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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [UG] Uganda 2013: Karamoja Traverse



Libertist
10.04.2013, 23:19
Land: Uganda
Reisezeit: Februar/März 2013
Dauer: 5 ½ Wochen

Auf meiner Website gibt's noch mal 100 weitere Bilder, alle in höherer Auflösung. Wegen der Ladezeiten gibt's hier nicht alles zu sehen, sind ohnehin schon zu viele Fotos. ;-)

Zusammenfassung

Am 1. Februar flogen Gerald (Wildniswanderer) und ich nach Uganda und fuhren mit dem Bus gleich weiter in Richtung Osten. Dort bestiegen wir den Mt. Elgon und marschierten anschließend immer entlang der Grenze zu Kenia weiter nach Norden, quer durch Karamoja. Nach etwa 3 ½ Wochen wurde Gerald krank und musste heim fliegen, ich marschierte noch etwas weiter und beendete die Reise am 10. März.

Diese Tour war in vielerlei Hinsicht ein Wagnis, zumal es aufgrund der Sicherheitslange quasi keinen Tourismus gibt. Wir glauben, dass es seit dem Ende der Kolonialzeit keinen Weißen mehr gegeben hat, der Karamoja zu Fuß durchquerte – wir stießen auf Nomaden, die in bestimmten Gegenden überhaupt noch nie einen Weißen gesehen hatten! Dieses Gefühl, hier etwas „Neues“ zu wagen, in Verbindung mit der typisch afrikanischen Flora und Fauna sowie der Nähe zu den traditionell lebenden Menschen machte diese Reise für mich zu einem unvergesslichen Abenteuer! Meinen ersten Afrika-Aufenthalt hätte ich mir nicht besser vorstellen können.

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Vorgeschichte

1. Auswahl des Reiseziels und Vorbereitung

Mein Sommer 2012 war nass und kalt. Auf dem Rückflug von Alaska nahm ich mir fest vor, im Winter nach Afrika zu reisen – nicht bloß, um mal abends im T-Shirt am Lagerfeuer sitzen zu können, sondern auch, um wieder Spaß am Fotografieren zu gewinnen. Denn was die Knipserei angeht, empfand ich den vergangenen Sommer als ziemlich ernüchternd; ich hatte sozusagen mal wieder Lust auf gutes Licht.

Also, Afrika sollte es werden, Ost-Afrika am besten. Ob man nun nach Kenia, Äthiopien, Uganda oder Tansania fliegt, spielt finanziell keine so große Rolle; ich war also für alles offen und beschäftigte mich zunächst einmal mit Äthiopien. Fakt war, dass ich keine klassischen Touristengebiete besuchen wollte: wie so oft suchte ich nach einem möglichst exklusiven Reiseziel, das landschaftlich schön, kulturell interessant und trotzdem noch irgendwie „ursprünglich“ (also touristisch wenig erschlossen) ist. So etwas in Afrika zu finden ist gar nicht leicht.

Die Idee, Karamoja zu bereisen, ergab sich bei einem Telefonat mit Gerald aka Wildniswanderer. Wir hatten vorher schon einige Male miteinander telefoniert und ich wusste, dass Gerald mir aufgrund seiner Afrika-Erfahrung sicher bei der Reiseplanung helfen könnte. Er schlug mir also Karamoja vor, weil er da selber gern einmal hinwollte… also begann ich, ein paar erste Informationen zur Region zu sammeln. Er selbst könne nicht mitkommen, meinte er, schließlich ist man ja berufstätig.

Karamoja ist die östlichste, ärmste, trockenste, traditionellste und gefährlichste Region Ugandas. Bis vor kurzem kam es dort ständig zu Ausschreitungen, Überfällen und Viehdiebstählen; es gab ständig Unruhen. Verschiedenste Stämme der auch als „Nomad Warriors“ bekannten Viehnomaden klauten einander gegenseitig die Tiere, was meistens blutig endete und Vergeltungsschläge nach sich zog. Dabei gab es Zeiten, in denen fast jeder männliche Viehhirte eine AK-47 bei sich trug; man sagte uns, die Männer trugen Waffen wie Gehstöcke. Inzwischen hat es die Regierung geschafft, die Bewohner Karamojas größtenteils zu entwaffnen, was die Sicherheitslage deutlich verbesserte. Trotzdem warnen die Botschaften aller westlichen Länder noch immer vor einem Besuch Karamojas – während andere Teile Ugandas als sehr sicher und teilweise bereits als ziemlich touristisch gelten, besteht im Falle Karamojas noch immer eine Reisewarnung, auch vom Auswärtigen Amt in Deutschland.

Gleichzeitig wurden im letzten Jahrhundert aber auch einige Naturreservate und Schutzgebiete eingerichtet, was darauf hindeutete, dass es in der Region möglicherweise noch einiges an wilden Tieren geben könnte. Das sah zumindest erst mal vielversprechend aus.

Auch schien es tatsächlich noch sehr viele Viehnomaden in der Gegend zu geben. Mir war es wichtig, ein „traditionelles Afrika“ zu bereisen und eine Kultur kennenzulernen, die mir bisher fremd war. Karamoja schien dafür prädestiniert zu sein. Überhaupt schien die Region alles zu haben, was ich mir für meine erste Afrika-Reise wünschte – und durch die akuten Reisewarnungen gab es noch nicht mal irgendwelche Touristen… perfekt!

Nun bin ich auf dem Gebiet der Wildnisreisen zwar kein Anfänger mehr, trotzdem hatte ich absolut keine Erfahrung mit den Herausforderungen, die in Afrika auf mich warten würden. Nur einen Tag nach dem Gespräch mit Gerald hatte ich ihn passenderweise schon wieder am Telefon. Diesmal gestand er mir, dass ihn seine eigene Karamoja-Idee nun selbst nicht mehr loslasse und er versuchen möchte, sich für den Zeitraum frei zu nehmen, was ihm letztendlich auch gelang. Das waren natürlich hervorragende Nachrichten für mich! Wenig später begannen die eigentlichen Vorbereitungen: Route besprechen, fehlende Ausrüstungsgegenstände kaufen, Kontakt zu ein paar Landeskundigen herstellen… Flüge buchen.

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Potentielle und tatsächliche Gefahren

Am meisten wurden wir vor (Raub-) Überfällen, unglücklichen Verwicklungen in irgendwelche Konflikte mit Betrunkenen und willkürlichen Erschießungen gewarnt. Klingt übertrieben brutal, aber so wurde es uns von einigen Einheimischen geschildert. Vielerorts hieß es, aggressive Männer mit einer Waffe in der Hand würden manchmal eben einfach so um sich ballern, ein Menschenleben sei da unten nicht viel wert. Auch weiße NGO-Mitarbeiter, mit denen wir ins Gespräch kamen, wurden schon angeschossen und überfallen. Andere meinten, die Region sei „relativ sicher“ und wir könnten uns frei bewegen. Die Botschaft riet zwischenzeitlich mal per Email zur Ausreise, naja. Zweimal wollten uns Beamte der „Uganda Wildlife Authority“ (UWA, also die Wildhüter und Verantwortlichen für Parks und Reservate des Landes) eine Militär-Eskorte zur Seite stellen, was wir dankend ablehnten - schließlich hatten wir nicht vor, in den Krieg zu ziehen.
De facto hatten wir überhaupt keine Sicherheitsprobleme. Wir behaupten nicht, dass Karamoja per se „sicher“ sei, aber zumindest ist uns absolut gar nichts passiert, obwohl wir auch innerhalb des als „gefährlich“ geltenden Karamojas vereinzelt Gegenden besucht haben, vor denen wir explizit gewarnt wurden. Zum Beispiel Mazeniko, die Grenzregion zu Kenia nördlich von Moroto, wo wir auf allerhand bewaffnete Turkana aus dem Nachbarland stießen. Also, nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird? Könnte man so sagen, das gilt schließlich immer. Gerald und ich legen vielleicht eine leicht überdurchschnittliche Risikobereitschaft an den Tag, aber zumindest aus eben dieser Perspektive kann ich sagen: wir hatten keine Angst und wir hatten keine Probleme.

Wasser war schon eher ein Problem, vor allem jetzt, am Ende der Trockenzeit. Karamoja verfügt im Februar quasi über kein natürliches Oberflächenwasser und die vereinzelten Wasserstellen (Brunnen, Wasserlöcher, Dämme) sind selbstverständlich nirgendwo aufgelistet, wo man sie als „Tourist“ finden könnte. Nachdem wir gleich in der zweiten Woche einmal de Verdursten nahe standen und über unsere SPOTs ein Notrufsignal sendeten, entschieden wir uns, von nun an immer einen Viehhirten als Guide anzuheuern, der uns die Wasserstellen zeigen konnte. Ohne die Begleitung eines Ortskundigen ist die Durchquerung Karamojas in der Trockenzeit nicht möglich.

Die Temperaturen sind wohl auch nicht jedermanns Sache. Zwischen 10 Uhr morgens und 15 Uhr nachmittags herrschen angenehme 35°C – für uns war das kein so großes Problem, aber ich möchte es der Vollständigkeit halber erwähnt wissen. Buschbrände sollte man bei der Wahl des Lagerplatzes im Auge behalten, im Zweifel auch über Nacht, wenn sie nah sind.

Vor Tieren braucht man keine Angst zu haben. Elefanten und große Raubkatzen scheint es sowieso nur ganz oben in Kidepo zu geben – und das ist ein Nationalpark mit strikten Auflagen, dort lässt sich sowieso kein ernsthaftes Trekking betreiben (später mehr dazu). Zu Kleintieren, Malaria und Ähnlichem werde ich nichts explizit schreiben – gewisse Vorsichtsmaßnahmen sind in Afrika generell zu beachten, dazu findet man im Internet bereits genug Informationen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Gerald und ich von Vornherein nicht wussten, ob unser Vorhaben überhaupt gelingen kann. Wir wussten nicht, ob wir Wasser finden werden, wie sich die Sicherheitslage vor Ort tatsächlich entwickeln wird und ob wir nicht überall von der Polizei oder dem Militär aufgehalten und zurückgeschickt werden würden. Wir wollten es versuchen, waren natürlich aber auch darauf vorbereitet, zu scheitern.

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Verkehr und Zivilisation

Alle zwei Tage fährt ein Bus von Mbale über Namalu nach Moroto, am jeweiligen Folgetag fährt er zurück. Zwischen den meisten anderen Städten (Kotido, Kaabong usw.) fahren nur kleine Autos, die mit Passagieren beladen werden, bis sie brechend voll sind. In ländlicheren Gegenden muss man oft auf „Boda-Bodas“ (Motorräder) umsteigen oder eben zu Fuß gehen. Asphaltierte Straßen gibt es in Karamoja praktisch nicht, allerdings bereiten die Pisten erst in der Regenzeit so richtig Probleme – wir sind immer gut voran gekommen, wenn wir mal auf ein motorisiertes Gefährt zurückgreifen mussten. Übrigens gehören die meisten Autos in Karamoja, von denen man nur recht selten mal eines sieht, zu irgendwelchen NGOs.

Elektrizität gibt es auch nicht so richtig. Hotels in „größeren“ Städten (Namalu, Moroto, Kaabong) werfen in den Abendstunden Generatoren an, dann gibt es kurzzeitig Strom. NGOs und christliche Missionsstationen verfügen in der Regel über Solarpanels, die dauerhaft Elektrizität garantieren, zudem sind das die einzigen Orte, an denen man Zugang zum Internet findet.

Überall da, wo Menschen sind, steht man als Weißer natürlich sofort im Mittelpunkt. Manchmal war uns der Aufenthalt in Siedlungen oder Dörfern auch nicht gerade angenehm: sofort kommen Scharen von Kindern angelaufen, von denen man dann mit großen Augen angeschaut wird, bis die Erwachsenen kommen und man erst mal einhundert Hände schütteln muss – schließlich ist man ja willkommen! Das ist zwar nett und oftmals auch sehr erlebnisreich, manchmal und auf Dauer aber auch etwas anstrengend.

Übrigens gibt es tatsächlich in jedem Dorf eine Hand voll Leute, mit denen man sich auf Englisch einigermaßen unterhalten kann. Trotzdem ist die Kommunikation oft schwierig, was meiner Vermutung nach daran liegt, dass die „Karamojong“ einfach einen anderen Kommunikationsstil pflegen: man ist es dort nicht gewöhnt, klare Auskünfte zu geben und sich möglichst präzise auszudrücken. Das Bildungsniveau fällt niedrig aus. Selbst heute noch gehen viele Kinder nicht zur Schule, weil sie mit ihrer Familie als Nomaden umher ziehen und bei der Viehzucht gebraucht werden. Die Karamojong sind eben ein Hirtenvolk.

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NGOs

Über 60 NGOs sind in Karamoja zu finden. Dazu gehören neben den Missionaren auch die einzigen Weißen der Region. Viele der Bekannten Organisationen sind dort vertreten, darunter auch „UN World Food Programme“ und die deutsche GIZ. Die Menschen sind einerseits dankbar für all das, was westliche Länder nach Karamoja gebracht hat – seien es Nahrungsmittel, Samen für die Landwirtschaft, Wasser oder Bildung. Gleichzeitig gewinnt man aber auch den Eindruck, die Region sei in mancherlei Hinsicht abhängig gemacht worden: viele scheinen sich daran gewöhnt zu haben, Dinge zu bekommen; in den Städten scheint es an Motivation und Kreativität zu fehlen, das eigene Brot zu verdienen und vielleicht sogar selbst Arbeitsplätze zu schaffen.

Das Thema ist natürlich ungemein komplex und bedarf einer weitaus differenzierteren Betrachtung, als ich sie hier leisten kann. Aber im Laufe der Reise entwickelten wir gegenüber der „Hilfe für Karamoja“ eine immer skeptischere Haltung. Ganz zum Schluss unterhielt ich mich mit einem jungen Italiener, der seit mehreren Jahren in der Gegend lebt und meinte, allen wäre am meisten geholfen, wenn die NGOs einfach langsam verschwinden würden.

Für uns als Reisende waren NGOs natürlich Zufluchtsort, Hilfe und Raum für interessante Gespräche – wir haben einigen der in Karamoja ansässigen Organisationen etwas zu verdanken!

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Reisealltag

Gerald und ich sind uns am Flughafen in Istanbul, wo wir beide umsteigen mussten, zum ersten Mal begegnet. So eine Reise, bei der man doch zu einem gewissen Grad auf einen verlässlichen Partner angewiesen ist, sollte man ja eigentlich nicht mit einem „Fremden“ antreten, jedoch, wie bereits vorher am Telefon, haben wir uns auch vor Ort wirklich gut verstanden, es gab eigentlich keine größeren Probleme. Und das empfinde ich nicht als selbstverständlich; Gerald ist schließlich doch ein paar Semester älter als ich und hat auch schon die eine oder andere Reise mehr hinter sich. Doch ich würde sagen, wir waren sehr gute Reisepartner.

Zum Glück liegen auch unsere „Reise-Routinen“ recht nah beieinander. Wir sind morgens im Dunkeln aufgestanden und der Rucksack wurde noch vor Sonnenaufgang aufgeschnallt, schließlich wurde es wenig später schon sehr heiß. Gegessen haben wir, was wir in den lokalen Märkten fanden: Kekse, Nüsse und Nudeln waren die Hauptspeisen, die wir für bis zu 12 aufeinanderfolgende Wandertage einkauften. Hin und wieder gab’s mal Poscho (Maisbrei) oder ein Stück Fleisch. Bier stand auch auf der Tagesordnung, wenn wir mal in ein Dorf kamen (teilweise war Bier das einzige, was überhaupt käuflich zu erwerben war). Erstaunlicherweise schaffen es die Karamojong ohne Kühlschrank, das Bier von 35°C auf kühle 25°C herunter zu kühlen - nach so „kaltem“ Bier muss man allerdings teilweise ein wenig suchen. Und wenn man dann ein 25°C kaltes Bier in der Hand hält, ist man dankbar dafür, glaubt’s mir.

Übernachtet haben wir vorzugsweise abseits irgendwelcher Siedlungen oder Krals. Tagsüber traten wir gern mit Menschen in Kontakt, aber Lagerplätze schlugen wir an möglichst abgeschiedenen Plätzen auf – man weiß ja doch nie, welche Banden da so umherstreifen.

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Fotografie

Vor knapp zwei Jahren fing ich an, mich mit Fotografie zu beschäftigen und kaufte mir meine erste Spiegelreflexkamera (meine jetzige Ausrüstung ist auf meiner Website unter Travelling/Gear aufgelistet, falls es jemanden interessiert). Seitdem ist die Knipserei schon zu einem wichtigen Bestandteil meiner Reisen geworden; mir macht das richtig Spaß! Besonders hier, in Afrika: immer gutes Licht, sehr abwechslungsreiche Landschaft, interessante Gesichter… da macht man schnell mal ein gutes Bild, auch wenn man nicht so viel Ahnung hat. Wenn ich vor Menschen meine Kamera rausholte, liefen die meisten anfangs weg und wollten sich verstecken. Aber sobald sie verstanden hatten, dass man nach dem Klick-Geräusch das entstandene Bild hinten auf dem Monitor sehen konnte, wollte sich plötzlich jeder fotografieren lassen! Man fotografiert also jemanden und schon kommen dutzende Umherstehende angerannt, um das fertige Bild zu sehen – daraufhin wollen sich die dutzenden Umherstehenden dann auch ablichten lassen. Ich kehrte mit hunderten Portraits aus Uganda zurück; einen großen Teil davon „musste“ ich machen, weil es „verlangt“ wurde. Nun ja, es gibt Schlimmeres für einen Hobby-Fotografen. ;-) Ich habe meine 9 kg schwere Foto-Ausrüstung jedenfalls gern durch Karamoja geschleppt und hoffe, es stört sich niemand daran, dass ich beinah mehr Portraits als Landschaftsbilder zeige.

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Libertist
10.04.2013, 23:19
Part I: Mt. Elgon

Beginnen sollte unsere Reise mit der Besteigung des Mt. Elgon, einem 4321 Meter hohen erloschenen Vulkan, der sich direkt südlich der Region Karamoja befindet. Die Besteigung ist teuer: pro Person zahlt man täglich 90 USD plus Übernachtungsgebühr für die Genehmigung und die Guides. Ohne Guides ist kein Reinkommen in den Nationalpark und auch sonst darf man sich vor Ort keinen Verhandlungsspielraum erwarten. Vor Antritt der Reise diskutierten wir immer wieder, ob wir wirklich so viel Geld für den Mt. Elgon ausgeben wollten, entschieden uns aber letztendlich dafür. Schließlich handelt es sich um einen der höchsten Berge Ostafrikas, obwohl er nur selten bestiegen wird:
Wir kamen jedenfalls am frühen Morgen des 2. Februars in Entebbe an, nahmen ein Taxi zur Busstation in Kampala und fuhren direkt weiter nach Mbale und anschließend nach Budadiri, wo wir mit den Rangern alles Nötige für die Besteigung abklärten. Wir bezahlten die stattliche Summe von 450 USD pro Person, die eben nötig war, um 5 Tage lang mit Guides durch die Bergwelt zu ziehen. Für mich war es das erste Mal, dass ich überhaupt einen Guide bei mir hatte – ein zunächst irgendwie unangenehmes Gefühl. Natürlich versuchte die Nationalparkverwaltung alles, um uns ein paar Träger anzudrehen, aber wir bestanden darauf, unser Gepäck ohne fremde Hilfe den Berg hinauf zu schleppen, das war eher eine Entscheidung des Prinzips. Allein durch die Anwesenheit der Guides fühlte ich mich zu Beginn schon seltsam genug – ja, nachdem wir beide die Genehmigung unterschrieben hatten, empfand ich schon beinah so etwas wie „Reue“, die am nächsten Tag mit Eintritt in den Regenwald jedoch schnell verschwand.

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Was wir nun dringend nötig hatten, war Schlaf, schließlich waren wir seit etwa 35 Stunden unterwegs. Nach einer erholsamen Nacht trafen wir uns am nächsten Morgen mit unseren beiden Guides – scheinbar reicht ein einzelner Guide für zwei Personen nicht aus!? – und marschierten eine Piste den Berg hinauf. In den ersten Stunden passierten wir einige kleine Dörfer, dann tauchten wir so richtig in das Grün des Waldes ein – ich war das erste Mal im Regenwald! Glücklicherweise war der Himmel meistens bedeckt, das minderte die Kontraste zwischen Licht und Schatten. Also schraubte ich den Polfilter vor die Linse und fotografierte, was das Zeug hielt.

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Unser „Main Guide“ hieß Alex, begleitet wurde er von Sam. Die beiden kümmerten sich gut um uns und vor allem mit Alex konnte man sich richtig unterhalten! Wasser gab es auch überall. Die Nächte verbrachten wir übrigens in Camps, die alle über eine einfache Hütte für die Ranger und Latrinen verfügten; Gerald und ich schliefen natürlich in unseren Zelten.

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Am Nachmittag des 4. Februars verließen wir die Regenwaldzone und traten ins Freie - die Landschaft da oben war gigantisch! Am nächsten Tag erreichten wir zu dritt (Sam blieb im Camp) den Gipfel Wagagai und konnten unseren Guide anschließend dazu überreden, mit uns einen Abstecher durch die Caldera zu unternehmen, abseits des üblichen Wegenetzes.

