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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [Landschaft] Abfahrt nach Unna Allakas: Wie blau "dürfen" Winterbilder sein?



Sarekmaniac
31.01.2013, 20:07
Mal wieder die Lumix LX3, mal wieder Lappland.

Im Dossagemvaggi, auf dem markierten Weg von der E10 nach Unna Allakas (wer die Markierung findet, hat gewonnen;-)).

Mich haben die Strukturen gereizt, vorne die Mini-Sastrugi und ganz hinten, "gleich groß", die Berge des Kebnekaisegebiets.

Ich freue mich über jede Anmerkung, was mich selbst aber interessieren würde: Wie geht man, wie geht ihr mit Blaustich bei Schneebildern um?

Ich mag es überhaupt nicht, bzw. empfinde den Effekt auf Bildern immer störend, "künstlich", immer als zu stark, und immer als viel stärker als die Erinnerung an meine eigene optischen Wahrnehmung in der Situation. Bei RAW-Entwicklung lässt sich das ja gut korrigieren, aber wie viel Korrektur ist "korrekt"?

Ist das Licht im Winter so blau, und wenn ja, warum?

RAW-Entwicklung:
http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060638_D.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=71573&title=p1060638-d&cat=500)

Zum Vergleich das JPEG, wie es vom Chip kam:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P10606382.JPG

Dritter Versuch:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060638_E.jpg


Vierter Versuch: Belichtung +1; Farbtemperatur 6800k:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P10606383.jpg

_Matthias_
31.01.2013, 20:33
Ist das Licht im Winter so blau, und wenn ja, warum?

Die verbreitetste Erklärung ist die Reflektion vom Himmelsblau

Man selbst nimmt das kaum war, weil der Kopf automatischen Weißabgleich eingebaut hat, deswegen sehen die Bilder hinterher auch anders aus als in Erinnerung. Die meisten Kameras haben einen eigenen Weißabgleich für Schnee, auf was war denn der Weißabgleich bei deinem jpg eingestellt?

Einen kleinen Blaustich würde ich aber drin behalten, das beeinflusst ja auch irgendwie das Kälteempfinden beim Betrachten.
Deine raw-Entwicklung hat für meinen Geschmack schon zu viel rot.

Fjaellraev
31.01.2013, 20:45
Die Markierung zu finden ist deutlich einfacher als eine vernünftige Antwort. ;-)
Sie ist knapp über dem Schatten hinter der ersten Kuppe (ca dort wo der Schatten breiter wird) zu sehen, steht also wahrscheinlich gerade auf dieser Kante.
Dass uns auch unser Auge bzw. Hirn etwas vorspielt hat ja Matthias schon geschrieben. Am Schluss muss es eigentlich einfach für dich stimmen. Ich versuche den Blaustich ab und zu etwas zu reduzieren, wenn er mir zu stark erscheint, aber ein leichter Blaustich darf für mich auch mal sein.
Ich habe selber den Eindruck dass der Blaustich umso ausgeprägter ist, je tiefer die Sonne steht, und gerade bei "Dämmerungsbildern" stört er mich dann auch weniger, da dort die blaue Farbe schon irgendwie dazugehört.

Gruss
Henning

bjoernsson
31.01.2013, 20:47
Einen kleinen Blaustich würde ich aber drin behalten, das beeinflusst ja auch irgendwie das Kälteempfinden beim Betrachten.
Deine raw-Entwicklung hat für meinen Geschmack schon zu viel rot.

Der Kritik möchte ich mich anschließen (auch wenn es nach meinem Geschmack nur ein Hauch ist). Ansonsten gefällt mir das Motiv. Es vermittelt schön die "skandinavische Weite" - gerade auch durch die Skispitzen.

Sarekmaniac
31.01.2013, 20:53
Ich trage im Schnee meist eine Sonnenbrille mit kontrastverstärkendem Rotfilter, das beeinflusst vielleicht auch die Wahrnehmung.

"Blauverstärkende" Faktoren:


Reflektion des blauen Himmels
flaches Licht
mir fällt noch ein: "je kälter desto blauer"?



@Matthias: Standardmäßig ist bei mir automatischer Weißabgleich eingestellt.

