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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der Umgang mit Abfällen



Dominik
26.11.2012, 17:26
Um die konstruktiven Vorschläge mal umzusetzen, starte ich einfach mal verschiedene Themen die auch in den Workshops besprochen werden.

Die 3 zentralen Fragestellung kann man dabei als Struktur im Kopf haben:
- Welche Auswirkungen hat mein Verhalten auf nachfolgende Menschen?
- Welche Auswirkungen hat mein Verhalten auf die regionale Fauna
- Welche Auswirkungen hat mein Verhalten auf regionale Flora

In diesem Thread also:
Der Umgang mit Abfällen.


Grüße
Dom

changes
27.11.2012, 06:40
Draussen, und dazu zähle ich nicht nur Touren egal wie lang oder kurz sie sind nehme ich grundsätzlich Abfälle mit oder deponiere sie in die Abfallbehälter sofern vorhanden.
Auch wenn es dreist scheint, da gerade in Wohngegenden durch welche so mancher Fernwanderweg/Pilgerweg führt kaum öffentliche Abfallbehälter vorhanden sind landet manchmal eine Zigarettenkippe oder ähnlich "kleiner" Abfall auch in Privaten Tonnen:ignore:, wenn gerade kein Müllbeutel am Mann:bg: ist. (selten aber kommt vor)

Es kam schon oft zum Disput wenn ich, mich begleitenden Rauchern untersagt habe ihre Kippen in die Botanik oder auf die Straße zu schmeißen :bg: aber wo eine Kippe ist gesellen sich fix weitere hinzu. Sind halt Rudeltiere und zwar ungeliebte :ignore:

Dadurch hat mein Verhalten eigentlich außer Vorbildfunktion (für die o.G. Begleitung) keine direkte Auswirkung. Nur die Indirekte, es bleibt alles sauber.

An Lagerplätzen nehme ich gewöhnlich, vertretbare Hinterlassenschaften mit, da diese auch wenn nicht von mir, doch mir zur Last gelegt werden könnten.

Und ja, leider bin ich immer noch Raucher. Aber ich halte mich auch draußen wenn nötig an Rauchverbote.

Schmusebaerchen
09.12.2012, 18:38
Viel kann man zu dem Thema nicht sagen.

Lieber an Bushaltestellen in der Stadt statt an Schutzhütten entleeren. Erstere werden häufiger geleert, verursachen bei der Leerung weniger Kosten/CO2(wegen Anfahrt) und es gibt weniger Tiere, welche den Müll aus dem Mülleimer stibitzen und verbreiten.

Und: Mitnehmen, Mitnehmen, Mitnehmen

Waldhexe
09.12.2012, 19:12
Mitnehmen, und zwar bei kürzeren Touren (z.B. WE-Tour in den Alpen) sogar ganz nach Hause und dort entsorgen. So zumindest lautete früher der Aufruf in den Hütten.

Gruß,

Claudia

dominiksavj
09.12.2012, 19:14
Ausser Kaffeesatz und Tee alles mitnehmen.

http://www.xtend-adventure.com/Rucksaecke-und-Taschen/Packtaschen/Deuter-Drecksack-Muellsack.html?partner=google_base&gclid=CMuB9dL2jbQCFUdZ3godLWUA-Q

In meinen Drecksack rein

blue0711
09.12.2012, 20:24
Ich hab so wenig dabei, was Müll macht, dass ich das alles zuhause noch dabei habe.
Eine extra Mülltüte ist von Anfang an dabei.

Mein Essen ist entweder komplett essbar oder in von mir bereits wiederverwerteten Behältnissen.

Unterwegs sammle ich nicht alles ein, denn speziell bei Papiertaschentüchern uä. wird das zu einer Säuberungsaktion statt Urlaub.
Sachen, die unmittelbar gefährlich werden können, nehm ich aber meistens mit. Da bitte ich in den Alpen dann aber meistens den nächsten Hüttenwirt, mir das abzunehmen, was bisher auch immer freundlich angenommen wurde.

Je nach Umgebung nehm ich auch kompostierbares wieder mit (aufm Gletscher liegt auch ein Apfelbutzen ganz schön lange rum)

An Bushaltestellen in der Nähe von Naherholungsgebieten werf ich grundsätzlich nix rein, denn die sind idR hoffnungslos überfüllt - da muss ich nicht mithelfen.

Abt
09.12.2012, 21:16
http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/B_hmen_und_Bukowina_2012_913.jpg
Plasteflaschen gehören nicht ins Wasser. Sieht immer so schön bunt aus.

blue0711
09.12.2012, 21:25
Wobei ich mir ja über den Schaum beinahe mehr Gedanken machen würde. In einem Fließgewässer ist sowas kein gutes Zeichen. Da fliegt wohl mehr rein als nur Plastik ...

Die Flaschen sind extrem unschön, wobei ich bei Bauholz und Ölkanister im "Strandgut" schon eher auf zivilisatorischen Ursprung tippe, der dort eine natürliche "Sammelstelle" bildet.

Scrat79
09.12.2012, 21:34
Ausser Kaffeesatz und Tee alles mitnehmen.

http://www.xtend-adventure.com/Rucksaecke-und-Taschen/Packtaschen/Deuter-Drecksack-Muellsack.html?partner=google_base&gclid=CMuB9dL2jbQCFUdZ3godLWUA-Q

In meinen Drecksack rein

Cool. Jemand hat mir "meine" Idee geklaut. :o
Hatte neulich doch tatsächlich auch den Gedanken an eine Art Müllsäckchen mit Wiedererkennungswert und Vorbildfunktion.

Wie groß ist denn das schöne Säckchen? Wie schwer, haltbar etc.
Dürfte wirklich ne Anschaffung wert sein!

blue0711
09.12.2012, 21:44
Steht leider nichtmal bei deuter auf der Page

Goettergatte
09.12.2012, 21:54
Mitnehmen ist auch bei uns angesagt, bisher verwendeten wir immer eine Plastiktüte, welche bei dem letzten Einkauf vor dem Start mitgenommen wurde.
Verbrannt haben wir Plastikmüll nie. Dosen sind schonmal, ordnungsgemäß in der Dosenquetsche der STF-Hütten zerdrückt, im dortigen Sammelbehälter geblieben.

Den Deuter Drecksack hat ein ODS-Stammtischkollege von uns auch.

Scrat79
09.12.2012, 21:57
Steht leider nichtmal bei deuter auf der Page

Hier noch ein Video.

http://www.youtube.com/watch?v=MPIJ4wlaAHQ
Oder auch, wie stell ich nen simplen Beutel vor. :bg:
Klingt immer noch super interessant. Und gleich mal ein paar geordert.
Schön für mich.
Und Weihnachten steht ja auch vor der Tür. Vielleicht ziehen ja ein paar Freunde eher mit, wenn sie so ein Ding geschenkt bekommen. :grins:

Daten laut Video:
100% Polyester
Gewicht: so gut wie nichts. :bg:
Packmaß: 12,5 mm x 9,5 mm
Ausgefaltet: 355 mm x 245 mm

_Matthias_
09.12.2012, 22:01
Ausser Kaffeesatz und Tee alles mitnehmen.
Und warum den Kaffesatz und Tee(satz) nicht?

Goettergatte
09.12.2012, 23:09
Und warum den Kaffesatz und Tee(satz) nicht?

Damit ein Wahrsager, der des Weges kommt, auch was zu lesen hat :bg:

Ernsthaft:
Habe ich bisher auch nie mitgenommen, da ich auf Tour stets löslichen Kaffee dabei habe
und beim Tee ... nunja, er bindete in meinen Augen zu viel Wasse, um ihn einfach so in einen Plastikbeutel zu stopfen ;-)


Was spricht dagegen, den Tee, beutelbefreit, weiträumig zu verteilen, auf daß er schneller verrotte?

_Matthias_
09.12.2012, 23:26
Damit ein Wahrsager, der des Weges kommt, auch was zu lesen hat :bg:
:bg:


Ernsthaft:
Habe ich bisher auch nie mitgenommen, da ich auf Tour stets löslichen Kaffee dabei habe
und beim Tee ... nunja, er bindete in meinen Augen zu viel Wasse, um ihn einfach so in einen Plastikbeutel zu stopfen ;-)

Was spricht dagegen, den Tee, beutelbefreit, weiträumig zu verteilen, auf daß er schneller verrotte?
Vielleicht ja gar nichts. Ich hab mich nur gewundert wegen Koffein/Teein, ob das so gut ist. Hängt aber wahrscheinlich wieder von der Region ab, bei uns hätte ich da auch relativ wenig bedenken.

Fletcher
10.12.2012, 07:04
Ich hau meinen losen, grünen Tee in die Vegetation, ich Drecksau; und wenn mich dann sowas (http://modorradigital.files.wordpress.com/2009/07/scgt8.png?w=450) verfolgt, weiß ich, das ich übertrieben hab :baetsch::bg:

Goettergatte
10.12.2012, 07:19
Oh, ein angeler Werschaf?

Abgesehen vom Vermeiden des Verpackungsmülls,
und mitnehmen, günstigstenfalls mehr als man einbrachte,
gibt es noch Verbesserungspotential?

Fletcher
10.12.2012, 07:48
Für mich wäre noch die Mülllagerung interessant; wie den Beutel oben.
Hintergrund: Mir wurde schon ein paar Mal mein Müllbeutel von Werschafen und Grizzlymäusen oder anderem Getier des Nachts infiltriert und geschändet. Das Ergebnis kann, je nach nächtlichen Besucher, sehr caotisch sein.:grins:, Waschbären sind da besonders fieß:grrr:
Im Rucksack oder Zelt lager ich sowas aus Angst vor Beschädigung nicht mehr und Aufhängen geht auch nicht immer; ist aber meine bevorzugte Methode.
Daher, wie robust ist dieser Deuterbeutel? Bzw. wie gut schließt der ab? Wie ist da euer Patentrezept?


Ach ja, ich hau meinen pflanzlich-organischen Müll nur in solcher Art Vegetation, wo ich mir sicher bin, das es diese auch verträgt.
Verpackungen, wenn überhaupt vorhanden, tierische Abfallprodukte wie Knochen oder Gräten oder fettige Essensreste nehm ich grundsätzlich wieder mit.
In kalten, kargen oder trockenen Regionen nehm ich alles mit.

blitz-schlag-mann
10.12.2012, 08:41
Der Drecksack ist ein einfacher Beutel mit Schnurverschluss/Tanka. Da tut es jeder billige Plaste/Packbeutel auch. Ich hab mal 3 Stück vom DAV bekommen und auch im Einsatz. Zuletzt hab ich ein kaputtes Rücklicht einsammelt, das jemand auf dem Kammweg in Osterode hat liegen lassen...:thumbdown:

Viele Grüße
Ingmar

lina
10.12.2012, 09:32
Ich hau meinen losen, grünen Tee in die Vegetation, ich Drecksau; und wenn mich dann sowas (http://modorradigital.files.wordpress.com/2009/07/scgt8.png?w=450) verfolgt, weiß ich, das ich übertrieben hab :baetsch::bg:

In Japan wird es mithin so gehandhabt, dass die grünen Teeblätter erneut getrocknet werden und als Füllung für ein fortan aromatisch duftendes Kissen dienen. Ok, auf Tour dürfte das mit dem Trocknen etwas schwierig sein ;-) Der Blick des verlinkten Schafs irritiert jedoch nicht, da Grüntee bekannterweise lange wach hält :grins:

Es wäre ja folgerichtig, wenn der spezielle Sack geruchsdicht/besonders stabil wäre/eine funktionale Aufhängung hätte/gut zu reinigen wäre, ist er das nicht?

Jack68
10.12.2012, 09:42
Mein Vorgehen:
Teebeutel zerreißen, Inhalt verstreuen, Kaffeesatz gibt's - leider - bei mir nicht, nur löslichen :kotz:
Reste in Zipp-Beutel, diese unterwegs in Papierkörben ausleeren...

Becks
10.12.2012, 11:27
Kompostierbarer Müll (Apfelkern, Käserinde) wandert mit weitem Wurf irgendwo im Gelände wenn ich nicht gerade eine Plastiktüte zur Hand habe. Alles andere, egal ob Teebeutel oder Folie landet in einem Müllbeutel und wird dann daheim entsorgt.

Meine Meinung: wer es schafft, eine volle Packung (egal ob Trekkingmahlzeit, Schokolade oder die gute Flasche Wein) im vollen Zustand ins Gelände zu tragen kann den Gegenstand im leeren Zustand auch wieder heim tragen.

Sabine38
10.12.2012, 12:01
Bei mir kommt alles wieder mit. Auch Teebeutel und Apfelgehäuse. Frisches Obst habe ich in der Regel nur dabei wenn ich zivilisationsnah unterwegs bin und gerade dann häufen sich solche biologischen Abfälle schneller als sie verrotten können...

uli.g.
10.12.2012, 12:03
Außer Apfelbutzen und Kaffeesatz wird alles mitgenommen...

Auch auf die Gefahr des "Gutmensch-Bashings" hin oute ich mich hiermit auch insoweit, dass ich es mir mittlerweile zur Angewohnheit gemacht habe, ´ne Plastiktüte mit dabei zu haben und den am Wegrand liegenden Plastik- und Glasmüll anderer Leute aufzusammeln und zuhause oder im nächsten Müllcontainer zu entsorgen.....

Jack68
10.12.2012, 12:41
Meine Meinung: wer es schafft, eine volle Packung (egal ob Trekkingmahlzeit, Schokolade oder die gute Flasche Wein) im vollen Zustand ins Gelände zu tragen kann den Gegenstand im leeren Zustand auch wieder heim tragen.

Da bin ich mit dabei!

Moosmann
10.12.2012, 12:50
...Produziere fast keinen Müll auf Tour. Bei Nach- oder Einkäufen wird alles noch im/vor dem Laden umverpackt in wiederverwertbare Behältnisse. Kaffeesatz und Obst- /Gemüsereste landen im Gelände.

Zum Thema "Müll Anderer einsammeln" - wer, wie ich, oft in Südeuropa unterwegs ist, mag die Erfahrung kennen, dass man streckenweise mit Müllmengen konfrontiert wird, wo es von vornherein sinnlos ist, ohne schweres Gerät etwas zu bewirken. Gerade Gräben, Ruinen und Böschungen am Wegesrand quellen oft über von Müll, Flaschen und Hausrat. Hier sammle ich nicht soviel ein, bis mein Tragelimit erreicht ist, sondern lasse es gleich. Ich habe es mir in solchen Umgebungen aber zur Angewohnheit gemacht, zumindest an meinen Rast- und Lagerplätzen den nächsten Umkreis zwar nicht vom Müll zu befreien, diesen aber wenigstens auf einem Haufen zusammenzutragen. Ob es was nutzt, oder solche Haufen erst recht zum weiteren Abladen von Müll inspirieren, weiß ich zugegebenermaßen nicht, aber ich finde, es ist ein Mehrwert, wenn wenigstens im 50m-Radius (etwa an Stränden) keine Glasscherben oder rostige Metallstücke mehr rumliegen, auf die man versehentlich treten kann...

winnetoux
10.12.2012, 12:50
Ich hab den Eindruck, outdoorer müssen eher daran arbeiten, nichts zu verlieren oder liegen zu lassen. Ich habe diesen Sommer eine Plastikflasche verloren - und war zu faul, zurückzugehen und sie zu suchen. Dafür habe ich eine Nalgene aufgesammelt. Ich lese hier oft, dass irgendwas wegfliegt oder liegen bleibt. Von der Isomatte bis ? Ein ganzes Outdoorladensortiment.

In die Müllangelegenheiten etwa in Südländern misch ich mich nicht ein. Der Fortschritt bringt ihnen das Plastik, sie werden selbst dahinterkommen und wie "perfekt" das bei uns organisiert ist, will man nicht so genau wissen.

Achso, und auch wenn eine Bananenschale ganz natürlich ist, packt man die besser wieder mit ein. Zitrusfrüchteschalen auch. Einfach zu bunt, das Zeug. Und Bananenschalen zu resistent.

Waldhexe
10.12.2012, 14:57
Organische Abfälle: Das kommt drauf an. Auf Flußtour in Mitteleuropa schmeiße ich meine Bananenschale auch ins Gebüsch. Im Fäll oder in den Alpen würde ich sie einpacken oder vergraben, da dort die Zeit und Temperaturen für eine schnelle Zersetzung nicht gegeben sind und sie lange rumliegen würde.

