 Altyn Arashan Tal (Ruhetag)

Die Nacht war eine einzige Katastrophe. Zum Glück ist heute bis auf ein ganz kurzes Stück bis zu den heißen Quellen von Altyn-Araschan Ruhetag angesagt. Beim zusammenbauen bin ich Susanne wieder behilflich. Ich verdrücke sogar nen Riesenberg unseres Abendbrots zum Frühstück eh es los geht. Des hält aber nicht lang und ich renne schon wieder zu meiner „Stammfichte“ von letzter Nacht.
Die Träger eilen mittlerweile schon an uns vorbei. Nun beeilen wir uns auch lieber ein wenig. Nicht das an den heißen Quellen nachher die besten Plätze vergeben sind.

Um zwölf brechen wir auf und eine halbe Stunde später stehen wir bereits gegenüber der heißen Quellen. Hier im Schatten sitzen die Reutlinger und wir verputzen erst einmal die halbe uns angebotene Wassermelone der zwei ;-) und tauschen uns über die Erlebnisse der letzten zwei Tage aus.

Über eine Brücke geht es auf die andere Uferseite zum „Hotel“. Hier bauen wir unsere Zelte auf und setzen uns erst einmal an den Mittagstisch. Zum Mittag wie auch zum Abendbrot gibt es Suppe mit Kartoffeln und einem (!) Stück Fleisch, Tomate-Gurkensalat und Brot.
Danach flanken wir uns zu unseren Zelten in die Sonne und genießen das Leben – Nur immer wieder kurz unterbrochen von Plumpsklo Besuchen.... Verdammt. Später gönnen wir uns noch einen Besuch der heißen Quellen. Angeblich soll das Wasser hier 41°C haben. Das glaubt aber keiner hier so recht. Nach gut 10 Minuten sitze ich als erster für 10 Sekunden komplett im Arschheißen Wasser. Bis auch die letzte meiner Mitwanderer so weit ist vergeht noch einmal die selbe Zeit. Man hält es kaum langer als ne Minute aus. Danach dann schnell in den kalten Fluss. Woohoo, herrlich für die Durchblutung.

Auf dem Mittag werden wir noch Zeuge wie der Hammel für unser Abendbrot gefangen wird. Die Schlachtung sehen wir allerdings nicht.

Zusätzlich zum bereits beschriebenen Abendbrot gibts noch für jeden nen Liter Bier. Unseres bekommen wir allerdings auf dem Nachbargrundstück, da unsere Gastgeber aus allen Nähten platzen und anscheinend die Kühlschränke leer sind… Nebenbei müssen wir noch eine gute halbe Stunde warten, bis endlich ein paar Plätzchen für uns frei sind.
Wir sitzen wieder mit Reutlingen an einem Tisch und lassen noch einmal die letzten Tage Revue passieren.

Vor dem Abendbrot klärt sich dann auch endlich woher unsere englische „Expedition“ her kommt. Die gemischte Schülergruppe setzt sich durch das Projekt „world-challenge.co.uk“ zusammen.
Hierbei meldet man sich für eine „Expedition“ an. Ist komplett in die weitere Planung bis hin zur Durchführung involviert und das ganze dann auch noch auf eigene Kosten. Der ungefähre Rahmen wird von den Schülern gesteckt, der Rest ergibt sich eben während der Planung sowie auf Tour! Coole Sache muss ich sagen.



01.08.2013 Abschied tut Weh...
Abstiegsvariante C Altyn Arashan

Distanz: 17,29 km
Anstieg gesamt: 508 m
Abstieg gesamt: 1153 m

Min. Höhe: 1868 m
Max. Höhe: 2561 m


Wir stehen früh auf, schließlich ist heute noch einmal Passtag! Nach dem vermeintlich letzten gemeinsamen Frühstück auf Tour, Kati wird an dieser Stelle wie besprochen absteigen, brechen Susanne, Kathrin und ich auf. Der Abschied ist allerdings nur von kurzer Dauer...
Ich hatte die Nacht sehr viel Zeit zu überlegen ob und wie die letzten zwei Tage der Tour statt finden sollen. Ich sprach mich bereits die letzten zwei Tage gegen ein Tourende aus. Pah, doch nicht wegen ein bissl Sprühwurst. Nur wie gesagt hatte ich viel Zeit zum Nachdenken, hab ich nämlich nicht wirklich ein Auge zu bekommen die Nacht. Fettige Suppe und kaltes Bier sind der Genesung nicht Förderlich :oldman: Wir laufen dennoch erst einmal los.