@Henning: Gewonnen.;-)

fjellstorm
31.01.2013, 20:55
was mich selbst aber interessieren würde: Wie geht man, wie geht ihr mit Blaustich bei Schneebildern um?

Ahoi,
Man kann den Blaustich schon im Vorfeld reduzieren, in dem man 1-2 oder 3 Blendenstufen überbelichtet, abhängig vom eingestellten Isowert und der Lichtsituation. Hat bei mir immer ganz gut geklappt, im Winter/bei Schnee sind Belichtungsmesser/voreingestellte Abgleiche einfach überfordert, da heißt es dann manuell arbeiten:bg:
Hier gibts übrigens einen alten Faden dazu:
http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php/7211-Fotografieren-bei-Schnee-Belichtungskorrektur

Sarekmaniac
31.01.2013, 21:02
Bei Schnee überbelichten?

Polfilter hilft (war bei dieser Aufnahme im Einsatz), allerdings kann man die Korrektur ja genausogut bei der RAW-Entwicklung machen. Ist also mehr eine "philosophische" Frage, welche Farben man als "authentisch" empfindet.

Den Faden lese ich mal durch, danke für den Link.

ka9de
31.01.2013, 21:56
Bei Schnee überbelichten?

Ja, weil die Belichtungsmessung hellen Schnee versucht normal zu belichten, also zu dunkel. Mit einer Überbelichtung erreicht man, dass der Schnee die korrekte Belichtung bekommt. Dein Bild ist im Grunde genommen auch leicht unterbelichtet.

Zum Weißabgleich: Ich würd in Lightroom bzw im Raw Konverter einfach mit der WB Pipette den Schnee wählen und ggfs etwas manuell korrigieren. Falls JPG, würde ich wohl im Zweifel ein Preset nehmen (Tageslicht, bewölkt oder auch Kelvin) je nach Lichtsituation.

Sarekmaniac
31.01.2013, 22:20
Habe oben i 1. Post noch zwei Varianten eingestellt, beim letzten Versuch Belichtung höher gesetzt und manuell Farbtemperatur 6800K gewählt. "Tageslicht" als Preset (5500k) ist krass blau, das geht gar nicht:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060638_F.jpg

:o

TrueNorth
01.02.2013, 10:15
Die dritte Version finde ich von der Farbgebung her am besten getroffen. (auf meinem unkalibriertem Laptop Display:o))
Wie schon erwähnt ist das Bild etwas unterbelichtet und müsste meiner Meinung nach korrigiert werden. Manueller WB für den Schnee durchführen und ggf. die Sättigung des Himmels selektiv anheben. Naja, da kann man sich natürlich ganz schön austoben:grins:.

Generell stelle ich die Belichtungskorrektor bei Schnee auf + 2/3 Blendenstufen ein. Fine Tuning über LR.

Auf jeden Fall sehr schönes Bild! (ich hoffe, dass ich auch bald so viel schönen Schnee bewundern darf:cool:)

robert77654
01.02.2013, 11:05
Ich habe selber den Eindruck dass der Blaustich umso ausgeprägter ist, je tiefer die Sonne steht, und gerade bei "Dämmerungsbildern" stört er mich dann auch weniger, da dort die blaue Farbe schon irgendwie dazugehört.

Gruss
Henning

Müsste eigentlich genau umgekehrt sein, Mittags ist die Farbtemperatur am "kühlsten". Deshalb wird es morgens und abends auch "warm" = Sonnenuntergang. Holprig formuliert: Wegen der Filterwirkung von Partikeln in der Athmoshäre bzw. beim roten Sonnenuntergang deren Reflektion.

Bergtroll
01.02.2013, 12:26
Es gibt viele Variablen: Der eigene live Eindruck kann durch eine Schneebrille ins Warme verschoben sein. Die Farbsättigung des Blaustichs kann auf einem Monitor mit Adobe RGB Farbraum viel extremer und unnatürlicher wirken als auf einem weniger gesättigten sRGB Billigmonitor. Und im Ausdruck sieht noch einmal alles ganz anders aus. Außerdem ist die Tagessituation nicht immer bekannt, von der es auch abhängt, ob der Schnee eher warm oder eher blaukalt aussieht.

