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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [LAO] Faltboottour auf dem Mekong



bratgitarre
22.02.2013, 18:15
Hallo zusammen,

möchte euch ein paar Infos über meinen Faltboottrip über den Mekong geben. Das Blog habe ich während der Tour mit dem Smartphone geschrieben und direkt ins Netz gestellt, sofern Netz da war. Leider ist meine Kamera kaputt gegeangen so das ich nicht mit technisch guten Fotos glänzen kann aber das was mit dem Handy noch möglich war ist noch ganz ordentlich.

Wer Schraipfehler findet kann sie behalten..

Anfang 2012 entstand der Plan auf jedem Kontinent einen Fluß zu bepaddeln. Europa und Amerika hatte ich schon. In Asien kam der Chao Phraya in Thailand, der Mekong oder die Wolga in in nähere Auswahl. Nach einigen Überlegungen entschied ich mich für den Mekong. Südostasien ist immer eine Reise wert, die angedachte Strecke war mit ca 950KM ausreichend lang und günstig ist es auch.
Im Netz habe ich dann ein paar Informationen gefunden und bin mit einigen netten Menschen im Mailkontakt.
Eine outdoor erprobte Mitpaddlerin hat sich auch gefunden.
Eine interessante Tour hat der Kanadier Marc Paillefer 2009 gemacht und im wavelengthmagazine veröffentlicht. Das erste allerdings was ich gelesen habe war das Buch über die komplette Mekong Befahrung von und durch den Australier Mick O'Shea. Hilfreiche Infos bekam ich auch von Roman Kornetzky vom laotischen Outdoor Reiseveranstalter Laos-adventures in Luang Prabang
Nachdem ich einige Infos gesammelt habe, war die Strecke vom Goldenen Dreieck, Chiang Saen bis zur laotischen Hauptstadt Vientiane die naheliegende Option. Die Strecke wurde von Marc Paillefer mit 900KM mit GPS gemessen.
Angedacht war zuerst bis Chiang Rai zu fliegen und von dort in den Nam Kok einzusetzen. Der Nam Kok fließ durch Chiang Rai und mündet nach etwa 70 KM kurz unterhalb von Chiang Saen in den Mekong Von dort geht es über laotisches und thailändisches Gebiet über die ehemalige Haupstadt Luang Prabang bis zur aktuellen Hauptstadt Vientiane (Viang Chan)
Die nicht mehr ganz taufrischen E65 Faltboote wollten wir bis zu einer eventuellen Weiterführung der Tour vor Ort lassen.
Leider war nicht klar übers Internet und teilweise auch für die Reisebüros zu ermittlen ob und wie der Transport des Faltboots Pouch E65 (2 Teile a 14KG davon der Gestängesack etwa 170 CM lang) möglich ist und wieviel es genau kostet. Bei der Lufthansa reichten die Auskünfte von 75 - 300€. Über das Reisebüro Hebbel-Leverkusen buchte ich schliesslich einen Flug von Düsseldorf über Abu Dhabi mit Air Berlin und Etihad bis Bangkok für 1130€
Die Voranmeldung und der Einzug der Zusatzgebühren für das Sportgepäck wurde direkt über das Reisebüro gemacht. In Abu Dhabi wird das Gepäck direkt in die Etihad Maschine verladen und man muss nur mit seiner Bordkarte zum nächsten Gate gehen. Soweit die Theorie.
Meine Mitreisende Dorli flog von Berlin aus auch mit Air Berlin. Ab Abu Dhabi sitzen wir dann im gleichen Flugzeug. Die Umsteigezeit von etwa 2 Stunden lag noch im Rahmen. Der gesamte Flug dauert durch den Abstecher allerdings 14 Stunden.

20.1 Los gehts...
Das Wetter wird uns doch wohl keinen Strich durch die mühsam zusammengeplante Reise machen?
