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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Motivationshilfen



Mus
16.11.2012, 16:42
Es tut ihnen gut, frische Luft ist gesund und ausreichend Bewegung im Kindesalter noch wichtiger als für Erwachsene. Klar! Und wenn sie erst mal dabei sind macht es ihnen meistens Spaß. Ein kluger Mann hat mir mal gesagt: "Kinder lieben wandern und hassen spazieren gehen. Und der Unterschied ist, dass es beim Wandern eine Pause und was zu Essen gibt." Das stimmt zwar überwiegend, reicht aber nicht immer.

Denn wenn wir ehrlich sind, stehen wir doch alle gelegentlich oder sogar phasenweise vor dem Problem:
Wie bekomme ich die Lütten raus in die Botanik????
oder: "Wie bekomme ich sie aus dem aktuellen Motvationstiefpunkt heraus??" (ICH GEH JETZT KEINEN SCHRITT MEHR!!! *nusel, nörgel, mecker, nöl, jammer, pienz....*:ignore:)

Und wenn ich auch manchmal einfach ein Machtwort sprechen, so ist es mir trotzdem lieber, ich finde eine nette Motivation, so dass sie von Anfang an gerne mitkommen und ihr Spiel/Buch zu Hause freiwillig unterbrechen/liegenlassen.
Wie lässt sich euer Nachwuchs motivieren, sich von zu Hause loszueisen oder unterwegs auch bei aufkommender Müdigkeit weiter zu gehen??
Mich interessieren dabei vor allem die kleinen, für die kleine Runde von zu Hause aus tauglichen Tipps. Denn sowas wie Spaßbad zieht zwar immer, geht aber nicht immer.

Meron
16.11.2012, 17:01
Zwar kein Tipp fürs loslaufen aber für unterwegs:
Was oft gut hilft ist Ablenkung. Meine oftmals lauffaule Nichte kommt ungefähr fünfmal weiter, wenn man sich gleichzeitig mit ihr über ihren baldigen Geburtstag oder ähnlichen Themen unterhält. Oder Naturbeobachtungen als eine Art Detektivspiel einkeiden hat auch schon öfters gut motiviert.
Ablenkung nutze ich auch gerne als Mittel um erschöpfte erwachsene Mitwanderer zu motivieren. Gut abgelengt werden Schmerzen und Erschöpfung schnell vergessen.

Johannes2801
04.12.2012, 21:45
Wie lässt sich euer Nachwuchs motivieren, sich von zu Hause loszueisen oder unterwegs auch bei aufkommender Müdigkeit weiter zu gehen??


Die entscheidende Frage ist: Wie alt sind denn die Kinder?

Prinzipiell gilt: meine Tochter (bald 4) findet wandern schon allein deswegen spannend, weil Papa so gerne wandern geht. Sie fragt schon immer: "Papa, wann gehen wir wieder wandern?" Sie will natürlich alles haben, was Papa auch hat: Rucksack mit Hüftgurt, Wanderstock etc.

Die letzte große Tour, die ich mit ihr gemacht hab, war der Urwaldsteig am Edersee. Das war wahrscheinlich die letzte Tour, bei der ich den JW Watchtower noch dabei hatte. Langsam wird sie zu schwer. Wichtig war mir: kein Zwang. Wenn sie nicht mehr laufen wollte, habe ich nur kurz versucht, sie zu animieren. Dann durfte sie wieder in die Kraxe.

WIr machen unterwegs viele Spiele, die eine Vorwärtsbewegung stimmulieren. Sie liebt es, Absperrung zu spielen. Dann rennt sie ein paar Schritte vor und stellt sich auf den Weg und wir müssen "bezahlen" (Lied singen, im Kreis drehen, auf einem Bein stehen, Klatschen etc.)

Oder Tannenzapfenweitwurf. Natürlich immer in die Laufrichtung. Der Klassiker "ich-sehe-was-was-Du-nicht-siehst" funktioniert auch gut. Oder am Weg verstecken spielen. Gemeinsam singen. etc.

Manchmal kommt sie auch von selbst auf seltsame Ideen. EInmal hat sie einen großen Stock genommen und "Staubsauger" gespielt.