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Erst nach dem Mittag des vierten Tages unserer Wanderung traten wir wieder in die Regenwaldzone ein und campierten in der Nähe einer riesigen Höhle, in der früher Elefanten nach Salz schürften. Und am 7. Februar erreichten wir unser Ziel Kapchorwa, gelegen an den nördlichen Ausläufern des Mt. Elgon, nachdem wir unsere beiden Guides bereits in einem kleinen Vorort verabschiedeten.

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Part II: Pian Upe

Am 8. Februar machten wir uns früh auf und fuhren mit zwei Boda-Bodas zu einem kleinen Dorf, 5 Kilometer nordöstlich von Chepsikunya. Dort folgten wir der Hauptstraße ein paar Meter nach Norden und bogen dann, als wir uns weit genug entfernt von der Siedlung wähnten, einmal nach links ein und verschwanden im Busch. In unseren Rucksäcken hatten wir Proviant für etwa 1 Woche, der Plan war eine Durchquerung des Pian Upe Reservats bis zum Mt. Napak. Wir wussten nicht so recht, ob wir für Pian Upe eine Genehmigung brauchten, hielten es aber für das Beste, gar nicht erst zu fragen – weder Gerald noch ich hatten Lust darauf, wieder so viel Geld für den Eintritt hinzublättern und mit Guides an der Seite zu marschieren. Anders als der Mt. Elgon sieht diese Region nun überhaupt keine Touristen: wir waren sicher, dass die Ranger selbst dann kein adäquates Angebot für uns hätten, wenn wir sie über unser Vorhaben informieren würden.

Unsere größte Sorge in Pian Upe galt der Suche nach Wasser. Zuvor hörten wir von mehreren Seiten, dass es genug Wasser in der Gegend gäbe, schließlich wird sie auch deshalb in der Trockenzeit von Viehhirten aufgesucht. Alex meinte zuvor, dass wir pro Tag auf mindestens eine Wasserstelle treffen würden, darauf verließen wir uns irgendwie. Nun, zunächst liefen wir direkt auf einen Fluss zu, das wussten wir. Dort wollten wir unsere Wasservorräte auffüllen und hofften, danach in regelmäßigen Abständen wieder auf Wasser zu treffen.

Nachdem wir etwa eine Stunde in nordwestlicher Richtung unterwegs waren, tauchte hinter uns ein Geländewagen auf, der quer durch den Busch auf uns zu fuhr – wir wurden also gesehen! Es handelte sich tatsächlich um einen Park-Ranger in Begleitung seines geschäftstüchtigen Sprachrohrs und zweier bewaffneter Gehilfen. Wir erzählten ihnen von unseren Plänen und machten deutlich, dass wir nicht vorhatt¬¬en, noch einmal viel Geld für Eintrittsgebühren und Guides auszugeben. Also machte man uns ein Angebot, das wir trotz leichter Bauchschmerzen nicht ausschlagen konnten: wir zahlten jeweils 75 USD und durften uns weiterhin wie freie Männer bewegen – eine schriftliche Genehmigung mit Unterschrift bekamen wir nicht, dafür sollten wir einfach den Ranger kontaktieren, falls es irgendwo Probleme geben sollte. Nun ja, es ging wohl nicht anders. Zumindest konnten wir jetzt die Wasser-Problematik erneut ansprechen, woraufhin die beiden das bekräftigten, was wir schon zuvor gehört hatten: es gibt genug zu trinken. Mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht machte die Mannschaft kehrt, Gerald und ich gingen weiter zum Fluss. Ist nicht optimal gelaufen, hätte aber schlimmer kommen können.

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Nachdem wir um die Mittagszeit alle unsere Wasserbehälter aufgefüllt hatten – etwa 13 Liter führte jeder von uns mit sich – marschierten wir weiter durch das weglose Gelände in Richtung Nordwesten. Das Vorankommen war zeitweise schwierig; hohes Gras, Sträucher und Dorner erschwerten das Gehen erheblich. Mit dem Wasser gingen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht allzu sparsam um, schließlich gingen wir davon aus, bald auf eine neue Quelle zu stoßen. Als wir bis zum Abend nichts fanden, schlugen wir einfach irgendwo unser Camp auf, kochten und erkundeten ein wenig die Gegend.

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Am nächsten Morgen starteten wir beide mit jeweils vier verbleibenden Litern Wasser in den Tag. Wie immer war es heiß und uns war klar, dass wir bald kein Wasser mehr haben würden, wenn wir nun nicht etwas sparsamer damit umgehen würden. Von einem Felsen aus beobachteten wir ein paar Antilopen und trafen dann auf eine Piste, die nach rechts in Richtung Hauptstraße und nach links tiefer in das Reservat hinein führte. Wir entschieden uns, nach links zu gehen, schließlich wollten wir noch nicht aufgeben. Außerdem nahmen wir an, dass es entlang der Piste am ehesten Wasserstellen geben würde, zumindest ging man da nicht wahllos durch die Landschaft.

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Wir wurden immer durstiger, das Wasser war jetzt sehr knapp. Als wir bis zum Nachmittag noch immer keine Quelle gefunden hatten, beratschlagten wir, was nun zu tun sei – wir konnten entweder umkehren und die Durchquerung des Reservats aufgeben, oder weitergehen und hoffen, bald auf Wasser zu stoßen. Damit entfernten wir uns allerdings auch immer weiter von der Hauptstraße, was die Umkehr im Notfall schwieriger machte. Auf der ganz groben russischen Militärkarte, die Gerald bei sich führte, konnten wir erkennen, dass unsere Piste in etwa zwölf Kilometern wieder nah zu dem Fluss führte, den wir am Vormittag überquert hatten: an besagter Stelle schien das Wasser nur etwa drei Kilometer von der Piste entfernt zu sein. Spätestens dort würden wir Wasser finden, dachten wir, und gingen weiter. Am Abend, kurz vor Sonnenuntergang, erreichten wir diese Stelle und bogen nach Süden von der Piste ab, um den Fluss zu finden. Zu diesem Zeitpunkt waren wir beide extrem erschöpft, ich hatte schon mehrmals das Gefühl, beinahe umzukippen. Mein Wasser war aufgebraucht, von nun an teilten wir uns Geralds verbleibende zwei Liter.

Als wir an der Stelle ankamen, an der wir den Fluss vermuteten, standen wir vor einem riesigen trockenen Sumpfgebiet. In der Regenzeit erstreckt sich der Fluss hier offenbar in eine kilometerbreite Sumpflandschaft, die jetzt, am Ende der Trockenzeit, staubtrocken war. Kein Fluss, kein Wasser. Was für eine Katastrophe! Weiter nach Wasser zu suchen oder in dieser trockenen Erde sogar Grabungsversuche zu unternehmen, hätte uns die letzte Energie gekostet.

Wir überlegten ein paar Minuten und fassten gemeinsam den Entschluss, ohne Rucksäcke zurück zur Piste zu gehen. Es war genau ein Liter Wasser übrig. Das Schleppen der Rucksäcke hätte zusätzlich Kraft gekostet, also nahmen wir nur das Nötigste mit und kämpften uns langsam zurück zur Piste. Dort kramten wir beide unsere SPOT Notfallsender heraus und sendeten ein SOS Signal – es schien keine andere Möglichkeit zu geben. Wir fühlten uns beide so schwach und hatten Angst vor dem nächsten Tag: wenn erst mal die Sonne aufgehen würde und wir in der Hitze ohne Wasser dastünden… nicht auszudenken! Keiner von uns beiden hatte je zuvor ein SOS Signal gesendet, aber jetzt befanden wir uns tatsächlich in einer Notsituation.

Inzwischen war es dunkel, wir legten uns auf die Erde und ruhten uns aus. Natürlich fragten wir uns, was wohl passieren würde… und ob überhaupt etwas passieren würde. Wer würde wohl ausrücken? Die Ranger? Das Militär? Würde überhaupt jemand kommen? Und wann? Hatte hier irgendjemand ein GPS Gerät, mit dem unsere Koordinaten interpretiert werden konnten? Wurde unser Notruf überhaupt übermittelt? Und was würde dann passieren? Zwischen der Firma GEOS in Texas, die unser Signal empfangen würde und einem Suchtrupp in Karamoja liegen viele Zwischenstationen, auf denen wichtige Informationen verloren gehen können. Je mehr wir darüber nachdachten, desto mulmiger wurde uns zumute… schließlich entschlossen wir, nicht allein darauf zu vertrauen, dass wir gerettet würden, sondern es auch aus eigener Kraft zu versuchen. Wir wissen, dass man den Ort, von dem man ein Notfallsignal gesendet hat, eigentlich nicht verlassen sollte, aber wir wollten auch nicht alles auf eine Karte setzen. Also versuchten wir, ein paar Stunden zu schlafen und wollten gegen 23 Uhr nachts in Richtung Hauptstraße aufbrechen und die ganze Nacht gehen – mit weniger als einem Liter Wasser, den wir uns teilen mussten.

Als wir aufbrachen, stöpselte ich mir die Kopfhörer meines MP3-Players in die Ohren. Normalerweise höre ich nie Musik beim Gehen – ich brauche alle meine Sinne auf Tour! – aber hier machte ich eine Ausnahme. Und tatsächlich, die Musik gab mir Kraft.
Wir einigten uns auf einen ganz einfachen Rhythmus: eine Stunde gehen, 5 Minuten Pause und einen Schluck Wasser. Der Marsch war hart, auf diesen 25 Kilometern verbrauchten wir unsere letzte Energie. Völlig kraftlos und mit einer leeren Flasche erreichten wir die Hauptstraße bereits kurz vor Sonnenaufgang. Durch eine OK-Nachricht unseres SPOTs gaben wir sofort Entwarnung und hofften, dass noch nicht allzu viel zu unserer Rettung in Bewegung gesetzt wurde. Wenig später hielt ein Auto, die Insassen nahmen uns mit in das etwa 30 Minuten entfernte Namalu. Es gab kein Wasser im Auto.

In Namalu angekommen hatte bereits das erste Geschäft geöffnet, in dem wir erst mal zwölf Liter Wasser kauften. Der erste große Schluck, den ich stundenlang herbeigesehnt hatte, fühlte sich an, als würde er mir den Magen zerreißen: wahrscheinlich waren die Schleimhäute bereits so ausgetrocknet, dass ich beim Trinken nun richtige Schmerzen hatte. Zu diesem Zeitpunkt waren wir bereits seit etwa 20 Stunden durstig, hatten die ganze Zeit über nichts gegessen, fast nicht geschlafen und sind 60 Kilometer gegangen.

Gegen neun Uhr, wir wollten uns gerade in einem Hotel schlafen legen, tauchten plötzlich der Ranger und sein Kollege auf, die nach uns suchten – sie hatten gerade erfahren, dass wir in Namalu seien. Wir wissen bis heute nicht, wie und von wem sie verständigt wurden. Sie fragten, ob alles okay sei, wir verneinten – schließlich befand sich unsere gesamte Ausrüstung noch immer mitten im Reservat, wo wir sie am Abend zuvor zurücklassen mussten. Wahrscheinlich hätten uns die beiden am liebsten eine hohe Rechnung für die Rückholung unserer Ausrüstung gestellt, aber sie wollten natürlich jegliche Bekanntwerden dieses Falls vermeiden, schließlich hatten sie sich erst zwei Tage zuvor von uns bestechen lassen. Sie gaben ihr Bestes, die Sache so schnell und leise wir möglich aus der Welt zu schaffen, bevor herauskommen konnte, dass sie uns gegen ein „kleines Entgelt“ ohne offizielle Erlaubnis durch das Reservat hatten ziehen lassen. Also fuhren sie selbst mit uns ins Reservat und auf der Piste bis zu unseren Rucksäcken, anschließend wieder zurück nach Namalu. Das lief natürlich perfekt für uns, Glück im Unglück sozusagen.

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In Namalu blieben wir für zwei Nächte und ruhten uns aus. Außerdem besuchten wir Juliano, einen Italiener, der einst über die katholische Mission in Karamoja gelandet ist, lokal heiratete und dort mittlerweile eine kleine Farm betreibt. Klasse, dieser Mann!

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Libertist
10.04.2013, 23:19
Part III: Mazeniko

Uns war klar, dass wir die Gegend erst mal verlassen mussten, also übersprangen wir die beiden auf unserer Route liegenden Reservate Pian Upe und Bokora zunächst. Wir nahmen den Bus nach Moroto und suchten einen weißen Italiener auf, der von allen nur „Movusapir“ („Verrücktes Haar“) genannt wird - der Mann ist seit Jahren in NGO-Arbeiten involviert und kennt Karamoja gut. Wir hofften, er könne uns mit irgendeinem Viehhirten bekannt machen, der ein wenig Englisch spricht und die Wasserstellen des Mazeniko Reservats zwischen Moroto und Kaabong kennt; sozusagen eine Art „Guide“. Leider waren die einzigen beiden ihm bekannten Männer, die dazu infrage kamen, gerade nicht auffindbar. Außerdem riet er uns eher davon ab, die von uns präferierte Route zu gehen (wir wollten uns möglichst nah der kenianischen Grenze aufhalten, also im Weidegebiet der Turkana). Noch am selben Nachmittag wandten wir uns an die Uganda Wildlife Authority, erklärten unser Anliegen und baten um Hilfe. Man wollte sich dann erst mal besprechen, wir sollten in einer Stunde wiederkommen. Inzwischen traf der Boss der Station ein, sein Name ist Dennis Mandela. Dennis hatte zwar zunächst eine Menge kritischer Fragen, stellte sich danach jedoch als eine riesige Hilfe für die Realisierung unseres Vorhabens heraus. Er ließ einen jungen Mann namens Lusike Mark holen, der wenig später mit seinem Freund Lachapp Mariko auftauchte. Lusike ist in der Gegend aufgewachsen und war dort solange als Hirte unterwegs, bis ihm und seiner Familie von den Pokot sowie den Turkana das Vieh gestohlen wurde. Jetzt sollte er unser Guide werden.

Lusike sprach zwar ein paar Brocken Englisch, trotzdem erkläre Dennis Mandela, der unser Anliegen verstanden hatte und uns offenbar gern unterstütze, alles noch einmal in der Landessprache. Er verlangte keinerlei Gebühren, stattdessen versprach er, das Militär und andere UWA Außenposten zu informieren, so dass wir ungehindert ziehen konnten. Anfangs wurde uns nahe gelegt, zu unserem Schutz einige Soldaten mitzunehmen, was für uns allerdings nicht in Frage kam. Wir wussten, dass sich auf unserer Wunschroute bewaffnete Turkana aus Kenia aufhielten, aber wenn es tatsächlich Ärger gäbe, könnten ein paar Soldaten schließlich auch nichts ausrichten, im Gegenteil: sie könnten eher als Provokation empfunden und zum echten Problem für uns werden. Also vertrauten wir auf das Wissen und die diplomatischen Fähigkeiten unseres neuen Guides Lusike, der uns entlang der Grenze von Moroto bis nach Loyoro und weiter nach Kaabong führen sollte. Wir gaben ihm und seinem Freund genug Geld zum Einkaufen von Lebensmitteln und machten uns am Morgen des 14. Februars zu viert auf, immer in Richtung Norden.

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Schnell verließen wir die mit vielen kleinen Siedlungen versehenen ländlichen Gegenden und tauchten in die echte Wildnis Karamojas ein. Wegloses Gelände und die Begegnung mit Viehnomaden sollten in diesen acht Tages unser neuer Alltag sein.

Lusike und Lachappe konnten jeden Hügel benennen! Sie wussten auch um jede Wasserstelle, egal ob Bohrloch, Staudamm, Wasserloch oder auf Felsen liegen gebliebene Pfützen. Jetzt erst wurde uns so richtig klar, wie rar die Wasserstellen hier gesät sind: wenn man nicht genau weiß, wo man suchen muss, hat man in der Trockenzeit keine Chance, da draußen zu überleben.

Landschaftlich fand ich’s einfach nur grandios! Hier ein paar Bilder von den ersten drei Tagen in Mazeniko.

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Am späten Nachmittag des 16. Februars trafen wir auf einen Stamm der Turkana, die das ganze Jahr über mit ihrem Vieh durch die Grenzregion von Kenia und Uganda ziehen, immer auf der Suche nach Weideland und Wasser. Zu sehen, wie sie dutzende von bis zu acht Meter tiefen Löchern graben, um irgendwie an Wasser für sie und ihr Vieh zu kommen, war ein einzigartiges Erlebnis! Ihre Ältesten meinten, in der Gegend noch nie einen Weißen gesehen zu haben. Und alle wollten sich fotografieren lassen – nichts lieber als das, dachte ich mir. Dass viele der Männer illegaler Weise Waffen bei sich trugen, störte uns überhaupt nicht: unser Guide Lusike war ihnen noch aus früheren Zeiten bekannt, inzwischen schien er der Freund aller in Mazeniko lebenden Stämme zu sein. Er konnte unser Anliegen in Ruhe erklären und wir wurden allerorts wie Freunde behandelt. Man wollte zur Feier des Tages sogar eine Ziege für uns schlachten!

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Libertist
10.04.2013, 23:20
Über den weiteren Verlauf der Tour bis nach Loyoro gibt es nicht sonderlich viel zu sagen: noch immer befanden wir uns in dieser atemberaubenden Landschaft; einem Mix aus Steppe, Felsen und Hügeln. Immer wieder trafen wir Nomaden, die mit ihrem Vieh umher zogen. Ich denke, die Bilder erzählen genug.

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Am 20. Februar erreichten wir die kleine Siedlung Loyoro, in der es zu unserer Enttäuschung keine Einkaufsmöglichkeit gab. Also marschierten wir auf der Straße weiter nach Kaabong, wo wir unsere Guides auszahlten und in ein kleines Hotel eincheckten. Der Plan war nun, weiter nach Norden in Richtung Kidepo und der Grenze zum Süd-Sudan zu gehen. Dafür brauchten wir einen neuen Ortskundigen, denn Lusike und Lachapp kannten sich hier nicht mehr aus. Trotzdem wollten sie unbedingt weiter mit uns ziehen und sahen sich in Kaabong selbst nach jemandem um, der uns begleiten konnte. Natürlich fanden sie jemand: ein junger Mann namens Lojang der ebenso als Viehhirte in dieser Gegend aufwuchs, sollte nun unser neuer Guide werden. Lusike und Lachapp ließen sich nicht davon abbringen, weiterhin bei uns zu bleiben, also sollte es am 22. Februar zu fünft weiter nach Norden zum Mt. Morungole gehen.

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Part IV: Mt. Morungole und Kidepo

Mit Motorrädern folgten wir der Straße für ein paar Kilometer bis nach Kasile, dort bogen wir zu Fuß nach rechts ab und gingen auf den Mt. Morungole zu. Bald stellte sich heraus, dass sich Lojang hier längst nicht so gut auskannte, wie Lusike und Lachapp in Mazeniko. Für den Moment war das noch kein Problem, schließlich folgten wir einer Piste und begegneten hin und wieder anderen Menschen, die man fragen konnte.

Unser Plan war, auf einen kleinen UWA Außenposten namens Pierre zuzugehen. Pierre liegt am südöstlichen Ende des Kidepo Valley Nationalparks, der offizielle Eingang zum Park befindet sich über 40 Kilometer weiter westlich in Apoka. Wir hofften, dass Dennis Mandela seine Kollegen in Pierre bereits informiert hatte und diese uns weiter nach Norden bis zum Mt. Zulia ziehen lassen würden. Dieser Berg liegt außerhalb des Nationalparks, im nordöstlichsten Zipfel Karamojas, direkt an den Grenzen zum Süd-Sudan und zu Kenia. Nach Pierre wollten wir zunächst zum Mt. Zulia und von dort aus in westlicher Richtung quer durch den Park nach Apoka gehen. Die Genehmigung dafür erhofften wir mit Mandelas Hilfe am UWA Außenposten in Pierre zu bekommen. Soweit der Plan.

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Am Abend des 23. Februar erreichten wir nach einem unerwartet langen Marsch durch wegloses Gelände die Station Pierre. Verwundert, aber mit größter Aufmerksamkeit hörte man sich unser Anliegen an, leider waren die Ranger vorher nicht informiert worden. Noch nie hatten sie es erlebt, dass Weiße aus dem Hinterland auf ihren Außenposten treffen. Über Funk übermittelte man unser Gesuch nach Apoka und wenig später erhielten wir die Botschaft vom Chef, dem „Chief Warden of Kidepo Valley National Park“: er schickte ein Geländefahrzeug, das uns abholen lassen würde – er möchte uns persönlich kennenlernen. Was für eine Enttäuschung!

Natürlich gaben wir die Hoffnung nicht auf, dass der Mann unser Anliegen genehmigen und uns nach Pierre zurückbringen würde, allerdings erschien dies extrem unwahrscheinlich. Als lange nach Sonnenuntergang das mit Soldaten beladene Auto ankam, wir auf die Rückbank verfrachtet und zwei Stunden lang quer durch den Park nach Apoka gefahren wurden, war uns bereits fast klar, dass das kein gutes Ende nehmen würde. In Apoka angekommen, war erst einmal Schlafenszeit – zu so später Stunde konnte natürlich nichts mehr entschieden werden. Allerdings erhielten wir auf der Fahrt bereits einige Informationen zum Park, übrigens vom Verantwortlichen für jegliche touristischen Aktivitäten, der sich diesen kleinen Road Trip nicht entgehen lassen wollte: seine Schilderungen ließen zwei Schlüsse zu: jegliche Unternehmungen in diesem Nationalpark unterlagen strengsten Auflagen - und waren extrem teuer. So beträgt die maximale Wanderzeit im Park vier Stunden, Möglichkeiten zum Zelten gibt es nur an zwei dafür vorgesehenen Plätzen, die natürlich an Pisten liegen und auch so jeglichen Komfort bieten, die sich der gemeine Tourist erwartet. Dieser Park wird zwar aufgrund der politischen Situation Karamojas vergleichsweise selten besucht, gilt ansonsten aber als einer der schönsten in ganz Ostafrika. Wie dem auch sei: ausgehend von den Erklärungen dieses Verantwortlichen bietet Kidepo keinerlei Raum für individuelle Trekking-Aktivitäten. Jedoch gaben wir die Hoffnung noch immer nicht ganz auf, vom Chief Warden persönlich eine Sondergenehmigung zu erhalten.