Morgens schneite es kräftig und der Verkehr war laut Stauinfo bestenfalls zähflüssig. Die Bahn schien pünktlich zu fahren. Letztlich habe ich die Rödelei mit dem Boot am Flughafen Bahnhof in Kauf genommen und bin mit dem Regionalexpress nach 26 Minuten am Airport Düsseldorf. angekommen. Da ich der erste am AirBerlin Checkin war, hat sich das Schalterpersonal auch ausgiebig mit dem Boot und dem Gepäck beschäftigt. Gefühlte 23 Telefonate später hatte ich den ersehnten Label für mein Boot und gab es es bei dem Sperrgepäck Schalter ab. Jetzt heisst es warten. Glücklicherweise gab es hier schon das Spiegel-Magazin. So wirds nicht langweilig
Nachdem die Maschine noch 30 Minuten vor der Enteisung gestanden hatte ging es los. Über dem Irak konnte man den Lauf des Euphrat durch die nächtlich erleuchteten Siedlungen entlang des Flusses verfolgen. Auch Bagdad ist ein riesiges Lichtermeer in der ansonsten dunklen Wüste
Der Umsteige-Stop Abu Dabi selbst war ein staubiger grauer Wüstenfleck ohne etwas grün. Zum Umsteigen musste man den Abflugbereich verlassen und nochmal durch die laxen Sicherheitskontrollen. Ich sah die ersten Kaftanträger und vollverschleierte Burka Frauen.
Bei der Landung in Bkk gab es noch einen kleinen Zwischenfall. Ein Passager bekam einen Tobsuchtsanfall, schrie herum und schlug gegen die Wände. Seine Familie kannte das wohl schon und versuchte ihn zu beruhigen. Ein toller Tumult.
21.1
Bei der Ankunft in Bangkok die erste Pleite. Der Hautsack meines Faltboots fehlte. Beim Gepäckservice nachgefragt, es war nix da. Morgen weiss man mehr. Also erstmal eine Unterkunft in einem der billigen Hotels um den Flughafen gesucht. Im Hotel Valentine wurden wir schliesslich für 30 € fündig. Mit offenen Wifi ist es hier bisher nicht soweit her aber mein Telefon Internet funktioniert. Das Hotel Wifi war aber für Gäste benutzbar. Man will mich per Mail benachrichtigen wenn sich in Sachen Faltboot was tut. Na denn...
24.1
Das bestellte Grossraumtaxi zum Mo Chit Busbahnhof ist nicht gekommen so das wir doch noch mit dem Hotelbus gefahren sind. Die Stabtasche habe ich im Hotel gelassen da die Haut auch nach zwei Tagen wieder nicht gekommen ist.
Der 20km Transfer zum Mo Chit kostete mehr als die Tour ins 800km entfernte Chiang Rai wo sogar noch ein Essen,Muffins, Wasser, Nackenhörnchen und Decke dabei waren. Das Gepäck wurde auch anstandslos mitgenommen. Wir wollten dann versuchen in Chiangrai ein Boot zu kaufen.
Gegen 5:30 kamen wir pünktlich in Chiangrai an. Der angesprochene TukTuk Fahrer packte uns und das ganze Gepäck auf sein Tuktuk und fuhr uns zum Guesthouse.
Die Aussicht ein Boot zu kaufen oder mieten stellte sich als gering heraus. Glück im Unglück für mich war, das meine Mitpaddlerin Dorli nicht alleine paddeln wollte und mir ihr Boot überlassen wollte.
Ich mietete mir ein Motorroller und sondierte schonmal Einsetzstellen und kaufte ein. Dies war garnicht so einfach wenn man sich fast nur an den Bildern orientieren kann da die Packungsbeschriftung ausschliesslich in Thai war. Mit Unterstützung des Guesthouses bekam ich aber dann einige Mahlzeiten und Müsli zusammen..
25.1
Heute haben wir mit dem Guesthouse Besitzer Chian und einem ukrainischen Pärchen eine kleine Sightseeing Tour mit seinem Pickup gemacht. Zuerst ging es zum "White Temple" der weitgehend aus sehr weissem Kalksandstein gemacht ist der mit Glas und Spiegelsplittern besetzt ist so das er im Sonnenlicht glitzert und funkelt. Leider war hier viel los. Das folgende "Blackhouse" ist vor langer Zeit wohl so etwas wie eine Künstlerkolonie gewesen. Alle Häuser waren schwarz und aufwendig mit Rinderhörnern geschmückt. Anschliessend ging es zu einer Art Vergnügungspark wo sich etliche freilebende Affen tummelten die sich zusammenmit ihren Jungen ordentlich durchfüttern liessen.
Nach einem guten Büffet-Essen des im Preis von 800Baht enthalten war ging es ins Opium Museum.
Vorher waren wir noch am Golden Triangle wo Laos, Thailand und Myanmar zusammen treffen.
