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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Warum überhaupt einen Kocher?



Jens
11.01.2005, 18:20
Einige User hier im Forum beschäftigen sich ja recht intensiv mit der Frage, wie man sein Gepäck möglichst leicht halten kann, trotzdem taucht dann in den Packlisten immer wieder ein Kocher auf.
Auf meinen ersten Touren in Skandinavien habe ich überhaupt keinen Kocher verwendet. Statt dessen habe ich am Lagerfeuer gekocht. Der Grund dafür war eigentlich, dass ich mich eher als eine Art Waldläufer gesehen habe, der der Zivilisation entsagt (heute würde ich eher "Waldschrat" sagen :wink: ). Und natürlich habe ich zuerst riesengroße Feuer entfacht, um mir ein bisschen Teewasser zu kochen. Im Laufe der Zeit habe ich das aber besser hinbekommen und die Feuerchen wurden immer kleiner. Ich habe immer warmes Essen gehabt, und auch bei wochenlangem Dauerregen ist es mit ein wenig Übung gar nicht so schwer, trockenes Brennmaterial zu finden.
Hauptgrund für mich, mir dann doch einen Kocher zuzulegen (damals ein "Juwel" noch aus DDR-Produktion, für 30 DM bei Herti gekauft) war der, das ich bei meinen Touren durch das skandinavische Fjäll immer wieder über die alten Feuerstellen anderer Wanderer gestolpert bin, die man oft noch für viele Jahre sehen kann. Die empfindliche Vegetation dort braucht Jahre braucht, um den gestörten Boden wieder zu begrünen. Oft sah ich auch Felsen, blankpoliert von den Gletschern der Eiszeit, auf denen jemand ein Feuer entfacht hatte. Und meist war etwas vom Felsen abgesplittert - ein Zeugnis der Natur unwiederbringlich zerstört.
Nun ist es aber ohne weiteres möglich, in nicht so empfindlichen Gegenden auf offenem Feuer zu kochen, ohne einen Kocher zu verwenden. Hinzu kann man durch einige Tricks auch den Lagerplatz nach dem Feuer wieder so herrichten, dass nichts zu sehen ist.
In Marokko begegnete ich einem Mann, der mit einer Schubkarre und einer Schaufel ausgerüstet die Aufgabe hatte, Schlaglöcher aufzufüllen und zu beseitigen. Er hatte einen Teekessel dabei und alle paar hundert Meter entdeckte ich auf der Piste die Überreste winzig kleiner Feuerchen, wo er sich seinen Tee gekocht hat.
Und zu guter letzt bliebe ja auch immer noch die Möglichkeit, einen Hobo-Ofen zu verwenden, für den man den Brennstoff ja überall am Wegesrand findet, den man also auch nicht mit sich herumtragen muss.
Nur - anscheinend macht das niemand, oder täusche ich mich? In sämtlichen Reisebüchern, die ich in letzter Zeit gelesen habe, taucht irgendwo ein Benzin-, Gas- oder Spirituskocher auf.

Saloon12yrd
11.01.2005, 18:34
Sicher, Kocher müssen nicht sein. Warmes Essen ginge meistens auch so. Für mich ist das ne Frage von Bequemlichkeit, schlicht und ergreifend. Abends hab ich schlichtweg keine Lust mehr mir irgendwas Brennbares zu suchen.
Die 40g für Kocher, Topfhalter und eine Filmdose Streichhölzer plus70g Spiritus / Tag ist mir dieser "Luxus" wert. :bg:

Sal-

Menelaos
11.01.2005, 18:38
Kocher is Luxus, defintiv ... aber Dosenkocher a la Saloon sind einfach nur der Hammer und zudem noch extrem wüstentauglich. :bg: :bg:
Hatte anfangs auf Touren nie nen Kocher dabei ... und kam wunderbar damit aus.
Nur man verweichlicht mit den Jahren. :bg:

Felix
11.01.2005, 18:45
In vielen Gegenden kann/darf man kein offenes Feuer machen. Dazu kommt vermutlich, dass viele Menschen kaum Erfahrung mit Kochfeuern haben. Ich möchte mir nicht ausmahlen, wie es in beliebten Gegenden aussehen würde, wenn jeder Wanderer auf einem offenen Feuer kochen würde. Sicher, man kann kleine "unsichtbare" Feuerstellen anlegen, aber würde das der überwiegende Teil der Outdoorer tun?
Vielleicht ist der Kocher auch einfach ein Stück Zivilistation, auf das manche nicht verzichten wollen.
Die meisten Hobos sind so schwer, das man stattdessen (besonders auf kurzen Touren) auch gut einen "normalen" Kocher und Brennstoff einpacken kann.

