PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie werden Zeltplätze am besten aufgebaut?



Dominik
26.11.2012, 17:24
Um die konstruktiven Vorschläge mal umzusetzen, starte ich einfach mal verschiedene Themen die auch in den Workshops besprochen werden.

Die 3 zentralen Fragestellung kann man dabei als Struktur im Kopf haben:
- Welche Auswirkungen hat mein Verhalten auf nachfolgende Menschen?
- Welche Auswirkungen hat mein Verhalten auf die regionale Fauna
- Welche Auswirkungen hat mein Verhalten auf regionale Flora

In diesem Thread also:
Wie werden Zeltplätze am besten aufgebaut.
Achtung: Sicherheitsaspekte oder andere Themen die die Zeltplatzwahl betreffen sollen bitte hier explizit nicht mit einbezogen werden. Sonst wird es extrem chaotisch. Danke!

Grüße
Dom

Dominik
26.11.2012, 20:49
Ich starte mal mit etablierten Zeltplätzen. Also Stellen, die schon häufig von Wanderern genutzt worden sind.

Als ich im Altai war, gab es eine Stelle, an der rund 10 etablierte Zeltplätze inklusive Feurstelle und Müll vorhanden waren. Auf jedem Platz haben locker 6 Zelte Platz gefunden... Die Stelle ansich war ziemlich schön und hatte nen fetten Ausblick - insgesamt wurde die Stelle für mich aber schon ziemlich getrübt, weil im Umkreis von 500 Metern irgendwie alles kahlgeschoren aussah und eben zermüllt. Feuerholz gabs keins mehr und obwohl wir mitten in der Wildnis waren, wurde für mich das Naturerlebnis (im Gegensatz zu den vorangegangenen Tagen) deutlich getrübt.
Wären vor Ort nur 1 oder 2 etablierte Zeltplätze vorhanden gewesen, dann hätte es sicherlich ein anderen Eindruck hinterlassen.

Wenn man die LNT-Hinweise ernst nimmt, müsste möglich sein, dass sich garnicht erst so ein massiver "Zeltplatz" in einer Region etabliert. Ich mache jetzt einfach mal die Annahme, dass es auch für die Allgemeinheit schöner wär an einem wilden Ort nur wenige etablierte Zeltplätze zu haben und nicht zwei ganze Hände voll die auch noch alle scheiße aussehen.

Bei etablierten Plätzen ist angebracht, nicht noch mehr zu etablieren. D.h. Plätze und zugehörige Wege (z.B. zur Wasserstelle) die vorhanden sind, sollte man nutzen und keine Neuen anlegen. Das Zelt müsste also auf einem Platz aufgebaut werden, was nicht zu noch mehr Flächenfrass anrichtet. Am besten also den Platz, der schon die meisten Spuren hat. Vielleicht können sich dadurch die anderen Plätze langsam wieder erholen und irgendwann wieder mehr Naturerlebnis zulassen.

Im Kurs wurden glaube ich noch weitere Dinge genannt.
Kann wer ergänzen?

Lobo
29.11.2012, 17:30
Hallo,

gerade das mit dem Zeltplatz habe ich nicht verstanden.

Wenn ich einen Zeltplatz "als erster" Nutze, dann sollte doch ein Zweiter der möglicherweise nach mir kommt eben nicht den gleichen Platz benutzen oder? Das heißt das "tarnen" des genutzten Platzes wäre kontraproduktiv.

Oder muss ich gar abwägen ob nach mir einer kommt der mit den Prizipien von LNT vertraut ist oder nicht? :o
Das würde ja in diesem Fall einen entscheidenden Unterschied machen.

Wenn ich den Platz unkenntlich mache, dann zeltet einer darauf der mit den Prinzipien von LNT vertraut ist darauf, denn er denkt ja er wäre der Erste. Aber wenn jeder "Depp" erkennen kann daß ich dort mein Zelt stehe hatte, dann zeltet der Nächste genau auf diesem Platz weil er noch nichts von LNT gehört hat.

Schwierige Entscheidung... Ein Dilemma sozusagen... :grins:
Jetzt haben wir nicht nur ein UL-Dilemma sondern auch noch ein LNT-Dilemma. :ignore:

Grüße
Thomas

Dominik
29.11.2012, 17:43
Wenn ich einen Zeltplatz "als erster" Nutze, dann sollte doch ein Zweiter der möglicherweise nach mir kommt eben nicht den gleichen Platz benutzen oder? Das heißt das "tarnen" des genutzten Platzes wäre kontraproduktiv.
Stehe gerade auf dem Schlauch - Kannst du nochmal genauer erklären was du meinst?

Grüße
Dom

cabrow
29.11.2012, 18:28
Ich glaube Thomas geht es um die Frage was mache ich, wenn ich als erster an einen (noch nicht existierenden) Zeltplatz komme und dann wieder abreise.
a) Markiere ich den Zeltplatz als solchen, sodass ich hoffen kann, dass wer auch immer nach mir komme, an dieser Stelle zeltet und folglich nur ein Zeltplatz entsteht.
ODER
b) Tarne ich meinen Zeltplatz, sodass wer auch immer nach mir kommt, möglichst nicht an dieser Stelle zeltet, sodass sich der Boden wieder erholen kann.

Ich selbst denke, dass es dabei darauf ankommt, wie wahrscheinlich ein baldiger neuer Zelter ist.
Wenn es wahrscheinlich ist, dass am nächsten Tag jemand kommt, würde ich für die Etablierung eines Zeltplatzes sprechen. Es besteht ja anscheinend Bedarf und dann verbraucht sich nur wenig Land.
Wenn man aber sagt, hier kommt wahrscheinlich in der nächsten Woche kein weiterer Mensch vorbei, dann wäre ich für tarnen, falls dann doch wer kommt.
ABER: Ich habe nicht an dem Workshop teilgenommen und habe wenig Ahnung von solchen Themen, verlasse mich also auf meinen Menschenverstand.

Dominik
29.11.2012, 18:45
Einmaliges Zeltaufschlagen in unberührter Vegetation ist relativ folgenlos. Die Vegetation erholt sich davon.
Wenn jedoch ein weiteres und noch weiteres Mal der Platz genutzt wird, dann führt das zu einer Veränderung der Pflanzengesellschaft und ein Lagerplatz etabliert sich.

Die zweite oder dritte Nutzung ist also entscheidend, ob sich ein Lagerplatz etabliert.

Wenn also einem daran gelegen ist, dass sich keine Lagerplätze etablieren (! und auch wirklich noch garkeine vorhanden sind!) dann würde ich bei der Lagerplatzwahl immer unberührte Stellen suchen.