Anschliessend haben wir uns noch den idyllischen Chiang saen See angeschaut der etwas ausserhalb der Stadtmauer liegt die Chiang saen umgibt. Zum Einbruch der Nacht gegen 19:00 waren wir wieder in Chiang rai. Insgesamt eine schöne Tour bei der Chian geduldig alle Fragen beantwortete und manche interessante Geschichte erzählte. Sein Guesthouse ist absolut empfehlenswert, günstig und wird auch in Stefan Looses Thailand/Laos Guide erwähnt. Eine kuriose Art der Rechnungserstellung hat man hier. Der Gast trägt alles in ein Büchlein mit seiner Raumnummer ein was dann Grundlage der Rechnung ist. Viel Vertrauen ist da wohl notwendig
Am Sonntag werde ich hier hinter dem Damm von Chiang rai das Boot zusammenbauen und wenn alles klappt die 70 Km über den Nam Kok River bis zum Mekong paddeln.

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Sonntag, 3. Februar 2013Mekong 07
(In Pakbeng endlich wieder Wifi)
26.1
Mein letzter Tag hier in Chiang Rai. Ich habe mir heute den Nachtmarkt angeschaut. Etwa ein Kilometer Strasse wird für Verkaufsstände gesperrt. Ein bunter Basar mit Musik,Tanz und anderem Unterhaltungsprogramm. Ich habe eine ganze Reihe Köstlichkeiten probiert. Von Hühnerfüßen und Heuschrecken habe ich aber auch diesmal Abstand genommen. Dafür waren die Bananen Pfannkuchen und die Schokowaffeln sehr gut.
Im Hostel kam ich mit Peter ins Gespräch der jedes Jahr vier Monate im Winter auf Reisen ist. Derzeit fährt er mit einem Motorroller durch Thailand. Auch die anderen Anrainerstaaten hat er schon besucht. Auch in einigen muslimischen Ländern war er und hat mir von ein Tour in muslimischen Länder abgeraten. Er hat wohl keine guten Erfahrungen gemacht. Man werde dort bestohlen und betrogen.
27.1
Abends habe ich noch alles gepackt und bin für 1,50€ zu Friseur gegangen. Dorli war auf einer organisierten Trekking Tour und wollte mit dem Slowboat nach Luangprabang. .
Ich ließ mich heute von Chian zu Einsetzpunkt hinter dem Damm bringen und fing an das Boot zusammen zu bauen. Dabei hatte ich natürlich bald Zuschauer. Eine thailändische Familie mit 6 netten Hunden. Vor lauter Fragerei kam ich garnicht zum Zusammenbauen.
Das war schon ein trauriger Dampfer, das Pouch E65 Faltboot von Dorli. Mehrfach geflickte Haut und Deck, gebrochene und geflickte Senten, etc. Aber Hauptsache ein Boot.
Der Nam Kok war kein interessanter Fluss. Wenig Strömung, viel Landwirtschaft auf beiden Seiten und überall ratternde Wasserpumpen, kaum Mücken und viele Angler. Der Fluss hat wenig Wasser und man muss auf die Felsen aufpassen die wie abgespülte Sandbänke aussehen aber in Wirklichkeit hart und schroff sind. Gegen13:00 machte ich 2Std Sonnenbrandpause. Es ist zu warm. Nach weiteren 10 km machte ich gegen 17:00 Schluss und errichtet Camp 1 (20 0.260 N 99 58.562 O )
28.1
Am Abend und am Morgen wurde ich am Camp noch von einem Bauern besucht und auf Thi zugetextet. Die Nacht war aber ruhig und ich wollte früh weiter der Hitze wegen. Das Wetter war angenehm aber der Fluss hat kaum Strömung und sehr wenig Wasser. Ständig muss ich Umwege wegen der Sandbänke machen. Ich kam kaum vorwärts.
Es gab aber jetzt mehr gute Campmöglichkeiten aber kaum Schwemmholz, seltsam. Wieder machte ich Mittagspause ( 20 5.139 N 99 59.935 O ) und liess danach das Garmin mitlaufen um ein Gefühl über die gepaddelten km zu bekommen. Es gab ja keine Flußkilometer Schilder. Unterwegs sehe ich immer wieder Thais im Boot die mit einem langen Stock aufs Wasser schlagen, an dessen Ende Flügel wie bei einem Mixer sind. Auch mit Netzen und Fischfallen wird hier gefischt.
Nach geschätzten 35 Gesamtkilometern war auf einer Sandbank Feierabend.