Ich denke, es spricht nichts dagegen, organische Abfälle zu vergraben und Tee oder Kaffeesatz zu verteilen. Da ist mir der LNT-Ansatz, wie er hier zum Teil verfolgt wird, zu radikal.
LNT bedeutet für mich vorallem keinen vermeidbaren Schaden anzurichten oder verschandelnde Spuren zu hinterlassen. Wenn z.B. meine Kinder aus Naturmaterialien "Zwergenhäuser" bauen, räume ich die nicht weg, bevor wir weiterziehen.
Natürlich verändert es das Fleckchen, an dem ich organische Abfälle vergrabe oder hinpinkle - aber das Stichwort lautet Veränderung, nicht Zerstörung. In dem wir da sind und raus gehen und reisen verändern wir die Welt, aber das tun Tiere auch. Durch Beweidung ändert ich die Artzusammensetzung der Vegetation, durch Tritt, durch Kot, durch Schälen und Fegen an Bäumen oder durch "Bauten", ganz massives, landschaftsveränderndes Beispiel ist der Biber.
Ich sehe mich zunächst als Teil der Natur und denke LNT sollte bedeuten, keine Zerstörung anzurichten, und nicht, das Klopapier mitzunehmen (vergraben tut's auch), außer es handelt sich um eine sehr empfindliche und stark frequentierte Region, deren Schutzziel durch eine Eutrophierung (Nährstoffeintrag) gefährdet wäre. Dann muss man aber auch ein Klo mitnehmen.

Gruß,

Claudia

Sabine38
10.12.2012, 15:23
Organische Abfälle: Das kommt drauf an. Auf Flußtour in Mitteleuropa schmeiße ich meine Bananenschale auch ins Gebüsch. Im Fäll oder in den Alpen würde ich sie einpacken oder vergraben, da dort die Zeit und Temperaturen für eine schnelle Zersetzung nicht gegeben sind und sie lange rumliegen würde.


Naja, aber gerade Bananen- und Zitrusfruchtschalen ist ja DER alltägliche, organische Abfall der am längsten zum Verrotten braucht. Apfelkitschen, Birnengehäuse etc. damit kann ich ja noch leben (auch wenn ich es selber nicht mache), aber Bananenschalen und co.? Das finde ich persönlich dann doch eher ungut...

Jack68
10.12.2012, 17:20
...es ist süß, wenn einige Bananenschalen in hohen Bogen ins Gebüsch werfen und die bleiben dann in den höheren Ästen hängen...das sieht aus.

blue0711
10.12.2012, 22:26
Bei solchen Früchten kommt es ein bisserl drauf an, wo sie herkommen.

Eine behandelte Zitrusschale braucht wirklich lange und ist genau genommen kein organischer Abfall mehr. Zum Verzehr geeignete Schalen dagegen verrotten recht schnell.
Bei Bananen ähnlich. Da brauchen zwar die Fasern etwas länger, das meiste ist bei unbehandelten aber schnell weg, wenn sie nicht eintrocknen.

Ingwer
10.12.2012, 22:52
Zum Thema "Müll Anderer einsammeln" - wer, wie ich, oft in Südeuropa unterwegs ist, mag die Erfahrung kennen, dass man streckenweise mit Müllmengen konfrontiert wird, wo es von vornherein sinnlos ist, ohne schweres Gerät etwas zu bewirken. Gerade Gräben, Ruinen und Böschungen am Wegesrand quellen oft über von Müll, Flaschen und Hausrat. Hier sammle ich nicht soviel ein, bis mein Tragelimit erreicht ist, sondern lasse es gleich. Ich habe es mir in solchen Umgebungen aber zur Angewohnheit gemacht, zumindest an meinen Rast- und Lagerplätzen den nächsten Umkreis zwar nicht vom Müll zu befreien, diesen aber wenigstens auf einem Haufen zusammenzutragen.

Ich finde diese Sorte von Müll im südlichen Europa eigentlich nur in zivilisationsnähe. Sobald man sich aber nicht mehr in Picknickplatz-nähe befindet oder nur schwer mit dem Auto hinkommt, dann findet man auch kaum Müll.
Am Straßenrand gehts dafür aber meist sehr schnell, wo mal ein Kühlschrank oder eine kaputte Toilettenschüssel steht, da kommt ganz schnell noch mehr dazu. Vermutlich würden Menschen in Deutschland sich aber ähnlich verhalten, wenn die Müllgebühren wie in Italien bei 1200 Euro pro Jahr liegen.

Mein Müllverhalten hängt sehr stark vom bereisten Land ab. Teils nehme ich in Entwicklungsländern so Sachen wie leere Batterien wieder mit in den Flieger, denn ich bezweifel dass die Dinger vor Ort gut entsorgt werden. Auch kaufe ich meist meinen Vorrat so, dass möglichst wenig Plastik anfällt (Papier und Metall bekommt man ja gut bei Lumpensammlern unter, Plastikverpackungen sind aber leider nicht gefragt und werden letztendlich meist verbrannt oder landen im Fluß).

In Europa sammel ich aber meist alles und führe den Müll dann dem nächsten Mülleimer zu. Wenn es sich anbietet nehm ich auch noch rumliegenden Krempel mit, vorallem Plastik das ja bei Wind gerne weggeweht wird und sich somit in der Landschaft verteilt.

Becks
11.12.2012, 08:58
Anmerkung noch: Gleiches gesellt sich gern zu Gleichem - das gilt leider auch für Müll. Wo also schon eine Halde ist sehe ich zumindest eine niedrigere Hemmschwelle, ebenfalls noch etwas hinzuwerfen.

Gilt leider auch für Müllbeutel in den Winterräumen, weswegen ich auch da immer alles mitnehme, was ich so angeschleppt habe, und oftmals nehm ich gleich noch anderes Zeugs mit.

Scrat79
11.12.2012, 17:36
:wohoo:
Sind eingetroffen.
10 schöne frische Drecksäcke. Einen für mich und der Rest wird vielleicht ja mal durch den einen oder anderen Kumpel und Freund gefüllt.

Zum Gewicht: 27 Gramm pro Stück. Kann glaub ich sogar in die UL-Ausrüstung mit dazugepackt werden. Also keine Ausreden mehr ihr UL-Fritzen. :baetsch:

dominiksavj
11.12.2012, 19:56
Meiner wiegt 26g, somit Ul!!! :baetsch: also Uller wie deiner, Uller ist aber nicht mit Doller zu verwechseln.

uli.g.
12.12.2012, 06:23
Naja, aber gerade Bananen- und Zitrusfruchtschalen ist ja DER alltägliche, organische Abfall der am längsten zum Verrotten braucht. Apfelkitschen, Birnengehäuse etc. damit kann ich ja noch leben (auch wenn ich es selber nicht mache), aber Bananenschalen und co.? Das finde ich persönlich dann doch eher ungut...

Fully agreed! Apfel- und Birnenbutzen sind okay; Bananen- und Zitrusfrüchteschalen sehen - unabhängig von ihrer ohnehin relativ langen Halbwertszeit - irgendwie - gerade in Bäumen - irgendwie etwas - wie soll ich sagen ? - "neophyt" aus! ;-)

Goettergatte
12.12.2012, 07:32
Ohne wieder ins Grundsätzliche abschweifen zu wollen:
Sind Citrusfrüchte nicht oft chemisch behandelt?

BukitTimah
12.12.2012, 07:36
meines Halbwissens nach sind die Zitrusfruechte genauso chemisch behandelt wie Aepfel etc auch.

blue0711
12.12.2012, 08:00
Nein, ein Apfel wird kaum mit Konservierungsmitteln gewachst sein, denn dann müsste er die Kennzeichnung "Schale nicht zum Verzehr geeignet" tragen, was bei Äpfeln wohl ein NoGo wäre.
Dort können nur zum Verzehr geeignete Mittel Verwendung finden und die behindern nicht die Kompostierung.

Zitrusfrüchte, Melonen, Mangos, Papayas, Avocados und Ananas sind mit nicht verzehrfähigen Mitteln behandelt, da man deren Schale iaR nicht verzehrt.
Diese Schalen verrotten dann sehr langsam, so dass sogar einige Abfallbetriebe empfehlen, sie nur zerkleinert in den Bio-Müll zu geben.

Die unbehandelten Schalen dieser Früchte werden deutlich schneller abgebaut, sind aber teilweise selbstkonservierend (zB. durch die Zitrusöle). Und Bananenschalen habe recht stabile Fasern, die sich langsam abbauen.

fraizeyt
12.12.2012, 08:19
Äpfel? Müll?
Die werden einfach zu 100% gegessen. Fertig.

blue0711
12.12.2012, 08:29
Naja, den Butzen mag nun nicht jeder essen. Kann man sicher, muss aber wirklich nicht.

blitz-schlag-mann
12.12.2012, 09:30
Naja, den Butzen mag nun nicht jeder essen. Kann man sicher, muss aber wirklich nicht.

Ich esse auch die Griebsche mit, allerdings führt das zu einem erhöhten Verbrauch von Hygienepapier und steht somit LNT irgendwie im Wege...

Viele Grüße
Ingmar

blue0711
12.12.2012, 09:41
:cool: Griebsche = Butzen = Krutzen und wie der Rest sonst noch heisst, allesamt dasselbe: Kerngehäuse

Lobo
12.12.2012, 09:49
Naja, den Butzen mag nun nicht jeder essen. Kann man sicher, muss aber wirklich nicht.

Hallo,

wenn man nicht in die "Flanke" des Apfels beißt, sondern an der "Blüte" anfängt, dann merkt man fast nicht daß man das Kerngehäuse mitisst. ;-) Übrig bleibt dann nur das kleine holzige Stielchen.

Grüße
Thomas

fraizeyt
12.12.2012, 09:58
Übrig bleibt dann nur das kleine holzige Stielchen.

Das kommt dann in den Hobo.

Sabine38
12.12.2012, 11:21
[IMG-R][/IMG-R]
:cool: Griebsche = Butzen = Krutzen und wie der Rest sonst noch heisst, allesamt dasselbe: Kerngehäuse


Ich füge mal noch die "Kitsche" hinzu. :bg:

Scrat79
12.12.2012, 12:33
Das kommt dann in den Hobo.

Un die Asche davon hoffentlich in den Drecksack!

hotdog
12.12.2012, 12:38
Un die Asche davon hoffentlich in den Drecksack!

Ein guter Hobo hinterlässt keine Asche ;-) Wird zumindest von den Herstellern behauptet.

blue0711
12.12.2012, 12:41
Un die Asche davon hoffentlich in den Drecksack!Die wird mit einem Windgebet Gaya geopfert.

Prachttaucher
12.12.2012, 12:50
:o Ich finde es ja erstaunlich daß so viel Obst mit auf Tour kommt. Das muß ja auch geschleppt werden. Im Sinne von Optik / Naturerlebnis nicht für andere schmälern etc. nehme ich da alles mit, wobei bei mir auch nur der Stiel des Apfels übrig bleibt.

Vergraben würde ich nicht, da dann die Gefahr besteht, daß das von Tieren wieder ausgebudelt wird. Ich meine gerade für Värmland diesen Hinweis bekommen zu haben.

Was auch angesprochen wurde : Das Vergessen von Sachen. Da muß ich mich leider auch dazu bekennen : Handtuch mag ja noch gehen, aber auch Kamera-Akku ist mir schon passiert - nicht gut !

Lobo
12.12.2012, 12:55
Mahlzeit,


dann füge ich noch als Alternative für das Kerngehäuse hinzu --> Krüps

Wenn ich das Kerngehäuse vergrabe, dann wächst dort ein Apfelbaum :o
Damit habe ich das Landschaftsbild auch verändert ;-)

Grüße
Thomas

LihofDirk
12.12.2012, 15:20
:o Ich finde es ja erstaunlich daß so viel Obst mit auf Tour kommt.

Deshalb nehme ich nur Trockenobst mit - wobei die Dattelkerne dann auch überbleiben, da bin ich einfach nicht hart genug :bg:, aber die kommen in die Tüte.

Enja
12.12.2012, 17:43
Sonst würde dort eine Dattelpalme wachsen.

blue0711
12.12.2012, 19:16
Sischer ned. Für Piratenpflanzen brauchts schon passende Umgebung

Empathie
12.12.2012, 19:50
Wie sollte man denn jemanden ansprechen der eine Plastikflasche oder allgemein Müll in ein Gebüsch schmeisst?

blue0711
12.12.2012, 19:53
Das ist schwierig. Die Oberlehrermethode wird nicht funktionieren, aber auch umgänglicher Ton kann kläglich scheitern.

Ich denke, wenn man zunächst mit dem Warum beginnt, bekommt man noch am ehesten einen Zugang, der eventuell einen Effekt hat.

hotdog
12.12.2012, 19:53
"Hey Sie! Das nehm se jetz aber mal schön wieder mit!" ;-)

cabrow
12.12.2012, 19:54
Wie sollte man denn jemanden ansprechen der eine Plastikflasche oder allgemein Müll in ein Gebüsch schmeisst?
Nett, freundlich, zuvorkommend aber bestimmt.
Ich mein so wie man Menschen darauf hinweist, dass sie besser nicht bei rot über die Ampel gehen sollten. Verbieten kann ihnen das keiner (außer dem Ordnungsamt / der Polizei) aber hinweisen hilft.

blue0711
12.12.2012, 19:54
Wenn Du so daherkommst wie Dein Avatar, dann macht der des glatt ;-)

Ingwer
12.12.2012, 19:59
Ich finds schwierig.
Oft wird man ignoriert, ein paarmal als spießig beschimpft, hin und wieder landet der Müll dann einfach in der nächsten Ecke sobald man außer Sichtweite ist. Ich habe leider kein passendes Rezept.

bran
12.12.2012, 21:50
verpackungsmüll wird, soweit möglich, von mir schon vor der tour im supermarkt entsorgt (haben da ja so müllbehälter :) ).
apfelreste fliegen im hohen bogen durch die botanik; mag zwar sein, dass es langsamer verrottet, aber da ich die kerne ja nicht mitesse, hoffe ich auf ein paar appelbäume mehr in den nächsten jahrzehnten. soviel obst schleppe ich aber nicht mit, dass es zu unansehnlichen häufchen in der pampa kommt; zumal ich die teile gleich ins dickicht pfeffer. mag zwar nicht klug sein, aber wer bessere (natürliche!) entsorgungsräume kennt - immer her damit!

zigarettenstummel stopf ich in meinen taschenaschenbecher. kostet lausige 3 €, wiegt nix und in zeiten der not/langeweile hat man nen kleinen spiegel (wofür auch immer...).
reste von nicht natürlich gewachsenen lebensmitteln kommen wieder mit; bei übernachtungen lege ich zusätzlich den taschenaschenbecher neben den beutel, denn ich glaube, tiere mögen nicht den geruch von kalter tabakasche. :D
wenn bis zuhause noch was vom essen über ist/schlecht ist, fliegts in die komposttonne.

allerdings bin ich nicht wirklich korrekt, was müll betrifft - wenn mir auf tour mal was vom müll abhanden gekommen ist, renne ich nicht wieder die ganze strecke zurück, um danach zu suchen (es sei denn, ich weiss, wo es verlorengegangen ist und es ist in der nähe) - ein zeitplan muss schon eingehalten werden. zum glück war das bislang eher kleinkram.
habe zudem immer nur eine oder zwei 1l-plastikflaschen bei mir, aber die gehen nicht verloren - die seitentaschen des helags40 lassen nichts entkommen! :bg:

ansonsten nutze ich die mülleimer, auf die man selten unterwegs stösst.

Prachttaucher
12.12.2012, 22:23
...
habe zudem immer nur eine oder zwei 1l-plastikflaschen bei mir, aber die gehen nicht verloren - die seitentaschen des helags40 lassen nichts entkommen! :bg:...

;-)Ein LNT-tauglicher Rucksack sozusagen - beim großen Crux AK70 ist das Gegenteil der Fall. Die verlorene Trinkflasche blieb zum Glück auf der Fähre und mittlerweile habe mich ohne arrangiert, so kann auch nichts liegenbleiben. Wäre insgesamt auch mal ein nettes Thema : Wie verhindere ich, daß etwas unabsichtlich zurückbleibt ?

Ganz nützlich finde ich in diesem Zusammenhang meine Regenhülle. Da wird erstmal alles draufgelegt, was aus dem Zelt kommt. Z.B. bei dichtem Laub schon sinnvoll.

Empathie
13.12.2012, 00:27
Das ist schwierig. Die Oberlehrermethode wird nicht funktionieren, aber auch umgänglicher Ton kann kläglich scheitern.

Ich denke, wenn man zunächst mit dem Warum beginnt, bekommt man noch am ehesten einen Zugang, der eventuell einen Effekt hat.

Jemand der ignorant einfach Müll in die Natur wirft, wird denke ich nicht offen sein für solch eine Frage...
Gemeint sind auch nicht die Picknicker die etwas aus Versehen liegen lassen, sondern die Leute die bewusst etwas ins Gebüsch werfen..
Man wird entweder blöd angemacht und gibt dann auf, oder man wird blöd angemacht und geht dann selber dazu über...

blue0711
13.12.2012, 02:16
Dachte ich auch mal, aber mit dem Frage-Stil hatte ich bisher bei solchen Themen am ehesten Erfolg.

