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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Faszination Messer



Ditschi
18.03.2013, 17:23
Beim Thema Messer gibts genauso viele Meinungen wie unterschiedliche Ansprüche, warum es immer etwas hochhergeht, keine Ahnung. Vielleicht liegt es an den immer gleichen Fragen?

OT: ..und warum immer die gleichen Fragen ? Dieser thread hat 80 Beiträge, der Parallelthread " welches Messer nehmen ?" schon 125 Posts.
Was ist so besonders am Werkzeug Messer ? Warum geht es hoch her ? Warum bekommen erwachsene Männer beim Thema Messer leuchtende Augen und können sich stundenlang über Stahlsorten, Griffmaterialien, Schneidwinkel etc. unterhalten?
Was wird da emotional oder gar irrational berührt?
Ich habe heute mal geschaut: ein Messer habe ich heute morgen gebraucht für die Brötchen. Nichts besonderes. Eines aus der Besteckschublade. Einen Schraubenzieher habe ich heute schon mehrfach benutzt. Es gibt in Haus und Hof immer etwas zu reparieren, zu basteln und zu bauen. Ich sage mal, daß bei mir Schraubenzieher häufiger in Gebrauch sind als Messer.
Schraubenzieher und Messer sind sich sehr ähnlich: bei beiden ragt ein Stück Metall aus einem Griff.
Aber warum gibt es kein Schraubenzieherforum, keine Schraubenziehermacher, keine emotionalen Diskussionen bei Schraubenziehern über Stahlsorten, Griffmaterialien, Form, Länge, Stärke, Farbe, Schliff usw....?
Würde ein Bild mit 5 Schraubenziehern und der Frage, welchen man kaufen soll, es auf 125 posts bringen?
Warum werden Messer nicht nüchtern gesehen wie andere Werkzeuge auch? Weiß jemand eine Erklärung?
Ditschi

Alexa
18.03.2013, 17:35
Hallo Ditschi,

zwar keine richtige Antwort auf deine Frage, aber meine Einstellung zum Thema Messer:
Mir ist beim Messer eigentlich nur wichtig, daß es scharf ist, nicht zu teuer, ich es i-wie mit dem Nachschärfedings, was ich mal im 1-Euro-Laden gekauft hab, nachgeschärft krieg. Ob ich das Schärfen dabei technisch richtig mache, ist mir egal, Hauptsache das Messer schneidet hinterher wieder gut die Tomate. Nicht so teuer ist v. a. deshalb wichtig, weil ich keine Lust auf aufwendige Pflege eines Highend-Produktes hab.
Das gilt jetzt mehr für Messer in der Küche.

Beim Wandern brauch ich eigentlich gar kein Messer. Hab eigentlich immer eine Nagelschere mit, damit kann man auch mal eine Tüte aufschneiden o.ä.
Sollte doch mal ein Messer mitkommen, weil zum Beispiel eine Wurst abgeschnitten werden muss, ist es extrem wichtig, daß dieses so leicht wie möglich ist.

Seh ich das jetzt so, weil ich eine Frau bin?
Keine Ahnung. Kann sein. Kann aber auch nicht sein.
Hängt vielleicht auch damit zusammen, daß ich eher einen UL-Ansatz in Ausrüstungsfragen verfolge.

Viele Grüße
Alexa

cast
18.03.2013, 17:40
Aber warum gibt es kein Schraubenzieherforum

Weil es keine SchraubenZIEHER gibt? :baetsch::bg:


Warum geht es hoch her ?

Schau mal in Jagdforn zum Thema Waffen, Kaliber, Optik und vorallem in Autoforen.......

Da ist das alles hier ziemlich harmlos.

@ alexa, viel zu nüchtern.

Messer machen Spaß, ein gutes Messer fasst sich gut an, außerdem ist es schön anzuschauen.
Mit deiner Einstellung gäbe es nur primitive Dinger die ihren Zweck erfüllen.

Genauso wäre es bei Mode, Autos und vielen anderen Dingen, die man eigentlich nicht "braucht"

Ditschi
18.03.2013, 17:46
Hallo @Alexa,
Ja, nach meiner Beobachtung siehst Du ein Messer anders, weil Du eine Frau bist. Frauen beteiligen sich auch an Messerdebatten, sehen darin aber zumeist tatsächlich nur ein Werkzeug und haben in aller Regel eine pragmatische, unprätentiöse Einstellung. So meine Beobachtung durch Mitlesen. Es wird sicher Ausnahmen geben.
Aber meine Frage war ernst gemeint: was wird mit einem Messer emotional angesprochen im Gegensatz zu anderen Werkzeugen? Gibt es da Untersuchungen?
Ditschi

Ultraheavy
18.03.2013, 17:56
Sollte doch mal ein Messer mitkommen, weil zum Beispiel eine Wurst abgeschnitten werden muss, ist es extrem wichtig, daß dieses so leicht wie möglich ist.

Seh ich das jetzt so, weil ich eine Frau bin?
Keine Ahnung. Kann sein. Kann aber auch nicht sein.
Hängt vielleicht auch damit zusammen, daß ich eher einen UL-Ansatz in Ausrüstungsfragen verfolge.

Viele Grüße
Alexa

Seh ich als Mann genauso. Scharf muß es sein, praktisch, leicht, möglichst unkaputtbar.
Mein Helle mit knapp 250 g incl. Scheide ist mir momentan zu schwer, mein Minimalist hat 50g.

Und mit Bären möchte ich mich mit noch so großem Messer nicht streiten;-)

Edith meint: Je nach Bedarf kommen noch 500 g für eine Axt dazu.

Alexa
18.03.2013, 18:02
@ cast
Bei Messern ist mir wie gesagt relativ viel egal, Hauptsache leicht und es schneidet.
Bei Mode geh ich allerdings ganz anders ran als bei Messern. Es muss hübsch aussehen, mir stehen, allgemein Spaß machen, vielleicht auch ein Lebensgefühl ausdrücken.
Das heißt, das eine Thema sehe ich nüchtern, das andere wiederum nicht. Jeder wird da etwas andere Dinge nüchtern sehen.

@Ditschi
Ich hab deine Frage durchaus ernst genommen. Sie ist ja auch wirklich interessant. Ich stimme dir zu, daß Messer etwas emotional ansprechen, was andere Werkzeuge nicht tun. Was, weiß ich nicht so richtig. Hab nur allgemein als Idee, daß ein Messer ein Gefühl von Macht und Unabhängigkeit und Überlebensfähigkeit vermitteln könnte sowie das sichere Gefühl, sich verteidigen zu können. Damit würde es dem Träger letztlich Sicherheit und Geborgenheit vermitteln. Zuhause hat man durch die vier Wände um einen herum (und andere Dinge, die ein Zuhause ausmachen), auf Tour dann vielleicht durch das Messer.

Und noch eine Ergänzung:
@ Ultraheavy
Ja, bei Wildschweinen und Bären hilft eh kein noch so großes Messer.

Ditschi
18.03.2013, 18:05
Messer machen Spaß, ein gutes Messer fasst sich gut an, außerdem ist es schön anzuschauen.

Das erklärt es nicht. Wäre ich Schraubenzieherfan, würde mir ein guter Schraubenzieher auch Spaß machen. Sie fassen sich zumeist prima an. Schön anzuschauen sind sie auch: ich haben einen mit rotem durchsichtigen Griff. Wenn ich den auf einen Pfahl lege, die Abendsonne durchscheint und der Griff leuchtet --- wunderschön! Schöner als jedes Messer. Wenn ich Schraubenzieherfan wäre...
Ditschi

Ultraheavy
18.03.2013, 18:11
Ja, bei Wildschweinen und Bären hilft eh kein noch so großes Messer.

Persönlicher Praxistest: bei Wildschweinen entweder schnell auf den Baum oder selbst überzeugend einen darstellen.

BiBaButzeBen
18.03.2013, 18:19
Was ist so besonders am Werkzeug Messer ? Warum geht es hoch her ? Warum bekommen erwachsene Männer beim Thema Messer leuchtende Augen und können sich stundenlang über Stahlsorten, Griffmaterialien, Schneidwinkel etc. unterhalten?
Was wird da emotional oder gar irrational berührt?

OT:

Ich glaube es ist eine Art archaischer Trieb, der in unseren Genen steckt...

Wikipedia:
"....Es gehört zu den wenigen Objekten, die weltweit in allen Kulturen des Homo sapiens vorkommen.

Von jeher haben die Menschen jenen Gegenständen besondere Aufmerksamkeit gewidmet, die mit ihren Grundbedürfnissen verbunden sind. So besonders dem Messer, das sich zwar im Laufe der Geschichte in seinem Aufbau kaum veränderte, doch in Material, Form und Art von Klinge, Griff und Verzierungen je nach geschichtlicher Epoche, Herkunft und Nutzungsart variierte. Wegen seiner Nützlichkeit ist das Messer für die unterschiedlichen Gebrauchssituationen zu jeder Zeit und an jedem Ort vorhanden und bildete folgerichtig eine besondere Vielzahl von Variationen heraus.

Vor mehr als zweieinhalb Millionen Jahren stellte Homo habilis, der Urahn des heutigen Menschen, die ersten primitiven Werkzeuge her. Er schlug sich aus geeigneten Steinen primitive, aber funktionale Schlag-, Schneide- und Schabwerkzeuge zurecht, die in der Archäologie nach ihrem ersten Fundort, der Olduvai-Schlucht in Tansania, als Oldowan oder allgemein als Geröllgerät bezeichnet werden. Er verwendete dabei mehr oder minder eckige Felsgesteinsstücke als Rohstoff für Werkzeuge. Kaum jünger, rund zwei Millionen Jahre alt, sind die Chopper genannten Werkzeuge, die bereits das Aufspalten massiver Knochen ermöglichten, um an das fettreiche und nahrhafte Mark erlegter Tiere zu gelangen.

Eine genaue Abgrenzung der Gattung Homo von verwandten Gattungen innerhalb der Hominini ist schwierig. Häufig wird der Gebrauch von bearbeiteten Steinwerkzeugen (Geröllgerät) als Kriterium genannt."

Ich:
Hast du ein Messer, bist du ein Mensch, hast du keines bist du ein Affe :D
Außerdem kommt noch ein gewisser ästhetischer Anspruch hinzu. Jedes Messer besteht aus Griff und Klinge. Trotzdem gibt es 100.000de versch. Modelle und Formen. Sowas gibt es auch bei kaum einem anderen Gegenstand. Es gibt auch nichts anderes, das eine so uralte Erfindung ist, heute aber in den Bereich Hightech fällt.
Desweiteren hat fast jedes Land eine Jahrhunderte alte Messertradition. Weltweit. Sowas gibt es sonst auch bei keinem anderen Werkzeug.
Desweiteren gibt es auch kein Werkzeug, das so vielseitig einsetzbar ist. Es ist quasi die "Mutter aller Werkzeuge".
Bei sowas werden Urinstinkte angesprochen.