Deshalb würde ich das Bild einfach so entwickeln, wie es Deiner Erinnerung entspricht bzw. wie Du es schön findest.

Mir gefällt der dritte Versuch im Prinzip am besten. Nur etwas dunkel/unterbelichtet.

nimrodxx
01.02.2013, 13:06
Ich trage im Schnee meist eine Sonnenbrille mit kontrastverstärkendem Rotfilter, das beeinflusst vielleicht auch die Wahrnehmung.

Vielleicht???

Ich würde sagen, kein Wunder, das dir das alles Rot vorkommt, wenn du immer mit einer (Rosa-)Roten Brille rumläufst ;-)

Meine Sonnenbrille sorgt eher für eine leichte Blauverschiebung und Bild2, wie es der Automatische Weißabgleich erzeugt hat, entspricht am ehesten "meiner" Realität...

BohnenBub
08.04.2013, 00:57
Bei Schnee überbelichten?

Polfilter hilft (war bei dieser Aufnahme im Einsatz), allerdings kann man die Korrektur ja genausogut bei der RAW-Entwicklung machen. Ist also mehr eine "philosophische" Frage, welche Farben man als "authentisch" empfindet.

Mir fiel dieser Thread wieder ein, nachdem ich deinen aktuellen Reisebericht gelesen habe. Die Wahrnehmung des Schnees als bläulich rührt von der Materialeigenschaft - nämlich einer recht starken Neigung zur Reflektion. Ist bei einer Wasserfläche, ob See oder Meer genau so; eine solche kann auch alle Nuancen annehmen von Grau bis Tiefblau je nach darüber herrschenden Wetterbedingungen. Das Blau bzw. der bläuliche Schimmer ist also reflektiertes Himmelsblau.

Das erklärt auch, warum das Blau vermehrt in den Schattenbereichen auftritt. Das direkte Sonnenlicht hat eine geringere Farbtemperatur, als klares Himmelsblau (Die Sonne hat eine Oberflächentemperatur von irgendwas bei 5.800 Kelvin rum, blauer Himmel liegt irgendwo in der Größenordnung 10.000K). Direkt von der Sonne beschienene Flächen reflektieren also rötlicheres Licht (Sonnenlicht + gewisser Anteil Himmelsblau). Schattenbereiche reflektieren nur das Blau des Himmels. Bei dichter Bewölkung, Hochnebel oder gar Nebel dürften die Effekte in Gänze wegfallen.

Vorsicht bei der Gleichsetzung von Polfilter und Weißabgleich an dieser Stelle! Einige reflektierende Oberflächen haben die schöne Eigenart nahezu vollständig polarisiertes Licht zu reflektieren. Welche genau das jetzt sind, müsste ich nachschlagen. Deine Beobachtungen suggerieren jedoch, dass Schnee dazu gehört, was plausibel klingt. Polarisiertes Licht bleibt bei korrekt gewählter Polarisationsrichtung theoretisch zu 100% im Polfilter hängen, womit das Himmelsblau komplett verschwinden würde OHNE die Weißbalance des gesamten Bildes zu tangieren. Unabhängig davon ist das Himmelsblau ja sowieso schon zu einem Teil polarisiert, selbst bevor es vom Schnee reflektiert wird.

blue0711
08.04.2013, 09:24
Just my 2cents bei den Versuchen:
1. Versuch: morgens
2. Versuch: später Nachmittag
3. Versuch: abends
4. Versuch: Mittags
5. Versuch: künstlich

Oder anders gesagt: Die Färbung entspricht auch den Tageszeiten, wenn ich daran drehe, versuche ich auch immer daran zu denken, ob mir das Bild die Aufnahmezeit noch vermittelt.
Gerade bei Schnee geht da ein weites Spektrum, ohne dass das Bild falsch aussieht.