Der nächste Tag war ein Sonntag. Auf der Ladefläche eines LKWs wurden wir zu dem etwa 30 Minuten entfernte Büro des Chefs gebracht, auf den wir dort noch einmal weitere 30 Minuten warten mussten, bis er sich endlich erbarmte, uns zu empfangen – er, der uns am Vortag abholen ließ, obwohl wir bis dahin keinerlei Regel in seinem Park gebrochen hatten. Doch im Gespräch behandelte er uns dann genau so: als ob unsere gesamte Unternehmung illegal sei. Er stellte uns dutzende Fragen, ließ sich unsere Pässe geben, nur um schlussendlich festzustellen, dass das, was wir vorhatten, nicht mit den Parkregeln vereinbar sei. Der Mann zeigte weder Kompromissbereitschaft, noch Interesse an unserer Reise im Allgemeinen – im Grunde genommen schickte er uns einfach weg! Wozu dann der ganze Aufwand? Man hätte uns auch gleich in Pierre mitteilen können, dass unser (den Park betreffendes) Vorhaben nicht durchführbar sei, dann hätten wir selbst entscheiden können, ob wir außerhalb der Parkgrenzen weiter nach Norden gehen oder umkehren. Übrigens wurde uns auch der 30 Kilometer lange Marsch zum Mt. Zulia verboten; die Gegend sei schon seit Jahren nicht mehr besucht worden, noch nicht mal von den Rangern selbst. Kürzlich seien einige Soldaten von Hirten erschossen worden, die dem Stamm der Topossa aus dem Süd-Sudan angehörten, welche dort ihre Herden grasen lassen. Unsere Angst hielt sich in Grenzen, aber naja, jetzt gab es sowieso kein Zurück mehr.

Anfangs diskutierten wir noch, wie nun weiter zu verfahren sei: Gerald zog in Erwägung, ein paar Tage mit „Nature Walks“ in Kidepo zu verbringen, um wenigstens etwas von der sagenhafte Tierwelt mitzubekommen. Für mich kam das „Touristenprogramm“ eigentlich nicht in Frage; ich nahm lieber die mühsame Suche nach einem neuen Guide in Kauf und durchwanderte eines der Gebiete, die wir zuvor mehr oder weniger auslassen mussten (also Bokora und Pian Upe). Irgendwann meldete sich Lusike zu Wort und meinte, er würde sich in den genannten Gegenden auch auskennen – das war natürlich eine wunderbare Nachricht, erleichterte es die Organisation einer Durchquerung dieser Reservate doch erheblich! Gerald war dann auch schnell überzeugt und so machten wir uns in Richtung Kaabong auf, wo wir die Nacht zubrachten.

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Am Morgen des 25. Februars hatte Gerald Schmerzen im Oberarm. Sein rechter Handrücken sah schon seit Tagen sehr übel aus, alles war entzündet und voller Eiter – jetzt sah man auch schon Lymphknoten in den Achseln. Eine Infektion, vermuteten wir, allerding konnte Gerald sich nicht erklären, woher diese kam. Nun griffen die Schmerzen allerdings auf den ganzen Arm über und er überlegte, ein Krankenhaus aufzusuchen.

Auf der Fahrt in Richtung Kaabong wurde Gerald immer skeptischer, was den weiteren Verlauf der Reise anging. Selbst mit einer kräftigen Penicilline-Spritze hätte er ein paar Tage Ruhe gebraucht; das Wandern in der Hitze kam vorerst eigentlich nicht in Frage.
Wir saßen im Führerhaus eines großen LKWs, der auf dem Weg nach Kampala, der Hauptstadt, unterwegs war. In Kotido mussten wir aussteigen, wenn wir nach Moroto wollten – Gerald musste seine Entscheidung also recht bald treffen. Und er entschied sich, weiter nach Kampala zu fahren und verfrüht zurück zu fliegen. Der Grund war offensichtlich: wenn wir Pian Upe und Bokora durchqueren wollten, mussten wir so bald wie möglich starten – das Risiko, mit der unbehandelten Infektion auf eine solche Tour zu gehen, war aber viel zu groß. In Moroto das Krankenhaus aufzusuchen und für einige Tage auszusetzen hätte einerseits nicht viel gebracht, weil die geplante Route dann aus Zeitgründen sowieso ins Wasser gefallen wäre, andererseits ist ein Krankenhausbesuch in der Gegend vielleicht auch nicht gerade das höchste der Gefühle. Gerald wollte kein Risiko eingehen. Also verabschiedeten wir uns in Kotido: er fuhr weiter in Richtung Hauptstadt und flog zwei Tage später zurück nach Deutschland, wo er zwei verschiedene Tropenärzte aufsuchte (inzwischen ist Gerald wieder kerngesund). Und ich sprang mit unseren beiden Guides auf einen LKW, der nach Moroto unterwegs war, wo ich am frühen Nachmittag ankam.

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Mit Dennis Mandela klärte ich kurz den weiteren Verlauf der Tour ab: ich wollte mit irgendeinem Auto nach Matany im Bokora Reservat fahren und von dort aus zum Mt. Napak marschieren, den Berg besteigen und auf der anderen Seite wieder durch Pian Upe bis nach Namalu gehen – acht Tage plante ich dafür ein. Dennis erklärte sich einverstanden. Wieder bekam ich keine schriftliche Genehmigung, musste aber auch nichts bezahlen. Anschließend gab ich meinen beiden Weggefährten Geld für den Einkauf und genoss den einbrechenden Abend mit ein paar Bier im lokalen Restaurant.

Libertist
10.04.2013, 23:20
Part V: Bokora und Pian Upe

Am nächsten Morgen wartete ich mit Lusike und Lachapp auf ein Auto, das Richtung Matany fuhr, leider kamen wir dort erst am späten Nachmittag an und entschieden, die Nacht im Dorf zu verbringen. Dann ging es los: ich war in bester Stimmung und hochmotiviert, den letzten Abschnitt dieser aufregenden Reise anzutreten.

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Der 27. Februar war ein richtig guter Tag! Noch vor Sonnenaufgang verließen wir das Dorf und marschierten durch wegloses Gelände auf einen Staudamm zu, den wir um etwa 16 Uhr erreichten. Die Landschaft war sehr fotogen, trotzdem machte ich am Wasser kein einziges Bild, um möglichst schnell das Lager aufzuschlagen und zu kochen. Erst eine Stunde vor Sonnenuntergang, als alles andere erledigt war, zog ich mit der Kamera los; genauso am nächsten Morgen. Dann ging wir weiter, bis wir am 1. März Iriri erreichten.

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Von Iriri aus bestiegen wir den 2230 Meter hohen Mt. Napak, auf dessen Hochplateaus wir einige kleine Dörfer fanden – kaum zu fassen, dass da wirklich Menschen auf dem Berg lebten!

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Auf der südlichen Seite des Berges traten wir nun in das Pian Upe Reservat ein, das Gerald und ich bereits drei Wochen zuvor hatten durchqueren wollen – damals ohne Erfolg. Jetzt hatte ich meine beiden Ortskundigen dabei, die Suche nach Wasser war kein Problem mehr.

Zunächst verbrachten wir eine Nacht in einem kleinen Dorf namens Nabwal, das sogar über eine kleine Schule und einen Lehrer verfügte. Der Lehrer wurde mir gleich vorgestellte, ich lud ihn auf ein paar Bier ein. Gern wäre ich mit ihm Essen gegangen, aber Bier war das einzige, was sich in dem Ort käuflich erwerben ließ. Wir sprachen darüber, dass sehr viele Kinder von Viehhirten dieser Gegend nie eine Schule besuchen würden und er bat mich darum, am nächsten Morgen zu Unterrichtsbeginn vor allen Kindern eine kleine Ansprache zur Bedeutung von Bildung für die Region zu halten, die er übersetzen wollte – kein Problem.

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Die Wanderung durch Pian Upe war relativ unspektakulär: größtenteils waren wir auf Pisten und Wegen unterwegs und trafen dort natürlich auch allerhand Menschen. Hier noch ein paar Bilder dieses Streckenabschnitts.

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Am 5. März kamen wir an die Hauptstraße und ließen uns von einem kleinen Auto mit in das nahe gelegene Nabilatuk nehmen. Dort besuchte ich den Programmmanager der Organisation „KACHEP“, mit dem ich vor der Reise bereits Email-Kontakt gehabt hatte. Ich kaufte Bier und verbrachte den Abend gemeinsam mit meinen beiden Guides auf dem Gelände dieser Organisation – wir ließen unsere gemeinsame Reise Revue passieren, lachten viel und ich dankte ihnen herzlich für Ihre Hilfe. Am nächsten Morgen zahlte ich sie aus und verfasste einen Empfehlungsbrief für Lusike, mit dem er hoffte, eine offizielle Anstellung als Guide bei der UWA zu bekommen. Sollte irgendein Leser dieses Berichts einmal nach Karamoja reisen und einen Guide brauchen, dann möge er sich über die Website der Uganda Wildlife Authority nach Dennis Mandela oder James Okware erkundigen; beide können Kontakt zu Lusike Mark herstellen, dessen Begleitung ich jedem wärmstens empfehle.

Nachdem ich meine Guides ausgezahlt hatte, machten sie sich auf den Rückweg nach Moroto, während ich weiter nach Namalu fuhr. Dort brachte ich zwei weitere Nächte zu und besuchte ein paar Leute, mit denen ich zuvor Freundschaft geschlossen hatte. Gemeinsam gingen wir ein bisschen wandern – ein junger Mann in meinem Alter zeigte mir beispielsweise ein kleines Dorf hoch oben am Berg (direkt neben Namalu befindet sich der 3063 Meter hohe Mt. Kadam), in dem sein 96-jähriger Großvater noch lebte. Zwei meiner Freunde begleiteten mich am 8. März nach Mbale, wo wir gemeinsam den „Woman’s Day“ feierten… Details dazu werde ich mir an dieser Stelle ersparen. ;-)

Zunächst jedoch noch ein paar Bilder aus Namalu und ein paar Affen, die ich am Mt. Napak fotografierte.

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Am Nachmittag des 9. März verabschiedete ich mich von meinen Freunden und stieg in einen Minibus, der nach Kampala fuhr, von dort aus ging es gleich weiter zum Flughafen in Entebbe. Wenige Stunden später, am Morgen des 10. März, saß ich bereits im Flieger.


Tja, jetzt wird’s wohl Zeit für ein Fazit. Wie immer werde ich mich damit kurz halten: die Reise war genial! Vielleicht übertreibe ich es ja ein wenig mit der Euphorie; schon möglich, schließlich war ich zum ersten Mal in Afrika – so vieles war mir neu! Die Landschaft, die Menschen, die Tiere, das Klima und vor allem auch die Herausforderungen, mit denen ich mich konfrontiert sah. Meine Alaska-Touren sind physisch sicher herausfordernder, aber hier in Afrika hatte ich das Gefühl, viel mehr Input zu bekommen; ich fühlte mich ständig neu durch irgendetwas inspiriert.

Das Gefühl, hier etwas „Exklusives“ und „Pionierisches“ zu unternehmen, ist für mich – gefühlt! – an dieser Stelle natürlich auch von Bedeutung. Diese Unternehmung verwirklich zu haben ist schon ein Erfolgserlebnis, allerdings lief auch nicht alles glatt: das Wasserproblem in Pian Upe, der Abtransport ganz oben in Kidepo… das sind Dinge, die mich sehr enttäuschten. Aber natürlich habe ich daraus gelernt. Überhaupt stand das Lernen für mich im Mittelpunkt dieser Reise: ich habe jetzt eine Vorstellung davon, wie das Leben und Überleben im traditionellen Ostafrika funktioniert. Zuvor hatte ich nur das Gefühl, dass mir Afrika sehr gefallen könnte, wusste aber nicht, was dort tatsächlich auf mich warten würde.

Das weiß ich jetzt, zumindest ungefähr. Und ich kann kaum ausdrücken, wie groß mein Verlangen ist, mehr von diesem Kontinent zu entdecken – ich bin extrem neugierig geworden! Im Sommer geht’s erst mal wieder nach Alaska, aber im nächsten Winter steht eine neue Afrika-Reise an, da bin ich ganz sicher. Nur suche ich noch nach einem geeigneten Ziel – am liebsten würde ich wieder eine Region besuchen, deren politische Stabilität ein wenig fragwürdig ist; ein „relativ sicheres Krisengebiet“ sozusagen, genau wie Karamoja. Manchmal hatte ich das Gefühl, mit meiner jungen Afrika-Liebe meine eigentlich Liebe – Alaska! – zu betrügen. Aber so weit ist es vielleicht noch nicht gekommen. Glücklicherweise muss ich mich nicht entscheiden, schließlich ist es heutzutage nicht unüblich, neben der Liebe noch eine Affäre zu haben.

Nun möchte ich noch einigen Personen danken, die diese Reise für mich möglich und letztendlich zu einem so unvergesslichen Erlebnis gemacht haben:

Gerald Klamer, mein Reisepartner, von dem ich viel lernen konnte und mit dem ich sofort wieder auf Tour gehen würde
Miriam Lejeune, die einige Zeit in Karamoja lebte und mir bei der Vorbereitung half
Florian Steiniger, der mir Kontakte in Karamoja zuspielte
Juliano Tiyan, unser italienischer Freund aus Namalu
Bob Wright, der mir vor der Reise genaue Angaben zur Sicherheitslage zukommen ließ
Jean Grade, die mir bei der Planung half
Lokiru Paul und dem Team von Kadam’s Inn
meine Freunde aus Namalu: Susan, Paul, Peter, Benjamin und Sam
Alessandro Movota aka “Movusapir” (ISS)
Otim Dennis Mandela und James Okware (UWA)
Lusike Mark und Lachapp Meriko, unsere beiden „Guides“
Fausto Conter, der mich in Iriri beherbergte
Limlim John Paul, Lehrer aus Nabwal
Mukisa Ayub (Kachep), der mich in Nabilatuk aufnahm

Und nun zum Abschluss noch eines meiner Lieblingsbilder, das ich auf dem letzten Reiseabschnitt gemacht habe, also im Bokora Reservat. Es zeigt das gedrehte Spiegelbild eines Baumes im seichten Wasser.

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Chouchen
11.04.2013, 00:00
Tolltolltolltolltolltolltolltolltolltoll!:o Wahnsinns-Bilder!!!5sterne

robert77654
11.04.2013, 00:11
Sehr interessanter Bericht, viele sehr gute Bilder (aus technischen Gründen - lange Ladezeiten wären vielleicht etwas weniger Bilder/geringere Auflösung gut).

Sehr gut gefällt mir, dass du das Wasserproblem ungeschminkt schilderst und das "Dankeschön" am Schluss...

Ich würde das Risiko einer solchen Reise nicht eingehen, aber das muss jeder für sich entscheiden.

Abt
11.04.2013, 03:21
Toll geschrieben, ein Bericht der Extraklasse.
Muss morgen (heute) mindestens noch paarmal hier nachfassen.
Deine Portraits sind der absolute Hammer,
Danke

Mika Hautamaeki
11.04.2013, 08:42
Einfach genial!!! Wie gewohnt tolle Bilder und ein toller Bericht!

Aber etwas hat mir wirklich Angst gemacht:

Mein Sommer 2013 war nass und kalt.
Ich hoffe, daß du über keine hellseherischen Fähigkeiten verfügst :ignore:

_Matthias_
11.04.2013, 09:29
Hatte jetzt leider nur Zeit die Bilder kurz zu überfliegen und den Anfang zu lesen, heute Abend bekommt der Beitrag dann die Aufmerksamkeit, die erst verdient. Aber was ich schon sagen kann, da hat es ja echt Hammer Bilder dabei, voll der Neid! Und auch die Reise selbst hört sich Hammer an, ich war letztes Jahr im touristischen Teil Ugandas und selbst da, war es oft alles andere als touristisch.

Williboyd
11.04.2013, 10:07
Genial! Ich komme gar nicht zum Lesen. Scrolle immer nur von einem Bild zum nächsten. Die Reise hast du (wie immer) in sehr fesselnden Bildern eingefangen, Glückwunsch! Den Bericht selbst werde ich mir später noch zu Gemüte führen;-)

volx-wolf
11.04.2013, 10:08
Das Du Dich erst zwei Jahre mit fotografieren beschäftigst, mag ich Dir gar nicht glauben!

Kann mich der allgemeinen Lobeshymne nur anschließen!

smeagolvomloh
11.04.2013, 12:15
5sterne

Mir fehlen die Worte, um meine Begeisterung für diesen erstklassigen Reisebericht und die fantastischen Bilder auszudrücken.

Vielen vielen Dank fürs Einstellen.

Den Bericht werde ich wohl noch ein mehrere Male durcharbeiten.

5sterne

Mario294
11.04.2013, 13:22
5sterne

Wow mehr bekomme ich gerade nicht raus :o

5sterne

Degger
11.04.2013, 14:46
Hammer genial! Super tolle Fotos, meine Hochachtung.

Eine Frage habe ich: Ihr habt den Spot ja ausgelöst, seit aber dann weggegangen von der Position. Das bedeutet ja auch das durchaus ein Haufen Leute aktiviert wurden. Können da Kosten auflaufen wenn man den Spot aktiviert und nach einiger Zeit deaktivert und ihn nicht nutzt, müsst ihr euch erklären? (ja ich weiss Ihr hattet allen Grund anders zu handeln und es ist ja gut ausgegangen!)

Bergtroll
11.04.2013, 15:31
Toller Bericht. Phantastisches Abenteuer. Danke!

Was mich am meisten beindruckt: Deine fotografischer Entwicklung (die bei mir leider nicht eingetreten ist). Wie schaffst Du es, Dir trotz körperlicher Anstregung ausreichend Zeit für richtig gute Fotos und fotografische Experimente zu nehmen? Da hakt es bei mir ... glaube ich. Hattest Du ein Superzoom oder hast Du die Tiere trotz Objektivwechsel erwischen können?

Was bei mir am meisten Erstaunen ausgelöst hat: Das Fastverdursten. Das wirkt irgendwie so durchdacht, wie die Sache mit dem Eureka Canyon ;) (Zumal Gerald ja schon Erfahrungen mit Wassernot gesammelt hatte.)

Libertist
11.04.2013, 15:55
Danke an Mika Hautamaeki für den Hinweis - hab ich ausgebessert.



Eine Frage habe ich: Ihr habt den Spot ja ausgelöst, seit aber dann weggegangen von der Position. Das bedeutet ja auch das durchaus ein Haufen Leute aktiviert wurden. Können da Kosten auflaufen wenn man den Spot aktiviert und nach einiger Zeit deaktivert und ihn nicht nutzt, müsst ihr euch erklären? (ja ich weiss Ihr hattet allen Grund anders zu handeln und es ist ja gut ausgegangen!)

Naja, wir waren uns ziemlich sicher, dass über Nacht niemand ausrücken wird; wir gingen also davon aus, dass alles okay sein würde, wenn wir bis zum Morgengrauen Entwarnung geben. Das Ganze hatte vor Ort eigentlich kein Nachspiel mehr, mal abgesehen von ein paar Mails und einem Telefonat mit der Botschaft. Ich möchte trotzdem noch bei GEOS (die für den SPOT verantwortliche Firma) anfragen und mich nach deren tatsächlicher Reaktion erkundigen, das interessiert mich schon sehr. Ich weiß, dass die Botschaft in Uganda verständigt wurde... und leider auch meine Familie. Was es bedeutet, wenn meine Mutter und meine Schwester plötzlich einen Anruf aus den USA bekommen und ihnen erklärt wird, dass ich ein SOS-Signal aus dem ugandischen Busch gesendet habe, ansonsten aber momentan keine weiteren Informationen zur Verfügung stehen, kann sich vielleicht jeder vorstellen. Für die Zukunft werden meine Familienmitglieder nicht mehr als Notrufkontakte für GEOS erreichbar sein, so viel steht mal fest.

Was ich über GEOS und deren Reaktion auf unseren Notruf herausfinde, werde ich dann hier posten.



Wie schaffst Du es, Dir trotz körperlicher Anstregung ausreichend Zeit für richtig gute Fotos und fotografische Experimente zu nehmen?

Ich habe die Pausen zum Fotografieren genutzt, weniger zum Ausruhen. Außerdem waren Gerald und ich darum bemüht, unser Camp immer zwischen 4 und 5 am Nachmittag aufzuschlagen - meistens hatte ich dann noch etwa eine Stunde Zeit, in der ich fotografieren konnte. Und ganz ehrlich: ich hab es wirklich nicht als sonderlich schwierig empfunden, ein paar gute Bilder zu machen. Die Motive fliegen einem da unten ja fast entgegen.



