PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [US] Alaska 2012 (2/4): 500 km solo durch die Brooks Range



Libertist
25.10.2012, 20:36
Zum Video ein bisschen nach unten scrollen.

http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC87011.jpg

Am Morgen des 1. August ließ ich Happy Valley (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?66715-US-Alaska-2012-%281-4%29-Denali-Arctic-Exkurs&p=1082086&viewfull=1#post1082086) hinter mir und startete auf meine Solo-Tour durch die Brooks Range. Ein paar Vorbemerkungen:


1. Idee

Eigentlich hatte ich diese Tour schon im letzten Jahr vor, musste jedoch aufgrund widriger Umstände abbrechen (Erklärungen (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?7463-Abbruch-einer-Tour-wieso-weshalb-warum&p=924980&viewfull=1#post924980)). Damals rechnete ich mit einer Dauer von etwa 32 Tagen und wollte mir nach den ersten drei Trekking-Wochen von einem Buschpiloten einen Verpflegungs-Nachschub und meine Packrafting-Ausrüstung einfliegen lassen.
In diesem Jahr sollte es „by fair means“ ablaufen: kein Buschflugzeug, alles aus eigener Kraft. Das bedeutete, dass ich wesentlich schneller sein und auf mein Packraft verzichten musste, der Plan lautete nun also: in 22 Tagen solo vom Dalton Highway nach Kaktovik. Zwischen den beiden Orten liegt klarerweise nichts als pure Wildnis; kein Zeichen von Zivilisation. Mein Rucksack war mit Essen für 25 Tage gefüllt (3 Reserve-Tage). Kaktovik ist übrigens ein (größtenteils von Eskimos bewohntes) Dorf auf einer Insel im Nordpolarmeer, Barter Island. Von dort aus gibt es fast täglich einen Linienflug nach Fairbanks.

http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC5816.jpg


2. Route

Ich bin nicht der erste, der durch die Brooks Range marschiert, meine Route habe ich trotzdem völlig eigenständig entwickelt. Ich gebe hier auch nur grobe Anhaltspunkte weiter, damit potentiellen Nachahmern nicht der Spaß geraubt wird. ;-)
Galbraith Lake (Dalton Highway) – Atigun Gorge – Atigun River – Accomplishment Creek – Elusive Lake – Ribdon River – Ivishak River – Porcupine Lake – Canning River – Marsh Fork – Franklin Creek – Neruukpuk Lakes – Hulahula River – Okpilak River – Kaktovik (Barter Island)

http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC6685.jpg


3. Karten

Anstatt USGS Karten zu kaufen, wovon ich womöglich einen ganzen Haufen gebraucht hätte, stellte ich mir meine eigenen Karten mit niedrigem Maßstab zusammen. Es gibt eine Website, auf der man sich kostenlos kleine Ausschnitte von USGS Maps als Bilder runterladen kann. Aus etwa 300 Downloads, die ich mit einem Bildbearbeitungsprogramm in mühsamer Kleinarbeit zusammenfügte, entstanden dann 4 Karten, die ich im Printshop drucken ließ. Ein GPS Gerät hatte ich nicht dabei.

http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC9095.jpg


4. Verpflegung

Aus Gewichtsgründen zog ich ohne Kocher los und verzichtete damit komplett auf warme Mahlzeiten. Morgens gab es Müsli, danach nur noch (teilweise hausgemachte) Müsli-Riegel. Das hat für mich sehr gut funktioniert; ich war meistens froh darüber, am Abend nicht noch kochen zu müssen, sondern direkt in den Schlafsack kriechen zu können.

http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC6741.jpg


5. Herausforderungen

Zunächst einmal musste ich mich an die Schwere meines Rucksacks gewöhnen. Proviant für 25 Tage, etwa 7,5 kg Fotoausrüstung und all der sonstige Kram ließen mein Rucksackgewicht auf 42 kg steigen. Das ist mehr als die Hälfte meines Körpergewichts. Angesichts des weglosen und teilweise sehr schweren Geländes sowie einer täglich zu bewältigenden Distanz von 25 km war das wirklich kein Kinderspiel. Im Video sieht man, dass die Bodenbeschaffenheit das Vorankommen oft sehr erschwerte: größtenteils marschierte ich über „Tussocks“ und stark nachgebende Moos- oder Grasflächen, was man mit dem Gehen auf einem Trampolin vergleichen kann.

In der gesamten Zeit vergingen nur drei Tage ohne Regen. Das Wetter stellte mich in der Brooks Range auf die Probe: sowohl physisch, als auch psychisch. Physisch deshalb, weil einige Flussüberquerungen wirklich nur mit größter Not machbar waren – oftmals wäre ich lieber umgekehrt und zurückgegangen, anstatt einen Fuß in die über die Ufer getretenen Bäche und Flüsse zu setzen. Hier kam mir jedenfalls das anfangs enorme Rucksackgewicht zu Gute: ohne das hohe Gewicht auf meinem Rücken, das mich bei Furtungen stärker nach unten drückte, hätte ich sicher mindestens zweimal den Halt verloren und wäre baden gegangen.

Und was die psychische Belastung angeht, nun ja, das ist eine sehr subjektive Sache. Mir kam es auf der Tour jedenfalls so vor, als sei alles, was ich zuvor in der Natur unternommen hatte, nur Spielerei gewesen. Das ist natürlich nicht ganz wahr, aber so fühlte es sich an. Ich werde hier nicht lang und breit darüber referieren, wie hart und anspruchsvoll dieser Trek war - ich kann nur sagen, dass ich erstmals wirklich das Gefühl hatte, eine Art „Grenzerfahrung“ zu machen. Die Wahrheit ist, dass ich (besonders in den ersten zwölf Tagen, in denen es fast nur regnete) nicht viel genießen konnte: zwischen 7.00 und 20.00 Uhr war ich auf den Beinen, täglich. Die übrige Zeit verbrachte ich im Zelt - in der Waagerechten, beim Ausruhen. Es gab diesmal keine Seitenausflüge, keine abendlichen Foto-Sessions, keine langen Pausen zum Aufhängen der nassen Klamotten. 25 Kilometer pro Tag hören sich jedenfalls weitaus einfacher an, als es unter diesen Bedingungen war.

Nur vier Grizzlies sind mir auf der Tour begegnet, an der Küste sah ich dann noch 3 Eisbären. Probleme gab es diesmal mit Wölfen: einmal kamen 4 Wölfe aus dem Gebüsch gesprungen und laut bellend auf mich zu gerannt, diese Situation beschreibe ich weiter unten noch detaillierter. Solche Erfahrungen können jedenfalls schon mal am Gemütszustand kratzen, vor allem auf Solotouren. Wenn meine Route nur ein paar Tagesmärsche entfernt eines Highways verlaufen wäre, hätte sie vielleicht schon ein früheres Ende gefunden – die Tatsache, dass es zwischen Start- und Endpunkt keine Ausstiegsmöglichkeit gab, ist jedenfalls auch Grund, warum ich tatsächlich in Kaktovik angekommen bin.

http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC8655.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC6828.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC7706.jpg


6. Fotografie

Das Wetter war meistens schlecht. Es kam vor, dass ich tagelang fast kein einziges Foto machte und dann, sobald die Sonne für ein paar Stunden zwischen den Wolken hindurch schien, plötzlich ein paar hundert. Wenn ich dann Bilder zeige, heißt es oft: „Sieht doch alles easy aus, und gutes Wetter hattest du auch die ganze Zeit!“ Ich möchte klar zum Ausdruck bringen, dass die hier gezeigten Bilder nicht gerade repräsentativ sind – aber es schaut sich einfach keiner gern dutzende Bilder von flauen Regentagen und dichtem Gestrüpp an. Und gute Bilder bei schlechtem Wetter zu machen ist gar nicht so einfach, zumindest fällt es mir schwer. Den kompletten Fotokram mitzuschleppen wäre wahrscheinlich nicht nötig gewesen; zum richtigen Fotografieren gab es zu selten gutes Licht und prinzipiell zu wenig Zeit.


Das Video habe ich in FullHD (1080p) hochgeladen - zum Anschauen würde ich diese Auflösung empfehlen, ansonsten leidet die Qualität zu stark unter der Youtube-Kompression. Die Szenen, in denen ich beim Gehen filme, sind übrigens mit der GoPro auf meinem Kopf entstanden.

ASf3IUC9fp4


Technisch war das Gelände in den ersten Tagen nicht schwierig. Es ging zunächst entlang der Atigun Gorge Richtung Osten, auf einem Hochplateau liefen überall Caribous umher. Ab dem zweiten Tag regnete es für drei Tage fast ohne Unterbrechung, was die Flüsse stark anschwellen ließ. Selbst ein unbenannter Flusslauf mit deutlich kleinerem Einzugsgebiet als andere Flüsse, die ich queren musste, bereitete mir schon Schwierigkeiten (zu sehen im Video ab 1:30). Als ich die andere Seite erreichte war das schon der erste „point of no return“: ich hatte wenig Lust, da nochmal durchzuwaten.

http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC5773.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC57911.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC5796.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC5810.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC5837.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC5839.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC5865.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC5874.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC5878.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC5959.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC5990.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC6004.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC6012.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC6021.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC6025.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC6068.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC6104.jpg


Am fünften Tag erwachte ich unter blauem Himmel. Nach drei Tagen Fußmarsch in Dauerregen hatte ich das auch bitter nötig. Das Gewicht, das auf Schultern und Hüfte lastete war zwar aushaltbar, hielt allerdings den Genuss der ersten Woche in Grenzen. Ich folgte dem Ribdon River flussaufwärts und begegnete noch am gleichen Nachmittag einem für mich völlig unerwarteten und neuartigen Phänomen: das ganze Tal war ausgetrocknet. Der obere Flusslauf führte kein Wasser mehr, auch alle kleinen Bachläufe, die in das Tal mündeten, waren trocken. Ich füllte meine 1,5 l Flasche gegen 16.00 Uhr in einer kleinen Pfütze auf und marschierte weiter – der nächsten Auffüllmöglichkeit begegnete ich erst 20 Stunden später. Damit hatte ich nicht gerechnet, obwohl ich wusste, dass keiner der umliegenden Flussläufe von Gletschern gespeist wurde und deshalb an warmen, trockenen Tagen weniger Wasser führen (anders, als bei gletschergespeisten Flüssen). Nun ja, am nächsten Tag regnete es schon wieder – keine Wasserprobleme mehr!

http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC6134.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC6138.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC6153.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC6161.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC6189.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC6197.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC6200.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC6213.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC6282.jpg


Richtig düster wurde das Wetter wieder, als ich den Pass hinter dem Ribdon River überquerte und mich dem Ivishak Valley näherte. Es schneite dann auch ein wenig. Glücklicherweise fiel mir die Flussüberquerung leichter, als vorher befürchtet: der Ivishak River führte weniger Wasser als manch sogenannter „Creek“, den ich Tage zuvor überqueren musste.

http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC6321.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC6340.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC6363.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC6384.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC6396.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC6411.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC6425.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC6452.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC6496.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC6577.jpg


Am 8. Tag meiner Reise, ich befand mich etwa 10 Kilometer westlich des Porcupine Lakes, sah ich auf der anderen Seite eines Bachufers einen Wolf entlang spazieren. Ich dachte an nichts Böses, machte sowieso gerade eine Pause, also nahm ich meine Kamera in die Hand und fotografierte die Szene. Ich habe keine Angst vor Wölfen, die Tiere sind mir schon oft begegnet. Typischerweise sind sie scheu und verschwinden, sobald Menschen in der Nähe sind. So auch dieser – kaum hatte er mich gesehen, war er weg. Ich stand also auf und wollte gerade weitergehen, als er und seine drei hungrigen Freunde aus dem Gebüsch sprangen und bellend auf mich zu rannten. Als sie nur noch etwa 20 Meter von mir entfernt waren, teilten sie sich auf: zwei standen mir direkt gegenüber, einer lief nach rechts, ein anderer nach links. Das war der Moment, in dem ich für kurze Zeit wirklich um mein Leben fürchtete, denn genau dieses Verhalten zeigen Rudeltiere oft beim Erlegen ihrer Beute.
Mir fiel in dem Moment nichts anderes ein, als das typisch Verhalten zu zeigen, das ich bei Bären an den Tag lege: laut und mit ruhiger, tiefer Stimme reden; die Arme heben um größer zu erscheinen, Blick nach unten und langsam zurückziehen. Auf keinen Fall nervös wirken, auf keinen Fall rennen! Hinter mir lag ein kleiner Hügel, den ich zu meinem Vorteil nutzte, indem ich da hinauf stieg: das verschaffte mir eine dominierende Position gegenüber den Wölfen, die sich dann quasi „unter mir“ befanden. Anstatt ihren Angriff weiter auszuführen, folgten sie mir im Abstand von etwa 20 Metern, behielten ihre Formation jedoch nicht bei: einer der Wölfe folgte mir zwar auf gleicher Höhe, die anderen drei sammelten sich aber unten im Bachbett und hielten parallel Schritt zu mir. Das ging für etwa eine Viertelstunde so. Sie bellten mich an, rannten immer mal wieder kurzzeitig auf mich zu, blieben dann wieder länger stehen… Irgendwann vergrößerte sich dann der Abstand und wenig später war ich wieder allein.

