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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wandern in wegloser Gegend



Dominik
26.11.2012, 18:25
Um die konstruktiven Vorschläge mal umzusetzen, starte ich einfach mal verschiedene Themen die auch in den Workshops besprochen werden.

Die 3 zentralen Fragestellung kann man dabei als Struktur im Kopf haben:
- Welche Auswirkungen hat mein Verhalten auf nachfolgende Menschen?
- Welche Auswirkungen hat mein Verhalten auf die regionale Fauna
- Welche Auswirkungen hat mein Verhalten auf regionale Flora

In diesem Thread also:
Wandern in wegloser Gegend.

Grüße
Dom

Jens2001
26.11.2012, 20:28
- Welche Auswirkungen hat mein Verhalten auf nachfolgende Menschen?

Wenn ich nicht wilde Sau spiele und mit 1-3 Leuten unterwegs bin garkeine, denn in Weg losem Gelände sind die Spuren zur Seite gedrücktes Gras etc. längst verschwunden bis der Nächste kommt, meist liegt sogar eine oder viele Ruheperioden der Vegetation mit viel Schnee dazwischen bis der nächste kommt. Nach Möglichkeit nutz man die Tierpfade um voran zu kommen oder die Grenzschichten zwischen verschiedenen Vegetationsarten oder geht oberhalb der Baumgrenze oder in kleinen Bachläufen, da anders kein Fortkommen möglich ist.
Ich hatte schon mehrfach das Vergnügen nach ein paar Jahren meinem alten Track zu folgen es gibt keine Spuren Punkt.
Einen Vorteil sehe ich, die von Steinen Ästen Dornen befreiten Standplätze für das Zelt machen bei erneutem Besuch weniger Arbeit zu beräumen, Feuerstellen sind überwachsen.

- Welche Auswirkungen hat mein Verhalten auf die regionale Fauna

Tier werden kurzzeitig beunruhigt wie beim vorübergehen eines Beutegreifers oder Rivalen

- Welche Auswirkungen hat mein Verhalten auf regionale Flora

keine


Ich habe in Südamerika die Reste von ehemaligen Siedlungen gesehen, diese sind komplett überwachen, ebenso die Tempel im Regenwald das beste Beispiel ist Ancorvat nur mit dem Unterschied, dass wir heute nicht mehr so dauerhaft bauen, von uns wird man also weit weniger finden.

lg

Atze1407
26.11.2012, 20:34
Ich schließe mich dem gesagten von Jens2001 an. Dies sind auch meine Erfahrungen,nach Jahrzehnten in Wald und Flur.

LG
Atze1407

bader82
28.08.2014, 18:09
Ich denke auch, wenn man nicht gerade wie ein wildgewordener Elefant durch die Gegend läuft, Äste abbricht oder ganze Pflanzenbestände zerstört, erholt sich die Natur ganz schnell wieder. Durchlaufen und an geeigneter Stelle für eine Nacht ein Zelt aufstellen ist meiner Meinung kein Problem.
Vorausgesetzt natürlich man nimmt auch wieder alles mit, was man mitgebracht hat.

Auch was die Fauna betrifft, schließe ich meinen Vorrednern an. Ein vorbeilaufender Mensch wird die Tiere ganauso viel oder wenig stören, wie ein vorbeilaufendes Raubtier. Dass man sich von Nestern und Jungtieren fernhalten soll, versteht sich ja von selbst.

RobMenzel
29.08.2014, 14:49
Holt einen 2 Jahre alten Fred aus der Versenkung :o

findkfn
29.08.2014, 20:52
"Versenkung" ist gut bei einem Thread von Seite eins...
Zumal das Thema an Aktualität sicher nicht abgenommen hat.

DerHummel
29.08.2014, 21:47
Ich wandere ausschließlich auf vorgegebenen Pfaden. Da verläuft man sich nicht, macht nichts kaputt und bringt sich nicht in Gefahr. Mag sein, dass ich dadurch langweilig bin, aber das macht mir nix aus. :-)

Ditschi
30.08.2014, 00:07
Jetzt haben wir auf die Eingangsfrage die beiden zu erwartenden Antworten:

" Ich laufe Querfeldein, mache aber nichts kaputt"

Und

" Ich laufe nicht querfeldein und mache deshalb nichts kaputt "

Die dritte mögliche Antwort: " Ich bin ein Trampel, laufe querfeldein und mache viel kaputt" .

Ob die jemand bringt?

Ditschi

Ulv
30.08.2014, 07:29
So pauschal lässt sich das wohl kaum beatworten. Wer meint , wenn er in einem kleinen Bach läuft und dabei keinen Schaden anrichten kann, ist einfach naiv. Äste abzubrechen wegen eines Zeltplatzes ist für mich auch nicht so der " Brüller".
Unter einem Seeadlerhorst Ende März durchzulatschen kann schon fatale Folgen haben.
"Wir" sind auch mehr als angesprochene Beutegreifer und erhöhen das Störpotential schon gewaltig.
Trotzdem werde auch ich im März durch den Sarek latschen, mich aber wenigstes bemühen so wenig wie möglich zu zerstören oder zu stören.
Ich glaube man stört immer irgendwie, gerade abseits der Wege und man tut gut daran sich immer zu hinterfragen.
Gruß aus Hamburg

StepByStep
30.08.2014, 09:58
Die Hauptfrage ist doch immer wie viele das in einer bestimmten Gegend machen: kommt selten wer in einem Gebiet weglos daher, ist keine Dauerhafte Auswirkung auf das Ökosystem zu erwarten, nimmt das stark zu dann schon.

Darum ist Weglos zu gehen in stark frequenteriter Gegenden abzulehnen, solange alternativ Wege da sind. Bestes Beispiel sind hier die Alpen unterhalb der Vegetationsgrenze...