Hattest Du ein Superzoom oder hast Du die Tiere trotz Objektivwechsel erwischen können?

Ich hatte drei 2,8er Objektive dabei. Das Tele war ein 70-200/2,8, dazu der 2fach Telekonverter. Auf f/8 abgeblendet kann man da echt noch gute Ergebnisse erzielen. Also ja, bei den Objektiven war fliegender Wechsel angesagt.




Was bei mir am meisten Erstaunen ausgelöst hat: Das Fastverdursten. Das wirkt irgendwie so durchdacht, wie die Sache mit dem Eureka Canyon ;) (Zumal Gerald ja schon Erfahrungen mit Wassernot gesammelt hatte.)

Was genau meinst mit "durchdacht"? :bg: Der Vergleich mit meiner Aktion im Eureka Creek Canyon ist gut.

Bergtroll
11.04.2013, 16:08
Zu den Objektiven: Mir ist es - als ich noch eine DSLR hatte - oft passiert, dass ich das Normalobjektiv drauf hatte, als der Elch etc. vorbeischaute. Bis ich dann das Zoom aufgeschraubt hatte, war er wieder weg.

Zu den Fotopausen bzw. Fotografieren am Nachmittag: Ja. Nachdem das Zelt bei mir aufgebaut ist und ich Ruhe habe, kommen bei mir auch ab und zu mal halbwegs brauchbare Fotos raus ^^


Was genau meinst mit "durchdacht"?

Soweit ich das überhaupt aus der Ferne beurteilen kann: Ihr hattet Euch offenbar erkundigt, dass es irgendwo Wasser gibt. Aber nicht genau gefragt, wo es das Wasser gibt. Nachdem Ihr am ersten Tag offenbar 13l-4l = 9l pro Kopf verbraucht hat, war es ganz schön mutig einfach auf Verdacht weiterzugehen, obwohl Ihr offenbar vorher nicht gefragt hattet, ob der Fluss Wasser führt. Ob man an der Stelle mit dem Rucksack nach Wasser hätte graben können (Foto sieht sumpfig aus), kann ich nicht beurteilen.

War aber jedenfalls ein tolles Abenteuer. Nur immer wirst Du halt nicht so viel Glück, sondern auch mal richtig Pech haben. Und das wäre schade.

fjellstorm
11.04.2013, 16:22
Was genau meinst mit "durchdacht"?
Böse wie ich bin, hätte ich jetzt vermutet-jedes Abenteuer braucht irgendwo was Bedrohliches-oder-: jedes (Theater)Stück braucht ne Dramaqueen ;)


Nur immer wirst Du halt nicht so viel Glück, sondern auch mal richtig Pech haben.
Ach, bisschen Zeit hat er ja noch für den Klub 27^^..

Super Fotos!!, aber das wusste ich schon vorher- den Bericht muss ich mir noch durchlesen..

-cheers

ckanadier
11.04.2013, 16:38
Du schilderst so, dass ich mich problemlos hinein versetzen kann und ein Gefühl des "mit unterwegs sein" entsteht.
Danke
Jürgen

Libertist
11.04.2013, 16:50
Nachdem Ihr am ersten Tag offenbar 13l-4l = 9l pro Kopf verbraucht hat, war es ganz schön mutig einfach auf Verdacht weiterzugehen, obwohl Ihr offenbar vorher nicht gefragt hattet, ob der Fluss Wasser führt.

Naja, es handelte sich um den selben Fluss, den wir bereits zuvor überquert hatten - und da hatte er noch 'ne Menge Wasser geführt. Ahnt ja niemand, dass der Fluss sich später in einem riesigen Sumpfgebiet verläuft... und jetzt, in der Trockenzeit, war dieses Sumpfgebiet völlig ausgetrocknet. Da war nichts mit Graben.



Nur immer wirst Du halt nicht so viel Glück, sondern auch mal richtig Pech haben.

Nein, ich werde immer Glück haben. Ich bin ein Glückskind. :p

Torres
11.04.2013, 17:42
Ein wirklich toller Bericht. Habe ihn in der U-Bahn gelesen und bin nur knapp und mit viel Glück an der richtigen Station ausgestiegen, so gefesselt war ich. Die Bilder sind wirklich großartig. Ich habe ein Faible für Fotos von Gesichtern und da sind viele Fotos dabei, die ich unglaublich gelungen finde.

DeLiebe
11.04.2013, 18:08
Toller Bericht! Deine sprechen als Fotoband ja schon für sich, aber mit deinen Erzählungen werden sie lebendig.
Danke fürs Teilen deiner Erlebnisse.
5sterne

Schlammschnecke
11.04.2013, 18:51
Wow!
Vielen, vielen Dank für den tollen Bericht. Und die Bilder. Und - ansonsten bin ich sprachlos.

Danke
Schlammschnecke

Wildniswanderer
11.04.2013, 20:35
Wie immer aus deiner Feder, ein spannender Bericht, der den Leser in das Geschehen mitnimmt. Und wenn ich die Fotos betrachte, muss ich sagen, dass sich das Schleppen der schweren Ausrüstung wirklich gelohnt hat!
Allerdings muss man auch sagen, dass eine gute Ausrüstung nicht alles ist. Du hast ein gutes Auge für stimmungsvolle Bilder, wie du hier mal wieder eindrucksvoll bewiesen hast.

Toll!

Bergtroll
11.04.2013, 21:21
Was mich noch interessieren würde: Musstet Ihr - notgedrungen, da es keine Geldautomaten oder Banken dort gibt - grössere Mengen an Bargeld mit Euch führen, um z.B. die Guides zu bezahlen und Einkäufe zu tätigen?

Sarekmaniac
11.04.2013, 23:27
Hallo Gabriel,

ich kann mich an den Bildern gar nicht sattsehen. Da Du dein Lieblingsbild genannt hast, nenne ich auch meins (wenn ich das "zitieren" darf:

http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2013/04/DSC3538.jpg

Das kann nach meiner unmassgeblichen Meinung mit allem mithalten was die "Profis" machen. Man merkt, Du hast einen Menschen in seinem Wesen erfasst. Wenn es in einer Galerie hinge, würde ich es sofort kaufen (Angebot gerne per PN;-)).

Ob die SPOT-Rettungskette funktioniert hätte, interessiert mich auch, ich bin auf dein Update gespannt.

Und was die Sache mit dem Wasser betrifft: Da ging es mir wie Bergtroll - letzten Sommer zuviel, jetzt zuwenig...:o Take care, sage ich nur.

fjellstorm
12.04.2013, 00:33
So, habe den Bericht jetzt akribisch gelesen- und muss sagen, auch bezüglich deines Schreibstils/Aufbau etc. hast du einiges weiter gebracht! Gute Gliederung, ein mitreißender Mix aus Information und persönlichen Eindrücken mit einer gesunden Portion kritischer Betrachtung.


Wir sprachen darüber, dass sehr viele Kinder von Viehhirten dieser Gegend nie eine Schule besuchen würden und er bat mich darum, am nächsten Morgen zu Unterrichtsbeginn vor allen Kindern eine kleine Ansprache zur Bedeutung von Bildung für die Region zu halten, die er übersetzen wollte – kein Problem.
Das finde ich sehr bemerkenswert- du schaffst es (immer wieder) mit dem Land/den Leuten direkt zu interagieren, bist nicht nur passiver Konsument im Sinne von "klassischem Tourist"-sondern du gibst etwas-.

Auch sehr deutlich, wie du schilderst, wenn vielleicht auch indirekt, dass man ohne Ortskundige/Guides so gut wie keine bzw. schlechte Chancen hat, sich durch diverse Problematiken wie Permits, Wasservorkommen, etc autark zu kämpfen.

Wirklich sehr gelungen ;)

winnetoux
12.04.2013, 00:40
Das finde ich sehr bemerkenswert- du schaffst es (immer wieder) mit dem Land/den Leuten direkt zu interagieren, bist nicht nur passiver Konsument im Sinne von "klassischem Tourist"-sondern du gibst etwas-.

Wenn du ihr Schulgeld bezahlst, hast du vielleicht das Recht, das Bild zu verkaufen. Konto einrichten, Grundschule genügt nicht.

Das eine Mädel trägt ein Obama-Shirt, ist der noch Thema, gar bei den Turkana? Wäre mein Aufhänger für ne Rede vor Schulkindern, an sich hätte ich keine Lust, als großer Mahneronkel aufzutreten, hat was von NGO. Außerdem sitzen die ja schon in der Schule, es mangelt dann wohl an der Lehrerbildung.

Was wissen Turkana von der Welt außerhalb ihrer Umgebung? Sie wissen schon, dass sie die Grenze übertreten (für sie keine legitime Grenze?)? Auf der anderen Seite keine Lebensgrundlage (mehr)?

fjellstorm
12.04.2013, 00:48
Wenn du ihr Schulgeld bezahlst, hast du vielleicht das Recht, das Bild zu verkaufen. Konto einrichten, Grundschule genügt nicht.

Klar-Schulgeld bezahlen-klingt gut. Ich bezog mich auch nicht die effektivsten Samariter-Methoden- lediglich das Interagieren-das ist schon mehr als bloßes Konsumieren, oder Wegsehen. Whatever-

winnetoux
12.04.2013, 00:51
Ich find den Zusammenhang Geld verdienen - bitte in die Schule gehen gerade naheliegend. ;-)

fjellstorm
12.04.2013, 00:54
Ich find den Zusammenhang Geld verdienen - bitte in die Schule gehen gerade naheliegend. ;-)
besagtes Mädchen wird vermutlich mal Model, so haben Gabriel und ich es befunden.

winnetoux
12.04.2013, 00:57
besagtes Mädchen wird vermutlich mal Model, so haben Gabriel und ich es befunden.

:grins: dolle Zukunftsaussichten. Sie hat eine Schramme, geht nicht, sie sollte weiter zur Schule gehen. Kann das erste Modelbild mit finanzieren. Kein Samaritertum, selbst verdient.

cane
12.04.2013, 03:06
Schöner Reisebericht!

Endlich mal wieder was mit ein bisschen Testosteron und Spontanität drin und nicht diese typischen "Ich bewege meinen 65 kg Städterpussy Körper nach einem halben Jahr Vorbereitung und Rücksprache mit Mutti mittels UL Reiseausrüstung In die Alpen". ;)

Viel Glück, Freude und Erfahrungen auf allen weiteren Trips!

mfg
cane

Libertist
12.04.2013, 04:26
Danke erstmal an alle. Freut mich, dass euch der Bericht und die Bilder gefallen.


Wie immer aus deiner Feder, ein spannender Bericht, der den Leser in das Geschehen mitnimmt.

Ja, vor allem dich nimmt er mit in das Geschehen, hm? ;-)



Was mich noch interessieren würde: Musstet Ihr - notgedrungen, da es keine Geldautomaten oder Banken dort gibt - grössere Mengen an Bargeld mit Euch führen, um z.B. die Guides zu bezahlen und Einkäufe zu tätigen?

Ja. Wir haben gleich am Flughafen Geld abgehoben, später dann noch mal in Moroto (in Moroto und Kotido gab es die einzigen Geldautomaten, denen wir in Karamoja begegnet sind). Außerdem hatten wir einiges an US-Dollar dabei und Gerald hat notgedrungenermaßen noch mal Euro in Ugandische Schilling getauscht (ich hatte keine Euro dabei).

Libertist
12.04.2013, 04:37
Das eine Mädel trägt ein Obama-Shirt, ist der noch Thema, gar bei den Turkana? Wäre mein Aufhänger für ne Rede vor Schulkindern, an sich hätte ich keine Lust, als großer Mahneronkel aufzutreten, hat was von NGO.

Die Frau ist eine Karamojong, keine Turkana - und man mag Obama, weil er schwarz ist.

Und keine Sorge, ich bin nicht als "Mahneronkel" aufgetreten, sondern als ein Reisender, der selbst noch zur Schule geht (im Englischen darf man ja "school" auch für "Universität" benutzen).




Was wissen Turkana von der Welt außerhalb ihrer Umgebung? Sie wissen schon, dass sie die Grenze übertreten (für sie keine legitime Grenze?)? Auf der anderen Seite keine Lebensgrundlage (mehr)?

Die Turkana kommen in der Trockenzeit nach Karamoja, weil es dort wenigsten noch ein bisschen Wasser gibt - anders, als auf der kenianischen Seite, wo man größtenteils Wüste vorfindet. Ihre Dörfer befinden sich jedenfalls in Kenia. Natürlich wissen sie, dass sie hier eine Landesgrenze überschreiten, aber damit scheint niemand ein Problem zu haben. Diesem Rhythmus folgt man dort schon sehr lange, dagegen sind die Grenzen noch jung. ;-)

rockhopper
12.04.2013, 07:31
Wunderbare Fotos!!!

Den Bericht lese ich später, da ich gleich zur Arbeit muss.

VG rockhopper

Canadian
12.04.2013, 12:04
Hallo Gabriel,

ich hatte mich anfang des Jahes schon mal daran gemacht, die ganzen Reiseberichte von dir zu lesen, die ich bisher noch nicht aufgesogen hatte. Ich muss sagen, dass sich sowohl Schreibstil als auch Fotos sehr schön entwickelt haben. Allerdings lässt sich auch ein größer werdender Hang zum Risiko erkennen. Ich hoffe du übertreibst es nicht irgendwann mal. ;-)

Dein aktueller Reisebericht hat dann aber auch etwas Neid ausgelöst. Kurz vor meinem vor einigen Jahren geplanten Ostafrika-Aufenthalt musste doch glatt ein Bürgerkrieg ausbrechen - so schnell kann es da gehen. Auf jeden Fall ist dein aktueller Bericht sehr kurweilig und interesant zu lesen und vor allem macht er Lust auf mehr. Entweder selbst erlebtes oder von dir geschriebenes. Langsam bekommt man wieder Lust alte Ideen zu verwirklichen.

Ein paar Fragen hätte ich allerdings noch:
- Dieses mal das Wasser gefiltert, entkeimt o.ä.?
- Wenn ihr im Busch in euren Zelten geschlafen habt, wie schliefen eure Guides?
- Magst du vielleicht noch ein paar Worte zu grundlegenden Änderungen bei der Ausrüstung verlieren? Zelt und Schuhe sehen ja aus wie immer. Hat sich das bewährt? Wie ist das Schlafklima nachts?

Besten Gruß
Canadian

Libertist
12.04.2013, 12:39
- Dieses mal das Wasser gefiltert, entkeimt o.ä.?

Ja, wir hatten Tropfen dabei. War auch mal was Neues für mich.




- Wenn ihr im Busch in euren Zelten geschlafen habt, wie schliefen eure Guides?

Draußen, am Feuer. Gerald hatte schon recht bald einmal sein Zelt verloren und schlief dann auch nur noch unter'm Sternenhimmel.




- Magst du vielleicht noch ein paar Worte zu grundlegenden Änderungen bei der Ausrüstung verlieren? Zelt und Schuhe sehen ja aus wie immer. Hat sich das bewährt?

So viele Änderungen gab es ja wirklich nicht, das stimmt schon. Ich habe mir fünf Nalgene Wassersäcke gekauft, einer davon ging leider kaputt. Ansonsten war ich erstmalig mit GPS unterwegs, das war eigentlich auch ganz nett.

Natürlich hätte ich sehr vieles neu und in leichteren Versionen kaufen können: Schuhe, Zelt, Schlafsack, Matte... musste aber nicht sein. Ich denke mir immer: was bringen ein paar Gramm Gewichtseinsparung, wenn ich mir dann 9 kg Fotoausrüstung und vielleicht auch mal 12 Liter Wasser auf den Rücken binde? Das relativiert sich ja alles - und ich will nicht immer so viel Neues kaufen. Letztendlich war ich mit allem zufrieden.



Wie ist das Schlafklima nachts?

Heiß war's! ;-) Hab immer nur mit Unterhose auf der Matte gelegen, der offene Schlafsack lag alibihalber neben mir, nur am Mt. Elgon hab ich den mal gebraucht. Aber ich lag ja auch im Zelt - draußen, unter freiem Himmel, wurde es in den frühen Morgenstunden schon etwas frischer. Wie auch immer, geschlafen haben wir gut. :cool:

Abt
12.04.2013, 12:48
Da war mal Feuer ganz dich bei euren Zelten...

Libertist
12.04.2013, 12:56
Da war mal Feuer ganz dich bei euren Zelten...

Ja, das hat Lachapp angezündet. Wir haben etwas spät bemerkt, dass es 'ne Menge Wespen an unserem Lagerplatz gibt, da wurde dann erstmal an allen vier Enden des Platzes ein kleines Feuerchen gelegt. Und sofort waren die Wespen weg.

Abt
12.04.2013, 13:42
Wieviele Kilos habt ihr ohne Wasser auf dem Rücken?
Wie scheu sind da unterwegs Wildtiere?-, ich meine die Nichtraubtiere. (Meine Klichee-Vorstellung von Safaris halt wieder...)
Gab es etwas Essbares unterwegs, was eure Guides gefangen oder gesammelt haben und anhand welcher Orientierung haben sie Wasser gefunden?

Enja
12.04.2013, 14:19
Schön. Afrika, wie es leibt und lebt......

Libertist
12.04.2013, 14:21
Wieviele Kilos habt ihr ohne Wasser auf dem Rücken?

Ich weiß nicht, was Geralds Rucksack wog; bei mir waren es so um die 25 kg einschließlich Foto-Kram, ohne Essen und Wasser.




Wie scheu sind da unterwegs Wildtiere?-, ich meine die Nichtraubtiere. (Meine Klichee-Vorstellung von Safaris halt wieder...)

Von meiner Alaska-Erfahrung ausgehend, habe ich die Tiere als ziemlich scheu empfunden. Gerald, der ja nicht das erste Mal in Afrika war, meinte immer, die Tiere hier seien überraschend neugierig. Vielleicht kann er selbst noch mal was dazu sagen?




Gab es etwas Essbares unterwegs, was eure Guides gefangen oder gesammelt haben und anhand welcher Orientierung haben sie Wasser gefunden?

Ja, ein paar Früchte haben wir vom Boden aufgelesen - zwei verschiedene Arten von "trail food" sind auch auf den Bildern zu sehen (HIER (http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/fancygallery/2013_karamoja_5/2013_karamoja_5/0_52042900_1365510863.jpg) und HIER (http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/fancygallery/2013_karamoja_13/2013_karamoja_13/0_31990900_1365516846.jpg)). Ansonsten wurde einmal ein mit Pfeil und Bogen bewaffneter Junge überredet, seine frisch erlegte Beute mit uns zu teilen. Darauf hatte ich keinen Einfluss.

Wasser: meistens wussten die beiden einfach ganz genau, wo's Wasser gibt. Manchmal erkundigten sie sich bei irgendwelchen Viehhirten, die wir unterwegs trafen.

winnetoux
12.04.2013, 15:08
Die Frau ist eine Karamojong, keine Turkana - und man mag Obama, weil er schwarz ist.

Das hab ich mir schon fast gedacht, ich hab die Turkana hinterhergeschoben, weil sie aus Kenia sind und da wohnt die Oma und deshalb erwartet man vielleicht besonders was oder hat es mal getan aber gleichzeitig gibt es wohl nur Buschfunk, was kennt man von der Welt.

Wie viel kostet das Bier?

Libertist
12.04.2013, 15:13
Wie viel kostet das Bier?

Die Frage aller Fragen. :p Das billigste bekam man für 2000 Schilling, das teuerste für 3500, was etwa einem Euro entspricht.

Enja
12.04.2013, 15:37
Wieviel habt ihr euren Führern bezahlt?

Dass die Einheimischen meinen, dass es genug Wasser gibt, bedeutet in Afrika eigentlich normalerweise, dass man es als Zugereister nicht findet. Häufig gehört es auch jemandem. Dem, der es ausgebuddelt hat. Oder dem, auf dessen Weidefläche es sich findet.

Insofern sind dann Guides die einzige Lösung. Oder man fragt halt jemanden, der da unterwegs ist. Was in völlig menschenleeren Gegenden ausfällt. Aber die sind tatsächlich sehr selten.

Fliehender
12.04.2013, 15:58
Die Frage aller Fragen. :p Das billigste bekam man für 2000 Schilling, das teuerste für 3500, was etwa einem Euro entspricht.

Wie hoch waren die Reisekosten nochmal? :grins:



Um mal im Strom mitzuschwimmen:

Grandiose Bilder!!! 5sterne Einfach geniale Idee! Toll geschrieben.

Aber hui hui hui, das mit dem Wasser. Pöser Junge! :grrr:


:bg:


Ernsthaft ;-)

Enja
12.04.2013, 20:23
(Ich würde empfehlen keine genauen Beträge für Führer zu nennen, was angemessen ist hängt immer von den genauen Umständen ab und kann sich sehr schnell ändern)

Was natürlich auf die Höhe von Schmiergeldern im Grunde noch viel mehr zutrifft.