Nach gerade einmal 100m des Weges ereilt mich mal wieder ein Krampf im Bauch. Ich fühle mich soooo Scheiße. Ich bleibe stehen. Blicke mich um. Links, rechts, zurück, voraus. Tränen in meinen Augen. Ich würde den Pass sicherlich irgendwie schaffen. Spaß werde ich dabei sicherlich nicht haben (und die anderen beiden auch nicht, bin ja schließlich ne Jammerbacke) Nachdem Susi mich in den Arm nimmt und mir verspricht irgendwann noch einmal her zu kommen und den vierten Pass zu wiederholen drehen wir wieder um. Trauer, Wut, Unverständnis, in mir brodelt es gerade gewaltig....
Reutlingen geht es ebenfalls beschissen. Blasenentzündung und Durchfall, Sie ziehen dennoch durch... Wir dagegen gesellen uns zu Kati und warten noch eine Stunde eh die Japanische Reisegesellschaft sich auf den Weg macht und wir ihnen folgen.

Der laut Reiseführer drei Stunden dauernde Weg zieht sich einmal mehr um zwei weitere Stunden. Am Anfang noch durch das malerisch schöne Ak-Suu-Tal führend verliert der Weg mit jedem Meter den wir absteigen an Schönheit und es wird immer heißer... Mir setzt die Wärme wie erwartet wieder zu. Bäääh, ick will nach Schottland mit Regen :bg:

Unterwegs treffen wir auch ein paar Angestellte von der GIZ, sie lassen ihren Toyota „Geländewagen“ stehen, da er dem Weg hier nicht gewachsen ist. :bg:

Gegen Ende des Weges und zugleich dem Eingang zum Nationalpark pausieren wir unter einem tollen Shelter und trinken Tee von der japanischen Reisegesellschaft.

Auf einer endlos erscheinenden Schotterpiste laufen wir nach Ak-Suu ein und hoffen auf das baldige erscheinen der Maschrutka 350. Ein Taxi ist aber schneller und fährt uns für läppische 150 Som bis vor das Hotel!!! Hier beziehen Kati und Kathrin ihr Zimmer vom letzten mal und auch Susi und ich kommen im Keller unter. Unser Zimmer ist ein Reinfall, eigentlich ein Einzelzimmer in das noch ein Bett gestellt wurde. Morgen nach Beschwerde ziehen wir in ein schöneres. (Leider war kein anderes frei, da wir einen Tag vor Reservierung zurück gekommen sind)
Unser Abendbrot nehmen wir wieder im Cafe Kensch ein. Die Bedienung ist nicht weniger überfordert als vor der Tour und dennoch reservieren wir für den morgigen Tag einen Tisch für unser Abschiedsessen.

virtanen
15.10.2013, 17:22
Vielen Dank für Euren schönen Reisebericht! Tolle Landschaftsaufnahmen und auch die Bilder aus der Stadt und von den Leuten sind gut gelungen.
Grüße, Florian