Felix

grand
11.01.2005, 18:49
1. falls schnee die einzige wasserquelle ist
2. weil warmes essen oft leichter verdaulich ist
3. es wärmt von innen
4. psychologische effekte wie tee, warmes essen sind nicht zu unterschätzen.
gibt sicher auch noch ein paar andere gründe

Becks
11.01.2005, 18:51
Bei mir wächst so selten Holz am Wegesrand, da komme ich um Gas nicht rum *g*

Alex

Thorsten
11.01.2005, 20:53
Hat hier eigtl. einer Erfahrung mit dem "Wildniskocher System Volker Lapp"?

Habe ich lange nichts mehr von gesehen....

akalos
11.01.2005, 21:51
hej!

kocher brauchts nicht. vom gegenteil konnte mich nicht mal meine 3 tages tour bei -10 grad ueberzeugen können. gefrohrene keks und ebensolches brot sind zwar nich der hammer - aber hunger is ein feiner koch.
ich täte mir aber einreden lassen dass längere wintertouren vielleicht doch einen kocher erfordern. schon aus sicherheitsgruenden.

georg

NoFrontiers
11.01.2005, 21:56
Also grundsätzlich stimm ich dem zu. Nur ist es eben bedauerlicherweise so das man, rechtlich, nur noch an den wenigsten Orten ein Feuer machen kann.
Für mich also eher eine "realpolitische" Tatsache die man hinnehmen muss als eine freie Wahl, der Griff zum Kocher, so man nicht nur kalte Mahlzeiten und Getränke zu sich nehmen möchte.
Finds schade und empfinde das eigentlich auch als einen der unnötigsten Ausrüstungsgegenstände. Winter und extreme Sachen jetz mal aussen vor gelassen.

Denke darüber nach eine Feuerschale oder einen Hobo zu basteln und als meinen Hauptkocher mit mir zu führen, dazu einen leichten Spiritusbenner mit einer kleinen Ration Brennstoff als Notnagel. Muss mal son einfachen Dosen Hobo auf seine reale Tauglichkeit hin testen, wenn das wirklich in Ordnung geht setz ich mich vielleicht mal dran ne Feuerschale zu zimmern.

Tatsächlich siehts doch dann aber so aus, das selbst wenn dies Teil dann auch wirklich funktionieren sollte und auch keinen einzigen Grashalm krümmt, ich mich nicht wundern muss wenn mir ein schwedischer Forstmann ein dickes Bussgeld verpasst wenn er mich damit erwischt (oder mit einem Dosen-Hobo).

Lodjur
11.01.2005, 22:01
Hi Jens,
ich bin auch einer von denen die schon seit Jahren keinen Kocher mehr benutzen. Als Kanute habe ich zugegebenermassen kein Problem mit dem Gewicht, 700 g, meines Hobo Ofens. Ich nutze lieber die etwas stabilere Variante aus V2A als einen zwar superleichten aber auch nicht besonders langlebigen Konservendosenbrenner. Da ich mir auch noch ein Untergestell zum Ofen leiste habe ich keinerlei Probleme mit verbranntem Boden. Ob auf Gras oder einem Holztisch an einem Rastplatz. Mein Ofen wurde sogar schon von Parkrangern nach anfangs kritischem beäugen zugelassen obwohl "offenes Feuer" ansich nicht erlaubt war. Ich habe noch nie ein Problem gehabt Brennstoff zu finden. Alles das was die anderen liegenlassen weil für ein Lagerfeuer zu klein ist mein "Futter" Vom kleinsten Ästchen oder kleinen bis grossen Zapfen alles top. Und nach der kocherei ein paar grössere Holzstücke rein und man hat fast ein Lagerfeuer hinterlässt aber keinerlei Spuren. Auch im Zelt nutze ich eine etwas modifizierte Variante des Ofens mit Ofenrohren und kann so jedem Wetter trotzen. In Verbindung mit dem Brändi Grillrost hat man sogar einen Turbogrill. Wenn du mal Berichte über die Benutzung von Hobos , auch im Zelt, lesen willst schau mal auf www.explorermagazin.de. Bei den Tour/Reisebeschreibungen findest du verschiedenes bei meinen Schwedentouren.
CU Bernd