Wildniswanderer
12.04.2013, 20:35
Wieviele Kilos habt ihr ohne Wasser auf dem Rücken?
Wie scheu sind da unterwegs Wildtiere?-, ich meine die Nichtraubtiere. (Meine Klichee-Vorstellung von Safaris halt wieder...)
Gab es etwas Essbares unterwegs, was eure Guides gefangen oder gesammelt haben und anhand welcher Orientierung haben sie Wasser gefunden?
Karamoja war bis in die Siebziger Jahre eines der großen Wildtierparadiese Afrikas. Zu erkunden was davon noch übrig geblieben ist, war eine der Hauptmotivationen für mich diese Reise anzutreten. In der Phase der Informationsbeschaffung hier in Deutschland bin ich auf Widersprüchliches gestoßen. Zum Einen Berichte nach denen es so aussah, als wenn es außerhalb des Kidepo Nationalparks kaum noch Wild gibt, andererseits aber auch Schilderungen nach denen in den Reservaten seit kurzem die Trophäenjagd wieder erlaubt ist, und enthusiastische Jagdberichte, in denen von einem Afrika wie aus dem 19. Jahrhundert die Rede ist.

Meine Erwartungen waren also sehr hoch, und wurden zu Anfang der Tour im Pian- Upe Reservat wo wir das Wasserproblem hatten, auch gut erfüllt. Ich war überrascht, dass wir bereits am ersten Tag dieses Abschnitts schon auf Büffel gestoßen sind.
Diese flüchteten dann zwar zunächst aber bald stießen wir wieder auf sie, und einige Bullen zogen uns sogar bis auf 30 Meter Entfernung entgegen um uns zu taxieren. Außerdem sahen wir hier auch große Antilopen wie Elenantilopen und Wasserböcke. Von kleineren wimmelte es manchmal regelrecht.

Leider setzte sich die Häufigkeit der Tierbegegnungen nicht fort. So scheint es im Matheniko Reservat gar keine größeren Tiere mehr zu geben. Die wenigen kleineren Tiere wie Warzenschweine und Paviane sind scheu, was auf hohen Jagddruck duch die Einheimischen schließen lässt.

In der Nähe des Kidepo Valley Nationalparks gibt es dann wieder Büffel und Elefanten auch außerhalb der Parkgrenzen.

Außerhalb der Nationalparks sind Wildtiere in Afrika generell scheuer, also safariartige Begegnungen kommen eher selten vor.

Wildniswanderer
12.04.2013, 20:54
Eine Region wie Karamoja, über die kaum verlässliche Informationen zur effektiven Plaung bereit stehen, würde ich persönlich (und auf Basis meines jetzigen Wissensstandes) nur mit einem Guide besuchen. Mit "Guide" meine ich einen lokalen Viehhirten, der sich auskennt - nicht unbedingt einen "professionellen" Guide.

Ansonsten muss man eben sehr streng mit sich sein und an einem gewissen Punkt leider einfach umkehren. Wir hatten viel zu lange noch Hoffnungen... Im Prinzip hätten wir bereits zur Mittagszeit den Rückweg antreten soll - eben so, dass man sicher sein kann, mit den vorhandenen Wasserreserven noch problemlos in die Zivilisation zurückkehren zu können. Allerdings würde ich mit dieser Strategie jetzt keine derart trockene Region mehr besuchen, von der ich wirklich keine verlässlichen Informationen über konkrete Wasserstellen habe. Ist einfach zu mühsam, früher oder später muss man dann ja doch umkehren.


Vor allem muss man sagen, dass der Februar als ein Monat am Ende der Trockenzeit unter dem Gesichtspunkt der Wasserverfügbarkeit nicht gerade die beste Reisezeit ist. In solche Gegenden würde ich sonst eher das Ende oder den Beginn der Regenzeit bevorzugen, auch wenn das je nach Jahr natürlich variiert. Allerdings hat man dann mit anderen Problemen wie dichter Vegetation und vielen Insekten zu kämpfen unter Umständen auch mit schwierigen Bachdurchquerungen.
Einen Führer sollte man in Karamoja auch wegen der Sicherheitslage anheuern. Das wir keine Probleme hatten, lag zu einem guten Teil daran, dass unser Führer bekannt war. Allerdings sollte man beim Anwerben wenn möglich auf die Empfehlungen von Dritten, wie NGO 's, Missionen etc. zurückgreifen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich jemand als Führer anpreist, der sich nicht wirklich auskennt, weil der mögliche Lohn ja lockt....

Was unser Wasserproblem angeht. Der Bach den wir am ersten Tag in Pian-Upe überquert haben, war so breit und tief, dass wir hätten schwimmen müssen, wenn wir nicht einen Baum gefunden hätten, über den wir balancieren konnten. Wir konnten uns nicht vorstellen, dass davon 20 Kilometer weiter nichts übrig geblieben ist...

Ich bin auch nicht davon überzeugt, dass wir in dem trockenen Sumpf durch Graben nicht auf Wasser gestoßen wären. Allerdings hatten wir nur noch eine Stunde bis zum Einbruch der Nacht, und im Schein der Stirnlampen nach einer passenden Stelle zu suchen hätte wahrscheinlich nichts gebracht und unsere Situation nur verschärft.

Bergtroll
12.04.2013, 21:18
Ich glaube, Ihr habt auch davon profitiert, dass Ihr da für viele natives so ziemlich die ersten Wandertouristen gewesen seid.

Wenn sich erstmal rumspricht, dass da "dumme" Weisse mit ordentlich Barmitteln im Geldgürtel fern der Zivilisation unterwegs sind, kommt es bestimmt zu Raubüberfällen und Schlimmerem. Es gibt überall böse Menschen.

tiwaz
12.04.2013, 21:25
Hallo Gabriel!!!
tausend Dank für diesen super ergreifenden Reisebericht!!!
Ich find es wunderbar, dass du diese Erlebnisse hier rauf stellst auch wenn die engstirnigen Mahner zu erwarten waren ;-)
Solche Reisen sind eine rahre Essenz in der heutigen Massenmedien bestimmten Welt, wo wir glauben mehr denn je zu Wissen, alles und jedem misstrauen zu müssen und uns in fiktiver Sicherheit wägen.
Du bist losgezogen und wolltest selber schauen, dafür mein Respekt!
Ich merke beim Lesen wie es dich begeistert hat mit den dortigen Gegebenheiten umzugehen und eine Gegend so unberührt zu bereisen, deine Erzählungen haben mich gefesselt.
Mir gefällt es wie sich hier plötzlich, im Kontrast zu deinen Alaskareisen, der Anteil von Menschen denen du begegnet bist total geändert hat und du somit die Landschaft und das Draußensein mit den dort Lebenden Menschen fast als Einheit erleben konntest. Deine Portais sind wunderschön, so richtig authentisch und so muss sich die Reise auch angefühlt haben.
Ich wünsch dir weiter ein so intensives Leben und dass du uns bei deinen Unternehmungen teilhaben lässt!!!
Gruß,
Max

Abt
13.04.2013, 08:05
Vielleicht findet ihr Zeit noch mal auf etwas einzugehen, was mich intressiert, denn so deutlich kam das für mich im Bericht nicht raus.
Als ihr das Notsignal abesendet hattet, tauchte der Jeep da zufällig auf oder waren das bereits Suchtrupps die wegen euch in Bewegung gesetzt wurden? (Wäre zeitmäßig für mich kaum vorstellbar, dann kommen sie ohne Wasserflasche...)
Sind die Ranger untereinander per Funk verbunden also über eine Art Leitstelle?

Wie hat Wildniswanderer übernachtet, als er unter freiem Himmel campierte? direkt am Boden?
Skorpione, Spinnen und anderes kriechendes Getier sind da auch unterwegs.

Konnte die genaue Ursache seiner Infektion hier zu Hause herausgefunden werden?

Wie habt ihr gekocht? Am Lagerfeuer?

Pedder
13.04.2013, 09:07
Hallo Gabriel,

vielen Dank, dass Du Dir die Mühe gemacht hast, diesen Bericht einzustellen. Die Bilder sind fantastisch. Bei Deinem Talent für Portraits ist es kaum zu glauben, dass Du bisher immer in so einsame Gegenden gezogen bist.

Das bereichert mein Leben, in dem es mich wahrscheinlich nie dorthin verschlagen wird. Gut also, dass Du "für mich" da warst.

Liebe Grüße
Pedder

Libertist
13.04.2013, 11:36
Als ihr das Notsignal abesendet hattet, tauchte der Jeep da zufällig auf oder waren das bereits Suchtrupps die wegen euch in Bewegung gesetzt wurden? (Wäre zeitmäßig für mich kaum vorstellbar, dann kommen sie ohne Wasserflasche...)

Hier liegt ein Missverständnis vor: das Auto war nicht im Reservat unterwegs, sondern fuhr auf der Hauptstraße aus südlicher Richtung nach Namalu. Wir erreichten die Hauptstraße kurz vor dem Morgengrauen und hielten nur einen beliebigen Wagen an, der uns mitnehmen könnte. Niemand hatte mit uns gerechnet. ;-) Auf den 25 Kilometern Piste, die wir nachts in Richtung Hauptstraße marschierten, sind wir niemandem begegnet.




Sind die Ranger untereinander per Funk verbunden also über eine Art Leitstelle?

Kann mich nicht daran erinnern, ein Funkgerät gesehen zu haben. Handys hatten sie.




Wie hat Wildniswanderer übernachtet, als er unter freiem Himmel campierte? direkt am Boden?

Ja, Gerald lag mit seiner Matte direkt am Boden. Zu seiner Infektion sagt er bestimmt später selbst noch was.




Wie habt ihr gekocht? Am Lagerfeuer?

Genau, wobei ich meinen kleinen Bushbuddy dabei hatte.

Libertist
13.04.2013, 11:37
Das bereichert mein Leben, in dem es mich wahrscheinlich nie dorthin verschlagen wird. Gut also, dass Du "für mich" da warst.


Hab ich gern germacht. :p

Ditschi
13.04.2013, 13:15
Als ich die ersten Bilder gesehen habe, habe ich nicht weitergelesen. Ich habe beschlossen, mir den Reisebericht aufzuheben für ein verregnetes Wochenende zu Hause. Das habe wir heute, und ich habe den Bericht in Ruhe genossen.
Ich möchte mich einfach schlicht bedanken.
Ditschi

peter-hoehle
13.04.2013, 15:03
Auch ich habe heute den Bericht gelesen.
Um so eine Tour durchzuziehen...Hut ab.
Ich sage einfach danke für diesen sehr
schönen Reisebericht aus einer Gegend
der Erde wo kaum ein Weisser hinkommt.

Gruß Peter

tjelrik
13.04.2013, 20:10
Junge Junge. Interessanter Bericht und verdammt gut fotografiert. Mal nachgedacht bei National Geographic oder Geo vorstellig zu werden?

PeppermintPatty
13.04.2013, 23:08
Ein unglaublicher Bericht, erneut.
Allein schon ein Grund, dieses Forum aufzusuchen ;-)

Die Fotos sind echt professionell.
Glückwunsch dazu und zum gesund wieder nach Hause gekommen sein.

Beim Thema "Familie über Notruf benachrichtigt" musste ich schlucken.
Freiheit hin oder her, man ist nie "frei" von denen, denen man wichtig ist.

Libertist
13.04.2013, 23:45
Mal nachgedacht bei National Geographic oder Geo vorstellig zu werden?

Noch nicht so richtig. Hab auch keine Connections zu irgendjemandem - und einfach mal ne Email schreiben... ich weiß nicht. :roll:




Beim Thema "Familie über Notruf benachrichtigt" musste ich schlucken.
Freiheit hin oder her, man ist nie "frei" von denen, denen man wichtig ist.

Sehr wahr! Das Thema "Familie" ist schwierig - tatsächlich ist mein Verhalten da absolut egoistisch, zumal ich eine sehr enge und gute Beziehung zu meinen Geschwistern und meiner Mutter habe. Sie alle hatten jetzt schon das zweite Mal mit dem Schlimmsten gerechnet und sich entsprechend gefühlt. Ich muss nach Wegen suchen, wie ich meinen Reisestil so fortsetzen kann, ohne andere darunter leiden zu lassen. Aber auch, ohne ihnen irgendetwas vorzumachen.

Meine Familie betont schon auch, dass sie alle meine Entscheidungen mittragen und ich keine Rücksicht auf ihre "Befindlichkeiten" nehmen soll. Und tatsächlich gibt es da auch keine so großen Probleme - an wochenlange Kontaktlosigkeit auf meinen Alaska-Reisen haben sich alle längst gewöhnt. Aber wenn dann so ein Notruf eingeht, sieht die Welt auf einmal ganz anders aus. Und zumindest das lässt sich für's nächste Mal ändern: keine Familienangehörige mehr als Notruf-Kontakte.

Markus K.
14.04.2013, 13:28
Wenn ich mir die Fotos anschaue, sehe ich etwas anderes ,als das was wir immer mit Afrika verbinden, oder was uns die Nachrichtenbilder vermitteln. Gemeint ist Krieg, Terror, Armut, Hunger und Gewalt.

Und was mir noch auffällt, gerade bei dieser Diskussion hier wieder. Die ODS-Karte ist, was Afrika angeht ein grosser, weisser Fleck. Aber jeder hat eine Meinung...

Auf Facebook habe ich bei einer Freundin, die nebenbei auch Fallschirm springt, folgenden Satz gefunden, der hier meiner Meinung nach sehr gut hin passt: "Minds are like parachutes. They only function, when they´re open."

In diesem Sinne bewerte ich die Einstellung, die Fotos und den Bericht von Libertist mit: 5sterne

Fliehender
14.04.2013, 13:31
Junge Junge. Interessanter Bericht und verdammt gut fotografiert. Mal nachgedacht bei National Geographic oder Geo vorstellig zu werden?

Afaik wollen die immer Exklusivrechte. Also wenn dann das nächste mal aber dann haben wir ja nichts mehr davon :o

Ditschi
14.04.2013, 19:52
Für mich ist das ein Reisebericht mit traumhaft schönen Bildern aus einem Teil der Welt, in den ich wohl nie gelangen werde.
Soviel Schönheit trotz Armut, Not und Gewalt !
Ich finde, daß es wertvoll ist, das zu zeigen und festzuhalten.
Leider trübt -- aus meiner Sicht-- die aufkommende Kritik das Gesamtbild, stört und zerstört den Bericht.
Ich möchte die Kritik nicht unterdrückt wissen -- Armut, Not, Gewalt sind auch Realität-, aber einmal aufgreifen, was hier schon vorgeschlagen wurde:
Könnte man nicht Fragen, Anmerkungen und Kritik zu einem Reisebericht in einen eigenen Thread zum Reisebericht packen?
So ein Reisebericht macht viel Mühe, ist konzipiert wie ein Gesamtkunstwerk, strahlt eine Wirkung aus. Da kritzelt man nicht drin rum. Einfach schade drum. Das gilt nicht nur für diesen Bericht.
Gruß Ditschi

Wally
14.04.2013, 20:15
Nachdem ich deine Alaska Berichte schon verschlungen habe, mußte ich mich nun doch extra anmelden um zu sagen:
TOLL, TOLL, TOLL, vielen Dank das du deine Erlebnisse mit der Öffentlichkeit teilst, deine Geduld hier ist bewundernswert!!

Diese Lebenserfahrung, Horizont und Reife, die du ohne Zweifel schon hast in deinen jungen Jahren, erreichen sehr viele Menschen in ihrem ganzen Leben nicht!

Vielen, vielen Dank! Mach weiter so!!5sterne5sterne

Claudia

BigKahuna
15.04.2013, 10:47
@Libertist: Danke für diesen beeindruckenden Reisebericht. Ich hoffe, die entstandene Diskussion wird dich nicht davon abhalten, auch zukünftig ausführlich und ehrlich von Deinen Reisen zu berichten. Ich habs an anderer Stelle schon mal geschrieben: dieses Forum kann eigentlich nur von solchen Berichten profitieren. Das schließt zugehörige kontroverse Diskussionen ein. Insofern finde ich, dass hier genau der richtige Platz für diese Diskussion ist. Reiseberichte vom Kungsleden gibt es genug...

@Libertist & Wildniswanderer: Mit einer Bewertung hinsichtlich der Gefährlichkeit des gewählten Reiseziels möchte ich mich zurückhalten, da ich in diesem Fall einfach keine Ahnung habe. Wovon ich aber zumindest eine rudimentäre Ahnung habe, sind die Mechanismen, die hier in D in Gang gesetzt werden, wenn deutsche Staatsbürger im Ausland verschleppt und/oder getötet werden. Das ist nicht spaßig.

Da ich glaube, gerade bei Libertist eine gewisse gesteigerte Risikiobereitschaft zu erkennen, von mir nur so viel: Mich hat es über die Jahre immer wieder schockiert, wie wenig in manchen Gegenden dieses Planeten ein Menschenleben wert ist (ich beziehe mich hier primär auf eigene Erlebnisse). Der Mangel an Wohlstand und Bildung (hierzu gehört für mich auch religiöse Verblendung) hat bei vielen Menschen eine unglaubliche Verrohung zur Folge. Um diese Erfahrung zu machen, muss man nicht mal Europa verlassen. Dafür fehlt den meisten Menschen in unserer Wohlstandsgesellschaft einfach die Vorstellungskraft. Das mag vielleicht politisch nicht korrekt sein, aber es ist eine Tatsache.

Insofern wünsche ich mir und Euch, dass Ihr euch ein gesundes Urteilsvermögen bei der Beurteilung der Sicherheitslage in Euren Reisezielen bewahrt und dass Ihr nicht nach dem "Hey, ist ja bisher immer gut gegangen"-Prinzip verfahrt.

Libertist
15.04.2013, 11:44
da hier eine diskussion aufkam, die wenig bis nichts mit dem reisebericht zu tun hatte und mit beleidigungen geführt wurde habe ich etliche beiträge bis zur teamentscheidung unsichtbar geschaltet


Nur für den Fall, dass ich auch einen Einfluss auf diese "Teamentscheidung" habe: kann man nicht alles wieder sichtbar schalten, einen neuen Thread zum Thema "Reisen in Krisengebiete: Risikobereitschaft oder Verantwortungslosigkeit?" eröffnen und insbesondere ajraks auffordern, die Diskussion von nun an dort weiter zu führen? Ich würde schon gerne lesen, was heute morgen noch geschrieben wurde, bin aber auch der Meinung, dass diese Diskussion von nun an woanders geführt werden sollte; ein Moderatoren-Post mit dem Link zum neuen Thema und einem klaren Schlussstrich sollte doch aber genügen.

MatthiasK
15.04.2013, 17:45
Bist ein ziemlich wilder Hund Gabriel! :D

November
15.04.2013, 18:26
Ich habe jetzt alles, was Kritik mit dieser Reise zu tun hat in einen neuen thread verschoben. Reisen in Krisengebieten. (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php/71340-Reisen-in-Krisengebieten-%28am-Bsp-Ugandas%29/page5) Alle Beiträge sind nun auch wieder sichtbar geschaltet.
Bitte diskutiert dieses Thema von nun an dort weiter.

fjellstorm
15.04.2013, 18:43
Sehr traurig, dass man hier Kritik abtrennt und nur die üblichen 5 Sterne Propagationen wachsen lässt.
Auf dass nun für jede einzelne Meinung ein extra Faden aufgemacht wird!
Mon dieu.

viechitiermau
15.04.2013, 18:57
Hallo Gabriel,

Dein Reisebericht ist wirklich (gewohnt)herrausragend. Besonders deine Fotos belegen eindrucksvoll, dass du mit einem unglaublich begabten Auge gesegnet bist. Vielen Dank für's zeigen.

Uganda steht bei meinen Reiseplänen schon seit einiger Zeit ganz oben, allerdings eher der Ruwenzori. Dein Bericht hat mich jetzt leider davon überzeugt, dass man dort auf die geplanten fünf Wochen dringend noch mal drei draufschlagen sollte. Das finden meine Profs sicher gar nicht gut.... Naja die Schuldfrage halt ich für eindeutig:grrr:!

Was mich noch interessieren würde:

Hattet ihr eine Karte für das Gps?

Wildniswanderer hat geschrieben, dass Ihr es als möglich betrachtet habt, auf einen Haufen Tiere zu treffen. Hattet ihr Sorgen wegen Raubtieren? Ich war noch nie in Afrika südlich der Sahara und kenn mich da nicht aus. Allerdings hab ich von mehreren Bekannten unabhängig voneinander gehöhrt, dass besonders mit großen Katzen nicht immer zu spaßen ist. Das war allerdings bezogen auf Tschad und Bangladesch.

Wie schauts mit Handy Empang aus?

Könntest du was dazu sagen wie du deine " Tourismusphobie" mit deinen Plänen als "Touriguide" verbindest? :ignore::hahaa:

Zuletzt nochmal ein Danke für die Ehrlichkeit, die du bei deinen Berichten an den Tag legst und entschuldige bitte den Roman.

Michael

Libertist
15.04.2013, 20:52
Hattet ihr eine Karte für das Gps?

Nein. Auf meinem GPS hatte ich nur die Hauptstraße und alle "markanten Orte" (Berge, Dörfer), die wir vorher auf Google Earth gefunden und dort eingezeichnet hatten.



Hattet ihr Sorgen wegen Raubtieren? Ich war noch nie in Afrika südlich der Sahara und kenn mich da nicht aus. Allerdings hab ich von mehreren Bekannten unabhängig voneinander gehöhrt, dass besonders mit großen Katzen nicht immer zu spaßen ist.

Da hatten wir wenig Sorge: Raubkatzen scheint es kaum noch zu geben, ansonsten schienen nur Büffel ein gewisses Risiko darzustellen. Gerald hat Erfahrungen mit wilden Tieren in Afrika, ich hab mich da ganz auf ihn verlassen. Probleme gab es überhaupt keine.




Wie schauts mit Handy Empang aus?