Es würde also Sinn machen, dass kein weiterer auf dem Lagerplatz lagert. Das kann man sicherlich durch Tarnung erreichen (wäre mir aber zu kompliziert) oder dadurch, dass man weiß, dass einmal genutzt Plätze nicht nochmal verwendet werden sollten.

D.h. wenn ich auf Tour Lagerplätze sehe, die offenbar erst einmal genutzt wurden, dann würde ich diesen Platz meiden. Denn dann besteht noch eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Platz nur vorübergehend als Lagerplatz sichtbar ist.

Grüße
Dom

Lobo
29.11.2012, 21:42
@ Dominik
Danke fürs verschieben ;-)

Nochmal zur Erklärung:

Szenario 1:
Ich bin an einem Ort an dem kein Zeltplatz etabliert ist.
Ich suche dann nach verschiedenen Gesichtspunkten einen geeigneten Platz zum Zelten.
Am nächsten Morgen packe ich zusammen und verschwinde wieder.

Dann tarne ich meinen Zeltplatz weil ich nicht will daß sich dort ein Zeltplatz etabliert.

Nach mir kommt jemand der mit den Grundsätzen von LNT vertraut ist, und in der Annahme daß dort noch keiner gezeltet hat (weil ich meinen Platz erfolgreich getarnt habe) schlägt er genau an diesem Platz auch sein Zelt auf.
Dann wollten wir zwar beide nicht daß sich dort ein Platz etabliert, passiert ist es trotzdem.

Szenario 2:
Ich bin an einem Ort an dem kein Zeltplatz etabliert ist.
Ich suche dann nach verschiedenen Gesichtspunkten einen geeigneten Platz zum Zelten.
Am nächsten Morgen packe ich zusammen und verschwinde wieder.

Ich tarne meinen Zeltplatz nicht.

Nach mir kommt jemand der mit den Grundsätzen von LNT nicht vertraut ist, und schlägt genau an diesem Platz auch sein Zelt auf (weil es ja so praktisch ist).
Dann wollte ich zwar nicht daß sich dort ein Platz etabliert, passiert ist es trotzdem.


Also kommt es drauf an wer als nächster dort vorbei kommt, sonst kann ich es nicht richtig machen ;-)

Grüße
Thomas

cabrow
29.11.2012, 22:51
Naja Thomas,

wenn du dich nach LNT verhälst, dann räumst du ja nicht extra einen Zeltplatz wieder leer den wer getarnt hat. Eher gehst du weiter und suchst dir einen neun Platz weil du ja keinen nochmal benutzen willst und siehst, dass da ein Zelt stand.
Folglich wäre es sinnvoll zu tarnen, denn der nicht LNTler sieht es dann weniger schnell und der LNTler mag es zwar sehen, sucht sich aber dennoch einen neuen Platz.

Meine Frage ist nur, wann ist es sinnvoll einen Zeltplatz "anzulegen" und wann sollte man es lassen. Sprich gibt es eine Faustregel (keine REGEL) nach der ich sagen kann, wenn ich einen Zeltplatz vorfinde und er ist schon einmal benutzt worden: "Ich verbrauche kein neues Land sondern nehme den alten weil ich weiß, dass ich sonst die Zersiedlung starte."???

Randonneur
30.11.2012, 03:38
Darf ich mal aus LNT zitieren: "Camp sites are found not made."

BukitTimah
30.11.2012, 04:24
Ja ich finde einen Platz der eben und lang genug ist fuer mein 4m langes Zelt. Jedoch liegen da drauf mehrere (3) Aeste (oberarmdick) die ich zur Seite raeume genau so wie 5 spitze Steine vom Boden. Die raeume ich weg.
So ist der Platz nun gefunden oder gemacht?
Lege ich die Aetse und Steine wieder zurueck oder nicht? (Das ist mMn Tarnen, oder?)
Gehe ich weiter bis ich einen natuerlichen Platz finde der (aus welchen Gruenden auch immer) lang eben und frei von Steinen und Aesten ist?
Darum gehts doch oder?

changes
02.12.2012, 04:48
Naja Thomas,

wenn du dich nach LNT verhälst, dann räumst du ja nicht extra einen Zeltplatz wieder leer den wer getarnt hat.

Nicht extra aber versehentlich, wenn die "Tarnung" so gut war. Das war wohl gemeint.
Und damit nutze ich einen schon benutzten Platz ohne es zu wissen oder zu wollen.

Randonneur
02.12.2012, 09:36
Ja ich finde einen Platz der eben und lang genug ist fuer mein 4m langes Zelt. Jedoch liegen da drauf mehrere (3) Aeste (oberarmdick) die ich zur Seite raeume genau so wie 5 spitze Steine vom Boden. Die raeume ich weg.
So ist der Platz nun gefunden oder gemacht?
Lege ich die Aetse und Steine wieder zurueck oder nicht? (Das ist mMn Tarnen, oder?)
Gehe ich weiter bis ich einen natuerlichen Platz finde der (aus welchen Gruenden auch immer) lang eben und frei von Steinen und Aesten ist?
Darum gehts doch oder?

Ich raeume durchaus ein paar Aeste oder steine zur Seite falls es notwendig ist. Aber meine Idee ist, dass man nichts am neachsten Tag sieht. Zum Kochen suche und um die Zeit draussen zu verbringen suche ich mir einen geeigneten Platz etwas vom Zelt entfernt. Wasser brauche ich nur einmal zu holen (oder mein Sohn macht das), dafuer nehme ich einen Wassersack mit. Das verhindert dass man aus Faulheit dicht am Wasser bleiben muss, ebenso beim Waschen. Viel hin- und herlaufen vermeide ich sowieso. Nach dem Kochen suche ich mir manchmal noch einen anderen Platz um die Natur zu beobachten.

hotdog
02.12.2012, 09:46
Nicht extra aber versehentlich, wenn die "Tarnung" so gut war. Das war wohl gemeint.
Und damit nutze ich einen schon benutzten Platz ohne es zu wissen oder zu wollen.
Dieses Szenario ist aber doch sehr hypothetisch, nicht wahr? Die Wahrscheinlichkeit, einen nicht getarnten benutzten Zeltplatz als solchen zu erkennen und ihn selbst als Zeltplatz in Betracht zu ziehen dürfte ungleich höher sein, als an einem Platz zu zelten, der zwar schon mal benutzt worden ist, den ich aber nicht als solchen erkenne, weil er von meinem Vorgänger getarnt worden ist. Ausgenommen natürlich schöne Plätze am See oder die einzige ebene Stelle in einer ansonsten steinigen Hügellandschaft, also Plätze, die durch ihre Lage schon dazu anregen, sich dort niederzulassen.