Felix
11.01.2005, 22:36
@Lodjur: Worin siehst du die Vorteile deines Hobos gegenüber einem konventionellen Kocher? Ist es die Gemütlichkeit, die von einem Holzfeuer ausgeht? Wie lang sind deine Touren normalerweise?

Felix, mal neugierig

NoFrontiers
11.01.2005, 22:56
@Lodjur
hast du den hier: www.kuenzi.com ?
Sind die 700 gr mit Zeltsetup oder ohne?

Was schluckt denn so ein Hobo nun tatsächlich, du wirst ja ausreichend Erfahrungen haben mit den verschiedensten Ausgangslagen.
Hier im Forum schrieb jemand: er habe 15 min gebraucht um einen Liter Wasser zum Kochen zu bringen, gefressen hat der Hobo dabei eine gute Hand voll fingerdickes, halbfeuchtes Astholz das zuvor direkt vom Waldboden aufgelesen wurde - Mischlänge bis zu einem Meter. Als ungefährer Vergleichswert wird ein Holzscheid, gespalten und gebrochen, 30cm*5cm*5cm angegeben.
Das Wasser kochte mit Nachhitze, ohne weiteres zulegen noch ca. 5 Min.

Ich finde das schon ziemlich viel, gut das Holz war halbfeucht, dennoch: eine kleine Mulde gegraben und man erreicht mit der selben Holzmenge und einem Feuer doch schon fast die gleiche Effizienz wie mit dem Hobo.

Kannst du diese Daten bestätigen? So ein paar Eckdaten zu Verbrauch und Heizleistung in verschiedensten Ausgangslagen aus deiner Erfahrung wären cool. Fänds schon geiler ohne Kocher unterwegs zu sein.

Lodjur
12.01.2005, 00:13
Hi,
@Felix
ich mach so Sachen schon eine ziemliche Weile und habe wiklich jeden erdenklichen Kocher durch. Mich nervt die Technik die dann versagt wenn ich keinen Ersatz besorgen kann, die Bevorratung von Brennstoff der in Form von Katalytbenzin oder Gas überteuert ist und Spritus der mit nur einem Tropfen das Essen versaut :-). OK, Alloholbrenner gehen nicht kaputt aber geht einem der Sprit aus steht man auch wieder da. Dann bin ich im Grunde wohl wirklich ein kleiner Pyromane, ich finde echtes Feuer tatsächlich gemütlicher und auch irgendwie natürlicher. Wenn ich mit dem Canadier losziehe geht das von 3-4 Tagen bis zu drei Wochen. Die langen Touren mache ich grundsätzlich solo.

@ NoFrontiers
Nein, meiner ist nicht der kleine Künzi sondern ein Eigenbau der gut dreimal so gross ist. Der Künzi ist ja etwa Postkarten gross, meiner 16 x 32 cm . Zum kochen reicht der Künzi aber man kann darin kein vernünftiges Lagerfeuer machen. Dafür kann man den kleinen Schweizer aber mit seinen 550 g noch so geradevim Rucksack mitschleppen.
Ich benutze zwei verschiedene, einen zerlegbaren eckigen und einen runden mit dem Aufsatz zum Anschluss von Ofenrohren. Der eckige wiegt 17oo Gramm der runde 700 und der Aufsatz nochmal 600 Gramm. Dazu noch das Gewicht der Rohre. Ist aber wie gesagt im Kanu kein Problem. Wenn ich den runden mitnehme bleibt der andere nat. Zuhause bzw. im Auto. Der ist vom Oberteil trennbar und man kann den dann auch vor dem Zelt als einfachen Hobo Ofen nutzen. Man kann aber auch im Zelt auf dem geschlossenen Ofen kochen. Wenn ich im Sommer, was eher selten ist unterwegs bin und den Zeltofen nicht brauche, nehme ich den anderen weil ich den zerlegen kann. Ist aber auch ein wenig spielerei ich könnte ja auch nur das Unterteil des runden nehen. Ich habe mal einen Brennversuch gemacht im Vergleich mit meinem zweiflammigen Coleman Camp Stove weil der eine ziemlich grosse Flamme hat.