Ulv
30.08.2014, 10:17
Die Hauptfrage ist doch immer wie viele das in einer bestimmten Gegend machen: kommt selten wer in einem Gebiet weglos daher, ist keine Dauerhafte Auswirkung auf das Ökosystem zu erwarten, nimmt das stark zu dann schon.

Darum ist Weglos zu gehen in stark frequenteriter Gegenden abzulehnen, solange alternativ Wege da sind. Bestes Beispiel sind hier die Alpen unterhalb der Vegetationsgrenze...

Genau das trifft wohl den Kern der Sache.

Ditschi
30.08.2014, 11:22
Zitat Stepbystep:kommt selten wer in einem Gebiet weglos daher, ist keine Dauerhafte Auswirkung auf das Ökosystem zu erwarten

Zumindest sind die Auswirkungen geringer, als wenn es viele machen. Das dürfte klar sein.

Aber " keine" dauerhaften Auswirkungen ? Da sehe ich das eher wie ulv in post 9. Um Wild in der Ruhezone zu stören, reicht einer. Geschieht das im Winter, können Tiere sterben durch den Energieverlust. Oder sich unwissend einem Seeadlerhorst so nähern, daß die Vögel ihn verlassen und die Küken sterben? Sieht man immer, was man anrichtet?
Tiere sind Menschen auf Wegen gewohnt. Das erlebe ich jedes Wochenende wieder. Man kommt ganz nah ran. Sie nehmen keine Notiz. Aber wehe, man setzt einen Fuß neben den Weg. Wilde Flucht!
Nachdenken und sich hinterfragen, ob es Tier und Pflanze wirklich nicht schadet, weglos zu gehen, ist wohl von ulv gut formuliert. Dazu gehört sicher auch, sich zu prüfen, ob es wirklich nötig ist, den Weg zu verlassen.
Ditschi

Prachttaucher
30.08.2014, 12:37
Oft reguliert sich das ganze auch von selbst : Da wo man durch dichte Vegetation müßte, zerstört man sicher mehr und schreckt eher Tiere auf, die sich dort Schutz gesucht haben. Das wäre mir schon aus rein praktischen Gründen zu mühsam. Wenn es da vorhandene Wege gibt nutze ich die gerne, oder versuche sonst eher ein solches Gebiet zu umgehen. Im Kahlfjäll, wo ich das dann eher schon mal mache, halte ich die Auswirkungen für geringer.

Gleiches gilt auch für die deutschen Wälder. Ich bin da teilweise schon verzweifelt, weil offizielle Wanderwege plötzlich im nichts aufhörten und man vor einem Dornengestrüpp stand. Mag ich überhaupt nicht und meine Ausrüstung auch nicht. Wenn das allerdings in einem offen zugänglichen Waldstück passiert und auf GPS erkennbar ist, daß in einigen 100 m der nächste Weg kommt, versuche ich dort zügig durchzugehen und bin mir dessen bewußt, daß ich ggf. Wild aufschrecke.

StepByStep
30.08.2014, 12:48
Zumindest sind die Auswirkungen geringer, als wenn es viele machen. Das dürfte klar sein.

Aber " keine" dauerhaften Auswirkungen ? Da sehe ich das eher wie ulv in post 9. Um Wild in der Ruhezone zu stören, reicht einer. Geschieht das im Winter, können Tiere sterben durch den Energieverlust. Oder sich unwissend einem Seeadlerhorst so nähern, daß die Vögel ihn verlassen und die Küken sterben? Sieht man immer, was man anrichtet?
Ditschi

Naja Ditschi, das sind aber wenn das nur ganz wenige machen Einzelschicksale von Tieren oder Pflanzen... Betrachtet man es auf einer passenderen Skala sagt uns die Störungsökologie, dass es, solange es eben bei Einzelfällen bleibt, das dynamische Gleichgewicht in einem Raum nicht wirklich verändert.

ronaldo
30.08.2014, 16:03
...Die dritte mögliche Antwort: " Ich bin ein Trampel, laufe querfeldein und mache viel kaputt" .

Ob die jemand bringt?


Ja. Ich bin ein Trampel usw... :bg:
Zwar bewege ich mich vorsichtig und versuche, so wenig Spuren wie möglich zu hinterlassen, aber seien wir doch mal ehrlich: In unserer Kulturlandschaft, im festen Griff der industrialisierten Landwirtschaft, ist es mir piepegal, ob ich einen Grashalm knicke oder ein Reh aufschrecke.

Ditschi
30.08.2014, 16:31
ist es mir piepegal, ob ich einen Grashalm knicke oder ein Reh aufschrecke.

Das klingt jetzt etwas bagatellisierend. Auch in unserer Kulturlandschaft gibt es noch Refugien. Es wäre schön, wenn es welche blieben und nicht jeder gedankenlos da hineinspaziert. Grade in einer Kulturlandschaft sind sie unendlich wichtig.
Ob Seeadlerhorste oder Uhu-Schutzprogramm: da gibt es Leute, die freiwillig und ehrenamtlich ihre Zeit opfern und sich Nächte um die Ohren schlagen, um die Horste zu bewachen und die Tiere vor Störungen zu schützen. Einfach etwas Rücksicht nehmen und sich nicht gedankenlos in die Büsche schlagen, um da möglichst versteckt eigenem Lustgewinn zu frönen. Die abgelegenen, versteckten Nischen denen gönnen, die auf sie angewiesen sind. Das ist nicht zuviel verlangt.
Ditschi

