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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gaskocher im Winter



Philvx
20.02.2005, 12:43
Hallo,

im März plane ich eine Tour im schwedischen Fjäll. Ich wollte eigentlich meinen Trangiakocher mit dem Primus-Gaseinsatz (http://www.globetrotter.de/de/shop/detail.php?mod_nr=so_01014&GTID=249fcfe964506c00ebaada68ace2e477) verwenden, mit dem ich im Sommer bisher nur gute Erfahrungen gemacht habe. Zu Testzwecken habe ich eine halbvolle Primus-Gaskartusche (http://www.primus.se/IMG/products/220793.gif)(60% Butan / 25% Propan / 15% Isobutan) die letzte Nacht in der Tiefkühltruhe (ca. -23"!) liegen gehabt. Leider musste ich heute morgen feststellen, dass das Gas nur noch sehr zögerlich aus der Kartusche kam und der Kocher einen Liter Wasser auch nach fast 30 Minuten nicht zum Kochen brachte!

Solchen Temperaturen sollten wir auf der Tour aber wohl besser einplanen und ich glaube kaum, dass wir dann auf einen heissen Tee verzichten wollen. ;-) Ich habe auch bereits andere Threads hier gelesen, in denen es unter anderem um die Gaszusammensetzung der Gaskartuschen geht, z.B. diesen (http://forum.outdoorseiten.net/viewtopic.php?t=2768).

Daher meine Fragen:
1. Hat jemand konkrete Erfahrung mit ähnlichen Gaskochern bei tiefen Temperaturen und kann sagen bis zu welchen Temperaturen sie einsatzfähig sind?
2. Wäre es denkbar die Kartusch vorm Kochen z.B. im Schlafsack anzuwärmen oder kühlt sie beim Kochen zu schnell wieder ab?
3. Würde es reichen bessere Gaskartuschen zu kaufen oder sollte ich lieber wieder den Spirituseinsatz verwenden?

Vielen Dank,
Philipp

Schoolmann
20.02.2005, 12:55
Ich habe diesen Winter auch mal meinen Primus Gaseinsatz in Finnland zu Testzwecken benutzt. Zudem auch eine Markill Peak Ignition Gaslaterne. Bei Minus 18-20 C ist die Leistung definitiv zu gering ohne angewärmte KArtusche (Primus). Also entweder die KArtuschen mit in den Schlafsack (was nicht so schlimm wäre), die Gaskartuschen vorher vorsichtig mit Wärmepads erwärmen und nahe am Körper tragen (umständlich) oder einen Benzinkocher (XGK-2 , Optimus Nova oder Omnifuel etc) verwenden. Die MArkill LAterne hat ihren Einsatz nicht überlebt und funktioniert immer noch nicht wieder (ist wohl verstopft).

MSR Gas soll noch eine bessere Mischung haben!

Ich steige im Winter wohl auf den Optimus Nova um (zumindest bei einer richtigen Tour).

Gruß Stefan

Hawe
21.02.2005, 12:16
Hej Philipp
ein gaskocher im skandinavischen Winter geht zwar, aber nur mit erheblichen Vorkehrungen, wie z.B. Kartuschenwärmen etc. siehe auch stefan.
Wenn Du den Trangia sowieso mitnimmst: weshalb nimmst Du nicht nur den ? Es verstopft nichts, es geht nichts kaputt, mit deutlich weniger Vorkehrungen als bei Gas funktioniert der auch im Winter...!
Du brauchst eigentlich nur morgens den gefüllten Brenner in Tüte in die Hosentasche zu stecken, schon funktioniert er tags oder abdens bei Bedarf wie im Sommer.
Von Nachteil gegenüber Benzin oder Petroleum nur bei grossen Gruppengrössen, oder wenig Zeit.

Hawe, seit Jahrzehnten nur mit Trangia im Winter unterwegs

Philvx
02.03.2005, 13:08
Danke für die Infos. Ich werde also wie schon fast befürchtet wieder Spiritus mitschleppen müssen.

@Hawe: Wieso den Brenner in der Hosentasche tragen? Ich nehme an, weil sich der Spiritus nur|besser bei höheren Temperaturen entzünden lässt, richtig? Was passiert dann, wenn ich den Brenner beim Kochen neu befüllen muss, aus der "kalten Flasche"? Reicht dann die Restwärme des Brenner aus, um den Spiritus auf eine geeignete Temperatur zu erwärmen? Oder wäre es sinnvoll den Brenner neu zu betanken, wenn er noch nicht völlig leer (natürlich gelöscht!) ist? Wie machst Du das oder sehe ich schon wieder Probleme wo gar keine sind ;-)?

Viele Grüße,
Philipp

underwater
02.03.2005, 13:17
Hej Philipp
Von Nachteil gegenüber Benzin oder Petroleum nur bei grossen Gruppengrössen, oder wenig Zeit.