Ich muss auch nicht angeln gehen um nicht zu verhungern, trotzdem ist eine gewisse Befriedigung archaischer Triebe nicht zu leugnen, wenn ich nen Fisch am Haken habe. So ist das bei manchen Sachen eben.....

Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Messer
http://en.wikipedia.org/wiki/Knife
http://de.wikipedia.org/wiki/Homo

lina
18.03.2013, 18:26
... und dann folgte die McGyver’sche Büroklammer ;-)
Ist diese als Persiflage auf das Messer zu sehen?

Zum Archaischen müsste eigentlich noch das Feuer dazu.
Und ein Outdoormesser soll beides können: Essenszubereitung & Feuerholz machen.


Ich sehe das wohl auch eher praktisch: Ein scharfes Messer weiß man z.B. ab dann zu schätzen, wenn man damit zu erledigende Arbeiten schon einmal mit einem stumpfen Messer machen musste.

xsamel
18.03.2013, 18:33
Warum werden Messer nicht nüchtern gesehen wie andere Werkzeuge auch? Weiß jemand eine Erklärung?
Ditschi


...vielleicht weil ein Messer einfach "schön" sein kann!

Eine gelegentlich edle Symbiose aus Material, Form und, ja, kombiniert mit einem archaischen "Versprechen"...


...und ein Luxusgegenstand, der für viele Liebhaber auch im relativ hochpreisigen Bereich immer noch bezahlbar ist.

Ditschi
18.03.2013, 18:34
Ein archaischer Trieb, der sich entwickeln konnte, weil das Messer eines der ältesten Werkzeuge ist ?
Klingt plausibel. Dann wären die Debatten triebgesteuert? Könnte man das netter sagen?
Ditschi

Ditschi
18.03.2013, 18:53
Zitat Alexa: Hab nur allgemein als Idee, daß ein Messer ein Gefühl von Macht und Unabhängigkeit und Überlebensfähigkeit vermitteln könnte sowie das sichere Gefühl, sich verteidigen zu können. Damit würde es dem Träger letztlich Sicherheit und Geborgenheit vermitteln.

So, nicht mehr OT:
Hallo @ Alexa, die Motivation gibt es sicher auch, geht aber in Richtung Waffe, zu denen ja auch ein Messer gehören kann.
Eine Waffendiskussion sollten wir hier aber nicht führen. Zumal die Motive da hinreichend erforscht sind.
Nun habe ich zu Glück das Gefühl, daß zumindest in diesem Forum das Messer als Waffe keine große Rolle spielt.
Gleichwohl ist auch hier das Messer in seiner zivilisierten Form als Werkzeug Gegenstand emotionaler Auseinandersetzungen.
Vielleicht hilft es ja, zu hinterfragen, was da angerührt wird und warum ? Wenn man Verhaltensweisen versteht, nimmt man ihnen vielleicht die Schärfe.
Archaischer Trieb war schon mal gut.
Ditschi

Wido
18.03.2013, 18:55
Wow, wenn man den Beitrag von BiBaButzeBen gelesen hat, klingt das alles irgendwie plausibel und völlig selbstverständlich :
so wird´s sein !

Ergänzend gibt es wohl auch so etwas wie ein "Sammlergen". Viele Messerfans besitzen ja zig Messer.
Mir scheint dieses Gen zu fehlen : ich hab´s versucht - bis auf 35 Messer bin ich gekommen, dann hab ich jedesmal das ganze schöne Geld da liegen sehen, wenn ich die Messer gesehen hab. Alles wieder verkauft, bis auf die 3 Stück , die ich regelmäßig benutze .:bg:

BiBaButzeBen
18.03.2013, 19:19
die Motivation gibt es sicher auch, geht aber in Richtung Waffe, zu denen ja auch ein Messer gehören kann.
Eine Waffendiskussion sollten wir hier aber nicht führen. Zumal die Motive da hinreichend erforscht sind.
Nun habe ich zu Glück das Gefühl, daß zumindest in diesem Forum das Messer als Waffe keine große Rolle spielt.

Deshalb hab ich es bei meiner Ausführung auch weggelassen.
Die Eignung als Waffe hat aber zweifellos auch mit der Faszination zu tun. Jeder kleine Junge spielt gerne Ritter mit Schwert (auch eine Unterart von Messern).
Man kann eben eine Vielzahl praktischer Aufgaben mit einem Messer erledigen. Wenn aber die bösen Neandertaler die Sippe bedrohen, kann man sich auch damit verteidigen. Das gehört wohl auch zu diesem archaischen Trieb, sollte hier aber nicht im Vordergrund stehen. Außerdem ist ein Messer ja auch keine so tolle Waffe. Bekanntlich ist die Feder ja stärker (the feather is mightier than the sword) ;-) .

Chouchen
18.03.2013, 19:35
Außerdem ist ein Messer ja auch keine so tolle Waffe. Bekanntlich ist die Feder ja stärker (the feather is mightier than the sword) ;-) .

Terry Pratchett drückt es so aus:
The pen is mightier than the sword if the sword is very short, and the pen is very sharp.:bg:

cast
18.03.2013, 20:13
Noch mehr Hobbypsychologen anwesend?

Messer sind Hobby oder eben nicht. Warum sammelt einer Briefmarken, der nächste Porzellanelefanten?

Weil es Spaß macht.
Mehr gibts dazu nicht zu sagen. Mit einem Hobby beschäftigt man sich, bildet sich eine Meinung und bringt sie hier vor.
Jeder seine......

BiBaButzeBen
18.03.2013, 20:33
Messer sind Hobby oder eben nicht. Warum sammelt einer Briefmarken, der nächste Porzellanelefanten?

Weil es Spaß macht.
Mehr gibts dazu nicht zu sagen.

Nur werden Diskussionen über Porzelanelefanten nicht ansatzweise so emotional geführt....
Wenn hier einer ein Zelt sucht, bekommt er ein paar Tipps und Ratschläge. Das wars.
Bei Messernn gehts für viele um die Ehre oder sowas.
Das ist der Unterschied.

Fritsche
18.03.2013, 20:39
Ich bin mir gar nicht so sicher, ob Messer eine besondere Faszination im Allgemeinen ausüben.

Messer sind eher ein Draußentürgerät als es z.B. "Sportauspüffe" bei Motorrädern sind. Dass dann im Outdoorforum eher über Messer als über Dröhnauspüffe diskutiert wird, finde ich nicht überraschend.
In einem Tuningforum wird wieder weniger über Messer als über Tuningartikel gestritten.

Geht man in ein BWLer-Forum, so streiten diese sich über deren spezifische Fetische: Bügelfreie Hemden, Krawatten usw. (und da habe ich als Nicht-BWLer auch schon gute Inspirationen für Klamotten für meine Vorträge erhalten).
Und bei besagtem BWLer-Forum kochen auch die Wogen hoch wenn einer die falsche Anzugmarke favorisiert.

cast
18.03.2013, 20:46
Eben. Nix anderes.

Becks
18.03.2013, 21:50
Noch mehr Hobbypsychologen anwesend?

Hier, hier, Meld :cool:

Bei mir sind Messer vor allem Mittel zum Zweck. Das Aussehen ist zunächst Nebensache, die Funktion muß erfüllt sein. Das bedeutet jetzt nicht, daß ich nur billigste Klingen nutze, aber auch nicht daß ich tonnenweise Klingen horte.

Unterwegs reicht mir ein möglichst universell einsetzbares Arbeitswerkzeug, daheim in der Küche stecken mehrere hundert Euro in einem kleinem Messerhalter. Dauerte zwar ein paar Tage, aber Vega hat auch den Vorteil von guten Kochmessern erkannt.

Alex

ZauselOutdoor
18.03.2013, 22:50
Es heisst Schraubendreher... gruselig:bg:
Ich weiss aber auch nichts beizusteuern. Habe nur ein Messer:cool:

Chouchen
18.03.2013, 22:53
Ich weiss aber auch nichts beizusteuern. Habe nur ein Messer:cool:

Immerhin hast Du jetzt Deinen ersten Nicht-Lästerbeitrag in einem Fach-Unterforum.:baetsch:

mercator
18.03.2013, 23:03
Aber warum gibt es kein Schraubenzieherforum, keine Schraubenziehermacher, keine emotionalen Diskussionen bei Schraubenziehern über Stahlsorten, Griffmaterialien, Form, Länge, Stärke, Farbe, Schliff usw....?
i

:bg:

http://www.werkzeugforum.de/phpBB3/viewtopic.php?f=6&t=900996

Igelstroem
19.03.2013, 00:15
Na ja, wenn man das Thema schon anschneidet :grins:, sollte man auch kein Blatt vor den Mund nehmen. Das Messer ist genauso wie die Uniform oder das Auto oder das ultimative Navigationsgerät eine logische materielle Erweiterung der männlichen Geschlechtsidentität: Ausdruck eines Phantasmas der Souveränität. Das braucht man übrigens weder zu verhöhnen noch zum Triebschicksal zu stilisieren. Es ist auch irgendwie egal, ob dieses Phantasma genetisch oder hormonell programmiert ist oder bloß durch traditionelle Rollenzuschreibungen bzw. Rollenaneignungen zustande kommt.

Jedenfalls ist da irgendwo die Idee, dass man jagen, kämpfen und töten könnte oder dass man jagen, kämpfen und töten können sollte oder dass es so aussehen sollte, als ob man jagen, kämpfen und töten könnte – und vielleicht auch die Idee, dass dieses Können irgendetwas mit der Fortpflanzungslust und der Eroberung einer Partnerin dieser Fortpflanzungslust zu tun habe.

Ob dieser Tick in archaischen Gesellschaften immer gut funktioniert hat, ist nicht ganz so klar, wie die Soziobiologen manchmal suggerieren, aber irgendwas tickt da jedenfalls, und in archaischen Gesellschaften hat man dann eben eine Waffe getragen und Tiere gejagt und ein bisschen gekämpft und getötet und ist eventuell früh gestorben. Jetzt geht das meiste davon nicht mehr, also wird ein bisschen mehr sublimiert als früher.

Insgesamt funktioniert das erstaunlich gut. Viele Männer führen ein glückliches Leben bis zu einem natürlichen Tod, ohne jemals zu jagen, zu kämpfen und zu töten. Das Messer oder das Auto oder die Uniform symbolisieren nur das Versprechen, dass man auch anders gekonnt hätte, wenn es nötig gewesen wäre. Vielleicht lässt sich jemand davon beeindrucken, und wenn nicht, hatte man doch wenigstens selbst einen psychischen Gewinn davon.

Ich verhöhne das wirklich nicht. Wenn ich die Wahl zwischen einem bequemen, aber formlosen Wanderschuh und einem etwas martialischen Stiefel habe, der sich zum Wandern, obwohl weniger bequem, auch noch eignet, ziehe ich das martialische Gerät vor. Das fühlt sich gut an. Dazu eine Schusswaffe zu tragen, was verboten, gefährlich und in praktischer Hinsicht total sinnlos wäre, würde sich vielleicht auch gut anfühlen. Das lasse ich dann.