Igelstroem
30.08.2014, 17:22
Das klingt jetzt etwas bagatellisierend. Auch in unserer Kulturlandschaft gibt es noch Refugien. Es wäre schön, wenn es welche blieben und nicht jeder gedankenlos da hineinspaziert. Grade in einer Kulturlandschaft sind sie unendlich wichtig.
Ob Seeadlerhorste oder Uhu-Schutzprogramm: da gibt es Leute, die freiwillig und ehrenamtlich ihre Zeit opfern und sich Nächte um die Ohren schlagen, um die Horste zu bewachen und die Tiere vor Störungen zu schützen. Einfach etwas Rücksicht nehmen und sich nicht gedankenlos in die Büsche schlagen, um da möglichst versteckt eigenem Lustgewinn zu frönen. Die abgelegenen, versteckten Nischen denen gönnen, die auf sie angewiesen sind. Das ist nicht zuviel verlangt.
Ditschi

Genau genommen hat ronaldinho allerdings nicht von Seeadlern und Uhus gesprochen, sondern von Rehen und Grashalmen. Sinnvollerweise gibt es Naturschutzgebiete, in denen ein Betretungsverbot oder ein Wegegebot gilt.

LNT-Debatten wie diese hier haben, wie mir scheint, auch noch eine vertrackte umweltpädagogische Dimension, die nicht immer ganz deutlich wird. Sensibilität, die bloß aus erworbenem reflektiertem Wissen und nicht aus reflektierter Erfahrung hervorgeht, ist nämlich abstrakt. Erfahrung ist aber nur möglich, wenn der Erfahrungsraum nicht von vornherein restriktiv geordnet ist. Konkreter gesprochen: Die Gewerkschaft der Waldtiere könnte ein allgemeines Wegegebot befürworten, das die meisten Störungsprobleme löst und deshalb auch in der Diskussion dieses Threads als Option vage im Raum schwebt. Aber wenn der Wald etwas ist, in das nicht hineingelaufen werden darf, ist das Computerspiel für einen Heranwachsenden im Zweifel der interessantere Erfahrungsraum.


(OT ist das deshalb, weil das Thema ja ›Wandern in wegloser Gegend‹ heißt und nicht ›Wegloses Wandern in der Kulturlandschaft‹.)

Ditschi
30.08.2014, 17:33
Stimmt, ich muß da vorsichtig sein. Ich beurteile Regionen, die ich kenne. Dort ist es bereits in aller Regel so einsam, daß man getrost auf den Wegen bleiben kann. Ein Abweichen von den Wegen bringt zu meist keinen Erlebnisgewinn, sondern nur Mühsal und Störung. Dann kann man es auch bleiben lassen. Wie es z.B. im Gebirge aussieht, ist mir nicht vertraut. Und dann gibt es Gegenden, in denen man nicht auf Wegen bleiben kann, weil es keine gibt.Also, was bleibt ? Rücksicht auf die Gegebenheiten.
Ditschi

Goettergatte
30.08.2014, 23:30
Was ich diesen Sommer wieder gelernt habe ist folgendes:
-Wenig begangene Wege (in unserem Fall ein DNT Weg in Breeheimen NP), auch wenn diese Markiert sind, wachsen oft auf weiten Strecken wieder zu.
-an neuralgischen Punkten verdichten sich diese Wege aber wieder zu Pfaden, nach der Engstelle fasern diese wieder auseinander und verlieren sich wieder.
-Rentiermos und Granitplatten mit dünner Humusschicht treten sich extrem leicht los, keine ahnung wie lange die Natur braucht, das zu reparieren, ich schätze, eine Dekade reicht lange nicht.
-In stark bewanderten Gebieten findet deutliche Zerwegung (durch Umgehung matschiger oder auserodierter Wegrinnen) und starke Erosion der Altpfade statt.
Hier sollte man wirklich achten, den etablierten Altpfad trotz der Widernisse weiter zu nutzen.
Fotos zu diesem Fall werden ich oder Sarekmaiac später nachliefern.

findkfn
01.09.2014, 22:15
Ich denke in wirklich stark bewanderten Gebieten in Skandinavien wird man sich über kurz oder lang etwas einfallen lassen müssen - die Natur dort ist dafür nicht wirklich geeignet. Auch wenn ich keine Ahnung habe wie man solche Wege befestigen oder massenkompatibler machen könnte ohne die von Goettergatte beschriebenen Folgen.
Das betrifft aber halt vorhandene Pfade.

Da es hier ums weglose Wandern geht - weglos war ich bisher nur im Rago und Reinheimen Nationalpark in Norwegen (und das auch nur über kurze Strecken) unterwegs, da sieht man aber auch nichts von menschlichen Spuren was aber zweifelslos auch nur an der geringen Menge an "Weglosen Wanderern" liegt.

Goettergatte
01.09.2014, 23:59
Ich weis ja nicht, wie oft ein Reh seinen Wechsel nutzt,
aber auch in deutschen Wäldern sind deren Pfade gut zu erkennen,
und Rehe snd wohl bei weitem leichtfüßiger als Menschen. ;-)

findkfn
02.09.2014, 20:20
Ja genau das mein ich ja, es scheint dort so wenig frequentiert zu sein das niemand öfters den gleichen Weg geht.
Ansonsten würde das anders aussehen.

Prachttaucher
03.09.2014, 15:38
Ich war diesmal einige Tage weglos im Norden unterwegs bzw. in einem Tal mit einem nicht markierten Wanderweg, der aber i.d.R. nicht zu erkennen war. Nett ist wenn man dann plötzlich auf einem scheinbar richtigen Pfad steht, der sich bald wieder ins nichts auflöst. Das dürften meist Rentierpfade sein. Vermutlich sind diese oft die Pioniere bei Wegen, die später als Wanderweg angelegt werden.