Wenn der Weg zu steil oder zu schmal für solche Spiele wird, dann brauche ich sie meistens auch nicht mehr. Dann läuft sie freiwillig weiter.

Liebe Grüße
Johannes

chrischian
05.12.2012, 09:42
Bei meinen Kindern hilft es, wenn man ihre Freunde mitnimmt. Günstig ist es da, wenn die Kinder unserer Feunde die Freunde unserer Kinder sind. ;-)

bran
05.12.2012, 09:54
ich war öfters mit freunden und ihren zwei bälgern unterwegs, und sobald man sie mit einer ablenkenden aufgabe beschenkte, schossen motivation und energie unheimlich in die höhe.

unsere top 3:
1. wer findet als erstes die nächste wegmarkierung? das motiviert die stundenlang :bg:
2. findet noch ein paar pilze/bäume/tiere der sorte x
3. kundschafter spielen ("wann kommt die nächste weggabelung/welche ortschaft ist die nächste?" - aber in sicht- und rufweite bleiben!)

natürlich kleinere belohnungen und lob bereithalten!
diese kinder mögen es nicht, wenn man ihnen sagt, was sie falsch machen. so haben wir gelernt, das zu loben, was sie gut machen und über den rest zu schweigen, dann konzentrieren sie sich automatisch auf das, wofür wir sie belohnen. ;-)

allerdings habe ich keine ahnung, wie ihre eltern sie von zuhause vom bildschirm weglocken. :bg:

Johannes2801
05.12.2012, 22:14
1. wer findet als erstes die nächste wegmarkierung? das motiviert die stundenlang :bg:


Stimmt, das Spiel mag meine Tochter auch. Stolz hat sie mir jedes Urwaldsteig- und Kellerwaldsteigsymbol gezeigt und war ganz enttäuscht, dass die anderen Wegmarkierung nicht so schöne Namen haben...:p

:D

Wooki
06.12.2012, 11:00
Bestimmte Blätter, Kastanien, Eicheln etc. sammeln. Damit nach der Wanderung basteln. Bzw die Esskastanien auch verspeisen. :D

Bestimmte Anreize durch das zu erreichende Ziel, wie "oben auf der Hütte gibt es nen Eis..."

Vielleicht ist Geocaching auch etwas für die Kids. Mit dem GPS durch die Gegend laufen. Wegpunkte finden und letztendlich der versteckte "Schatz"

atlinblau
06.12.2012, 11:59
"Wie lässt sich euer Nachwuchs motivieren, sich von zu Hause loszueisen oder
unterwegs auch bei aufkommender Müdigkeit weiter zu gehen??"

zu1.) Ich empfinde mich nicht als Motivation und sehe auch meine Aufgabe nicht darin.
Das Kinder ersteinmal generell nicht das machen, was ich will, ist normal,
manchmal Teil und Versuch eines Machtspiels.
Das selbe Problem ist auch bei Instrument üben, aufräumen etc.
Mit der Antwort auf die Frage: "Was ist mein Motiv, das Kind zu motvieren" kommt man einer Lösung sehr nahe.
Ich will ja auch, dass die Kinder sich bewegen/üben/Hausaufgaben/aufräumen machen etc. wenn ich mal nicht da bin.
Mir zuliebe brauchen sie grundsätzlich nichts machen...
So wie das sich allein was zu Essen zu machen selbstverständlich ist,
ist es selbstverständlich, dass die Kinder 1-2 h täglich draußen sind.
"Papa...ich gehe raus..." oder
"heute schon draußen gewesen???...Dann los....Ja ich komme mit...."

zu 2.) siehe 1. jammern ist auch eine Form von Machtspiel.
mal etwas zynisch formuliert, mache ich mir erst Sorgen, wenn dass jammern aufhört.
Am schlimmsten ist das jammern...mir ist so/ das ist so laaaaangweilig.