Schmetterling
15.10.2013, 18:10
01.08.2013 Abstiegsvariante C Altyn Arashan

In altbekannter Manier standen wir wieder mitten in der Nacht auf, um den letzten Pass in Angriff zu nehmen. Auch die arme Kati musste mit aufstehen, da Kathrin das Zelt brauchte. Kati hatte gestern den ganzen Nachmittag über versucht, Sven zum Abbruch zu überreden. Er wollte den Pass jedoch wenigstens versuchen. Umkehren konnten wir immer noch.
Diese Umkehr erfolgte jedoch schon nach 200 m, als er neue Magenkrämpfe bekam. Er rang mit sich und es fiel im sehr schwer, den Abbruch der Tour anzusagen. Aber wenigstens einmal wollte er eine vernünftige Entscheidung treffen, zumal heute mit 1000 Höhenmeter hoch wieder eine heftigere Etappe kommen würde. Außerdem sollte das Wetter schlechter werden. Bisher hatten wir eine fantastische Tour gehabt und das muss man sich dann nicht mit zwei Quäletappen versauen. Ich war natürlich ein wenig enttäuscht, da das Tourende doch etwas plötzlich kam. Ich wollte nochmal ausgiebig die letzten beiden Tage hier oben genießen. Aber das legte sich schnell, als ich daran dachte, dass wir ja dann heute bereits wieder eine heiße Dusche haben würden und zusätzlich morgen einen extra Tag, bevor wir nach zwei Tage lang nach Arslanbob fahren würden.
So gaben wir uns also geschlagen und gesellten uns zu Kati zurück, die mit dem japanischen Pärchen nach unten laufen wollte. Auch bei den Reutlingern herrschten leichte Tendenzen zum Abbruch. Durchfall auf der einen Seite, Blasenentzündung auf der anderen. Aus der Entfernung beobachteten wir den Wortwechsel und schlossen Wetten ab, ob wir beim Abstieg Gesellshcaft bekommen würden. Bonny gewann und die Tour wurde zu Ende gelaufen. Wir verabredeten uns für den nächsten Tag ins Cafe Kenji und brachen dann auf. Langsam stiegen wir auf einer breiten Fahrstraße durch ein sehr idyllisches Tal ab. Mit Erreichen der Baumgrenze gaben die Tienshan-Fichten dem Ganzen wieder ein schweizerisches Ambiente. Uns überholte die Schnöseltruppe mitsamt ihren Sportsmen-Guides in großen Monster-Jeeps. Wir waren allerdings froh, dass wir zu Fuß der Tour noch einen schönen Ausgang geben konnten.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Kirgistan-1520.jpg
Der Blick zurück

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Hier wird Holz verladen

Andererseits nerven solche letzten Etappen aber auch, da sie nur noch der Erledigung des Pflichtprogramms glichen. Je weiter wir nach unten kamen, desto heißer wurde es und desto weniger Lust hatten wir. Wenn jetzt ein Auto kommen würde… Ein solches kam aber nur von unten in Form eines GIZ-Jeeps, der hier gestrandet war. Seine Insassen (zwei Deutsche, ein Kirgise) sahen ein, dass es zu wenig geländegängig war und fragten uns wie weit es zu den heißen Quellen sei. Puh, war ich froh, dass ich bei der Hitze nicht die ganze Steigung nach oben laufen musste… Kurze Zeit später kamen uns ein paar junge Mädels mit einem Guide entgegen. Die eine hatte ihr Oberteil über die Hüfte nach unten gezogen und lief nur im Sport-BH. Mir stockte der Atem vor so viel Unverschämtheit! :motz: Wir waren in einem muslimischen Land. Zwar nahmen die Leute das hier nicht allzu ernst, aber wenn man mit Einheimischen unterwegs ist, kann man doch ein Minimum an Respekt zeigen. Ob sie sich das zu Hause wohl auch traut?
Wir hatten die Höhe nun hinter uns und tauchten ein in die erbarmungslose Hitze. Es waren sicher an die 30 Grad und wir latschten auf einer staubigen Piste einem Ort entgegen, der einfach nicht näher kam. Die GIZler hatten was von 2 km gesagt, die waren aber schon längst vorbei. Das japanische Pärchen mitsamt Truppe machte Rast an einem schattigen Plätzchen und bot uns eine kleine und hochwillkommene Erfrischung an. Ich fragte den Japaner nach seiner Erfahrung mit dem heißen Bad, da er diese Temperaturen von den japanischen Onzens gewöhnt sein dürften. Seiner Meinung nach lagen die Quellen hier oben im „mittleren Bereich“ und es sei „angenehm warm“ gewesen. :o
Nach einem Abschlussfoto nahmen wir die letzten Meter in Angriff. Zwar kamen endlich Häuser in Sicht, aber der Weg zog sich und zog. Der weiße Staub reflektierte die Hitze und wir schwankten schon fast. Wir bemühten uns bei Laune zu halten, aber es war einfach nur ätzend! Endlich, endlich stießen wir auf die Hauptstraße. Noch ein Kilometer bis zur Kreuzung wo die Busse abfahren. Da hatte der Berggeist endlich ein Einsehen und schickte uns ein Tax, das uns in Windeseile und für einen Spotpreis die 10 km bis vors Hotel fuhr.
Den Rest des abends kann man sich wohl denken: ausgiebigste Körperpflege, gekrönt von einem fürstlichen Mahl beim Cafe Kenji. Ich nahm den Wäscheservice in Anspruch und stellte den Damen einen Sack mitsamt meiner schmutzigen Wäsche hin.