Nuja, das ist nicht richtig! Verlust der Wärme geht über die Zeit, d.h. ein Leistungsstärkerer Brenner hat nicht nur den Vorteil der Zeitersparnis, sondern auch der Effizienz, da für den Wärmeverlust ebenfalls eine geringere Zeit zur Verfügung stheht: Ergo brauche ich weniger Treibstoff mitzuschleppen...

Mir wurde von Trangia besitzern berichtet (Winter), daß ein Liter Schnee schmelzen bis zum kochen 45-60min gedauert hat: Da verbläst du ne ganze Menge Treibstoff sinnlos um quasi dein Wasser auf der aktuellen Temp. zu halten -> mein Rat: nimm nen Benziner (oder Petroleum)!

Gruß Klaus

www.gecko-climbing.de

DerChemiker
02.03.2005, 15:39
@ Philvx


hab den Thread gerade mal so überflogen....


Hast du es mit Flüssiggaseinspeisung probiert? (Kartusche einfach auf den kopf stellen, funktioniert da der Primus dieses Heizrohr hat...)

Hawe
02.03.2005, 15:46
Mir wurde von Trangia besitzern berichtet (Winter), daß ein Liter Schnee schmelzen bis zum kochen 45-60min gedauert hat: Da verbläst du ne ganze Menge Treibstoff sinnlos um quasi dein Wasser auf der aktuellen Temp. zu haltenWas haben die denn getrieben ? Ich habe noch nie länger als 30 minuten gebraucht, um 1 l Wasser aus Schnee zu gewinnen und zum Kochen zu bekommen. Ist gar nicht mal so trickreich....
Ich verbrauche bei Touren, bei denen ich Schnee schmelzen muss, ca. 2 l /Woche für 2 Leute. Ist nicht so viel mehr als die Benziner mitnehmen.
Vom ökologischen her: bei mir gibt es als Brenn-Abfall Wasser und CO2 aus dem Alkohol, bei Benzinern gibt es je nach Beimischung mehr Sauerei...
Hawe

lupold
02.03.2005, 16:03
die herren boyle, mariotte und gay lussac haben sich zum sogn. idealen gas gute gedanken gemacht.
absoluter druck * spezifisches volumen = spezifische gaskonstante * absolute temperatur.
konkret, das was an innerer energie dem gas über nacht abhanden gekommen ist fehlt morgens an druck.
in großen höhen ist das nicht so schlimm, da dort ein geringerer gegendruck herrscht.
im flachland fehlt er und das gas will nicht raus.

Hannes1983
02.03.2005, 16:10
Hi Phil!!!

Also ehrlich gesagt würde ích eine andere Art von Brenner mit ins noch sehr kalte Fjäll mitnehmen. Ich war im Februar für eine Woche im Süden von Schweden und hatten auch den genannten Gaskocher für Trangia dabei. Ich hab zwar bei den paar Minusgrade den Brenner immer wieder an bekommen, jedoch nur mit kleiner Flamme. Desweiteren musste ich die Kartusche immer vorher aufwärmen. Fand ich sehr umständlich. Für meine nächste Wintertour werd ich mir wohl nen geeigneteren Brenner zulegen.

Machs gut Hannes

PS: Auf dem südlichen Kungsleden hatte es heute Nacht über -20 Grad :D

underwater
02.03.2005, 16:30
Ich verbrauche bei Touren, bei denen ich Schnee schmelzen muss, ca. 2 l /Woche für 2 Leute. Ist nicht so viel mehr als die Benziner mitnehmen.
Vom ökologischen her: bei mir gibt es als Brenn-Abfall Wasser und CO2 aus dem Alkohol, bei Benzinern gibt es je nach Beimischung mehr Sauerei...
Hawe

Nuja, ne Ökobilanz vom Spiritus möchte ich lieber nicht aufmachen - die würde nämlich sehr zu deinen Ungunsten werden: Wo kommt er denn nämlich her und wie wird der WEIZEN dafür angebaut??? - Auch mit Diesel - also wird nix!

Ein Sauber brennender Benziner rußt auch nicht und unverbrannte Kohlenwasserstoffe (OK, anderer Art) hast Du ebenfalls bei Spiritus.
Bring nicht die Politiker auch noch auf die Idee, nen Kat für den Kocher einzuführen... :bg:

Philvx
03.03.2005, 10:16
@DerChemiker:
Ich habe gerade meinen Versuch von neulich wiederholt, Kartusche über nacht in die Tiefkühltruhe (diesmal leider nur -19°C), dann heute morgen draussen bei ca. -3° bis -5° C folgendermaßen ausprobiert:
http://img140.exs.cx:81/img140/1039/trangia5gw.jpg (http://www.imageshack.us)
Auf diese Weise lief der Brenner problemlos, auch wenn das Anzünden ein paar Sekunden mehr als sonst in Anspruch nahm ;-). Aber es hat schon etwas über 20min gebraucht, bis er das Wasser(etwas mehr als 1 Liter, der ursprünglich Schnee war!) zum Kochen gebracht hat.

