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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [UL] Tarp aus Silnylon komplett durchnässt



Kajaki
03.11.2012, 17:23
Hey,

nachdem ich mir ein super feines Tarp aus Silnylon genäht habe (Bilder siehe http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?64135-Packbeutel-f%FCr-UL-Zelt&highlight=kajaki), habe ich eine arge Enttäuschung erlebt und bitte um eure Meinungen.

Aufgebaut in Flussnähe war es aufgrund der sehr, sehr hohen nächtlichen Luftfeuchtigkeit auf meiner Spreewald-Tour am Morgen durch und durch nass. Die Feuchtigkeit tropfte von dem Gewebe ab. Nicht nur, dass ich es in diesem Zustand nicht annähernd in den kleinen Packbeutel quetschen konnte, es hatte dadurch natürlich ein sehr hohes Gewicht. Kräftig Ausschütteln hatte nur einen geringfügigen Effekt und Tage, an denen die Sonne erst nach dem Tourenstart oder gar nicht rauskam und auch kein Wind wehte, musste ich es notgedrungen mit hohem Volumen und hohem Gewicht einpacken :o.

Gibt es eine Möglichkeit, das Silnylon-Tarp von unten und oben zu imprägnieren, damit das Silnylon nicht wie ein Schwamm wirkt? Ist hierfür auch die Lösung, das komplette Tarp von oben und unten mit dem Silikonzeug einzustreichen? Würde das den gewünschten Effekt bringen, würde das nicht das Gewicht enorm erhöhen, auch wenn man es nur sehr dünn aufträgt? Hat das mal jemand auf beiden Flächen komplett gemacht?

Danke schon mal für eure Antworten und schöne Grüße
kajaki

Ingwer
03.11.2012, 17:34
Hallo,

hier gibt es eine MYOG-Anleitung dazu:
http://dzjow.wordpress.com/2012/06/18/how-to-re-coat-a-shelter/

Etwas unaufwändiger aber teurer wäre dieses Spray hier, worauf im vorangegangen Link ja auch verwiesen wird:
http://www.bergfreunde.de/nikwax-tent-gear-solarproof-pflegemittel/

Wäre nett wenn du uns dann deine Erfahrungen postet, den selber ja ich das bisher noch nie gemacht.

Grüße

rumtreiberin
03.11.2012, 17:54
Ich hab zwar jetzt den anderen Thread nochmal angesehen, bin mir aber nicht wirklich sicher aus welchem material du dein Tarp hergestellt hast.

Ein link dazu wäre hilfreich.

Ich kann mir gar nicht richtig vorstellen daß man Silnylon tagelang nicht mal ansatzweise trockenkriegt, die Erfahrung daß sich dieses material vollgesogen hätte mußte ich bis jetzt auch nicht machen.

Allerdings habe ich zugegebenermaßen auch weder ein selbstgebautes Tarp noch ein selbstgebautes Zelt, sondern das Zeugs ist fertig gekauft. Insofern fehlt mir eigene Erfahrung mit dem material von Extremtextil - obwohl ich mir nicht wirklich vorstellen kann daß es ein materialproblem ist, sonst wären hier sicher schon ähnliche Erfahrungsberichte wie deiner aufgetaucht.

Ich hatte durchaus mein Silnylon-Tarp schon mal in einem nicht wasserdichten Silnylon-Beutel so im Faltboot liegen daß beim einsteigen in der Brandung großzügig mitgenommenes Wasser das einen ganzen paddeltag lang gewässert hat. abends ausgepackt, im recht ordentlich wehenden Wind hats keine 15 Minuten gedauert bis das Teil trocken war. Selbst im schlecht belüfteten und kühlen Wäschekeller meiner vorigen Wohnung hatte ich bisher jedes Zelt/Tarp in maximal 12 stunden trocken, meist deutlich schneller, wenn ichs geschafft habe das irgendwie so an die Wäscheleinen zu tüddeln daß das materail möglichst nicht doppelt lag.