Meine Kinder (9 und 16) haben (z.B. durch jährliche Paddelurlaube)
die Grunderfahrung "eigene Insel ,/eigenen Platz nur mit Eltern":
"Es gibt für sie nichts schöneres
* als einen ganzen Tag draußen sein und nicht bespielt zu werden
* einen ganzen Tag ohne Spielzeug zu spielen,
* keiner will etwas von ihnen, sie können den Tag machen und sein, was sie wollen,
* sie haben keinerlei soziale Kontrolle durch andere,
* sie können sich ausleben, Langeweile aushalten
* mal nicht zu hören bekommen" du musst"
* es ist egal ihnen, ob sie Pickel haben oder was sie angezogen haben,
* mal nicht mit der Freundin SMSsen zu müssen
* auch mal zwei Regentage nur im Zelt zu verbringen
*
Beispiel:
Die Kleine hat mit sieben entdeckt, dass man abgewaschene Felsen und Steine
auch als "Tafel und Kreide" nutzen kann...
Ihr Anspruch und Spass, alles unendlich oft auszuprobieren, füllten Tage
und duzende Felsen.
Es gibt dann aber auch Tage/Zeiten, da ist es (fast alles) anders...
da gibt es Ansprüche, Anforderungen, Herausforderungen, Rücksichtnahme, Verzicht,
Stress, Kälte, Hunger, Schmerz, Streit, Zwänge...
aber irgendwann ist alles wieder gut...wie im Märchen
Und das brauchen sie...
Mit Kindern auf Tour ist daher eine gute Schule für das Wechselspiel des Lebens.


Thomas

Enja
06.12.2012, 12:07
Wobei ich 16jährige, deren Größtes es ist, einen Platz ganz allein mit ihren Eltern zu haben, grenzwertig finde.

Ich hatte mich aber auch schon nach der Motivation zur Motivation gefragt. Sollen die Kinder "mit", weil ihre Eltern die jeweilige Tour gerne machen möchten? Oder will man, dass sie langfristig Freude an solchen Unternehmungen bekommen? Dann sind Motivations-Spielchen sogar kontraproduktiv. Die Kinder durchschauen sie irgendwann und wenden sich dann ab. Bzw. wirken solche Aktionen eh nur bei ziemlich Kleinen. Die sich tatsächlich für alles begeistern lassen, wenn sie nur mit ihren Eltern zusammen sein dürfen. Das lässt dann in der Pubertät nach. Und das ist auch gut so.

blue0711
06.12.2012, 12:21
Wobei ich 16jährige, deren Größtes es ist, einen Platz ganz allein mit ihren Eltern zu haben, grenzwertig finde.Solange die Clique nicht in der Nähe ist, geht das schon. ;-) (die richtigen Eltern natürlich vorausgesetzt)

Auch Kratzbürsten wollen sich geborgen fühlen.

Enja
06.12.2012, 12:23
Meine sind in dem Alter längst allein los. Und fühlten sich dabei durchaus geborgen.

TanteElfriede
06.12.2012, 15:33
...meine waren (so mit 7-10) zu bewegen in dem wir Geocaches gejaggt haben... solange da noch einer war, voraus am Weg...solange ging es weiter.

atlinblau
07.12.2012, 10:22
...danke für die Nachfragen
Nachtrag zur mittlerweile 16-jährigen....