Schmusebaerchen
02.12.2012, 12:52
Ich sehe das wie wie der heiße Hund.

Die Wahrscheinlichkeit genau an dem identischen Platz zu zelten ist doch bis auf Hot Spots eher sehr gering. Wenn dann doch rein zufällig 3 Leute direkt hintereinander den gleichen Platz benutzen und dann aber sehr sehr lange Zeit keiner, dann ist alles ok. Bei Hot Spots hingegen kommen so viele Vorbei, dass sich die Natur nicht zwischendrin regenerieren kann und die Stelle dauerhaft sichtbar ist.
Somit ergibt es sich mehr oder weniger von selbst, wo es sich lohnt etwas anzulegen.

Warum da mehrere Zeltplätze(ich nenne es lieber Lagerplatz) waren könnte ich mir nur so erklären:
-Große Gruppe(Pfadfinder etc.) und die folgenden konnten sich nicht entscheiden, welcher stärker benutzt war, so dass immer jemand einen anderen der 10 Plätze genutzt hat und sich so unabsichtlich mehrere gebildet haben.
-Wahrscheinlicher ist es jedoch, dass es doch viel cooler ist, seinen eigenen Platz anzulegen.

Bei beiden Varianten könnte man versuchen Plätze unbenutzbar zu machen, indem man größere Äste oder Steine dort verstreut.

Mich persönlich regt es mehr auf, wenn 10 Plätze nebeneinander sind, als einer irgendwo, der zwar angelegt ist, aber selten benutzt wird.

PlitschPlatsch
02.12.2012, 19:24
Hallo Zusammen,

ich denke, wenn einem Platz wirklich nicht anzusehen ist, dass er bereits genutzt wurde, so ist es auch kein Problem, wenn man dort ein zweites mal zeltet.

Ganz abgesehen davon, dass man dies sowieso wohl nie erfahren wird.

"Wenn dann doch rein zufällig 3 Leute direkt hintereinander den gleichen Platz benutzen und dann aber sehr sehr lange Zeit keiner, dann ist alles ok."

Da habe ich andere Erfahrungen gemacht. Ich benutze, Plätze denen man ansieht, dass sie vor kurzem benutzt wurden nach Möglichkeit kein zweites mal. Es sei denn es handelt sich um bereits etablierte Plätze. Die etablierten Plätze ziehe ich meist sowieso den unberührten vor, da hier meist gute Zeltstellplätze vohanden sind, Wasser in der Nähe, usw. Ich finde es einfach bequemer nicht lange Suchen zu müssen.

Nun zum Mehrfach benutzen, wenig frequentierter Plätze. Es ist für Pfalnzen ein gravierender Unterschied, ob sie dreimal hinter einander, flach gelegt werden. Oder ob dies mit meheren Tagen bis Wochen Abstand geschieht.

Ich bringe für mich das ganze auf einen einfachen Nenner. Entweder ich nutze einen etableirten Zeltplatz, so vorhanden oder einem Zeltplatz dem man nicht ansieht, dass dort vorher jemand war.

So habe ich es auch bei dem Seminar K(l)eine Spuren verstanden. Kann ich jedem der sich für das Thema interressiert wirklich empfehlen. Völlig undogmatisch öffnet aber neue Blickwinkel, selbst wenn man sich mit dem Thema schon beschäfftigt hat. Ging zumindestens mir so.

Enja
03.12.2012, 09:05
Was haltet ihr von folgenden Regeln, die in England teils vorgeschlagen, teils mehr oder weniger rigoros durchgesetzt werden:

Da die Fläche unter dem Zelt auf jeden Fall geschädigt wird, soll ein Zelt verwendet werden, das nicht größer ist als nötig. Also kein Vier-Mann-Zelt für eine Person. Keine Fülle an Apsiden. Das Zelt soll keine zwei Nächte an einer Stelle bleiben. Und der Footprint nur unter dem Innenzelt liegen, keinesfalls aber noch die Apsis abdecken.

Torres
03.12.2012, 09:34
Echt interessante Regelung und gar nicht schlecht. Bei uns auf der Insel (extrem fruchtbare Region und das Gras ist an die hohen Belastungen angepasst) sieht man bereits nach dem ersten Tag, dass das Gras geschädigt wurde. Das richtet sich aber im Laufe des Tages wieder auf. Nach 3 Tagen sieht man, dass das Gras verwelkt ist. Das erholt sich aber nach zwei, drei Tagen wieder. Nach ca. einer Woche merkt man, dass das Gras verkümmert ist. Der Platz muss mindestens eine Woche ruhen, damit er sich erholt. Es wächst dann kurzes, neues Gras drüber. Nach vier Wochen Zeltaufbau an einem Platz, erholt sich die Stelle im Allgemeinen nicht mehr. Das Gras ist weitgehend verschwunden und muss neu ausgesäht werden.

Einige Plätze (Amrum? - wobei das interessanterweise ein Sandplatz ist) regeln die Stellfläche mittlerweile darüber, dass sich der Preis über die qm Zahl des Zeltes definiert. Gerade Familienzelte, die ja mittlerweile intergalaktische Ausmaße annehmen, bleiben so im Rahmen.

Übrigens sind die Spuren, die Wohnmobile auf Campingplätzen hinterlassen, viel geringer als die Spuren, die Zelte hinterlassen :ignore:

Enja
03.12.2012, 09:43
Für Wohnmobile galt dort, dass es befestigte Streifen für die Räder gab und Unterlagen davor oder in Vorzelten ebenso verboten waren.

Randonneur
03.12.2012, 11:50
Ich bleibe immer nur eine Nacht und denke das sollte auch die Regel sein.

Enja
03.12.2012, 11:58
Was hälst du von den Vorschlägen zu Zeltgröße und Footprint?

Bei mir kommen zwei Nächte schon mal vor. Aber das eher auf Campingplätzen.

Prachttaucher
03.12.2012, 12:01
Ich fand dem Hinweis in meinem schwedischen Führer für die Schären ganz gut : Steine, die sich jemand zum Sichern des Zeltes hingelegt hat ggf. wieder so verteilen, daß eben dies für den nächsten nicht zu erkennen ist. So baut er dann sein Zelt nicht genau am gleichen Platz auf.

Es ist auch ein großer Unterschied zwischen Trekking und Wasserwandern. Im zweiten Fall gibt´s oft nur wenige Möglichkeiten, wo man anlanden kann. Das Problem, daß sichtbare Plätze entstehen ist dadurch höher.