Dass sie angemault werden, erwarten solche Leute nämlich.

Abt
13.12.2012, 11:44
Jemand der ignorant einfach Müll in die Natur wirft, wird denke ich nicht offen sein für solch eine Frage...
Gemeint sind auch nicht die Picknicker die etwas aus Versehen liegen lassen, sondern die Leute die bewusst etwas ins Gebüsch werfen..
Man wird entweder blöd angemacht und gibt dann auf, oder man wird blöd angemacht und geht dann selber dazu über...

Im allgemeinen sieht man weg, das ist Tatsache.:bg:Eben eine kritiklose Gesellschaft.

Torres
13.12.2012, 11:47
Ne. Keine kritiklose Gesellschaft. Aber irgendwann hat man keine Lust mehr, sich als "selbsternannte Polizei", "Spießer", "Du trägst ne Gorejacke - meinst Du, das ist besser", "kümmer Dich um Deine eigene Sache, sonst gibt es was aufs Maul" "Wo steht denn das geschrieben" beschimpfen zu lassen. Man hat schließlich seinen freien Tag. Selbst die Ordnungshüter schauen immer öfter weg - ich glaube manchmal, die haben manchmal einfach auch keine Lust mehr, immer von morgens bis abends der A.... zu sein.

cabrow
13.12.2012, 11:56
Ne. Keine kritiklose Gesellschaft. Aber irgendwann hat man keine Lust mehr, sich als "selbsternannte Polizei", "Spießer", "Du trägst ne Gorejacke - meinst Du, das ist besser", "kümmer Dich um Deine eigene Sache, sonst gibt es was aufs Maul" "Wo steht denn das geschrieben" beschimpfen zu lassen. Man hat schließlich seinen freien Tag. Selbst die Ordnungshüter schauen immer öfter weg - ich glaube manchmal, die haben manchmal einfach auch keine Lust mehr, immer von morgens bis abends der A.... zu sein.
Da sehe ich auch das Problem. Diejenigen die da gegen die geselschaftliche Norm arbeiten (Ich hab als Kind gelernt, dass man das nicht darf und macht) wissen, dass sich immer weniger darum kümmern. Ich kann da auch die Ordnungshüter verstehen aber ich denke immer, ich kann ihnen helfen indem ich ein wenig A... auf mich nehme.

BTT: Verlieren aus dem Rucksack ist sicher ein Problem, aber hier geht es ja um Abfall. Da denke ich, dass es wirklich schwierig ist, sich selbst das Wegwerfen der Apfelkitsche (man ersetze Kitsche durch ein Wort seiner Wahl) in die Landschaft abzutrainieren. Aber es geht.
Was ich mich mal gefragt habe ist, wie ich das mit der Mülltrennung auf Tour machen soll und wie böse es ist, wenn ich es nicht mache und zu Hause nur eine Tüte in den Restmüll stopfe.

Tribeleer
13.12.2012, 15:01
Was ich mich mal gefragt habe ist, wie ich das mit der Mülltrennung auf Tour machen soll und wie böse es ist, wenn ich es nicht mache und zu Hause nur eine Tüte in den Restmüll stopfe.

das hielte ich für ein bisschen übertrieben. je nachdem wo du wohnst und wohin der landkreis den müll verkauft, ist das eh wurscht, in welcher reihenfolge das zeug nachher verbrannt wird...;-)

Enja
13.12.2012, 15:29
Stimmt. Bei uns wird der Müll sauber getrennt, um dann in der Müllverbrennung wieder vereint zu werden.

Prachttaucher
13.12.2012, 15:40
Geht´s jetzt um den gelben Sack ?

Ich sammle jedenfalls unterwegs alles separat vom Hausmüll, was da reinkommt. Mir wurde hier aber schon mal erklärt, daß das alles Quatsch ist, wobei ich das dann auch etwas merkwürdig finde.

Abt
13.12.2012, 16:17
Was Torres dazu schreibt, ist auch meine Ansicht. Selber kann man vielleicht gleich mal die peinliche Situation vorweg hinwegnehmen mit einer Sammeltüte für Müll , aber andere von Ihrem Frevel anzusprechen,.... da macht man sich zu Schaufel. Ist befugnismäßig nicht abgedeckt, wenn man nicht Eigentümer des Waldes/der Wiese ist.

LihofDirk
13.12.2012, 17:00
Stimmt. Bei uns wird der Müll sauber getrennt, um dann in der Müllverbrennung wieder vereint zu werden.

Das ist zum Teil Legende. Selbst Greenpeace (http://www.greenpeace-magazin.de/index.php?id=2577) (also nicht die Mülllobby) gibt an, daß 63% der Kunststoffverpackungen ein "werkstofliches Recycling" durchlaufen.

Lobo
13.12.2012, 17:47
Das ist zum Teil Legende. Selbst Greenpeace (http://www.greenpeace-magazin.de/index.php?id=2577) (also nicht die Mülllobby) gibt an, daß 63% der Kunststoffverpackungen ein "werkstofliches Recycling" durchlaufen.


Das mag schon richtig sein, fakt ist aber auch daß dies völlig unabhängig von der häuslichen Mülltrnnung passiert ;-)

Automatische Mülltrennung ist eben um ein vielfaches effektiver als der Trennwillige zuhause :grins:
Zudem muss auch der getrennte Müll nochmal durch die Sortiermaschine, insofern ist das Trennen von Müll (zuhause) überflüssig.
Bei uns wird man allerdings durch horrende Müllgebühren (Restmüll wird gewogen) dazu gezwungen zu trennen.
Staatliche Erziehung :ignore:

Grüße
Thomas

Prachttaucher
13.12.2012, 18:12
@LihofDirk : Danke für den Link, bis auf das Dosenpfand klingt das ja halbwegs positiv. Spricht spricht für mich jedenfalls dafür alles auch unterwegs so weiter zu trennen. Wenn man dort alles zusammenschmeißt, hat man zu Hause auch keine Lust mehr, die Verpackungen rauszuholen.

Genau : Das gehört für mich auch bei einem längeren Kajak-Urluab dazu : Zumindest alles an Verpackung kommt mit nach Hause, lediglich der kleine Rest wird ggf. unterwegs während der Abreise an geeigneter Stelle entsorgt. Überquellende Mülleimer an Anlegestellen, das muß nicht sein.

swe68
13.12.2012, 20:54
Wie sollte man denn jemanden ansprechen der eine Plastikflasche oder allgemein Müll in ein Gebüsch schmeisst?

Einmal erlebt. Die Ansprache "Sie haben da was verloren" war erfolgreich. Hochrot ist er geworden und hat seine Plastikflasche eingesteckt. :)
Ansonsten: Ich habe den Plastikbeutel immer dabei. Da wandern auch ab und an die Abfälle anderer rein. :roll:

bran
14.12.2012, 08:29
Überquellende Mülleimer an Anlegestellen, das muß nicht sein.

das ist mir zumindest ehrlich gesagt lieber als müllansammlungen in offener natur. ;-)
dass die mülleimer nicht zeitig geleert werden ist dann jemand anderem anzukreiden.

Sabine38
14.12.2012, 09:50
Die Ansprache "Sie haben da was verloren" war erfolgreich. Hochrot ist er geworden und hat seine Plastikflasche eingesteckt. :)

Das ist bestimmt ne gute Methode in vielen Methoden. Am Besten noch aufheben und hinterher sprinten... :D

Ich hab mir mal nen bösen Kommentar einer Rentnerin gegenüber nicht verkneifen können. Die grummelte was von "schlechter Kinderstube" wegen eines Jugendlichen der da ein bisschen hingelümmelt wie ein Schluck Wasser in der Kurve gegen das Bushäuschen lehnte, setzte sich hin, packt ihr Bonbon aus und lässt das Papierchen unauffällig fallen.

Das habe ich dann aufgehoben, in den Mülleimer gebracht (2 Meter, die Frau war nicht Gehbehindert) und meinte dann "Das zeugt aber auch nicht gerade von guter Kinderstube. Was Ihre Mutter dazu wohl sagen würde."

Das war nötig bei so einer scheinheiligen Kuh. Nicht dass ich glaube dass es was gebracht hat... :roll:

Rattus
14.12.2012, 10:57
Dazu fällt mir eine Geschichte von Kishon ein, in der es ihm unmöglich ist, sich in der Schweiz eines Papierchens (http://gcc.upb.de/AccessDB/OFFICE/PUBLIC/WI2_TRA5.NSF/fs_WEBMain?OpenFrameSet&Frame=HTMLPageFRAME&Src=%2FAccessDB%2FOFFICE%2FPUBLIC%2FWI2_TRA5.NSF%2F925b0a24a659f599c125683100441207%2Fb8e173cb16f6968941255fce0064cf61%3FOpenDocument%26AutoFramed) zu entledigen :bg:

winnetoux
14.12.2012, 11:23
Dazu fällt mir eine Geschichte von Kishon ein, in der es ihm unmöglich ist, sich in der Schweiz eines Papierchens (http://gcc.upb.de/AccessDB/OFFICE/PUBLIC/WI2_TRA5.NSF/fs_WEBMain?OpenFrameSet&Frame=HTMLPageFRAME&Src=%2FAccessDB%2FOFFICE%2FPUBLIC%2FWI2_TRA5.NSF%2F925b0a24a659f599c125683100441207%2Fb8e173cb16f6968941255fce0064cf61%3FOpenDocument%26AutoFramed) zu entledigen :bg:

Sehr schön, genau. Es gibt Phasen, da werfe ich mit Vorliebe völlig gezielt und absichtlich irgendwas auf den Gehweg. Einfach so. Den Kaugummi. Die Brötchentüte. Total unmöglich. Weil ich in der Stadt bin. Was wären wir ohne das Müllthema.

Da es hier nicht um Stadt geht, wäre evtl. noch die Sache, nichts an der Berghütte abzuliefern. Da ist die Versuchung ja groß.
Bzgl. Bananen sehe ich keine Notwendigkeit, nach Region zu unterscheiden. S. kumuliert sich oder am Ende kommen die Ratten. Zumal, ja, Bananen wohl eher im Boot dabei sind. Hab ich irgendwo im Supermarkt eine gekauft, geh die Straße entlang, ess sie und will dann weiter, wo keine Mülleimer mehr sind, würde ich sie vermutlich auch wegwerfen. Ob nun auf die Straße oder etwas daneben, weiß ich nicht.

Beim Verlieren ist allgemein nicht so eindeutig, was da nun Absicht ist und was nicht. Als ich die Flasche verstaute, hab ich mir schon gedacht, so wird sie wohl rausfallen. Beim Vergessen auch? Prachttaucher, du wolltest eine neue Kamera?

Prachttaucher
14.12.2012, 11:31
... Beim Vergessen auch? Prachttaucher, du wolltest eine neue Kamera?

Es war wirklich so, daß ich da schon darüber nachdachte und den Verlust irgendwie als Zeichen nahm, das jetzt doch mal anzugehen. Als ich das mit dem Akku merkte, war ich schon zwei Stunden weitergelaufen und die Chance ihn am Übernachtungsplatz zu finden, wäre auch gering gewesen.

winnetoux
14.12.2012, 11:41
Okay, bevor ich mich völlig unmöglich mache :bg: - die Banane würde ich schnell vor dem Supermarkt essen, wo Mülleimer stehen, und dann weiter.

Rattus
14.12.2012, 12:29
Okay, bevor ich mich völlig unmöglich mache :bg: - die Banane würde ich schnell vor dem Supermarkt essen, wo Mülleimer stehen, und dann weiter.

Leider zu spät. Der Weihnachtsmann hat die Banansache schon in seinem großen Buch vermerkt :baetsch:

winnetoux
14.12.2012, 12:39
Der Weihnachtsmann mischt sich da nicht ein.

Es könnte noch sein, dass die Bananenschale auf dem Parkplatz vor dem Supermarkt landet, ist ja ein Naturprodukt. :-P

Rattus
14.12.2012, 12:43
Der Weihnachtsmann mischt sich da nicht ein.

Oh doch. Auf solche leichteren Vergehen stehen 1 1/2 Sozialstunden händische Fremdmüllsortierung.

MarkusA
14.12.2012, 16:38
Der Müll kommt wieder runter, ist doch nicht so schwer?

walkingalone
14.12.2012, 17:18
Au weia, mein Sohn hat vor Jahren irgendwo im Hunsrück (oder heißt es: auf dem Hunsrück) seine "geliebte" Zahnspange verloren. (Wie viel Absicht darin steckte, weiß ich nicht. Es war am ersten Tag einer Fünf-Tages-Tour ...) Jedenfalls habe ich es Stunden später und 15 km weiter bemerkt.

Damals habe ich mir nur Gedanken um seine Zähne und meinen Geldbeutel gemacht. Wenn ich lese, in wie vielen Beiträgen hier über Apfelkerngehäuse debattiert wird, hätten wir seinerzeit zurücklaufen sollen! Ganz zu schweigen von dem Gabelzinken meiner Spork, der irgendwo im Elbsandsteingebirge (Nationalpark!) geblieben ist!

LNT in allen Ehren - und ich möchte gern die Kirche im Dorf lassen!

Ich habe vor vielen Jahren gelernt: Was mit auf den Berg hinauf kommt, kommt auch wieder mit runter. Und in kalten Regionen ist das - noch mehr als in Deutschland - Ehrensache! Wo ich gevespert oder übernachtet habe, hinterlasse ich keinen Müll. Und wenn ich jemanden treffe, der seinen Dreck in die Gegend schmeißt (auch in der Stadt), spreche ich ihn an. Mit der "Sie-haben-was-verloren"-Methode und ganz viel naiver Freundlichkeit klappt das meistens.

Ich bin aber nicht heroisch genug, die Papiertaschentücher aufzusammeln, die viele Menschen neben den Weg schmeißen oder anderweitig verwendet haben ... Für mich reicht das als mein Beitrag zu LNT.

Prachttaucher
30.12.2012, 18:48
LNT im Teutoburger Wald :

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/lnt1.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=68999&title=lnt1&cat=500)

;-) Der Text wurde nicht von mir bearbeitet...

Tie_Fish
30.12.2012, 20:31
Reste vom Obst unabhängig vom Namen der Frucht oder derer Überbleibsel kommen in die Botanik, und zwar nur dorthin, wo man sie nicht sieht und wo sie auch vergammeln (können). Kaffeesatz auch, wie sollte ich den wieder aus der Tasse in den Müllsack kriegen? Alles andere kommt wieder mit zurück. Das gilt auch für Hüttentouren. Auf Campingplätzen wird der Müll so gut entsorgt, wie es die lokalen Umstände hergeben.

Bei mir fängt Müllvermeidung schon beim Einkaufen an - statt z.B. 40 Beutel Mahlzeiten "Travel Futter" o.ä. in einzelnen Tüten zu kaufen, nehme ich was ich in einer großen Tüte kaufen kann (z.B. 5kg-Packungen Müsli, Grieß oder Mehl, Eipulver oder Milchpulver usw. aus dem Großmarkt) und packe zuhause dann in z.B. 5 Zip-Beutel. Das sind zwar auch Plastikbeutel, aber die verwende ich mehrfach und wenn sie für Lebensmittel nicht mehr taugen, kann man immer noch jahrelang seine Badezimmer-Utensilien drin herumtragen oder teures Foto-Equipment vor Nässe damit schützen.

Die PET-Flaschen auf Tour kommen zuhause wieder in den Automaten.

Zu den "Müllverlierern" hier im Harz habe ich schon öfters freundlich gesagt "Kein Problem, ich nehm' das für Sie mit!" und den Müll eingesteckt. Manche haben mich auch dafür beschimpft, ich solle mich um meinen eigenen Dreck scheren, die meisten reagieren dann aber eher beschämt als harsch.

Bergtroll
31.12.2012, 10:03
Bezieht sich auf ein Posting von winnetoux:

Dass ich meinen Müll auf Tour wieder mit in die Zivilisation nehme, ist im Grunde selbstverständlich. Von gewissen Ausnahmen (u.U. Essensreste, gebrauchtes T-Papier), wenn eine halbwegs umweltverträgliche Entsorgungsmöglichkeit besteht und das Gebiet nicht stark frequentiert ist, mal abgesehen.

Allerdings habe ich inzwischen leider schon öfters Ausrüstung in der Natur verloren (1 Steigeisen, 1 Bärenspray, 1 Stockunterteil, 1 VBL). Daran kann man wohl letztlich nicht viel ändern (außer noch besser aufpassen). Aber vielleicht ist es vor diesem Hintergrund wirklich angemessen, dass man - trotz Ultraleichtkonzept - einen gewissen Teil des Mülls anderer, den man auf Tour so findet, mitnimmt und entsorgt.