Selbstverständlich macht sie mittlerweile alleine los,
mit ihrer Clique...
Was hat sie sich dieses Jahr freiwillig zum Beispiel organisiert???
zehn Tage mit ihrer Truppe in MV paddeln gewesen und
dann noch einmal 10 Tage mit "Familie" freiwillig nachgelegt.
(Lob von ihr an mich in unsere Familienausrüstung
und wer den Sommer 2012 kennt, weiß was ich meine))
Keine Bange, sie ist auch eine echte "Putzi",
(zu deutsch pubertierende Zicke)
aber wie sie dann mit ihren "Konflikten" über den See keult,
ihre Energie und Ehrgeiz in die Paddel steckt, dann hängt sie mich schon fast ab...
(denkt sie zumindest)
Über die Jahre ist ein Vertrauen in dieses "sich auf Wege machen" gewachsen,
es hat sie/uns geprägt, es gehört dazu.
Es hat mir immer Spass gemacht Touren zu organisieren,
ausrüstungstechnisch vorzubereiten und
mich selbst auch körperlich vorzubereiten um den Kindern Sicherheit zu vermitteln.
Die brauche ich vorher, um z.B. angstfrei und immer mit ausreichend mit Reserven
mit einem Klepper XXL vollgepackt und mit Kleinkind stundenlang
über den Vänern/Müritz auch bei 5 Bft paddeln zu können.
Und ich habe eine Frau und "Putzi", die das ganze mitmacht...
Körperliche Bewegung gehört bei Kindern zu ihrer Entfaltung unbedingt dazu.
Sie brauchen dazu Anleitung, Freiräume, Selbsterfahrung, Begeisterung.
.... und Diskussionen, Auseinandersetzungen, Reibung, Erschöpfung.
Das ist Familie.
Zu Hause stehen Scater, Fahrräder, Trampolin, Laufschuhe,
Abfahrtski, Langläufer....und noch ein aufgebautes Faltboot...
heute gehts es nochmal aufs Wasser.
Körperliche Bewegung als Bedürfnis genießen, zur Erinnerung an
Vergangenem und Vorbereitung auf eventuell etwas zukünftig Größeres.
Das ist Leben...

blue0711
07.12.2012, 10:42
Super, vorallem das:

Über die Jahre ist ein Vertrauen in dieses "sich auf Wege machen" gewachsen,
es hat sie/uns geprägt, es gehört dazu.Genau das merke ich bei meiner Kleinen auch (erst 11).

Und genau das meinte ich mit der etwas kurzen Beschreibung "richtige Eltern"*.


*Bevor sich da jetzt irgendjemand degradiert fühlt: Nein, das klappt nicht immer und nicht mit jedem Kind. Ein bisserl Glück gehört leider auch dazu.

Enja
07.12.2012, 10:55
Ja, doch. Das würde ich auch so sehen. Erinnert mich daran, dass unsere Tochter mit sieben Jahren mal mit einer Freundin und deren Eltern in Urlaub fuhr. Sie hatten eine Panne an der Autobahn und mussten auf einem Parkplatz übernachten. Meine Tochter kommentierte das mit den Worten "ok, kann ich noch was helfen?" und schlief ein, während der Rest der Truppe die Nacht in Panik schlaflos verbrachte.

Das ist sicher einfach eine Frage der Erfahrungen und der Gewöhnung. Funktioniert aber nur, wenn die Kinder sich auch sicher fühlen und die Touren für sie nicht in Überforderung und Horror ausarten.

hyrek
07.12.2012, 13:38
ich finde es schade, dass man sich jetzt ploetzlich fuer die erziehung von kindern rechtfertigen muss

blue0711
07.12.2012, 13:50
*Bevor sich da jetzt irgendjemand degradiert fühlt: Nein, das klappt nicht immer und nicht mit jedem Kind. Ein bisserl Glück gehört leider auch dazu.Deswegen hab ich das geschrieben.
Man muss sich nicht rechtfertigen.

Es gibt Situationen, da verbocken es die Eltern (was ich mir nur bei persönlicher Kenntnis der Situation erlauben würde zu vermuten), aber es gibt auch genug Situationen, da will's einfach nicht und es gibt keinen "Schuldigen".

atlinblau
08.12.2012, 08:36
ich finde es schade, dass man sich jetzt ploetzlich fuer die erziehung von kindern rechtfertigen muss
???Wer ist man???
Habe in den Beiträgen bisher nichts von dir zum Thema gefunden
und keine Aufforderung sich zu rechtfertigen.
Kann auch in keinem Beitrag erkennen, wie man etwas zu machen hat...
es blieb alles auf der vielfältigen persönlichen Erfahrungsebene.
Wäre interessant für micht, dies nachzuvollziehen.
Ansonsten wird mit solchen Allgemein-Sätzen jeder kostruktive "Erfahrungsaustausch"
ein Maulkorb verpasst.