Wie es dazu kam? Schwer zu sagen; in Alaska sind nur extrem wenige Angriffe von Wölfen auf Menschen bekannt. Als die Wölfe auf mich zu rannten, habe ich echt in Erwägung gezogen, dass es mir jetzt an den Kragen gehen würde. Aber dann vermutete ich, dass sie mich einfach nur loswerden wollten. Sehr wahrscheinlich lag im Gebüsch ein totes Caribou oder ein toter Elch – irgendetwas, das sie erlegt hatten und nun verteidigen wollten. Es kommt auch vor, dass ein Bär irgendein großes Tier tötet, es aber nicht vollständig verzehrt oder, wie es oft der Fall ist, vergräbt. Dann kommen Wölfe und beanspruchen den „kill“ für sich. Menschen sind dann im höchsten Maße unerwünscht.

Ich war jedenfalls froh darüber, in dieser durchaus brenzligen Situation, die bis dato meine gefährlichste Tierbegegnung überhaupt gewesen ist, einigermaßen die Nerven behalten und keinen Fehler gemacht zu haben. Die Konzentration reichte sogar noch für ein paar Schnappschüsse aus dem Handgelenk.

http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC6608.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC6618.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC6620.jpg


Die hügelige Gegend um den Porcupine war eigentlich wunderschön. Leider allerdings sehr schwer zu begehen – Tussocks und tiefes, weiches Gras so weit das Auge reicht. Der Regen begleitete mich nicht nur bis zur Marsh Fork, sondern auch noch an den kommenden beiden Tagen, an denen ich dem Fluss nach Norden folgte. Die Nacht zum 12. August verbrachte ich direkt am Zusammenfluss von Marsh Fork und Canning River und erwachte am Morgen erneut unter tief hängenden Wolken (siehe Timelapse Sequenz ab 3:40), wenig später klarte der Himmel jedoch auf. Vor dem Canning River war ich zuvor gewarnt worden: Mike, der Pilot in dessen Camp ich zuvor 2 ½ Wochen verbracht hatte und der diese Berge schon dutzende Male in seinem Buschflugzeug überflogen hatte, meinte, der Canning River sei der größte und wasserreichste Fluss auf meiner Route. Ich war auf alles vorbereitet und wäre, wenn nötig, auch geschwommen.

Das war aber nicht nötig. Als ich das andere Ufer erreicht hatte, war mir klar, dass ich diese Tour nun wirklich zu Ende bringen würde. Bis dahin, in den vergangenen 12 Tagen, hatte ich daran noch arge Zweifel. Jeder Tag brachte mich meinen physischen Grenzen sehr nahe und ich wusste nie, ob ich die nächste Flussquerung erfolgreich meistern würde. Mein Fokus lag jedes Mal auf der Erreichung des nächsten Tagesziels – nicht auf der Erreichung meines Tourenziels. Einen sehr schwierigen Moment hatte ich übrigens, als ich am Abend des achten Tages feststellen musste, dass ich mein Bear Spray verloren hatte. Das war die einzige „Waffe“, die ich im Ernstfall zu meiner Verteidigung einsetzen konnte – nun fühlte ich mich bei den nachfolgenden Bärenbegegnung irgendwie „nackt“.

(Die Bilder unten zeigen nicht den Canning River, sondern einen namenlosen Fluss und Marsh Fork - aus irgendeinem Grund habe ich keine Bilder vom Canning mit nach Hause gebracht.)

http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC6635.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC6696.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC6794.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC6838.jpg


Wie auch immer, am Ostufer des Canning River fühlte ich mich wieder stark und motiviert. Und erstmals dachte ich daran, wie es wohl sein würde, in Kaktovik anzukommen.

In herrlichem Sonnenschein folgte ich dem Franklin Creek flussaufwärts und erreichte am 13. August den Pass, wo ich an einem kleinen Bergsee mein Lager errichtete (Video ab 8:15). Zunächst hatte ich mit schwerem Terrain zu kämpfen, aber je höher ich kam, desto leichter wurde es. Letztendlich befand ich mich auf alpinen Grasflächen und relativ festen Geröllfeldern – das war natürlich ein Traum! Auf der anderen Seite des Passes folgte ich einem Fluss nach Norden. Dieser Fluss, der in den Lake Peters mündet, hat auf meiner Karte auch einen Namen – leider kann ich ihn nicht entziffern; das gibt der Maßstab meiner Karte nicht her (fragt mich nicht nach dem Maßstab, ich habe die Karten ja selbst zusammengestellt und dann auf eine beliebige Größe drucken lassen; den Maßstab könnte man natürlich berechnen, das habe ich allerdings nie getan).

http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC7686.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC7694.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC7710.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC7715.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC7719.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC7762.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC7772.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC8321.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC8378.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC8387.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC8419.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC8439.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC8475.jpg


Im Regen kämpfte ich mich durch die sumpfigen, nassen Grasflächen entlang der Neruukpuk Lakes. Jetzt gab es auch wieder Caribous zu sehen: je flacher es wurde, desto größer wurden die Herden.

Schon am 17. August erreichte ich die Sadlerochit Mountains, die ich im wahrsten Sinne des Wortes „links liegen“ ließ. Dann folgten ein paar monotone Tage am Westufer des Hulahula Rivers, die eigentlich einfacher zu bewältigen waren, als ich zuvor angenommen hatte. Es gab doch weite Abschnitte, in denen ich nicht durch die bereits vertrauten Tussocks gehen musste, sondern den festen und nur leicht bewachsenen Flächen des weitläufigen Flussbetts folgen konnte. Die Dimensionen der Tundra im Norden Alaskas sind einfach unglaublich: die in meinem Rücken liegenden Gipfel der Brooks Range wurden immer kleiner und ich sah mich von nichts anderem umgeben, als grenzenloser Weite. Die „Arctic flats“ sind wirklich ausgesprochen flach. Vielleicht kommt daher auch der Name. ;-)

http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC8528.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC8546.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC8623.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC8626.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC8633.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC8658.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC8680.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC8710.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC87411.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC8744.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC8751.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC8758.jpg


Ich näherte mich der Küste. Am Horizont meinte ich, Eisberge erkennen zu können, es roch nach Meer und die Luft war von Vogelschwärmen aller Art gefüllt. Zwei Flüsse galt es noch zu furten: den Hulahula River und den Okpilak River. Als das auch erledigt war, verlangsamte sich mein Tempo ungemein. Jetzt, so nah an der Küste, war wirklich alles nass und sumpfig; trotz des guten Wetters bekam ich schon bald nasse Füße. Aber das war mir jetzt auch schon egal, schließlich war ich meinem Ziel nahe - es konnte nichts mehr schief gehen. Die Wasserversorgung bereitete mir größere Probleme: die Tümpel, die direkt an der Küste lagen, waren salzig. Und alles, was weiter im Landesinneren lag (alles, was mindestens 500 Meter von der Küste entfernt lag, war Süßwasser), schmeckte grauenvoll. Ich bin beim Wasser wirklich nicht zimperlich und hatte auch diesmal – wie immer in Alaska! – auf einen Filter verzichtet. Aber diese kleinen Tümpel da oben, diese gelbbraune Suppe… da kamen mir öfter mal beinahe die Müsli-Riegel wieder hoch.

Um 7.00 Uhr morgens am 20. August befreite ich mich aus dem Schlafsack und trat ins Freie. Draußen vor meinem Zelt stand ein Grizzly und glotzte mich an. Ich entschied, dass es für laute Verscheuchungs-Rufe noch zu früh war und griff stattdessen nach der Kamera. Ein paar Sekunden zu spät, denn schon schoss der Bär an meinem Zelt vorbei und verschwand Minuten später in der Weite der sumpfigen Tundra.

http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC8779.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC8858.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC8864.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC8885.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC89471.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC8971.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC9138.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC9069.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC9076.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC9103.jpg


Am späten Vormittag erreichte ich den Ort am Festland, welcher der Insel – Barter Island – am nächsten war. Ich sah Spuren von ATVs im Sand, anscheinend werden die Dinger mit einer Art Fähre hier rüber transportiert und dann zum schnelleren Vorankommen beim Jagen genutzt. Mich trennten nur 300 Meter von der Insel. 300 Meter eiskalten Wassers – und nun?

Natürlich hatte ich auch dieses Problem in meine Planung einbezogen und zuvor mit einigen „Locals“ gesprochen. Alle meinten, dass die Einwohner Kaktoviks tagsüber mit Booten in den Lagunen zum Angeln unterwegs seien. Es wurde mir versichert, dass es keine Probleme geben würde, auf die Insel zu kommen: irgendjemand würde mich sehen und mich aufsammeln.

Das war nicht der Fall. Ich sah zwar das Dorf, das im Nordostzipfel der kleinen Insel lag, also etwa 5 ½ km entfernt von mir, aber keiner sah mich. Da konnte ich mit meinem XXL-Drybag wedeln, wie ich wollte: niemand würde mich von da aus sehen. Und es waren auch keine Boote unterwegs. Ich war allein, obwohl das Ziel bereits in Sichtweite war.

Ich wartete über vier Stunden und dachte mir letztendlich: wenn bei diesem herrlichen Wetter keiner mit dem Boot unterwegs ist, dann werden hier prinzipiell nur sehr selten Leute vorbeischauen. Und wenn ich weiter warte, riskiere ich eine Verschlechterung des Wetters. Das wiederum würde meine „Rettung“ gefährden, denn bei Sturm hat wahrscheinlich kein Eskimo Lust, die Küste nach einem deutschen Wanderer abzusuchen.