Sarekmaniac
08.04.2013, 10:12
Das erklärt auch, warum das Blau vermehrt in den Schattenbereichen auftritt. Das direkte Sonnenlicht hat eine geringere Farbtemperatur, als klares Himmelsblau (Die Sonne hat eine Oberflächentemperatur von irgendwas bei 5.800 Kelvin rum, blauer Himmel liegt irgendwo in der Größenordnung 10.000K). Direkt von der Sonne beschienene Flächen reflektieren also rötlicheres Licht (Sonnenlicht + gewisser Anteil Himmelsblau). Schattenbereiche reflektieren nur das Blau des Himmels. Bei dichter Bewölkung, Hochnebel oder gar Nebel dürften die Effekte in Gänze wegfallen.

Das ist eine super Erklärung, danke.

@Blue: Was Du beschreibst kann man schön nachvollziehen, wenn man in einem Bild mal kräftig am Kontrastregler (Gamma)- und Temperaturregler schiebt. Da kann man einen ganzen Tagesverlauf "simulieren".

Ich habe bei der Bildentwicklung für den Reisebericht einiges aus diesem Faden hier übernommen.


Überbelichtet habe ich nicht, aber bei der Entwicklung die Belichtung nach oben korrigiert, bei nahezu allen Bildern.
Farbtemperatur habe ich tendenziell immer nach oben korrigiert
den Kontrast verstärkt (selbst bei super klarem Himmel wirken die Originale "verschleiert")
z.T. Rauschen entfernt


Wichtig wäre noch, wenn man über einen Zeitraum von zwei, drei Stunden Bilder mit ähnlichen Lichtverhältnissen macht, das man eines "manuell" entwickelt und die Parameter auch für die anderen benutzt und dann allenfalls feinjustiert. Das sorgt für ein einheitliches Bild.

BohnenBub
08.04.2013, 11:13
(...)

Überbelichtet habe ich nicht, aber bei der Entwicklung die Belichtung nach oben korrigiert, bei nahezu allen Bildern.
z.T. Rauschen entfernt



Ad1: Umgekehrt ist cleverer, solange du keine ausreißenden Lichter hast. Grund ist die Linearität, mit der Sensoren die Welt sehen. Knapp paraphrasiert: Sensoren differenzieren in hellen Bildbereichen mehr Tonwertinformationen.

Ad2: Rauschen kann ein Resultat von (1) sein. Dunklere Bildbereiche haben ein recht schlechtes S/R Verhältnis. Wenn du sie anhebst, holst du das Rauschen aus den in der Regel wenig sichtbaren Tiefen in die gut wahrnehmbaren Mitten. Wenn ausreichend Licht vorhanden ist, lieber heller belichten und in der Post abdunkeln, siehe ad1.

Prachttaucher
08.04.2013, 17:00
Die Strukturen gefallen mir gut, ich könnte mir etwas zwischen Version 1 und 2 ganz gut vorstellen. Komplett aufgehellt (4) gefällt mir nicht so, aber die Schatten könnte man vielleicht etwas aufhellen.

Ich stelle meinen Weißabgleich immer fest ein auf Sonne oder Wolken, Automatik geht manchmal daneben. Schneebilder dann z.T. nachträglich etwas wärmer. Richtig schwierig wird´s morgens in der Dämmerung, besonders wenn´s noch neblig ist. Da bekomme ich teilweise tiefblaue Bilder, die mit "nur Weißabgleich ändern" nicht zu retten sind. Operationen analog zur Pipette (z.B. Neutralpunkt bei CNx) führen (bei mir) oft dazu, daß der Schnee zwar besser aussieht, aber irgendwo künstliche Farbtöne auftreten.

Sarekmaniac
08.04.2013, 17:43
Wie man einzelne Bildbereiche aufhellt, bzw. generell separat bearbeitet habe ich noch nicht durchschaut.

bei Schneebildern mit Sonne ist es oft so dass der Himmel nicht mehr "stimmt" (in der Regel zu "knatschig") wenn der Schnee "korrekt" aussieht.

fjellstorm
08.04.2013, 18:22
Wie man einzelne Bildbereiche aufhellt, bzw. generell separat bearbeitet habe ich noch nicht durchschaut.