berniehh
16.10.2013, 08:56
Vielen Dank für den Bericht und die inspirierenden Fotos. Kirgistan steht nun mit ziemlich weit oben auf meiner Wunschreiseliste;-)

lg

Schmetterling
17.10.2013, 20:31
Danke zurück für das Lob - und das aus deinem Mund!

Abschluss und Arslanbob
Den freien Tag nutzten wir zum ausgiebigen ausruhen, Säubern der Ausrüstung und Kaufen von Souvenirs. Sven und ich konnten uns gerade noch zurück halten, nicht noch einen zweiten Teppich anzuschaffen :ignore: Beim Frühstückstisch trafen wir Snuffy und Oli, die gerade vom Merzbacher See zurück gekommen waren. Die Schilderungen ihrer Reise bestätigten uns darin, dass wir eine nette Welness-Tour hatten. Nachdem wir uns fürs Abendessen verabredet hatten, stürzte ich mich ins Stadtleben. Karakol ist weder besonders groß noch besonders sehenswert, aber durch die breiten Straßen und das viele Grün sehr entspannt. Leider musste ich den Tag größtenteils alleine liegen, da Sven das Bett hütete. Der gute Junge musste ja zum Frühstück unbedingt literweise Saft, eimerweise Obst und fettige gebratene Wurst essen - genau das, was ein kaputter Magen braucht... :roll:

Am Nachmittag nutzten wir die Zeit, unsere Fahrt nach Arslanbob zu organisieren. Hier kam das CBT ins Spiel, über das ich einige Worte verlieren möchte. Der "Community Based Tourism" wurde von einer schweizer Entwicklungshilfeorganisation ins Leben gerufen, ist jetzt aber ausschließlich in kirgisischer Hand. Es ist ein Netzwerk an Büros, das über das ganze Land verteilt ist. Die Büros organisieren Übernachtungen bei einheimischen Familien, wo auch Frühstück und Abendessen angeboten werden. Man schläft also direkt bei den Einheimischen und teilt deren mehr oder weniger spartanische Ausstattung. Die Büros organisieren auch die Transfers zum nächsten Dorf und bieten Reit-, Wander- und Radtouren. Man kann sich auch individuelle Touren mit Guides, Trägern Köchen, Pferden usw. zusammen stellen. Es gibt feste Preislisten für das ganze Land, Trinkgeld ist nicht erwünscht.
Diese Einrichtung macht das Reisen in Kirgistan extrem komfortabel. So wurde für uns die zweitägige Reise nach Arslanbob komplett organisiert: wir bekamen einen Fahrer mit Minibus, in der Mitte wurde ein Schlafplatz und Essen reserviert. Die Übernachtung für den Fahrer haben wir mitbezahlt. Die Fahrt dauerte 8 und 10 Stunden und kostete uns 300 Euro für Fahrer und Auto. Übernachtung waren ca. 6 Euro (incl. Frühstück), Abendessen 4 Euro. In Arslanbob haben Sven und ich einen ganztägigen Reitausflug gemacht und mit Pferden, berittenem Guide, Koch und Mittagessen (lecker Schaschlik) haben wir ca. 30 Euro pro Person gezahlt.
Die Erlöse gehen zu 80 % an die Familien, der Rest ans Netzwerk. Bei den Guides, Pferden etc. wird darauf geachtet, dass möglichst viele aus den Dörfern eingebunden werden. Außerdem wird in den Wintermonaten auch Umweltbildung an den Schulen betrieben.

