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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fotografieren bei Schnee..Belichtungskorrektur



alaskawolf1980
12.02.2005, 23:47
Auf anderen Internetseiten zum Thema Wintertouren in Schweden, habe ich gelesen, dass die Kamera meist eine falsche Belichtung berechnet. Ich will mit meiner Minolta Dynax 5 in Lappland fotografieren.
Bei meiner Digitalkamera habe ich auch hier bei Schnee bemerkt, dass normale Aufnahmen meist etwas dunkler sind und der Schnee etwas dunkler als real ist. Bei der Digicam konnte man das Problem mit einer Belichtungskorrektur zu PLUS hin ändern. Also +0,3 z.B. Mehr war dann zu hell.

Gilt das auch für meine normale Dynax 5? Soll ich einfach einen kleinen positiven Belichtungskorrektur-Wert einstellen, damit dies nicht passiert?

Roene
13.02.2005, 00:27
Das kann man so pauschal nicht sagen. Wie stark die Belichtungskorrektur sein muss, hängt auch von der Kamera und dem Film ab.
Ich selber fotografiere mit einer Nikon F-801s und einer Nikon FM. Meist hab ich einen Fuji Velvia 50 drin. Da ich alles manuell einstelle (auch bei der F-801s) korrigiere ich immer mit der Blende. Gute Ergebnisse habe ich, wenn ich 2 Blendenstufen überbelichte. Ist es etwas dunkler reicht auch eine, ist es besonders hell, belichte ich auch mal mit 3 Blendenstufen über. Wenn ich einen Fuji Sensia 100 nehme ist bei 2 Blendenstufen Überbelichtung Schluss.
Pack dir einfach mal deine Kamera mit einem 100 ASA Film an einem schönen Wintertag, mach ein paar Belichtungsreihen und schreibe dir zu jedem Bild die Kameraeinstellung auf. Dann vergleichst du die Bilder miteinander und schaust mit welcher Belichtung der Schnee am neutralsten wiedergegeben wurde.

Kleiner Tipp: Nimm die Belichtungsmessung von deiner Handinnenfläche, wenn du keine Graukarte zur Hand hast (hab ich z.B. auch nicht). Das haut meistens hin.

Gruß, René.

alaskawolf1980
13.02.2005, 00:40
Naja ich werd wie immer einfach nur einen 200er Fuji Film nehmen. Schon deshalb, weil die Sonne noch nicht so lange oben in Lappland scheint und man ja auch in der Dämmerung noch etwas fotografieren möchte. GGf Landschaft mit Stativ.

Roene
13.02.2005, 00:58
Ich würde dir auf jeden Fall zu einem 100 ASA raten. Da oben liegt Schnee, das ist hell genug. Und wennn du ohnehin ein Stativ mithast. Der 100-er ist doch optisch der bessere Film. Ich benutze selber einen 50-er.

Bin vom 24.02 bis zum 15.03 auch in Lappland. Meine Filmverteilung ist wie folgt:

17 x Velvia 50 (tagsüber, für Landschaft, Menschen & Co.)

5 x Sensia 100 (tagsüber in Hütten oder Zelt)

5 x Sensia 200 (abends in Hütten oder Zelt) ich hasse geblitzte Bilder

5 x Provia 400 (für Polarlichter)

Ich weiß, sind ne Menge Filme, aber so eine Hundeschlittentour mach ich wahrscheinlich nur einmal im Leben.


Gruß, René.

alaskawolf1980
13.02.2005, 01:12
aha Polarlichter mit einem 400er. Ok. Naja werde sicherlich schlecht den Film wechseln können, wenn plötzlich welche auftauchen, aber mit dem 200er oder dem 100er versuch ichs dann einfach irgendwo auf s Foto zu bannen.
Hauptsache ich habs so gesehen, mehr will ich gar nicht :D .

Wenn du da hoch fährst, dann hast du dihc doch auch shcon informiert. Was erwarten mich da oben für Temperaturen im Durchschnitt maximal?

Ich werde meine Kamera einfach im Pelikoffer auf der Pulka transportieren. Somit kann ich am schnellsten an die Kamera.