Interessant war es auch einen relativ neuen Weg zu begehen, den Gränsleden. Hier hätte man sich gelegentlich an manchen Stellen im dichteren Wald gewünscht, daß schon mehr Leute längs gegangen sind. Also auch hier wieder von meiner Seite : Durch solches Gelände lieber mit Weg als weglos.

cast
04.09.2014, 20:31
Ich weis ja nicht, wie oft ein Reh seinen Wechsel nutzt,
aber auch in deutschen Wäldern sind deren Pfade gut zu erkennen,
und Rehe snd wohl bei weitem leichtfüßiger als Menschen


Von Rehen wirst du keine Wechsel finden, was du meinst sind Sauenwechsel.

Das einzige was man von Rehwild manchmal sieht sind in der Blatt- bzw Brunftzeit sogenannte Hexenringe von treibenden Böcken, immer im Kreis herum.

cast
04.09.2014, 20:36
Durch solches Gelände lieber mit Weg als weglos

Im Norden ist das manchmal nicht besonders lustig. Verblocktes Gelände völlig mit Heidel- und Preisselbeerbüschen überwuchert so daß man die Löcher nicht sieht.
Im Fjäll noch mehr Flechten und Krüppelweiden usw.

Goettergatte
05.09.2014, 08:13
Von Rehen wirst du keine Wechsel finden, was du meinst sind Sauenwechsel.

Das einzige was man von Rehwild manchmal sieht sind in der Blatt- bzw Brunftzeit sogenannte Hexenringe von treibenden Böcken, immer im Kreis herum.

Jetzt wundert mich nicht mehr, warum ich stets auf Sauen treffe ;-)
Aber mitlerweile hat auch bei uns die Sauendichte etwas nachgelassen.

Prachttaucher
05.09.2014, 09:05
Im Norden ist das manchmal nicht besonders lustig. Verblocktes Gelände völlig mit Heidel- und Preisselbeerbüschen überwuchert so daß man die Löcher nicht sieht.
Im Fjäll noch mehr Flechten und Krüppelweiden usw.

Die Krönung war mein norwegisches Flußtal vor zwei Jahren, das ich spontan am Ende der Tour noch angehängt hatte. Laut Karte ein nicht-markierter Wanderweg, der aber ziemlich bald verschwunden war. Meist relativ steile Hänge, alle paar Meter umgestürzte Bäume, viele große Steine, unebener Boden mit vielen Löchern, oft dichteste Vegetation. Es ließen sich nur sehr wenige Kilometer am Tag gehen. Meine Knie haben noch ein halbes Jahr danach geschmerzt. :grins:Seit dem bin ich da etwas zurückhaltender.

cast
05.09.2014, 11:12
Vorallem kann man die Pionierleistung derjenigen etwas besser einschätzen, die bspw vor mehr als 300 Jahren mit einem Minimum an Ausrüstung. Die dafür um so schwerer war, durch den Nordosten der heutigen USA gestreift sind.

Sawyer
05.09.2014, 11:14
Von Rehen wirst du keine Wechsel finden, was du meinst sind Sauenwechsel.

Das einzige was man von Rehwild manchmal sieht sind in der Blatt- bzw Brunftzeit sogenannte Hexenringe von treibenden Böcken, immer im Kreis herum.

Gefragt aus echtem Interesse: Wieso findet man von Rehen keinen Wechsel? Es gibt doch die Bezeichnung Rehwildwechsel.

AlfBerlin
05.09.2014, 11:36
Wieso findet man von Rehen keinen Wechsel?

Das frage ich mich auch. Ich gehe in Deutschland gelegentlich mal auf einem Wildwechsel als Abkürzung oder um einen Zaun zu umgehen und dachte immer, dass diese Wildwechsel wohl überwiegend von Rehen und Hirschen begangen werden, die ich dort auch öfter mal gesehen habe oder deren Kot oder Liegestellen. Von Wildschweinen finde ich bei diesen Wildwechseln nur selten irgendwelche Anzeichen, obwohl die Wildschweine doch eigentlich auffällig in der Landschaft wühlen.

PS: Deutschland plus Wildwechsel ist allerdings nicht weglos, oder? :bg:

Intihuitana
05.09.2014, 12:03
Rehe verfügen nicht über die "Manpower" gut ausgetretene Wechsel zu hinterlassen, da sie ersten sehr viel leichter sind und auch bis auf den Winter als Einzelgänger leben. Dennoch nutzen sie Sauen und seltener Rothirschwechsel.

cast
05.09.2014, 12:11
Rehe sind Einzelgänger die ziemlich territorial lebt. Also kommen in einem Gebiet nicht besonders viele Rehe vor, die dazu in der Lage wären einzelne Wechsel zu treten, außerdem sind sie nicht so stetig an bestimmten Stellen.

Anders als Sauen, die mit 20 Mann, oder auch mehr oder weniger, aber dafür jeden Tag die gleichen Wechsel ziehen.


und auch bis auf den Winter als Einzelgänger leben

Sprünge bilden Rehe im Winter eher selten, vorallem die im Wald kaum. Sprünge sieht man eher bei Feldrehen.

AlfBerlin
05.09.2014, 17:01
Merkwürdig, ich sehe Rehe meistens in Gruppen.

Intihuitana
05.09.2014, 17:16
Merkwürdig, ich sehe Rehe meistens in Gruppen.

Hi, dann siehst du wohl Damwild.

Wie Cast schon treffend ergänzte sind Sprünge auch nicht in jedem Winter die Regel.

cast
05.09.2014, 22:40
Ein Reh ist nicht die Frau vom Hirsch.:bg:

Rehe sind territoriale Einzelgänger. In Rudeln leben bei uns Dam- und Rotwild.