Camp2 (20 9.661 N 100 4.338 O ) hatte kein Feuerholz deswegen gab es Müsli zum Abendessen.
29.1
Die Nacht auf der Sandbank war wieder ruhig und angenehm warm. Mit meinem Sommerschlafsack hatte ich sogar noch Reserve.
Das Wasser war in der Nacht um gut 50 cm gestiegen und stand jetzt knapp unterhalb der Sandbank Kante. Schnell gefrühstückt und ein Kaffee war auch noch drin. Das Problem mit den vielen seichten Stellen war jetzt nicht mehr aber schneller ging es auch nicht voran. Einen kleinen Aufreger gab es noch beim passieren einer der vielen Kiesbagger. Der Durchgang bei den Rohren war nur ein tiefergelegtes überspültes Rohr. Ich blieb auch prompt hängen und schlug quer aber zu Glück nicht um. Bei diesen Baggern muss man auch auf die Taue achten. Auch an den Brücken hingen Drahtseile im Wasser und durch die Luft. Gegen 11:00 und 25 km erreichte ich den Mekong. Damit habe ich für die 70 km Nam Kok fast 2 Tage gebraucht. Am Mekong machte ich an einem kleinen Dörfchen Pause (20 15.321 N 100 10.714 O)
Da ich nur am rechten Ufer, dem thailändischen, campen konnte stoppte ich für Camp3 hier (20 18.781 N 100 13.194 O )
Nicht opimal aber genug Holz war da.
30.1
In der Nacht hat es zu ersten mal geregnet und mein Behelfscamp war ziemlich verschlammt. Eine echte Sauerei.
Heute wird es ernst. Alles gut verpackt und festgemacht. Nach etwa 20 km sollen schnelle Strömung und Steine im Wasser sein. So war es auch. Bummelte der Fluß in breitem Bett mit vier kmh dahin,wurden in der engen Gebirgsstrecke 7-8kmh daraus. Der ganze Fluss war voller Felsen. Die Strömung ging hin und her, dazu kamen Kehrwasser und Strudel. Man musste schon etwas aufpassen auch auf die überspülten Felsen. Es kamen noch 2-3 solche Abschnitte und das ganze machte schon richtig Spaß. Zwischenzeitlich ging noch ein Regenguß runter den ich auf dem Wasser aussaß.
Pause (20 21.111 N 100 22.393 O ) und Sachentrocknen.
Nachdem ich noch zehn Kilometer gepaddelt bin war ich auf einmal schon an der Grenzstation Chiang Kong. Eine Brücke gab es aber immer noch nicht und vier Fähren leisteten Schwerstarbeit um die ganzen Lastwagen über den Fluss zu kriegen. Ich checkte in Thailand aus, wobei das verlorene Departure Formular kein Problem war. Einfach ein neues ausgefüllt und schon paddelte ich auf die laotische Seite Huay xai bekam mein 30 Tage Touristen Visum für 31 Dollar. Jede Menge Rucksack Touristen reisen hier ein.
Die laotische Seite sah noch ärmlicher aus als die thailändische. Zusammengenagelte Bretterbuden die wohl keinen Monsunguß überstehen würden.
Als ich dann weiterpaddelte um mir ausserhalb der Stadt ein Lager zu suchen, merkte ich erstmal garnicht das sich hinter mir ein Gewitter zusammenbraute. Auf die thailändische Seite durfte ich nicht mehr. Zum Glück kam doch noch eine Sandbank Camp 4. (20 14.233 N 100 26.844 O )
Gerade noch rechtzeitig hatte ich das Zelt aufgebaut, da ging es auch schon los. Das Zelt wurde vom Sturm hin und her gerissen, der Regen prasselte und es blitzt und donnert im Sekundentakt. Aber mein bewährtes Nordisk Pasch blieb stehen und war dicht. Ein gutes Zelt. Morgen geht der Mekong nach Laos hinein und ist nicht mehr Grenzfluss.
31.1
Kurz hinter Chiang Khong sah ich dann doch die neue Brücke. Sie war nicht an der breitesten Stelle gegenüber Hauy xai sondern an einer schmaleren Stelle gebaut. Kurz danach sah ich mehrere Frauen beim Gold waschen, denn im Mekong gibt es welches. Mit den Speedbooten habe ich auch schon Bekanntschaft gemacht. Als ich an einer besonders engen schnellen Stelle so eine Rakete heranröhren hörte, habe ich mich flugs in ein Kehrwasser in Sicherheit gebracht. Es kam um die Kurve und raste über die Stelle wo ich eben noch war.