P.S.:
"Zu den "Müllverlierern" hier im Harz habe ich schon öfters freundlich gesagt "Kein Problem, ich nehm' das für Sie mit!" und den Müll eingesteckt." Der Spruch ist gut ;)

iwp
31.12.2012, 10:05
P.S.: "Zu den "Müllverlierern" hier im Harz habe ich schon öfters freundlich gesagt "Kein Problem, ich nehm' das für Sie mit!" und den Müll eingesteckt." Der Spruch ist gut ;)

5sterne

gearfreak
01.01.2013, 00:36
Meine Meinung: wer es schafft, eine volle Packung (egal ob Trekkingmahlzeit, Schokolade oder die gute Flasche Wein) im vollen Zustand ins Gelände zu tragen kann den Gegenstand im leeren Zustand auch wieder heim tragen.

Genau meine Meinung!


;-)Ein LNT-tauglicher Rucksack sozusagen - beim großen Crux AK70 ist das Gegenteil der Fall. Die verlorene Trinkflasche blieb zum Glück auf der Fähre und mittlerweile habe mich ohne arrangiert, so kann auch nichts liegenbleiben. Wäre insgesamt auch mal ein nettes Thema : Wie verhindere ich, daß etwas unabsichtlich zurückbleibt ?



Indem man es als genauso wichtig ansieht wie zum Beispiel die Karte, das Zelt oder das GPS. Wer verliert denn sowas?
Das Problem ist doch, dass Müll einfach in die Seitentaschen gestopft wird, wo eben die Gefahr besteht, dass er hinausfällt. Bei wichtigen Gegenständen gehen die meisten Leute dieses Risiko nicht ein.

Ich persönlich halte es so, dass ich der Einfachheit halber Tagesrationen mitnehmen und dann der Beutel, in dem mein Morgen-Müsli war über den Tag hinweg als Mülltüte dient. Die entsorge ich dann sobald ich kann. Natürlich vorzugsweise bei verkehrsgünstig gelegenen Mülltonnen; aber einer norwegischen Hütte mute ich meinen Müll auch zu, denn so viel ist das dann auch wieder nicht, denn ich habe ja gut gepackt ;-)


Nein, ich feiere kein Silvester!

peter97
13.02.2013, 12:34
:bg:

Vielleicht ja gar nichts. Ich hab mich nur gewundert wegen Koffein/Teein, ob das so gut ist. Hängt aber wahrscheinlich wieder von der Region ab, bei uns hätte ich da auch relativ wenig bedenken.
Kommt auf die Menge an, du wirst wohl nicht gerade 5kg Kaffeesatz in die Landschaft kippen.:bg:


Naja, aber gerade Bananen- und Zitrusfruchtschalen ist ja DER alltägliche, organische Abfall der am längsten zum Verrotten braucht. Apfelkitschen, Birnengehäuse etc. damit kann ich ja noch leben (auch wenn ich es selber nicht mache), aber Bananenschalen und co.? Das finde ich persönlich dann doch eher ungut...
Das liegt daran das die Schalen mit Fungizieden und Wachsen auf Erdölbasis behandelt werden, da lob ich mir die Äpfel aus meinem Garten.


Wie sollte man denn jemanden ansprechen der eine Plastikflasche oder allgemein Müll in ein Gebüsch schmeisst?

Ihn nach seiner Adresse fragen, wenn er/sie fragt warum, dann antworten: "Damit ich meinen Müll bei ihnen in den Vorgarten werfen kann":hahaa:

Peter

t.klebi
13.02.2013, 12:44
Das liegt daran das die Schalen mit Fungizieden und Wachsen auf Erdölbasis behandelt werden, da lob ich mir die Äpfel aus meinem Garten.
Das liegt wohl eher daran, dass das "Nichtverrotten" die eigentliche Aufgabe dieser Schalen ist.

Gruß
t.klebi

peter97
13.02.2013, 13:29
Das liegt wohl eher daran, dass das "Nichtverrotten" die eigentliche Aufgabe dieser Schalen ist.

Gruß
t.klebi

Hast du mal gesehen wie lange die "Südfrüchte" unterwegs sind und wie frisch die dann noch aussehen und hast du mal eine nichtbehandelte Schale in deinen Garten geworfen, um zusehen wie schnell die sich zersetzt.

Peter

groove
13.02.2013, 19:45
hi leute

ich finds blöd dass man überhaupt nach den umgang mit müll fragen muss.

für mein teil: es kommt absolut nicht in frage überhaupt irgendwas zurück zulassen.
auch keine bananenschale oder eierschale, nix! erstens siehts scheiße aus und zweitens geht es auch um die handlung selbst.

was sagt es über die menschen aus die ihren müll in der natur entsorgen? die natur ist nur der mülleimer für die menschheit, wird zerstört und ausgenutzt. im sommer letztes jahr auf dem "daniel". auf der spitze entsorgte ein wanderer seine bananenschale, ich kann das nicht verstehen. dieser mensch liebt die natur nicht, geht er nur auf den berg um sein müll dort zulassen? solche menschen sollten zu hause in der stadt bleiben (wenn sie die natur nicht ausstehen können).

Enja
14.02.2013, 19:42
Ich lese gerade den Lonely Planet Ukraine in Vorbereitung meiner Sommertour. Darin gibt es ein Kapitelchen, das dazu auffordert, den "impact" gering zu halten. Was mich sofort an dies Forum erinnert hat.

Dazu heißt es für das spezielle Reiseland unter der Überschrift "Travelling Responsibly":

(oh, darf man das zitieren? lieber nicht. ich umschreibe also mal)

In der Ukraine besteht in dieser Richtung nur die Möglichkeit, von dem reichlich herumliegenden Müll etwas aufzusammeln und mitzunehmen. Mangels jeglichen Ansatzes in Richtung "green rural tourism".

Persönlich gefällt mir so ein Kapitel in einem Reiseführer gut. Könnte ruhig noch ausführlicher sein. Da wir ja hier erschöpfend festgestellt haben, dass die Bedingungen überall speziell sind und man wenig verallgemeinern kann.

Gecko
14.02.2013, 20:41
In der Ukraine besteht in dieser Richtung nur die Möglichkeit, von dem reichlich herumliegenden Müll etwas aufzusammeln und mitzunehmen. Mangels jeglichen Ansatzes in Richtung "green rural tourism".

Mitzunehmen wohin denn? Mitzunehmen aus der ukrainischen Landschaft in den nächsten ukrainischen Mülleimer? Oder mitzunehmen in den Flieger und dann nach Hause, zB Deutschland?

Grüße,
Marcus

Nordman
14.02.2013, 20:50
ist zwar etwas weniger outdoor, aber zum thema "Travelling Responsibly"
immer mehr hotels machen "werbung" mit ihrem engagement zum thema umweltschutz und nachhaltigkeit ISO 14001 (http://de.wikipedia.org/wiki/ISO_14001)
wäre ja nicht schlecht, wenn die nachfrage in dem land das thema etwas anschiebt.
(haben manche reiseunternehmen sowas schon als auflage?)

Mumba
19.02.2013, 14:44
Ich nehm prinzipiell einfach jeden Müll mit den ich mache.
Auch für Zigarettenkippen hab ich eine kleine "Aschenbecherröhre" oder wie man die nennt.

Allerdings muss ich zugeben, dass ich noch nie längere Touren gemacht habe.
Da würde sich halt die Frage stellen, ob man seinen Müll über viele Tage oder vielleicht Wochen mit sich herumschleppen kann, bzw. wie man das am besten realisiert.

Da müsste man sich dann wohl auch drum kümmern, dass man vonvornherein das Produzieren von Müll vermeidet.

LihofDirk
19.02.2013, 17:06
Da würde sich halt die Frage stellen, ob man seinen Müll über viele Tage oder vielleicht Wochen mit sich herumschleppen kann, bzw. wie man das am besten realisiert.

Gewichtsmäßig hast Du den "Müll" ja vorher schon in der Zigarettenschachtel oder als Verpackung geschleppt, insofern kein Problem. Ansonsten sehe ich zu, daß der Müll möglichst trocken ist, und dann in einem Beutelchen mit Klippverschluß. Geht auch über Tage ....

Rachi1978
30.09.2013, 13:05
hi leute

ich finds blöd dass man überhaupt nach den umgang mit müll fragen muss.

für mein teil: es kommt absolut nicht in frage überhaupt irgendwas zurück zulassen.
auch keine bananenschale oder eierschale, nix! erstens siehts scheiße aus und zweitens geht es auch um die handlung selbst.

was sagt es über die menschen aus die ihren müll in der natur entsorgen? die natur ist nur der mülleimer für die menschheit, wird zerstört und ausgenutzt. im sommer letztes jahr auf dem "daniel". auf der spitze entsorgte ein wanderer seine bananenschale, ich kann das nicht verstehen. dieser mensch liebt die natur nicht, geht er nur auf den berg um sein müll dort zulassen? solche menschen sollten zu hause in der stadt bleiben (wenn sie die natur nicht ausstehen können).

Ja, da stimme ich zu. Ist doch kein Unterschied ob zu Hause oder unterwegs, Müll gehört nicht in die Landschaft.
Und auch nicht in der Stadt "rumgeworfen" ;-)

Harzer
09.01.2014, 20:12
Ich denke es ist nicht zuviel verlangt, wenn man seinen Müll wieder mit nach Hause nimmt.
Wo ist das Problem dabei ?
Schließlich hat man es ja auch geschafft, das Zeug in die Wildnis zu tragen...

AlbertoM
13.01.2014, 09:22
Da schließ ich mich den vorherigen Meinungen an. Es gibt ja mittlerweile diverse Möglichkeiten wie zum Beispiel auf Hütten sein Müll loszuwerden und es ist ja wirklich kein Problem den Müll wieder mit runter zu nehmen.
Hab mich da auch schon zu oft darüber aufregen müssen, dass Leute ihren Müll einfach liegen lassen.

Waldhexe
13.01.2014, 11:56
Ich denke, das Thema "Umgang mit Abfällen" verdient differenziertere Betrachtung als "keine Bonbon-Papierchen in die Natur schmeißen".
Googelt doch zum Beispiel einfach mal die jährlichen Touristen- bzw. Übernachtungszahlen für Euer Reiseland bzw. -region und überlegt, ob es damit getan ist, Abfalleimer zu benutzen oder den Müll in der Hütte zu entsorgen oder ob es nicht viel sinnvoller ist, den Müll - wo möglich - sogar mit nach Hause zu nehmen und dort zu entsorgen. Irgendwo muss der Müll im Reiseland schließlich hin, dazu muss er meist unter enormem Energieverbrauch (z.B. Hubschrauber, Schneemobil) abgeholt werden, mit LKWs abrtransportiert (zusätzlicher Verkehr in schöner/idyllischer/naturnaher Landschaft) und in den Regionen mit meist sehr wenig Infrastruktur (deshalb fahren wir ja hin!!) deponiert, sortiert oder verbrannt werden - oder noch weiter abtransportiert werden.

Stellt Euch vor, jeder Bergtourist (das sind wir!!) - auch die Tagestouristen - hinterläßt pro Besuch auf jeder Hütte einen kleinen Beutel Müll. Oder schaut mal in den Hütten im Fjäll, die ihren Müll im Winter mit Schneemobilen abholen, was allein an nichtbrennbarem Müll am Ende des Sommers/schon im Hochsommer zusammen kommt.
Oder: Mein Freund hat am Kungsleden mal die beachtlichen Hügel nach Abbau eines "Vierzylinders" (übliches Klohaus mit vier Toiletten) fotographiert, ich werde ihn bitten, das schockierende Bild (das verottet nie!) mal hier hochzuladen.

Massentourismus hat seine Probleme, aber Individualtourismus in extreme, abgelegene und empfindliche Landschaften genauso und oft schwerer zu lösen.

Die Konsequenz sollte Müllvermeidung sein. Bei kürzeren Touren sollte zumindest trockener Müll, bei Tagestouren jeder Müll mit nach Hause genommen werden. Auf längeren Touren verrottbaren Müll lieber vergraben und Papiermüll lieber - wo es möglich/legal ist und Einrichtungen gibt - verbrennen. Umverpackungen schon zu Hause lassen und Lebensmittel in Zipplocks umfüllen (mitnehmen und wieder verwenden). Auf vielen Hütten in Schweden gibt es Lebensmittel offen, man bezahlt nach "Umdrehung" der Drehschütte, idealerweise direkt in den Zipplock füllen, eigene Verpackungen also mitbringen zum "Shopping" auf der Hütte.
Unnötigen und "feuchten", nicht verrotbaren Müll vermeiden, z.B. auf Feuchtreinigungstücher soweit wie möglich verzichten und durch waschen (nicht im Gewässer! Seifenwasser in der Erde abseits von Gewässern versickern lassen!) ersetzen. Tampons und Binden durch Mooncup ersetzen.

Vielleicht gibt es noch mehr Ideen zur Müllvermeidung auf Tour?

Gruß,

Claudia

bblume
13.01.2014, 21:34
Ich stimme dir in Teilen damit zu, dass man überdenken sollte, was man in Hütten lässt.
Aber der Müll wird meines Wissens nach von vielen Hütten verbrannt.
Konservendosen natürlich nicht... Deswegen kann ich es auch nicht verstehen, dass auf den STF-Hütten Cola etc in Dosen verkauft wird. Die Frage ist, ob Plastik besser wäre...

Waldhexe
13.01.2014, 22:14
Für mich persönlich ist die Frage, warum es auf den Hütten im Fjäll überhaupt Cola oder Bier geben muss... ...auf den Hütten am Paddjelantaleden manchmal sogar gar nichts anderes...

Man muß auch unterscheiden zwischen Hütten im Fjäll, wo Touristen selbst kochen mit gekauften oder mitgebrachten Lebensmitteln und die Verpackung dann dort entsorgt (und vom Hüttenwirt verbrannt) wird und den Hütten in den Alpen.
Ich habe kürzlich folgende Zahlen gelesen: in die Alpen kommen jährlich 150 Mio. Feriengäste für 500 Mio. Übernachtungen sowie 50 Mio. Tagesgäste, das ist laut den Schätzungen ein Viertel des gesamten weltweiten Tourismus.
Wohin in dieser Landschaft mit dem Müll? Angesichts der Verkehrsproblematik wegkarren? Vor Ort sortieren und verbrennen bei den Ansprüchen und Immissionsschutzgesetzen? Deponien und Anlagen in dieser Landschaft?

Das Problem ist also mit "Müll brav in den Abfalleimer" leider nicht gelöst.

Gruß,

Claudia

bblume
13.01.2014, 23:29
Für mich persönlich ist die Frage, warum es auf den Hütten im Fjäll überhaupt Cola oder Bier geben muss... ...auf den Hütten am Paddjelantaleden manchmal sogar gar nichts anderes...

Klar, das steht außer Diskussion! Allerdings habe ich das auch nur auf den schwedischen Selbstbedienungshütten mitbekommen, in norwegischen Pendants bisher nicht. Liegt vielleicht am sehr erschlossenen Gebiet des Kungsledens, ich weiß es nicht...




Man muß auch unterscheiden zwischen Hütten im Fjäll, wo Touristen selbst kochen mit gekauften oder mitgebrachten Lebensmitteln und die Verpackung dann dort entsorgt (und vom Hüttenwirt verbrannt) wird und den Hütten in den Alpen.
Ich habe kürzlich folgende Zahlen gelesen: in die Alpen kommen jährlich 150 Mio. Feriengäste für 500 Mio. Übernachtungen sowie 50 Mio. Tagesgäste, das ist laut den Schätzungen ein Viertel des gesamten weltweiten Tourismus.
Wohin in dieser Landschaft mit dem Müll? Angesichts der Verkehrsproblematik wegkarren? Vor Ort sortieren und verbrennen bei den Ansprüchen und Immissionsschutzgesetzen? Deponien und Anlagen in dieser Landschaft?

Das Problem ist also mit "Müll brav in den Abfalleimer" leider nicht gelöst.

Gruß,

Claudia

Tja, gute Frage(n)... Vielerorts bleibt ja nur der Transport per Helikopter, genauso wie für das Herankarren der Lebensmittel etc.

Allerdings sind da die doch recht hohen Preise auf Hütten angemessen und auch sinnvoll. Es kommt schließlich nicht umsonst eine Palette Bier mitten in die Berge und auch nicht wieder raus. Demnach ist der logistische Aufwand sicher im Preis berücksichtigt.

Müllvermeidung hört mit dem Kauf von Trekkingnahrung auf. Ich muss aber gestehen, (natürlich?) auch schon welche gekauft zu haben.