Eine angelegte Feuerstelle führt natürlich auch dazu, daß ein Platz dann öfters aufgesucht wird.

Stephan Kiste
12.12.2012, 09:32
Hilleberg
hat sich em Thema auch schon angenommen:
http://hilleberg.se/de/hinterlasse-keine-spuren

Enja
12.12.2012, 10:07
Wobei Hilleberg es nicht ausreichend findet, die Steine wieder zu verteilen. Sie müssen genau an der Ausgangsstelle wieder ihre ursprüngliche Position einnehmen, da diese Stelle sonst erodiert. Das halte ich für äußerst schwierig.

Keinen Stein zu verschieben, wäre auch beim Gehen (ohne Weg) eine echte Herausforderung.

Prachttaucher
12.12.2012, 11:56
Das wird auch vom Gelände abhängen. Im Kahlfjäll (wie auf dem Bild) sicher wichtig und auch machbar (damit meine ich die Stelle wieder zu finden).

An anderer Stelle (sehr steiniges Gelände / Schären) kann man vielleicht auch Steine verwenden, die lose auf Steinplatten liegen (bessere Lösung). Ab einer bestimmten Steinmenge, würde es wohl auch schwierig, den genauen Platz zum Zurücklegen wieder zu finden.

LihofDirk
13.12.2012, 17:06
Ab einer bestimmten Steinmenge, würde es wohl auch schwierig, den genauen Platz zum Zurücklegen wieder zu finden.

Wobei man sich da durchaus mit einem Foto der Digitalkamera behelfen kann (oder eine Karte zeichnen:ignore:)

lemon
23.12.2012, 15:16
Nimmts mir nicht übel, aber eure "Vorstellungen" zum richtigen Zelten, sind teils fernab der Realität! Mag ja sein, dass ihr darauf achtet! Mag auch sein, dass ihr auf so etwas wert legt, aber 99% aller Menschen sind Egoisten, die sich nicht um die Folgen für die Natur kümmern - sie sehen Ihren Beitrag darin, dass sie die Natur mit ihrer "Anwesenheit" beglücken!

Ein "Newbie" wird sich eher auf einem etablierten Zeltplatz niederlassen, als direkt auf einer "frischen", unberührten Rasenflächen! Obwohl Feuerstellen vorhanden sind, will der "Unerfahrene" Selbst Spuren hinterlassen wollen und legt eine neue Feuerstelle an, vielfach auch direkt an "Bäumen", weil die ja so gut vor Regen schützen und dann auch nicht so schnell ausgehen. Müll - egal ob Nahrungsmittelreste oder Plastik, den verbuddelt man oder wirft ihn ins Feuer oder ausser Sichtweite ins Gebüsch! Aus der Sicht = aus dem Sinn! Das "große" Geschäft verrichtet man möglichst einige Meter ausserhalb des eigenen Lagers, aber belässt es so. Beim Sammeln von Feuerholz sägt man lieber an den Ästen eines Baumes, als 10 Meter weiter zu gehen und vom Boden welches aufzusammeln!

Damit will ich nur sagen: Ich vermeide, dass ich einen Zeltplatz etabliere! Besser ist, wenn man ausserhalb sich ein Plätzchen sucht, sich des örtlichen Brennholzes am Boden bedient und danach verduftet, ohne dass später jemand bemerkt, dass jemand hier gewesen ist!


Ein anderer Aspekt: Tiere auf Wiesen und im Wald:

Nur mal infohalber von einem Bekannten, der Jäger ist: Im Wald leben viel mehr Tiere, als vielen von uns bewusst ist, d.h. diese Tiere müssen irgendwas "fressen", d.h. jedes Stück Plastik, dass ihr zurück lasst, sei es unabsichtlich fallen gelassen oder auch absichtlich im Erdreich verbuddelt, dass buddeln die Tiere wieder aus, fressen es und nicht wenige verenden daran. Insbesondere Wildschweine graben die alten "Buddelstellen" aus und fressen nahezu alles, was sie dort finden. Nur Wenige wissen, dass viele Jäger die die geschossene Beute ausgenommen haben, später die Knochen und Kadaver zurück in den Wald bringen und nach wenigen Tagen bis Wochen ist alles "restlos" verschwunden!

Sicherheit nahe Wälder: Auch wenn verlockend, solltet ihr eure Lagerplätze nicht auf platt getretenen Wegen nehmen, weil diese von vielen Tieren oft genutzt, weil sie dort schneller vorankommen (insbesondere bei der Flucht) und manchmal auch von ner Rotte Wildschweine benutzt werden. Glaubt mir einfach, dass keiner von euch will, dass ein Wildschwein im Fluchtreflex durch euer Zelt rennt - denn das kann für euch tödlich enden!

Nahrungsmittel sollten aufgehängt werden, damit ihr keine Tiere ins Lager anlockt! Auf bekannten Wanderwegen haben die Tiere oftmals mehr Kontakt zu Menschen und wissen, dass dort wo Menschen sich niederlassen, immer was zum futtern zu finden ist und scheuen daher keinen Kontakt! Wieder ein Argument für nicht etablierte Lagerplätze!

Zelt absichern: Soweit möglich, solltet ihr bei längerem Aufenthalt rings herum um euren Lagerplatz sogenannte "Barrieren" aus umliegendem Geäst Holz und eurer Ausrüstung (z.B. Planen) bilden, d.h. ihr schichtet Mauern auf! Damit verhindert ihr, dass ein Tier auf der Flucht "in" euer Zelt rennt, weil sie aus dem Reflex heraus denken, es handle sich um eine Art Gebüsch und dann rennen die daran vorbei, ansonsten rennen die ggf. durch eure Zelte!

PS: Wie haltet ihr es eigendlich mit einem "Radio" und "Musik? Auch wenn ich es der GEZ zutrauen würde, im Wald oder auf Wiesen nach Rundfunkempfängern Ausschau zu halten - weiss einer ob der Lärm eher Tiere anlockt oder eher fernhält?

Homer
23.12.2012, 15:24
Zelt absichern: Soweit möglich, solltet ihr bei längerem Aufenthalt rings herum um euren Lagerplatz sogenannte "Barrieren" aus umliegendem Geäst Holz und eurer Ausrüstung (z.B. Planen) bilden, d.h. ihr schichtet Mauern auf! Damit verhindert ihr, dass ein Tier auf der Flucht "in" euer Zelt rennt, weil sie aus dem Reflex heraus denken, es handle sich um eine Art Gebüsch und dann rennen die daran vorbei, ansonsten rennen die ggf. durch eure Zelte!

wie oft ist dir das denn schon passiert?

lemon
23.12.2012, 15:37
wie oft ist dir das denn schon passiert?