Die zweite knifflige Situation war als sich vor mir ein gut drei Meter breiter Strudel bildete und mich um 180Grad dreht. Ich konnte gerade noch mit dem Paddel stützen. Sonst wäre ich baden gegangen. Glück gehabt!
Belohnt habe mich mit einer schönen Sandbank Camp5 (I20 3.318 N 100 35.366 O ) mit Holz und Badestrand - die sich aber als Bullenwiese entpuppte. Schnell das Zelt auf einer Sandbank an der gegenüberliegenden Seite wieder aufgebaut und mein Bannock Brot fertig gebacken. Der anfangs bewölkte Tag ging mit Sonnenschein und einem Bad zuende.
1.2
Der Morgen war wie immer bewölkt und so trödelte ich diesmal gegen 10:00 los. Wieder sah ich Goldwäscher am Ufer und der Verkehr auf dem Fluss war rege. Slowboat genannte Fahrgastschiffe, die Speedboote, Frachtkähne und die Langboote der ansässigen Fischer.
Um meinen Wasservorrat aufzustockem, machte ich an einem kleinen Dörfchen halt. Ein ziemlich primitives Elend aber die Leute waren ordentlich und gepflegt, von ein paar schlechten Zähnen mal abgesehen. Mein Anliegen stieß erstmal auf Unverständnis. Man trinkt hier anscheinend das öffentliche Wasser abgekocht. Nachdem mir die Tochter der Hauses (eine von vieren) einen Geldschein aus meinem 235000 Kip Bündel herausgezupft hatte, kam sie mit einem Sixpack Wasser wieder. Unter ständigem Gekicher (der Töchter, nicht von mir) verteilte ich noch meine restliche Kaugummis an die guten Leute und zog von dannen.
Unterwegs hatte ich wieder eine Begegnung mit meinem Freund dem Strudel. Diesmal war es wirklich knapp. Starke Strömungen die von allen Seiten kamen und die schon obligatorische 180 Grad Drehung. Dann habe ich mich ins Kehrwasser gerettet. Leider ist das Ufer ziemlich belebt. Es gibt viele kleine Dörfchen. Die größeren erkennt man am Handymast. Am Ufer waren fast immer irgendwelche Leute. Schliesslich baute ich nach 41 km Camp 7 (19 51.541 N 100 43.892 O ) in einer kleinen Bucht auf.
2.2
Diese Nacht ist der Mekong genau wie vorige Nacht um gut 40cm gestiegen und hat meine gerade erst erworbenen Wasservorräte mitgenommen. Als ich aus meiner Bucht herauspaddele sehe ich drei europäisch aussehende Burschen mit einem Langboot vorbeipaddeln. Hmm seltsam wo doch hier jeder unter Motor fährt. Die drei stellten sich als zwei Deutsche und ein Italiener heraus, die das sieben Meter Boot für 150€ in Chiang Khong gekauft hatten und durch die Katarakten bis mach Pakbeng wollten. Bisher ist alles gut gegangen. Na dann viel Glück. Wir plauderten nochwas und dann kam ein neuer Katarakt und jeder musste zusehen wie er zurecht kam. Zwischenzeitlich sah es wieder nach einem Gewitter aus und ich wollte mich gerade an einem Lagerplatz einrichten da stoppte ein grosses Langboot mit mehreren Laoten. Einer sprach mich auf englisch und und lud mich zu einer Höhlenbesichtigung ein. Ich stieg mit in das Boot und wir besichtigten die Höhle Kamphan Buddha etwa 20km oberhalb von Pakbeng (Ich bin hier: 19 50.455 N 101 0.017 O )
Nach einem strammen Aufstieg den die Laoten in ihren Badelatschen ohne Mühe bewältigten kam ich doch arg ins schwitzen. In der Höhle selbst gibt es zahlreiche Stalagtiten und einen Schrein zu Ehren des im Stein verschwundenen Buddha. Auch zahlreich Fledermäuse hatten hier ihr Zuhause. Nachdem ich an meinem Boot, das natürlich fachmännisch interessiert untersucht wurde, abgesetzt wurde paddelte ich zu einem schönen Camp 7 ) Ich bin hier: 19 50.870 N 101 2.099 O ) wo ich aus der Ferne schon einiges Brennholz ausmachen konnte und mal wieder was kochen konnte.
will be continued....