Ich habe den Ofen mit zwei Grillanzündern und drei Scheiben Sägemehlpresslingen entzündet. Das sind so ca.Eishokeypuck grosse knapp 2 cm dicke Scheiben aus gepresstem Sägemehl. Entspricht wohl etwa 20 kleinen trockenen Kiefernzapfen oder 3-4 Hände voll trockenem kleingemachten Ästen.
Nach 3 Minuten war die Flamme zum Kochen ausreichend. Nun habe ich in einem Wasserkessel 1.3 Liter 5 Grad kaltes Wasser aufgesetzt und die Zeit bis zum sprudelnden kochen gemessen. Die Aussentemperatur betrug 7 Grad. Es dauerte genau 9 Minuten und 50 Sekunden.

Danach habe ich bei dem Coleman Camp Stove die Hauptflamme gezündet. Hier dauerte es gut 2 Minuten, bis ich von Vorwärmen auf Blaubrennen umschalten konnte. Den gleichen Kessel mit 1.3 Liter
5 Grad kaltem Wasser aufgesetzt. Die Aussentemperatur betrug wieder 7 Grad. Der Brenner war voll aufgedreht, es dauerte genau 7 Minuten und 20 Sekunden bis das Wasser sprudelnd kochte.
Wenn man bedenkt das man ja nicht auf der Flucht ist und mir die Prutscherei bei der Essensbereitung im Camp Spass macht sind die paar Minuten die der Benziner schneller ist doch egal.
Der Vorteil des Hobos ist aber das der wenn er einmal brennt so eine Hitze entwickelt das der wirklich jeden Scheiss frisst. Auch wenn das Holz feucht ist oder sogar dicke Rinde oder Laub, der verbrennt alles. Das macht eben der Kamineffekt.. Und der ist bei 30 cm Höhe nat ausgeprägter als bei 15 cm. Und eine Kochmulde hat fast keinen und der Zug von unten macht da auch Probleme. Man kann da nat. trickige Konstruktionen machen mit Steinen oder nassen Ästen als Rost aber soweit geht die Liebe dann doch nicht als das ich jeden Abend erstmal meine Kochfeuerstelle "konstruieren" wollte. Und dazu kommt noch das ein offenes Feuer immer uneffektiver ist weil ein grosser Teil der Hitze am Topf vorbei auch seitlich abstrahlt. Der Hobo konzentriet die gesammte Hitze auf die Topfunterseite. Die Töpfe sind am Boden nat. auch verrusst aber nicht komplett wie im offenen Feuer. Ist halt auch eine Ansichtssache, jeder wie er eben mag. Und ganz wichtig ist fuer mich das ich keine Spuren hinterlasse! Warm kriegt man sein Futter mit allen Lösungen. Aber ausser den Ultraleicht Lösungen aus Konservendosen die aber nicht besonders haltbar sind ist so ein "grosser" Hobo durch das Gewicht nicht geeignet für Trekker.
CU Bernd

Tarvandyr
12.01.2005, 15:41
Viele interessante Gebiete sind mitlerweile durch den "Tourismus" doch sehr belastet.

Wenn dann noch jeder auf seinen Kocher verzichtet und Lagerfeuer macht, dann würde das der Natur doch sehr Schaden.

Aus Gründen des Naturschutes finde ich es daher in den meisten "Trekking" Gebieten unverantwortlich, ein Lagerfeuer zu entfachen.

Zudem ist es oft auch verboten.

Hawe
12.01.2005, 15:58
Viele interessante Gebiete sind mitlerweile durch den "Tourismus" doch sehr belastet.

Wenn dann noch jeder auf seinen Kocher verzichtet und Lagerfeuer macht, dann würde das der Natur doch sehr Schaden.