Schade

Philipp
11.12.2012, 10:42
Ich habe sehr oft einen kleinen Besteckkorbhobo dabei, mit dem wir in der Pause ein kleines Feuerchen machen, das auch die Kinder (5 & 2) befeuern dürfen. Das kleine Lagerfeuerchen (das manchmal meiner besseren Hälfte auf die Nerven geht - "kannst Du nicht einmal nur dasitzen und einfach nichts machen?" - Nein, kann ich nicht...:cool:) weckt meist schon Vorfreude. Wenn es denn mal brennt, schüren die Kinder ganz gerne mit, dann wenden sie sich irgendwann ab und spielen auch ohne Feuer miteinander.

Ansonten sind mit Pilze suchen, Blätter sammeln, Bäume bestimmen, Tiere beobachten und den anderen üblichen Naturspielen sicherlich die meisten Dinge, die kleine Kinder motivieren oder ablenken können, schon aufgeführt. Für größere würde ich noch Kompaß- und Navigationsübungen vorsehen.

Bei meinem ersten Wanderversuch mit Pilgerwagen war auch der für die Kinder motivationsfördernd. Sie wollten ihn gerne selbst ziehen und halfen sich "am Berg" gegenseitig mit Ziehen und Schieben - Spielzeug also nicht nur für Papi ;-).

Randonneur
11.12.2012, 23:58
Das Kinder ersteinmal generell nicht das machen, was ich will, ist normal,
manchmal Teil und Versuch eines Machtspiels.
Das selbe Problem ist auch bei Instrument üben, aufräumen etc.


Das erscheint mir ein wenig pessimistisch. Manchmal haben Kinder eben Lust auf eine Wanderung und manchmal nicht. Aber wenn sie generell dagegen sind dann gibt es wohl ein Problem.

atlinblau
12.12.2012, 12:36
kurz zur Erklärung, was ich meine.
Kinder wissen um die Möglichkeit, auch durch Verweigerung eine Form
von "Anerkennung" oder Zuwendung zu suchen/zu bekommen.
Dann sind jegliche Motivationshilfen denkbar ungeeignet,
weil man das Kind nicht in seinen Bedürfnissen sieht.
Erst einmal "anerkennen" dass die Kinder auch das Recht haben,
und ihnen auch mal wieder so ist, mal nicht zu wollen,
enspannt sehr oft die Situation.
Im grunde will sich ja jedes Kind bewegen, wir als Eltern sollten aufpassen,
ihnen dabei nicht im Wege zu stehen.
Ein Trainer/Lehrer kann mit den Kindern ganz anders umgehen als die Eltern,
weil dort eine ganz andere Beziehungsebene ist...

Thomas

Maltespalte
11.01.2013, 14:03
Kleiner Seitenast für alle, die es interessiert: ;-)

In der Motivationsforschung wird (sehr vereinfacht dargestellt!) zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation unterschieden.
Zu den intrinsischen Motiven gehören: Interesse, besondere Bedeutung für die persönliche Lebensgestaltung (Lösung von persönlichen Problemen), der erlebte Aufforderungscharakter einer Sache (auch bei unnützen Dingen), der Drang etwas zu beenden…
Zu den extrinsischen Motiven gehören: Noten, erwartbares Los, Prestige, alle materiellen Motive, Vermeidung von Bestrafung, Gruppengefühl…

Extrinsische Motivation läuft eher bewusst ab, ist leicht reflektierbar und auch von Kindern oft schnell benennbar.
Intrinsische Motivation läuft eher unbewusst ab, ist schwer reflektierbar und wird eher implizit angesprochen.

Beide Motive stellen keine Gegenpole zueinander dar, sie können sogar deckungsgleich sein. In den meisten Fällen haben sie starken Einfluss aufeinander, teilweise bedingen oder fördern sie sich gegenseitig in ihrer Gesamtheit.

Allerdings wurde durch verschiedene Versuche (z.B. mit Schulkindern) der sog. Korrumpierungs-Effekt festgestellt:

Intrinsische Motivation kann durch überbetonte extrinsisches Anreize zerstört werden. Wenn ein Verhalten fast nur durch äußere Anreize wie eine versprochene oder erwartbare Belohnung motiviert ist, sinkt die intrinsische Motivation und das Gefühl von Selbstbestimmung.