http://lh6.ggpht.com/-RycyMBNO8Lo/URNuOLXWa7I/AAAAAAAAFF4/miCXvfU7KZc/s640/2013-02-04%25252017.15.41.jpg

3.2
Die zehn Km bis Pak Beng waren schnell abgepaddelt. Ich mietete mich in der noblen Luangsay Lodge ein wo ich für 60$ einen kleinen Bungalow mit Frühstück und Abendessen bekam. Abends konnte man viele Fledermäuse sehen.
Pakbeng selber lebt nur für den Augenblick wo die Slowboats hier Station machen und ihre Fahrgäste ausspucken. Dann stehen die Leute vor ihren Guesthouses in Restaurants und versuchen die Besucher hereinzulotsen.
Offizielles Geldwechseln oder am Atm ziehen war nicht möglch. Die Preise waren auch erstaunlich hoch. Produziert wird hier ja fast nichts. Alles wird aus Thailand oder China importiert. Ich verproviantierte mich und kaufte Wasser. Das Abendessen in der Lodge war in Ordnung, das Personal freundlich.
Der Bungalow nett und sauber. Im Ort gab es aber eine Menge Guesthäuser wo man für 6 € übernachten konnte.
Nachdem ich mal wieder ein paar Schuhe am letzten Camp vergessen habe, wollte ich ein paar Wassersandalen kaufen. Bei einem Händler fand ich ein ramponiertes gebrauchtes Paar. Als das Schlitzohr 30000 kip, etwa drei € haben wollte kam es zu Wettstreit der Kulturen; deutsche Sparsamkeit gegen laotische Krämergeist. Er ging in 500 Kip Schritten runter und für 15000 kip habe ich zugeschlagen. Immer noch zuviel aber ich wollte nicht nochmal ohne Schuhe dastehen. Die drei Langbootpaddler habe ich auch in einem Guesthouse getroffen wo sie mit dem Inhaber zusammen die Speisekarte neu gestalteten. Ein echter Spaß!
4.2
In der Nacht gab es direkt zwei Gewitter und es goß wie aus Eimern. Ich lag schön kuschelig in meinem Bett unter dem Moskitonetz. Ich habe am Morgen bestimmt 3 Liter Wasser aus dem Boot geholt. Die Lodge war schon verwaist und ich war der einzige beim Frühstück da die Slowboats schon alle weg waren und der Rest der Meute die Khampan Buddha Höhle besichtigte.
Ich habe mir heute 50 km vorgenommen die ich bei schönem Wetter gegen 16:30 auch ereichte.
Camp 10 (Ich bin hier: 19 50.027 N 101 32.921 O ) auf einer schönen Sandbank wo ich nach einem erfrischenden Bad meine Muffins verputzte.
Die runtergefallenen Krümel wurden alsbald von eifrigen Ameisen abtransportiert. Wohl bekommts. Der Abend war wunderschön. Der Mekong kommt wie in "Apokalypse now" daher, als wenn Colonel Kurtz und seine Marines gleich um die Flußbiegung kommen.
5.2
Meine treue Canon Kamera hat den Dienst quittiert. Sie fokussiert nicht mehr.
Heute habe ich mal die Actioncam am Boot montiert. Der gebaute Halter ist zwar mit der Bootshaut verloren gegangen aber es ging auch ohne. Die ersten Aufnahmen hat sie sich nach ein paar Sekunden einfach abgeschaltet. Vermutlich war die Speicherkarte zu langsam für Qvga. Jetzt mit Svga geht es.
Zwei Engstellen hatten es heute in sich und mein Freund, der Strudel hat wieder zum Tanz gebeten. Die zweite Stelle habe ich viermal angefahren. Zweimal kamen Schiffe und die Kreuzwellen sind unangenehm und schaufeln immer viel Wasser ins Boot. Beim dritten Mal konnte ich den Kurs nicht halten und habe mich ins Kehrwasser gerettet und einen neuen Versuch gestartet. Ich hoffe alles ist im Kasten. Nach 50 km war bei Camp 11 Feierabend. Zu einem Feuerchen und einer Suppe hat es auch noch gereicht.