So, nun aber genug der Werbung.
Für mich kam nach der schönen Tour dann das zweite Highlight - der Besuch in Arslanbob, wo ich vier Monate gelebt hatte. Es hat sich einiges verändert, einige Leute habe ich wieder getroffen, andere nicht, aber alles in allem hat es sich gelohnt. Kati und ich spazierten einen Tag durch die Walnuss-Wildobst-Wälder und auf den langen Autofahrten konnten wir einen super Eindruck vom Rest des Landes bekommen. Wir schafften es auch noch, den Sary Chelek-See als weiteres Highlight mit einzubauen.

Ach auf diesem Teil der Reise bestätigte sich wieder der positive Eindruck: ein Land mit irrer Landschaft und absolut netten und freundlichen Menschen. Hilfsbereitschaft und Lächeln wohin man schaut. Ich werde definitiv wieder kommen!

Zum Abschluss noch ein paar Eindrücke der letzten Tage:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/JPEGS1.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=87573&title=jpegs1&cat=500)
Leben und Essen im CBT

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/JPEGS11.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=87574&title=jpegs11&cat=500)
Auf der Fahrt

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/JPEGS12.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=87575&title=jpegs12&cat=500)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/JPEGS13.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=87576&title=jpegs13&cat=500)
Die Walnuss-Wildobst-Wälder

willo
17.10.2013, 22:05
Super Reise und ein toller Bericht - schade, dass ich nicht dabei sein konnte!

codenascher
23.10.2013, 09:42
@Berni
Solltest du eine Reise nach Kirgistan planen gib mir ruhig bescheid. Ich hätte starkes Interesse mit zu kommen ;-)

@Heiko
Schade das du nicht mit dabei warst. Zum Glück kanntest du die Ecke ja bereits und es klappt wieder bei einer anderen gemeinsamen Tour

Fazit:

Mein Fazit zu unserer Kirgistan Reise fällt diesmal erstaunlich kurz aus. Nicht weil es wenig zu schreiben gäbe, viel mehr, weil ich noch immer spachlos und staunend an dieses suuuupertolle Land und unsere Erlebnisse zurück denke!!!

Weiter oben steht schon geschrieben, wie begeistert ich von der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Kirgisen war. (Bis auf den einen Taxifahrer zum Start der Reise…) Die Landschaft, Ausblicke in den Höhen, traumhafte Weiden weiter unten, die Farben, die Ruhe, all das hat mir schon schwer imponiert und diese Tour stellt bisher alles erlebte von mir in den Schatten

Ich hoffe (und werde) eines Tages das Land erneut zu bereisen

Unsere Reisegesellschaft hat wieder toll harmoniert und wir hatten sehr viel Spaß zusammen. Auch diesmal sage ich: Gerne wieder

berniehh
23.10.2013, 10:35
@Berni
Solltest du eine Reise nach Kirgistan planen gib mir ruhig bescheid. Ich hätte starkes Interesse mit zu kommen ;-)

das mache ich auf jeden Fall;-)
Kirgistan ist für mich auch nur eines von mehreren Zielen die auf meiner Liste ganz weit oben stehen.
.....momentan muss ich erstmal Geld verdienen, bin ja gerade erst von einer langen Reise zurück. Für nächsten Sommer werde ich aber sicher irgendwas planen;-)

nicki1005
28.10.2013, 18:02
31.07.2013 Altyn Arashan Tal (Ruhetag)


Gegen Abend stellten wir uns der härtesten Herausforderung der Tour – dem heißen Bad.

:grins: Super!!!
Danke für den tollen Bericht! 5sterne Endlich habe ich ihn komplett gelesen. Die Fotos sind traumhaft schön! Habt ihr auch noch welche von eurem Reitausflug?

Schade, dass es dir so schlecht gegangen ist, Sven :( Irgendwo hast du geschrieben, dass du dich nach Schottland wünscht, da musste ich schon sehr schmunzeln :) Kann man sich einfach nicht vorstellen, wenn man eure Bilder so sieht.

Habt ihr auch einen kompletten Verlauf der Route irgendwie aufgezeichnet? Ich denke mal, dass vor dem nächsten Sommer sicher noch die eine oder andere Frage diesbezüglich von mir kommen wird ;-)

Liebe Grüße, Nicki

codenascher
28.10.2013, 20:21
Und ich hab mich schön gefragt, wann du einen Kommentar schreibst ;-)
Es war eine absolut geile Tour!!! Kann ich jedem nur empfehlen.