Also ging ich am Nachmittag zu Plan B über und drückte den „Custom Button“ meines SPOT GPS Messengers. Dies sendete eine kurze, vordefinierte Email an Mike, meinen Freund aus Happy Valley. Wir hatten die Sache natürlich vorher abgesprochen. Er bekam die Email noch am gleichen Tag und rief in Kaktovik an. Einen Tag später, am 21. August um 14.30 Uhr sah ich ein Boot am Horizont auf mich zurasen. Ich wurde abgeholt. In Windeseile packte ich meine Sachen, begrüßte die beiden Bootsinsassen aufs Herzlichste und ging an Bord. Obwohl ich viel erlebt hatte und eine ganze Weile allein war, hatte ich kein Bedürfnis, viel zu erzählen. Sie fragten nach Bären und Wölfen, ich erzählte das „Interessanteste“ in aller Kürze. Die beiden meinten, dass sich inzwischen 35 Eisbären in einem Umkreis von 5 Kilometern um die Insel befinden würden und dass ich Glück gehabt hätte, keinen in meinem Zelt begrüßen zu müssen. Die Eisbären versammeln sich zu dieser Zeit an der Küste und hoffen darauf, dass die etwa 300 Bewohner Kaktoviks beim Ausschlachten der beiden Wale, die jährlich Anfang September gefangen werden dürfen, nicht allzu gründlich sind und sie auch noch davon satt werden. Im Übrigen sind die Eisbären da oben nicht sonderlich aggressiv – vor Grizzlies haben die Eskimos größeren Respekt. Auf dem Weg zum Hafen von Kaktovik sahen wir eine Eisbär-Mutter mit zwei Jungen am Wasser liegen.

http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC9131.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC9691.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC9694.jpg


Zwei Nächte verbrachte ich in Kaktovik – ein durchaus interessanter Ort! Ich hatte die Chance, an einer Beerdigung teilzunehmen und war eigentlich gespannt darauf, ein wenig Tradition der „Natives“ da oben kennenzulernen. In dieser Hoffnung wurde ich allerdings enttäuscht – alles lief „typisch christlich“ ab; nichts erinnerte an die jahrtausendealten Traditionen der Völker des Nordens.

http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC9709.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC9707.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC9752.jpg


Nun ein ganz kurzes Fazit.

Die Brooks Range ist das faszinierendste Gebirge, in dem ich bisher unterwegs war. Es ist einer der wildesten und ursprünglichsten Orte der Welt – nicht überall kann man 500 Kilometer in eine Richtung gehen, ohne einer Menschenseele zu begegnen. Oder einer Straße oder einem Haus. Es ist aber auch ein rauer Ort; mit der gebührenden Strenge wird dort oben jeder Fehler bestraft. Ich war auf diese Reise gut vorbereitet und hatte trotz des schlechten Wetters irgendwie das Gefühl, hier und da „noch mal Glück gehabt“ zu haben. Die Flussüberquerungen, die Wölfe, Eisbären an der Küste…

Wie eingangs erwähnt, war dies meine erste „so richtig anspruchsvolle“ Tour. Manchmal hätte ich mir einen Partner an meiner Seite gewünscht, wobei mir das Alleinsein prinzipiell keine Schwierigkeiten bereitet. Ja, ich würde wieder eine solche Tour unternehmen. Und ja, bevor ich das Risiko eingehe, mit einem weniger ausdauernden oder leidensfähigen Partner unterwegs zu sein, würde ich es wieder alleine machen.

In den letzten 150 Jahren fanden zahlreiche Expeditionen im arktischen Bereich dieser Erde statt, die mein dreiwöchiges Intermezzo hier natürlich weit in den Schatten stellen. Ich spiele nicht in der Liga von Dick Griffith, Roman Dial, Andrew Skurka und all den anderen international bekannten Expeditionsreisenden, von denen ich manchmal so lese. Aber für mich, für meinen Horizont, war das schon ein Abenteuer. Auf Tour fühlte es sich oftmals sehr „krass“ an, sehr herausfordernd; eine Grenzerfahrung eben. Jetzt, zwei Monate später, denke ich nicht mehr, dass ich den Horizont meiner physischen und psychischen Leistungsfähigkeit in der Brooks Range bereits erreicht habe, so schlimm war’s eigentlich gar nicht. Ich denke jetzt, dass ich diesen Horizont erweitert und meine Grenzen ein wenig „gepusht“ habe. Proviant für 25 Tage zu schleppen war schwer, aber wahrscheinlich könnte ich auch 30 oder 35 Tage vertragen (ohne auf die immer schwerer werdende Foto-Ausrüstung verzichten zu müssen). Und an die 21 Tage des Alleinseins hätte ich auch locker noch mal 21 Tage dranhängen können. Man wächst mit seinen Aufgaben, nicht wahr?

Und ich bin ja noch jung.


Hier geht's weiter. (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?67135-US-Alaska-2012-%283-4%29-%D6stliche-Alaska-Range&p=1089551&viewfull=1#post1089551)

Libertist
25.10.2012, 20:37
Platzhalter.

Hier berichte ich demnächst noch von einem kleinen Nachspiel, das sich während meiner Tour und ohne meinem Wissen im Hintergrund abspielte. Also ein Zwischenspiel, sozusagen.

Edit: Sieht so aus, als käme hier doch nichts mehr. Das Zwischenspiel scheint also mein Geheimnis zu bleiben. ;-)

Fliehender
25.10.2012, 20:43
Geile Bilder! 5sterne

Jetzt erstmal lesen :bg:

blitz-schlag-mann
25.10.2012, 20:45
Absoluter Wahnsinn! Mit deinem dreiwöchigen Intermezzo stellst Du alle meine Wochenendtouren und Kurztrips in den Schatten :bg:

hgr
25.10.2012, 20:59
Hi Libertist!

Das ist natürlich eine super Tour in einer absolut sensationellen Gegend. Wie war's mit Mosquitos im August? Ich war im ANWR bislang erst einmal nördlich der Brooks Hauptkette und die Biester haben mich in den Sadlerochits fast aufgefressen (damals Ende Juli - Anfang August). Etwas überrascht bin ich aber darüber, dass bereits um den 20. August soviele "stranded polar bears" rund um Kaktovik waren. Kommen die normalerweise nicht erst Anfang September? War das heuer früher als sonst?

Jedenfalls hast du mit deinem tollen Bericht mein "Heimweh" nach Alaska wieder mal ordentlich geschürt.

Grüsse
hgr

Lilian179
25.10.2012, 21:05
Wahnsinn, das ist super! Unglaublich! Du hast das wirklcih durchgezogen, was ich schon seit langem machen will, aber noch nicht den Mut oder das nötige Kleingeld dafür aufgetrieben habe: Eine Solotour durch Alaska. Ich danke dir dafür!
Ich merke einfach, dass ich das noch machen muss.

Super Bilder, super Story!!
Alles Gute

HammelHugo
25.10.2012, 21:06
Meine Herren, ich bin begeistert! :bg:

Nachdem ich die Tage deinen letzten Bericht gelesen, und mich daraufhin durch deine Homepage geklickt hatte, konnt ich es kaum abwarten auch den nächsten Alaska-Bericht zu sehen. Wenn ich das so lese werd ich immer heisser darauf meine Reise anzutreten, welche jedoch mit Neuseeland lange nicht so anspruchsvoll werden wird wie deine, was ich ein wenig schade finde, aber für meine Kenntnisse vorerst sicher die bessere Wahl ist.

Was mich interessiert ist, ob du bei den Kilos auf dem Rücken vorher dafür Bauch, Rücken und Beine trainiert hast, oder es auch so kein Problem für dich war dies zu bewältigen. Der Bericht nimmt mir jedoch die Sorge, dass ich mit 28kg zu viel Gepäck habe, und dass meine 8kg Fotoausrüstung eine schlechte Idee sind! :bg:

Tolle Bilder, freu mich auf den nächsten Bericht!

heron
25.10.2012, 21:06
Super Erlebnisse! Schwer beeindruckend :bg:
Hab noch nicht alles gelesen - aber diese Wölfe sehen doch ziemlich danach aus, als wollten sie einen ernsten Versuch wagen :o :o
Aber ich muss sagen, dass mir die Bilder vom letzten Jahr doch besser gefallen, aber das liegt vielleicht am Wetter und der Struktur der Landschaft.
Finde ich auch lustig, wie man seine eigenen Touren immer irgendwie in Relation zu denen anderer stellt und sich denkt - boah, was die so machen, ... geht mir mit deinen Touren auch so - es gibt immer welche, die noch was extremeres machen :grins:
danke und freu mich auf Fortsetzung und LIVE-Bericht!

Detti
25.10.2012, 21:23
Toller Bericht und beeindruckende Bilder. Video finde
ich auch super.


Aber mit den Wölfen und den Bären...
Soviel frische Wäsche hätte ich gar nicht mit nehmen
können, die ich dadurch gebraucht hätte. ;-)


Übersetzt: Vor lauter Angst, wäre viel in die Büchs gegangen.

Libertist
25.10.2012, 21:25
Wie war's mit Mosquitos im August?

Es gab so gut wie keine Mosquitos. Nur in den ersten Tagen, aber selbst das war erträglich.



Etwas überrascht bin ich aber darüber, dass bereits um den 20. August soviele "stranded polar bears" rund um Kaktovik waren. Kommen die normalerweise nicht erst Anfang September? War das heuer früher als sonst?

Nicht unbedingt früher als sonst - normalerweise trudeln Mitte bis Ende August die ersten Eisbären ein - aber für diesen frühen Zeitpunkt waren es schon ungemein viele. Walfang ist in der ersten September-Woche.



Was mich interessiert ist, ob du bei den Kilos auf dem Rücken vorher dafür Bauch, Rücken und Beine trainiert hast, oder es auch so kein Problem für dich war dies zu bewältigen. Der Bericht nimmt mir jedoch die Sorge, dass ich mit 28kg zu viel Gepäck habe, und dass meine 8kg Fotoausrüstung eine schlechte Idee sind! :bg:

Ja, ich trainiere eigentlich das ganze Jahr über für die Touren im Sommer. Größtenteils einfaches Muskeltraining um die Gelenke zu stärken, außerdem natürlich Ausdauer. 8 kg Foto-Ausrüstung sind ganz bestimmt eine gute Idee, auch wenn ich diesmal nicht viel davon hatte. ;-)




Aber ich muss sagen, dass mir die Bilder vom letzten Jahr doch besser gefallen, aber das liegt vielleicht am Wetter und der Struktur der Landschaft.

Ja, da gebe ich dir Recht - im letzten Jahr war fotografisch viel mehr drin. Aber wie gesagt: ich hatte kaum gutes Licht und es gab diesmal keine Zeit für Foto-Pausen. Hat mich selbst ziemlich geärgert, um ehrlich zu sein. Hätte ich gewusst, wie's läuft, dann hätte ich nicht meine komplette Foto-Ausrüstung mitgenommen. Ähmm... doch.

HammelHugo
25.10.2012, 21:56
Eine vielleicht bisschen spezielle Frage, aber kam auch der Rucksack mit dem Gewicht klar? Die von Lowe Alpine sind schliesslich nur bis 30-32kg ausgelegt, die du ja weit überschritten hast...dass die sich nicht direkt zerlegen ist klar, aber wie ist das mit dem Tragecomfort, das muss doch auf Dauer an der Hüfte scheuern o.Ä., oder nicht!?

Libertist
25.10.2012, 22:05
Eine vielleicht bisschen spezielle Frage, aber kam auch der Rucksack mit dem Gewicht klar? Die von Lowe Alpine sind schliesslich nur bis 30-32kg ausgelegt, die du ja weit überschritten hast...dass die sich nicht direkt zerlegen ist klar, aber wie ist das mit dem Tragecomfort, das muss doch auf Dauer an der Hüfte scheuern o.Ä., oder nicht!?

Hmm, schwierige Frage; ich weiß nicht so richtig, woran ich das festmachen soll. Der Rucksack hat gehalten, so viel kann ich schon mal sagen. Und dass sich 40 kg und mehr nicht angenehm anfühlen, dürfte klar sein - das ist wahrscheinlich auch relativ unabhängig vom Rucksack bzw. Tragesystem. Ich kann dir da jetzt leider keine kompetentere Antwort geben, als: es ging schon.