So gesehen verstehe ich aber die Faszination des Messers, zumindest von ferne. Ich selber nehme nur ein Messer mit, das für die praktischen Zwecke gerade noch ausreicht. Paradoxerweise habe ich Angst vor meinem eigenen Messer; vor allem davor, dass ich mich in einer Übermüdungssituation selbst verletzen könnte. Ein Messer, dessen Leistungsfähigkeit über alle praktischen Zwecke weit hinausgeht, ist eine Art Fetisch – aber für viele andere Dinge wie die besagten Stiefel gilt das auch. Die Kunst besteht vielleicht nur darin, den Fetisch zu kultivieren, ohne Schaden anzurichten.

cast
19.03.2013, 08:16
Der nächste Hobbypsychologe.

:roll:

derSammy
19.03.2013, 08:24
Der nächste Hobbypsychologe.

:roll:

Der aber in meinen Augen nicht UN-Recht hat :bg:

BDK
19.03.2013, 08:37
Ein archaischer Trieb, der sich entwickeln konnte, weil das Messer eines der ältesten Werkzeuge ist ?
Klingt plausibel. Dann wären die Debatten triebgesteuert? Könnte man das netter sagen?
Ditschi

Ich würde eher vom Gegenteil ausgehen und das ganze nicht mit einem Trieb, also biologisch, sondern durch kulturelle Praxis gefestigt beschreiben, die sich über Jahrhunderte immer weiter ausgeprägt und reproduziert hat. Die Bedeutung des Messers für den oder die Einzelne hat sich dabei grundlegend geändert, es ist aber weiterhin in Gegenstand, der voll von kulturellen Zuschreibungen ist. Anders als der Schraubendreher, der eben nicht über, platt gesagt, diese "große Geschichte" verfügt.

Sagt kein (Hobby-)Psychologe, sondern ein quasi Berufsethnologe ;)

xsamel
19.03.2013, 08:43
Der nächste Hobbypsychologe.

:roll:


...gar mancher, der ein Hobby ernsthaft betreibt, ist einem gschlamperten Profi überlegen :baetsch:

derSammy
19.03.2013, 08:44
als "Berufs-Kfzler":

4 Reifen, Lenkrad, Motor.... is das Bedürfniss

Q7
X5
ML

"die engere Auswahl"

da steckt schon ein wenig mehr dahinter als praktische Überlegungen .........;-)

cast
19.03.2013, 08:44
Sorry, aber warum,wieso,weshalb ist doch eine ziemlich unsinnige Frage.

Ditschi hat ein Problem mit der Tatsache, daß manches in den Messerthemen sehr emotional diskutiert wird. So what?

Ich habe als 8 jähriger im Norwegen Urlaub mein erstes feststehendes Messer bekommen, seitdem besitze ich mit viel Spaß an der Sache Messer, was hat ein 8 jähriger mit archaischen Strukturen zu tun, meine jüngere Schwester hat damals auch ein Messer bekommen. und jetzt?

Messer gehören das ganze Leben zu uns und wenn es bei manchem nur das Buttermesser ist. Es ist eins der wenigen Werkzeuge welches wir von der Wiege bis zur Bahre nutzen, da kommen weder Schraubendreher, Äxte oder Schusswaffen mit.
und weil Alexa es angesprochen hat, MODE oder was darunter zu verstehen ist, ist auch ziemlich archaisch.


und unter Tips, Tricks und Erfahrung hat das ganze IMHO sowieso nix verloren. Dafür gibts doch eigentlich das Lagerfeuer.

BDK
19.03.2013, 08:54
Sorry, aber warum,wieso,weshalb ist doch eine ziemlich unsinnige Frage.
...

Da möchte ich ausdrücklich widersprechen. Das "warum, wieso, weshalb" ist, wie so oft, eine sehr wichtige Frage. Und das Stellen der Frage "warum, wieso, weshalb" versucht ja auch nicht, das Verhalten an sich zu deligitimieren, sondern es begreiflich zu machen und daraus Schlüsse zu ziehen. Allein die Tatsache, wie emotional viele Leute beim Thema Messer (hier könnte auch Fußball, Auto oder Modemarke stehen) reagieren zeigt ja, dass es durchaus untersuchenswert ist. Dass Du Dich noch erinnerst, wann und wo Du Dein erstes Messer bekommen hast, zeigt doch wunderschön, dass Messer auch in der mitteleuropäischen Kultur eine Besonderheit darstellen. An ihren ersten Stift erinnern sich wohl die wenigsten, obwohl auch Stifte "eins der wenigen Werkzeuge welches wir von der Wiege bis zur Bahre nutzen" (cast) sind.

Ich selbst erinnere mich übrigens auch noch sehr gut an mein erstes gutes Taschenmesser, habe zwei Moras, lese aufmerksam im Messerforum und freue mich schon drauf, mir irgendwann mal ein wirklich "gutes" Messer zu kaufen. Ich möchte mich da also keinesfalls ausnehmen!

_Matthias_
19.03.2013, 09:19
Ist es nicht bei Messern so wie bei jedem anderen Hobby? Für den einen ein ganz gewöhnlicher Gegenstand, für den Fan aber eine Wissenschaft für sich. Der Außenstehende kann den Eifer nicht nachvollziehen und die "Eingeweihten" sich tagelang über Nuancen unterhalten. Genau wie bei Wein, Whisky, Kaffee, Autos, Zelten, Schlafsäcken, Taschenlampen, Briefmarken, ...

cast
19.03.2013, 09:30
An ihren ersten Stift erinnern sich wohl die wenigsten, obwohl auch Stifte "eins der wenigen Werkzeuge welches wir von der Wiege bis zur Bahre nutzen" (cast) sind.


Doch, war ein grüner Pelikan Füller zum ersten Schuljahr. Herbst 1969. der existiert im gegensatz zu meinem ersten Messer nicht mehr.

Torres
19.03.2013, 09:32
Ist es nicht bei Messern so wie bei jedem anderen Hobby?

Nein. Ich sehe schon deutliche Unterschiede in der Emotionalität. Sicherlich gibt es mal den einen oder anderen, der sein Zelt für ultimativ hält, aber dass sich Threads über ganze Seiten ziehen und teilweise Grabenkämpfe entstehen, wenn jemand die Outdooreignung des Gegenstandes im definierten Sinne dieses Forums für gering hält, ist schon auffällig. Bitte nicht falsch verstehen, auch ich finde Messer gut und habe nicht nur Opinels. Aber auf Tour - und um Outdoortouren geht es hier meiner Meinung nach - muss ich doch nicht das ultrateure, supergeschliffene, Megamonstermesser für den Survivaleinsatz im brasilianischen Busch mitnehmen, wenn ich im waldlosen Gebiet eh nur eine Tütensuppe öffne oder mal ein Stück Salami abschneide. Da reichen Opinel (übrigens auch zum Anzündholz splittern geeignet) und Küchenmesser (Yagatan Messer) völlig.

Ob diese archaische Disposition wirklich der Grund ist: Es klingt plausibel. Motorradfahren (Ersatz für das Reiten - die jahrtausendealte Fortbewegung des Menschen?) ist auch archaisch. Bei den Motorradfahrern schleifen sich Leute die Schutzpolster ab, damit es aussieht, dass sie in extremer Schräglage die Kurven gemeistert haben und können ohne Krawalltüte (aufgebohrter Auspuff) nicht aus dem Haus. Motorradfahren ist da nebenrangig, der Effekt ist wichtig. Darstellung. Held sein. Cool wirken. Erster sein. Schneller sein. Lauter sein. Anderen (Polizei) ein Schnippchen schlagen.
Nur bei der Fahrleistung muss man sich manchmal die Augen reiben. Da sind Kollegen dabei, die fahren höchstens von Treffen zu Treffen. Für die wirklich langen (Outdoor)Touren ist dann die (nicht getunte, aufs FAHREN konzipierte) Zweitmaschine dran. Das Opinel sozusagen.

TanteElfriede
19.03.2013, 10:00
...herrliche Fragestellung.
Ich finde den Vergleich zum Auto nicht gut, denn ein Auto ist komplex. Hat sehr viele offensichtliche Details. Und sicher kann man über viele Dinge emotional diskutieren (ich bin Uhrenfan und wenn ich an die Diskussionen über die passende Uhr denke, dann ist das hier mit den Messern harmlos).

Aber zurück dazu warum es so emotional sein kann, warum man sich darüber so einen Kopf machen kann. Ich z.B. habe SEHR viele Messer. Auch schon einiges geschmiedet. Warum? Ist doch so ein total einfacher Gegenstand. Ein Griff. Eine Klinge. Fertig. Da sollte in der Tat nicht der ganze Schrank vollliegen. Tut er aber. Weil? Ja weil ich irgendwie das perfekte Messer suche. Das es wohl nicht gibt. Das ich aber suche. Und ich denke immer mal wieder: Das, das ist jetzt aber mal dicht dran. Und dann wird es gekauft. Benutzt und irgendwas ist dann doch. Und so wird weiter gesucht.
Ich beteilige mich i.d.R. nicht an den Diskussionen über die gesuchten Messer. Weil ich aus eigener Erfahrung weiß, dass ich nie zufrieden bin.
Eigentlich ein einfaches Werkzeug hat man doch so viele Faktoren. Der Stahl, das Griffmaterial, die Form der Klinge, des Griffs, die Scheide,.... ach, einfach toll was man alles machen kann. Und alles ist für irgendwas gut. Und alles sieht nett aus. Und alles ist irgendwie haltbar. Und doch fehlt immer noch was. Ich habe aufgegeben zu hoffen, dass es ein "Exit-Messer" für mich gibt. Allerdings gebe ich gern zu, dass mein Schweizer Messer mit Alugriffstücken, Säge, gr. Klinge, Dosenöffener, Kapselheber und reibahle eigentlich reicht. Aber eben nur eigentlich. Da könnte doch die Klinge brechen. zu dünn. Aber dafür habe ich doch die Säge, damit ich nicht an Holz rumhebeln muß. Stimmt. Aber dennoch. Genau. Aber dennoch. Es ist eben nicht Logik die einen treibt.
Und so werde ich weiter suchen und mich freuen. Und ich werde emotionale Diskussionen lesen und mich zurückhalten . Weil der Bock nicht der Gärtner sein sollte.

Vielleicht so wie die Suche nach der Definition des Begriffs Qualität über den Pirsig in seinem Buch "Zen und die Kunst ein Motorad zu warten" (die alten werden sich erinnern?) geschrieben hat. Auch nicht leicht. Ein langer Weg.

cast
19.03.2013, 10:02
Es klingt plausibel. Motorradfahren(....)

Das kannst du gern erweitern.