Roene
13.02.2005, 01:32
Deshalb nehme ich zwei Kameragehäuse mit, damit ich fast immer den passenden Film parat habe. Wenn du Polarlichter fotografieren willst, nimm auf jeden Fall den 200-er. Sonst ist die Belichtung zu lang und die Lichter sind total verschwommen. Die beigefügte Tabelle ist ganz nützlich.

Film Speed - ASA (ISO)
f-stop-----64 asa----100 asa----200 asa----400 asa
1.4--------35 sec-----25 sec-------12 sec-------6 sec
1.8--------60 sec -----40 sec------20 sec-------10 sec
2.0--------60 sec-----45 sec------25 sec-------12 sec
2.8--------2 min-----90 sec------45 sec-------25 sec
4----------4 min-----2½ min------90 sec-------45 sec
For better photo quality,...try to avoid these longer exposure times.

Zu den Temperaturen: Schwer zu sagen. In den letzten Tagen springen die Temperaturen ziemlich hin und her. Heute sind z.B. in Kvikkjokk -19°C, vor ein paar Tagen waren es nur -2°C. Das es dauerhaft unter -20°C bleibt, damit rechne ich allerdings nicht. Wenn du das Wetter mal ein bisschen beobachten willst, gebe ich dir hier mal einen "Exklusiv-Zugang :wink: " zu meiner noch nicht offiziell veröffentlichte Homepage: .../Wetter Lappland (http://www.outdoor-destination.de/wetter-lappland.html).

Gruß, René.

Saloon12yrd
14.02.2005, 13:39
Auf anderen Internetseiten zum Thema Wintertouren in Schweden, habe ich gelesen, dass die Kamera meist eine falsche Belichtung berechnet. Ich will mit meiner Minolta Dynax 5 in Lappland fotografieren.

Die Dynax sagt mir jetzt nichts, aber welche Kamera Du benutzt ist auch irrelevant, das Prinzip ist überall das gleiche. Deine Kamera bewertet die Helligkeit des Motivs und entscheidet auf Grund dessen, wie lange sie belichtet.

Schnee ist sehr hell. Das verleitet die Kamera dazu, das Motiv als sehr hell zu beurteilen und sie versucht den Schnee "richtig" zu belichten. Die Folge: Der Schnee ist nicht mehr wirklich weiß, alles andere ist i.d.R. unterbelichtet.

Achtung:Das Ganze tritt eigentlich nur bei Sonnenschein und blauem Himmel wirklich heftig auf.

Die Lösung ist wie Du schon richtig sagst eine Überbelichtung. Was passiert dann? Die Kamera ermittelt wieder den für sie "richtigen" Wert (alles außer Schnee ist unterbelichtet) und setzt dann noch mal den durch die Korrektur gewählten Wert drauf, z.B. eine Blende. Als Folge ist der Schnee überbelichtet, alles andere aber richtig belichtet. Richtig natürlich nur dann wenn man die Blendenkorrektur richtig geschätzt hat ;).

Das der Schnee überbelichtet ist, macht im Übrigen nix. Weiß bleibt weiß, auch wenn es überbelichtet wird. Hier mal ein Beispiel:

http://www.saloon12yrd.de/media/reiseberichte/2005/eschach/IMG_0238.JPG
keine Belichtungskorrektur

http://www.saloon12yrd.de/media/reiseberichte/2005/eschach/IMG_0242.JPG
Belichtung +1

Die beiden Bilder sind im Abstand von vielleicht 60 Minuten entstanden.
Irgendwo zwischen einer und zwei Blendenstufen überbelichten klappt bei mir meistens. Zwei Blenden eigentlich nur im Hochgebirge.


Da ich alles manuell einstelle (auch bei der F-801s) korrigiere ich immer mit der Blende.

Äh... stellst Du die Blende anders ein oder benutzt Du ne Belichtungskorrektur um x Blenden? Von ersterem würde ich abraten, es sei denn die Schärfentiefe ist Dir egal :).

HTH
Sal-

Christian J.
14.02.2005, 14:13
Das der Schnee überbelichtet ist, macht im Übrigen nix. Weiß bleibt weiß, auch wenn es überbelichtet wird. Hier mal ein Beispiel:

http://www.saloon12yrd.de/media/reiseberichte/2005/eschach/IMG_0238.JPG
keine Belichtungskorrektur


Wobei ich den Schnee im Vordergrund schon sehr grau finde. Aber bei Überbelichtung wäre wahrscheinlich der Himmel zu hell gewesen.