Sinnvoll zur Vermeidung von viel Müll ist das Verpacken von Essensrationen in Zip Locks von zu Hause aus, oder auf sehr langen Touren vom Startpunkt aus. Da kann der Müll ja eher aufgrund gegebener Infrastruktur entsorgt werden.

Skandinovize
26.02.2014, 09:04
Ich kann mich der Meinung von Becks nur anschließen

Meine Meinung: wer es schafft, eine volle Packung (egal ob Trekkingmahlzeit, Schokolade oder die gute Flasche Wein) im vollen Zustand ins Gelände zu tragen kann den Gegenstand im leeren Zustand auch wieder heim tragen.

Ich bin regelmäßig mit meinem GPS zum Geocachen draußen. Da gibt es eine besondere "Kategorie", die sich CITO nennt (Cache in Trash Out). Es ist jedes mal wieder erstaunlich, wie viel Müll da jedes mal zusammenkommt.
http://www.geocaching.com/cito/default.aspx

Gruß
Alex

Jung01
26.02.2014, 10:10
Abfall der biologosch abbaubar ist, Apfelreste zum Beispiel, findet bei mir schon mal den Weg in die Umweld und nicht in den Mülleimer, alles andere wie Verpackungen, Folien wird bei mir aber sorgfältig im Rücksag in einer extra Tasche aufbewahrt und bei der nächsten Möglichkeit entleert.

Prachttaucher
27.02.2014, 08:35
...

Sinnvoll zur Vermeidung von viel Müll ist das Verpacken von Essensrationen in Zip Locks von zu Hause aus, oder auf sehr langen Touren vom Startpunkt aus. Da kann der Müll ja eher aufgrund gegebener Infrastruktur entsorgt werden.

Stimmt, es ist wirklich einfach. Alle verwendeten Verpackungen, die in leerem Zustand fast nichts mehr wiegen, lassen sich problemlos zu Hause über den gelben Sack entsorgen. Lediglich bei Teebeuteln und Tempos nutze ich gerne mal den "Brännbart"-Behälter bzw. den Ofen. Allerdings soll das in Norwegen auf gut besuchten Hütten wohl nicht mehr gemacht werden, sondern in einem separaten Feuer außerhalb.

sZabo
27.02.2014, 15:04
Abfall der biologosch abbaubar ist, Apfelreste zum Beispiel, findet bei mir schon mal den Weg in die Umweld und nicht in den Mülleimer, alles andere wie Verpackungen, Folien wird bei mir aber sorgfältig im Rücksag in einer extra Tasche aufbewahrt und bei der nächsten Möglichkeit entleert.

Apfelschalen oder anderes Obst sind doch in dem Sinne kein wirklicher Abfall. Solange du da nicht gerade eine halbe Tonne auf eine Haufen kippst. Abgesehen davon das man die eh mitessen sollte ;)

Helene
27.02.2014, 15:29
Ich hab gehört, bei gekochten Lebensmitteln sei es aber nochmal etwas anderes, die könne man nicht einfach in die Natur werfen. Weiß jemand warum?

Prachttaucher
27.02.2014, 15:46
Apfelschalen oder anderes Obst sind doch in dem Sinne kein wirklicher Abfall. Solange du da nicht gerade eine halbe Tonne auf eine Haufen kippst. Abgesehen davon das man die eh mitessen sollte ;)

Ja und nein - wenn Du Dich z.B. im Harz mal zu einer Rast in eine Schutzhütte setzen willst und dann alles mit Eierschalen, Orangenschalen, Bananenschalen... vollgemüllt ist, stört es schon. Vermutlich hat es deswegen auch eine gewisse Mäusepopulation dort. Ähnliches gilt für gut besuchte Rastplätze für Wasserwanderer.

Da wo´s nicht auffällt in kleinen Mengen ist natürlich was anderes.

Igelstroem
27.02.2014, 16:13
Herzlichen Glückwunsch zum siebentausendsten Beitrag, Prachttaucher. :roll:

Rechtlich gesehen sind Lebensmittelabfälle Müll und dürfen überhaupt nicht in der Natur entsorgt werden. Die manchmal zu lesende Begründung, dass sie ›das sensible ökologische Gleichgewicht zum Kippen bringen können‹, finde ich in dieser Pauschalität allerdings albern und würde mich eher am Kriterium des realen Impacts orientieren. Als Besitzer eines eigenen Komposthaufens weiß man unter Umständen, was problematisch ist und was nicht. Schalen von subtropischen und tropischen Früchten (auch Bananenschalen) verrotten unter gemäßigten Klimabedingungen nur langsam. Gekochte Lebensmittel, aber auch Obstreste (wie z.B. Kerngehäuse von Äpfeln) ziehen Ratten und Mäuse an – allerdings fallen auch in der offenen Kulturlandschaft faule Äpfel und Pflaumen von den Bäumen herab. Reste von zuckerarmen Gemüsesorten (z.B. Zwiebelschalen) finde ich unproblematisch, da sie kaum von in der Natur vorkommenden Pflanzenteilen zu unterscheiden sind; ebenso Eierschalen, die ich nur aus ästhetischen Gründen etwas eingraben würde.

Grundsätzlichen Einwänden gegen diese Auffassung sehe ich mit Gelassenheit entgegen. :grins:

lina
27.02.2014, 19:04
Ich dachte immer, die Verbindung zu Ratten und Mäusen wären die gekochten Lebensmittelreste auf dem Kompost, nicht die Apfelbestandteile?

Igelstroem
27.02.2014, 19:12
Ich dachte immer, die Verbindung zu Ratten und Mäusen wären die gekochten Lebensmittelreste auf dem Kompost, nicht die Apfelbestandteile?

Das dachte ich früher auch. Habe also nie gekochte Lebensmittelreste auf den Kompost geworfen, wohl aber jeden Tag vier Viertelapfelkerngehäuse. :grins: Jeden Abend um 23 Uhr trippelt dann eine Maus über die Terrasse und holt sich was davon; wenn man sich ruhig verhält, kann man in der Nähe stehen und zugucken. Und seit ich diese Erfahrung gemacht habe, kommen die Apfelreste eben in die staatliche Biotonne.

Chouchen
27.02.2014, 19:14
Ich finde, auch hier kommt es wieder auf die Gegend an: Auf einem Campingplatz auf Island sind mir nach einem Jahr die Möhrenschalen ins Auge gestochen, die mein Zeltnachbar im Jahr davor unter/neben eine Hecke geschabt hatte! Das stört zwar das Ökosystem nicht, aber es sieht bescheiden aus.
Kühl, kurze Vegetationsperiode, wenig Destruenten -> ganz schlechte Verrottung.

Mus
27.02.2014, 22:08
Ich hab gehört, bei gekochten Lebensmitteln sei es aber nochmal etwas anderes, die könne man nicht einfach in die Natur werfen. Weiß jemand warum?

Ich denk es wird das Viechzeug anziehen. Meine Eltern werfen jedenfalls alle was verrottet auf den Komposthaufen und gekochtes verhält sich beim Verrotten auch nicht anders. Sie haben allerdings auch viel Ast- und Rasenschnitt, der zur Auflockerung dazwischen kommt.
Was wohl ziemlich nervt sind Haare (v.A. die ausgekämmten, langen aus der Bürste). Wobei eine Nachbarin wiederum auf kleingeschnibbeltes Menschenhaar für den Kompost schwärmte.....

Jung01
28.02.2014, 09:24
Apfelschalen oder anderes Obst sind doch in dem Sinne kein wirklicher Abfall. Solange du da nicht gerade eine halbe Tonne auf eine Haufen kippst. Abgesehen davon das man die eh mitessen sollte ;)

Ja wenn ich Apfelreste meine, dann meine ich den Kern vom Apfel mit den schwarzen Kernen, die Schale esse ich natürlich mit, ist das wichtigeste am Apfel.

Igelstroem
28.02.2014, 13:42
Apfelschalen oder anderes Obst sind doch in dem Sinne kein wirklicher Abfall.

In diesem Thread werden ja sehr unterschiedlich rigorose Positionen vertreten, siehe z.B. #95, wo gar nicht auf den stofflichen Impact, sondern auf den Charakter der Handlung abgehoben wird.

Dahinter verbergen sich, wie mir scheint, unterschiedliche Auffassungen des Mensch-Natur-Verhältnisses.

Wenn man es für natürlich hält, dass der Mensch als Teil der Natur genauso wie andere Tiere in der Landschaft umherstreift, verfolgt man vielleicht aus Respekt vor den anderen Lebewesen (einschließlich der anderen Menschen) einen Minimal-Impact-Ansatz. Dann wird man vielleicht das Apfelkerngehäuse unter hochalpinen Vegetationsbedingungen vorsichtshalber wieder mit nach Hause nehmen, während man es im mitteleuropäischen Flachland in hohem Bogen in den Mischwald wirft. Eine gewisse Urteilskraft hinsichtlich des stofflichen Impacts ist dabei natürlich erforderlich.

Wenn man hingegen der Meinung ist, dass der Mensch der Natur gegenübersteht und in ihr allenfalls als beobachtender Gast auftreten darf, verfolgt man vielleicht eher einen LNT-Ansatz im buchstäblichen Sinne und müsste dann wohl auch seinen Urin zuhause entsorgen.

Prachttaucher
28.02.2014, 14:20
...und in ihr allenfalls als beobachtender Gast auftreten darf, verfolgt man vielleicht eher einen LNT-Ansatz im buchstäblichen Sinne und müsste dann wohl auch seinen Urin zuhause entsorgen.

:o Konsequent zu Ende gedacht. Immerhin wurde mal in einem anderen Thread über die Auswirkungen des menschlichen Eintrags in ein schwedisches Wandergebiet diskutiert. Kann sein das es dazu eine Studie gab.

:sad:Wenn ich nur wüßte, wie man den Beitragszähler in negative Richtung manipulieren kann...:grins: Zumindest scheint er jetzt zu stagnieren

Gerd76
02.03.2014, 19:04
Ich verfolge solche Threads mit Interesse und frage mich dabei häufig warum man es sich so kompliziert machen muss. Was man zu Hause in den Kamin wirft kann man auch in freier Natur verbrennen, was man auf den Kompost wirft verrottet auch problemlos in der Natur und was man in den Hausmüll werfen würde das steckt man in eine Tüte und nimmt es wieder mit nach Hause. Ausscheidungen ... naja die hinterlässt man da wo keine Menschen davon belästigt werden. Warum man seinen Apfelbutzen wieder nach Hause nehmen sollte erschließt sich mir wirklich nicht.

Fletcher
02.03.2014, 19:28
Ich verfolge solche Threads mit Interesse und frage mich dabei häufig warum man es sich so kompliziert machen muss. Was man zu Hause in den Kamin wirft kann man auch in freier Natur verbrennen, was man auf den Kompost wirft verrottet auch problemlos in der Natur und was man in den Hausmüll werfen würde das steckt man in eine Tüte und nimmt es wieder mit nach Hause. Ausscheidungen ... naja die hinterlässt man da wo keine Menschen davon belästigt werden. Warum man seinen Apfelbutzen wieder nach Hause nehmen sollte erschließt sich mir wirklich nicht.


Das ist so nur eingeschränkt richtig.

So kommt es doch stark auf die Art des Gebietes an; in subarktischen/hochalpinen Gebieten oder Wüste vergammelt Biomüll sehr viel schwerer oder gar nicht mehr (Konservierung durch Trocknung, Gefriertrocknung)
Wenn dann noch das entsprechende Gebiet durch bspw Wanderer hoch frequentiert ist die alle ihre Biomüllreste liegen lassen, sieht es da bald richtig scheiße aus. Ganz zu Schweigen von der Umweltveränderung des Gebietes.

Je karger ein Gebiet ist, um so weniger "Impact" verträgt es.

Gerd76
02.03.2014, 21:28
Das ist so nur eingeschränkt richtig.

So kommt es doch stark auf die Art des Gebietes an; in subarktischen/hochalpinen Gebieten oder Wüste vergammelt Biomüll sehr viel schwerer oder gar nicht mehr (Konservierung durch Trocknung, Gefriertrocknung)
Wenn dann noch das entsprechende Gebiet durch bspw Wanderer hoch frequentiert ist die alle ihre Biomüllreste liegen lassen, sieht es da bald richtig scheiße aus. Ganz zu Schweigen von der Umweltveränderung des Gebietes.

Je karger ein Gebiet ist, um so weniger "Impact" verträgt es.

Na da hast du natürlich recht mit den besonders kalten oder wüstenartigen Gebieten. Ich bezog mich jetzt auch auf Feld, Wald und Wiese in Deutschland. Das man eine Umweltveränderung durch Biomüll von Wanderern in Deutschland herbeiführen kann bezweifle ich allerdings stark. "Biomüll" fällt ununterbrochen Tonnenweise von Büschen und Bäumen. Offen herumliegender Biomüll wird normalerweise innerhalb kürzester Zeit von allem was da kreucht und fleucht verstoffwechselt. Seine Bananenschalen direkt auf den Wanderweg schmeißen sollte man trotzdem nicht. Da stimme ich zu. Das ist zwar der Natur schnuppe aber für andere Wanderer sieht es tatsächlich unhübsch aus.

Mus
02.03.2014, 21:40
Seine Bananenschalen direkt auf den Wanderweg schmeißen sollte man trotzdem nicht. Da stimme ich zu. Das ist zwar der Natur schnuppe aber für andere Wanderer sieht es tatsächlich unhübsch aus.
Und auch nicht in die Umgebung von Ruhebänken und Schutzhütten. Pause machen auf dem Komposthaufen ist nicht so prikelnd, optisch und olfaktorisch. Mal ganz abgesehen, dass das was da "kreucht und fleucht" um das Zeug zu verstoffwechseln auch noch ganz schön nervig werden kann.

In D machen wir das so: mitnehmen und nach paar hundert Metern ein paar Meter in den Wald hinein, Laub weg, Apfelbutzen/Karottenschale/Eierschale drunter, Laub wieder drauf.

Prachttaucher
03.03.2014, 08:06
100% Zustimmung - wobei ich auf meinen Touren aus Gewichtsgründen eigentlich kein Obst/ Gemüse dabei habe. Lediglich auf der Anreise wird ggf. ein Apfel oder eine Orange verspeist und der Rest dort entsorgt.

:grins: die Harzer Grizzly-Maus findet das allerdings nicht so gut.

groove
05.03.2014, 21:54
hatt mal jemand drüber nach gedacht fremden müll mitzunehmen? ich hab das mal gemacht, also nicht säcke weise sondern nur ein bisserl. da wird man auch erstmal blöd vollgequatscht von meinen partner warum ich den müll von anderen mitnehme...? "was mir überhaupt einfällt" :roll: nagut, aber wenn ich´s nicht mitnehme machts keiner....

ich bin auch offt an der isar südlich von münchen unterwegs, was da alles so im Auwald rumliegt, Wahnsinn! oft ist es der müll von den ganzen prolls die im sommer mit ihren wegwerfbooten total dicht da runter schippern und dann auch nocht teilweise die leute am ufer vollnölen in ihren rausch. wenn das boot bei der ersten fahrt kaputt geht gibts natürlich samt originalverpackung ne "seebestattung", was sonst! achja, ich hab auch schonmal e gasflasche in der isar treiben gesehen, kein witz. was solches vi*hze*g in der natur zu suchen hatt ist für mich ein rätzel. :motz:

AlfBerlin
05.03.2014, 22:21
hatt mal jemand drüber nach gedacht fremden müll mitzunehmen? ich hab das mal gemacht, also nicht säcke weise sondern nur ein bisserl. da wird man auch erstmal blöd vollgequatscht von meinen partner warum ich den müll von anderen mitnehme...? "was mir überhaupt einfällt" :roll: nagut, aber wenn ich´s nicht mitnehme machts keiner...

Von meinen Rast und Camp-Stellen nehme ich immer Müll mit, wenn es noch welchen gibt. Denn manche Stellen sind über die Jahre so sauber geworden, dass ich schon nach Zigarettenkippen und Kronkorken suchen muss. Es sind also nur wenige Leute, die Müll zurücklassen und an sauberen Stellen ist das den meisten Leuten anscheinend doch peinlich, so dass sie es lassen. Vielleicht liegt es auch daran, dass Jugendliche kaum noch raus gehen.

Sonntag und Montag habe ich an neuen Stellen gezeltet. An der ersten Stelle habe ich einen halben Müllsack Müll gesammelt. Leider hatte ich keinen Müllsack dabei und der gefundene Müllsack hatte Löcher. Dort habe ich den Müll rein und ihn am Weg deponiert, in der Hoffnung, das Bauer oder Jagdpächter ihn mitnehmen. In Zukunft werde ich beim Paddeln immer einen Müllsack mitnehmen. Ein paar Kilometer bis zum nächsten Ort könnte ich auch einen vollen Sack transportieren. Die zweite Stelle war sauber. Nur in den Büschen habe noch drei Flaschen gefunden und mitgenommen.