Bei den kurzen trockenzeiten die ich von leichtem wind für das Material kenne macht es wahrscheinlich sinn dein tourenverhalten etwas anzupassen. Du sitzt sicherlich nicht den kompletten Tag im Boot sondern machst irgendwann an land Pause - und suchst dir wahrscheinlich dafür auch einen schicken sonnigen Platz zu einem Zeitpunkt mit gutem Wetter aus. Könnte doch Sinn machen in solch einer Pause dem Tarp schnell nochmal für eine halbe Stunde die Sonne zu zeigen.

Torres
03.11.2012, 17:54
Habe ich das richtig verstanden: Es hat nicht geregnet, sondern es war nur Feuchtigkeit?

Wenn ja: Bau ein Tarp über Dein Tarp, dann ist die Flüssigkeit am Tarp oben drüber :bg:

Ne, aber im Ernst:
Gegen Kondensfeuchtigkeit aus der Luft hilft nichts. Dieses Problem hat jedes Material und jedes Zelt und beim Zelt wird es dadurch minimiert, dass man über das Zelt ein Tarp spannt: Dann ist die Kondensfeuchte am Tarp und nicht im Zelt. Die einzige Lösung ist: Wind. Ich würde die Imprägniererei lassen - das Tarp ist ja bereits imprägniert, es ist ja noch neu.

Zwar gibt es SilNylon Materialien, an denen das Wasser schneller abperlt, z.B. trocknet mein ME schneller als meine Helsports, aber mit der Imprägnierung hat das meiner Meinung nach nichts zu tun, denn alle Zelte sind ja komplett wasserdicht und werden gleich nass. Nur bei dem einen lassen sich die Tropfen etwas besser abschütteln. Wenn es aber so feucht ist, wie Du geschildert, nutzt das auch nichts. Da bringst Du immer einen Haufen Wasser mit nach Hause, egal wie schnell das Zelt trocknet und welches Material es hat. Das ist halt so in Wassernähe.

P.S. Dieser von Dir geschilderte Effekt ist der Grund, warum es Leute gibt, die lieber ein Zelt mit Innenzelt haben :ignore:

Alprausch84
03.11.2012, 18:01
Ich würde auch eine Sprayvariante (https://www.outdoorfair.de/p-de-1970-fabsil.aspx#3862) versuchen.

Macht das UV-Schutz-Zeugs wirklich auch wasserdicht? Finde da nicht so wirklich was darüber, außer das es vor UV schützt.

Torres
03.11.2012, 18:12
Die Sprays, die ihr hier empfehlt, sollen gegen Materialalterung aufgrund von UV Strahlung helfen. Aber UV Strahlung ist hier doch gar nicht das Problem. Sondern Kondensfeuchte, wenn ich das richtig verstanden habe. Da kann man so viel wie man will imprägnieren - Kondens ist Kondens. Und wenn die Luft so richtig feucht ist, dann wird eben auch das Zelt feucht. Genauso wie die Wiesen, die Fahrräder (dicke Wassertropfen hängen dann auf und an dem dem Fahrrad. Und glaubt mir: Mein Fahrrad ist dicht!!!!), die Packtaschen, die Pflanzen, die Bäume etc. Willkommen im Herbst.

Die einzige Lösung, die ich sehe: Anderen Stellplatz suchen. Weg vom Wasser. Schauen, wo die vertrockneten Stellen sind. Manchmal hilft die Nähe zu Bäumen. Auch ein Groundsheet kann helfen, mit dem man den Boden abdeckt. Dann ist die Kondensfeuchtigkeit vor allem außen. Aber ohne Kondens geht das nicht. Suppe ist Suppe!

Ingwer
03.11.2012, 18:20
Hi,

ich muß zugeben, ich habs falsch gelesen. Die Feuchtigkeit tropft ja ab vom Tarp, ich habe das überlesen. Mir sind vorallem die Worte Schwamm und Silnylon hängen geblieben, da hätte eine Auffrischung der Silikonisierung etwas gebracht. Das Problem ist ja aber ein ganz anderes (die Feuchtigkeit perlt ab bzw die Beschichtung funktioniert ja noch). Da hilft das Spray definitiv nicht.