Den schien es entlang der Hauptstraße und in den Dörfern gegeben zu haben. Aber wir hatten beide kein Handy dabei.




Könntest du was dazu sagen wie du deine " Tourismusphobie" mit deinen Plänen als "Touriguide" verbindest? :ignore::hahaa:

Naja, das, was mir mit dem Guiding so vorschwebt, würde ich nicht unter dem Begriff "Touriguide" zusammenfassen. ;-) Da geht's schon um richtige Wildnisreisen im arktischen Alaska, nicht um Wochenenausflüge. Aber dennoch - Tourismus ist das natürlich. Und es wird bestimmt nicht immer einfach sein, wobei ich wirklich keineswegs xenophob bin. Und ich bin auch kein Misanthrop! :bg: Es ist nur so, dass ich gerne Reisen unternehme, die sich für mich irgendwie "besonders" anfühlen. Auch keine gute Erklärung, ich weiß ;-) ... Jedenfalls bin ich gerne mit anderen Menschen unterwegs und für irgendeinen Job muss man sich ja mal entscheiden.

Libertist
15.04.2013, 21:12
Nochmal, ich kenne die Zustände in Uganda nicht. Ich weiß aber von Tanzania wenn Weiße in der Pampa zu Fuß unterwegs sind und es bekommen evtl. noch andere findige Leute das mit, kann es mit einem Raubüberfall unter Umständen ziemlich schnell gehen. Dazu müssten aber auch die dortigen Einheimischen wissen, wass denn das alles wert ist, was der Touri so bei sich hat.

Da wo du warst, haben sie es anscheinend nicht gewußt. Wahrscheinlich Glück für dich....

Definitiv haben die Einheimischen nicht gewusst, was der Kram in unseren Rucksäcken wert ist. Aber ich weiß nicht, ob das eine Rolle spielt: ob meine Fototasche auf dem Markt für umgerechnet 10, 100, 1.000 oder 10.000 Euro verkauft wird, ändert nichts daran, dass sie weg ist! :bg:

Eigentlich hatte ich nie wirklich Angst um mein Zeug. Wir hatten zwar schon meistens ein Auge drauf, wenn wir die Rucksäcke irgendwo abgestellt haben, aber ich hatte nie das Gefühl, dass jemand mit dem Gedanken an Diebstahl spielt.

Übrigens ist meine gesamte Foto-Ausrüstung mittlerweile zum Neuwert versichert - nur leider gilt diese Versicherung nicht in "Kriegsgebieten" wie Karamoja. Die Versicherungen orientieren sich bei der Einstufung an den Warnungen vom Auswärtigen Amt.

_Matthias_
15.04.2013, 21:43
Den schien es entlang der Hauptstraße und in den Dörfern gegeben zu haben. Aber wir hatten beide kein Handy dabei.

Für Karamoja kann ich nichts sagen, da war ich nicht, aber im Süden und Westen Ugandas gibt es überall Empfang, auch in Nationalparks und abseits der Hauptverkehrsstraßen, zumindest hat unser guide letzts Jahr dort dauernd telefoniert und in jedem Dörfchen gabs Verkaufsstände für Gesprächsminuten. Das Handynetz scheint dort wirklich gut ausgebaut zu sein.


Definitiv haben die Einheimischen nicht gewusst, was der Kram in unseren Rucksäcken wert ist. Aber ich weiß nicht, ob das eine Rolle spielt: ob meine Fototasche auf dem Markt für umgerechnet 10, 100, 1.000 oder 10.000 Euro verkauft wird, ändert nichts daran, dass sie weg ist! :bg:
Denkst du es gab da in de Region überhaupt einen Markt für sowas, irgendjemand der das dort kaufen würde?

viechitiermau
15.04.2013, 21:47
Danke für die Antworten.



Da geht's schon um richtige Wildnisreisen im arktischen Alaska

Sowas?

"Alaska - Trekking und Wildnis am Mt. McKinley" sowie "Exklusives Alaska-Abenteuer: Wrangell Mts. & Brooks Range"
Gibts grad bei Hauser im Angebot... :ignore::bg::hahaa:
Bitte nicht falsch verstehen, war nur bissl spaß!;-)



Es ist nur so, dass ich gerne Reisen unternehme, die sich für mich irgendwie "besonders" anfühlen.

Ja klingt komisch, glücklicherweise sind manche genau so komisch wie du;-)

Was mir noch aufgefallen ist:
Es gab irgendwo Kritik, du hättest lieber mehr Wasser mitnehmen und dafür auf ein Objektiv verzichten sollen. (So in der Art)
Meine Überlegung ist ehrlich gesagt, dass das vielleicht korrekt ist. Wer extrem viel will muss fast immer auch wo anders Kompromisse eingehen. Wenn man so eine eher heftige Tour machen will und dann nicht bereit ist Kompromisse einzugehen, dann ist das Problem vielleicht weniger, dass die Tour zu heftig war ( ohne Guide) sondern dass man sich nicht genug auf die Tour selbst konzentriert hat. Wenn ich mir dein angegebenes Gewicht anschaue und mir dann überlege dass es ja eine warme Tour war dann find ich, dass das schon etwas extrem ist. Und ich bin echt nicht UL:roll:.
Nur mal so als Überlegung, mit 16-35 +70-200 bei 4.0 und D800 wäre man bei unter drei Kg - also mit Akkus, Filtern... So bei vier und hätte dabei wohl kein Bild verpasst. Dazu noch mal 9 Kg Ausrüstung und du hättest dir 12 Kg gespart. Mit den 13 l die ihr eh hattet wären das 25 l gewesen. Ich hab letztes Jahr in der Sahara für fünf Tage 22 l gebraucht.
Versteh das bitte nicht falsch, ich will dich weder kritisieren, noch dir deine tollen Objektive madig machen (das wär wohl eh unmöglich). Es fällt mir nur einfach schwer nachzuvollziehen, warum du dich bewusst dazu entschieden hast Dinge auf eine Tour mitzunehmen die nicht wirklich notwendig waren, obwohl dir sicherlich bewusst war, dass deine Fähigkeit Wasser zu tragen wohl der entscheidende Faktor für gelingen oder Misslingen der Tour wird. Im Endeffekt ist das mitnehmen von Überflüssigem in der Wüste halt lebensgefährlich und du hast doch sicher noch so manche Pläne...

Würde mich wirklich interessieren, wie du jetzt im Nachhinein dazu stehst.

Lynness
15.04.2013, 22:13
Definitiv haben die Einheimischen nicht gewusst, was der Kram in unseren Rucksäcken wert ist. Aber ich weiß nicht, ob das eine Rolle spielt: ob meine Fototasche auf dem Markt für umgerechnet 10, 100, 1.000 oder 10.000 Euro verkauft wird, ändert nichts daran, dass sie weg ist! :bg:

Eigentlich hatte ich nie wirklich Angst um mein Zeug. Wir hatten zwar schon meistens ein Auge drauf, wenn wir die Rucksäcke irgendwo abgestellt haben, aber ich hatte nie das Gefühl, dass jemand mit dem Gedanken an Diebstahl spielt.

Übrigens ist meine gesamte Foto-Ausrüstung mittlerweile zum Neuwert versichert - nur leider gilt diese Versicherung nicht in "Kriegsgebieten" wie Karamoja. Die Versicherungen orientieren sich bei der Einstufung an den Warnungen vom Auswärtigen Amt.

Ich meine das ist ja eine gute Sache vor so einer Reise dies Ausrüstung zu versichern.

Ich meine halt eher wenn was geklaut wird, dass es halt schon vorkommt bis auf die Unterhose beklaut zu werden:bg: Und dann ist halt mehr weg als "nur ne" Fotoausrüstung. Aber du bis ja heile zurück und von da her......

Und schön, wenn du eben auf gute und freundliche Menschen gestossen bist.

Wie gesgt, ein toller Reisebericht mit grandiosen Bildern. Five Stars

Ro
15.04.2013, 23:48
Wunderbare und einmalige Eindrücke, und ich freue mich dass Dich das Afrikafieber gepackt zu haben scheint (finde ich nämlich noch viel spannender als Alaska :cool:). Weiter so, aber pass auf Dich auf.

Roland

Libertist
16.04.2013, 02:20
Denkst du es gab da in de Region überhaupt einen Markt für sowas, irgendjemand der das dort kaufen würde?

Ja, irgendeinen Geschäftsmann, der einen Onkel in der Hauptstadt hat, kennt man doch immer.



Ich hab letztes Jahr in der Sahara für fünf Tage 22 l gebraucht.

Wow, das ist krass! Würde ich nicht schaffen, Gerald vielleicht schon eher...



Es fällt mir nur einfach schwer nachzuvollziehen, warum du dich bewusst dazu entschieden hast Dinge auf eine Tour mitzunehmen die nicht wirklich notwendig waren, obwohl dir sicherlich bewusst war, dass deine Fähigkeit Wasser zu tragen wohl der entscheidende Faktor für gelingen oder Misslingen der Tour wird. Im Endeffekt ist das mitnehmen von Überflüssigem in der Wüste halt lebensgefährlich und du hast doch sicher noch so manche Pläne...

Allerdings. Aber momentan machen mir die Objektive einfach zu viel Spaß, die lasse ich sicher nicht zu Hause. Hätte mir vorher jemand gesagt, dass ich zeitweise 20 Liter Wasser schleppen muss, dann hätte ich das schon geschafft - aus jetziger Sicht bereitet mir ein sehr hohes Rucksackgewicht weniger Bauchschmerzen, als das Eingehen von Kompromissen bei der Fotoausrüstung. Mit anderen Worten: das Gewicht von noch mehr Wasser wäre gar nicht so das Problem gewesen, wir haben bloß nicht damit gerechnet, dass es nötig sein würde. Wir hatten eine falsche Vorstellung von den Wasserstellen in Pian Upe - darin sehe ich den Fehler.

Aber ich sehe das schon kommen, irgendwann werde ich mein Ausrüstungsgewicht schon auch noch reduzieren... Irgendwann. ;-)

viechitiermau
16.04.2013, 02:33
Ok, wenn ihr noch mehr hättet tragen können, dann hätte es natürlich auch so geklappt. Ich dachte ihr wärt mit den 25 + 13 kg + essen einfach am Limit gewesen - wofür ich Verständniss hätte:bg:
Aber ich bin da vielleicht auch einfach nicht so hart wie ihr.;-)

Eine Frage hätte ich trotzdem noch:
Wie ist eigentlich das Verhältnis der dort lebenden Menschen zur Regierung? Auch unter dem Aspekt der " Entwaffnungen" der letzten Jahre.

Libertist
16.04.2013, 02:50
Ich dachte ihr wärt mit den 25 + 13 kg + essen einfach am Limit gewesen - wofür ich Verständniss hätte:bg:

In Alaska bin ich auch schon mit über 40 kg unterwegs gewesen - und dort ist nicht nur das Terrain schwieriger, sondern das Rucksackgewicht nimmt auch deutlich langsamer ab, da es sich dabei um Proviant für mehrere Wochen handelt und nicht um Wasser für ein paar Tage.




Wie ist eigentlich das Verhältnis der dort lebenden Menschen zur Regierung? Auch unter dem Aspekt der " Entwaffnungen" der letzten Jahre.

Die Stimmen zur Regierung sind meistens kritisch (Vorwürfe über Korruption allgemein und Vernachlässigung Karamojas im Speziellen), aber die Entwaffnung wird von den Leuten, mit denen wir gesprochen haben, durchweg positiv bewertet. Man muss aber bedenken, wer die Leute sind, mit mit denen wir uns (auf englisch) unterhalten konnten: die "Gebildeten" sind diesbezüglich vielleicht nicht gerade repräsentativ, keine Ahnung...

viechitiermau
16.04.2013, 03:02
Dass es nicht wirklich repräsentativ ist stimmt vermutlich, aber interessant finde ich es schon. Besonders weil damit eine realistische Chance auf einen Erfolg der Aktion bestehen könnte. Wer weis, vielleicht wird Karamoja ja noch sicher. Würde mich freuen, trotz der Touris die dann sicher auch kämen.

Vielen Dank nochmal für die vielen Infos und den tollen Bericht!

honigdachs
16.04.2013, 07:08
Der Autor des obenstehenden Reiseberichts verfolgt mit seinen Veröffentlichungen eindeutig wirtschaftliche Interessen. Auf der ersten Seite seiner Homepage findet sich der Link "Guiding", unter dem entsprechende Dienstleistungen angeboten werden. Ich fordere den Vorstand von outdoorseiten.net auf, über eine Klarnamenpflicht für alle Nutzer, die wirtschaftliche Interessen haben, nachzudenken. (Siehe zum Beispiel Herrn Hülle, Benutzername "MartinHuelle".)

Angesichts der hier gezeigten zahlreichen Fotos von Personen, frage ich den Autor, ob er jeweils eine Einwilligung des Abgebildeten für die Veröffentlichung eingeholt hat. Wenn ja, in welcher Form diese Einwilligung erteilt wurde. Oder ob er den abgebildeten Personen ein angemessenes Honorar gezahlt hat, was im Zweifel als erteilte Einwilligung gilt. Bei der Abbildung von Kindern muss das Einverständnis der Erziehungsberechtigten vorliegen. Ist das der Fall? Oder hat der Autor in dem Fall den Eltern ein Honorar gezahlt?

Die Moderation von outdoorseiten.net fordere ich auf, sicher zu stellen, dass für die hier veröffentlichten Personenbildnisse gültige Einverständniserklärungen vorliegen. Durch die offensichtlichen wirtschaftlichen Interessen des Autors (hier Link zu seiner Homepage, dort ein Klick zu seinem Dienstleistungsangebot) sind diese Fotos eindeutig nicht mehr dem privaten Bereich im Zusammenhang mit einer Freizeitaktivität zuzurechnen, so dass den Betreiber dieser Website eine besondere Sorgfaltspflicht trifft.

Bergtroll
16.04.2013, 07:44
@honigdachs

Du bist mangels persönlicher Betroffenheit nicht klagebefugt und kannst damit nichts fordern.

Du hast nicht belegt, welches Recht (am eigenen Bild), welcher Rechtsordnung anwendbar ist und welche Voraussetzungen nach dieser Rechtsordnung an eine Einwilligung zu stellen sind.

Du hast keine hinreichenden Anhaltspunkte dafür, dass die fraglichen Personen im Zusammenhang mit dem lt. Reisebericht geäußerten Wunsch, abgelichtet zu werden, nicht auch Ihre Einwilligung zur Veröffentlichung in diesem Forum erteilt haben.

Da Du also nur spekulierst und ein Verstoss gegen anwendbares Recht nicht besonders nahe liegt, besteht seitens der Administration kein Grund zum Eingreifen.

Der Klarname von Libertist befindet sich ohnehin bereits in seiner Signatur. Sinnvoll wäre es aber vielleicht für ALLE Nutzer eine Klarnamenpflicht einzuführen. Das kenne ich von einem Autoforum. Seitdem ist dort der Spam, das Bashing usw. viel geringer geworden und das Forumsklima ist endlich gut...


Der Autor des obenstehenden Reiseberichts verfolgt mit seinen Veröffentlichungen eindeutig wirtschaftliche Interessen. Auf der ersten Seite seiner Homepage findet sich der Link "Guiding", unter dem entsprechende Dienstleistungen angeboten werden. Ich fordere den Vorstand von outdoorseiten.net auf, über eine Klarnamenpflicht für alle Nutzer, die wirtschaftliche Interessen haben, nachzudenken. (Siehe zum Beispiel Herrn Hülle, Benutzername "MartinHuelle".)

Angesichts der hier gezeigten zahlreichen Fotos von Personen, frage ich den Autor, ob er jeweils eine Einwilligung des Abgebildeten für die Veröffentlichung eingeholt hat. Wenn ja, in welcher Form diese Einwilligung erteilt wurde. Oder ob er den abgebildeten Personen ein angemessenes Honorar gezahlt hat, was im Zweifel als erteilte Einwilligung gilt. Bei der Abbildung von Kindern muss das Einverständnis der Erziehungsberechtigten vorliegen. Ist das der Fall? Oder hat der Autor in dem Fall den Eltern ein Honorar gezahlt?

Die Moderation von outdoorseiten.net fordere ich auf, sicher zu stellen, dass für die hier veröffentlichten Personenbildnisse gültige Einverständniserklärungen vorliegen. Durch die offensichtlichen wirtschaftlichen Interessen des Autors (hier Link zu seiner Homepage, dort ein Klick zu seinem Dienstleistungsangebot) sind diese Fotos eindeutig nicht mehr dem privaten Bereich im Zusammenhang mit einer Freizeitaktivität zuzurechnen, so dass den Betreiber dieser Website eine besondere Sorgfaltspflicht trifft.

T0M
16.04.2013, 08:20
Der Autor des obenstehenden Reiseberichts verfolgt mit seinen Veröffentlichungen eindeutig wirtschaftliche Interessen. Auf der ersten Seite seiner Homepage findet sich der Link "Guiding", unter dem entsprechende Dienstleistungen angeboten werden. Ich fordere den Vorstand von outdoorseiten.net auf, über eine Klarnamenpflicht für alle Nutzer, die wirtschaftliche Interessen haben, nachzudenken. (Siehe zum Beispiel Herrn Hülle, Benutzername "MartinHuelle".)

Angesichts der hier gezeigten zahlreichen Fotos von Personen, frage ich den Autor, ob er jeweils eine Einwilligung des Abgebildeten für die Veröffentlichung eingeholt hat. Wenn ja, in welcher Form diese Einwilligung erteilt wurde. Oder ob er den abgebildeten Personen ein angemessenes Honorar gezahlt hat, was im Zweifel als erteilte Einwilligung gilt. Bei der Abbildung von Kindern muss das Einverständnis der Erziehungsberechtigten vorliegen. Ist das der Fall? Oder hat der Autor in dem Fall den Eltern ein Honorar gezahlt?

Die Moderation von outdoorseiten.net fordere ich auf, sicher zu stellen, dass für die hier veröffentlichten Personenbildnisse gültige Einverständniserklärungen vorliegen. Durch die offensichtlichen wirtschaftlichen Interessen des Autors (hier Link zu seiner Homepage, dort ein Klick zu seinem Dienstleistungsangebot) sind diese Fotos eindeutig nicht mehr dem privaten Bereich im Zusammenhang mit einer Freizeitaktivität zuzurechnen, so dass den Betreiber dieser Website eine besondere Sorgfaltspflicht trifft.

Leg dich nochmal hin und steh dann mit dem richtigen Bein auf.

Ditschi
16.04.2013, 08:49
Hallo @ honigdachs,
Bergtroll hat auf das Wesentliche hingewiesen. Auch finde es unangemessen, hier etwas zu " fordern", zumal Dein Einwand einen Schwachpunkt aufweist: § 22 KunstUrhG ist deutsches Recht. Dessen Anwendung auf Menschen, die in Uganda fofografiert wurden und dort ihren gewöhlichen Aufenthalt haben, müßtest Du mir einmal belegen. Ich sähe mich dazu nicht in der Lage. Denkbar wäre als Anknüpfungspunkt auch der Ort der Veröffentlichung. Aber ohne saubere Herleitung nach den Regeln internationalen Rechts ist das Spekulation.
Gruß Ditschi

Mika Hautamaeki
16.04.2013, 09:08
Und es geht schon wieder los...(!)

Torres
16.04.2013, 09:15
Wobei ich die Überlegungen für sehr interessant halte. Ich persönlich scheue mich nämlich, Menschen zu fotografieren und die Bilder zu veröffentlichen, da ich oft nur Schnappschüsse mache und nicht nach der Einwilligung frage. Anscheinend zu Recht, zumindestens wenn deutsches oder europäisches Recht tangiert wird.
Dass für gewerbliche Anbieter (als den ich Libertist noch nicht sehe, was aber ja noch kommen kann), andere Regeln gelten als für Privatleute, finde ich interessant. Insofern eine vielleicht etwas sehr streng formulierte, aber durchaus hilfreiche Anmerkung.

_Matthias_
16.04.2013, 09:41
Wobei ich die Überlegungen für sehr interessant halte. Ich persönlich scheue mich nämlich, Menschen zu fotografieren und die Bilder zu veröffentlichen, da ich oft nur Schnappschüsse mache und nicht nach der Einwilligung frage. Anscheinend zu Recht, zumindestens wenn deutsches oder europäisches Recht tangiert wird.
Wenn der Mensch zentrales Objekt im Foto ist, darf man es nur mit Einwilligung veröffentlichen. Machen darf man das Foto aber immer im öffentlichen Raum, auch wenn das dann ziemlich unhöflich sein kann. Oft wird schon die Zustimmung zum Fotografiert werden als Einwilligung angesehen, kann man halt hinterher als Fotograf schlecht beweisen. In diesem Fall hier wurde erst sogar gebeten Fotos zu machen, das dürfte als Einwilligung gelten, zumindest moralisch.



Dass für gewerbliche Anbieter (als den ich Libertist noch nicht sehe, was aber ja noch kommen kann), andere Regeln gelten als für Privatleute, finde ich interessant. Insofern eine vielleicht etwas sehr streng formulierte, aber durchaus hilfreiche Anmerkung.
Das ist Quatsch, eine Veröffentlichung ist eine Veröffentlichung, egal ob privat oder gewerblich und unterliegt den gleichen Regeln. Lediglich der Schadensersatzanspruch dürfte größer sein, wenn du dich in der ganzen Stadt unfreiwillig auf Plakaten wieder findest, als hier im Forum in einem Bericht.