Rehwild bildet im Winter sogenannte Sprünge. Lockere Verbände. So 3 bis 10 Stücke, weiblich, männlich gemischt.
Aber da muss es schon ziemlich kalt sein und im Feld bilden sie eher Sprünge als im Wald.
Ist so ähnlich wie bei Singvögeln, die unterdrücken im Winter auch ihren Drang Reviere zu verteidigen und kommen deswegen an Fütterungen.

AlfBerlin
05.09.2014, 23:18
Ok, vielleicht liegt es daran, dass ich meistens im Winter wandere. Aber vielleicht kann ich auch nicht jeden Hirsch von einem Reh unterschieden :o In Zukunft werde ich mir die Viecher genauer anschauen und auf Indizien achten, welche Tiere, denn die Wildwechsel anlegen.

blue0711
06.09.2014, 11:05
Tiere sind Menschen auf Wegen gewohnt. Das erlebe ich jedes Wochenende wieder. Man kommt ganz nah ran. Sie nehmen keine Notiz. Aber wehe, man setzt einen Fuß neben den Weg. Wilde Flucht!Echt?
Ist in meiner Erfahrung nicht so. Flucht erlebe ich meistens nur, wenn die Begegnung überraschend ist oder wenn ich mit Anderen unterwegs bin.
Bin ich alleine, wird aufmerksam geschaut und ich mache dann einen Bogen um die Tiere.
Kann ich das nicht, gehe ich normal weiter und die Tiere langsam zur Seite.
Das hab ich so von der Maus bis zum Reh erlebt.

Ich denke, ob man eine Bedrohung darstellt, hängt auch vom eigenen Auftreten ab.



Gruß
Kai

Dominik
06.09.2014, 13:57
Auch wenns interessant ist. Back on Topic ;-)

blue0711
06.09.2014, 14:07
Sorry, verstehe ich nicht (Und bin ich sicher nicht alleine).

Ob man nun Wild beim weglosen Wandern stört oder nicht, ist doch On Topic?

inselaffe
06.09.2014, 15:07
Rehe sieht man ofters mal in kleinen Gruppen. Das ist dann aber fast immer eine Ricke mit Kitz und hin und wieder zusätzlich auch noch ein Schmalreh (eigenes, noch nicht vertriebenes, weibliches Kitz vom letzen Jahr). Junge Böcke werden immer sehr schnell von den Ricken vertrieben und ziehen machmal auch mit Schicksalsgenossen oder folgen mit Abstand einem älteren Bock. Generell sind die aber wie gesagt, meist alleine unterwegs, außer halt im Herbst/Winter und da auch bevorzugt nur beim äsen auf landwirtschaftlichen Nutzflächen. Bei Feldrehen ist dieses verhalten auch viel stärker ausgeprägt, als bei Waldrehen.

Rehwechsel ist so eine Sache: der Bergiff bezieht sich eher auf bestimmte Stellen, an denen Rehwild, meist topografisch oder vegetationsbedingt, Straßen quert. Dort wechselt aber tendenziell nicht nur Rehwild, sondern, wenn vorhanden auch anderes Hochwild und manchmal auch Raubzeug. Nicht umsonst heißt das im Verrkehrsjargon daher auch Wildwechsel. Das Bild vom Rehbock auf dem Warnschild hat ziemlich dazu beigetragen, dass die Begriffe im Sprachgebrauch mittlerweile synonym verwendet werden, auch wenn das eigentlich Unsinn ist.

Becks
08.09.2014, 17:42
Ich denke in wirklich stark bewanderten Gebieten in Skandinavien wird man sich über kurz oder lang etwas einfallen lassen müssen

Naja, regeln lässt sich so etwas indem man den Leuten quasi einen fixen Weg vorgibt, dem sie dann mehr oder weniger automatisch nachtrotteln. Dazu gehören Pfade die mit Holzbrettern oder wie hier in der Schweiz mit Steinen ausgelegt sind. Da halten sich dann die Ausreisser sehr in Grenzen un auch die Schäden am Boden.

Wer mal in Norwegen so Bereich durchwandert kann gut sehen wie wenig ausgelatschte Bereiche es neben den Planken gibt während der Bereich zwischen den Planken (teilweise nur 4-5m Strecke) doch ziemlich ausfranst.

Zum Thema Einzelgänger neben den Pfaden: drauf gepfiffen. Solange ich nicht mit einem Pflug hinten dran durch eine Wiese marschiere, gezielt sehr empfindliche Bereiche ablatsche (z.B. Böschungszonen) oder mit 2 Jahre alten ungewaschenen und dauergetragenen Socken durch die Wiese stampfe fallen weder die Vögel tot vom Himmel noch findet man kurze Zeit später davon noch Spuren.

Wenn dem nicht so wäre hätte echt jeder Rasen und jeder Fleck neben der Strasse seine Probleme. Früher oder später geht doch einer drüber...

cast
08.09.2014, 22:39
Naja, regeln lässt sich so etwas indem man den Leuten quasi einen fixen Weg vorgibt,

Regeln lässt sich so was in dem man bestimmte Gebiete sperrt.
Denn es gibt immer wieder welche denen vorgegebene Pfade egal sind......

In empfindlichen Gebieten der einzige Weg.

Kuckuck
08.09.2014, 22:57
Regeln lässt sich so was in dem man bestimmte Gebiete sperrt.
Denn es gibt immer wieder welche denen vorgegebene Pfade egal sind......

In empfindlichen Gebieten der einzige Weg.

Solche Totalverbote sind der deutsche Weg.
Der angelsächsische Weg ist es, dann verträgliche Besucher-Kontingente zu vergeben und Eintritt zu erheben.
Funktioniert in vielen Ländern bestens.