Daneben wird auch der Abperl-Effekt und damit der Nässeschutz des Gewebes wieder erneuert

Im Link von den Bergfreunden steht übrigen obiges. Der DWR wieder also auch wieder aufgefrischt. Ob das jetzt alles stimmt und auch länger hält, das müßte man mal testen.

Grüße

Kajaki
03.11.2012, 22:25
... ist hier doch gar nicht das Problem. Sondern Kondensfeuchte, wenn ich das richtig verstanden habe. Da kann man so viel wie man will imprägnieren - Kondens ist Kondens. Und wenn die Luft so richtig feucht ist, dann wird eben auch das Zelt feucht.

ja ich meinte Kondensfeuchte, reine Kondensfeuchte ;-)



Die einzige Lösung, die ich sehe: Anderen Stellplatz suchen. Weg vom Wasser.

das ist bei einer Bootstour über mehrere Tage etwas schwierig. Das Tarp hatten wir für die Gruppe aufgebaut, um am Morgen in Ruhe frühstücken zu können, falls es regnet. Geregnet hat es nicht, aber hätten wir drunter gefrühstückt wären wir alle nass geworden.

Fazit: Ich lass es einfach im Boot, wenn die Luftfeuchtigkeit so hoch ist. Das merkt man ja sobald die Sonne untergeht.

Schmusebaerchen
04.11.2012, 08:40
Ist das gleiche Material, was ich verwendet habe. Ein mal schütteln und es bleiben ca 100-200g Wasser am Tarp, welche nur durch Trocknen weg gehen. Jedoch trocknet es sehr schnell. 5min Morgensonne und alles ist gut.
Selbst eine richtige LKW Plane bekommt man mit schütteln nicht komplett trocken. Auch wenn man sich sagt, dass dort nichts ist, wo sich das Wasser anheften kann. Es bleibt trotzdem nass. Mein Tarp verhält sich vom Saugverhalten her, wie eine alte defekte PU Regenjacke. Es wird etwas aufgesaugt, aber bei weitem nicht so schlimm, wie bei einem PU Zelt mit defekter Beschichtung oder gar Baumwolle. Von merklich höherem Packmaß kann ich nicht sprechen und höheres Gewicht kaum der Rede wert.
Abhilfe würde ein Tarp mit Lotus Effekt schaffen. Das wäre wirklich mal ne Verbesserung.

Die Probleme eines ULers? Hilfe mein Tarp wiegt 100g mehr, weil es nass ist. So klingt das ganze für mich.

Kajaki
04.11.2012, 09:15
Hilfe mein Tarp wiegt 100g mehr, weil es nass ist. So klingt das ganze für mich.

Hi Schmusebaerchen,
ja, an deiner Aussage ist was dran, zumal wenn man mit Boot unterwegs ist... ;-)

Dennoch war ich enttäuscht, weil tatsächlich der minikleine Packsack nicht reichte und quasi ein extra Packsack für das Packen im nassen Zustand hermusste. Schließlich ist das Ding 3 x 4 m!
Na ja, und seinen Zweck (Schutz der Gruppe: im Trockenen frühstücken) hat das Ding ja auch nicht erfüllt - im Gegenteil

Und wie gesagt: kein Wind, keine Sonne. Ist eins von beiden da, ist das Tarp wirklich in wenigen Minuten trocken, ohne jedoch geht gar nix. Da ärgert man sich, dass man es überhaupt aufgestellt hat. Hätte ja sein können, dass es eine andere Lösung gibt. Schade.