(19 59.036 N 101 54.450 O)
7.2
Habe meine 48km gemacht und kurz hinter Pak Ou gecampt (20 1.607 N 102 13.374 O). In Pak Ou habe ich was gegessen, mir das Dorf angeschaut und ein BeerLao getrunken. Das war in der Sonne zuviel so das es für die Höhlen nicht mehr gereicht hat. Tja, das ist meine letzte Nacht am Mekong. Morgen bin ich voraussichtlich in Luang Prabang. Heute habe ich wohl die ersten Mückenstiche bekommen. Vielleicht waren es auch Sandflöhe.


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7-10.2
In der letzten Nacht habe ich noch einen sensationellen Sternenhimmel gesehen. Großer Wagen, Venus, Milchstrasse alles da.
Gegen 12:00 erreichte ich nach insgesamt 430 km Luang Prabang. Die Höhe ist 280MüdM. Der Mekong hatte auf der gepaddelten Strecke ein Gefälle von 100 Metern. Die restlichen 280 Meter verteilen sich auf die gut 2000 km bis zur Mündung ins Chinesische Meer. Ich machte das Boot fest, erklomm das Steilufer und nahm das erste beste Guesthouse, das Bounasouk, am Mekongufer. Leider war das 10$ Zimmer direkt neben der Küche und entsprechend laut. Ich zog dann um ins Sokdee, das in einer der ruhigen Verbindungstrassen liegt. Überhaupt gibt es hier eine Unmenge an Guesthouses die aber gegen Abend schon recht voll werden.
Abends habe ich mich mit Roman von Laos Adventures getroffen um die Unterbringung des Bootes zu regeln. Ich kann das Boot bei Laos Adventures lassen. Vielen Dank nochmal für die Unterstützung. Ich bringe ihnen dann wenn ich wiederkomme um die Tour fortzusetzen, einige Ersatzteile für deren Boote aus Deutschland mit.
Ich wollte ja gerne mit dem Public Boat bis Vientiane weiterfahren aber es gibt keine Verbindungen.
Als ich das Boot auseinander baute kam ein Skorpion zum Vorschein. Wo der wohl als blinder Passagier zugestiegen ist?
Es gibt hier tatsächlich einige Voll-Elektrobikes und ein paar Elektroautos.
Luang Prabang ist sehr kleinstädtisch mit lediglich drei Gebäuden über zwei Stockwerken. Resultat der Einstellung als Unesco Weltkulturerbe. Da Laos früher französisches "Protektorat", eine Umschreibung für Kolonie, war finden sich hier viele schöne Holzhäuser in französischem Stil.
Es gibt viele Schmetterlinge hier. Einer der verletzt war wurde sympathischerweise von einer Bedienung von der Strasse geholt und ins Gras gesetzt. Insekten erholen sich ja erstaunlich rasch.
Es gibt auch hier einen Night Foodmarket und einen Handcraft Market fur lokale Kunst - und Handarbeiten.
Weil es so günstig und schmackhaft ist, vor allem die Fruchtshakes, muss man aufpassen das man nicht dick und rund wird. Das Essen ist ähnlich wie in Thailand aber lange nicht so spicy. Vielleicht auch eine Maßnahme der Touristen wegen.
Es gibt hier eine Sandbank mitten im Fluss wo sich allabendlich einige Laoten absetzen liessen um dort Fussball zu spielen. Vermutlich die einzige ebene Fläche hier in der Gegend.

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10.2
Heute habe ich den ganzen Tag wegen "Montezumas Rache" im Zimmer bzw in der Nähe eines Klos verbracht.
Nächstes Ziel wird Chiang Mai sein wohin ich wohl fliegen werde da die Busverbindungen hier wegen der schlechten Straßen nicht so komfortabel sind.
Leider gibt es auch immer wieder Kinder die irgendwas feilbieten. Kam jemand versteht warum ich da nix gebe. Wenn die Eltern merken, das die Kinder mehr als sie selbst verdienen, werden die Kinder zum arbeiten statt in die Schule geschickt. Wenn sie als Erwachsene nicht mehr so süß sind stecken sie in der Sackgasse und schicken ihre Kinder arbeiten. Ein Teufelskreis.
Zwei originelle Ereignisse am Rande:
Ein Bauer fährt versonnen mit dem Traktor auf seinem Feld und hört dabei lautstark "Highway to hell".
Ein Rollerfahrer hat bei 50kmh seinen Golden Retriever im Fußraum mitfahren lassen. Später sah ich noch eine Frau die ihren Hund auf dem Sozius hocken hatte.