Teilweise findet man auch brauchbare Sachen: Colaflaschen sind als Wasserflaschen super und aus Dosen bastel ich Spiritus-Brenner. Und letztes Jahr habe ich am Wannseeufer einen riesigen Fender im Schilf gefunden und mitgenommen. Den werde ich auf Ebay Kleinanzeigen verkaufen und mit dem Erlös den nächsten Kurzurlaub finanzieren.

Flaschen und Dosenpfand bringen auch einiges. Oder die Armut der Leute. In Berlin findet man kaum Pfandflachen oder Dosen. Eher noch in Brandenburg.

Heather
06.03.2014, 00:47
hatt mal jemand drüber nach gedacht fremden müll mitzunehmen? ich hab das mal gemacht, also nicht säcke weise sondern nur ein bisserl. da wird man auch erstmal blöd vollgequatscht von meinen partner warum ich den müll von anderen mitnehme...? "was mir überhaupt einfällt" :roll: nagut, aber wenn ich´s nicht mitnehme machts keiner....

ich bin auch offt an der isar südlich von münchen unterwegs, was da alles so im Auwald rumliegt, Wahnsinn! oft ist es der müll von den ganzen prolls die im sommer mit ihren wegwerfbooten total dicht da runter schippern und dann auch nocht teilweise die leute am ufer vollnölen in ihren rausch. wenn das boot bei der ersten fahrt kaputt geht gibts natürlich samt originalverpackung ne "seebestattung", was sonst! achja, ich hab auch schonmal e gasflasche in der isar treiben gesehen, kein witz. was solches vi*hze*g in der natur zu suchen hatt ist für mich ein rätzel. :motz:

Wir nehmen Müll anderer auch mit, wenn wir drüber stolpern. Das ist in unseren Breiten, unter der Wandererschaft, aber sehr verbreitet. Immerhin kann es mir ja auch mal passieren, daß aus Versehen etwas zurückbleibt oder wegfliegt, deswegen nehmen wir auch "Fremdmüll" mit. Die meisten Wanderer, die ich hier kenne, machen das ebenso, damit das Jedermannsrecht hier nicht weiter eingeschränkt wird, was ja leider an Loch Lomond schon passiert ist. Ein paar weitere Seeufer könnten bald folgen, weil dort hemmungslos gemüllt wird. :motz: über die Leute die ihren Abfall einfach da lassen, vor Allem Glasflaschen und Dosen. Ach was wäre Pfand auf Glas und Dosen schön, für die Seeufer.

groove
06.03.2014, 06:43
huhu


Von meinen Rast und Camp-Stellen nehme ich immer Müll mit, wenn es noch welchen gibt. Denn manche Stellen sind über die Jahre so sauber geworden, dass ich schon nach Zigarettenkippen und Kronkorken suchen muss.


Wir nehmen Müll anderer auch mit, wenn wir drüber stolpern. Das ist in unseren Breiten, unter der Wandererschaft, aber sehr verbreitet.

oh, das ist aber super! Schön sowas zu lesen :D
Weiter so Leute! Naja ich will ja auch nicht nur rummmeckern. Ich muss schon sagen dass z.b. bei mir in den Bergen auch relatief wenig rummliegt! Besonders in den Touristenhaupteinfallsschneißen sind die Wege recht sauber wenn man bedenkt wieviele Leute da pro Tag langlaufen.

so ich muss jetzt auf Arbeit, schön Tag noch

blitz-schlag-mann
06.03.2014, 07:49
Ich hab das neulich im Harz auch gemacht. Problem: Ich musste mich alle 5 m bücken. Der Deuter Drecksack war nach wenigen Stunden randvoll. Macht keinen Spaß....

Viele Grüße
Ingmar

Scrat79
06.03.2014, 07:59
Ich hab das neulich im Harz auch gemacht. Problem: Ich musste mich alle 5 m bücken. Der Deuter Drecksack war nach wenigen Stunden randvoll. Macht keinen Spaß....

Viele Grüße
Ingmar

Dito.
Andere Gegend gleiche Symptome.
Vielleicht waren es auch keine 5 m Abstand mehr. :roll:

Prachttaucher
06.03.2014, 08:09
Besonders beliebt ist es wohl auch Zeugnisse des letzten Umtrunks zurückzulassen. Klemme das Fundstück dann halt an den Rucksack und nehme sie zum nächsten Mülli mit. :bg: Möchte nicht wissen was andere denken, die mich sehen : ":ignore: Die ganze Buddel alleine gesoffen..."

Polte
06.03.2014, 18:53
Besonders beliebt ist es wohl auch Zeugnisse des letzten Umtrunks zurückzulassen.

Das konnte ich neulich auch bewundern. Da wurde von der Gemeinde und dem Landesforstamt eine offene Feuerstelle mit Grill eingerichtet. mitten im Wald mit Tischen und Bänken, total idyllisch und schön. Ich dahin und dachte, super, hier kannst du ganz legal im Wald dein Hobo ausprobieren. Was bekomm ich zu sehen: die ganzen Kurzen ausgetrunken und sauber aufgereiht auf den Tischen. Unten alles voll scherben, womit sich mein besuch erledigt hatte, da ich mit Hund da war. Dann kommt ein Auto der Landesforsten und mahnt mich an, ja die Hundehinterlassenschaften mitzunehmen. Der Rest hat die gar nicht interessiert :motz:

Gecko
06.03.2014, 19:59
Zum Einsammeln von fremdem Müll:

Was ist eigentlich, wenn ich so etwa einen halben handelsüblichen Müllsack Fremdmüll einsammele und den dann im nächsten Waldwandermülleimer entsorgen möchte? Oder auch "nur" einen kleinen Müllbeutel, so ca. 30l? Kann es da nicht auch Ärger für mich geben? Diese Mülleimer sind ja eigentlich nur zur Entsorgung von Kleinmengen gedacht (ich meine auch, an manchen öffentlichen Mülleimern schon entsprechende Hinweise gesehen zu haben).

Ich frage nicht aus reiner Korinthenkackerei, sondern weil ich so dunkle Erinnerungen habe, dass Leute tatsächlich schon Schwierigkeiten damit gekriegt haben, so von wegen Entsorgung von mehr als picknick- /wanderüblichen Mengen. Oder irre ich mich da? Weiß jemand was?

Grüße,
Marcus

SurfenSonne
07.03.2014, 10:48
Ich nehme immer eine Mülltüte mit, wenn ich mich beim Wandern oder Radfahren in der Natur bewege, die fülle ich dann nach und nach mit meinen Abfällen und schmeiße sie weg, sobald sich irgendwo ein öffentlicher Mülleimer findet... ganz einfach eigentlich :bg::cool:

Lobo
07.03.2014, 16:12
Zum Einsammeln von fremdem Müll:

Was ist eigentlich, wenn ich so etwa einen halben handelsüblichen Müllsack Fremdmüll einsammele und den dann im nächsten Waldwandermülleimer entsorgen möchte? Oder auch "nur" einen kleinen Müllbeutel, so ca. 30l? Kann es da nicht auch Ärger für mich geben? Diese Mülleimer sind ja eigentlich nur zur Entsorgung von Kleinmengen gedacht (ich meine auch, an manchen öffentlichen Mülleimern schon entsprechende Hinweise gesehen zu haben).

Ich frage nicht aus reiner Korinthenkackerei, sondern weil ich so dunkle Erinnerungen habe, dass Leute tatsächlich schon Schwierigkeiten damit gekriegt haben, so von wegen Entsorgung von mehr als picknick- /wanderüblichen Mengen. Oder irre ich mich da? Weiß jemand was?

Grüße,
Marcus

Ich habe mal bei unserer Gemeinde nachgefragt ob ich gesammelten Müll dort kostenlos entsorgen kann.
(Bei uns wird der Müll gewogen und Kiloweise bezahlt...)

Die Antwort war leider nein, denn die Befürchtung der Gemeinde ist dass dann jeder seinen Müll über die Gemeinde entsorgen will unter dem vorwand diesen in Feld und Flur gesammelt zu haben... :-?

Aber ich könne mich gerne der Aktion Sauberer Landkreis (http://www.abfallratgeber.bayern.de/meldungen/detailansicht.htm?tid=24990)anschließen... :roll:

Seit dem nehme ich keine größeren Mengen fremden Müll mehr mit... :-?

Grüße
Thomas

pitchzer0
08.03.2014, 16:13
Hallo zusammen!
Ich handhabe das so, dass ich kleinere (tragbare) Mengen Müll sammle, wenn ich sie finde. Einmal hab ich aber auch nen Sack dazu geschmissen, da ich nach ner halben Stunde kleinerer Haufen wegräumen einen ca. 5 Meter (Durchmesser) großen Haufen Müll und Schrott gefunden habe. Da kam dann mein gesammelter dazu und das Handy wurde gezückt und bei der Polizei durchgeklingelt. 2 Wochen später war das Problem dann tatsächlich halbwegs weg.

Ich führe zwar aus Prinzip Mülltüten mit (zum sammeln, für andere Wanderer), aber brauche sie selbst nur in Notfällen.
Ich habe meist eine Dose Thun oder ähnliches als Notnagel. Der Rest wird frisch gekauft und im Jutebeutel mitgeführt (Obst, Gemüse, auch mal ein kleines Steak (in Papier). Das Packpapier der Lebensmittel wird zusammen mit meinem Tee und Schnibbelresten/Kernen etc. verbrannt und die Asche sachgemäß 2 Fuß unter die Erde bugsiert. Meine Zigaretten, bestehen aus chlorfreiem Naturfaserpapier und die Filter rolle/falte ich selbst aus ungebleichtem Papier und der Tabak ist Pestizid, Feuchthaltemittel und Geschmacksstoff frei. Also keine Chemie in der Kippe, die drück ich dann einfach nen Finger tief in den Boden und gut ist.
Wenn ich kein Feuer mache (in der Nähe von Wildwechseln/ruheplätzen, brandgefährdete Gebiete, oder einfach alles zu triefend nass) dann werf ich die Abfälle einfach wieder in den Jutebeutel. Der Siff einer Paprika hat noch keiner Karotte geschadet :grins:

Zum Ende noch eine nette Anekdote:
Ich bin im Kaufunger Wald auf eine Familie getroffen, die sich ne Flasche Sekt, Dosenwurst, Süßigkeiten und Kaffee in Pappbechern geteilt haben an einer Bank. Als ich nach 5 Minuten parallel dazu weiter oben am Hang entlang lief, sah ich dass der ganze Müll noch da stand. Also alles fix eingepackt und auf zur nächsten Gaststätte, da sie davon gesprochen haben einzukehren. Nach ner kurzen Kippe und Tee Pause für mich am Waldrand, sah ich die Familie da einkehren. Hab dann mein Zeug zusammengerafft und bin furchtbar stinkend in diese Pseudobayern-Hütte rein gelaufen, hab den Leuten ihre Mülltüte überreicht mit den doch etwas zu lauten Worten: "Sie haben ihren Müll im Wald wohl aus Versehen vergessen!".
Anschließend gabs für mich ne Tasse Kaffee und nen Teller Kaiserschmarn zur Belohnung. :bg:

Nuklid
08.03.2014, 20:54
Well done. Hätte gerne deren Gesichter gesehen. :popcorn:

Über Apfelbutzen, Eierschalen oder Filterkippen kann man ja geteilter Meinung sein - aber es ist mir völlig unverständlich, wie Leute einfach ihren Plastik-, Glas-, und was weiß ich- Müll völlig ohne Not in der Natur lassen.
Am besten vor den Augen der eigenen Kinder.


Das einzig gute daran ist, dass man bei gegenteiligem Verhalten gleich alle Sympathien hat:

Letzten Sommer mit paar Leuten eine Nacht am Steinhuder Meer gezeltet. Lagerfeuer direkt am "Strand", obwohl dort Verbotsschilder waren. Na ja, hatten uns auch ganz gut ausgebreitet, war eher Umtrunk als besinnliches "Outdooring".
Am nächsten Morgen beim "Reinemachen" (Mülleimer war keine 100m entfernt) meinten ein paar ältere Frauen völlig erstaunt: "Ihr seid die ersten, die ihren Müll wegbringen." Traurig.


Es gab hier einen schönen Platz am Rande der Stadt, ein sehr idyllisches Plätzchen an einem kleinen Bach, wo ich früher gerne mal abends unter der Woche im Sommer ein bissl "gechillt" habe. Irgendwann auf einmal ein Schild: Betreten Verboten, Privat. Hm, rumgeflucht auf's System :bg: und sich halt trotzdem niedergelassen. Um uns herum einiges an Müll.
Nach einiger Zeit kam eine Frau vorbei und fing an, uns wegen des Mülls zur Minna zu machen und auf's Privatgelände zu verweisen. Obwohl wir da mit 'nem Bier in der Hand saßen (generell kein +Punkt beim ersten Eindruck :bg: ), hat sie uns schnell geglaubt, dass der Müll nicht von uns war, und wir genauso angepisst von dem ganzen Dreck waren wie sie. Natürlich war das Schild aufgrund des zunehmenden Mülls dort angebracht worden, ich konnte es niemandem verdenken.
Sie hat uns dann dort sitzen lassen.

In jugendlichem Leichtsinn habe ich auch mal mit nem Kumpel in Holland(!) zwei Nächte(!) völlig offensichtlich(!) am Badestrand(!) gezeltet (waren im Dunkeln angekommen). Würde ich heute natürlich nicht mehr machen und auch keinem empfehlen.
Aber wir haben unseren Müll gewissenhaft im Müllsack gehortet und uns hat niemand behelligt, obwohl sogar irgendwelche "Strandbehörden-fahrzeuge" dort entlang fuhren. Ich vermute mal, da hat Dreistigkeit gesiegt. Die dachten wohl alle, dass wir da ne Erlaubnis haben oder so, weil es einfach zu offensichtlich war.

Jedenfalls, obwohl unsere Welt in erster Linie wohl weniger wegen dem "Wanderermüll" im Wald dem Untergang entgegen geht, könnte ich bei Müllhaufen in Wald und Flur echt an die Decke gehen.

Gecko
11.03.2014, 20:57
Ich habe mal bei unserer Gemeinde nachgefragt ob ich gesammelten Müll dort kostenlos entsorgen kann.
(Bei uns wird der Müll gewogen und Kiloweise bezahlt...)

Die Antwort war leider nein, denn die Befürchtung der Gemeinde ist dass dann jeder seinen Müll über die Gemeinde entsorgen will unter dem vorwand diesen in Feld und Flur gesammelt zu haben... :-?

Aber ich könne mich gerne der Aktion Sauberer Landkreis (http://www.abfallratgeber.bayern.de/meldungen/detailansicht.htm?tid=24990)anschließen... :roll:

Seit dem nehme ich keine größeren Mengen fremden Müll mehr mit... :-?

Grüße
Thomas

Danke für die Rückmeldung; werde mich dann vor den nächsten Wanderungen und Spaziergängen mal beim Umweltbetrieb hier kundig machen (sobald ich wieder etwas mehr Zeit habe.... :( )

Philipp
12.03.2014, 11:02
Bei uns wird der Müll gewogen und Kiloweise bezahlt...


Dieses Konzept ist ein typischer Schreibtischtäterauswurf. Klingt erst mal gut ("wer viel Müll produziert, zahlt auch viel"), geht aber vollkommen an der Wirklichkeit vorbei ("wer viel Müll produziert, entsorgt ihn halt in Wald, Flur und auf Autobahnrastplätzen"). Die - meist höheren - Entsorungskosten fallen halt dann an anderer Stelle an :-?.


Seit dem nehme ich keine größeren Mengen fremden Müll mehr mit... :-?

Schönes Nebeneffekt :(. Eigentlich sollte man, sofern man so vorbildlich ist wie Du und fremden Müll sammelt, ihn der Gemeinde vors Rathaus kippen :motz:.

PhileasFogg
28.02.2016, 09:34
Bei mir ists so, dass ich organischen Abfall im Wald lasse und alles andere wieder mitnehme. Das entsorge ich dann in einer Tonne im nächsten Ort. Wenn nichts anderes da ist, dann landet mein Müll auch schon mal in einer privaten Mülltonne. Ich produziere unterwegs nicht viel Müll, da halte ich das für zumutbar. Ich halte es da mit dem Grundgesetz: Eigentum verpflichtet. Mich dazu, meinen Müll nicht in die Natur wegzuwerfen, den Mülltonnenbesitzer dazu, in Ausnahmefällen geringe Müllmengen zu akzeptieren. Gab aber noch nie Probleme und wenn ein Grundstücklesbestitzer grad vorm Haus werkelt, frage ich bevorzugt dort, weil ich dann auch meistens noch bitte, meine Wasserflasche aufzufüllen.