Aber ich finds trotzdem immer noch super toll und schön :cool:

Vielen Dank für eure Antworten :-)

Atze1407
04.11.2012, 09:27
Kondens ist Kondens. Und wenn die Luft so richtig feucht ist, dann wird eben auch das Zelt feucht. Genauso wie die Wiesen, die Fahrräder (dicke Wassertropfen hängen dann auf und an dem dem Fahrrad. Und glaubt mir: Mein Fahrrad ist dicht!!!!), die Packtaschen, die Pflanzen, die Bäume etc. Willkommen im Herbst.

Die einzige Lösung, die ich sehe: Anderen Stellplatz suchen. Weg vom Wasser. Schauen, wo die vertrockneten Stellen sind. Manchmal hilft die Nähe zu Bäumen. Auch ein Groundsheet kann helfen, mit dem man den Boden abdeckt. Dann ist die Kondensfeuchtigkeit vor allem außen. Aber ohne Kondens geht das nicht. Suppe ist Suppe!

Hier ist alles gesagt !

Eine andere Möglichkeit wäre die Gesetze der Natur zu umgehen.:bg:


LG
Atze

Enja
04.11.2012, 09:33
Verstehe ich das richtig:

Problem 1: Das Teil ist nass zu schwer und zu plusterig.

Problem 2: Wenn es nass ist, nutzt es nicht als Regenschutz.

Zu 1: Das ist meiner Meinung nach unvermeidbar. Es gibt so Touren, wo nie etwas trocknet und alles immer nasser wird. Irgendwann reicht uns das dann und wir fahren nach Hause oder verbringen mal eine Nacht unter einem festen Dach. Die Ausrüstung wird nämlich irgendwann auch stockig. Der Footprint meines Zelts passt zu Hause - trocken und sorgfältig auf dem Wohnzimmerboden gefaltet - in ein winziges Säckchen. Unterwegs kriege ich es da praktisch nie rein. Naturgemäß ist er fast immer nass. Ich falte ihn dann etwas grobmotorischer, packe ihn in einem Müllbeutel, genauso wie auch das klatschnasse Zelt und setze mich so lange drauf, bis das Packmaß zu den Fahrradtaschen passt.

Unter normalen Verhältnissen investieren wir irgendwann am Tag die Zeit, das Zeug trocknen zu lassen. Entweder in der Morgensonne. Oder, wenn es keine gibt, machen wir früher Schluss, um das Zelt noch in den Wind zu stellen. Das klappt u.U. sogar im Regen. Schließlich muss nur die Unterseite trocknen.

Zu 2: Seit diesem Jahr nutzen wir zusätzlich ein Tarp, um abends draußen zu sitzen und morgens trocken draußen zu frühstücken. Das ist gekauft und aus Sil-Nylon. Es erfüllt seinen Zweck auch, wenn es von beiden Seiten klatschnass ist. Wir schütteln es vor dem Aufbau. Die Restfeuchtigkeit, Regen und Kondenswasser laufen das Tarp entlang nach unten ab.

Schmusebaerchen
04.11.2012, 15:02
Hätte ja sein können, dass es eine andere Lösung gibt.

Biwaksack, der trocknet durch die Körperwärme :ignore:

rumtreiberin
04.11.2012, 15:13
Bliebe noch die Option den "Gruppenfrühstücksplatz" erst unmittelbar vor dem Frühstück aufzubauen. Dann gibts zwar nasses Gras am Aufstellort, aber das Tarp verwässert sicher nicht die Frühstücksmarmelade ;-) Und in einer gruppe ist das Aufstellen eines Tarps ja auch schnell erledigt

Kajaki
04.11.2012, 20:31
Biwaksack, der trocknet durch die Körperwärme :ignore:

jo, alle liegen nebeneinander in ihrem Biwaksack und versuchen die Marmelade aufs Brot zu schmieren :hahaa:

Schmusebaerchen
04.11.2012, 20:45
jo, alle liegen nebeneinander in ihrem Biwaksack und versuchen die Marmelade aufs Brot zu schmieren :hahaa:

Hab dich nicht so, wenn es Trekkingfood gibt, dann gibt es doch sicher auch biwaksacktaugliche Marmelade. ;-)