Bisher einmal, als ich gerade ein Zelt aufgebaut habe, ist ne Rotte über meinen Zeltplatz gerannt! Ist mittlerweile gut 4 Jahre her und das war am "Waldrand", weshalb ich ein offenes Terrain bevorzuge, weil die Tiere sich nahe dem Waldrand aufhalten und dort auch bewegen (Fluchtreflex!).

Das aber krasseste, was ich jemals in diesem Zusammenhang gesehen habe, war ein Wildschwein dass seitlich gegen ein geparktes Auto gerannt ist! Die Tür war hin und der Schlag war echt gewaltig und das Tier danach wieder weg! Ihr dürft nicht vergessen, dass so ein Wildschwein gut 90 KG wiegen kann und erst einmal in Bewegung, potenziert sich die Masse die auf ein Objekt einwirkt. Darum haben die Meisten Autos, die über die Fahrbahn gelaufene Wildschweine angefahren haben, auch nen Totalschaden. Und vor allem wenn die Wildschweine ihre Frischlinge (Jungen) dabei haben, kommen meist mehrere ausgewachsene Tiere auf einmal "vorbei" ... sollte man nicht unterschätzen!

Also sollte man bei der Suche nach einem Lagerplatz durchaus berücksichtigen!

lina
23.12.2012, 15:54
Der Waldrand ist sowieso kein guter Platz für ein Zelt, weil in diesem außerdem noch räumlich kleinen Bereich jede Menge Hin- und Hergelaufe stattfindet bzw. gerade dort viele weitere Tiere zu finden sind, die weder weder tief im Wald noch mitten auf dem Feld/der Wiese wohnen.

ronaldo
23.12.2012, 20:28
Hi,

och... aber am Waldrand ist es doch einfach schön... so wie an der Küste, am Flussufer, halt überall wo zwei Welten aufeinander stoßen.
Zu den Tips hier im Ast: Naja in vielen Fällen dachte ich mir spontan, man kanns auch übertreiben.

Grüße, Ronald

_Matthias_
24.12.2012, 10:01
Ein "Newbie" wird sich eher auf einem etablierten Zeltplatz niederlassen, als direkt auf einer "frischen", unberührten Rasenflächen! Obwohl Feuerstellen vorhanden sind, will der "Unerfahrene" Selbst Spuren hinterlassen wollen und legt eine neue Feuerstelle an, vielfach auch direkt an "Bäumen", weil die ja so gut vor Regen schützen und dann auch nicht so schnell ausgehen. Müll - egal ob Nahrungsmittelreste oder Plastik, den verbuddelt man oder wirft ihn ins Feuer oder ausser Sichtweite ins Gebüsch! Aus der Sicht = aus dem Sinn! Das "große" Geschäft verrichtet man möglichst einige Meter ausserhalb des eigenen Lagers, aber belässt es so. Beim Sammeln von Feuerholz sägt man lieber an den Ästen eines Baumes, als 10 Meter weiter zu gehen und vom Boden welches aufzusammeln!
Sorry, aber bloß weil jemand unerfahren ist, wird erst sich nicht gleich wie die größte Umweltsau aufführen. Warum sollte ein Neuling unbedingt Spuren hinterlassen wollen? Eine neue Feuerstelle legen doch eher die Erfahrenen an, weil ihnen die vorhandene nicht gut genug ist, oder weil der Platz durch nicht unberührt genug ist und 10m weiter keine Spuren vom Vorgänger ....



Nur mal infohalber von einem Bekannten, der Jäger ist: Im Wald leben viel mehr Tiere, als vielen von uns bewusst ist, d.h. diese Tiere müssen irgendwas "fressen", d.h. jedes Stück Plastik, dass ihr zurück lasst, sei es unabsichtlich fallen gelassen oder auch absichtlich im Erdreich verbuddelt, dass buddeln die Tiere wieder aus, fressen es und nicht wenige verenden daran. Insbesondere Wildschweine graben die alten "Buddelstellen" aus und fressen nahezu alles, was sie dort finden. Nur Wenige wissen, dass viele Jäger die die geschossene Beute ausgenommen haben, später die Knochen und Kadaver zurück in den Wald bringen und nach wenigen Tagen bis Wochen ist alles "restlos" verschwunden!
Tiere sind auch nicht total doof, die fressen keine Felsen und die fressen auch kein Plastik (können sich aber darin verhädern). Das natürliche Abfälle, wie Knochen, gefressen bzw. abgebaut werden, ist ja wohl logisch.




Zelt absichern: Soweit möglich, solltet ihr bei längerem Aufenthalt rings herum um euren Lagerplatz sogenannte "Barrieren" aus umliegendem Geäst Holz und eurer Ausrüstung (z.B. Planen) bilden, d.h. ihr schichtet Mauern auf! Damit verhindert ihr, dass ein Tier auf der Flucht "in" euer Zelt rennt, weil sie aus dem Reflex heraus denken, es handle sich um eine Art Gebüsch und dann rennen die daran vorbei, ansonsten rennen die ggf. durch eure Zelte!
Ein Tier, das schlau genug ist nicht in die Barrieren zu rennen, rennt auch nicht ins Zelt. Die Barriere ist eher kotraproduktiv, weil das Vieh nicht sieht was dahinter ist und dann nach dem drüberspringen schon im Zelt landen kann. Ich glaube nicht, dass die Tiere hier dümmer sind als in Afrika, aber dort erkennen die freistehende zelte sehr gut und selbst Elefanten weichen aus und versuchen auch nicht das "Gebüsch" zu fressen. Das es in Panik Unfälle geben kann ist klar, aber das brauchst du dann auch bei ner Wildsau schon mehr als ein paar Äste im Weg um die aufzuhalten

Enja
24.12.2012, 10:10
Tiere sind auch nicht total doof, die fressen keine Felsen und die fressen auch kein Plastik (können sich aber darin verhädern).

Dass sie das doch tun, ist einer der Hauptgründe dafür, dass Landwirte eher keine Touris auf ihren Koppeln haben wollen.

LihofDirk
24.12.2012, 10:56
Tiere sind auch nicht total doof, die fressen keine Felsen und die fressen auch kein Plastik


Dass sie das doch tun, ist einer der Hauptgründe dafür, dass Landwirte eher keine Touris auf ihren Koppeln haben wollen.

https://jagderleben.landlive.de/boards/thread/22802/page/1/

Außerdem kann ich von Wildzeltern auf Koppeln berichten, die
1) kurz vor der Maht das Gras flach legen mußten
2) Den Elektrozaun abgeschalter haben
3) Hundehaufen auf der Weide hinterließen (Nesosporose)

Das ist beim Aufbau von Zeltplätzen auf Kulturland zu berücksichtigen.