Wikipedia liefert sicher eine Menge mehr...

Als Konsequenz heißt das wohl, dass immer zuerst die intrinsischen Motive eines Kindes angesprochen werden sollten. Eine Förderung der ganz eigenen Motivation des Kindes wäre damit wohl auch eine "Motivationshilfe":


Das Kind scheint einfach Spaß zu haben und hat "glücklicherweise" von sich ein Interesse. Dieses Interesse wird von den Eltern aktiv wahrgenommen und wohlwollend unterstützt, aber nicht (ein-)gefordert.
Das Kind hat z.B. eine Aufgaben, die ein "eigenes Problem" behebt: Zunderstöckchen auf dem Weg sammeln, damit wir nachher etwas kochen können. Wegmarkierungen suchen, damit wir ans Ziel kommen usw.
Dinge am Wegensrand laden zum Balancieren ein, Tanennzapfen zum Werfen etc. Ich denke wir Eltern haben dabei eine Vorbildfunktion, wie mit Phantasie Dinge mit anderen Augen gesehen werden können (Staubsauger spielen). Sicher kann man damit auch eine gewisse Sozialisation in Gang bringen. Kinder haben auf sowas doch immer Bock, oder?
Bei älteren: Das Kind fragen, womit es sich selbst belohnen will/wird?
Ansporn geben durch "ganz alein den höchste Berg des Harzes erklommen" oder ähnliches, falls das für das Kind irgendwie interessant ist.


Weniger hilfreich sind dauernd und regelmäßig extrinsische Motive wie erwartbares Lob (Kinder durchschauen das), materielle Vorteile wie Eis und Spielzeug und vor allem die Androhung von Strafe. Wobei insgesamt wahrscheinlich wie beim Großteil der Erziehung die letzte Konsequenz die Inkonsequenz bleibt. Ich bin da entspannt.

ckanadier
14.01.2013, 12:53
Vom Kleinkind bzw. Säuglingsalter an sind unsere Kinder unterwegs dabei. Sei es nun beim Segeln, Paddeln, Wandern, Fischen, Jagen etc.. Vieles wird da schnell selbstverständlich und bedarf keiner Motivation.
Motivation fand eher im Vorfeld statt, durch Gewöhnung an das Vorgelebte, durch Vorlesen, die richtigen Bücher zum selber Lesen, die richtigen Filme.
Motivation gab und gibt es von uns durch gezieltes Wecken von für gut erscheinenden Bedürfnissen.
Ist die Unternehmung gut geplant, gibt es eher selten Motivationsbedarf, da die Kinder draußen ihre eigenen Interessen entwickeln und von selbst verfolgen.
Außer einem Aufmuntern bei normalen Durchhängern wie wir sie selber auch mal haben, gibt es in Ausnahmefällen Motivation durch in Aussicht gestellte Belohnung.
Wenn ich zuviel motivieren muss, stelle ich erst mal mich selbst und unsere Planung in Frage und merke dann schnell wie sich vorherige Schwierigkeiten in Luft auf lösen.
Im vergangenen Frühjahr hatte ich ein Tourenziel viel zu weit gesteckt. Mein jüngster Sohn hat mir am dritten Tag in aller Ruhe klar gemacht, dass ich langsamer machen muss. Dem Rechnung getragen war es unsere schönste gemeinsame Tour bisher.

Jürgen

lenchen9988
10.02.2013, 15:09
Ich kann meinen Vorschreibern nur zustimmen!
Zwar sind unsere Kids erst 2 und 4 aber der Grosse war letztes Jahr auf seiner ersten selbstgelaufenen Wanderung, ohne Meckern oder Jammern, gute Halbtagestour - er ist mitm Papa einen kleinen Klettersteig geklettert, das war Motivation genug!

Wir leben ihnen aktiv unsere Lebensgestaltung vor, wodurch sie damit hineinwachsen und Spass und Freude allein an der Unternehmung haben!
Papa ist bei der Bergrettung, Mama passionierte Weitwanderin/Kletterin!...mehr brauchts nicht!