Fotos vom Reitausflug kommen auch noch, Morgen stell ich aber erstma noch nen kleinen Reisebericht aus CZ ein.
Kati hat die Tour mit ihrem GPS mit getrackt. Wird Sie bestimmt noch zur Verfügung stellen

Sven

Kati79
28.10.2013, 20:54
Ich kann den Track anbieten, den wir gelaufen sind. Der ist nicht bereinigt, d.h. jeder Busch ist mit drin und auch die Lagerplatzsuche oder die zwei Stellen, an denen wir zu weit sind und wieder ein Stück zurück mussten. Zip geht hier nicht hochzuladen, vielleicht einfach eine PM an mich schreiben und ich Mail den dann zu.

Kati79
28.10.2013, 20:57
Einzelne GPX-tracks gehen. Hier sind alle nach Datum.

8974
8982
8981
8980
8979
8978
8977
8976
8975
8983

nicki1005
08.01.2014, 15:13
Sven, wann kommen denn die Fotos vom Reitausflug??? Ich bin schon (bzw. immer noch) neugierig :D
Und danke Kati, für die Tracks!

Alles Liebe, Nicki

codenascher
08.01.2014, 16:52
Asche auf mein Haupt... ;-)

Bin gerade gestern beim durchklicken meiner Reiseberichte über meine Ankündigung der Fotos gestolpert .

Reich ich bis zum WE nach :D

chri1
06.02.2014, 21:29
Hallo

ein netter Bericht zu Kirgistan. Bei Karakol war ich mal 2004, da war es noch bedeutend untouristischer als 2009, als ich mit dem Rad durchgekommen bin. Wir sind damals auch das Tal von Karakol hintergelaufen und haben einen Berg bestiegen.
Apropos Bilder vom Reittrekking, bis das von dir angekündigte WE vorüber ist, kann man auch hier (http://bike-asia.blogspot.ch/2013/07/noch-ein-kirgisisches-finale.html) Bilder von unserem letztjährigen 2tägigen Pferdetrekking anschauen. Das war vom Pamir-Alai-Tal aus, also ganz im Süden von Kirgistan. Wir hatten mangels touristischer Infrastruktur dort allerdings anfangs Probleme überhaupt ein Pferd aufzutreiben (auf die andere Talseite wäre das natürlich viel einfacher gewesen, da geht es zum Lenin-Basecamp).

Grüsse von

Christian

,der sicher auch mal wieder in den Tien Shan fährt

codenascher
16.03.2014, 13:41
Unser Pferdetrek

Bereits um kurz vor sieben steht unser Guide Latschin mit unseren zwei Gäulen vor unserer Unterkunft. Auf dem Weg aus dem Dorf hinaus schließt sich uns noch unser Koch an, zu Fuß! Er hält aber die nächsten 800 Höhenmeter gut mit uns mit. Auf seinem Kopf hat er eine Mütze mit der Aufschrift „I'm the dude“ auf, voll geil :bg:
Bereits um acht ist es wieder so heiß, dass man sich eigentlich nicht bewegen will. Zum Glück müssen wir auf dem Pferderücken kaum etwas machen. Mein Gaul folgt Latschin ohne murren. Anders der sture Gaul von Susi... Der macht alles außer geradeaus laufen.

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/kirgistan_67.jpg
heraus aus dem Dorf gehts durch diese tolle Allee

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/kirgistan_69.jpg
Latschin auf seiner Stute

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/kirgistan_68.jpg
und Susi auf ihrem Gaul

Wir passieren eine polnische Reisegruppe und drei deutsche. Die beiden Gruppen packen gerade jeweils ihr Lager zusammen. Oh ja, da bin ich echt neidisch... Wie herrlich es sein muss hier über dem Dorf die Nacht im freien zu verbringen :bg:

Wir hoppeln weiter. Unser Koch bleibt hier und erwartet uns in ein paar Stunden zurück.