Enja
24.12.2012, 11:06
Ergänzend noch: Keine Tore offen lassen. Das wird auch gerne getan. Und natürlich keine Koppeln benutzen, auf denen Tiere weiden.

lemon
25.12.2012, 08:49
Sorry, aber bloß weil jemand unerfahren ist, wird erst sich nicht gleich wie die größte Umweltsau aufführen. Warum sollte ein Neuling unbedingt Spuren hinterlassen wollen?


Warum gibt es auf vielen Rasenflächen. trotz eingerichteter Grillflächen mit Parkbänken und gemauerten Grills, dennoch Leute, die ohne Feuerschale auf dem Boden ihren Einweggrill benutzen und so den Rasen verkorkeln oder gar ne eigene Feuerstelle einrichten? Warum werfen die Berliner (und nicht nur die!) ihre noch glühenden Kohlen nach einem Grillabend im Park in eine Plastikmülltonne, so dass die Feuerwehren ständig ausrücken müssen, um sie zu löschen? Warum werfen die Leute ihre Kippen ständig aus den Autos auf die Straße? Warum müssen die Stadtwerke nach jeder großen Grillparty im Freien gleich ein Dutzend Mitarbeiter losschicken, um den Müll dort aufzusammenl?

Gebote und Verbote jucken die Wenigsten, sie handeln nach dem Motto: Nach mir die Sintflut!




Tiere sind auch nicht total doof, die fressen keine Felsen und die fressen auch kein Plastik (können sich aber darin verhädern). Das natürliche Abfälle, wie Knochen, gefressen bzw. abgebaut werden, ist ja wohl logisch.


Viele Tiere haben die Werbekampangne : "Esst kein Plastik!" leider nicht gesehen und fressen es doch und das nicht zu knapp! Im Atlantik (glaub ich) gibt es eine Plastikinsel, wo aufgrund der Strömung sich seit Jahrzehnten Plastik ansammelt und es zerfällt in Partikel (wird aber nicht abgebaut!) und die kleinen Fische fressen diese Partikel, welche nicht verdaut werden, sondern sich in den Mägen als "Klumpen" ansammeln und dann verenden die Tiere! Ein Stück Plastikfolie in der Wellenbewegung bewegt sich wie ein "kleiner" Fisch ... also wird das gefressen! Viele Fische verenden, weil ihr Magen "zu" ist! Auch in der Natur fressen die Tiere "Plastik" vor allem, wenn es sich um kleine Dinge wie Beutel oder Schraubverschlüsse handelt!



Ein Tier, das schlau genug ist nicht in die Barrieren zu rennen, rennt auch nicht ins Zelt. Die Barriere ist eher kotraproduktiv, weil das Vieh nicht sieht was dahinter ist und dann nach dem drüberspringen schon im Zelt landen kann.

Ich glaube du verwechselst da etwas! In ihrem Fluchtreflex rennen die Tiere ihrem Jäger davon und zwar dorthin, wo sie "sehen" können. Ist ein Baum in Laufrichtung, dann weichen die Tiere seitlich aus und bleiben dann in der Richtung! Über ein Hindernis zu springen machen sie nur, wenn seitlich alles zu ist, denn alles andere wäre zu gefährlich für sie selbst! Mit Barriere meinte ich im Übrigen z.B. 2 Stöcke mit je 1,50 Meter Höhe in den Boden stecken, darauf ne Schnur spannen und darauf ne Plane oder Äste dran hängen, so dass es wie ne große Hecke ausschaut! Je höher, desto besser und da seitlich dann auch "frei" ist, rennen die Tiere seitlich vobei!



Ich glaube nicht, dass die Tiere hier dümmer sind als in Afrika, aber dort erkennen die freistehende zelte sehr gut und selbst Elefanten weichen aus und versuchen auch nicht das "Gebüsch" zu fressen.

Sag das mal den Angehörigen der vielen Toten, wenn das nächste mal ne Herde Elefanten durch ihr Dorf gerannt sind! Viele Dörfer schützen sich dadurch, dass sie Pfähle im Abstand von ca. 1 Meter rings herum um ihr Dorf in den Boden rammen, doch dies sind auch nicht immer hilfreich, weil die Elefanten die fast mühelos umrennen!

Du solltest nicht unterschätzen, wie Tiere (und Menschen) in Stressreaktionen reagieren -> oft unberechenbar!

Ingwer
25.12.2012, 09:44
Tiere sind auch nicht total doof, die fressen keine Felsen und die fressen auch kein Plastik (können sich aber darin verhädern). Das natürliche Abfälle, wie Knochen, gefressen bzw. abgebaut werden, ist ja wohl logisch.


Ich weiß jetzt nicht ob das auch auf wilde Tiere zutrifft, aber "Kulturtiere" wie Ziegen und Schafe essen eine Menge Plastik. Ist bei uns nicht so sehr das Problem (da gibts zuwenig Plastik in der Landschaft), aber beispielsweise im Senegal. Hängt aber wahrscheinlich damit zusammen dass die Futterauswahl dort stark begrenzt ist.
Den Magen aufzuschneiden und den Plastikbollen herauszuholen gehört zu einer der Sachen die man bei der Tierarztausbildung im Senegal als erstes lernt.

BikeAfrica
25.12.2012, 13:01
Ich glaube nicht, dass die Tiere hier dümmer sind als in Afrika, aber dort erkennen die freistehende zelte sehr gut und selbst Elefanten weichen aus und versuchen auch nicht das "Gebüsch" zu fressen. Das es in Panik Unfälle geben kann ist klar
... und das ist z.B. das Problem bei Flusspferden. Die geraten sehr schnell in Panik und rennen dann einfach geradeaus zum Wasser. Ich habe mal eines gesehen, das ungebremst durch ein dichtes, etwa 4 Meter breites und drei Meter hohes Gebüsch gerannt ist, obwohl rund herum alles frei war. Erschrocken war es vom Knacken eines kleinen Astes, der zerbrach, weil es selbst mit dem Hinterbein draufgelatscht ist.