Kuckuck

blue0711
09.09.2014, 05:07
Funktioniert in vielen Ländern bestens.Logisch. Weil man mit einem Schlag alle "los" ist, die nicht Monate im Voraus planen können oder wollen.

Da steckt dann zwar eine Elitarisierung drinnen, aber das funktioniert in vielen Ländern ja auch bestens.

Prachttaucher
09.09.2014, 09:21
...
Funktioniert in vielen Ländern bestens.
...

Ich sehe das für den Norden und anderswo auch nicht so negativ. Vorhandene Wege haben große Vorteile, weil sie eine Tour besser planbar machen. Ob man sich da alternativ wirklich lieber durch Gestrüpp oder sumpfiges Gelände kämpft ist die Frage.

Schwieriger ist vielleicht, wenn (teilweise weglose) Gebiete wie der Sarek zu stark beworben werden, so das jeder meint er müsse genau dort rumrennen. Neben den entstehenden Trampelpfaden :( dann noch die offensichtlich unvermeidbaren Feuerstellen...

cast
09.09.2014, 09:40
Schwieriger ist vielleicht, wenn (teilweise weglose) Gebiete wie der Sarek zu stark beworben werden, so das jeder meint er müsse genau dort rumrennen. Neben den entstehenden Trampelpfaden dann noch die offensichtlich unvermeidbaren Feuerstellen...

Der Sarek ist doch das beste Beispiel.

Vor 30 Jahren war da nicht viel von Trampelpfaden zu sehen, heutzutage?
Woher kommen denn die zunehmenden Einschränkungen in den Nationalparks?
Die Vegetation da oben ist SEHR empfindlich.



Solche Totalverbote sind der deutsche Weg

Quatsch, überall dort wo wirklich Schäden entstehen können sind sie der einzige Weg, eben weil immer jemand das nicht sehen will, Feuer macht und neben den Planken latscht und der eine findet Nachahmer usw....
Dazu legt man Pfade an in Gebieten, die man quasi opfert und sperrt den Großteil um sie zu schützen.

Prachttaucher
09.09.2014, 12:03
Andererseits wird eine Massenveranstaltung wie der Fjällräven Classic dort oben etabliert.

cast
09.09.2014, 12:17
Tja wenn ein solcher Sponsor/Veranstalter dahinter steht werden Lokalpolitiker eben schwach.

Daß es hier Leute gibt die das nicht begreifen wollen ist ja hinreichend dokumentiert.

DerNeueHeiko
09.09.2014, 14:08
Andererseits wird eine Massenveranstaltung wie der Fjällräven Classic dort oben etabliert.

Der geht nicht durch den Sarek, sondern auf einer Strecke entlang, die auch schon vor dem FRC breit ausgelatscht war und auf weiten Strecken mit Bohlen versehen ist. Quasi eine der "Opfer"-Strecken, um casts Ausdruck aufzugreifen.

Inzwischen sind dort sogar ab und zu auch Mountainbiker unterwegs, das ist im Sarek vermutlich verboten, ziemlich sicher aber unmöglich, weil zu steil oder zu eng oder zu sehr zugewachsen.

MfG, Heiko

cast
09.09.2014, 14:13
Das Problem ist aber, daß es dort vergleichsweise viele in die Region bringt, die dann auch andere Gegenden heimsuchen.
Insgesamt IMHO eine vom Naturschutz aus gesehene Fehlentwicklung.

und auch der nördliche Kungsleden war vor 30 Jahren weniger geschädigt.
Marketing mag ein paar Arbeitsplätze schaffen für die Natur hat das keinerlei Vorteile.

Freierfall
09.09.2014, 18:35
Man muss sich bei einigen dieser Dinge ja auch die Frage stellen: Welche Intention hat man da beim Thema Naturschutz, gerade was das Hinterlassen von Trampfelpfaden u.ä. angeht? Dass eine Landschaft anders aussieht als vorher, wenn da ein paar Pfade durchgehen, ist klar. Der "Natur" ist das egal. Einem selbst, als Besucher fällt das aber vielleicht negativ auf, man wollte ja die "unberührte Natur" genießen. Wenn das andere auch wollen (nachvollziehbar, oder?) ist sie ganz schnell nicht mehr unberührt. Gesperrte Tabuzonen haben jetzt welche Funktion genau? Die des "Vorrates", den man Stückweise freigeben kann, wenn die zuvor freigegebene Natur abgenutzt ist? Also für später? Oder einfach nur so, als Selbstzweck, wobei ich davon nie was selbst zu sehen bekomme, weil ist ja gesperrt.

Prachttaucher
09.09.2014, 18:43
Der geht nicht durch den Sarek...

:oldman:So ganz unbekannt ist mir die Gegend dort denn auch nicht und wo habe ich geschrieben, daß der durch den Sarek geht ?

Könnte mir gut vorstellen, daß durch die Massenveranstaltung viele Wanderer, die sonst dort unterwegs wären in andere Gebiete gedrängt werden und es so vielleicht auch mehr zu "Wandern in wegloser Gegend" kommt.

cast
09.09.2014, 19:16
Oder einfach nur so, als Selbstzweck,

Eine beschädigte Pflanzendecke fördert bspw die Erosion und gerade über dem Polarkreis wachsen Pflanzen nicht mal einfach so eben nach.

D.h. aus Trampelpfaden können schnell größere Flächen entstehen.

Nationalparks dienen dem Erhalt der Natur, so wie sie ist.

Die sind nicht frei von Einflußnahme durch den Mensch (Samé), aber sie sollten ziemlich freigehalten werden von den Auswirkungen des Tourismus.