Organischer Abfall sind bei mir Kaffeesatz, den ich abseits von Rastplätzen verteile, Apfelstiele, Karottenstumpen oder Bananen-, Kartoffel-, Zwiebelschalen usw. Alles, was mehr als eine Handvoll ist, verbuddele ich, genauso wie sie selbstproduzierten organischen Abfälle :) . Auch wenn die Abfälle kompostierbar sind, finde ichs einfach nicht schön, wenn das sichtbar rumliegt. Ich nehme gerne Obst und Gemüse mit. Ist zwar schwer im Vergleich zur Energiedichte, aber lecker und bringt mit der eigenen Schale eine ökologische Superverpackung mit :) Citrusfrüchte mag ich unterwgs nicht, weil die so kleben. Taschentücher landen im Müllbeutel.

Als Müllbeutel nehme ich die dünnen Obstbeutel aus dem Supermarkt und hänge die beim Kampieren gut sichtbar, aber für Tiere schlecht erreichbar auf. Hatte da morgens mal einen Siebenschläfer drin, der rein, aber nicht mehr rauskam und erstmal befreit werden musste. Seither verknote ich die locker und hänge sie dann erst auf. Auf dem Weg leere ich die Tüte in Ortschaften nur aus und verwende sie weiter, am Ende der Tour fliegt sie dann ganz mit weg.

Hatte übrigens vor einigen Jahren ein schönes Gespräch mit einem Förster, der auf mich aufmerksam wurde, weil ich wild kampiert habe. Er deutete dann im Gespräch auf die am Ast hängende Tüte und meinte, dass ja schon von weitem sichtbar sei, dass ich nichts liegenlasse. Die Tüte hat ihn offenkundig schon von Ferne entspannt.

kartollchen
24.04.2016, 23:07
Sehr vorbildlich!
Und man kann sich ja eben auch wirklich genau so vorbereiten dass man das meiste an Verpackungsmüll gleich mal zu Hause lässt und alles fest einpackt, es gibt eben für alles eine Möglichkeit wenn man denn will!

Dogmann
25.04.2016, 15:06
Ich muss sagen das ich da wo ich mit den Hunden öfters gehe, auch Flaschen und evtl. Müll mitnehme-aber das hat den Grund der Verletzung für die Hunde. Weil der nächste schmeist die Flaschen dann kaputt .

trailfux
31.07.2016, 13:31
Hmm,
ich hab eigentlich immer nen Plastikbeutel oder ähnliches mit(zum Beispiel aus dem Supermarkt). In Japan hatte ich das auch bisher keinen Mangel weil du selbst bei kleinsten Scheiß nen doofen Plastebeutel bekommst. Nervt schon ziemlich. Bei allen Bergwanderungen hier hab ich meisten auch meine Verpflegung in nem Convience Store gekauft und die Tüte als Müllbeutel. Kommt dann halt entweder in oder an den Rucksack und wird nach der Tour dann entsorgt.
Bei meinen längeren Touren hab ich das bisher auch immer so gehandhabt und bei entsprechender Gelegenheit immer dann den Müll entsorgt. Wobei ich meisten die Lebensmittel eh in Zippbeutel umfülle, um nicht noch zusätzlich Verpackungskram durch die Wildnis zu schleppen. Und die Zippbeutel kannst du nach der Tour auch wiederverwenden.

porzellan
01.08.2016, 13:38
Fremdmüll in der Landschaft sichten finde ich spannender als Pokémon Go ...

Der Verdienst durch Pfandflaschensammeln an beliebten Naturfeierplätzen entlohnt mich angemessen dafür, dass ich unterwegs routinemäßig fremden Müll eintüte und korrekt entsorge.

Jede herumliegende Flasche und Dose, auf die mein kurzsichtiger Blick fällt, ist wie ein geschenktes Rubbellos: Ich sehe erst, ob es Pfandleergut ist, wenn meine Nasespitze dranklebt.

Scrat79
01.08.2016, 13:59
Jede herumliegende Flasche und Dose, auf die mein kurzsichtiger Blick fällt, ist wie ein geschenktes Rubbellos: Ich sehe erst, ob es Pfandleergut ist, wenn meine Nasespitze dranklebt.

:hahaa: 5sterne
Nette Einstellung! Muss auch mal wieder öfters meinen Drecksack (http://www.naturzeit.com/deuter-drecksack-dav.html)ausführen.

porzellan
01.08.2016, 16:09
:hahaa: 5sterne
Nette Einstellung! Muss auch mal wieder öfters meinen Drecksack (http://www.naturzeit.com/deuter-drecksack-dav.html)ausführen.

Das Behältnis mit dem despektierlichen Namen habe ich mir sofort zum Vorbild genommen, nachdem ich hier heute davon gelesen hatte: Habe einen alten Packsack von Mülltec - ehm: Mil-Tec - zur wiederverwendbaren, da waschbaren Fremdmülltüte ernannt.

ronaldo
01.08.2016, 16:13
...Muss auch mal wieder öfters meinen Drecksack (http://www.naturzeit.com/deuter-drecksack-dav.html)ausführen.

OT: hast du neuerdings einen Hund? :bg:

Scrat79
01.08.2016, 16:29
OT: hast du neuerdings einen Hund? :bg:

:hahaa: Den Part überlass ich Shalea. :bg:

Markus K.
01.08.2016, 17:06
Ich habe noch keine gelbe Säcke im Dreierpack herumliegen. Die gab es mal für Autofahrer. Sie wiegen kaum was, nehmen kaum Platz weg und sind für alles Mögliche zu gebrauchen. Somit erste Wahl auch für die UL-Fraktion.

Wenn Interesse besteht, kann ich bei den nächsten Treffen ein paar verteilen.

gebaeckstueck
12.09.2016, 13:54
Hallo zusammen. Habe jetzt nur die erste Seite vom Thread gelesen, deswegen keine Ahnung ob schon genannt.
Aber wäre hinsichtlich geruchs- und auslaufdichtigkeit nicht so ein günstiger wasserdichter Packsack (z.B. Globetrotter Hausmarke o.Ä.) interessant? Gibt es ja schon in kleinen Größen, wiegt nicht viel und sollte wenn richtig verwendet vermutlich auch von innen einigermaßen dicht sein. Aufhängen kann man ihn im Normalfall auch.

Davon abgesehen gilt natürlich auch am Besten vor der Tour alles in wiederverwendbare Container umfüllen, sodass kein Abfall entsteht. Nüsse etc. in Ziploc Beutel usw usw.

klettermuddi
15.12.2016, 15:56
Wir nehmen immer unseren gesamten Müll mit, in der Regel auch organischen Müll. Auch Orangenschalen usw brauchen eine Weile, bis sie verrotten. Wenn akuter Platzmangel herrscht oder bei einem Tagesausflug an den Fels der "Müllbeutel" vergessen wurde, bleiben Bananenschale und Apfelkitsch (nennt es, wie ihr wollt :D ) auch mal ausnahmsweise in der Natur, aber die Regel ist das nicht. Wir kommen immer mit gefülltem Müllsack zurück und entsorgen es an der nächsten Mülltonne oder sogar erst zu Hause. Seit wir ein Kind haben, ist nun noch dazu gekommen, dass wir auch immer herumliegenden Müll von nicht so nachsichtigen Vorgängern mitnehmen, denn der Kleine hat gemäß seinem kindliche Eifer damit begonnen, Müll aufzuheben (macht er auf Spielplätzen auch immer und bringt es zur Tonne, weil "das darf man ja nicht auf den Boden schmeißen"). Für das nächste Kind würde ich mir aber noch eine Patentlösung für vollgeka*** Windeln wünschen, wie man die auf Touren geruchssicher verpackt bis zur nächsten Mülltonne :D

Prachttaucher
15.12.2016, 16:23
Die organischen Abfälle - soweit nicht irgendwo unauffällig entsorgt - stören mich auch. Besonders in Schutzhütten ist es leider oft üblich, seine Eierschalen einfach auf den Boden zu werfen. Konnte ich neulich im Harz sogar live miterleben. Habe mich dann natürlich sehr unbeliebt gemacht "Hach wieso... die Tiere wollen doch auch was". Mein gespendeter Müllbeutel wurde nur sehr unwillig angenommen. In der Hütte stank´s zudem nach Zwiebel - :grrr: Zwiebelschalen vom Vorgänger.

;-) Soll ja auch Leute geben, die sich nachts dort aufhalten und dort dann bestimmt nicht alleine sind.

Orangen- oder Bananen-Schalen findet man auch häufig.

Ditschi
15.12.2016, 17:22
Das Thema leidet an einem Manko: wenn man es diskutiert, trifft man ausschließlich auf Menschen, die nie Abfall zurücklassen. Nicht nur das. Sie nehmen auch den Abfall der anderen mit. Sehr löblich. Daher herrscht seltenes Einvernehmen: Lob des eigenen Verhaltens, Entrüstung über alle Abfallsünder. Das ist nicht nur hier so, sondern gilt bei dem Thema generell, egal, in welchem Umfeld man es anspricht. Nur: wer sind die anderen? Phantome!
Ditschi

findkfn
15.12.2016, 17:38
Ich denke das liegt daran das eigentlich jeder weiss das die Argumente für "ich lass meinen Müll im Wald liegen" recht dünn gesät sind.

Ditschi
15.12.2016, 18:13
Klar. Deshalb sind ja alle einer Meinung. Und das Thema wird unergiebig. Können sich nicht mal ein paar der user zu Wort melden, die ihren Müll liegen lassen? Irgendwo muß der doch herkommen?
" Ich nehme meinen Müll mit und den der anderen auch" habe ich jetzt oft genug gehört.
Ditschi

findkfn
15.12.2016, 18:38
Mehr als "Ich nehme keinen Müll von anderen Leuten mit" kann ich leider auch nicht bieten :grins:

Todden
15.12.2016, 19:49
Ich gestehe, mir ist bestimmt schon einmal ein benutztes Papiertaschentuch oder Bonbonspapier aus der Hosentasche gefallen und ist liegen geblieben. Mein Dank gilt dem Unbekannten der den Müll aufgehoben und fachgerecht entsorgt hat. :ignore:

AlfBerlin
15.12.2016, 21:55
Es ist schon gut, wenn wir, die wir den eigenen Müll mitnehmen und auch noch den Müll von anderen Leuten, uns gegenseitig bestätigen, dass wir nicht alleine sind.

Also ich bin zufrieden, dass der Müll auf meinen Wiederholungsstrecken über die Jahre abgenommen hat. Und das kann nicht nur an mir alleine liegen. Es wird vermutlich weniger weggeworfen und mehr mitgenommen. Oder liegt es daran, dass das Fernsehprogramm besser geworden ist und das Internet? Dort kann man sich jetzt ja auch Outdoor reinziehen, ohne rauszugehen.

klettermuddi
16.12.2016, 11:22
Das Thema leidet an einem Manko: wenn man es diskutiert, trifft man ausschließlich auf Menschen, die nie Abfall zurücklassen. Nicht nur das. Sie nehmen auch den Abfall der anderen mit. Sehr löblich. Daher herrscht seltenes Einvernehmen: Lob des eigenen Verhaltens, Entrüstung über alle Abfallsünder. Das ist nicht nur hier so, sondern gilt bei dem Thema generell, egal, in welchem Umfeld man es anspricht. Nur: wer sind die anderen? Phantome!
Ditschi

Naja, aber das liegt m.E. nach daran, dass ich mich in der Regel mit Gleichgesinnten darüber unterhalte ;) Ich meinem - nennen wir es - "Outdoor-Freundeskreis" ist kein einziger Abfallsünder dabei. Würde ich jemanden von meinen Freunden dabei erwischen, würde ich auch mal Stunk machen. Einmal habe ich einen Bekannten dabei erwischt, wie er Papierchen vom Energieriegel "vergessen" wollte, aber ansonsten sind das alles vernünftige Menschen.

Mus
16.12.2016, 12:10
Für das nächste Kind würde ich mir aber noch eine Patentlösung für vollgeka*** Windeln wünschen, wie man die auf Touren geruchssicher verpackt bis zur nächsten Mülltonne :D
Wir hatten in der "Kakaduzeit" den hier (https://www.globetrotter.de/shop/sea-to-summit-trash-dry-sack-121871/) dabei. Eigentlich finde ich den etwas übertrieben vom Preis her und schwerer und sprerriger als eine Tüte ist er auch, aber praktisch ist er halt schon denn da stinkt kaum was raus und ich riskiere nicht, dass er platzt, ausläuft,... und er lässt sich auch gut außen dran befestigen. Gegenüber einem normalen Packsack ist der Vorteil das er kurz und breit ist und sich eine Mülltüte darin gut befestigen lässt.



Das Thema leidet an einem Manko: wenn man es diskutiert, trifft man ausschließlich auf Menschen, die nie Abfall zurücklassen. Nicht nur das. Sie nehmen auch den Abfall der anderen mit. Sehr löblich. Daher herrscht seltenes Einvernehmen: Lob des eigenen Verhaltens, Entrüstung über alle Abfallsünder. Das ist nicht nur hier so, sondern gilt bei dem Thema generell, egal, in welchem Umfeld man es anspricht. Nur: wer sind die anderen? Phantome!
Ditschi
Gut dann oute ich mich mal und petzte.

Apfelbutzen, Kirschkerne, Eierschalen (ungefärbt),... pflege ich auf Tour gelegentlich in mitteleuropäischen Wäldern jenseits des Weges und abseits von Rastplätzen "unsichtbar" und in Kleinstmengen unter Laub oder im Gestrüpp zu deponieren. Ebenso Klopapier (keine Taschentücher) nach dem großen Geschäft. Ich gehe davon aus, dass das kein Problem darstellt, weil es dort relativ bald verrottet, optisch und geruchlich nicht stört und keine Gefahr für Tiere darstellt. Ich lasse mich aber auch gerne belehren, wenn jemand gute Argumente hat. Bis zu der entsprechenden Diskussion hier im Forum habe ich auf Tagestouren immer noch Taschentücher statt Klopapier verwendet, weil die eh dabei waren. Dann bin ich umgestiegen.

Die Lütten muss ich abwechselnd daran hindern, alles hinzuschmeißen oder alles (und ich meine wirklich alles!) mitzunehmen.

Mit meiner Mutter bekomme ich mich immer wieder in die Wolle, weil sie alles was sie zu Hause auf den Kompost packt (und das ist eine ganze Menge), prinzipiell liegen lässt wo es anfällt auch wenn es z.B. eine viel genutzte Ruhebank 300 Meter vom Ort ist "Hab dich nicht so, verrottet doch!" - ja,fragt sich nur wann. Dass nervt mich vor allem, wenn die Kinder auch dabei sind.

Ansonsten kann ich immer wieder mal Hinschmeißer beobachten. Ich habe mir aber abgewöhnt sie anzusprechen. Das ist i.d. Regel genauso fruchtlos und unangenehm bis manchmal bedrohlich wie bei Falschparkern und den schwarzen Schafen unter den Hundebesitzern.

cast
16.12.2016, 19:26
Das Thema leidet an einem Manko:

Nicht nur das Thema.
Alles was so aufs Tapet gebracht wird, wo es um persönliches Verhalten geht, wird durch die aktuelle PC geregelt, da wird niemand gegen öffentlich verstoßen. Sieht man mittlerweile ja sogar bei Umfragen vor Wahlen.

und in diesem Forum besonders.

Spartaner
16.12.2016, 21:31
Das Thema leidet an einem Manko: wenn man es diskutiert, trifft man ausschließlich auf Menschen, die nie Abfall zurücklassen. Nicht nur das. Sie nehmen auch den Abfall der anderen mit. Sehr löblich. Daher herrscht seltenes Einvernehmen: Lob des eigenen Verhaltens, Entrüstung über alle Abfallsünder. Das ist nicht nur hier so, sondern gilt bei dem Thema generell, egal, in welchem Umfeld man es anspricht. Nur: wer sind die anderen? Phantome!

Ich gestehe: ich habs getan. Schriftlich niedergelegt und für die Öffentlichkeit zum Nachlesen: http://livlandfahrer.bplaced.net/ObereTheiss2010.htm (auf Seite 19 des PDF).

Abt
16.12.2016, 21:46
Danke für den Tip mit der Quelle der weißen Tisa im Svidovetz!

klettermuddi
19.12.2016, 13:25
Wir hatten in der "Kakaduzeit" den hier (https://www.globetrotter.de/shop/sea-to-summit-trash-dry-sack-121871/) dabei. Eigentlich finde ich den etwas übertrieben vom Preis her und schwerer und sprerriger als eine Tüte ist er auch, aber praktisch ist er halt schon denn da stinkt kaum was raus und ich riskiere nicht, dass er platzt, ausläuft,... und er lässt sich auch gut außen dran befestigen. Gegenüber einem normalen Packsack ist der Vorteil das er kurz und breit ist und sich eine Mülltüte darin gut befestigen lässt.