Warum steigt einer auf einen Berg? ist es wirklich nur das Naturerlebnis oder eben auch die Geschichten, die man als Überlebender erzählen kann?
Warum springt einer mit einem Gummiseil bewaffnet von einer Brücke, da ist es wohl klarer.

Früher gabs mal Kriege, anschließend mußten sich die Überlebenden nicht mehr beweisen.

Heute gibts Outdoorabenteuer..... und damit es abenteuerlicher wird muß man das nach außen mit dem Superduper Messer demonstrieren, sonst sieht es ja keiner.

Hat aber nix mit dem Spaß an dem Werkzeug zu tun. IMHO.

Torres
19.03.2013, 10:15
Da sollte in der Tat nicht der ganze Schrank vollliegen. Tut er aber. Weil? Ja weil ich irgendwie das perfekte Messer suche.

Räusper. Kenne ich irgendwie vom Thema Zelt her. Räusper. Das nenne ich dann aber Hobby.

Die Frage ist dann aber immer noch: Warum kann der eine mit den Dingen distanziert umgehen und andere nicht. Und macht die Angelegenheit zu einer persönlichen Sache mit den Attributen von Sendungsbewusstein und Kampfbereitschaft (vgl. Waffendiskussion in den USA). Persönlichkeit? Testosteron? Unerfahrenheit? Tradition?

Oder ist es vielleicht so, dass vor allem die Sachen emotionalisieren, die (real oder eingebildet) einen höheren (sozialen) Status versprechen (Mein Haus, mein Boot, mein Messer)? Und ist es vielleicht auch vom Status (Erfolg, Beruf, Bildungsstand, Alter, persönliches Umfeld) abhängig, wie stark man das Thema versachlichen kann oder auch nicht?

Edit: Ich stelle das als Frage in den Raum, das soll keine Bewertung oder so sein.

Wido
19.03.2013, 10:17
Das die Messerdebatten so emotional geführt werden, hat auch viel damit zu tun, dass einem nirgendwo sonst soviel Gegenwind entgegen schlägt : wer würde sich schon daran stossen, dass ein Uhrensammler Uhren sammelt. Damit erntet man höchstens ein amüsiertes Schmunzeln, bei Leuten, die dieses Hobby nicht teilen .

Bei Messern ist das anders : ein Messer KANN eine Waffe sein - und das löst die Reibungspunkte aus.

Der Beitrag von Tante Elfriede gibt übrigens schön zu erkennen, wie Sammler sich ihre Sammelleidenschaft selbst rechtfertigen.
Ich weiss auch, dass es das perfekte Messer nicht gibt, aber ich komme mit denen die ich habe gut klar, also suche ich auch nicht nach dem perfekten. Was kaputt geht wird ersetzt und gut. Deswegen würde ich mich trotzdem als Messerfan bezeichnen, aber ich bin definitiv KEIN Sammler .

Ditschi
19.03.2013, 10:22
Hallo,

schaut Euch mal Mercator`s Beitrag 24 an: da hat tatsächlich jemand in einem Werkzeugforum nach einem Schraubendreher gefragt ( hier heißt der Schraubenzieher, jawoll!) : es folgen 8 müde, völlig emotionslose Beitrage für ein Werkzeug, das fast so aussieht wie ein Messer und das es in ähnlicher Vielfalt gibt.
Nee, ein Messer wird anders gesehen.
Ich habe -- wie cast meint--kein Problem damit, daß es so ist. Ich wollte nur wissen, warum es so ist. Ich finde Antworten ganz spannend. Und nebenbei: einem eigenen Verhaltensmuster auf den Grund zu gehen kann doch dazu beitragen, es weniger ernst zu nehmen. Das kann für die Messerdiskussionen nur förderlich sein.
Ditschi

Markus K.
19.03.2013, 10:24
Oder ist es vielleicht so, dass vor allem die Sachen emotionalisieren, die (real oder eingebildet) einen höheren (sozialen) Status versprechen (Mein Haus, mein Boot, mein Messer)? Und ist es vielleicht auch vom Status (Erfolg, Beruf, Bildungsstand, Alter, persönliches Umfeld) abhängig, wie stark man das Thema versachlichen kann oder auch nicht?

Nüchtern betrachtet ist es doch so, dass wir immer noch Steinzeitmenschen geblieben sind. Alle Erungenschaften, die wir seit dieser Zeit uns zu Nutzen gemacht haben, können nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir in bestimmten Situationen unsere Emotionen nicht oder nur schwer unter Kontrolle halten können.

Persönlich stelle ich fest, dass ich in der Zeit in der ich nur die Möglichkeit habe, die Grundbedürfnisse Trinken, Essen, Schlafen zu stillen, glücklicher und entspannter bin, als bei der Stillung der weiteren Bedürfnisse.

Ich vermute deshalb, dass die archaische Lebensweise in unseren Genen verankert ist und in bestimmten Situationen mit Schlüsselreizen wieder hervorbricht. Im Falle unserer Messer möchte ich "Beute machen", sprich das Messer in mein Eigentum überführen. Dass ich mit dem Messer tatsächlich "Beute" in Form von Nahrungsmitteln machen kann, sei nur nebensächlich erwähnt.


@Cast
Kein Fan von "Jagen, Sex und Tiere essen"?

mercator
19.03.2013, 10:34
Nur werden Diskussionen über Porzelanelefanten nicht ansatzweise so emotional geführt....
Wenn hier einer ein Zelt sucht, bekommt er ein paar Tipps und Ratschläge. Das wars.
Bei Messernn gehts für viele um die Ehre oder sowas.
Das ist der Unterschied.

Ist das nicht in anderen Bereichen genauso?

Frag mal im DSLR Forum was besser ist Canon oder Nikon?

Oder frag im Uhrforum welche Armbanduhr Du Dir kaufen sollst.

Oder ob AMD oder Intel die bessere Wahl sind. Oder Windows vs. Apple.

Hier gibt es auch einen Fred zu einem gut regelbaren Schlauch-Gaskocher, der auch schon 140 Beitraege verbucht.

Ich glaube dass es durchaus auch rationale Gruende fuer solche Diskussionen gibt, naemlich einfach, dass keiner Lust hat eine grosse Menge Kohle in den Sand zu setzen fuer etwas, was hinterher irgendwie nicht passt. Und wenn man erst einmal anfaengt sich mit Unterschieden zwischen Geraeten zu befassen verliert man sich schnell in Diskussionen darueber.

Was ich an Messern mag sind ihre Einfachheit und Robustheit. Waehrend meine elektronischen Helferlein regelmaessig den Geist aufgeben (am liebsten, wenn man sie gerade ganz dringend braucht) kann man ein Messer eigentlich als unkaputtbar ansehen, solange man es pfleglich behandelt.

Gruss

Mercator

Torres
19.03.2013, 10:37
Kocher gehört zu Feuer. :grins: Archetyp. :bg: Und bei Zelten muss dann schon Hilleberg da stehen, damit es emotional wird :grins: Statussymbole eben. :bg:

lina
19.03.2013, 10:42
Ah, und welche Zwischenversion ist es, wenn man die Aufnäher/Aufkleber abknibbelt? :D

Robiwahn
19.03.2013, 10:47
Ah, und welche Zwischenversion ist es, wenn man die Aufnäher/Aufkleber abknibbelt? :D

Vielleicht schämen dafür, das man solche Statussymbole nötig hat, um sich gut zu fühlen, weil man eigentlich weiß, das es auch ein Outdoorgegenstand aus der Unter- oder Mittelklasse tun würde ?

Grüße, Robert,

lina
19.03.2013, 10:50
Das sind aber viele gedankliche Umwege, die letztdendlich dazu führen, dass man sich doch nicht gut fühlt?

TanteElfriede
19.03.2013, 10:57
Ok, dann nochmal zu den emotionalen Aspekten. Die denke ich gibt es immer dann, wenn etwas einen bestimmten Wert übersteigt (Messer, Uhren, Autos, Computer...egal) und man sich selbst lange eingeredet hat: Ich habe das Beste. Dann fragt einer nach Rat, man sagt: Isch habe das gekauft, weil....(füge eine beliebige Begründung ein). Und ein anderer, der auch viel Geld ausgegeben hat und ebenfalls sicher ist auf Basis seiner Ideen das richtige, beste für sein Geld bekommen zu haben, schreibt seine Meinung hin. Meist eingeleitet mit: NEIN, so und so...(wieder beliebige Argumente). Ab da ist das ein selbstgänger.
Meine Begründung für die Emotion ist also: Die Menschen mögen nicht, wenn man Ihre Entscheidung für eine einfache Sache viel Geld auszugeben und sich sicher zu sein das ultimative gekauft zu haben, in Frage stellt. Das würde ja bedeuten...oh weh. Oh nein. Und das gilt es zu verhindern!

Ist bei den Uhren auch so. Da geht es um noch mehr Geld. Und jemand der gerade 5000 Euro für eine Uhr ausgegeben hat will nicht hören, dass der Minutenzeiger kacke ist, weil er nicht auf der Minuterie landet sondern sieben zehntel davor. Einer der sagt das xy Messer ist perfekt für das was der andere gefragt hat, weil der Antworter ja eben aus dem Grund die 100 Euro dafür ausgeben hat, will nicht hören, dass ein anderes 100 Euro Messer besser geeignet sei. Oder noch schlimmer eines für 10.

Ist bei Uhren auch so. Genau Zeit? Robust?...liefert jeder Quarzer. Fertig. Jenseits davon beginnt das Minienfeld der Emotionen.
Messer? Schneiden, haltbar, ...mal ehrlich... erfüllen die preiswerten von diversen Herstellern vollkommen. Aber das zuzugeben und sich einzugestehen, dass man aus irgendwelchen anderen Gründen diverse Euronen in Messern, Zelten oder sonstwas versenkt? Schwierig.

Für mich steht fest: Ich bin so. Ich werde vermutlich immer wieder etwas sehen was mich reizt (auch Zelte), was ich schon habe, aber anders. Und wo ich glaube das andere, neue ist besser und Wert gekauft zu werden. Solange wie ich das mit Geld tue, was über ist, solange ist das m.E. OK.

lina
19.03.2013, 11:06
Was mich erstaunt, ist, das hier Form-Aspekte gar nicht auftauchen.
Man kann ja einen Gegenstand, neben der Funktion, auch einfach ästhetisch gelungen finden. Wenn man Pech hat, ist er teuer, wenn man Glück hat, nicht?

Torres
19.03.2013, 11:16
Meine Begründung für die Emotion ist also: Die Menschen mögen nicht, wenn man Ihre Entscheidung für eine einfache Sache viel Geld auszugeben und sich sicher zu sein das ultimative gekauft zu haben, in Frage stellt. Das würde ja bedeuten...oh weh. Oh nein. Und das gilt es zu verhindern!

Die Begründung überzeugt. Da hast Du sicherlich Recht. Und würde einige Reaktionen - auch in den Zeltethreads - erklären.