Könnte mir gut vorstellen, daß durch die Massenveranstaltung viele Wanderer, die sonst dort unterwegs wären in andere Gebiete gedrängt werden

Ich könnte mir vorstellen, daß viele dort nie hingereist wären, ohne den Massenevent.

Kuckuck
09.09.2014, 19:25
Nationalparks dienen dem Erhalt der Natur, so wie sie ist.



sowie der Umweltbildung und Erhloung. Google mal IUCN Protected area categorie II

Kuckuck

Chouchen
09.09.2014, 19:28
Dass eine Landschaft anders aussieht als vorher, wenn da ein paar Pfade durchgehen, ist klar. Der "Natur" ist das egal. Einem selbst, als Besucher fällt das aber vielleicht negativ auf, man wollte ja die "unberührte Natur" genießen.

In Teilen von Island (und sicherlich auch anderenorts insbes. im Norden) ist es nicht nur ein optisches Problem, sondern "wilde" Trampelpfade können zu Erosionsschäden führen.
Mal zwei Beispiele von diesem Sommer:
https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/IMG_5889.jpg
Der Zugang von der Klippe nach unten an den Fuß des Felsentors ist eigentlich inzwischen abgesperrt. (Ich habe eben mit älteren Bildern im Netz verglichen, da ist in den letzten Jahren ganz schön Material abgetragen worden. Das hat meine Erinnerung bestätigt. Wie man sieht, hält die Absperrung die beiden Damen aber nicht davon ab auf der Suche nach der besten Fotoposition im Hang rumzurutschen und dabei wirklich haufenweise Sand, Erde und Geröll loszutreten.)


Hier führen in ca. 2 Meter Abstand links und rechts eigentlich kleine, ausgewiesene Pfade an dem Hubbel vorbei. Trotzdem gibt es genug Leute, die quer latschen. Zuletzt war ich vor 4 Jahren an dieser Stelle, da war diese Erosion noch nicht vorhanden:
https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/IMG_5906.jpg

Wozu kann das ganz allgemein führen? z.B. Sandstürme, unwiederbringlicher Verlust fruchtbaren Bodens, schlechterer Küstenschutz etc. pp.
Vielleicht ist das der "Natur" egal, mir aber nicht.

Kuckuck
09.09.2014, 19:48
Logisch. Weil man mit einem Schlag alle "los" ist, die nicht Monate im Voraus planen können oder wollen.

Da steckt dann zwar eine Elitarisierung drinnen, aber das funktioniert in vielen Ländern ja auch bestens.

und? Lieber warten als gar nicht in ein Gebiet kommen?
Ist der Aufenthalt in Nationalparks häufig nicht per se illitär?

Kuckuck

Freierfall
09.09.2014, 19:53
In Teilen von Island (und sicherlich auch anderenorts insbes. im Norden) ist es nicht nur ein optisches Problem, sondern "wilde" Trampelpfade können zu Erosionsschäden führen.
Vielleicht ist das der "Natur" egal, mir aber nicht.
Da stimme ich dir in allen Belangen zu. Das ist auch eher ne philosophisch-prinzipielle Frage. Darauf führen diese Diskussionen über LNT etc. aber letztendlich alle hinaus: Ist die Natur "so wie sie ist" (bzw. bevor Menschen sie verändert haben war) von besonderer Bedeutung und muss geschützt werden als selbstzweck, oder muss sie geschützt werden damit man die sich angucken kann und Freude daran haben kann. (Wobei du natürlich auch den Zweck des Katastrophenschutzes vor Überschwemmungen, Erdrutschen, Sandstürmen etc. ansprichst, Stichwort Verwüstung, aber das ist ja sogar noch eine ganz andere Dimension als die von der wir hier sprechen.)

Um mal bei deinem Beispiel von der Klippe zu bleiben: leute die da runterlaufen, beeinträchtigen dich in deiner Möglichkeit, sich das Ding frei von Fußspuren und runtergerutschtem Gestein anzugucken. Die Absperrung beinträchtigt Leute, die von weiter Weg ein Foto machen wollten, ohne die Absperrung drauf. Und wenn man die Gegend überfliegt hat man generell pech gehabt und sieht immer die Wege, egal wo sie langlaufen :rolleyes:
Macht deutlich, dass wenn man Naturschutz betreibt, es immer einen Interessenkonflikt gibt zwischen der Nutzung der Natur, ohne die der Mensch ja gar kein Interesse an ebendieser Natur hätte und sie auch nicht schützen wollen würde, und dem Schutz.

Ich will das Verhalten der Leute, die du angesprochen hast hier gar nicht verteidigen, im Gegenteil, mMn sollte man eher darüber aufklären, wieso es denn ein Problem ist, da "mal eben" drüber zu latschen, machen alle anderen ja auch so. Sonst kommt jemand, der sich nicht so viele Gedanken macht, ja gar nicht auf die Idee, das könnte problematisch sein.

Freierfall
09.09.2014, 19:58
und? Lieber warten als gar nicht in ein Gebiet kommen?


Es läuft ja im Prinzip darauf hinaus, entweder das ganze Gebiet zugänglich zu machen, aber die Besucherzahl zu limitieren, oder beliebig viele Besucher in ein Gebiet zu lassen, welches aber eingegrenzt ist, und den Rest "auf Vorrat" zu halten. Irgendwann ist dann von den vielen Besuchern das öffentliche Gebiet kaputtbesucht, und der Druck wird groß, etwas von dem zuvor gesperrten zu eröffnen. Ob das ursprünglich kaputte wiederhergestellt werden kann, im Laufe der "Lebensdauer" des neu freigegebenen Gebietes, ist jetzt die Frage. Hängt wohl davon ab von welchem Stück Natur wir reden. Wenn erstmal eine Wüste entstanden ist, regeneriert sich da gar nix mehr.

cast
09.09.2014, 21:01
Varför har vi nationalparker?