Leider ist mein Rucksack wirklich nicht mehr der jüngste; das Gurtband an der Hüfte ist schon ziemlich glatt gescheuert. Ich ziehe das immer sehr fest an, um meine Schultern zu entlasten - leider löst sich das durch die Bewegung meines Körpers immer wieder, so dass ich aller paar Minuten nachziehen muss. Aber das lässt sich während des Gehens machen, dafür muss ich nicht anhalten.

winnetoux
25.10.2012, 22:12
Lowe Alpine hat einen kleinen Schaden? An einem Austauschteil? Pasquale. Pasquale ist der Servicemann in Martinsried, und wenn man ihm sein Leid klagt, hat er prompt Ersatz – für umsonst. Kann ich nur empfehlen. Absolut kulant und blitzschnell. Er meinte, bis Weihnachten ist er noch da. Hat mir alles ausgetauscht, was ich nach und nach bemängelt habe – da das so reibungslos funktionierte, hab ich nach und nach fast alles bemängelt.

Gabriel, du siehst so – entrückt aus auf den Bildern. Die Gegend sieht toll aus – zumindest zum Ankucken, ich mag die subarctic – da will man gleich reinlaufen, nicht wahr, Fliehender. Oder auch nicht. Die Eisbären –

Irgendwie – hast du es nicht mit einer gewissen Sorte Vierbeinern. Ich kann Knallpetarden wirklich auch empfehlen – haben eine beruhigende Wirkung und man kann auch einfach mal eine knallen lassen, dann hat man noch Spaß – die wären da vielleicht sogar wirklich praktisch gewesen, wiegen nix.
Du hast die besten Furtstellen ausgesucht? Ich weiß ja nicht … Gut, dass du keine SMS verschicken wolltest.

Ob das ständig gesteigert werden muss, ich find das ja geradezu kapitalistisch. Wozu. ;-) Sonst ist es ganz schön zu wissen, dass da einer für einen rumläuft.

Bergtroll
25.10.2012, 22:44
1.
Vielen Dank für den tollen Bericht! (Das Video ist auch top! Und die aus Deiner Familie stammende Musik ist ebenfalls cool. Sehr schöne Stimme.)

2.
Schön, dass Du heil durchgekommen bist. (Nach einem Sturz in den Atigun ist ja dieses Jahr ein Hiker gestorben: http://briancrea.blogspot.de/2012/07/into-wild.html#comment-form )

3.
"Wie es dazu kam? Schwer zu sagen; in Alaska sind nur extrem wenige Angriffe von Wölfen auf Menschen bekannt. Als die Wölfe auf mich zu rannten, habe ich echt in Erwägung gezogen, dass es mir jetzt an den Kragen gehen würde. Aber dann vermutete ich, dass sie mich einfach nur loswerden wollten. "

Meine Theorie. Bären mögen Dich (siehst ja auch ein bissel selbst so aus ;). Hund und Wölfe mögen Dich deshalb nicht (siehe auch Korsika // edit: Lykischer Pfad wäre richtig gewesen).

4.
Im Schnäppchenthread habe ich einen neuen Schwerlastrucksack für Dich gepostet ;)

5.
"Aus Gewichtsgründen zog ich ohne Kocher los und verzichtete damit komplett auf warme Mahlzeiten. Morgens gab es Müsli, danach nur noch (teilweise hausgemachte) Müsli-Riegel. Das hat für mich sehr gut funktioniert; ich war meistens froh darüber, am Abend nicht noch kochen zu müssen, sondern direkt in den Schlafsack kriechen zu können."

Ich glaub, ich hätte die Tour bei der Verpflegung abgebrochen ^^ Auch Du selbst schienst mir nicht so ganz zufrieden im Video. 20-25 Esbit Tabletten und ein 14g Titankocher plus Aluwindschutz plus Mountain House ProPak Meals hätten das Gewicht bzw. das Volumen vermutlich auch nicht wesentlich gegenüber den Müsliriegeln vergrössert.

6.
Hattest Du die Nahrung (ohne Ursack oder Bärentonne) einfach immer im Zelt gelagert oder hast Du den Rucksack abseits vom Zelt gestellt? Beides hat ja Vor- und Nachteile.

7. Musste man bei einer der Flussüberquerungen schwimmen oder waren auch die im Video breiten Flüsse relativ flach?

8. "Die Wahrheit ist, dass ich (besonders in den ersten zwölf Tagen, in denen es fast nur regnete) nicht viel genießen konnte: zwischen 7.00 und 20.00 Uhr war ich auf den Beinen, täglich. Die übrige Zeit verbrachte ich im Zelt - in der Waagerechten, beim Ausruhen. Es gab diesmal keine Seitenausflüge, keine abendlichen Foto-Sessions, keine langen Pausen zum Aufhängen der nassen Klamotten."

Ging mir dieses Jahr so ähnlich (wenn auch unter etwas anderen Bedingungen: tagelanges Herumkriechen mit Innenbandriss durch eine Art nasse, moskitoverseuchte Buschhölle). Mein Fazit: Man sollte nicht ZU harte Touren planen. Es soll ja schliesslich Spass machen. Obwohl ... in der Retrospektive erscheint es immer gleich wenig schlimm ; )

Sector
25.10.2012, 22:51
Grandios!

Nur woher nimmst du die Zeit und Energie um jedesmal so einen genialen Bericht zu schreiben?
War diesen Sommer 6 Monate in AK,BC und YT und hab noch nichteinmal meine Bilder sortiert sondern hänge in Kugelerde und Google ab um rauszubekommen wie ich es nächsten Sommer noch steigern könnt?!

Also nochmal vielen Dank für den Bericht!

p.s lass die Foto Ausrüstung, das schwere Zelt und die schweren Schuhe weg und häng nochmal 500km an und du kannst dich
mit Roman Dial definitiv vergleichen :-)

Jack68
25.10.2012, 23:08
Respekt! Tolle Reise, schöne Beschreibung und geniale Fotos!
Danke!

Fliehender
25.10.2012, 23:12
1.

Meine Theorie. Bären mögen Dich (siehst ja auch ein bissel selbst so aus ;). Hund und Wölfe mögen Dich deshalb nicht (siehe auch Korsika).


Das war afaik irgendwo in der Türkei, aber grundsätzlich ja. Wobei ich finde, dass du sehr gut reagiert hast. Auch die Überlegung mit der Verteidigung der Beute macht für mich mehr Sinn.

Bergtroll
25.10.2012, 23:26
Na gut. Ich gebe mich der Logik geschlagen *g*

dooley242
26.10.2012, 00:08
Ein beeindruckender Bericht mit tollen Bildern.

Danke dafür.

Libertist
26.10.2012, 02:37
Lowe Alpine hat einen kleinen Schaden? An einem Austauschteil? Pasquale. Pasquale ist der Servicemann in Martinsried, und wenn man ihm sein Leid klagt, hat er prompt Ersatz – für umsonst. Kann ich nur empfehlen. Absolut kulant und blitzschnell. Er meinte, bis Weihnachten ist er noch da. Hat mir alles ausgetauscht, was ich nach und nach bemängelt habe – da das so reibungslos funktionierte, hab ich nach und nach fast alles bemängelt.

Danke, hört sich gut an. Lass mir bitte mal die Email oder eine Telefonnummer zukommen.



Die Gegend sieht toll aus – zumindest zum Ankucken, ich mag die subarctic – da will man gleich reinlaufen...

Das Vorankommen in der Tundra ist wirklich richtig anstrengend. Von Weitem sieht's immer wunderbar aus, flach, und es ist ja "nur Wiese". Und dann, 5 Stunden später, merkt man, dass man gerade mal 6 oder 7 km weiter ist. Aber ja, erstmal will man natürlich "reinlaufen" ;-) ...



Du hast die besten Furtstellen ausgesucht? Ich weiß ja nicht … Gut, dass du keine SMS verschicken wolltest.

Beim Suchen nach Furtstellen lasse ich mir mäßig viel Zeit. Meistens entscheide ich das lange im Voraus, beim Studieren der Karte. Wenn's dann vor Ort ganz anders aussieht, als erwartet, gebe ich mir noch eine Stunde, vielleicht zwei. Irgendwann nervt's mich dann; es geht dann einfach bei der nächstbesten Gelegenheit durch den Fluss. Im ersten Drittel des Videos sieht man so eine kritische Furtung, bei der ich wirklich nur deshalb nicht fortgespült wurde, weil ein schwerer Rucksack aufgeschnall war. Die Perspektive lässt eine Beurteilung der Schwierigkeiten kaum zu, aber man bekommt einen Eindruck.

(Das gilt natürlich nur für meine Solotouren.)

Und was die SMS angeht, die ich nie verschicken wollte: dazu schreibe ich noch was. Der Platzhalter in Beitrag #2. ;-)



Ob das ständig gesteigert werden muss, ich find das ja geradezu kapitalistisch. Wozu. ;-) Sonst ist es ganz schön zu wissen, dass da einer für einen rumläuft.

Es muss gar nichts gesteigert werden. Es ist nur ein Verlangen, dem ich nachgebe.

Libertist
26.10.2012, 02:58
(Nach einem Sturz in den Atigun ist ja dieses Jahr ein Hiker gestorben: http://briancrea.blogspot.de/2012/07/into-wild.html#comment-form )

Ja, davon habe ich ein paar Tage vor meinem Start gehört. Keine Ahnung, was da schief gelaufen ist...



Ich glaub, ich hätte die Tour bei der Verpflegung abgebrochen ^^ Auch Du selbst schienst mir nicht so ganz zufrieden im Video. 20-25 Esbit Tabletten und ein 14g Titankocher plus Aluwindschutz plus Mountain House ProPak Meals hätten das Gewicht bzw. das Volumen vermutlich auch nicht wesentlich gegenüber den Müsliriegeln vergrössert.

Wie gesagt, mit meinem Speiseplan kam ich eigentlich super zurecht; werde auf längeren Touren auch dabei bleiben. Mir geht's nicht bloß um das Gewicht und die Einfachheit (im Regen zu kochen ist mühsam - einen Riegel kann man sich jederzeit einwerfen), sondern auch um die Zeit, die ich spare. Und ich hatte wirklich andere Probleme, als die Monotonie meiner Mahlzeiten. ;-)



Hattest Du die Nahrung (ohne Ursack oder Bärentonne) einfach immer im Zelt gelagert oder hast Du den Rucksack abseits vom Zelt gestellt? Beides hat ja Vor- und Nachteile.

In Alaska nehme ich mein Essen nie mit ins Zelt - die Gründe dafür sind vielfältig und haben zum Teil mehr mit meinen Zukunftsplänen als Guide zu tun, als mit tatsächlicher Notwendigkeit.

Meine Lösung sieht wie folgt aus: Alles, was ich nachts nicht im Zelt brauche, kommt in den Rucksack. Der Rucksack verschwindet in meinem großen, extra dafür angefertigten Drybag. Und dieser wiederum verbringt die Nacht etwa 20 Meter entfernt vom Zelt. Somit habe ich in meinem kleinen Zelt mehr Platz, es riecht im Zelt nicht nach Lebensmitteln, das Essen ist sicher verstaut und sollte sich über Nacht doch ein Bär daran vergreifen wollen, werde ich wach und kann nach eigenem Ermessen entscheiden, ob ich einschreite oder nicht.



7. Musste man bei einer der Flussüberquerungen schwimmen oder waren auch die im Video breiten Flüsse relativ flach?

Ich musste nie schwimmen, war aber zweimal kurz davor. Die breiten Flüsse, die man im Video gegen Ende sieht, waren stellenweise tief, dafür war die Fließgeschwindigkeit nicht besonders hoch. Es ging schon.



Man sollte nicht ZU harte Touren planen. Es soll ja schliesslich Spass machen. Obwohl ... in der Retrospektive erscheint es immer gleich wenig schlimm ; )

Naja, letztendlich plane ich die Touren, auf die ich Lust habe. Und manchmal gelingen sie sogar. :cool:

Libertist
26.10.2012, 03:03
Nur woher nimmst du die Zeit und Energie um jedesmal so einen genialen Bericht zu schreiben?