Die Dynax sagt mir jetzt nichts, aber welche Kamera Du benutzt ist auch irrelevant, das Prinzip ist überall das gleiche. Deine Kamera bewertet die Helligkeit des Motivs und entscheidet auf Grund dessen, wie lange sie belichtet.

Stimmt nicht ganz. Wenn du Mittelbetonte oder Spotmessung verwendest, ist es tatsächlich egal. Aber jede moderne Spiegelreflex hat irgend ein Automatikprogramm. Da "denkt" die Kamera selbst. Und dort geht sie, je nach Typ, unterscheidlich mit Schnee um. Das musst du echt ausprobieren. Wenn ich in den nächsten Tagen meine Dias abhole kann ich zumindertens mal was zum Thema "Nikon Mehrfeldmessung im Schnee" sagen.

Grüßle, Christian

Saloon12yrd
14.02.2005, 14:19
@Christian J.: Das von Dir zitierte Bild ist für mich schlichtweg falsch belichtet :). Irgendwo zwischen dem ersten und dem zweiten Bild hab ich mir vor den Kopf gehauen und die Belichtung korrigiert ;).

Ich gehe davon aus dass eine Korrektur um eine Blende den selben Himmel wie im zweiten Bild produziert hätte, an der subjektiven Helligkeit hatte sich in der Zeit nichts getan...

Sal-

Cardhu
14.02.2005, 20:58
Hallo,

im Prinzip werden Bilder im Schnee durch Korrektur der Belichtung, sei es durch Veränderung der Zeit/Blenden-Kombination oder durch einen Korrekturfaktor nicht "überbelichtet".
Die Kamerahersteller müssen den Belichtungsmesser auf irgendeinen Wert eichen. Dabei hat man sich auf ein mittleres Grau geeinigt. Alles was diesem mittleren Grau entspricht wird auch richtig von der Kamera belichtet. Bei "normalen" Landschaftsaufnahmen oder Hauttönen bei Portaits funktioniert das auch sehr gut.
Alle Extremen, also weiß (Schnee) oder auch schwarz !!(schönes Beispiel sind Bilder von Lanzarote) versucht die Kamera dem eingestellten Grauwert anzupassen.
D.h.: Bei zuviel weiß, würde die Kamera ohne Korrektur zu kurz belichten, bei zuviel schwarz zu lang. In beiden Fällen kommt eine graue Suppe herraus.

Bei diesen extremen Lichtverhältnissen ist nach wie vor (ich höre schon alle High Tech-Fotografen lachen) ein Handbelichtungsmesser der die "Lichtmessung" beherrscht ein Segen.
Diese bleibt nämlich vom reflektierten Licht völlig unberührt, und mißt nur das Licht, was auch wirklich aufs Motiv fällt. Damit bekommt man unbeeinflußte, perfekte Ergebnisse.

Gut Licht wünscht

Roman 8)

Saloon12yrd
14.02.2005, 21:17
Bei diesen extremen Lichtverhältnissen ist nach wie vor (ich höre schon alle High Tech-Fotografen lachen) ein Handbelichtungsmesser der die "Lichtmessung" beherrscht ein Segen.

Warum sollten High-Tech Fotografen (was auch immer das sein soll) da lachen? Was wahr ist muß wahr bleiben...

Sal-

Christian J.
14.02.2005, 21:23
Es ist wahr. Klar. Viele "High-Tech-Fotografen" benutzen Handbelichtungsmesser. Aber wenn man keinen hat (teuer) oder keinen dabeihat (Gewicht sparen auf Tour) fährt man mit der Belichtungskorrekturmethode in der Regel ganz gut. Paar Belichtungsreihen und bisschen Bauchgefühl. Dann wird das meist ganz gut.

Christian

Cardhu
14.02.2005, 22:39
@sal:
mit High Tech meine ich einfach, sich auf 10 oder mehr Motivprogramme zu verlassen und zu hoffen, "die Kamera wirds schon richten".