Nationalpark är det finaste ett naturområde kan bli och det starkaste skydd ett område kan få. Det är de mest värdefulla delarna av det svenska landskapet som utses. Ett naturarv, som vi sparar åt oss och kommande generationer!

Syftet med en nationalpark är att ”bevara ett större sammanhängande område av viss landskapstyp i dess naturliga tillstånd eller i väsentligt oförändrat skick” (ur miljöbalken).



sowie der Umweltbildung und Erhloung. Google mal IUCN Protected area categorie II

Mag sein, die Schweden haben eine andere Meinung von IHREN Nationalparks, s.o.

DerNeueHeiko
09.09.2014, 21:11
:oldman:So ganz unbekannt ist mir die Gegend dort denn auch nicht und wo habe ich geschrieben, daß der durch den Sarek geht ?

Du hast auf casts "Sarek ist das beste Beispiel" geantwortet "FRC wird dort oben etabliert". Fast jeder, der sich dort oben nicht auskennt, denkt, dort oben meint den Sarek, und damit niemand das missversteht, habe ich das unmissverständlich nochmal dazu geschrieben. Wollte dir damit gar nicht widersprechen.


Könnte mir gut vorstellen, daß durch die Massenveranstaltung viele Wanderer, die sonst dort unterwegs wären in andere Gebiete gedrängt werden und es so vielleicht auch mehr zu "Wandern in wegloser Gegend" kommt.

Das wiederum glaube ich für die fragliche Strecke nicht. Die ist sowieso derartig ausgelatscht mit geschätzt mindestens 100 Leuten pro Tag, dass der FRC da kaum noch einen großen Unterscheid ausmacht. IMHO zumindest - ich vermeide die Strecke grundsätzlich, nicht nur zur FRC-Zeit.

MfG, Heiko

Kuckuck
09.09.2014, 21:19
Mag sein, die Schweden haben eine andere Meinung von IHREN Nationalparks, s.o.

Nö - schließlich sind sie zugänglich - das Naturerleben dort wird beworben bzw. Besucher werden informiert, es gibt Info-Zentren z.B. in Abisko und vielen anderen Nationalparks. (Natürlich nicht im Sarek)

Kuckuck

blue0711
09.09.2014, 21:29
Lieber warten als gar nicht in ein Gebiet kommen?Das wäre bei mir und sicher auch bei vielen anderen der Unterschied zwischen schwarz und schwarz.


Ist der Aufenthalt in Nationalparks häufig nicht per se illitär?Kommt sehr auf die Umsetzung an.
Sobald eine Beschränkung da ist, ist die Tendenz aber oft in Richtung Preis oder langfristige Fest-Planung.
Das schränkt nicht nur die Zahl der Besucher ein, sondern selektiert nach sachfremden Gesichtspunkten.
Das steht IMHO einer gemeinschaftlichen Ausrichtung solcher Einrichtungen entgegen.
Und ob es sinnvoll ist, solche Naturparks quasi privatwirtschaftlich zu betreiben, stelle ich schon in Frage.

Ich denke, das mindeste ist, ein kleines Kontingent Spontanbesuchern offen zu halten.

cast
09.09.2014, 21:51
Nö - schließlich sind sie zugänglich

Doch. Nur so lange das Hauptziel nicht gefährdet ist, deswegen gabs mittlerweile diverse Einschränkungen.

Prachttaucher
10.09.2014, 09:06
@DerNeueHeiko : Hoffen wir einfach mal, daß es dabei bleibt und nicht schon längst ein FR Advanced geplant wird, der dann durch den... geht.

subxero
15.09.2014, 17:27
Hier führen in ca. 2 Meter Abstand links und rechts eigentlich kleine, ausgewiesene Pfade an dem Hubbel vorbei. Trotzdem gibt es genug Leute, die quer latschen. Zuletzt war ich vor 4 Jahren an dieser Stelle, da war diese Erosion noch nicht vorhanden:
https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/IMG_5906.jpg

Sieht beinahe so schlimm aus wie die kuhzerstampften Almwiesen in den alpinen Naturschutzgebieten.

Vintervik
16.09.2014, 13:06
Besucher werden informiert, es gibt Info-Zentren z.B. in Abisko und vielen anderen Nationalparks. (Natürlich nicht im Sarek)


Bald wird es ein Naturum u.a. für den Sarek geben. Nächste Woche Samstag wird das Naturum für das Laponia-Gebiet (http://www.laponia.nu/naturum/)eingeweiht. Es steht am Stora Sjöfallet.
Daneben gibt es an vier Orten (Jokkmokk, Gällivare, Porjus, Kvikkjokk) so genannte Laponia-Eingänge mit Ausstellungen zum Gebiet.

Vluta
12.11.2015, 13:39
Hier führen in ca. 2 Meter Abstand links und rechts eigentlich kleine, ausgewiesene Pfade an dem Hubbel vorbei. Trotzdem gibt es genug Leute, die quer latschen. Zuletzt war ich vor 4 Jahren an dieser Stelle, da war diese Erosion noch nicht vorhanden:
https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/IMG_5906.jpg


In Island sind mir solche Stellen auch immer wieder aufgefallen, auch weiters ab von größerem Wanderverkehr. Ich vermute dass dafür vor allem Pferde dafür verantwortlich sind. Das hat dann in meinen Augen wieder einen ganz anderen Charakter, weil dann wird das nicht durch "Unachtsamkeit" verursacht, sondern eher durch zu viel "Verkehr".