TanteElfriede
19.03.2013, 11:17
...oh, ich hatte Form durchaus erwähnt, wobei ich vermutlich eher den funktionalen Form Gedanken gedacht habe...aber der hübsch anzusehen ist durchaus dabei...deswegen fliegen die Cydex Scheiden auch immer in die Kiste und ich bastel was aus Leder...

Wido
19.03.2013, 11:28
Für mich steht fest: Ich bin so. Ich werde vermutlich immer wieder etwas sehen was mich reizt (auch Zelte), was ich schon habe, aber anders. Und wo ich glaube das andere, neue ist besser und Wert gekauft zu werden. Solange wie ich das mit Geld tue, was über ist, solange ist das m.E. OK.

Das Gefühl kennt jeder. Ich schaffe es mittlerweile immer öfter, das einfach weg zu schieben und das begehrte Teil eben NICHT zu kaufen. Was soll ich sagen : auch das fühlt sich gut an ! :bg:
Gibt mir wohl die Bestätigung, das ich stärker bin, als mein innerer Schweinehund.

TanteElfriede
19.03.2013, 11:30
Das Gefühl kennt jeder. Ich schaffe es mittlerweile immer öfter, das einfach weg zu schieben und das begehrte Teil eben NICHT zu kaufen. Was soll ich sagen : auch das fühlt sich gut an ! :bg:
Gibt mir wohl die Bestätigung, das ich stärker bin, als mein innerer Schweinehund.

...auch das habe ich schon gemacht. Stimmt...tut nicht weh!

Markus K.
19.03.2013, 11:40
Was mich erstaunt, ist, das hier Form-Aspekte gar nicht auftauchen.
Man kann ja einen Gegenstand, neben der Funktion, auch einfach ästhetisch gelungen finden. Wenn man Pech hat, ist er teuer, wenn man Glück hat, nicht?

Lina, wir sind Männer! Für uns zählt die Funktion und der exponentielle Anstieg unseres Egos. :cool:

Fritsche
19.03.2013, 11:43
Lina, wir sind Männer! Für uns zählt die Funktion und der exponentielle Anstieg unseres Egos. :cool:

Ist das nicht das gleiche? :-)

lina
19.03.2013, 11:45
Ok, ich seh schon: Was schön ist, muss auch teuer sein! ;-)

TanteElfriede
19.03.2013, 11:58
Ok, ich seh schon: Was schön ist, muss auch teuer sein! ;-)

...nö!

cast
19.03.2013, 12:31
Es gibt dann noch die Bewegung, die sich Understatement nennt.

Teure Sachen denen der Laie nicht ansieht was sie kosten und an denen sich nur die echten Kenner erkennen.

wesen
19.03.2013, 17:58
An ihren ersten Stift erinnern sich wohl die wenigsten, obwohl auch Stifte "eins der wenigen Werkzeuge welches wir von der Wiege bis zur Bahre nutzen" (cast) sind.

Aber sicher erinnere ich mich. Geha Schulfüller mit Reservoir in rot. Stifte sind heute mein Handwerkszeug. Und ich lege Wert auf Stifte, die mir optisch, haptisch und von Form und Gewicht her gefallen und zu mir und meinen Händen passen. Seit 30 Jahre habe ich als Füller ein Monblanc Meisterstück, seit mind. 10 Jahren einen schwarz schreibenden silbernen Kugelschreiber von Caran D'Ache, einen roten (und rot schreibenden) Kugelschreiber von Scheaffer, der zwar nicht schweineteuer war, mir aber sehr gefällt. Selbst meine Bleistifte und Lineale sind (für mich zumindest) wunderschön. Ich freue mich, das Zeug in die Hand zu nehmen. :cool:

Schrauberdreher benutze ich verglichen mit Stiften sehr selten, obwohl ich in meinem Haushalt nur selbst zu schrauben pflege. (Was hast du dauernd zu schrauben, @Ditchi?) So einen roten, durchscheinenden, habe ich übrigens auch. Wohl mein am häufigsten benutzter. Er liegt mir einfach am besten in der Hand. Irgendwelche Emotionen habe ich bei dem Ding aber nicht.

Messer sind da für mich, obwohl ich Frau bin, wieder gefühlsbeladener. Mein erstes Messer hat mir mein Großvater, den ich sehr mochte, geschenkt. Ein Matrosenmesser. Selbst heute für meinen Geschmack zu groß. Erst recht für das kleine Mädchen, das ich damals war. Und trotzdem lächle ich beim Gedanken daran. (Wie auch beim Gedanken an das Nadelspiel von meiner Großmutter.) Später schenkte mir jemand ein Schweizer Messer. Ich mochte es nie. Die Plastikschalen finde ich nicht schön. Dann kam ein sardisches Hirtenmesser, das ich im Urlaub kaufte. Dann starb mein Vater und ich suchte mir ein Messer aus seiner Sammlung als Erinnerung aus. Drei weitere kamen später hinzu. Ich mag sie alle, weil sie mich an etwas erinnern und weil ich sie gerne in der Hand habe. Alle bringen mich zum Lächeln. Fast immer habe ich ein kleines, sehr sicher schließendes, Klappmesser bei mir. Ganz einfach, weil ich häufig etwas schneiden muss. Eine Weile hatte ich eine Schere dabei, aber die Spitzen pflegten sich in alles mögliche hinein- oder hindurchzubohren; das war mir zu unsicher. Und meine Scheren nehme ich weniger gerne in die Hand als meine Messer.

Auf Touren nehme ich normalerweise nicht das schönste, sondern das leichteste Messer mit. Jedenfalls dann, wenn ich den Kram schleppen muss. Nur nach Finnland kommt ein feststehendes Messer mit; da ist es üblich, in den Hütten zum Feuer anmachen "Tannenbäumchen" zu schnitzen - und auch den Nachfolgenden welche zu hinterlassen. Dafür ist mir ein Klappmesser zu instabil.

Für mich liegen Stifte und Messer (und Stricknadeln :bg:) gar nicht so weit auseinander. Ich freue mich, ein Teil meiner Sammlung in die Hand zu nehmen.

Allerdings gibt es anscheinend einen deutlichen Unterschied zwischen meiner Messerliebhaberei und der etlicher Männer: Sobald ein Messer auch nur ansatzweise militärisch wirkt, finde ich es abscheulich. Dann weist für mich schon das Äußere darauf hin, dass es gemacht wurde, um (Menschen) zu töten. Das Messer schreit es geradezu heraus. Meine Messer dagegen sind auch optisch Handwerkszeuge.

xsamel
19.03.2013, 18:11
Was mich erstaunt, ist, das hier Form-Aspekte gar nicht auftauchen.
Man kann ja einen Gegenstand, neben der Funktion, auch einfach ästhetisch gelungen finden. Wenn man Pech hat, ist er teuer, wenn man Glück hat, nicht?


...räusper, also bitte Beitrag 11 lesen und z.K. nehmen - Männer sind nicht nur SO :bg:

Ditschi
19.03.2013, 18:30
Schön geschrieben, wesen. Und, oh wunder, Messer habe ich auch. Sogar das cold steel masterhunter. Das ruht das ganze Jahr im Angelkasten und wird nur in Norwegen gebraucht, denn nur da fange ich Fische, die eines kräftigen Messers bedürfen.
Emotional verbindet mich mit ihm nichts, und es berührt mich nicht die Bohne, ob ich stattdessen ein XY hätte erwerben sollen. Im Alltag brauch ich kaum einmal ein Messer außer beim Frühstück.


Zitat wesen: Sobald ein Messer auch nur ansatzweise militärisch wirkt, finde ich es abscheulich.

Das ging mir 2009 so, als ich ins Forum kam und sah, wie hier stolz Delta-Force-Spezial-FBI-CIA-Vietnam-Irak-Combat-Police usw- Messer präsientiert wurden. Ich fragte als Newbie, was die im friedlichen outdoor-forum sollten? Patsch, Fettnäpfchen. Einer gegen alle ( gefühlt). Aber auch da hat sich etwas gewandelt, was ich keinesfalls bedauere. Ich ziehe aber immer noch die Augenbrauen hoch, wenn so ein Messer hier bei jungen Männern, die als Anfänger fragen , Begehrlichkeit weckt.
Gruß Ditschi

Pedder
19.03.2013, 18:36
Würde ein Bild mit 5 Schraubenziehern und der Frage, welchen man kaufen soll, es auf 125 posts bringen?
Warum werden Messer nicht nüchtern gesehen wie andere Werkzeuge auch? Weiß jemand eine Erklärung?
Ditschi

Ich habe auf anderen Foren auch schon emotionale Diskussionen über Werkzeuge (auch Schraubenzieher) geführt. Die Diskussionsverläufe und Standpunkte sind sehr ähnlich.

Aber Messer haben einfach einen größere Zielgruppe und sind zudem relativ einfach zu fertigen. Das führt zu einer unglaublichen Vielfalt im Angebot. Und es ist eine potentielle Waffe - emotionale Diskussionen gib es vor allem bei den potentiell gefährlichen Messern.

Vielleicht können wir den Schraubenzieher ja weiter voranbringen. Wenn man das richtig aufzieht, kommt da nämlich schon Emotionalität rein: http://overkil-design.blogspot.de/2012/12/schraubendreher-screwdrivers.html

Buck Mod.93
19.03.2013, 18:37
Was bin ich froh, dass es mir völlig Schnuppe ist, warum mir Messer gefallen:ignore:

Ich denke, so lange man nicht von kleinen Kindern oder Langstreckenraketen fasziniert ist, ist das relativ unbedenklich.

Pseudowissenschaftlich analysieren, woher die Faszination für Messer stammt? Ich glaube nicht, dass dabei viel rumkommt.
Es wird genau so sein wie in jedem anderen Thread über Messer. Nach dieser Meta-Diskussion mach ich dann den nächsten Thread auf. Warum kochen Threads über Threads über Messer immer so hoch:lol:

Ditschi
19.03.2013, 18:47
Danke, Pedder, ich sehe meine Schraubenzieher jetzt in völlig neuem Licht.:bg:


Zitat Buck93: Warum kochen Threads über Threads über Messer immer so hoch

ja, warum? Schön, daß Du Dir auch die Frage stellst. Jetzt sind wir schon zwei.;-)

Ditschi

Ultraheavy
19.03.2013, 18:48
Na ja, wenn man das Thema schon anschneidet :grins:, sollte man auch kein Blatt vor den Mund nehmen. Das Messer ist genauso wie die Uniform oder das Auto oder das ultimative Navigationsgerät eine logische materielle Erweiterung der männlichen Geschlechtsidentität: Ausdruck eines Phantasmas der Souveränität. Das braucht man übrigens weder zu verhöhnen noch zum Triebschicksal zu stilisieren. Es ist auch irgendwie egal, ob dieses Phantasma genetisch oder hormonell programmiert ist oder bloß durch traditionelle Rollenzuschreibungen bzw. Rollenaneignungen zustande kommt.