Reisevorbereitung, die eigentliche Reise und die Nachbearbeitung - das gehört für mich zusammen. So mache ich das seit Jahren und dabei will ich auch bleiben. Klar muss ich dafür andere Dinge hinten anstellen. Aber den Kompromiss gehe ich ein; mir ist das einfach wichtig. Und letztendlich betrachte ich die Reiserei (und was dazu gehört) nicht als ein Hobby oder sowas ;-) ...


Edit: noch was zum Thema "genialer Reisebericht", weil ich ja weiß, dass das nicht stimmt. :bg:

Eigentlich ist das nämlich kein "genialer Reisebericht". Ich mache mir da auch gar nichts vor - meine Berichte sind nicht spannend. ;-) Niemand, der meine Berichte liest, wird sich "mit hineingenommen" fühlen. Das hier ist halt kein Tagebuch. Ich habe es noch nie geschafft, von jedem Tag einzeln zu erzählen, meine Sorgen und Nöte auf Tour niederzuschreiben und dem Ganzen noch eine richtig persönliche Note zu geben. Manchmal würde ich das gern; ist ja auch nett, wenn der Leser sich irgendwie in den Reisenden hineinversetzen kann und in Entscheidungsprozesse "einbezogen" wird. So wie das beispielsweise unser Freund Fliehender toll zeigt.

Mir fehlt schlicht und ergreifend die Zeit. Ich habe noch einige tausend Bilder auszuwerten, zwei (kürzere) Berichte zu schreiben, jeweils auf deutsch und englisch. Nebenbei studiere ich, übrigens so richtig mit anwesenheitspflichtigen Lehrveranstaltungen und Prüfungen, außerdem bereite ich meine Februar-Reise vor. Ich muss mich hier ein bisschen auf die Weitergabe von Informationen beschränken. Und vielleicht darauf, anderen in ihrer Reiseplanung und Ideengewinnung als Inspiration zu dienen.

Ich nehme einfach mal an, dass alle Fragen, die irgendwie auftauchen könnten, hier gestellt werden. Das ist mir lieber, als von Vornherein, präventiv sozusagen, meine ganze Gefühlswelt auszubreiten. :bg:

Iring
26.10.2012, 07:31
Die ganze Zeit nur "Kaltes" Müsli ?, welches war das und wieviel hast Du Verbraucht ?. Und welchen Schlafsack hattest Du dabei ?

Gruß
Iring

berniehh
26.10.2012, 08:26
Vielen Dank für den interessanten Bericht! Die Storry mit den Wölfen ist beängstigend.......
Das ist wirklich eine grandiose Tour die du gemacht hast5sterne
Auch die Fotos sind beeindruckend.

Das Video habe ich mir zwar noch nicht angeschaut, aber das mache ich heute abend.....;-)

MatthiasK
26.10.2012, 09:12
Für mich zumindest sind deine Berichte sehr wohl spannend. Mir ist dein Schreibstil auch wesentlich angenehmer als manch andere. Viele Dinge die man in Tagebücher schreibt sind im Handumdrehen pipifax.

Respekt das du das durchgezogen hast. Einen 40kg Rucksack hätte ich wohl in dem weglosen und schwierig zu gehenden Gelände keinen cm bewegt.
Warum du allerdings beim Photoequipment nicht eingeschränkt hast, wo du wusstest das du 25km am Tag schaffen musst, kann ich nicht nachvollziehen aber das ist ok :)

Im Video hätte ich ein paar lustige Elemente wie das mit den Blueberries oder der "Pizza" früher eingebaut als kleine Auflockerung. Ich werde es mir aber sicher nochmal ansehen, mir hat es sehr gut gefallen.

Freue mich schon auf die weiteren Teile!

ka9de
26.10.2012, 09:27
Wow! Respekt dass du es durchgezogen hast!

Zur Fotoausrüstung.. 7.5kg? Was war denn da dabei? 14-24G? 24-70G,...? Ich sehe da locker 4kg Einsparpotential.

heron
26.10.2012, 09:45
So jetzt hab ichs gelesen auch ! Auch das Video ist super: wie lange muss man unterwegs sein, um sich mit Heidelbeeren zu unterhalten?

Noch einmal - sehr beeindruckend. Bei den Wölfen geb ich dir recht - die "bellen", wuffen eigentlich nur wenn sich "Feinde" nähern. Auf der Jagd würde es recht wenig Sinn ergeben, sein Opfer vorzuwarnen ;-) Nichtsdestotrotz kann sich aus so einer Gelegenheit auch was anderes ergeben, je nachdem wie sich das Opfer gibt ...

Da ich ja meine Tour aufgrund von Gewichtsverlust abgebrochen habe, würde mich interessieren, wie viel Gewicht du verloren hast bei welchem Kalorien Input? Müsli und Müsliriegel ... o graus :ill::kotz:

Nächste Frage: Hat es dir leid getan, das Packraft nicht dabeigehabt zu haben - einige der Flüsse wären ja doch wesentlich sicherer zu queren. Und was ich nicht ganz verstehe: letztes Jahr wolltest du mit Packraft (=schneller am Wasser) 32 Tage unterwegs sein, während es dieses Jahr 21 Tage nur zu Fuss waren?

Mit dem kleinen Programm MapMaker fügen sich die Screenshots automatisch zu einer Karte zusammen - viel Zeit erspart.

Sarekmaniac
26.10.2012, 09:54
Hallo Gabriel, Danke für den tollen Bericht. Auch wenn es weniger Fotos geworden sind, hast Du die Fotoausrüstung definitiv nicht umsonst mitgeschleppt.


Sie fragten nach Bären und Wölfen, ich erzählte das „Interessanteste“ in aller Kürze. Die beiden meinten, dass sich inzwischen 35 Eisbären in einem Umkreis von 5 Kilometern um die Insel befinden würden und dass ich Glück gehabt hätte, keinen in meinem Zelt begrüßen zu müssen. Die Eisbären versammeln sich zu dieser Zeit an der Küste und hoffen darauf, dass die etwa 300 Bewohner Kaktoviks beim Ausschlachten der beiden Wale, die jährlich Anfang September gefangen werden dürfen, nicht allzu gründlich sind und sie auch noch davon satt werden. Im Übrigen sind die Eisbären da oben nicht sonderlich aggressiv – vor Grizzlies haben die Eskimos größeren Respekt. Auf dem Weg zum Hafen von Kaktovik sahen wir eine Eisbär-Mutter mit zwei Jungen am Wasser liegen.

Was mich interessieren würde: Hattest Du für den, Fall, dass sich ein Eisbär für dich interessiert, irgendeinen Plan B in der Tasche gehabt, und wenn ja welchen? Um diese Zeit sind die Eisbären ja fast hungriger als im Winter.

Und das Warten auf Schlachtabfälle ist bereits ein gewisses "Kulturfolger-Verhalten", d.h. Menschen sind "interessant"?

Das mit den Grizzlys wundert mich. Meines Wissens ist der Eisbär die einzige Bärenart, die den Menschen in ihr reguläres Beuteschema integriert, in Bezug auf Grizzlys wäre mir das neu. Wie gesagt, keine Frage der "Aggressivität", sondern des Beuteschemas.

Ich habe die Brooksrange auch für eine Tour (im Winter) im Auge, allerdings eher den Nordrand der Bergketten, in etwa die Höhe Anaktuvuk Pass und westlich und östlich davon. Von der schönen Vorstellung, küstennah durch diese riesigen Plains des North Slope Borough zu gehen, habe ich wegen der zu erwartenden Eisbär-Begegnungen Abstand genommen. Die IMO immer notwendige Eisbärensicherung will ich nicht betreiben müssen. zu schweres Gerödel, teuer, aufwändig, stressbehaftet - und außerdem müsste ich erst noch schießen lernen.

Julia
26.10.2012, 10:29
Im ersten Drittel des Videos sieht man so eine kritische Furtung, bei der ich wirklich nur deshalb nicht fortgespült wurde, weil ein schwerer Rucksack aufgeschnallt war.

Dazu hab ich (die ich mit Furten sehr wenig, fast null Erfahrung und davor einen Heidenrespekt habe) jetzt mal eine Frage:
Bei dem Über-/Durchqueren von potentiell lawinengefährlichen Hängen hängt man seinen Rucksack nur lose über die Schultern, damit man ihn im Fall des Falles schnell abwerfen kann, um von ihm in der Arbeit, sich möglichst oben auf dem Schnee zu halten, nicht behindert wird. Bei einer Flussdurchquerung stelle ich mir vor, dass das ähnlich ist. Falls man umgerissen wird, würde der Rucksack einen doch nur unter Wasser drücken und wahrscheinlich ertränken. Wie hast Du den auf, damit er Dich beim "Badengehen" nicht unter Wasser drückt , Dir aber trotzdem beim Furten die Stbilität verleiht, die Du brauchst? Wie sieht Deine Theorie (Du hast es ja offensichtlich noch nicht erlebt) zum in dem Fall Loswerden aus?

Mich hat mein Rucksack bisher beim Furten nämlich immer eher behindert und beim Ausschreiten auf wackeligen, glatten Steinen im Fluss auch schon mal aus dem Gleichgewicht gebracht, so dass ich (trotz Stöcken) in die Knie gegangen bin. Bei 3 Grad Wassertemperatur und ziemlich starker Strömung kein Traumszenario..., dabei war das Wasser nur etwas über kniehoch.

Rattus
26.10.2012, 10:36
Mir fehlen mehr oder weniger die Worte, ich kann nur sagen: Wahnsinn. Ich mag gerade auch deinen nüchternen Schreibstil, der lässt Platz, die Reise und die Atmosphäre auf sich wirken zu lassen, ohne dass man die Gefühlswelt "vorgekaut" bekommt. Und sehr sehr schöne Fotos, danke!

Gast180628
26.10.2012, 10:42
"Eigentlich ist das nämlich kein "genialer Reisebericht". Ich mache mir da auch gar nichts vor - meine Berichte sind nicht spannend. Niemand, der meine Berichte liest, wird sich "mit hineingenommen" fühlen. Das hier ist halt kein Tagebuch. Ich habe es noch nie geschafft, von jedem Tag einzeln zu erzählen, meine Sorgen und Nöte auf Tour niederzuschreiben und dem Ganzen noch eine richtig persönliche Note zu geben. Manchmal würde ich das gern; ist ja auch nett, wenn der Leser sich irgendwie in den Reisenden hineinversetzen kann und in Entscheidungsprozesse "einbezogen" wird."

Hallo Libertist,
Nettes Understatement :-)). In der Kürze liegt die Würze. Respekt.
Die "Eckdaten" und das Bildmaterial reichen für die Vorstellung, was da für Entscheidungen zu treffen waren, schon ziemlich aus:-)).
Tolle Tour, völlig out of my range. Würe mir von meiner Freundin verboten werden, wenn ich mir das plötzlich "zutrauen" würde.

Will mal an was anknüpfen, was an meinen Erfahrungshorizont ranreicht:
Zu Furten hast Du ja schon was gesagt. Ich will trotzdem noch was fragen: die Furt auf Deinem Ladakh/2 Video (Homepage) - würdest Du das wieder so machen oder nen Seil mitnehmen/einsetzen?

Die Wölfe ..... gleiche Situation gleiches Aufs-Glück-Verlassen?

Karliene
26.10.2012, 11:04
Hey Libertist..

also erst mal vorab, ein toller Bericht und atemberaubende Bilder.
Aber ich muss echt mal fragen.. Bist du immer auf solche Extremerfahrungen aus?
Ich hab irgenwie den Eindruck (auch bei dem Libanonbericht) das Du die Gefahr für Leib und Leben suchst.
Das ist natürlich jedem selbst überlassen, ganz klar, aber es interessiert mich... Irgendwie wie ein "Border-Ding"..?