Ich verstehe immer noch nicht was diesen Reisebericht so von anderen unterscheidet, dass man Libertist unbedingt ans Bein pinkeln möchte. Andere setzen sich auch Gefahren aus, andere trekken auch in außergewöhnlichen Gegenden, andere machen auch Fotos von Menschen. Aber hier wird jeder Nebensatz untersucht ob man nicht was zum kritisieren findet. Liegt es an Afrika?
Ich muss zugeben, ich bin auch verdammt neidisch auf die Reise und die Fotos, auch weil ich mich nicht getraut hätte es so zu machen. Aber ich freue mich auch für die beiden, dass alles gut gegangen ist und freue mich, dass sie ihre Erlebnisse mit uns teilen.

Homer
16.04.2013, 09:48
hier (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php/52181-Rechte-an-Ver%C3%B6ffentlichung-Pers%C3%B6nlichkeitsrecht) gibt es einen thread zum recht am eigenen bild

willo
16.04.2013, 10:15
Gerade aus Neuseeland zurück und dann gleich so ein Hammer-Bericht mit atemberaubenden Fotos. So macht ods Spaß!

Lass Dir bitte nicht von irgendwelchen Spinnern die Lust verderben weitere Berichte hier zu veröffentlichen und dokumentiere auch Fehler und Schwächen bei Planung und Durchführung weiter offen. So können die Leute die wirklich solche Touren machen/machen wollen was draus lernen und haben einen echten Mehrwert.

Danke dafür!

vzjekigg1965
16.04.2013, 10:31
Ich weiß es ist mein erster Post hier in dem Forum und nicht ein gerader ein tolles Willkommensposting. :-)
Ein eindeutig kommerzielles Interesse wie dieser User Honigdachs aufgedeckt hat ist aber wirklich nicht von der Hand zu weisen.

just my 2 pennies

DorjeOlofsson
16.04.2013, 10:37
@ Libertist:
Vielen Dank für den hervorragenden Reisebericht und die sehr guten Bilder. Hat Spaß gemacht!
Dass du für dich die Art des Reisens gefunden hast, welche dich am besten ausfüllt und befriedigst, finde ich gut.

Markus K.
16.04.2013, 10:42
So, nach dem ganzen kleingeistigen Rumgenöle hier, habe ich jetzt den Link von Libertist angeklickt und - oh Wunder - die Mutter aller kommerziellen Webseiten entdeckt.

Leute, ich habe unter "Guiding" gerade mal den Hinweis gefunden, dass man Libertist als Guide buchen kann. Ich entdecke weder Preise noch wird mir ein Bausparvertrag für eine Alaskablockhütte aufgeschwatzt. Daraus dreht Ihr einen Strick? Armselig!

Ansonsten schliesse ich mich den Ausführungen Willos an.

DeLiebe
16.04.2013, 10:44
Ich weiß es ist mein erster Post hier in dem Forum und nicht ein gerader ein tolles Willkommensposting. :-)
Ein eindeutig kommerzielles Interesse wie dieser User Honigdachs aufgedeckt hat ist aber wirklich nicht von der Hand zu weisen.

just my 2 pennies

Da hast Du recht, zumindest mit deinem Kommentar zum Willkommensposting.
Wo erkennst Du aber in diesem Reisebericht einen Zusammenhang zu "eindeutig kommerziellen Interesse"?

Ingwer
16.04.2013, 10:58
Mich würde wirklich interessieren wie man Menschen, die eher schlecht Lesen&Schreiben können und wahrscheinlich nur eine vage Vorstellung haben was das Internet ist, erklärt das möglicherweise deren Bilder veröffentlicht werden. Die Menschen sind ja nicht blöd, bloß wie sollen Sie sich vorstellen was da passiert?


Danke für den Reisebericht, ich muß zugegeben, ich habe ihm ein bißchen entgegengefiebert!

DorjeOlofsson
16.04.2013, 11:33
...habe ich jetzt den Link von Libertist angeklickt und - oh Wunder - die Mutter aller kommerziellen Webseiten entdeckt.

Bei mir kommt:
Der Zugriff auf die angeforderte URL ist nicht gestattet
Grund: Waffen

Wird ja immer noch besser, was der Herr Gersch so treibt :bg:

Libertist
16.04.2013, 11:43
Oh mein Gott! :o

Echnathon
16.04.2013, 14:38
Super Bericht.
Klasse Fotos, saß gestern Nacht schon 2h davor und hab sie mir angesehen.

Schade, dass hier ein wenig schlammschlachtig ausartet, aber vielleicht kannst du mir trotzdem die Frage beantworten:
Habt ihr das Wasser unterwegs gefiltert? Chemisch behandelt? Abegkocht? Weil scheinbar seid ihr von der Flitzekacke verschont geblieben.

Kann aber auch sein, dass ich die Info vor lauter Bilder übersehen habe :D

Frederik

Libertist
16.04.2013, 15:35
Schade, dass hier ein wenig schlammschlachtig ausartet, aber vielleicht kannst du mir trotzdem die Frage beantworten:
Habt ihr das Wasser unterwegs gefiltert? Chemisch behandelt? Abegkocht? Weil scheinbar seid ihr von der Flitzekacke verschont geblieben.

Kann aber auch sein, dass ich die Info vor lauter Bilder übersehen habe :D

Zwischen den Bildern ging die Information nicht unter, sondern zwischen den Kommentaren: irgendwo hab ich die Frage schon mal beantwortet, glaub ich. Egal - wir hatten diesmal tatsächlich irgendwelche Tropfen zur Entkeimung dabei. War Premiere für mich. Gerald hatte kurzzeitig mal etwas Durchfall, aber ansonsten gab's überhaupt keine Probleme.

PeppermintPatty
16.04.2013, 16:27
„Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muß man sich verdienen.“
:roll:

Becks
16.04.2013, 20:20
GZ zu dem tollen Reisebericht und laß Dich von den Unkenrufen nicht unterkriegen. GZ auch zu den Fotos, da kann sich mancher mit mehr Erfahrung noch eine Menge abschneiden.

@Honigdachs: wenn Du Wünsche hast dann melde Dich bitte bei den Moderatoren, Danke. Forderungen stellen kannst Du nicht, dazu fehlen Dir die rechtlichen Grundlagen. Wenn es Dir nicht paßt, dann bitte. Die Welt ist groß, das Netz nur einen Mausklick entfernt. Es steht Dir frei Dich woanders auszutoben.

viechitiermau
16.04.2013, 20:39
Ich finde es schon ziemlich frech, wenn man einen seiner ersten Posts gleich mal nutzt um mit deutlichsten Forderungen anzukommen - ich würde mich das nicht trauen. Das ist hier eine Gemeinschaft von Leuten die schon seit vielen Jahren existiert und in der sich auch viele persönlich kennen. Und existieren tut sie, weil a) Menschen in ihrer Freizeit unentgeltlich das Forum moderieren und b) weil Menschen wie Libertist hier Hilfe für die eigene Planung bieten, Tips geben u d nicht zuletzt Reiseberichte einstellen, die man nur als inspirierend bezeichnen kann. Ganz nebenbei übrigens ebenfalls umsonst!
Wäre Libertist so ein Marketingtyp wie hier manch einer behauptet, dann könnten wir seine Bilder hier wohl kaum vollständig sehen, weil ein erheblicher Teil in einem Magazin/ einer Galerie mit mit Exklusivrechten zu finden wäre. Glaubt mir ich habe zwei Berufsfotografen in der Familie, der eine hat auf seiner Website gar keine Bilder sondern nur Kontaktdaten und der Andere vielleicht zehn Stück als Hintergrund. Veröffentlichte Bilder lassen sich nämlich nicht mehr verkaufen und oft führt es schon zur Ablehnung einer ganzen Serie, wenn nur ein Paar der Bilder veröffentlicht wurden.

Außerdem ist es ziemlich dreist jemanden öffentlich zu kritisieren, wenn man nicht mal weis ob ein Problem vorliegt. Dafür gibt es PN's und wenn man die noch nicht kennt sollte man vielleicht erst mal etwas mehr Zeit im Forum verbringen.

@ Libertist:
Bitte höre nicht aus Langeweile über solche Anschuldigungen auf solch ungeschönte Berichte einzustellen. Es gibt hier einige die deine Arbeit (und Geduld) sehr schätzen. Danke!

Libertist
16.04.2013, 21:37
Danke für all die unterstützenden Kommentare. Aber keine Sorge, so leicht bringt mich hier niemand aus der Ruhe. ;-)

Jogi
16.04.2013, 21:49
Ich habe mir bisher nur die Bilder angesehen und: Ich bin geflasht :o! Wirklich sehr sehr gut! Auf das Lesen der Worte freue ich mich schon sehr!

Und zu den schrägen Kommentaren: Internet halt... :roll:

Ach und: Danke fürs Teilen!

SmallTownBoy
16.04.2013, 22:29
Unglaublich tolle Reise und gewaltiger Reisebricht mit noch besseren Fotos.

Was für eine Arbeit da dahintersteckt!!

Und was für eine Pfei.. muss man sein um so einen schwachsinn von sich zu geben wie der Herr. hon.... oder wie auch immer der heisst. (aber die 6 Beiträge erklären alles!)

Ich kann nur sagen der Bericht hat mich richtig geflash und die Bilder erinnern mich an meine Keniareise!

DANKE!

PeppermintPatty
16.04.2013, 22:38
Danke für all die unterstützenden Kommentare. Aber keine Sorge, so leicht bringt mich hier niemand aus der Ruhe. ;-)

:)

Mir fällt am Rande auf, dass "der Autor mit den eindeutig wirtschaftlichen Interessen" seine Fotos gar nicht mit Wasserzeichen versieht.
Ich würde das ja vermutlich machen, wenn bei meiner Knipserei so erfreuliche Ergebnisse herauskämen.....freu mich aber über den vollen Bildgenuss :bg:

Libertist
17.04.2013, 21:13
:)

Mir fällt am Rande auf, dass "der Autor mit den eindeutig wirtschaftlichen Interessen" seine Fotos gar nicht mit Wasserzeichen versieht.

Ja, bei 700 Pixel in der Breite, halte ich das für unnötig... auf meiner Website sind es schon 900, da hab ich mal meinen Namen mit drauf gesetzt.

ckanadier
17.04.2013, 22:07
Moin,
glücklicherweise ist mir beim Überfliegen der Posts das Statement von PeppermintPatty als erstes so ins Auge gesprungen, dass sie mich damit vor weiterem Lesen depressiv machenden Genörgels bewahrt hat. Danke dafür!

Hallo Gabriel,
ohne begangene Fehler bist Du später nur ein schrecklich langweiliger Opa für deine Enkelkinder.

Gruß Jürgen

bluemarlin
17.04.2013, 22:42
Toller Trip, super Bilder.

Kann mir jemand noch was zum Thema Persönlichkeitsrechte ec. sagen? Läuft das hinaus auf "wo kein Kläger da kein Richter"? Ich frage aus Eigeninteresse, nicht um hier auf die kritische Diskussion einzugehen, gerne auch per PN. Danke.

Bergtroll
17.04.2013, 23:57
Je nach Rechtsordnung gibt es gar keinen Schutz am eigenen Bild (oder nur in bestimmten Fällen wie Verunglimpfung). Außerdem gibt es kein Problem, wenn man eine wirksame Einwilligung hat.

Wenn Du Dich für die Details interessierst: Es gibt diverse Bücher über Fotorecht und auch in vielen Foto- und Juracommunities gibt es Threads dazu. Schnell per Google (via "Recht am eigenen Bild") zu finden.

virtanen
18.04.2013, 18:26
Respekt! Wie immer tolle Bilder von Dir.
Da kommt selbst der Browser ins Schwitzen ;-)

zampano
18.04.2013, 18:27
Einfach nur GEIL, die Bilder sind der Hammer!

Gruss Jörg

ronaldo
20.04.2013, 20:45
Hi,

danke für den Bericht und vor allem die großartigen Fotos - du hast es drauf. :-)
Nimms mir nicht übel, aber die komplette Unternehmung halte ich persönlich für einen Afrikaanfänger für leichtsinnig. Aber hierzu wurde ja schon fast alles gesagt und ich mag die Diskussion nicht wieder lostreten.

Eines deiner Fotos zeigt Felsbilder, hast du dazu noch irgendeine Info? Sind die schon irgendwo publiziert oder überhaupt bekannt? Hast du mehr Bilder? Ich hab mich ein wenig mit der Materie beschäftigt und bin überrascht, dass solche Bilder im Saharastil so weit südlich vorkommen.

Grüße, Ronald

Libertist
20.04.2013, 22:38
Eines deiner Fotos zeigt Felsbilder, hast du dazu noch irgendeine Info? Sind die schon irgendwo publiziert oder überhaupt bekannt? Hast du mehr Bilder? Ich hab mich ein wenig mit der Materie beschäftigt und bin überrascht, dass solche Bilder im Saharastil so weit südlich vorkommen.

Vom Leiter der UWA in Moroto hab ich die Info, dass die Malereien bisher noch nicht wissenschaftlich untersucht worden sind. Mehr weiß ich nicht. Das Ding ist recht klein - es ist nicht viel mehr zu sehen, als auf dem Bild im Bericht gezeigt ist. Soll ich dir trotzdem noch ein anderes rauskramen?

Sebastianos
20.04.2013, 22:38
Hallo Gabriel,

vielen Dank, dass du dir wieder die Mühe gemacht hast, solch einen tollen Reisebericht zu verfassen!

Seit ich von deinen Ambitionen für Afrika in diesem Winter gelesen hatte, wartete ich gespannt auf den Bericht. Auch wenn für dich wohl, wie die Vorbereitung, auch die Nachbereitung zur Reise dazugehört, ist es nicht selbstverständlich, dass du uns hier ganz frei daran teilhaben lässt.

Ich bereue es sehr, dass ich mir die Zeit damit um die Ohren geschlagen habe, die massiv abschweifenden Kommentare - vor allem im Parallelthread - zu lesen. Ich könnte auch sehr gut verstehen, wenn du deinen nächsten Bericht nicht mehr freigibst - und würde es sehr schade finden.

Deine Kritikfähigkeit und der ruhige Umgang inspirieren mich übrigens ebenso wie deine Reisen. Ja, sie ermutigen mich, eigene Pläne in Angriff zu nehmen. Keiner muss hier Angst haben, dass ein Reisebericht wie deiner eine potentielle Gefahr für übereifrige Nachahmer darstellt. Wenn jemand einen Anlass für unvernünftige Dinge sucht, findet er sie, wo er nur sucht. Aber gerade in deinen Reiseberichten fällt mir auf, wie sachlich du Dinge angehst, und du bist dir nicht zu schade, kritische Fragen anzugehen und Fehler sogar öffentlich einzugestehen. Auch wenn wir uns vermutlich noch nicht im analogen Leben begegnet sind, meine ich, das zeugt von innerlicher Stärke.

Zu deiner bzw. eurer Reise an sich kann ich nichts Beurteilendes schreiben, aber warum auch? Nach meinem jetzigen Kenntnisstand kann ich jedoch gut nachvollziehen, dass es euch dorthin verschlagen hat. Und ja, ich freue mich darüber. Ich muss dann auch immer an Bonattis Definition von Abenteuer denken und dass viele Menschen gestern und heute Dinge wagen, die andere nicht tun würden und umgekehrt. Das ist OK so. Ob es um eine Nordwand-Winter-Solo-Begehung oder um das Tragen unüblicherer Kleidung in einer Stadt geht, spielt meines Erachtens keine Rolle. Jeder findet seinen Weg, ohne dass wir uns deshalb in geringschätziger Art voneinander abgrenzen müssen.

Bewahre dir einen kühlen Kopf, damit du möglichst immer richtig entscheiden kannst, welche Erwartung dir welches Risiko tatsächlich wert ist! Den Wert bestimmst ja ohnehin du. ;-)

Vielleicht sieht man sich ja mal ...

Beste Grüße
Sebastian

_Matthias_
20.04.2013, 23:29
Eines deiner Fotos zeigt Felsbilder, hast du dazu noch irgendeine Info? Sind die schon irgendwo publiziert oder überhaupt bekannt? Hast du mehr Bilder? Ich hab mich ein wenig mit der Materie beschäftigt und bin überrascht, dass solche Bilder im Saharastil so weit südlich vorkommen.

Da du dich damit auszukennen scheinst: Kannst du (kurz) erklären was der Saharastil ist und wie sich der von anderen Felsmalereien, z.B. in Namibia unterscheidet. Für mich als Laien sehen die alle ähnlich aus, finde ich aber interessant ...

Trampelwurm
21.04.2013, 11:38
Danke.
Toller Bericht. Ich liebe diesen Stil. Schon nur weil aus der Sicht eines Entdeckers und nicht einer wissenschaftlichen Expedition. Interessant auch all die Portraits. Mutig, mutig.....:D

ronaldo
21.04.2013, 11:54
Da du dich damit auszukennen scheinst: Kannst du (kurz) erklären was der Saharastil ist und wie sich der von anderen Felsmalereien, z.B. in Namibia unterscheidet. Für mich als Laien sehen die alle ähnlich aus, finde ich aber interessant ...


Vom Leiter der UWA in Moroto hab ich die Info, dass die Malereien bisher noch nicht wissenschaftlich untersucht worden sind. Mehr weiß ich nicht. Das Ding ist recht klein - es ist nicht viel mehr zu sehen, als auf dem Bild im Bericht gezeigt ist. Soll ich dir trotzdem noch ein anderes rauskramen?

Hi,

danke Gabriel, nicht nötig, ich schau mal was Google und Papier so bringen... sag dir dann Bescheid, wenn ich fündig werde. Wenn das Bild tatsächlich noch nicht publiziert ist, könntest du drüber nachdenken, es interessierten Stellen zugänglich zu machen.

Felsmalereien sind nicht gerade mein Spezialgebiet. Mir fallen aber bei dem Karamojobild ein paar Eigenheiten auf, die auch bei den Sahara-Felsbildern (Hoggar Tassili, "Höhle der Schwimmer" im Gilf Kebir) vorkommen, z.B.: flächendeckende dunkelrote Farbe, Gruppierung der Jäger, Ausstattung mit Pfeil und Bogen, "dicke" Beine.
Das gejagte Tier halte ich für ein Wildrind, evtl. auch eine Giraffe (v.a wegen des am Ende verdickten Schwanzes). Möglicherweise ist dann der Hals nicht so lang gemalt, um die Figuren links oben nicht zu berühren? Rein spekulativ.
Die Datierung ist frühestens neolithisch, kann aber auch wesentlich jünger sein. Wenn das Bild mit denen weiter nördlich zeitgleich ist, würde ich es in die letzte "grüne" Phase der Sahara setzen, also etwa zwischen 10.000 und 6.000 v.Chr.

Sorry für dieses OT im Reisebericht, aber es ist doch interessant, was man bei Reisen in abgelegene Ecken dieser Welt so zutage fördern kann, oder...

Grüße, Ronald

Libertist
21.04.2013, 11:58
Sorry für dieses OT im Reisebericht, aber es ist doch interessant, was man bei Reisen in abgelegene Ecken dieser Welt so zutage fördern kann, oder...

Klar, das ist wirklich mal interessant! Übrigens hat die UWA bereits eine Untersuchung der Felsen geplant, es sind bloß noch keine Wissenschaftler hingekommen. Lag bisher an der Sicherheitslage, angeblich.

ronaldo
21.04.2013, 13:54
Hi nochmal,

das hat mir dann doch keine Ruhe gelassen, das Wetter ist mies, der Hund gegassit, also hab ich mal nachgesehen. Dein Felsbild ist durchaus schon bekannt und in den richtigen Händen, siehe: http://www.africanrockart.org/index.php?option=com_joomgallery&func=detail&id=734&Itemid=100.

Aber es gibt ja immer ein nächstes Mal, und ich wette, dein Blick auf Felskunst ist jetzt geschärft... ;)

Die ähnlichsten Bilder sind übrigens in Las Geel und Dhagax Khoure, Somaliland.

Grüße, Ronald

Libertist
21.04.2013, 15:42
Dein Felsbild ist durchaus schon bekannt und in den richtigen Händen, siehe: http://www.africanrockart.org/index.php?option=com_joomgallery&func=detail&id=734&Itemid=100.

Interessant. Aber ich sehe da jetzt erstmal nur ein Bild... hast du rausgefunden, ob das tatsächlich schon untersucht bzw. datiert wurde?

ronaldo
22.04.2013, 11:34
Interessant. Aber ich sehe da jetzt erstmal nur ein Bild... hast du rausgefunden, ob das tatsächlich schon untersucht bzw. datiert wurde?

Hi,

viel mehr kann ich auch nicht sagen. Die dahinterstehende Organisation TARA (Trust for African Rock Art) wird von der Ford Foundation, National Geographic und anderen finanziert und erfasst zunächst mal Felsbilder mit dem Fokus auf Schutz, ohne gleich an Datierung und Bearbeitung zu gehen.
Wenn ich mal bisschen Zeit habe, verfolge ich das weiter.

Gruß, Ronald

Thomasy
24.04.2013, 09:56
Hallo Libertist,

vielen Dank für deinen Reisebericht. Diesmal hast Du mich echt überrascht und ich finde es stark das Du deine Träume lebst und nicht nur träumst.

Mach einfach weiter und gehe deinen Weg, es muss sich ja für Dich gut anfühlen.