Gruß
Wolfgang

_Matthias_
26.12.2012, 14:42
Warum gibt es auf vielen Rasenflächen. trotz eingerichteter Grillflächen mit Parkbänken und gemauerten Grills, dennoch Leute, die ohne Feuerschale auf dem Boden ihren Einweggrill benutzen und so den Rasen verkorkeln oder gar ne eigene Feuerstelle einrichten? Warum werfen die Berliner (und nicht nur die!) ihre noch glühenden Kohlen nach einem Grillabend im Park in eine Plastikmülltonne, so dass die Feuerwehren ständig ausrücken müssen, um sie zu löschen? Warum werfen die Leute ihre Kippen ständig aus den Autos auf die Straße? Warum müssen die Stadtwerke nach jeder großen Grillparty im Freien gleich ein Dutzend Mitarbeiter losschicken, um den Müll dort aufzusammenl?

Gebote und Verbote jucken die Wenigsten, sie handeln nach dem Motto: Nach mir die Sintflut!
das kann schon alles so sein, aber in deinem letzten post hattest du geschrieben, das outdoor "Newbie"s und "Unerfahrene" das machen, deine Schilderung hört sich nicht nach Leuten an, die mit outdoor irgendwas am Hut haben.



Viele Tiere haben die Werbekampangne : "Esst kein Plastik!" leider nicht gesehen und fressen es doch und das nicht zu knapp! Im Atlantik (glaub ich) gibt es eine Plastikinsel, wo aufgrund der Strömung sich seit Jahrzehnten Plastik ansammelt und es zerfällt in Partikel (wird aber nicht abgebaut!) und die kleinen Fische fressen diese Partikel, welche nicht verdaut werden, sondern sich in den Mägen als "Klumpen" ansammeln und dann verenden die Tiere! Ein Stück Plastikfolie in der Wellenbewegung bewegt sich wie ein "kleiner" Fisch ... also wird das gefressen! Viele Fische verenden, weil ihr Magen "zu" ist! Auch in der Natur fressen die Tiere "Plastik" vor allem, wenn es sich um kleine Dinge wie Beutel oder Schraubverschlüsse handelt!
Auch das ist wohl völlig korrekt, hat aber nichts mit deiner Aussage zu tun auf die ich geantwortet habe, dort ging es um:
"Nur mal infohalber von einem Bekannten, der Jäger ist: Im Wald leben viel mehr Tiere, als vielen von uns bewusst ist, d.h. diese Tiere müssen irgendwas "fressen", d.h. jedes Stück Plastik, dass ihr zurück lasst, sei es unabsichtlich fallen gelassen oder auch absichtlich im Erdreich verbuddelt, dass buddeln die Tiere wieder aus, fressen es und nicht wenige verenden daran." Nix Fische nix Atlantik, sondern Tiere bei uns im Wald.


Ich glaube du verwechselst da etwas! In ihrem Fluchtreflex rennen die Tiere ihrem Jäger davon und zwar dorthin, wo sie "sehen" können. Ist ein Baum in Laufrichtung, dann weichen die Tiere seitlich aus und bleiben dann in der Richtung! Über ein Hindernis zu springen machen sie nur, wenn seitlich alles zu ist, denn alles andere wäre zu gefährlich für sie selbst! Mit Barriere meinte ich im Übrigen z.B. 2 Stöcke mit je 1,50 Meter Höhe in den Boden stecken, darauf ne Schnur spannen und darauf ne Plane oder Äste dran hängen, so dass es wie ne große Hecke ausschaut! Je höher, desto besser und da seitlich dann auch "frei" ist, rennen die Tiere seitlich vobei!
Wenn dir Tiere diese Barriere erkennen und ausweichen, dann auch bei einem Zelt, ist ja auch nichts anderes, eventuell etwas abgerundeter.


Sag das mal den Angehörigen der vielen Toten, wenn das nächste mal ne Herde Elefanten durch ihr Dorf gerannt sind! Viele Dörfer schützen sich dadurch, dass sie Pfähle im Abstand von ca. 1 Meter rings herum um ihr Dorf in den Boden rammen, doch dies sind auch nicht immer hilfreich, weil die Elefanten die fast mühelos umrennen!
Sag ich ihnen, wenn du sie ausfindig machst. Gibts zu dieser Fantasie irgendwelche Quellen?



Du solltest nicht unterschätzen, wie Tiere (und Menschen) in Stressreaktionen reagieren -> oft unberechenbar! Klar, hatte ich auch geschrieben. Aber wie groß ist bitte die Wahrscheinlichkeit, dass mitten in der Nacht ein größeres Tier plötzlich panisch wird und ausgerechnet deinem Zelt nicht ausweicht?


Ich weiß jetzt nicht ob das auch auf wilde Tiere zutrifft, aber "Kulturtiere" wie Ziegen und Schafe essen eine Menge Plastik. Ist bei uns nicht so sehr das Problem (da gibts zuwenig Plastik in der Landschaft), aber beispielsweise im Senegal. Hängt aber wahrscheinlich damit zusammen dass die Futterauswahl dort stark begrenzt ist.
Den Magen aufzuschneiden und den Plastikbollen herauszuholen gehört zu einer der Sachen die man bei der Tierarztausbildung im Senegal als erstes lernt.
Mir ging es hautpsächlich um die von lemon erwähnten Tiere im Wald bei uns. Im Senegal sieht das natürlich schon wieder anders auch, in anderen Ländern auch. Wenn die Tiere sonst nichts finden und auch nicht immer frei umherlaufen können, fressen sie natürlich was da ist und wenns nichts außer Plastik hat, dann halt das. Wie es bei uns im Wald dazu kommen sollte ist mir aber unklar.



... und das ist z.B. das Problem bei Flusspferden. Die geraten sehr schnell in Panik und rennen dann einfach geradeaus zum Wasser. Ich habe mal eines gesehen, das ungebremst durch ein dichtes, etwa 4 Meter breites und drei Meter hohes Gebüsch gerannt ist, obwohl rund herum alles frei war. Erschrocken war es vom Knacken eines kleinen Astes, der zerbrach, weil es selbst mit dem Hinterbein draufgelatscht ist.
Absolut richtig, deswegen sind Flusspferde auch mit die für Menschen tödlichsten Tiere überhaupt, da haben Raubtiere keine Chance in der Statistik. Wer zwischen Flusspferd und Wasser kommt hat schon so gut wie verloren, da hilft aber auch keine Barrikade. Die guide mit denen ich in Afrika zeltete, achteten immer darauf mögliche Zeltplätze nach Flusspferdspuren zu untersuchen und abseits von etablierten Wildwechseln zu zelten.

Sarekmaniac
26.12.2012, 20:12
Zur Diskussion von Matthias und Lemon:

Es mag unwahrscheinlich ist, dass ein Tier stur, weil ein Zelt ihm im Weg steht, oder auch aus Panik, in dasselbe hineinrennt.