Danke für den Tipp, ich speicher mir das mal für die Zukunft ;)

Philipp
23.12.2016, 08:45
Danke für den Tipp, ich speicher mir das mal für die Zukunft ;)

Hmm, warum so kompliziert? Windel in eine dünne Plastiktüte (z.B. diese dünnen Dinger vom Obst- und Gemüseverkauf), zuknoten, außen an die Kraxe oder den Rucksack hängen und im nächsten Mülleimer entsorgen.

Wegen Ditschis Bitte, auch mal Meldungen von der anderen, der dunklen Seite beizusteuern: Also ich mach' den Ölwechsel an der Rohloff immer im Wald! :grins:

rolfing
07.01.2017, 13:32
Die Anzahl der Verschmutzer ist meiner Erfahrung nach relativ klein. Dafür sind die Verschmutzer jedoch wiederum sehr aktiv, wie z.B. Jugendliche, die sich mehrmals pro Woche am Dorfrand treffen und stets einen Müllberg hinterlassen. Das Schlimme ist, dass sie in diesem Alter überhaupt keine Einsicht zeigen. Ich hätte da noch schlagkräftigere Argumente, aber dann gibt es Theater mit Eltern, ggf. Polizei etc. :-?

Wanderreiterin
10.01.2017, 16:15
Ich nehme immer einen großen Ziplock als Müllbeutel. Der wird dann bei Gelegenheit in den Mülleimer ausgeschüttet und fertig. Ausserdem musste ich feststellen, dass es mir ummöglich ist, auch nur ein Bonbonpapier zu verlieren: Mein Hund sammelt alles was nach mir riecht ein und bringt es mir zurück. Ich habe ihm das eigentlich für Schlüssel etc. beigebracht, aber als mir neulich ( unbemerkt) ein Bonbonpapier aus der Tasche gefallen ist, brachte mir mein Hund das Papier im Maul und stubste mich solange an, bis ich es kapiert habe...

Leider macht er das auch mit Geocaches, die ich in der Hand hatte - bin mehr als einmal schon zurück gelaufen und durfte den Cache wieder verstecken :ignore:

conuma
31.01.2017, 12:23
Mittlerweile achte ich schon beim Packen darauf, dass gar nicht erst so viele Verpackungen im Rucksack landen, die es später zu entsorgen gilt. Das mit den Windeln kenne ich auch - da hilft nur mitnehmen bis zum nächsten Mülleimer. Sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein.

lotrecht
01.02.2017, 22:50
Wie macht ihr das eigentlich in Ländern in denen es keine Müllwirtschaft gibt? Ich versuche immer schon beim Einkaufen auf Müll zu verzichten. In Südamerika bekammt man ja für jeden Mist gleich noch eine Bolsa mit, die haben wir immer dankend abgelehnt. Allerdings haben wir uns da auch den Einheimischen angepasst. Heißt soviel wie irgendwo (leider eigentlich überall!:roll:) gibts Müllberge wo jeder sein Müll ,,entsorgt" das haben wir dann auch gemacht. In Gegenden wo es noch keinen Müll gab haben wir tunlichst alles mitgenommen, bis zur nächsten Ortschaft wo die Straßen wieder Müllkippen glichen, da landete unser Müll auch drauf. Nicht schön, aber was soll man machen?

Mus
02.02.2017, 09:12
Es ist ja bereits ausreichend, abgelegenere Wege zu gehen und wild zu zelten. Wir sind bislang ja ausschließlich im zivilisierten Mitteleuropa unterwegs und haben Müll auch schon mehrere Tage mitgeschleppt. Es steht längst nicht an jedem Waldrand und in jedem Ort ein öffentlicher Mülleimer und wenn, dann finde ich es auch nicht O.K. bei dem einen Eimer meine Tagesration an Müll zu entsorgen. Ich finde von daher den oben genannten Sack gar nicht so schlecht. Den kann man getrost außen dran hängen ohne dass es blöd aussieht, stinkt, die Mücken angezogen werden und womöglich noch der ganz Krempel mitten in der Pampa verloren geht.

Wir entsorgen den Müll meist dort, wo wir einkaufen (wenn wir nicht auf dem Zeltplatz übernachten). Das finde ich O.K. Wer an mir Geld verdient, weil er mir verpacktes Zeug verkauft, der muss auch meine Verpackungen entsorgen. Wenn ich die Verpackungen mit Inhalt vom Laden bis zum Essen tragen konnte, kann ich sie auch vom Essen bis zum nächsten Laden tragen. Wenn die Abstände dazwischen größer sind, kann der oben genannte Sack hilfreich sein. Im Übrigen essen wir oft beim Laden gleich mal auf, was rein geht (Tante Emma Läden haben erfreulich häufig eine Bank vom Laden) oder wenn's dort sehr hässlich ist irgendwo in der Nähe. So kann der Müll gleich dort bleiben bzw. wir haben sogar die Möglichkeit Joghurt und Getränke in Pfandflaschen zu kaufen und gleich zurück zu geben.

Windeln sind allerdings ein echtes Problem, da haben wir auch schon gefragt, ob wir eine private Tonne benutzen dürfen.

resistance01
07.02.2017, 12:26
Mehr als "Ich nehme keinen Müll von anderen Leuten mit" kann ich leider auch nicht bieten :grins:

Ich nehme den Müll anderer Leute des Öfteren mit. Wer mehr nachdenkt, muss halt mehr machen... ;-)
Manchmal führt das Sammeln von Müll an stärker frequentierten Orten auch dazu, dass sich spontane Nachahmer finden.
Der effekt ist dann doch erstaunlich.

EinfachIch
07.02.2017, 14:20
[...]wie z.B. Jugendliche, die sich mehrmals pro Woche am Dorfrand treffen und stets einen Müllberg hinterlassen. Das Schlimme ist, dass sie in diesem Alter überhaupt keine Einsicht zeigen. Ich hätte da noch schlagkräftigere Argumente, aber dann gibt es Theater mit Eltern, ggf. Polizei etc. :-?

Das heißt Du findest es gerechtfertig, die Jugendlichen dafür zu prügeln?
Schade, dass solche Statements immer öfter im Internet kommentarlos hingenommen werden. :ignore:

Mus
07.02.2017, 15:23
Das heißt Du findest es gerechtfertig, die Jugendlichen dafür zu prügeln?
Schade, dass solche Statements immer öfter im Internet kommentarlos hingenommen werden. :ignore:
Etwas schreiben/sagen und es dann so tatsächlich auch meinen/tun sind zwei verschiedene Dinge. Meine Mutter drohte mir bei besonders waaghalsigen Manövern auf dem Fahrrad oder beim Klettern immer damit, mir den Hintern zu versohlen, falls ich runterfalle. Ich habe das schon als jüngeres Kind nicht geglaubt, sondern nur als Ausdruck besonderer Besorgnis und Hilflosigkeit gesehen. Mein Lateinlehrer -ein gutmütiger Typ - droht bei besonders dämlichen Übersetzungsfehlern nie mit schlechten Noten, sonder damit uns aus dem Fenster zu werfen ohne es vorher aufzumachen, was immer zu wildem Gekichere und Überwindung der peinlichen Situation führte.

Philipp
08.02.2017, 08:41
Meine Mutter drohte mir bei besonders waaghalsigen Manövern auf dem Fahrrad oder beim Klettern immer damit, mir den Hintern zu versohlen, falls ich runterfalle.

Gewalt ist keine Lösung!
.
.
.
Wenn man nur drüber spricht...:bg:

Fernwanderer
08.02.2017, 09:04
Das heißt Du findest es gerechtfertig, die Jugendlichen dafür zu prügeln?
Schade, dass solche Statements immer öfter im Internet kommentarlos hingenommen werden. :ignore:

Statement eines Familientheoretikers?
Was Mus beschreibt, ist etablierte innerfamiliäre Praxis: Bestechung, Nötigung, Erpressung und die Androhung roher Gewalt. Es wird ein ganzheitliches, Körpersensation zumindest theoretisch inkludierendes Konzept haptischer Pädagogik verfolgt.
Im Kontext pekuniär motivierter Pädagogik ist dergleichen aus unterschiedlichen Gründen nicht angeraten, wohingegen ehrenamtliche Pädagogik, die sich der familiären Strategie anzuschmiegen sucht, nicht von vornhinein zu verwerfen ist.

Mus
08.02.2017, 09:27
Die Anzahl der Verschmutzer ist meiner Erfahrung nach relativ klein. Dafür sind die Verschmutzer jedoch wiederum sehr aktiv, wie z.B. Jugendliche, die sich mehrmals pro Woche am Dorfrand treffen und stets einen Müllberg hinterlassen. Das Schlimme ist, dass sie in diesem Alter überhaupt keine Einsicht zeigen.
Ich fände es zu kurz gesprungen, einfach "die Jugend" dafür verantwortlich zu machen. Zum einen ist es auch da nur eine kleine (dafür aber sehr gut sicht- und vor Allem hörbare) Gruppe, wärend das Gros sich zu benehmen weiß (zumindest was den Müll außerhalb des eigenen Zimmers anbelangt:ignore:). Zum anderen sind solche dissozialen Gruppen oder Subjekte in allen Altersschichten auszumachen. Und ich finde es ehrlich gesagt viel schlimmer, wenn ich Personen im Alter meiner Eltern dabei beobachten kann, wie sie einfach ihren Müll von sich werfen - da hab ich viel mehr Hemmungen sie anzusprechen, die motzen noch überzeugter frech zurück und es besteht keine Hoffnung mehr, dass sie es noch lernen. Oder die Eltern, die mit ihrem Boot eine Sandbucht am Fluss angesteuert haben, wo wir gerade badeten, freundlich gegrüßt, Kleinkind gewickelt, Windel zusammengefaltet und mit hohem Bogen in die Flussmitte geschleudert, freundlich gegrüßt, weitergefahren. Ich war sprachlos.
Und der Bauschutt, über den ich im Wald regelmäßig stolpere, ist vermutlich auch von Personen deutlich über 18 dort abgelagert worden.

Lobo
08.02.2017, 09:36
Statement eines Familientheoretikers?
Was Mus beschreibt, ist etablierte innerfamiliäre Praxis: Bestechung, Nötigung, Erpressung und die Androhung roher Gewalt. Es wird ein ganzheitliches, Körpersensation zumindest theoretisch inkludierendes Konzept haptischer Pädagogik verfolgt.
Im Kontext pekuniär motivierter Pädagogik ist dergleichen aus unterschiedlichen Gründen nicht angeraten, wohingegen ehrenamtliche Pädagogik, die sich der familiären Strategie anzuschmiegen sucht, nicht von vornhinein zu verwerfen ist.

Das ist gut... muss ich mir merken.... nee lieber aufschreiben. :grins:

Philipp
08.02.2017, 10:48
haptische Pädagogik

Sehr gute Formulierung! Könnte glatt von mir sein :baetsch:! Ich spreche ansonsten lieber verschwurbelnd von der "führenden väterlichen Hand", "haptische Pädagogik" klingt aber einfach moderner ;-).

Früher hieß es "Wer nicht hören will muß fühlen!" und das Konzept stimmte auch. Jeder, der Umgang mit eigenen und anderen Kindern hat, weiß, daß Worte für'n Ar%%% sind - unser elterliches Geschwafel interessiert die Kinder einen Kehricht. Das Erlebnismoment der haptischen Pädagogik hingegen hält länger vor.
Mich kotzen abfallwegwerfende Jugendliche genauso an wie solche Erwachsene, denke aber, daß die Erwachsenen so sind, weil sie eben im Kindes- und Jugendalter nicht klar erzogen wurden. Ich kenne selber genug Kinder (lieb und nett und an sich wohl erzogen), die z.B. beim draußen gefeierten Kindergeburtstag vollkommen selbstverständlich direkt vor mir das Bonbonpapier fallen lassen. Das hätte mir in dem Alter einmal passieren sollen! Und was Servetchen nicht lernt [i.e. beigebracht bekommt] lernt Servet auch nicht mehr.

Edith sagt, ich solle noch auf das unterhaltsame Lied "Learning by burning" von Stoppok hinweisen. So geht ganzheitliches Lernen.

Pfad-Finder
08.02.2017, 11:16
Der Pädagogik-Exkurs ist jetzt bitte beendet.
Sonst kommt hier ein ganzheitliches, temporäre Exklusion zumindest theoretisch inkludierendes Konzept Punktual-pönaler Pädagogik zur Anwendung.:cool:

atlinblau
08.02.2017, 13:10
Vorlesung vor 22 Jahren zum Abfallrecht, insbesondere das Kreislaufwirtschaftsgesetz:

"Bisherige Praxis beim Umgang mit Abfällen waren die vier "v"...
vergraben, versenken, verkaufen, verschenken ...."

Evolutionsbedingt ist der Mensch im Umgang mit Abfällen unerfahren - er stellte sich nie als zu lösendes Problem dar.
Der Umgang damit muss daher gelernt werden...und manche lernen langsam, dafür aber wenig.

Thomas

Fernwanderer
08.02.2017, 13:43
"Bisherige Praxis beim Umgang mit Abfällen waren die vier "v"...
vergraben, versenken, verkaufen, verschenken ...."
In meiner Vorlesung stand das vierte "v" für vergessen - als Gegensatz zum Abfallkataster.

schwimming4life
22.02.2017, 18:44
Also ich glaube Naturliebhaber lassen einfach keine Abfälle rum liegen. Natürlich hängt ganz viel davon von der Erziehung ab. Aber manchmal kann man auch machen was man will und die Kinder machen trotzdem was sie wollen. Ich sehe das oft bei meiner Schwester. Die hat einen 15 jährigen Sohn und trotz guter Erziehung hat er halt seinen eigenen Kopf. Meiner Meinung nach wird sich das aber sicher mit dem Alter legen :grins:

AlfBerlin
14.03.2017, 14:44
Ich lese einfach an jedem Rastplatz ein Stück Müll auf und nehm es mit, um es bei Gelegenheit ordentlich zu entsorgen. In diesem Fall eine Flasche ein Draht und eine Tabakverpackung. Außerdem habe ich einige Glasscherben aufgelesen:

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/2017-03-12_145549.jpg

Prachttaucher
14.03.2017, 15:33
Sehr gut - so ähnlich sah es bei mir neulich auch aus. Eine Bierflasche aus einer Schutzhütte im Brockengebiet habe ich bis zum heimischen Supermarkt mitgenommen und noch :oldman: 8 Cent dran verdient. Dürfte aber noch etwas neuer gewesen sein wie Deine.

Hatte schonmal die Idee, ob man nicht einen entsprechenden Foto-Thread macht, für Sachen die man unterwegs einsammelt. Wäre vielleicht ein zusätzlicher Anreiz und würde das ganze mehr ins Bewußtsein rücken ?

Glenfiddich
14.03.2017, 20:33
Manchmal ändern sich Dinge ja auch in (Lebens-) Jahren.

Mit 13 hatte ich die monatliche Aufgabe ein Sack Müll mit dem Fahrrad zur örtlichen Müllkippe zu bringen. Fand ich blöd und so habe ich einmal einen Sack beim naheliegenden Bauern im Graben entsorgt. Blöd das der Bauer eine Adresse im Sack fand und meine Eltern informierte. (Nein er ist nicht zur Polizei gegengen :ignore:). Auf die Frage meines Vater wohin ich den den Sack gebracht habe log ich,- was eine gewaltige Ohrfeige nach sich zog. Damalige Einsicht: keine, Unverständnis.

Mit 19 hielt ich mit meinem Auto an einem Kiosk ( hieß damals 1980 noch Trinkhalle :p ) an um mir Kippen zu kaufen. Natürlich mit laufenden Motor. Eine Mutter mit Kinderwagen meckerte mich an ich solle doch mein Auto ausmachen. Ich verstand überhaupt nicht was die von mir wollte!

Heute gehöre ich zu den Menschen die sorgsam darauf achten das kaum ein Fußabdruck von mir zurückbleibt. Ich sammel auch Müll von andern unterwegs auf. Letzten Sonntag in der Lüneburger Heide haben meine Frau und ich von Niederhaverbeck bis Willsede ein Gelage wegeräumt. 5 zerschlagene Bierflaschen 2 Schapsflaschen 22 Flachmänner 12 Bierflaschen. Den Müllsack habe ich von den Mädels in der Milchhalle bekommen.

Auf die teils anerkennenden Bemerkungen anderer Spaziergänger erwiederte ich einmal: Ich arbeite gerade meine Schulden aus Jugendtagen ab.

AlfBerlin
14.03.2017, 20:43
@Glenfiddich: :D Dann bist Du ja ein gutes Beispiel, dass auch aus schlimmen Buben noch was werden kann. 5sterne