Das ansonsten Kinder und manchmal bis zu vier Personen auf so einem Moped sitzen ist schon fast normal.
11.2
Heute geht der Flieger nach Chiang Mai. Das Kabinenpersonal der 2-motorigen Propellermaschine war ausgesprochen hübsch. Wie aus dem Airline Werbeprospekt. Zum knapp einstündigen Flug gabs Getränke und ein Sandwich. Eine komplette amerikanische Reisegruppe war mit an Bord. Im meist fortgeschrittenen Alter kann man sie an der Umhängern oder Buttons erkennen, die mit Name, Herkunft und Veranstalter versehen sind. Genau wie diese Bändchen aus den all inclusive Hotels hat das was von Herdentourismus, reduziert auf deinen Button.
Im Chiangmai bin ich im Wannasit untergekommen. das war aber keine Empfehlung. Für 9 € kein Handtuch und Seife, eine echte Schlafabsteige. Mal schauen was es besseres gibt. Nordlich der Moon Muang road gibt es ein zentrales aber ruhiges Viertel mit viele Geusthouses
Habe mich dann um die Ecke im DeeJay Backpackers eingecheckt. Ein echter Backpacker Laden mit fast nur angloamerikanischen Gästen aber nettem Flair.

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12.2
Ich habe heute dasTicket für den Nachtbus nach Bkk gebucht. Chiangmai unterscheidet sich nicht von den anderen Thai Städten: Laut, betriebsam, chaotisch, etwas anarchistisch und unordentlich improvisativ.
16.2
In Bangkok gabs noch die Überraschung: Die Faltoothaut war wieder da!. Allerdings fehlte immer noch der Bootswagen. So fliegt alles wieder mit zurück.
Fazit:
Der Mekong auf dem Abschnitt zwischen Chiang Saen und Luang Prabang ist ein sehr schöner Fluß der 360 km durch eine malerische Berglandschaft fliesst. Die Fließgeschwindigkeit liegt GPS gemessen zwischen 4 - 7 kmh. Ich würde die Schwierigkeit bei WW1+ einordnen. Es gibt etwa 20 nennenswerte Katarakte mit Felsverblockung und Verengung durch Felsbarrieren. Hier treten Querströmungen, Wirbel und Kehrwasser auf. Mit etwas Übung sind die alle mit einem Faltboot, Kanadier oder Kajak zu meistern. Eine Schwimmweste ist trotzdem zu empfehlen. Die Wassertemperatur ist angenehm und die wahrnehmbare Qualität der der europäischer Flüsse vergleichbar. Allerdings ist klar das alles, wirklich ALLES im Fluss entsorgt wird.
Das Wetter war jetzt im Februar angenehm und die Nächte mild aber feucht. Es hat in den vier Wochen dreimal geregnet bzw gewittert.
Die Infrastruktur entlang des Flusses ist spärlich. Auf dem Fluss und an den Ufern war aber recht viel los da er Verkehrsweg und Lebensgrundlage der Menschen ist. Es gab aber immer schöne Sandbänke wo man seine Ruhe hatte. Schwemmholz gab es seltsamerweise recht wenig.
Die Menschen sind zurückhaltend interessiert und helfen gerne weiter, geben aber nicht gern zu etwas nicht zu wissen. So bekommt man gerne schonmal eine falsche Info. Die Bevölkerung ist recht jung und an den Ortschaften hört man meist fröhliches Kindergeschrei.
Die Preise in Laos sind günstig wenn auch etwas höher als in Thailand zumal hier der Touristenaufschlag etwas ungenierter ausfällt. Handeln ist da angebracht.
Unbedingt probieren sollte man neben der heimischen Küche auch die Fruchtshakes. Einfach köstlich!
Wer den Aufwand des Boots-Transportes nicht scheut erlebt eine unvergessliche, aufregende Tour die nie langweilig wird.
...... will be continued next year!
Hier gibt es noch ein paar Fotos (https://picasaweb.google.com/115601080334052630501/KajaktourMekong012013?noredirect=1#) und unter www.faltbootreise.de gibt es noch ein paar Paddelberichte. Den kompletten Mekong Blog gibt es unter bratgitarre.blogspot.com (http://bratgitarre.blogspot.com)
<p>http://lh3.ggpht.com/-jnS4QN6VSNY/URXtJqAD9vI/AAAAAAAAFGI/90F5X1n3LuY/s640/2013-02-09%25252011.03.26.jpg