Aber ich habe unheimlichen Respekt vor Deiner sportlichen Leistung !!!! Ganz klar, ohne Abstriche.
Ich bzw wir hier können nur hoffen das einer deiner "Ausflüge" mal nicht ins Auge geht..

LG Karliene

BigKahuna
26.10.2012, 12:11
Hallo Libertist,

auch von mir ein großes Kompliment für Deine Tour und den Reisebericht!

Mich würde mal interessieren, wie zufrieden Du mit der Performance deines Schlafsacks unter den recht feuchten Bedingungen warst. Ich konnte mich trotz dreiwöchiger Nutzung in Grönland bisher zu keinem abschließenden Urteil über meinen Versalite durchringen. Das Wetter war dort die meiste Zeit einfach "zu gut".

Libertist
26.10.2012, 13:16
Vielen Dank erstmal an alle. Und nun der Reihe nach...


Die ganze Zeit nur "Kaltes" Müsli ?, welches war das und wieviel hast Du Verbraucht ?. Und welchen Schlafsack hattest Du dabei ?

200 Gramm Müsli gab's zum Frühstück. Wie das hieß, kann ich dir nicht mehr sagen - irgendwas mit Mandeln und Früchten. ;-) Richtiges Müsli jedenfalls, keine Cornflakes oder sowas. Schmeckte jeden Morgen hervorragend!

Schlafsack war ein WM Versalite. Zu dem sage ich gleich noch was...

Libertist
26.10.2012, 13:22
Zur Fotoausrüstung.. 7.5kg? Was war denn da dabei? 14-24G? 24-70G,...? Ich sehe da locker 4kg Einsparpotential.

Ich sehe da auch 4 kg Einsparpotential. Ich sehe da aber auch 4 kg Erweiterunspotential! :bg:

Was ich in der Brooks dabei hatte, entspricht genau dem, was jetzt auf meiner Website (Travelling --> Gear) zu sehen ist. Inzwischen ist das schon nicht mehr aktuell; ich habe meine Kamera, das Tele und ein bisschen Kleinkram verkauft, dafür ist anderes hinzugekommen. Ich lasse das aber noch ein paar Wochen so stehen.

Libertist
26.10.2012, 13:38
Da ich ja meine Tour aufgrund von Gewichtsverlust abgebrochen habe, würde mich interessieren, wie viel Gewicht du verloren hast bei welchem Kalorien Input? Müsli und Müsliriegel ... o graus :ill::kotz:

Kann ich dir gar nicht sagen, leider. Ich schätze mal, 10 kg. War am Ende der Tour schon deutlich schlanker, als vorher, aber nicht so schlank, dass man mich mitleidig angesehen hätte. ;-) Wenn du 10 kg verlierst, ist das schon was anderes...

Ich hatte etwa 2800 bis 3000 Kalorien pro Tag. Wahrscheinlich entspricht das einem Defizit von etwa 1500 Kalorien täglich, deshalb der Gewichtsverlust. Aber auch darauf war ich vorbereitet; ein bisschen Abnehmen schadet mir nicht sofort. ;-)




Nächste Frage: Hat es dir leid getan, das Packraft nicht dabeigehabt zu haben - einige der Flüsse wären ja doch wesentlich sicherer zu queren.

Ja, mein Raft habe ich oft vermisst. Es hätte mir auf der Tour ein viel sichereres Gefühl gegeben - nicht nur bei den Querungen an sich, sondern dauerhaft. Ich hatte nämlich immer so eine Unsicherheit im Hinterkopf: Wer weiß, ob ich den nächsten Fluss überhaupt furten kann? Vielleicht muss ich ja sowieso umkehren...? Das zehrt schon an den Nerven.

Im Nachhinein bin ich froh über meine Entscheidung. Denn mit Raft wäre ich vielleicht 2 oder 3 Tage eher da gewesen, ich hätte also Gewicht am Essen gespart. Aber die Rafting-Ausrüstung wiegt mehr, selbst ohne Drysuit (und den Hulahula ohne Drysuit zu raften wäre mir sehr unangenehm gewesen). Das Boot und den nötigen Kleinkram noch zusätzlich mitzuschleppen, wäre echt hart gewesen. Hat ja auch so funktioniert. ;-)



Und was ich nicht ganz verstehe: letztes Jahr wolltest du mit Packraft (=schneller am Wasser) 32 Tage unterwegs sein, während es dieses Jahr 21 Tage nur zu Fuss waren?

Ganz genau. Andere Route, mehr Tageskilometer, weniger Reservetage, höherer "sportlicher Anspruch". Und billiger.




Mit dem kleinen Programm MapMaker fügen sich die Screenshots automatisch zu einer Karte zusammen - viel Zeit erspart.

Oha, das sagst du jetzt! Wieso weiß ich sowas nicht, bin ich zu selten im Forum? :grrr:

Libertist
26.10.2012, 13:58
Hattest Du für den, Fall, dass sich ein Eisbär für dich interessiert, irgendeinen Plan B in der Tasche gehabt, und wenn ja welchen?

Naja, ich hätte wahrscheinlich das gleiche getan, was ich bei Grizzlies tue - mit einem etwas aggressiveren Auftreten, vielleicht. Aber so richtig einen Plan B - nein, hatte ich nicht. Bearspray im Gesicht mögen die Eisbären sicher genauso wenig, wie Grizzlies, aber das Spray hatte ich ja verloren...

Die Viehcher sind ja nur an der Küste. Und an der Küste habe ich nur eine Nacht verbracht - es hätte schon sehr unglücklich für mich laufen müssen, wenn gerade da ein Eisbär vorbeimarschiert wäre. Eine befriedigerende Antwort habe ich da leider nicht.



Und das Warten auf Schlachtabfälle ist bereits ein gewisses "Kulturfolger-Verhalten", d.h. Menschen sind "interessant"?

Die Eisbären haben sich einfach daran gewöhnt, dass in Kaktovik (ähnlich, wie in anderen Siedlungen an der Küste), jährlich zu September-Beginn, zwei riesige Walkadaver rumliegen. An denen nagen sie dann den ganzen Winter. Natürlich zieht das auch Touristen an: im September sieht Kaktovik relativ viele Besucher, einfach nur wegen des "Whalings" und den Eisbären.



Meines Wissens ist der Eisbär die einzige Bärenart, die den Menschen in ihr reguläres Beuteschema integriert, in Bezug auf Grizzlys wäre mir das neu. Wie gesagt, keine Frage der "Aggressivität", sondern des Beuteschemas.

Beides ist richtig. Da oben in Alaska sagt man, der Eisbär sei das einzige Landlebewesen, das Menschen in sein Beuteschema integrieren würde, trotzdem sind Grizzlies in ihrem Verhalten aggressiver; die Leute haben vor Grizzlies mehr Angst. Ich kann diesen Widerspruch auch nicht auflösen. Die Eisbären laufen in Kaktovik durchs Dorf, sie gehören dort sozusagen zum "Stadtbild", jeder ist daran gewöhnt. Aber wenn ein Grizzly auftaucht, wird Alarm geschlagen.




Ich habe die Brooksrange auch für eine Tour (im Winter) im Auge, allerdings eher den Nordrand der Bergketten, in etwa die Höhe Anaktuvuk Pass und westlich und östlich davon. Von der schönen Vorstellung, küstennah durch diese riesigen Plains des North Slope Borough zu gehen, habe ich wegen der zu erwartenden Eisbär-Begegnungen Abstand genommen. Die IMO immer notwendige Eisbärensicherung will ich nicht betreiben müssen. zu schweres Gerödel, teuer, aufwändig, stressbehaftet - und außerdem müsste ich erst noch schießen lernen.

Ich empfehle dir das Buch "Canyons and Ice" von Kaylene Johnson. Es ist eine Biographie über Dick Griffith, der da oben zahlreiche Solo-Expeditionen durchgeführt hat. Da gab es schon auch Begegnungen mit Eisbären, aber einen Zaun oder Ähnliches hatte er nie dabei. Der Mann ist tatsächlich 85 Jahre alte geworden (und lebt immer noch)! :cool:

Für Wintertoren sind die Flats natürlich ideal, aber deine Idee ist auch toll, muss ich sagen. Ein paar Berge in der Nähe schaden ja nicht. ;-)

Libertist
26.10.2012, 14:11
Dazu hab ich (die ich mit Furten sehr wenig, fast null Erfahrung und davor einen Heidenrespekt habe) jetzt mal eine Frage:
Bei dem Über-/Durchqueren von potentiell lawinengefährlichen Hängen hängt man seinen Rucksack nur lose über die Schultern, damit man ihn im Fall des Falles schnell abwerfen kann, um von ihm in der Arbeit, sich möglichst oben auf dem Schnee zu halten, nicht behindert wird. Bei einer Flussdurchquerung stelle ich mir vor, dass das ähnlich ist. Falls man umgerissen wird, würde der Rucksack einen doch nur unter Wasser drücken und wahrscheinlich ertränken. Wie hast Du den auf, damit er Dich beim "Badengehen" nicht unter Wasser drückt , Dir aber trotzdem beim Furten die Stbilität verleiht, die Du brauchst? Wie sieht Deine Theorie (Du hast es ja offensichtlich noch nicht erlebt) zum in dem Fall Loswerden aus?

Die Ranger in den Nationalparks weisen Wanderer immer darauf hin, dass der Rucksack beim Furten lose, also offen, auf den Schultern getragen werden sollte. Genau, wie du es vermutest - dir würden also sehr viele "Profis" Recht geben.

Ich sehe das anders. Einen offenen 40 kg Rucksack durch den Fluss zu schaukeln, ist eigentlich unmöglich, zumindest für mich unvorstellbar. Da wäre ich schon oft im Wasser gelandet, einfach aus Balance- und Stabilitätsgründen.

Ich muss zugeben, dass mir das noch nie passiert ist: bisher konnte ich alle Flussüberquerungen meistern, ohne dabei baden zu gehen. Wenn ich doch mal mitgerissen werde, dann muss ich halt schauen, wie ich wieder raus komme - den Rucksack kann ich dann eigentlich gar nicht mehr öffnen. Bei mir sind es nämlich nicht nur die beiden Schnallen (Brust- und Hüftgurt), sondern weitere 4 Karabiner, die ich lösen müsste, um meine Kameratasche abzuwerfen. Und meine Kameratasche würde ich nicht abwerfen! :bg: Ein Dilemma, wie du siehst.

Ich bilde mir ein, dass ich immer irgendwie ans andere Ufer komme. Was für mich in diesem Sommer gut funktioniert hat, ist folgende Technik: wenn ich aufgrund der hohen Strömung den Halt verliere, dann "springe" ich sozusagen mit der Strömung mit, allerdings bei jedem Sprung auch in Richtung des anderen Ufers. Ist klar, was ich meine? Da ich mich mit der Strömung bewege, kann sie mich nicht umreißen. Diese Technik wende ich allerdings nur im äußersten Notfall an, denn sollte ich nach einem Sprung mal ungünstig am Boden aufkommen (zum Beispiel könnte ich meinen Fuß zwischen zwei Steinen einklemmen, da ich mich ja nicht, wie bei üblichen Querungen, "vortaste"), schwimme ich im Wasser. Das wäre schlecht.

Libertist
26.10.2012, 14:24
Ich will trotzdem noch was fragen: die Furt auf Deinem Ladakh/2 Video (Homepage) - würdest Du das wieder so machen oder nen Seil mitnehmen/einsetzen?

Hm, ein Seil habe ich zum Furten noch nie benutzt. Das in Ladakh war ein Sonderfall, in zweierlei Hinsicht.

1. Der Fluss war sehr schmal, da hätte man tatsächlich ein Seil verwenden können. In Alaska sind die schwierig zu furtenden Flüsse meistens sehr breit, oftmals mehrere hundert Meter, da käme das kaum in Frage.