Irgendwo hatte ich auch schonmal gelesen, dass das Gas in dem Heizrohr durch den Brenner geleitet wird, damit der auch bei niedrigen Temperaturen vernünftig funtioniert. Allerdings kam das Gas beim ersten Test ja gar nicht erst aus der Kartusche raus.

Meine Bedenken Hinsichtlich des Gaseinsatzes sind damit allerdings noch nicht ganz vom Tisch, ich denke ich werde sicherheitshalber den Spiritusbrenner zusätzlich mitnehmen (der wiegt ja kaum etwas), so dass wir im notfall darauf ausweichen können. Einen Benzinkocher werde ich mir wohl eher nicht mehr zulegen, da wir bereits in weniger als zwei Wochen losfahren. Und der Umgang mit Benzinkochern will gelernt sein, wie ich so hörte. Keine Lust auf ein abgebranntes Zelt ;-)

DerChemiker
03.03.2005, 10:49
gut dass es wenigstens funktioniert hat....

(Ich schätze, das Foto ist am Anfang entstanden und du hast später noch einen Deckel auf den Topf gesetzt, oder? :wink: )

Philvx
03.03.2005, 10:54
Ähmm, aber hätte ich im Ernstfall natürlich getan :lol:

DerChemiker
03.03.2005, 11:09
Ähmm, aber hätte ich im Ernstfall natürlich getan :lol:


wirkt Wunder, gerade bei der Kochzeit :bg: Warum müssen wir denk ich nicht mehr erklären....

p2m
09.03.2005, 17:38
vielleicht eine blöde Antwort, warum wenn nicht möglich ein kleines Feuerechen machen.
Weiss jetzt nicht wie die Gesetzeslage ist, aber in einer Schneereichen gegend dürfte wohl sicher keine Waldbrandgefahr bestehen, und trockenes Holz dürfte doch auch kein Problem sein.
oder hab ich da was nicht bedacht???

p2m

Felix
09.03.2005, 18:08
Nuja, das ist nicht richtig! Verlust der Wärme geht über die Zeit, d.h. ein Leistungsstärkerer Brenner hat nicht nur den Vorteil der Zeitersparnis, sondern auch der Effizienz, da für den Wärmeverlust ebenfalls eine geringere Zeit zur Verfügung stheht: Ergo brauche ich weniger Treibstoff mitzuschleppen...

Ich denke, dass es nicht ganz so einfach ist. Bei Gaskochern wurde das Gegenteil beobachtet: http://forum.outdoorseiten.net/viewtopic.php?t=2313
Vermutlich kommt es auch noch auf die Randbedingungen an. Ich kann mir gut vorstellen, dass bei Vollgas einiges an Wärme ungenutzt am Topf vorbei strömt.

Gruß

Felix

underwater
09.03.2005, 19:13
Nuja, das ist nicht richtig! Verlust der Wärme geht über die Zeit, d.h. ein Leistungsstärkerer Brenner hat nicht nur den Vorteil der Zeitersparnis, sondern auch der Effizienz, da für den Wärmeverlust ebenfalls eine geringere Zeit zur Verfügung stheht: Ergo brauche ich weniger Treibstoff mitzuschleppen...

Ich denke, dass es nicht ganz so einfach ist. Bei Gaskochern wurde das Gegenteil beobachtet: http://forum.outdoorseiten.net/viewtopic.php?t=2313
Vermutlich kommt es auch noch auf die Randbedingungen an. Ich kann mir gut vorstellen, dass bei Vollgas einiges an Wärme ungenutzt am Topf vorbei strömt.

Gruß

Felix

Die Physik kannst Du nicht einfach so umdrehen und die Thermodynamik genausowenig. Ich vermute mal, Du liegst mit deiner Vermutung nicht schlecht, daß ein Großteil der Leistung am Topf vorbeizieht...


Gruß Klaus

www.gecko-climbing.de

underwater
09.03.2005, 19:16
Nuja, das ist nicht richtig! Verlust der Wärme geht über die Zeit, d.h. ein Leistungsstärkerer Brenner hat nicht nur den Vorteil der Zeitersparnis, sondern auch der Effizienz, da für den Wärmeverlust ebenfalls eine geringere Zeit zur Verfügung stheht: Ergo brauche ich weniger Treibstoff mitzuschleppen...

Ich denke, dass es nicht ganz so einfach ist. Bei Gaskochern wurde das Gegenteil beobachtet: http://forum.outdoorseiten.net/viewtopic.php?t=2313
Vermutlich kommt es auch noch auf die Randbedingungen an. Ich kann mir gut vorstellen, dass bei Vollgas einiges an Wärme ungenutzt am Topf vorbei strömt.

Gruß

Felix

Du kannst weder die Physik noch die Thermodynamik umdrehen - also wird meine Aussage bestand haben. Wenn, dann liegt es wie du bereits richtig bemerkt hast evtl. daran, daß ein Teil der Wärme am Topf vorbei geht - daß sind dann aber andere Ausgangs/Randbedingungen...!!!

Gruß Klaus

www.gecko-climbing.de