Sehr schön erklärt. Nicht nur den Auschnitt oben.
Den habe ich zitiert aus folgendem Grund.

Da ist mir wohl als Kindergroßzieher meine männlichen Geschlechtsidentität aufgrund von Rollenaneignung verloren gegangen, siehe Bild.
http://www.outdoorseiten.net/fotos/uploads/24151/IMAG0265.jpg
Ein Auto habe ich nicht (mehr), mein Navi vom Discounter wird selten benutzt und meine XJ600 ist definitiv nicht als Ausdruck meiner Geschlechtsidentität tauglich.
Die Messer im Bild sind definitiv ganz toll, das Arbeiten damit ist eine Freude, wie mit jedem guten Werkzeug.
:bg:

Robiwahn
19.03.2013, 18:56
Was mir bei Ultraheavys Bild eher ins Auge sticht, ist der schöne Messerblock, die Messer sind mir ziemlich egal.

Material ist Bambus, oder ? Und wie heißt gleich nochmal die Messerfirma mit den Zwillingen von dem Logo ? Anscheinend haben die auch andere schöne dinge.

Ich will seid geraumer Zeit einen Messerblock für die Küchensammelsuriummesser fertigen. Ob rötliche Kirsche in Kombi mit grüngelber Robinie gut aussieht? Oder besser mit ein paar Streifen tief bordeauroter Curupau kombinieren. Hmmh, mal sehen.

Grüße, Robert,

Buck Mod.93
19.03.2013, 18:59
Und wie heißt gleich nochmal die Messerfirma mit den Zwillingen von dem Logo ? Anscheinend haben die auch andere schöne dinge.



Zwilling:grins:

Ultraheavy
19.03.2013, 19:06
Exakt.

Das Material ist Bambus, da stehe ich jetzt mal so richtig drauf. Da kann ich ganz emotional werden:D.
Davon habe ich Kochbestecke, Bodenbeläge, Rollos, Klobürstenhalter usw.

In der rechten Seiche versteckt sich noch ein japanisches Caddie, fürs Kräuterhacken, Leichenzerteilen etc;)
Und links unten noch ein sauscharfes Keramikmesser. das mußte ich einfach mal ausprobieren. Zu scharf zum Zwiebelschälen:bg:

Moosmann
19.03.2013, 19:06
...zu den genannten Aspekten möchte ich noch folgende Überlegungen hinzufügen:

erstens: in Bereichen, mit denen man sich viel beschäftigt, beruflich, vor allem aber auch im Freizeit- u. Hobbybereich, neigt man häufig dazu, sich equipmenttechnisch zu professionalisieren - sei es, dass man mit fortgeschrittenen Fertigkeiten oder bei ambitionierteren Vorhaben bessere Ausrüstung benötigt (oder zu benötigen glaubt), sei es, damit sich der Habitus des Professionellen auch materiell manifestieren kann (für sich oder für andere). In meinen Fall etwa ist mit weitergehenden Interessen im Outdoor-Bereich, beim Kochen, bei Gärtnerei und Holzbearbeitung das Messer in diversen Formen und Funktionen irgendwie immer involviert. (Wobei ich übrigens durchaus in der Lage bin, diese Tendenz zur Objektfetischisierung zwar nicht auf Schraubenzieher, aber immerhin auf Hämmer, Sägen, Äxte oder japanische Gartengeräte auszudehnen;-)...)

und zweitens: das emotionale Feld, das durch ein eigenes Messer (wie auch durch x-beliebige andere Gegenstände) definiert wird, profitiert, wie ich glaube, von der bereits erörterten phylogenetischen Dimension, der kulturellen Omnipäsenz und historischen Konstanz. Das Messer ist so erstmal gesetzt als überzeitlich wertig, aber auch als konkret erfahrbar (und funktional ambivalent und damit interessant, wie alles moralisch Ambivalente) - ein Objekt, dass so eine besonders fruchtbare Matrix für weitergehende Formen der Selbstdarstellung, des Ausrdrucks von Identitäten, Lebensgefühl oder der individuellen Selbstvergewisserung sein kann.
Ich trage zwar im Alltag kein Messer, aber wenn ich zu irgendeiner Gelegenheit eins mitnehme, dann ist die Auswahl bei mir ebenso tagesformabhängig und will ebenso gefühlsmäßig getroffen werden, wie z.B. bei der Kleidungswahl oder der Frage, welches Gericht man sich im Lokal bestellt...

Ultraheavy
19.03.2013, 19:23
erstens: in Bereichen, mit denen man sich viel beschäftigt, beruflich, vor allem aber auch im Freizeit- u. Hobbybereich, neigt man häufig dazu, sich equipmenttechnisch zu professionalisieren - sei es, dass man mit fortgeschrittenen Fertigkeiten oder bei ambitionierteren Vorhaben bessere Ausrüstung benötigt (oder zu benötigen glaubt), sei es, damit sich der Habitus des Professionellen auch materiell manifestieren kann (für sich oder für andere).

Das ist aus meiner Sicht korrekt.
Der Mensch ist aber einfach auch lernfähig und merkt irgendwann, daß gutes Werkzeug eine wesendliche Grundlage für die Herstellung, Reparatur oder auch Optimierung eines beliebigen Produktes sind.

Nun koche ich aufgrund meiner Küchenmesser zwar definitiv nicht besser, aber das Kochen macht mehr Spaß und geht auch schneller von der Hand. Und wenn ich etwas mit Spaß mache, wird das Endprodukt wiederum besser. Das führt dann in einen positiven Regelkreis. Irgendwann habe ich das für mich optimale Werkzeug, verfüge über ausreichende Erfahrung und erfreue damit auch meine Mitmenschen, die dann mir eine Freude bereiten. Am Schluß freuen sich alle und tauschen positive Emotionen aus:bg:

Ohne Quatsch; Liebe geht durch den Magen.
Womit wir wieder beim Thema wären, auch wenn es Ditschi wohl anders meinte.

Chouchen
19.03.2013, 21:17
@wesen: Zum Thema Stricknadeln: Wie wäre es denn mit der addiArt (http://www.addi.de/neuheiten.php)? Kostet läppische 69 €. :bg:



Ich finde schöne Messer toll, mir geht es aber da wie wesen: Je martialisch-militärischer das Aussehen, desto weniger gefallen sie mir. Ein schöner, gut bearbeiteter Griff in perfekter Verbindung mit dem Metall: Das finde ich sehr ästhetisch. Es sind nützliche Handschmeichler. Ich bewundere die Handwerkskraft, die in jedem Messer steckt. Solche wirklich schönen, handgemachten Messer, in denen einfach Geschichte und Schaffenskraft steckt kann ich mir aber nicht leisten. Und selbst wenn, bin ich mir nicht sicher, ob ich mir ein solches Messer kaufen würde. Ich glaube, ich hätte Angst es wirklich zu benutzen, es zu beschädigen, zu verlieren etc. Ich drücke mir nur regelmäßig am Laden eines Messermachers in der Nähe von Reykjavík die Nase platt.
Ich finde aber auch Schweizer Taschenmesser (und Multitools wie Leatherman) toll: Ich bewundere die Funktionen, die gute Verarbeitung usw.
Aber auch für Werkzeug kann ich mich durchaus begeistern: Es ist ein riesiger Unterschied, ob man mit einem billigen Schraubendreher oder einem wirklich guten arbeitet.
Und ich weiss noch, wie ich mir noch als Teenie einen bestimmten Ratschenkasten zu Weihnachten gewünscht und bekommen habe. Die Stecknüsse nehme ich immer noch gerne in die Hand.
Ich bewundere, wenn etwas gut und durchdacht gearbeitet ist, man es dem Gegenstand ansieht und anfühlt.

Nichtsdestotrotz verstehe ich auch nicht, warum es in Messerthreads oft so hoch her geht. Und es wurde ja schon erwähnt: In anderen Bereichen (Nikon vs. Canon, Mac vs. Dose usw.) läuft es aber oft genauso.
Das ist mir aber auch egal, es juckt mich nicht und die Leute sollen sich von mir aus die Köppe einschlagen. Letzte Gründe für so etwas sind nicht zu finden, nur zu vermuten und selbst wenn man die ultimative Erklärung fände: Was würde das ändern?

wesen
19.03.2013, 21:39
@wesen: Zum Thema Stricknadeln: Wie wäre es denn mit der addiArt (Fuzzy Stick)? Kostet läppische 69 €. :bg:

Uiiii. Endlich mal was für richtige Frauen. Hach, wenn sie nur nicht so teuer wäre. Die würde sich sooo gut neben meiner Siggflasche mit Swarowskysteichen machen... http://www.smilies.4-user.de/include/Girls/smilie_girl_159.gif

Wido
19.03.2013, 21:41
und zweitens: das emotionale Feld, das durch ein eigenes Messer (wie auch durch x-beliebige andere Gegenstände) definiert wird, profitiert, wie ich glaube, von der bereits erörterten phylogenetischen Dimension, der kulturellen Omnipäsenz und historischen Konstanz. Das Messer ist so erstmal gesetzt als überzeitlich wertig, aber auch als konkret erfahrbar (und funktional ambivalent und damit interessant, wie alles moralisch Ambivalente) - ein Objekt, dass so eine besonders fruchtbare Matrix für weitergehende Formen der Selbstdarstellung, des Ausrdrucks von Identitäten, Lebensgefühl oder der individuellen Selbstvergewisserung sein kann.

:o Banane ??

Lobo
19.03.2013, 23:26
Banane ??

:bg: Danke, ich dachte schon ich sein der einzige Idiot der nur Bahnhof versteht :nixda:

cast
20.03.2013, 10:26
Schön das wir mal drüber gesprochen haben.
Wer macht jetzt den Bananenblütentee?

TanteElfriede
20.03.2013, 11:40
..ich habe erstmal einen Schluck 1. Kaltpressung Borretschöl zu mir genommen...ist besser als Bannanentee!

Ditschi
20.03.2013, 12:13
Bananentee !? Ich glaube, Ihr begegnet diesem Messerthread nicht mit der notwendigen Ehrfurcht.

Während Ihr Euren Saft trinkt, entwickle ich, um meine androgyne Einstellung zu martialischen Messern zu kaschieren, eine emotionale Beziehung zu einem meiner Schraubenzieher.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/00221.JPG

Ditschi

Markus K.
20.03.2013, 12:23
Bananentee !? Ich glaube, Ihr begegnet diesem Messerthread nicht mit der notwendigen Ehrfurcht.