Was ihnen sehr grossen Spass bereitet ist ihr "Entdecker - Set" , also Taschenlampe, der grosse hat ein kleines Kindertaschenmesser, Helm, Ferngucker. Becherlupe, Seile, Karabiner etc. etc. ... das wird dann ab und an erweitert und ist Motivation für den nächsten Trip!
Wir leben hier ringsum von Bergen, das gehen, wandern für uns eine absolute Selbstverständlichkeit, da wir auch kein zweites Auto haben und ich alles zu Fuss mache, bzw. mit dem Rad!
Zwang gibt es bei uns keinen, wenn sie wirklich einmal nicht mögen, dann suchen wir nach einem anderen Weg/ Lösung!

ChrisColumbus
11.02.2013, 13:35
Bei unserem (7 Jahre) sind es zum einen offensichtliche Reize wie das Eis, der Badestrand oder ein Spielplatz oder die Schatzjagd nach dem nächsten Geocache.

Manchmal läuft er dann aber einfach nur voraus weil die Neugier einfach riesig ist.
Für die Eltern heißt das dann aber auch, dass im Zweifelsfall doch wieder 1-2kg tolle bunte Steine und "super" Stöcke getragen werden dürfen. Alles darüber hinaus muss dann selbst getragen oder getauscht werden.

Neue Schätze sind in den Genen von Jägern und Sammlern einfach fest verdrahtet. ;-)

Maltespalte
17.02.2013, 12:23
Gerade als Motivationshilfe entdeckt, hat bei zwei Jungs ganz gut funktioniert:

"Wir gehen in jeden McDoof von Oberstdorf bis Meran. Wirklich!"

lina
17.02.2013, 13:06
... gibt’s da eigentlich überhaupt welche?

Philipp
18.02.2013, 12:07
Manchmal kommt es ganz von selbst: Seit Weihnachten hat unser Großer (5) seine eigenen Langlaufski. Bislang gab es ja kaum Schnee, so daß er nur recht bescheidene Möglichkeiten zum Ausprobieren hatte. Erwartungsgemäß traten die Frustrationserlebnisse schnell ein, Skilaufen war doof, die vielen Stürze brachten ihn schnell dazu, hilflos und mutlos auf dem Hosenboden zu sitzen und zu weinen.

Jetzt waren wir das Wochenende über wieder im Schnee, und siehe da, er wollte ganz von selbst seine Ski anschnallen und ausprobieren :o! Das hätte ich nie gedacht :roll:! Und plötzlich klappte es auch schon ganz gut. Klar, er schaffte keine großen Distanzen, aber ein paar auf eigenen Ski zurückgelegte Kilometerchen kamen schon zustande. Auch das Hinfallen machte ihm kaum etwas auf, meistens rappelte es sich schnell wieder selbst auf, mal zogen wir ihn wieder hoch, geweint wurde fast nie. Wenn er keine Lust mehr hatte (oder in eigenen Worten müde war - wahrscheinlich stellt diese ungewöhnliche Bewegung hohe Anforderugen an die Konzentrationsfähigkeit eines Kindes), durfte er sich zur Kleinen vorne auf die Pulka setzen und wurde von mir mitgezogen (zwei Kinder durch Tiefschnee zu ziehen ist schon grenzwertig), seine Ski befestigten wir am Gestänge. Während einer solchen Pause sammelte er wieder Kraft für den nächsten Abschnitt. Sogar während der Essenspausen rutschte er ganz freiwillig und lernbegierig herum.

Wir waren so erstaunt und erleichtert, daß er als Anerkennung am Abend in der JH sogar ein Winter-Eis spendiert bekam, was ihn selig machte.

Solche Momente lassen das Elternherz gleich höher schlagen :D.

Gruß, Philipp

Christian J.
15.05.2014, 00:39
Da es einen zweiten Thread zu exakt dem gleichen Thema gibt, mache ich den hier mal zu und bitte, in dem anderen Thema (https://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php/12928-Motivation-f%C3%BCr-Kinder-beim-Wandern) weiter zu diskutieren.

Christian J.