Aus Gründen des Naturschutes finde ich es daher in den meisten "Trekking" Gebieten unverantwortlich, ein Lagerfeuer zu entfachen.

Zudem ist es oft auch verboten.Genau - dem stimmer ich völlig zu.
Es gab in einer anderen Rubrik eine interessanten link auf: http://www.etojm.com/Tysk/Praktisches/allemannsretten.htm.
Direkt da drauf oder unter dem unterlink http://www.etojm.com/Tysk/Praktisches/minimumimpactcode.htm
finden sich bedenkenswerte Punkte für Leute, die in Skandinavien im Rahmen des Jedermannsrechts Feuerchen machen müssen...
Ich selber habe in Schweden und in Norwegen schon unglaubliche viele "wilde" Feuerstellen in Naturparks gesehen, gerne auch mal ca. 1 Dutzend im Umkreis von 5 qm... Deshalb bin ich gegen Feuerchen, so gemütlich sie auch sind. Als allermindeste anforderung, wenn doch: Befolgung der Low Impact Regeln: Feuerschale, kleines Feuer, der Platz muss nachher so aussehen, als ob dort nie ein Feuer gebrannt hätte.
Hawe

NoFrontiers
12.01.2005, 16:15
@Lodjur
Das ist ja wirklich eher eine mobile Feuerstelle als ein Hobo Ofen, zumindest der große. Von daher lassen sich die Heizwerte wohl nicht wirklich mit dem Kuenzi-Dingens vergleichen. Bei deinen Geschossen glaub ich unbesehen das die auch feuchtes Holz wegfeuern, beim Kuenzi bin ich da skeptisch und den von mir zitierten Holzverbrauch find ich wie gesagt schon recht happig.
Hast du irgendwo eine Bauanleitung oder Fotos von deinen Öfen, oder bleibt das komplette durchblättern deiner Reiseberichte da die einzige Möglichkeit?

Was mich noch intressieren würde ist die Rußbildung bei normal trockenem Holz (vermutlich wirst du ja schon die verschiedensten Designs im Gebrauch gehabt haben) und wie lange so ein einfacher Dosenkocher hält.
Finde den Gedanken mit einem Hobo als Haupt- und einem kleinen Spiritusnotkocher unterwegs zu sein sehr reizvoll, werd mal so einen Dosenkocher antesten müssen um mir ein Bild machen zu können.

Ich hab da noch ein paar ganz interessante Kocheralternativen gefunden, größtenteils Hobo-Designs:
Edel Hobo mit Trangiaaufsatz und, und.... (http://www.fibistyle.ch/index.php?option=content&task=view&id=16&Itemid=47) (Dürfte von den Maßen vielleicht ungefähr Lodjurs Rundversion entsprechen?)
Hobo (http://www.trailstove.com/details.html)
Klicken! (http://www.kellykettle.com/default.htm)
Hobo mit Lüfter (http://www.zzstove.com/)

Das vorletzte Teil ist wirklich sehr interessant, wenn es halten kann was die Beschreibungen versprechen ist es der Hammer. Liesse es sich auch mit Gas od. Spiritus betreiben vielleicht auch eine echte Alternative im Winter. Die Idee ist jedenfalls genial, son Teil als Basis auf Kamineffekt optimiert mit ner guten Topfauflage und um noch ein paar Details bereichert könnte den perfekten Kocher abgeben.

@Jens
Hoffe das ist jetzt kein Thread-Hijacking für dich. :wink:

Hawe
12.01.2005, 16:25
auch feuchtes Holz wegfeuern, beim Kuenzi bin ich da skeptisch .....
noch ein paar ganz interessante Kocheralternativen gefunden, größtenteils Hobo-Designs:

Hobo mit Lüfter (http://www.zzstove.com/)

Das vorletzte Teil ist wirklich sehr interessant, wenn es halten kann was die Beschreibungen versprechen ist es der Hammer. Liesse es sich auch mit Gas od. Spiritus betreiben vielleicht auch eine echte Alternative im Winter. Die Idee ist jedenfalls genial, son Teil als Basis auf Kamineffekt optimiert mit ner guten Topfauflage und um noch ein paar Details bereichert könnte den perfekten Kocher abgeben.