Während Ihr Euren Saft trinkt, entwickle ich, um meine androgyne Einstellung zu martialischen Messern zu kaschieren, eine emotionale Beziehung zu einem meiner Schraubenzieher. Ditschi

Kollega, das geht mal gar nich! So sieht ein gescheiter Schraubendreher aus! MERK DIR DAS!!!

http://sphotos-h.ak.fbcdn.net/hphotos-ak-snc6/5598_474122162641121_747132501_n.jpg

Harry
20.03.2013, 12:25
nö. Ähm besser so.

http://overkil-design.blogspot.de/2012/12/schraubendreher-screwdrivers.html

Fritsche
20.03.2013, 12:29
Das ging mir 2009 so, als ich ins Forum kam und sah, wie hier stolz Delta-Force-Spezial-FBI-CIA-Vietnam-Irak-Combat-Police usw- Messer präsientiert wurden. Ich fragte als Newbie, was die im friedlichen outdoor-forum sollten? Patsch, Fettnäpfchen. Einer gegen alle ( gefühlt). Aber auch da hat sich etwas gewandelt, was ich keinesfalls bedauere. Ich ziehe aber immer noch die Augenbrauen hoch, wenn so ein Messer hier bei jungen Männern, die als Anfänger fragen , Begehrlichkeit weckt.
Gruß Ditschi

Das Martialische an Delta-Force-Spezial-FBI-CIA-Vietnam-Irak-Combat-Police usw- Messer, oder wie hier jemand anderes schrieb, die Bestimmung als Waffe, sind zwei grundverschiedene Eigenschaften. Messer sind als Waffe eher wenig geeignet. Diejenigen Messer, die als Waffe konzipiert sind (etwa Dolche und Bajonette), sind unter den Tactical-Fans der Outdoorler kaum verbreitet, weil man im Alltag damit wirklich kaum was anfangen kann.

Der Rest, der als „Militärmesser“ rüberkommt und oft (meiner Erfahrung nach eher bei Einsteigern) von ihren Fans gekauft wird, ist in erster Linie als Allzweckwerkzeug zum Hebeln, Schlagen etc mit zusätzlicher Schneidmöglichkeit zu sehen. Wie sinnvoll sowas im Trekkingalltag ist, stelle ich mal in Frage.

Nachdem ich ein paar Mal das Glock dabei hatte, frage ich mich bis heute, wie Rüdiger Nehberg dieses Messer ernsthaft empfohlen haben kann. Mein AK47 Bajonett habe ich verschenkt, das Glock und ein weiteres „taktisches“ Messer (TAK1) habe ich im Schuppen und benutze beide nur noch zur Gartenarbeit.

Der militärische Hintergrund im Sinne von „Waffe“, „kann ich mich verteidigen“ etc ist bei diesen Käufern nachrangig. Viele werden dem Nimbus des Militärischen aufsitzen: „was für das Militär (vornehmlich US Militär) taugt, wird für mich gerade gut genug sein.“ Mal abgesehen davon, dass die USA seit Jahrzehnten keinen Krieg mehr gewonnen haben (obs an den Messern liegt?), sind die Einsatzbereiche zwischen Outdoor- und Militärmessern jedoch unterschiedlich, und zwar in Klingenformen (auf jeden Fall), Stählen (kann man drüber streiten natürlich) und Griffformen.

Zur allgemeinen Frage, was das Faszinierende an Messern ist, ich glaube dazu gibt’s soviele Einzelmeinungen wie Messerbesitzer. Für mich sind Messer:

Werkzeug
Handwerkskunst
Tradition
Schmuck
Fetisch
…und manche können gar erotisch sein….(ach ja, interessanterweise sieht meine Frau das ähnlich)

Moosmann
20.03.2013, 13:56
...den kann ich gerne machen (den Tee, zweiter Aufguss, meine ich;)

Nochmal mit anderen Worten ausgedrückt:

Ein Gegenstand hat einen assoziativen Kontext. Das können Begriffe, Bilder, Emotionen usw. sein. Dieser Kontext ist differenzierbar. Bei dem Begriff Baum z.B. gibt es vielleicht eine (je nach Theorie unterbewußte/ genetische) stammesgeschichtliche (=phylogenetische) Dimension, die etwa mit Ideen wie Schutz vor Witterung, Brennmaterial fürs Feuer, Deckung bei der Jagd etc. korreliert. Dann eine kulturell definierte (bei uns assoziiert man Eiche oder Apfel, woanders Weihrauch oder Zitrone), die auch durch das mediale Wissen, durch Geschichten, Mythen, Legenden, Filme etc. gespeist wird. Und dann gibt es eine individuelle Dimension (als Kind vom Baum gefallen, Opa hat mir immer Pflaumen gepflückt etc.).
Das Messer ist, wie gesagt, sein frühster Zeit mit dabei, in allen Kulturen präsent und bis heute in Gebrauch.
Der Einsatzbereich deckt viele kulturelle Felder ab - Nahrungsbeschaffung und -zubereitung, diverse Handwerkstechniken aber auch Nutzung als Ritualobjekt, Standeszeichen oder Waffe. Dadurch ist der Begriff Messer mit einer Vielzahl von Assoziationen, Bildern, unter- oder teilbewußten Ideen angereichert, die teilweise ihren Ursprung in unserer, teilweise in lang vergangener Zeit haben. Es ist somit ein Gegenstand von einer gewissen kulturellen Relevanz. Und es hat dabei ein ambivalentes (Skalpell vs. Tactical Knife) und der Tendez nach hybrides Wesen (Schmuck- oder Sammlerstück, ästhetisches Kunstwerk, religiöses/zeremonielles Objekt vs. Werkzeugcharakter). Anders als ein Besen, ein Löffel oder auch ein Schraubendreher auf der einen, oder eine Krone, ein Talisman oder ein Schmuckstück auf der anderen Seite. Und insofern, mit diesem Erbe im Rücken sozusagen und oberhalb einer gewissen Relevanzschwelle, so meine These, eignet es sich besser, in einem nächsten Schritt, ein Objekt der individuellen Selbstdarstellung, des Ausrucks eines Lebensgefühls oder von ähnlichem zu werden. Es bietet einen fruchtbaren Nährboden bzw- ein vielschichtiges Sinn- und Assoziationsrepertoire, welches Alle oder zumindest Viele gemäß ihrem Background und ihrer Neigung anzapfen können. Dies kann zu Differenzen mit denen führen, die dies nicht tun und mit denen, die es auf eine andere Weise tun.

cast
20.03.2013, 14:07
Messer sind als Waffe eher wenig geeignet. Diejenigen Messer, die als Waffe konzipiert sind (etwa Dolche und Bajonette), sind unter den Tactical-Fans der Outdoorler kaum verbreitet, weil man im Alltag damit wirklich kaum was anfangen kann.


Vorsicht, es gibt reichlich Messer die vor Gericht als Waffe angesehen werden, obwohl sie keine sind.
Richter haben i.d.R. keine Ahnung von dem Thema über das sie richten sollen. Zu viel Wissen schadet in dem Beruf anscheinend.
Deswegen, schwarze Messer, lange Klingen, am besten auch schwarz bewirken bei manchem Zeitgenossen, wie man auch hier sehen kann abolut "abenteuerliche" Assoziationen, im wörtlichen wie übertragenen Sinne.
Im übrigen sind Messer hervorragend als Waffe geeignet.

Buck Mod.93
20.03.2013, 14:29
Von wegen Faszination:

Bestellt:

Karesuando Älgen -> Verarbeitung absolut grottig. Sekundärschneidfase am Scandi:o Total vermurkste Kupferplatte.

EKA H8 -> Völlig schief eingesetzte Klinge. Messerscheiden neuerdings unterste Schublade.

Ich sollte aufhören günstige Messer zu kaufen. Da will man sich selbst mal ne Freude machen und rennt den ganzen Tag nur zur Post um Messer zurück zu schicken:roll:

Hab jetzt das Helle Eggen bestellt. Wenn das nicht besser ist, werde ich mich von nordischen Messern abwenden:lol:

LG

Ferdi

Homer
20.03.2013, 14:36
...Messer habe ich auch. Sogar das xyz
Emotional verbindet mich mit ihm nichts, und es berührt mich nicht die Bohne, ob ich stattdessen ein XY hätte erwerben sollen.

sehe ich ähnlich.
ist wie mit gummistiefeln: schön, daß es sie gibt, echt praktisch, tolle erfindung, an hochwertigen exemplaren hat man sicher viel freude, aber wenn sich jemand zu sehr dafür interessiert wirds seltsam:ignore:.

Fritsche
20.03.2013, 14:40
Von wegen Faszination:

...
Hab jetzt das Helle Eggen bestellt. Wenn das nicht besser ist, werde ich mich von nordischen Messern abwenden...

Nächster Schritt: selber machen.

Die sind dann zwar auch nicht perfekt, aber der Weg zur Post entfällt.

lina
20.03.2013, 14:46
Oder da mal unterwegs sein: Mein Opinel habe ich in Frankreich gekauft – wo sonst? ;-)

Buck Mod.93
20.03.2013, 14:51
Nächster Schritt: selber machen.

Die sind dann zwar auch nicht perfekt, aber der Weg zur Post entfällt.

Nee nee jetzt ganz anders. Helle Eggen schnell wieder storniert und ein Enzo Trapper mit Birkenholzgriff und roter Fiber bestellt:wohoo:

Ditschi
20.03.2013, 15:31
Zitat cast: Richter haben i.d.R. keine Ahnung von dem Thema über das sie richten sollen. Zu viel Wissen schadet in dem Beruf anscheinend.

Ich versuche ja, jedem Gedanken zu folgen, was nicht immer gelingt. Daher die Nachfrage: die haben keine Ahnung, weil zu zuviel wissen?
Ditschi

cast
20.03.2013, 17:47
Wer zu viel zu einem Thema weiss hat eine Meinung dazu, völlig neue Dinge betrachtet man möglicherweise objektiver.
Im Zusammenhang mit sogenannten "Waffen" aber meist völlig daneben. Weil das WaffG ein völliger Krampf ist.

_Matthias_
21.03.2013, 09:47
Ich denke, so lange man nicht von kleinen Kindern oder Langstreckenraketen fasziniert ist, ist das relativ unbedenklich.

Muss; ich mir jetzt Sorgen machen? :shock:
Ich finde die technischen Aspekte von Raketen schon ziemlich interessant.
Und Kinder sind für mich das faszinierendste überhaupt: wie sich so etwas winzig es in relativ kurzer Zeit zu einer eigenen Persönlichkeit entwickelt und dabei auch Erwachsenen völlig neue Sichtweisen auf die Welt aufzeigt.
Aber sammeln zu beides trotzdem nicht :grins:

Ultraheavy
26.03.2013, 02:03
Ich denke, so lange man nicht von kleinen Kindern oder Langstreckenraketen fasziniert ist, ist das relativ unbedenklich.


Wo genau muß ich mich jetzt selbst anzeigen?




Hab jetzt das Helle Eggen bestellt. Wenn das nicht besser ist, werde ich mich von nordischen Messern abwenden:lol:

Prognose: wird dein Messer für den Rest des Lebens. Und zwar wegen des Stahls.
Nachdem ich diverse Messer zerstört habe wollte ich mal etwas qualitatives. Es wurde ein Helle Fjord mit Ledergriff. Es ist immer noch in Gebrauch und nur unwesentlich geschrumpft (in der Breite).