2. Die Dame, die da in Ladakh ins Wasser fällt, ist meine Schwester - übrigens auch die, von der das este Lied aus dem Video stammt. Beim nächsten Mal würde ich die Kamera ein bisschen eher weglegen und zur Hilfe ins Wasser steigen. ;-)




Die Wölfe ..... gleiche Situation gleiches Aufs-Glück-Verlassen?

Ja. Ich werde nicht auf zukünftige Wildnisreisen verzichten, nur weil ich einmal fast Pech gehabt hätte. Wie gesagt, das mit den Wölfen ist schon eine sehr untypische Geschichte, von sowas hört man in Alaska so gut, wie nie.

Ob ich nun "Glück" oder "fast Pech" hatte, ist letztendlich auch egal. Ich habe jetzt nicht mehr Angst vor Wölfen, als vorher (seht ihr, wie lieb die weißen Wölfe von meiner ersten Wolfs-Begegnung auf dieser Tour schauen?! :bg:), sondern weiß beim nächsten Mal gleich, wie ich mich am besten verhalte. Hat ja ganz gut funktioniert.

Sarekmaniac
26.10.2012, 14:28
Die Viehcher sind ja nur an der Küste. Und an der Küste habe ich nur eine Nacht verbracht - es hätte schon sehr unglücklich für mich laufen müssen, wenn gerade da ein Eisbär vorbeimarschiert wäre. Eine befriedigerende Antwort habe ich da leider nicht.


Die offiziellen "Polar bear interaction guidelines" für die North Slope Borough besagen u.a. Folgendes:


In addition to sea ice, polar bears use marine waters and lands in northern Alaska for resting, feeding, denning, and seasonal movements. They are most likely to be encountered within 25 miles of the coastline, especially along barrier islands during July-October. Polar bears may also be encountered farther inland, especially females during the denning period (October-April).

(ich hoffe das ist jetzt nicht zu sehr OT). Bei Interesse gern weitere PN-Info von mir, oder besser noch Across befragen, die das alles recherchiert hat.

Danke für den Buchtipp, das werde ich mir unbedingt besorgen!

Libertist
26.10.2012, 14:38
Bist du immer auf solche Extremerfahrungen aus?
Ich hab irgenwie den Eindruck (auch bei dem Libanonbericht) das Du die Gefahr für Leib und Leben suchst.
Das ist natürlich jedem selbst überlassen, ganz klar, aber es interessiert mich... Irgendwie wie ein "Border-Ding"..?

Ich tue einfach das, worauf ich Lust hab. Früher war ich mal in Romänien, den Pyrenäen und Skandinavien wandern (auch wenn es davon keine Berichte gibt). Weil ich Lust darauf hatte. Und jetzt ist es Alaska. Es ist kein Prinzip von mir, es immer "extremer" haben zu wollen.

Das war die kurze Antwort. Und natürlich keine legitime, denn jetzt müsstest du fragen: Ja gut, aber warum hast du "Lust"? Hm, die lange Antwort wäre halt wirklich lang. ;-)


Hier mal ein Zitat von Dick Griffith aus dem Buch "Canyons and Ice:

"The first few years I made lenghty Arctic trips to satisfy my ego. The next few trips were made because I knew that I could do better. Now I make Arctic trips because it's that time of year."

Karliene
26.10.2012, 14:58
Ahh, ok. Sollte ich das Thema noch vertiefen wollen, schick ich Dir ne PN ;-)

swissclimber
26.10.2012, 15:07
..
Aber ich muss echt mal fragen.. Bist du immer auf solche Extremerfahrungen aus?
Ich hab irgenwie den Eindruck (auch bei dem Libanonbericht) das Du die Gefahr für Leib und Leben suchst.
Das ist natürlich jedem selbst überlassen, ganz klar, aber es interessiert mich... Irgendwie wie ein "Border-Ding"..?

ähnliche Fragen hört man auch ab und zu als Kletterer... ich könnte das nicht beantworten.

@Libertist:
Mir gefällt dein Bericht. Kurz, präzise, gute Fotos.
Danke.

Ranger
26.10.2012, 15:14
Wow, was für eine Hammer Tour!!
Ziemlich inspirierend...
Meine ganze Trekking-Geschichte begann mit einer Diashow über die Brooks Range vor gut 10 Jahren. Seit dem weiß ich dass ich da auch einmal hin muss. Auch wenn deine Tour sicher noch in einer anderen Liga spielt.
Respekt für die Leistung!
Ich finde übrigens deinen Schreibstil sehr ansprechend, feiner Bericht. ;-)

Karliene
26.10.2012, 15:20
ähnliche Fragen hört man auch ab und zu als Kletterer... ich könnte das nicht beantworten.


Ich gehe auch seit Jahren klettern, aber sowas meinte ich nicht. Klettern (im Nachstieg) ist bedeutend ungefährlicher.. Ich meinte schon so in der Art "höher schneller weiter". Aber meine Frage wurde ja beantwortet :grins:

Libertist
26.10.2012, 15:30
Ahh, ok. Sollte ich das Thema noch vertiefen wollen, schick ich Dir ne PN ;-)

Nein, bitte nicht! :bg: Ich bekomme schon so viele PNs mit Fragen, die genauso gut hier gestellt werden könnten - für alle sichtbar, die vielleicht die gleiche Frage haben. Es ist ja nicht so, dass mir die Sache zu privat wäre, überhaupt nicht. Nur ist deine Frage eben nicht so leicht zu beantworten - es würde eine Weile dauern, meine Gedanken dazu in Worte zu fassen. Zumal ich über die Antwort streng genommen nur spekulieren kann, denn über die eigene Motivation zu mutmaßen, ist in Wirklichkeit extrem schwierig. Viele beantworten diese Frage nach der eigenen Motivation immer so locker aus dem Handgelenk. Und ich denke mich dann immer: Woher willst du das eigentlich wissen? In solchen Antworten liegt nämlich sehr oft eine gute Portion "soziale Erwünschtheit"... und Oberflächlichkeit noch dazu.

Das Thema ist einfach zu vielschichtig und auch zu spannend, um es mit ein paar Sätzen abzutun. Da spielen so viele Dinge mit hinein: Charakter, Erfahrungen, Selbstkonzept, Ego, Gewohnheit, Erwartungen anderer, Lebensstil... Diese Frage gehört wahrscheinlich ausgelagert, schließlich kann jeder von uns etwas dazu sagen. Ich auch. Aber an einer hinreichenden Antwort arbeite ich noch; bin also noch dabei, mir auf die Schliche zu kommen. ;-)

Karliene
26.10.2012, 15:47
Okay.. *Stalkermodus aus* :bg::grins:

Julia
26.10.2012, 15:57
Da ich mich mit der Strömung bewege, kann sie mich nicht umreißen.
Du querst flussbawärts (das habe ich auch immer andersherum gehört)? Drückt es Dir da nicht von hinten die Knie ein? Hm, offensichtlich funktioniert Deine Technik in der Praxis ja sehr gut :bg:.

Libertist
26.10.2012, 16:00
Du querst flussbawärts (das habe ich auch immer andersherum gehört)? Drückt es Dir da nicht von hinten die Knie ein?

Nein! Ich bin immer der Strömung zugewand, springe aber manchmal leicht nach hinten, wenn ich mich nicht mehr halten kann. Wahrscheinlich ist das eine ganz natürliche Sache... bevor man umgeworfen wird. ;-)

uli.g.
26.10.2012, 16:05
Einfach vielen, vielen Dank! Bin sprachlos!

LGUli

smeagolvomloh
26.10.2012, 17:35
5sterne

Nach dem Betrachten der - wie immer genialen - Bilder habe ich mir gerade die Zeit genommen, den Bericht durchzulesen. Ich muss zugeben, sehr beeindruckt und fast sprachlos zu sein.

Vielen Dank fürs Einstellen des Reiseberichtes und der Teilhabe an deinen Erfahrungen.

5sterne

Muddypaws
26.10.2012, 17:58
Ich habe deinen Reisebericht mit großer Begeisterung gelesen (und Fotos und Videos genossen), herzlichen Dank für's Einstellen und Erzählen.

Mortias
26.10.2012, 19:24
Wow, einfach nur Wow. Hochachtung und allergrößten Respekt vor dem was Du da abgezogen hast!!! Ich würde meinen Hut ziehen wenn ich denn gerade einen auf hätte. ;-) Die Bilder sind super und wecken auf jedenfall die Lust der Gegend mal einen Besuch abzustatten (auch wenn es so aussieht, dass es anscheinend eher ne Schlechtwettergegend ist). Hätte auch nichts dagegen gehabt wenn Du doppelt soviele Bilder hochgeladen hättest. Vielleicht kommen ja noch ein paar nach. :bg:

Wobei ich schon schlucken musste als ich Dein Tagespensum gelesen habe. Aus meiner Sicht kam da schon die Frage auf: "Warum tut der Kerl sich das eigentlich an, wo ist denn der Spass und das Urlaubsfeeling dabei wenn man sich quasi keinerlei Pausen, Ruhemomente etc. gönnt, sondern es schon beinahe wie ein Trainingslager durchzieht?" Aber diese Thematik haben ja bereits andere hier angesprochen und jeder Wanderer hat da nunmal andere Standards. Ich persöhnlich kann nur sagen, mir wäre die Tour so wie Du sie durchgezogen hast, zu heftig, anspruchsvoll und unentspannt. Aber die prinzipielle Bereitschaft die Brooks Range zu besuchen ist durch Deinen tollen Bericht nicht kleiner geworden sondern nur noch mehr angewachsen. Und immerhin weiss ich jetzt an wen ich mich wenden kann falls Fragen zu der Gegend aufkommen. :cool:

Mortias
26.10.2012, 19:31
Jetzt hab ich gerade ganz vergessen das Video zu loben. Ist natürlich ebenfalls super genial und überaus stimmungsvoll!!!

Bergtroll
26.10.2012, 21:06
@Gabriel (wobei andere natürlich auch gerne antworten können)

Mich würde angesichts des andauernden Regenwetters noch interessieren, ob Du irgendwelche besonderen Erfahrungen in Sachen "Nässemanagement" gemacht hast.

Wenn ich den ganzen Tag in GTX Klamotten im Regen laufe und diese mit einer Wasserschicht benetzt sind und deshalb nicht mehr atmen können, ist bei mir während und auch am Ende des Tages die Unterwäsche nass. Das nass abgebaute Zelt ist dann im Zweifel nach dem Wiederaufbau am Abend auch Innen etwas nass. Abends im Zelt trockne ich dann meine dünne Unterwäsche am Körper. Shirts, Hosen, Socken, GTX Kleidung trocknet in der Nacht (außer bei Wind) eh nicht und kommt deshalb nass in eine Ecke. Am nächsten Morgen ziehe ich dann die nasse Kleidung wieder an.

Hattest Du eine bessere Taktik? Konntest Du den Schlafsack trocken halten?

Libertist
26.10.2012, 22:04
...wo ist denn der Spass und das Urlaubsfeeling...

Spaß und Urlaubsfeeling? Ja, da haben wir wirklich unterschiedliche "Standards"! :bg: Wegen Spaß und Urlaub fliege ich nicht nach Alaska. :baetsch: (Ich weiß natürlich, wie du's meinst.)




Mich würde angesichts des andauernden Regenwetters noch interessieren, ob Du irgendwelche besonderen Erfahrungen in Sachen "Nässemanagement" gemacht hast.

Wenn ich den ganzen Tag in GTX Klamotten im Regen laufe und diese mit einer Wasserschicht benetzt sind und deshalb nicht mehr atmen können, ist bei mir während und auch am Ende des Tages die Unterwäsche nass. Das nass abgebaute Zelt ist dann im Zweifel nach dem Wiederaufbau am Abend auch Innen etwas nass. Abends im Zelt trockne ich dann meine dünne Unterwäsche am Körper. Shirts, Hosen, Socken, GTX Kleidung trocknet in der Nacht (außer bei Wind) eh nicht und kommt deshalb nass in eine Ecke. Am nächsten Morgen ziehe ich dann die nasse Kleidung wieder an.