Hej Jens
wegen der Leistung des Kuenzi-Hobo brauchst Du bei feuchtem Holz nicht skeptisch zu sein: richtig aufgebaut verbrennt der auch feuchtes Holz ohne Mucken. Er ist natürlich nicht zum Heizen ganzer Häuser geeignet, weil zu klein...

Der Hobo mit Lüfter ist ein gaaaz alter Hut (ekken ich schon seit ca. 1983...), der sich nach meiner Erfahrung noch nie bewährt hat. Schon mal überhaupt nicht in feucht-nassem Klima, wo die elektro-Einheit unzuverlässig wird. Abgesehen von den üblichen Problemen mit Elektro-Anlagen im richtigen outdoors: Batterien mitschleppen etc. Auch die eine Zeit lang mal mögliche alternative "Sierra-Kocher mit Solarpanle" war nicht wirklich gut...
Es werden sich hier im Forum vielleicht ein paar Nutzer mit eignen Erfahrungen finden, ich kann nur das wiedergeben, was ich von diversen Leuten dazu gehört habe - habe mir den Kocher verkniffen.
Hawe

NoFrontiers
12.01.2005, 17:51
Nehme mal an das war an mich gerichtet.

wegen der Leistung des Kuenzi-Hobo brauchst Du bei feuchtem Holz nicht skeptisch zu sein: richtig aufgebaut verbrennt der auch feuchtes Holz ohne Mucken.
Gut, dann ist es eine Überlegung wenn der Dosen-Hobo mich überzeugt und ich nichts selber basteln will/ kann.

Den Hobo mit Lüfter find ich auch affig, habe ihn aber mal gelistet wo es hier grad um Alternativen zu herkömmlichen Kochern geht.

Lodjur
12.01.2005, 19:34
Hi,
@ NoFrontiers
Hier ein Bild des steckbaren Ofens. So gross ist der nun nicht, 16 cm im Quadrat und 32 cm hoch! Der Aufsatz ist für ne Wokschüssel oder grosse Töpfe.
http://www.lodjur.de/werke1/steckbar.jpg

und unter folgendem Link findest du eine Beschreibung auch der Herstellung
von drei anderen Versionen die ich gebaut habe.

http://www.explorermagazin.de/kochenuw/outofen.htm

Russ ist bei trockenem Laubholz nicht so schlimm, aber der Topfboden wird schon schwarz. Etwas mehr schweinerei ist es mit Nadelholz. Also schöner werden die Töpfe nicht 8) So ein Konservendosenkocher sollte wenn man es nicht übertreibt 1-2 Wochen aushalten. Aber das Material wird nach durchglühen schnell mürbe und rostet wie die Sau. :o
CU Bernd

Christoph123r
12.01.2005, 20:31
Warum überhaupt einen Kocher ?

Der Kocher ist für mich einer der wichtigsten Ausrüstungsgegenstände und bin gern bereit auch mal 1kg Kocher zu tragen. :D

Gründe für die für einen Kocher sprechen wurden genug aufgezählt letztlich ist es sicherlich eine Frage wieviel comfort man haben will.

Ein hoboofen ist ne feine Sache, ich hab die Moskoselkantan feuerbox

http://img.photobucket.com/albums/v210/Christoph123/feuerbox.jpg

es wird viel weniger holz verbraucht, feuchtes/dickeres brennt besser und , auch nicht unwichtig, es raucht nicht so stark. Unglaublich welche heizleistung sich erzielen lassen....
Mit 1,2 kg (die kleine) finde ich sie auch noch tragbar.

Beim Kellykettle wird´s im Winter ein problem, schnee reinzubekommen aber ansonsten genial. Problematisch ist es halt wenn man was anderes machen will als Wasserkochen, bei Gruppentouren aber bestimmt nicht schlecht.

Gruß,

Christoph

NoFrontiers
13.01.2005, 00:02
@Lodjur
Thx!

@Christoph
Worauf beruht bei diesen Boxen die nochmals erhöhte Brennleistung gegenüber den Hobos?