Es kann auch bei den modernsten Kameras nichts schaden, etwas von den Belichtungszusammenhängen zu wissen.
Denn auch die modernste Kamera wird es nicht schaffen, bei einer Differenz von zwei Blenden zwischen Himmel und Erde ein vernünftig belichtetes Dia hinzubekommen. Es kann immer nur ein Kompromiss sein, wenn auch mal mehr, mal weniger gut.
In diesen Fällen hilft halt nur noch der Grauverlauffilter.

@Christian
du hast natürlich Recht, was Gewicht und Preis der Top-Geräte anbelangt. Aber es gibt auch sehr schöne Belichtungsmesser für Objekt und Lichtmessung die für unterwegs durchaus geeignet sind:
Sekonic: Twinmate L-208, 40g, 99 Euro :lol: oder
Gossen: Digisix, 40g, 139 Euro. :lol:

Gut Licht wünscht

Roman 8)

Saloon12yrd
14.02.2005, 22:41
Ah okay, das sind für mich Anfänger die keine Ahnung haben dass die Fotos immer noch der Fotograf und nicht die Kamera macht :bg:

Sal-, der zu 99% mit Av auskommt ;)

wolfsruf
16.02.2005, 14:25
Zu diesem Thema gibt es auch ein richtig gutes Buch von Adrian Bircher:
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3933131596/qid=1108558107/ref=sr_8_xs_ap_i1_xgl/028-3793159-1500548
Hier sind zusätzlich einige Ersatz- und Hilfsverfahren schön erläutert.

Aber ein Handbelichtungsmesser ist wirklich eine feine Sache und das geringe Gewicht kann man gegenüber dem Qualitätsgewinn vernachlässigen. Ich hab ihn in einer Tasche am Schultergurt des Rucksacks, somit ist er schnell greifbar. Es ist sehr angenehm nicht schätzen oder raten zu müssen und mit dem sicheren Gefühl zu gehen 'Das Bild habe ich im Kasten'.

dike
28.02.2005, 14:32
Ich war gerade im Schnee und habe mit meiner Digitalen das Problem auch gehabt. Lösungsansatz war eine Fotoserie mit unter, normaler und Überbelichtung. Es stellte sich eine Belichtungskorrektur +1 (für Dimage A2) als optimal heraus.

Eine Möglichkeit, die auch eine analge SLR haben müsste ist der Weißabgleich.

Nicht desto trotz bleibt die Helligkeit auch ein bischen Geschmackssache. Bei der Computer-Nachbearbeitung hat meine Frau eine andere Vorstellung von der optimalen Helligkeit der Bilder.

DiKe

Christian J.
28.02.2005, 22:03
Eine Möglichkeit, die auch eine analge SLR haben müsste ist der Weißabgleich.


Hehehe, ne, da verwechselst du was: "Weißabgleich" heißt bei uns Analogfotografen "Filmwechsel" oder "Korrekturfilter"...und selbst damit geht je nur sehr wenig.

Christian

papajoe
01.03.2005, 01:16
also ich hab jetz immer ohne korrektur geknipst bei meiner digitalen. find das eigentlich auch ok so. bissi zeichnung und schattierungen habich shcon gerne aufm schnee, statt ner einheitlich weißen fläche.
bei dem ersten bild von sal zb in der schnee im vordergrund gewalzt (wem das nichts sagt: da sind längsrillen drin, zum skaten), der muss so aussehen, wenn der weiß wäre, wäre das bild vällig verfälscht.
allerdings wurden hier interessante aspekte genannt und ich werde das nächste mal ma bissi rumspielen, wenn ich im schnee unterwegs bin...

btw weißabgleich: find ich sehr praktisch, wenn man bei ner schneetour mal nen manuellen weißabgleich machen will, drängt der sich praktisch auf, weil referenzfläche im übermaßvorhanden is. allerdings hat der weißabgleich hier nichts mitm thema zu tun, wiel der nur die farbwiedergabe ausbalanciert und nichts mit der belichtung zu tun hat.

dike
01.03.2005, 12:23
... allerdings hat der weißabgleich hier nichts mitm thema zu tun, wiel der nur die farbwiedergabe ausbalanciert und nichts mit der belichtung zu tun hat...

Man möge mein unendliches Unwissen verzeihen. Mit ein bischen Überlegegung hätte ich...

DiKe