Ich wünsche Dir von Herzen einfach nur das Beste.

LG

Thomas

Sebastianos
11.05.2013, 22:53
Ich möchte trotzdem noch bei GEOS (die für den SPOT verantwortliche Firma) anfragen und mich nach deren tatsächlicher Reaktion erkundigen, das interessiert mich schon sehr. Ich weiß, dass die Botschaft in Uganda verständigt wurde... und leider auch meine Familie. (...) Für die Zukunft werden meine Familienmitglieder nicht mehr als Notrufkontakte für GEOS erreichbar sein, so viel steht mal fest.

Was ich über GEOS und deren Reaktion auf unseren Notruf herausfinde, werde ich dann hier posten.



Ob die SPOT-Rettungskette funktioniert hätte, interessiert mich auch, ich bin auf dein Update gespannt.

Hallo Gabriel,

gibt es zum SPOT schon etwas Neues? Was wurde wegen des SOS-Signals noch unternommen, abgesehen davon, dass die Botschaft Bescheid wusste? Wie wäre es weitergegangen, wenn ihr weiterhin in der Notsituation geblieben wärt? Hast du da inzwischen schon etwas herausgefunden? Habe nichts im Thread gefunden.

Viele Grüße
Sebastian

Libertist
12.05.2013, 01:19
Hallo Gabriel,

gibt es zum SPOT schon etwas Neues? Was wurde wegen des SOS-Signals noch unternommen, abgesehen davon, dass die Botschaft Bescheid wusste? Wie wäre es weitergegangen, wenn ihr weiterhin in der Notsituation geblieben wärt? Hast du da inzwischen schon etwas herausgefunden? Habe nichts im Thread gefunden.

Viele Grüße
Sebastian

Heute Morgen bin ich aufgewacht und dachte so bei mir: Verdammt, ich wollte doch dieser blöden SPOT-Sache nachgehen! Kein Witz. Hab ich total vergessen. Mach ich morgen gleich und gebe so bald wie möglich Bescheid, versprochen...

deleted.
29.05.2013, 00:00
Tolle Fotos, toller Bericht - das macht Lust, wieder nach Uganda aufzubrechen!

War selbst im Sommer letzten Jahres für 2 Monate in Uganda unterwegs, etliche Zeit habe ich zwar in Kampala (u.a. im Mulago) verbracht, etwa die andere Hälfte der Zeit habe ich aber im Süd-Osten verbracht und sehne mich gerade in die Zeit zurück, auch wenn nicht nur alle Erlebnisse angenehm waren.

Ein bisschen stört mich als Mediziner etwas an deinem Bericht, so toll er auch geschrieben ist (und so genial die Fotos auch sind!! Vielleicht doch schon mal bei den großen Agenturen nachgefragt? ;) ) - irgendwie erinnert er mich etwas an die ethnographischen Studien, die man mehr aus vergangenen Zeiten kennt. Die Situation von vielen Bekanntschaften und Begegnungen, die Lebensweise etc. wirkt für mich doch etwas romantisiert. Nicht, dass das nicht schön zu lesen und anzuschauen wäre. Ich erinnere meine Besuche in abgelegenen Dörfern und Siedlungen zwar auch als unglaubliches, gastfreundliches Erlebnis, aber gleichzeitig war mir auch immer wieder die desolate Lage vieler Leute bewusst, in einem noch immer oft korrupten und von ausländischen, oft asiatischen Investoren und westlichen Missionaren und einer ausgeprägten 'NGO-Industrie' in einer Art des Neokolonialismus abhängigen Land. Zumindest in der Nähe von größeren Siedlungen wurde mir das immer wieder bewusst - auch wenn es weit abseits tatsächlich eine Welt für sich wurde.... Zumindest ein klein wenig mehr zu diesem vielleicht weniger schönen und nicht gerade 'Hochglanzthema' hätte ich mir in deinem Bericht (und vielleicht auch in eurem Erleben und Bewusstsein, während ihr unterwegs wart?) noch gewünscht!
Trotzdem: gut zu lesen (gerade wenn man die Gegenden etwas kennt) und vor allem unglaublich tolle Fotos (ich habe mich nicht getraut, so viele Portraits zu machen..).

Vielleicht schaffe ich es ja auch einmal, einen Reisebericht über meine etwas medizinischeren Erfahrungen in Uganda zu schreiben - auch wenn ich nur mit einer kleinen Kompaktkamera Fotos machen konnte. ;)
Weitere Monate im Süden sind auf jeden Fall auch in Planung...

Nichtsdestotrotz auf jeden Fall: Danke für´s Schreiben!!

https://dl.dropboxusercontent.com/u/759725/neugier.jpg

Wildniswanderer
30.05.2013, 19:51
Na ja, in den Augen vieler Leute ist Afrika immer noch lediglich ein Hungerland (Ich glaube es gibt eine Menge Leute die glauben, dass Afrika ein Land ist und nicht ein ganzer Kontinent mit vielen Ländern) und allen Leuten dort geht es ganz schlecht. In der Realität finde ich, dass die meisten Afrikaner zwar materiell viel ärmer als Leute aus "dem Westen" sind, aber ihr Leben auch viel Muße einschließt und es vielen Leuten gemessen an so einer Art Glückssozialprodukt wie in Bhutan wahrscheinlich besser geht, als so manchem Westler. Das soll natürlich nicht darüber hinwegtäuschen dass es auch schlimme, ungerechte Zustände gibt, ich finde nur das reine Stereotyp von dem armen Afrikaner dem wir helfen müssen, das in vielen Köpfen herrscht etwas einseitig.
Wir haben uns auf der Reise schon viele Gedanken über das was wir gesehen haben gemacht, dass kommt ja zum Teil auch bei dem was Gabriel über die NGO's schreibt ganz gut rüber, finde ich.
Ein Thema in Karamoja das ich sehr interessant finde ist der Umbruch der zur Zeit statt findet von einer ehemals fast rein nomadischen Gesellschaft zur weit überwiegenden Sesshaftigkeit. Diese ist wahrscheinlich bei vielen eher zwanghaft entstanden, da sie einfach ihr Vieh geraubt bekommen haben, wie auch unsere Führer. Andererseits gibt es natürlich auch eine ganze Reihe von Agrarprojekten mit dem Ziel die Karamojong zu sesshaften Bauern zu machen. Das funktioniert offenbar auch ganz gut an Orten wie Namalu, die bedingt durch ihre Lage an einem Berg eher günstige Wasserverhältnisse haben. Allerdings haben wir entlang der Pisten auch weite Ackerflächen gesehen, wo man sich fragt in wieviel Jahren genug Niederschlag fällt um eine Ernte einzubringen.
Als Reisender bekommt man natürlich nicht immer genug mit um die Verhältnisse wirklich genau beurteilen zu können. Aber was Karamoja betrifft, bin ich der Meinung dass der traditionelle Nomadismus wahrscheinlich die am besten an die trockenen von Jahr zu Jahr stark wechselnden Verhältnisse angepasst ist. Aber wahrscheinlich ist Karamoja heute in der Falle, dass die gestiegene Bevölkerung nicht mehr sich alleine von der nomadischen Viehzucht ernähren kann, aber der größte Teil des Landes auch nicht für den Ackerbau geeignet ist. Wir haben zwar gehört, dass der Anbau in den "Oasen" wohl für die ganze Provinz genug Lebensmittel erzeugen könnte, aber womit erwirtschaften die Leute die nicht gerade in so einer begünstigten Lage wohnen, das Geld um sich das Essen kaufen zu können?

Ich habe heute begonnen ein Blog zu schreiben in dem ich hauptsächlich von meinen Wildnisreisen erzählen möchte. Als erstes werde ich darin über unsere Wanderungen in Karamoja berichten. Wer sich für die Reise interessiert wird dort weitere Hintergrundinformationen finden.
http://geraldtrekkt.blogspot.de

Libertist
01.06.2013, 12:52
So, ich habe Antwort von GEOS bezüglich der SPOT-Geschichte, die sich in Uganda abspielte. Einige hatten ja danach gefragt, deshalb kopiere ich meine Fragen und die Antworten einfach hier rein:


[...] In order to learn about your routine in such an emergency situation I would like to understand what else you did to get us rescued. Please tell me:
- Besides my family, who else did you call?

We attempted to contact the Ugandan National Search and Rescue Agency, however all attempts went unanswered.

- Who is in charge of contacting the police/military/park rangers?

Our personnel are however since all attempts failed we requested assistance from the embassy.

- Are you in charge of the actual rescue mission yourself or are you just the organ that informs other people so that they can take action?

We are simply an alerting post meaning that we inform the responsible agency of the event and they organize the response.

- Who makes sure that something is actually going to happen?

Our personnel continue to stay in contact with emergency services throughout the event gathering information as to what is being done ensuring that assistance being administered.

- Who pays for local rescue teams?

The individual in need of the assistance is typically responsible for the cost of the rescue if the responding agency has a policy of charging for a rescue. However if you were to have the Search and Rescue benefit that we offer than you would be able to file a claim requesting assistance with the payment.

I know that what happened was our fault. With that being said I would like to understand what would have happened if we just waited for someone to rescue us.

We had received information from the embassy that assistance was in route.

Also I would like to know what would happen in other parts of the world - please describe your standard procedure in the event of an emergency call.

In the event that we would receive a 911/SOS activation from a SPOT device we would first attempt to contact the registered owner of the device and the emergency contacts to try and gather additional information concerning the activation of the device. Once we gathered that additional information we would then contact emergency services based on the Latitude and Longitude coordinate received from the device. Depending on the country's capabilities our team may be forced contact the registered owner's embassy for assistance in encouraging the country to respond or responding themselves. Once emergency services are advised our personnel continue to keep in contact with emergency services as well as the emergency contacts until assistance to rendered. [...]


Also, mit anderen Worten: im Falle einer SOS Nachricht werden zuerst die entsprechenden Notrufkontakte angerufen, in der Hoffnung auf zusätzliche und für die Rettung nützliche Informationen. Danach ruft GEOS bei den für die Gegend zuständigen Behörden an, die wiederum selbst die Rettungsaktion einleiten. Währenddessen hält GEOS mit den Verantwortlichen Rücksprache, um sicherzustellen, dass tatsächlich etwas passiert. Die Botschaft wurde in unserem Fall nur kontaktiert, weil man sonst anscheinend niemanden erreichte.

Im Wesentlichen übernimmt GEOS also nur die Übermittlung der SOS-Nachricht an die lokalen Behörden und hält mit diesen Rücksprache, bis die Sache erledigt ist. Für den Fortgang und den Erfolg der eigentlichen Rettungsaktion ist GEOS nicht verantwortlich, wie es scheint.

Was in unserem Fall konkret geschehen wäre, lässt sich wohl nicht herausfinden. "Hilfe war unterwegs" schreibt GEOS - ob damit die beiden Ranger, das Militär oder irgendjemand anderes gemeint ist, wissen die wohl selbst nicht. Aber ich schätze, irgendjemand hätte bei Tagesanbruch mit der Suche begonnen - vielleicht mit GPS-Gerät, vielleicht ohne ;-) ...

Sebastianos
03.06.2013, 09:12
So, ich habe Antwort von GEOS bezüglich der SPOT-Geschichte, die sich in Uganda abspielte.

Danke, dass du am Ball geblieben bist!

Nun ja, rosig klingt das nicht, aber andererseits: Was soll GEOS noch machen? Dass sie nicht selbst retten, davon war auszugehen. Wenn die Rettungsmannschaften im entsprechenden Reisegebiet nicht in der Weise zur Verfügung stehen / ausgerüstet sind / ausgebildet sind, wie der Reisende sich das wünscht, muss er das Risiko eben einkalkulieren. Das ist ja wiederum auch nichts Besonderes, denn die Reise oder Tour sollte in aller Regel ohnehin so geplant sein, dass man nicht auf Retter angewiesen ist - auch um diese nicht unnötig zu gefähren (Beispiel Bergrettung).

Kurzum, die Strategie von GEOS kommt mir schon ganz schlüssig vor: Infos holen --> Rettungsdienste informieren --> wenn die nicht reagieren, die Botschaft einschalten --> nachhaken

Persönlich hat sich meine vorläufige Meinung zum SPOT in den letzten Monaten trotzdem eher in Richtung "Muss auch ohne gehen (Fragezeichen)" entwickelt. Denn die Geschichte mit dem Empfang kommt ja noch dazu. Ich denke an die OK-Nachrichten, die du alle zwei Tage in Alaska abgeschickt hast, aber daheim fehlten einige. :o

Gut, man kann immer noch sagen: Besser als nichts. Man darf sich nur nicht allein auf das Gerät verlassen (habt ihr ja zum Glück auch nicht gemacht). Gleiches hat sich diese Woche erst bei meinem frischen GPS-Gerät bestätigt: Alles prima, aber es ist eben nur Backup - kein Allheilmittel. ;-)

Sarekmaniac
03.06.2013, 21:36
Hallo Libertist,

danke für die Rückmeldung.

Eigentlich naheliegend, (darauf kann man auch durch bloßes Nachdenken kommen): Mehr Rettung, als die Infrastruktur eines Landes vorhält, gibt es nicht. Und das kann in einem armen Land sehr wenig sein (und lange dauern). Zur Risikominimierung in solchen Ländern also eher nicht geeignet. (Auf eurer Tour habt ihr ja eigentlich was Grundfalsches gemacht, was sich dann als das Richtige herausgestellt hat: Ihr habt das Ding aktiviert und habt danach den Standort gewechselt.)

PLB schlägt IMO den Spot, wegen der höheren Verbindlichkeit des Systems (internationales Abkommen), und der klar definierten Abläufe bei Meldungseingang. Ob speziell Uganda als armer Binnenstaat den Vertrag ratifiziert hat, also da irgendwas besser abgelaufen wäre, wenn ihr einen PLB gehabt hättet, weiß ich nicht.

oo0OooO0oo
03.06.2013, 22:21
Werden die Touren allzu wild, lohnt sich irgendwann auch ein Iridium Extreme (so dass man die Rettung selbst koordinieren kann). Das ist zwar teuer. Aber wenn man den Preis der restlichen Ausrüstung und der Flüge berücksichtigt, relativiert es sich.

entropie
02.07.2013, 02:10
Grossartiger bericht und tolle fotos.

Ich lese jetzt deine anderen reiseberichte.

nicki1005
02.07.2013, 08:05
Lieber Gabriel,
auch von mir ein großes Dankeschön für das Teilen deines Berichts. (Mich stört nichts daran und ich habe auch keine Wünsche oder Vorschläge, was du anders hättest schreiben sollen ;-) ) Einfach toll! Und wie immer ganz großartige Bilder! 5sterne

Schade, dass Gerald die Tour frühzeitig abbrechen musste, aber die Gesundheit geht natürlich vor. (Schön, dass es dir wieder gut geht :) )
Ich wünsche euch weiterhin alles Gute auf euren Reisen und Gabriel, komm gut vom Alaska-Sommer wieder heim :)

Liebe Grüße, Nicki

grenzenlos
02.07.2013, 14:45
Danke für den Bericht.
Echt schöne Bilder. Bekommt man gleich Fernweh!:lol:

theslayer
26.11.2013, 01:30
Viel später als der Rest, aber bin grade erst draufgekommen.
Was ein herrlicher Bericht. Du bist ein super Portraitfotograf und auch die Landschaftsbilder sind teilweise echt atemberaubend.
Hat mir super gefallen als ein Einblick in eine Region unter der ich mir vor einer Stunde noch nichts hätte vorstellen können!

Danke!

Grüße
Daniel

theslayer
26.11.2013, 01:35
Viel später als der Rest, aber bin grade erst draufgekommen.
Was ein herrlicher Bericht. Du bist ein super Portraitfotograf und auch die Landschaftsbilder sind teilweise echt atemberaubend.
Hat mir super gefallen als ein Einblick in eine Region unter der ich mir vor einer Stunde noch nichts hätte vorstellen können!

Danke!

Grüße
Daniel

Jonas108
07.06.2014, 00:00
Wollt mich schonmal länger melden und nun tu ich das mal. Ist echt einer meiner Lieblingsberichte hier. 5sterne
Manchmal muss man sich halt eben mal was trauen und wie man sieht springt am Ende ganz viel bei raus.

http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2013/04/DSC3493.jpg

Chris1984
11.03.2015, 05:34
Na das ist wohl der bisher beste Bericht den ich hier gelesen habe. Respekt für diese Reise!

Und bei den Bildern bin ich auch etwas neidisch, da merkt man schon einen qualitätiven Unterschied zum Großteil anderer Bilder.


LG
Chris

Libertist
17.03.2015, 19:28
Danke. Habe heute meinen letzten Trek hier in Namibia beendet. Ab Freitag bin ich wieder in der Heimat, dann gibt's auch irgendwann einen neuen Afrika-Bericht. ;-)

Alpentrekker
20.03.2015, 19:29
Da kommt schon mal wieder vorfreude auf :bg:

OutofSaigon
06.05.2017, 11:28
So: ich krame jetzt diesen alten Faden wieder heraus und hole nach, was ich bisher versäumt hatte, nämlich meine Anerkennung auszusprechen (a) an Libertist und Wildniswanderer für diese tolle Tour als solche und (b) an Libertist für den wunderbaren Bericht einschl. Klasse-Fotos.

Die Kommentare dazu waren ja sehr zahlreich, auch die Kritik an diesem und jenem, und der Dialog zwischen deleted und Wildniswanderer betrifft natürlich einen wichtigen Punkt.

Einige ODS-Kameraden haben Uganda schon besucht, aber die Zahl derjenigen, die in den äußersten Osten kommen, ist wohl sehr gering. Ganz Null ist sie aber nicht, denn ich selbst war vor einigen Jahren auf dem Mount Elgon (wovon es einen Bericht auf diesem Forum gibt), und kürzlich war ich sogar in der Karamoja-Region. Dieses allerdings beruflich und nicht als Trekker, daher auch mit dem Auto und nicht zu Fuß. Ich war mit einigen ugandischen Kollegen in der Stadt Moroto, die Libertist ja erwähnt: ganz nahe der Grenze zu Kenia.

Diese Kollegen bestätigten mir, daß die Karamoja-Region bis vor wenigen Jahren eine gefährliche Gegend war, mit zahlreichen bewaffneten Raubüberfällen (diese häuften sich vor Beginn jeden Schuljahres, wenn die Leute Geld für die Schulgebühren brauchten). Mittlerweile sei die Kriminalität aber stark zurück gegangen, wurde mir erzählt. Insofern denke ich schon darüber nach, ob ich nicht vielleicht einmal den Kidepo-Nationalpark (an der Grenze zu Süd-Sudan) besuchen sollte. Also, lieber Libertist: ich werde vielleicht einmal per PN auf dein freundliches Angebot zurück kommen, Kontakt zu einem guten Führer herzustellen.

Zur Karamoja-Region insgesamt: wenn man so die Straße von Soroti nach Moroto entlang fährt (sie wird gerade von einer chinesischen Baufirma asphaltiert), dann sieht man keine Nomaden (mehr). Das kann man leicht feststellen, denn Nomaden wohnen in Zelten und nicht in festen Hütten - ganz einfach. Was der Nicht-Held wie ich in der Nähe der Straße sieht (wo sie die Pian Upe Game Reserve durchquert), sind Szenen wie diese:

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/ODS_Uganda_Karamoja.jpg

Ob man das als romantisch oder als Manifestation bitterer Armut empfindet, ist vielleicht Geschmackssache.

Im übrigen muß ich Wildniswanderer recht geben: man sollte sich von Stereotypen (wie z. B. obigem Foto, hahaha) lösen: die Afrikaner haben seit meinen ersten Reisen durch Afrika (1973 und 1974) Fortschritte erreicht, denen ich persönlich höchste Anerkennung zolle.

Libertist
06.05.2017, 12:51
Danke. Klar, ich kann dir gerne helfen, den Kontakt herzustellen.

Von diesen Hütten haben wir auch viele gesehen, im Bericht sind auch Bilder davon. Von den Nomaden, die wir 2013 abseits der Straßen angetroffen haben, sind bestimmt auch heute noch einige unterwegs, würde ich vermuten. Bin gespannt auf deinen Bericht, wenn du nach deiner Reise einen schreibst.

OutofSaigon
06.05.2017, 14:22
Bin gespannt auf deinen Bericht, wenn du nach deiner Reise einen schreibst.

Meine Reise letzten Monat war eine Dienstreise, wir haben verschiedene Stadtverwaltungen besucht, und davon werde ich garantiert keinen Bericht hier einstellen ;-)

Wenn ich aber wirklich einmal nach Kidepo kommen sollte (oder eine andere interessante Tour in Afrika mache), werde ich von mir hören lassen.

Libertist
06.05.2017, 16:10
Ich meinte auch die Reise, die du ggf. zukünftig nach Karamoja unternehmen möchtest. ;-)

Kidepo hab ich eher in zwiespältiger Erinnerung. Klar, landschaftlich ist es toll und es gibt viele Tiere zu sehen. Aber man darf sich nicht ohne Führer im Park aufhalten, und auch mit Führer sind es maximal ein paar Stunden "Nature Walk" oder wie das hieß, die man unternehmen darf. Mehrtagestouren sind ausgeschlossen, die Nächte müssen am Parkeingang zugebracht werden, wo Hütten für Touristen bereitstehen. So war es zumindest vor vier Jahren noch.

Pielinen
06.05.2017, 18:55
Schon damals tolle Bilder an denen man verweilt.