Fals du PS verwendest:
http://www.youtube.com/watch?v=puaeXBM5tFo
Anstonsten auch die russische Methode: mit einem der Lasso Werkzeuge manuell Bildbereich auswählen-> Änderung vornehmen -> Weiche Kante einstellen. Klappt auch ;)

Prachttaucher
08.04.2013, 18:54
Eigentlich sehr einfach : Man betätigt den Regler bei "Schatten aufhellen", das kann z.B. schon das kostenlose ViewNx. Lasso, Maske o.ä. benutze ich fast nie, dafür manchmal die U-Points bei CNx - aber lassen wir das. Mein Anliegen bei diesen Geschichten : So einfach und schnell wie möglich...:ignore:Deswegen meide ich wohl PS - sorry für die Abschweifungen, die aber etwas durch die Frage provoziert wurden.

fjellstorm
08.04.2013, 19:17
Eigentlich sehr einfach : Man betätigt den Regler bei "Schatten aufhellen",
Dabei werden alle Schatten aufgehellt. So wie ich die Frage verstanden habe, geht es darum , gezielt Teilbereiche eines Bildes seperat aufzuhellen-und dafür muss man zumindest den speziellen Bereich auswählen.

Prachttaucher
09.04.2013, 09:06
Wenn´s so gemeint war, hast Du natürlich recht.

Mal etwas dran rumgespielt. Schatten generell aufgehellt, Himmel selektiv aufgehellt und minimal wärmer eingestellt. Den Weißabgleich finde ich eigentlich gut und so viel Blaustich sehe ich nicht. Mein Monitor ist aber ebenfalls nicht kalibriert.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060638b_D.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=75335&title=p1060638b-d&cat=500)

Sarekmaniac
09.04.2013, 11:01
Prachttaucher, auch sehr schön.

Ich werde mir die Tage nochmal die RAW-Datei nehmen und ganz von Null anfangen.

Rhodan76
09.04.2013, 11:06
...und so viel Blaustich sehe ich nicht. Mein Monitor ist aber ebenfalls nicht kalibriert.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060638b_D.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=75335&title=p1060638b-d&cat=500)

Naja für mich und meinen Monitor sah es im ersten Moment eher danach aus, als ob du mit Ski durch die Wüste/Sanddünen fährst. Edit: Bestimmt der Lichtstimmung geschuldet, aber irgendwie halt rotlastig.

Freiburger
11.05.2013, 10:01
Das erklärt auch, warum das Blau vermehrt in den Schattenbereichen auftritt. Das direkte Sonnenlicht hat eine geringere Farbtemperatur, als klares Himmelsblau (Die Sonne hat eine Oberflächentemperatur von irgendwas bei 5.800 Kelvin rum, blauer Himmel liegt irgendwo in der Größenordnung 10.000K). Direkt von der Sonne beschienene Flächen reflektieren also rötlicheres Licht (Sonnenlicht + gewisser Anteil Himmelsblau). Schattenbereiche reflektieren nur das Blau des Himmels. Bei dichter Bewölkung, Hochnebel oder gar Nebel dürften die Effekte in Gänze wegfallen.

Das ist genau die Erklärung. Man sieht das ja auch in den Fotos sehr schon, sofern sie nicht zu wild bearbeitet sind: Die sonnenbeschienene Schneeoberfläche hat einen neutral- bis warmweißen Farbton (eben direktes Sonnenlicht mit ca. 5600 K, was per Definition weißes Licht ist) und die Schattenseiten und Vertiefungen sind blau (die rund 8000 bis 10000 K, die das Himmelsblau hat). Das ist natürlich. Nur nehmen wir Menschen das nicht wahr, weil wir nur sehen, was wir erwarten zu sehen. Im Zweifel korrigiert das Hirn die Farben solange, bis sie "stimmen", also so sind wie wir glauben, dass sie sein sollten.

Nur deshalb gewöhnen wir uns ja auch recht schnell an farbige, kontrastverstärkende Sonnenbrillen. Nach ein paar Minuten merkt man ja nicht mehr, dass eigentlich alles gelb, rot oder grün eingefärbt ist, weil das Hirn versucht das kompensieren. Eine "richtige" Farbwahrnehmung gelingt so natürlich nicht.

Im Grunde "sieht" die Kamera die Farbigkeit realistischer als wir.