Der Aufstieg wird immer steiler und für die Pferde sicherlich nicht einfacher. Ein wenig mulmig ist mir schon auf meinem Pferderücken. Wenn das Vieh hier abrutscht bin ich mit dran, geht es mir durch den Kopf.
Gut hundert Meter unterhalb des holy stones lassen wir Latschin und die Pferde zurück und laufen das letzte Stück. Hier würden die Pferde nicht mehr weiter kommen. Ohne Trekkingstöcke ist es echt ein ganz schöner Akt, da der Untergrund sehr lose ist.

Am holy stone angekommen genießen wir die Aussicht, und das obwohl sich uns kein gigantisches Alpenpanorama bietet. Immerhin befinden wir uns schon wieder über 3000.

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/kirgistan_70.jpg
Leider ist es recht diesig...

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/kirgistan_71.jpg


Warum der holy stone überhaupt „holy stone“ heißt? Steht im Reise Know-How. Reiche ich an dieser Stelle nach, wenn wir mal wieder Kati sehen ;-)

Zurück geht es auf dem gleichen Weg. Hier wird mir nun noch mulmiger, da hoch zu Ross runter alles noch steiler aussieht. Unser Koch hat derweil unser Pausenplätzchen hergerichtet. Im Schatten eines Baumes liegt eine Pferdedecke. Darauf stehen bereits Teller mit Salat und weitere mit aufgeschnittener Melone und obligatorisch Tee. Als Hauptgang gibt es sehr zu meiner Zufriedenheit endlich wieder Schaschlik – und soooo gut gewürzt wie bisher nirgends! Der Nachtisch besteht aus kleinen Naschereien. Eh es wieder in den Sattel geht dösen wir noch ein Stündchen.

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/kirgistan_73.jpg

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/kirgistan_72.jpg

Zurück im Sattel durchzuckt ein Schmerz meinen Körper. Mein Hintern fühlt sich an wie von meinem Brooks eh er eingeritten war... Der Rückweg wird zur Qual... Als wir die Dorfgrenze von Arslanbob überschreiten steige ich ab und laufe den Rest der Strecke. Den Koch freuts, muss er nicht mehr laufen ;-)

Aber trotz der Schmerzen zum Ende war der Tag suuuperduuuuper schön. Vielleicht bietet sich uns in unserem Winterurlaub nächstes Jahr die Gelegenheit ein paar Tage im Sattel zu sitzen.

nicki1005
06.04.2014, 11:10
Ach schön :D Ich will auch wieder auf den Pferderücken!
Wo gehts denn im Winter nächstes Jahr hin, wo ihr auch reiten werdet???

marphin
29.07.2015, 11:58
hallo

danke für den bericht - angefixt und flüge gebucht! im gut 2 wochen gehts dann los.
daher auch danke für die GPX-daten - hoffe, die werden im falle von wegzweifeln helfen. aber als backup hätten wir gerne auch wanderkarten dabei. braucht man die beiden AV-karten AV 0/14 und AV 0/15 oder reicht da eine? Die Darstellung der Kartenausschnitte macht es m.M.n. leider nicht wirklich deutlich ...

codenascher
08.09.2015, 12:01
Selbst wenn Marphin sicherlich schon unterwegs sein sollte. Die beiden AV Karten AV 0/15 und 0/15 sind nicht für das Zielgebiet geeignet. Diese sind zu weit östlich der Traverse...

In Karakol gibt es unter anderem im Hotel Amir oder auch im Zentrum in einer Buchhandlung die passende Karte. Wenn man allerdings die Beschreibung aus dem Stein Verlag sein Eigen nennt, ist eine Karte eigentlich nicht wirklich nötig.

marphin
23.09.2015, 14:47
hallo hallo

in der Tat, die DAVs sind dann doch weiter östlich. ideal ist m.M.n. die Karte von UT-Verlag aus Norwegen - die deckt die Route perfekt ab. Allerdings: Ohne Karte und mit Wanderführer 0,0 Probleme. Wir hatten die UT-Karte noch als backup und sie wurde nie ausgepackt :-)

und: schön wars!

willo
23.09.2015, 15:13
Und, kommt ein Bericht?

marphin
24.09.2015, 21:12
erstmal ankommen und vor allem die speicherkarte wiederbekommen, die reist gerade durch kreta mit ner freundin :-)