Gefahrenpotential von Stolperleinen AKA Zeltleinen ist aber durchaus gegeben, gerade bei (semi)domestizierten Tieren mit geringer oder fehlender Fluchtdistanz - domestizierte Rentiere, "wilde" Hirsche in Schottland, freilaufende Schafe z.B.

Ein scheues Wildtier wird sich in jedem Fall gestört fühlen, wenn ein Zelt auf seinem gewohnten Weg platziert ist, und wird dann vermutlich ausweichen. Und selbst das (dass man Tiere möglichst wenig stören und zum Ausweichen zwingen möchte) kann ja ein Grund sein, sein Zelt besser nicht direkt an einem Waldrand zu plazieren.

Ein Beispiel dafür, das Tiere bei Störungen nicht notwendigerweise von ihren Gewohnheiten lassen, haben wir auf Kamtschatka erfahren. Dort erklärten uns die Ranger, wir sollten nicht direkt am Flussufer zelten, auch wenn es dort verlockend schön ist. Die Bären wandern, besonders in der Lachszeit, bevorzugt direkt an den Flussufern lang (wir haben dort auch entsprechende Trampelpfade im hohen Gras gesehen). Und wenn direkt am Ufer Zelte stehen, marschieren sie auch mal mitten durch ein Camp hindurch, was zu unerwünschten Eskalationen führen kann, weil sie sich dann für Menschen, Ausrüstung, Zelte zu interessieren beginnen, welche sie buchstäblich links liegen lassen würden, wenn das Lager 15 oder 20 m vom Ufer entfernt wäre.

Direkt am Ufer zeltend, stört man mitunter auch Tiere in der Uferböschung, die man von oben gar nicht bemerkt - Uferschwalben, Eisvögel, andere brütende Wasservögel, Bisamratten.

_Matthias_
26.12.2012, 21:02
Da ich nach Sarekmaniacs Beitrag nicht mehr sicher bin richtig rübergekommen zu sein, ich gebe ihr nämlich in allen Punkten vollkommen recht:

Ich habe bei der Zeltplatz-Problematik einzig und alleine dagegen argumentieren wollen, dass wer sein Zelt ohne Barrieren drumherum aufstellt sich in tödliche Gefahr begibt, so hatte ich nämlich das post auf das ich mich bezog verstanden.

Ich wollte keineswegs ausdrücken, dass man sich keine Gedanken um einen geschickten Zeltplatz und die Auswirkungen machen sollte. Und wer sein Zelt auf Wildwechseln aufstellt, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen.
Direkt an Übergängen (Ufer, Waldrand, usw.) ist eigentlich immer schlecht, da es dort normalerweise immer vermehrter Tierverkehr anzutreffen ist.

Enja
27.12.2012, 09:10
In den amerikanischen Nationalparks wurden wir genau davor gewarnt. Bären marschieren einfach über Zelte. Und Hirsche tun das teilweise auch. Weniger aus Panik als einfach aus Neugierde, schien mir. Dort zeltet man aber sowieso nur auf ausgewiesenen Flächen.

BikeAfrica
27.12.2012, 19:29
In den amerikanischen Nationalparks wurden wir genau davor gewarnt. Bären marschieren einfach über Zelte.
... da haben sie euch wohl verkohlt. Bären sind extrem neugierig und haben praktisch immer Hunger. Wenn im Zelt irgendwas riecht, was sie für möglicherweise essbar halten (das kann auch Seife oder Zahnpasta sein), dann reißen sie das Zelt evtl. auf. Ist vom Ergebnis zwar ungefähr gleich, aber klingt nicht so, als würden die da zum Spaß drüberlaufen.
Deshalb bewahrt man in solchen Regionen diese Sachen außerhalb des Zeltes auf und am besten in bärensicheren Containern. Und man braucht nicht glauben, dass originalverpackte oder eingeschweißte Lebensmittel für Bären nicht zu riechen sind. Bei einem Test hat man mal eine Konservendose einen Meter tief auf einer Fläche mit der Größe eines Fußballfeldes vergraben und einen Bären draufgelassen. Der hat die Konservendose ziemlich schnell gefunden und ausgebuddelt. Und wer in Bärengebieten zeltet und sein Camp tagsüber für Tageswanderungen verlässt, stellt oft einen mobilen Elektrozaun drum herum.

Gruß
Wolfgang

BikeAfrica
27.12.2012, 19:45
Ein scheues Wildtier wird sich in jedem Fall gestört fühlen, wenn ein Zelt auf seinem gewohnten Weg platziert ist, und wird dann vermutlich ausweichen.
... die meisten tun das wohl. Bei Spitzmaulnashörnern, Flusspferden und ggf. Hyänen würde ich mich nicht drauf verlassen.

Flusspferde geraten schnell in Panik, wenn irgendwas nicht so ist wie gewohnt und sie nehmen in der Regel den kürzesten bekannten Weg zum Wasser. Diesem Umstand sind schon erfahrene Tourguides zum Opfer gefallen. Da Flusspferde nachts zum Fressen an Land kommen, zeltet man nicht dort, wo es viele von den Ungetümen gibt. So behäbig die auch aussehen. Auf 50 Meter gewinnen die den Sprint gegen den schnellsten Menschen.

Nashörner sind total bescheuert. Die greifen auch alles an, was ihnen im Weg steht, wenn sie davon genervt oder überrascht sind, weil sie um eine unübersichtliche Ecke kommen und da plötzlich was steht, was sonst dort nicht steht. Ich glaube in Namibia hat mal ein Nashorn sogar eine Lok angegriffen.

Und eine einzelne Hyäne hat sich von einem abgestellten Kleinflugzeug belästigt gefühlt und dieses bis zur Fluguntauglichkeit zerbissen. Ich habe Fotos und den Propeller davon gesehen. Da hätte ich auch nicht gerade mein Zelt stehen haben wollen.

Und bei gewöhnlichen Rindern kann es aus Doofheit passieren, dass die das Zelt mit den Hörner aufschlitzen, wenn sie meinen, das Gras direkt neben dem Zelt schmeckt besser als überall drumrum.

Gruß
Wolfgang

Enja
27.12.2012, 21:31
Stimmt, Wolfgang, genauso hatten sie das erklärt. Ich hatte mich hier auf eine verkürzte Form beschränkt.

Im Shenandoah NP waren es Hirsche, die die Zelte demolierten. Was die dort suchten, weiß ich nicht. Bestimmt hatten sie einen vernünftigen Grund. Da wir weder Bären noch Hirsche "anfüttern", kann es durchaus daran liegen, dass wir nicht betroffen waren.