Der Hersteller bietet zum Kelly Kettle zwei Töpfe und einen Grill an die auf den Brenner passen, sicher keine Optimallösung der Brenner scheint nicht sehr hoch zu sein, so das ein Kamineffekt wohl kaum entsteht. Ich verstehe nicht weshalb das Teil oben nicht mit einem Topfaufsatz konstruiert wurde. Die Dinger werden ja auch Volcanos genannt weils da oben eine ordentliche Flamme raushaut, die Hitze dürfte dort auch mit am höchsten sein. So könnte wie auf einem normalen Kocher mit Topf und Pfanne und gleichzeitig Wasser gekocht werden - und das konkurrenzlos sparsam.
Machbar wäre sicherlich auch ein abnehmbarer dicht schliessender Deckel so das in der "Kanne" auch gekocht werden kann oder 3 Töpfe zur Verfügung stehen. Wer den Kelly Kettle so herstellen kann wie er ist sollte ihn eigentlich auch mit diesen Details hinbekommen.

Naja, ohne Schweissgerät geht da schon mal garnichts. Schade, ich sehe keine Hürden einen Volcano mit dem richtigem Werkzeug so herzustellen. Ich wüsste auch nicht weshalb mit der oberen Flamme nicht gekocht werden könnte. Also würde dieses Design sehr wahrscheinlich funktionieren, der Kettle funktioniert übrigens auch mit allen anderen Brennstoffen, wäre dann doch wirklich der sparsamste und flexibelste Kocher schlechthin.

Lodjur
13.01.2005, 07:36
Hi,
also ich glaube mal das der Begriff "mobile Feuestelle" hier auf die "Fire Box" zutrifft. Genau das ist die naemlich. Sie bringt die Gemuetlichkeit und dazu Waerme ins Tipi bzw. in die Kotha. Eine hoehere Heizleistung resultiert allenfalls aus der groesseren brennenden Obeflaeche und nicht
aus technischen Kniffen wie Kamineffekt. Der grosse Vorteil ist bei der Fire Box wohl auch der Schutz des Untergrundes und die erhoehte Sicherheit des offen Feuers weil eingefasst. Das die besser bennt als ein normales Feuer liegt nat. auch am besseren Zug also der Luftversorung von unten. Kochen darauf ist aber mit den gleichen "Nachteilen" wie auf einem normalen Lagerfeuer bzw. Kocheuer behaftet. Man kann nur Toepfe verwenden mit Metallgriffen da wie auf dem Bild ja auch gut sichtbar der Topf komplett in den Flammen steht Ich wuerde mal sagen die "Fire Box" ist hauptsaechlich eine Feuerstelle auf der man auch kochen kann, die mehr zylindischen Hobos sind hauptsaechlich Kocher in denen man auch ein kleines Lagerfeuer machen kann. Als die Namensgeber diese Oefen "erfanden" hatten sie sich ja was dabei gedacht. Waeren die nicht effektiver in der Holzausnutzung haetten sie ja gleich wie gehabt auf offenem Feuer weiterkochen koennen.
Ich persoenlich finde alle wie auch immer gearteten "Feuerstellen" schoener als moderne Kocher. Es ist natuerlich irgenwie nostalgischer und auch umstaendlicher. Wie ja schonmal angesprochen darf das aber ncht darin ausarten die Landschaft mit immer neuen Brandflecken zu verschandeln. Sowas verhindern aber ja Systeme wie Fire Box , Feuerschalen und Hobos sofern die mit einem Bodenschutz ausgestattet sind.
CU Bernd

Medizinmann
14.01.2005, 16:16
und was macht ihr, wenn ihr früh noch einen Tee genießen wollt und es danach aber gleich mit dem Rucksack auf dem Rücken weitergehen soll, das Ding also noch heiß ist ...?

Lodjur
14.01.2005, 16:49
Hi,
@ Medizinmann
Das ist eine der leichtesten Übungen. Ich zoppe meinen Hobo in den Bach, Teich, See oder wenn es sein muss auch in eine Pfütze. Einmal grosses zischen und gut ist. 8)
Allerdings als Ruchsackträger würde man sich ausser mit ultraleichten Eigenbauten oder evt. noch dem kleinen Kuenzi wohl eher nicht mit einem richtigen Hobo Ofen belasten.
CU Bernd

Christoph123r
14.01.2005, 22:27
@Lodjur
Thx!