Nächster Schritt: selber machen.
Die sind dann zwar auch nicht perfekt, aber der Weg zur Post entfällt.

Laß mal, habe ich in einem stahlverarbeitenden Betrieb mal versucht und zwar den ganzen Prozess.
Da kauf ich lieber etwas Gutes.


Nee nee jetzt ganz anders. Helle Eggen schnell wieder storniert und ein Enzo Trapper mit Birkenholzgriff und roter Fiber bestellt:wohoo:

Grober Fehler, ganz grober Fehler.:o
Der Fehler liegt in der Differenz zwischen sehr gut und exzellent.
Meins hat >30 Jahre Vorlaufzeit, mal sehen, welches länger überlebt;-)

Buck Mod.93
26.03.2013, 09:29
Wo genau muß ich mich jetzt selbst anzeigen?


Prognose: wird dein Messer für den Rest des Lebens. Und zwar wegen des Stahls.
Nachdem ich diverse Messer zerstört habe wollte ich mal etwas qualitatives. Es wurde ein Helle Fjord mit Ledergriff. Es ist immer noch in Gebrauch und nur unwesentlich geschrumpft (in der Breite).



Laß mal, habe ich in einem stahlverarbeitenden Betrieb mal versucht und zwar den ganzen Prozess.
Da kauf ich lieber etwas Gutes.



Grober Fehler, ganz grober Fehler.:o
Der Fehler liegt in der Differenz zwischen sehr gut und exzellent.
Meins hat >30 Jahre Vorlaufzeit, mal sehen, welches länger überlebt;-)

Das Eggen hat wohl eine etwas dünnere Klinge. Die Klingengeometrie des Trappers ist schon ziemlich brachial. Vielleicht lass ich mir den Anschliff etwas flacher machen. Mal sehen.
Ich komme mit D2 Stahl eigentlich sehr gut klar.

lina
26.03.2013, 09:41
Eigentlich hättest Du eins mit einen Griff aus "buckeye" nehmen müssen ;-)

cast
26.03.2013, 10:03
Die Klingengeometrie des Trappers ist schon ziemlich brachial.

Weil es, wie der Name uns sagt ein Jagdmesser ist. Jagdmesser unter ca. 4 mm Klingenstärke sind murks.
Für die Küche und zum Stöckchen schnitzen reichen auch deutlich weniger.

Buck Mod.93
26.03.2013, 11:04
Eigentlich hättest Du eins mit einen Griff aus "buckeye" nehmen müssen ;-)

Das würde dem Messer sicher stehen:grins:


Weil es, wie der Name uns sagt ein Jagdmesser ist. Jagdmesser unter ca. 4 mm Klingenstärke sind murks.
Für die Küche und zum Stöckchen schnitzen reichen auch deutlich weniger.

Da reicht nicht nur weniger, da ist weniger deutlich angenehmer. Deshalb sind wohl auch Windmühlenmesser so beliebt. Nicht, weil sie so scharf sind, sondern weil sie aufgrund ihrer dünnen Klinge gut durch das Schnittgut gehen.

Naja mir gefällt mein Enzo. Ist zwar wieder so ein Spaltmesser wie das Superedge aber die Zeit einer filigranen Klinge ist bei mir wohl noch nicht gekommen:grins:

LG

Ferdi

lina
26.03.2013, 11:05
Deshalb sind wohl auch Windmühlenmesser so beliebt. Nicht, weil sie so scharf sind, sondern weil sie aufgrund ihrer dünnen Klinge gut durch das Schnittgut gehen.

Dochdoch, auch. Sonst könnte man ja auch die nichtrostenden nehmen.

Buck Mod.93
26.03.2013, 11:10
Ja das stimmt schon. Der Stahl der rostenden ist so weich, dass man ihn auch am Abziehstahl schärfen kann. Aber ich glaube, dass auch die Klingengeometrie da nicht unerheblich ist. Wenn alle Windmühlenmesser von Anfang an doppelt so dick gewesen wären, wären sie meiner Meinung nach nicht so erfolgreich gewesen

lina
26.03.2013, 11:16
Bei der Serie 1922 ist die Klinge des 21er Kochmessers an der stärksten Stelle 5 mm (läuft nach vorne aus), beim Office 3 mm. 1922 ist aber schon ein Weilchen her? ;-)

Die Klingengeometrie ist auf jeden Fall wichtig. Zwiebelspalter sind beim Kochen irgendwie unpraktisch ..

Fritsche
26.03.2013, 11:25
Bei der Serie 1922 ist die Klinge des 21er Kochmessers an der stärksten Stelle 5 mm (läuft nach vorne aus), beim Office 3 mm. 1922 ist aber schon ein Weilchen her? ;-)

Die Klingengeometrie ist auf jeden Fall wichtig. Zwiebelspalter sind beim Kochen irgendwie unpraktisch ..

Das Messer hat den sog. Solinger Dünnschliff. Das ist sowas wie ein Flachschliff auf Null, oder anschaulicher: Scandischliff der am Klingenrücken beginnt. Damit relativieren sich die 5mm Klingenstärke am Rücken deutlich. Ist in der Herstellung nicht ganz so einfach, braucht man Augenmaß.

Ich habe Flachschliff auf Null an einem meiner Selbstgemachten. Ist zum Schneiden genial!

Buck Mod.93
26.03.2013, 11:29
Bei der Serie 1922 ist die Klinge des 21er Kochmessers an der stärksten Stelle 5 mm (läuft nach vorne aus), beim Office 3 mm. 1922 ist aber schon ein Weilchen her? ;-)

Die Klingengeometrie ist auf jeden Fall wichtig. Zwiebelspalter sind beim Kochen irgendwie unpraktisch ..

Fritsche fasst das in Worte, was ich eigentlich sagen wollte. "Dünne Klinge" war etwas zu einfach ausgedrückt.

lina
26.03.2013, 11:33
Stimmt, gutes Werkzeug ist einfach klasse.


Um wieder auf’s Thema Faszination zurückzukommen: Auf der Suche nach dem Begriff "Hippekniep" habe ich die betreffende Seite bei Echtwald (http://www.echtwaldshop.com/shopnews.php/news_id/32) gefunden. Passt irgendwie.

Fritsche
26.03.2013, 11:42
Wobei in diesem Artikel ein paar Sachen nicht richtig dargestellt werden. Selbstschärfen z.B. gibts noch nicht bei Messern, und meine Windmühlen, so gerne ich die habe, werden mit der Zeit stumpf und müsssen wieder geschärft werden. Und dass rostende Stähle schärfer wären als rostarme stimmt in dieser Aussage nicht (wobei wahrscheinlich die Schärfbarkeit gemeint ist). Und auf jeden Fall stimmt nicht, dass rostende Stähle länger scharf bleiben würden.

Dass gerade die untereutektoiden Kohlenstoffstähle der Windmühlen den Dünnschliff haben liegt wohl schon am Stahl, irgendwas mit über 0,9% Kohlenstoff oder Chrom gar würde diese dünnen Winkel nicht halten können und ausbrechen.

Auch ist nicht ein Stahl härter als ein anderer, das kann man beim Härten in weiten Bereichen bei jedem Stahl einstellen wie man will.

Wido
26.03.2013, 11:42
Ja das stimmt schon. Der Stahl der rostenden ist so weich, dass man ihn auch am Abziehstahl schärfen kann. Aber ich glaube, dass auch die Klingengeometrie da nicht unerheblich ist. Wenn alle Windmühlenmesser von Anfang an doppelt so dick gewesen wären, wären sie meiner Meinung nach nicht so erfolgreich gewesen

Das Gegenteil ist der Fall. Der Carbonstahl, den Herder verwendet ist härter als die nichtrostenden Stähle. Er ist nur nicht so zäh, deswegen läßt er sich besser schleifen.

Die Klingendicke der Herdermesser ( Windmühle ) ist Tradition : "Solinger-Dünnschliff". War früher normal, macht heute, soviel ich weiss, nur noch Herder.

cast
26.03.2013, 15:13
aber die Zeit einer filigranen Klinge ist bei mir wohl noch nicht gekommen

Da steckt mir immer noch das Ryback bushcraft von Wilkins in der Nase

Ultraheavy
26.03.2013, 15:41
Ist eigentlich schon jemandem aufgefallen, daß sich dieser Faden richtig unemotional spinnt?

Buck Mod.93
26.03.2013, 15:49
Da steckt mir immer noch das Ryback bushcraft von Wilkins in der Nase

Woher bezieht man das denn momentan? Bei Feinewerkzeuge ist es nicht mehr drin:-?

lina
26.03.2013, 15:51
Direkt (http://wilkins-knives.com/bushcrafter), die Seite ist wieder online.

cast
26.03.2013, 15:52
Bei Wilkins direkt vielleicht ?

Buck Mod.93
26.03.2013, 15:59
Nicht, dass ich mir das noch heute bestelle um dich zu ärgern, cast;-)

emdoubleu
26.03.2013, 16:16
Da steckt mir immer noch das Ryback bushcraft von Wilkins in der Nase

Hi!

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/65/medium/KevinWilkins_RBC.jpg
http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/65/medium/KevinWilkins_RBC2.jpg

;-)

PS:
Wie schon gesagt, direkt bei Wilkins ist das Ryback BC in zwei Grifffarben verfügbar - 139 Euronen zzgl. 7 Euro Versand, Paypal-Zahlung möglich.

cast
26.03.2013, 16:23
Ich muß ein wenig langsam tun,:( vor zwei Wochen das Samsung Note 2....
Bevor ich mir das Wilkins kaufe kommt mir ein Müller MSP Spezial Droppoint mit orangeroten G10 Griffschalen ins Haus.:baetsch:

Torres
26.03.2013, 16:41
Wird das jetzt hier ein "Echte Kerle"-Thread? :o

TanteElfriede
26.03.2013, 16:43
...echte Kerle? Nein, aber spannend, dass es zunächst um eine Metha Diskussion ging und es sich dann in eine friedliche Messer Diskussion gewandelt hat... Vielleicht der Hinweis schlechthin: Indirekt ins Thema kommen und es bleibt emotionslos...

Fritsche
26.03.2013, 17:05
Wenn wir gerade dabei sind, was wohl als nächstes angeschafft wird....das da:

http://www.google.de/search?q=Queen+Mountain+Man+Lock&hl=de&rls=com.microsoft:*&prmd=ivnsfd&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ei=JEU2UcicL8GUtQbiwYDQBA&ved=0CAcQ_AUoAQ&biw=1440&bih=646&sei=LcZRUbD8B-bb4QTu_IG4Bg


steckt mir schon länger in der Nase. Leider habe ich noch keine Bezugsquelle gefunden (entweder schicken die Amis gar nicht nach Übersee oder für lustige 45$ Versandgebühr).

TanteElfriede
26.03.2013, 17:23
Finnland: http://www.lamnia.fi/items.php?lang=de&pid=2650