@Christoph
Worauf beruht bei diesen Boxen die nochmals erhöhte Brennleistung gegenüber den Hobos?

Der Hersteller bietet zum Kelly Kettle zwei Töpfe und einen Grill an die auf den Brenner passen, sicher keine Optimallösung der Brenner scheint nicht sehr hoch zu sein, so das ein Kamineffekt wohl kaum entsteht. Ich verstehe nicht weshalb das Teil oben nicht mit einem Topfaufsatz konstruiert wurde. Die Dinger werden ja auch Volcanos genannt weils da oben eine ordentliche Flamme raushaut, die Hitze dürfte dort auch mit am höchsten sein. So könnte wie auf einem normalen Kocher mit Topf und Pfanne und gleichzeitig Wasser gekocht werden - und das konkurrenzlos sparsam.
Machbar wäre sicherlich auch ein abnehmbarer dicht schliessender Deckel so das in der "Kanne" auch gekocht werden kann oder 3 Töpfe zur Verfügung stehen. Wer den Kelly Kettle so herstellen kann wie er ist sollte ihn eigentlich auch mit diesen Details hinbekommen.

Naja, ohne Schweissgerät geht da schon mal garnichts. Schade, ich sehe keine Hürden einen Volcano mit dem richtigem Werkzeug so herzustellen. Ich wüsste auch nicht weshalb mit der oberen Flamme nicht gekocht werden könnte. Also würde dieses Design sehr wahrscheinlich funktionieren, der Kettle funktioniert übrigens auch mit allen anderen Brennstoffen, wäre dann doch wirklich der sparsamste und flexibelste Kocher schlechthin.

Im vergleich zum hobo wird die Brennleistung pro Holzeineit sicher bestenfalls geleich ich denke eher etwas geringer sein. ( Wegen geringerer Wandhöhe--> Durchzug)
Im vergleich zum normalen Lagerfeuer aber wesentlich höher, da der Brandi Grill exakt auf die kleine Feuerbox passt auch sehr gut zum grillen geeignet.

Einen "kelly kettle" mit aufsatz zum kochen, quasi oben an der Vulkanspitze hab ich schon gesehen, weiß aber nicht mehr wie firma etc. heißen.
In der Tat wäre dies sehr effektiv, frag doch einfach mal bei dem Hersteller von Kelly kettle an ob sie dir sowas machen können.
Oder vielleicht mach einfach ein aufsatz der lediglich aufliegt damit das ganze recht standfest ist wäre es gut den großen kellykettle als basis zu nehmen.
Ich bin gespannt.

Gruß,

Christoph

NoFrontiers
15.01.2005, 00:26
@Lodjur, Christoph
Danke nochmals für die Infos. Habe das wohl missverstanden, dachte Christopher meinte die Dinger sein effektiver als Hobos. So ist das ja klar.

@Christoph
Ich denke doch auch es spricht nichts dafür dass das von mir beschriebene Design nicht funktionieren sollte. Einen Aufsatz für den Kelly zu basteln wäre wohl tatsächlich auch mit relativ spartanischem Werkzeug möglich, habe auch schon dran gedacht. Allerdings wäre die Handhabung, wenn wirklich sparsamer gekocht werden soll als mit herkömmlichen Gerätschaften, doch recht umständlich: um Zeit/ Brennstoff zu sparen würde man z.B. das Nudelwasser im Kessel zum kochen bringen und dann in den Topf umkippen um oben weiter zu kochen. Nervig und umständlich, erst recht wenn noch Brennmaterial im Schacht verblieben ist.

Schade wirklich, ich bin in der Tat fast davon überzeugt das dieses Design sowohl in Verbrauch, Vielseitigkeit und Komfort tatsächlich alle bekannten Kocher schlagen könnte.

Wenn dir noch irgendwelche Anhaltspunkte zu dem von dir gesichteten Volcano mit Aufsatz einfallen wäre cool. Wäre es mir dann wirklich wert da mal zu recherchieren. Von meinem Trangia werd ich mich in jedem Fall trennen, denke da gibt es gleichwertige Spirituskocher die erstens leichter und zweitens günstiger sind.