Hattest Du eine bessere Taktik? Konntest Du den Schlafsack trocken halten?

Tagsüber trage ich immer nur kurze Hose und T-Shirt, darüber meistens die Regenklamotten. Auch bei leichten Minustemperaturen. Das hat folgende Vorteile:
1. Alle isolierenden Schichten, die ich ggf. am Abend oder in der Nacht dringend brauche, bleiben trocken.
2. Gerade bei Regen und Kälte wird mir dann in den Pausen schnell kalt. Das hält die Pausen kurz. :bg:

Ins Innenzelt kommt bei mir nur, was absolut trocken ist. Regenklamotten, kurze hose, T-Shirt und oftmals sogar die Unterwäsche (wenn ich spät am Tage bei einer Furtung tief im Wasser gestanden bin) werden in die Jacke eingewickelt und landen im Vorzelt, trocknen auch über Nacht nicht. Am nächsten Morgen geht es dann meistens wieder in die nassen Klamotten.

Allerdings versuche ich, genau wie du, nasse Klamotten am Körper zu trocknen. Das funktioniert meistens, aber nicht immer.

Meinen Schlafsack verstaue ich sicher und trocken in einem Sea-to-Summit Compression Bag.

Dauerregen über mehrere Tage ist schon nervig, aber in diesem Sommer habe ich endlich verstanden, dass auch das keine Ausrede dafür ist, morgens länger im Schlafsack zu bleiben. Oder einen Pausentag einzulegen. Selbst bei starkem Regen und Wind kann man aufstehen, essen, packen und losmarschieren. In den letzten Jahren hatte ich schlechtes Wetter gerne mal als Ausrede für meine Faulheit benutzt, das konnte ich mir in diesem jahr nicht mehr leisten. ;-)

Nita
27.10.2012, 14:26
Hallo Gabriel,

erstmal: Es freut mich sehr, dass Du dieses Jahr in Brooks Range Erfolg hattest. Herausforderungen, die Du dabei gemeistert hast, machen diese Revanche noch beeindruckender. Andererseits sind sowohl die Situation mit den Wölfen als auch Flussquerungen nicht mehr grenzwertig, sondern eher dahinter, daher herzlichen Glückwunsch zur guten Rückkehr.

Das Video ist sehr gut; man vergisst, dass es von einem (noch) nicht Profikamerateam gedreht wurde. Insgesamt bekommt man einen guten Eindruck, was Dich dort erwartet hast und was Du nicht einmal zwischen den Zeilen ahnen lässt. Respekt für die Leistung, Leidensfähigkeit und natürlich insgesamt tolle Tour.

Zum Thema Müsli/riegel (mein erster Gedanke war eigentlich, dass Du dadurch Deine Bärenattraktivität senken wolltest): Wäre Pemmikan nicht eine kleine Abwechslung? Oder hattest Du auch salzige Riegel?

Danke für Deinen Bericht.

Libertist
27.10.2012, 19:34
Danke Nita.


Wäre Pemmikan nicht eine kleine Abwechslung? Oder hattest Du auch salzige Riegel?

Pemmikan, hm, noch nie gehört. Wahrscheinlich bin ich wirklich zu selten im Forum. :ignore: Aber ich habe kurz gegoogelt, folgendes fällt mir dazu sofort ein:

1. Ist das nicht etwas zu lecker? Bei Lebensmitteln, die so richtig gut schmecken, verspüre ich immer diese Unbefriedigung, wenn ich eher zu essen aufhören muss, als ich mag. Bei Müsli-Riegeln ist das Aufhören erträglich! :bg:
2. Mühsam in der Herstellung und/oder teuer zu kaufen?
3. Bären!

Salzige Riegel hatte ich nicht. Wäre auch mal 'ne Idee.

Yukonpaul
27.10.2012, 20:29
Hallo Libertist,

Die Fotos habe ich schon gesehen, den reisebricht werde ich heute abend noch lesen, das Video habe ich zusammen mit meinen Jungs (3 und 7 Jahre alt) angesehen, alle 3 waren wir restlos begeistert. Danke für deine Mühe das du deine Erlebnisse mit uns teilst! Ich hoffe das, das ich irgendwann auch wieder einmal dorthin reisen werde, nach Alaska und in den Yukon...
Ob Tagebuch oder nicht, vielleicht schreibst du zu einem späteren Zeitpunkt ein Buch über alle deine Reisen ;-)

Für diejenigen, welche noch ein bischen Alaska Reiseberichte/Erlebnisse schnuppern wollen, empfehle ich das Buch Der versunkene Pfad: Abenteuer in der Wildnis Alaskas (http://www.amazon.de/versunkene-Pfad-Abenteuer-Wildnis-Alaskas/dp/3850932109/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1351361811&sr=1-1)

Beste Grüße
Paul

Nita
27.10.2012, 21:18
Wahrscheinlich bin ich wirklich zu selten im Forum. (...)

1. Ist das nicht etwas zu lecker? (...)
2. Mühsam in der Herstellung und/oder teuer zu kaufen?
3. Bären!

1. Verstehe, aber ich denke nicht. Zudem wenn Du es selber zubereitest (nicht soo aufwändig und monatelang haltbar), kannst Du den Geschmack anpassen (als einfach, nahrhaft und brutal fällt mir spontan Tran ein, den ich als Kind kosten durfte)

3. Ja, wahrscheinlich schon (da kennst Du Dich ja aus). Andererseits ist es seit jeher Expeditionsnahrung gerade in Polargebieten.

Haha, nein, nicht zu selten. Im Grundschulalter las ich nichts außer über (Polar)Reisen, da blieb ein wenig hängen ;-). Gegessen habe ich Zeug nicht, war bis jetzt nicht nötig gewesen.

fjellstorm
28.10.2012, 19:20
Atemberaubende Gegend!
Danke für den Bericht darüber!
Tolle sportliche Leistung die du da vollbracht hast! (obgleich ich vermutlich nicht so schnell gelaufen wäre, aber das ist ja egal:D)

Schöne bilder, aber auch ich hätte gerne mehr davon gesehen.

Was mich interessieren würde: musstest du irgendwelche steilen Pässe überquehren?
Sehe ich das richtig, dass dort die Gebirgsketten nicht über die 2500m raufgehen?

Und wer hätte das gedacht, dass das rote Säckchen mal als Fahne am Ende der Welt bei der Beaufort sea dient:bg:

Feurio
28.10.2012, 21:26
Hallo, wie nice ist das denn?
Auch von mir: sehr beeindruckend. Ich finde, dass dein "nüchterner" Stil zusammen mit den Bildern sehr eindringlich eine Stimmung von extremster Ausgesetztheit in dieser Landschaft rüberbringt!

Eine ausrüstungstechnische Frage: Da Du mit schweren Lederstiefeln unterwegs warst, wie ging das? Durch den Regen und v.a. die Flussüberquerungen waren die doch permanent durchnässt, oder?
Moment, mir fällt gerade ein, dass Du irgendwo Crocs anhast: hast du also die Schuhe eingewachst/eingelassen und beim Furten Crocs getragen? Aber bei all den Sümpfen: hat das nie nachgegeben?

Wenn Du eh die meiste Zeit nasse Füße gehabt haben solltest (;-)), wären dann Trailrunner nicht praktischer gewesen?

Bergtroll
28.10.2012, 21:59
Trailrunner und >30kg Rucksack? Das möchte ich sehen...

Libertist
28.10.2012, 21:59
Schöne bilder, aber auch ich hätte gerne mehr davon gesehen.

Morgen oder übermorgen geht die englische Version des Berichts auf meiner Website online. Da werden vielleicht noch etwa 15 Bonusbilder dabei sein. ;-) Aber hey - dieser Bericht hier hat bereits 93 Bilder. Dreiundneunzig!



Was mich interessieren würde: musstest du irgendwelche steilen Pässe überquehren?

Im Prinzip nicht. Zweimal waren die Abstiege ziemlich mühsam, da ging's jeweils einem Gebirgsbach folgend in einer steilen Schlucht nach unten. Im Regen nicht ganz ungefährlich, hab beim Klettern ein paar Mal den Halt verloren und bin dann eben ein ganzes Stück gerutscht. War aber nicht wirklich gefährlich... eigentlich waren die Pässe relativ problemlos zu meistern.




Sehe ich das richtig, dass dort die Gebirgsketten nicht über die 2500m raufgehen?

Ja. Mt. Chamberlin ist der höchste Berg der Brooks Range, ich bin quasi direkt an ihm vorbeigelaufen. Und der hat nur 2749 Meter.




Und wer hätte das gedacht, dass das rote Säckchen mal als Fahne am Ende der Welt bei der Beaufort sea dient:bg:

Ziemlich cool, oder? :cool: Fjellstormsche Wertarbeit.

Libertist
28.10.2012, 22:10
Eine ausrüstungstechnische Frage: Da Du mit schweren Lederstiefeln unterwegs warst, wie ging das? Durch den Regen und v.a. die Flussüberquerungen waren die doch permanent durchnässt, oder?
Moment, mir fällt gerade ein, dass Du irgendwo Crocs anhast: hast du also die Schuhe eingewachst/eingelassen und beim Furten Crocs getragen? Aber bei all den Sümpfen: hat das nie nachgegeben?

Wenn Du eh die meiste Zeit nasse Füße gehabt haben solltest (;-)), wären dann Trailrunner nicht praktischer gewesen?

Meine Stiefel habe ich vor der Tour mit einer ordentlichen Portion Sno Seal eingeschmiert. Dadurch waren meine Füße auf den ersten beiden Tagen tatsächlich trocken! :bg: Auf Dauer kann man natürlich nichts gegen nasse Füße tun, am wenigsten in der Tundra - denn selbst wenn es mal nicht regnet, ist das Gras, in das man bei jedem Schritt einsinkt, triefend nass. An nasse Füße musste ich mich also sowieso gewöhnen.

Trotzdem verwende ich bei Flussüberquerungen immer meine Crocs. Schließlich macht es schon noch einen Unterschied, ob man mit Stiefeln tagelang im Regen marschiert, oder (mitunter mehrmals täglich) minutenlang in einem Fluss steht. Und die paar Minuten, die ich zum Schuhe wechseln brauche, nehme ich da gerne in Kauf.

Trailrunner - hm, unmöglich ist das vielleicht nicht. Aber bei meinem Rucksackgewicht...? Da sind doch Knöchelverletzungen vorprogrammiert, vor allem beim Gehen in Tussocks, wo ich schon bei meinen festen Bergstiefeln extrem vorsichtig sein muss, um mich nicht zu verletzen.

Sarekmaniac
28.10.2012, 23:08
Das wäre eigentlich ein ideales Gelände für Lundhags. Ich habe die diesen Sommer bei den größeren Furten einfach angelassen - kein Vergleich zu Watschuhen (mit Crocs waten kenne ich auch).

Libertist
28.10.2012, 23:16
Das wäre eigentlich ein ideales Gelände für Lundhags. Ich habe die diesen Sommer bei den größeren Furten einfach angelassen...

Und dann? Bleiben die Füße darin trocken?

Sarekmaniac
28.10.2012, 23:23
Dicke Socken (Woolpower 600-er) und Einlegesohlen rausnehmen, Linersocken (Polypropylene) bleiben an. Der Schuh läuft natürlich von oben voll Wasser. Am anderen Ufer ausgießen, Einlegesohlen wieder einlegen, dicke Socken wieder anziehen und weitergehen. Der Schuh ist nicht gefüttert und saugt sich nicht voll. Das Schaftleder ist natürlich irgendwann durch und durch nass, aber das macht nichts, das geht beim Laufen nicht durch den Socken durch, und trocknet wieder.

Libertist
28.10.2012, 23:29
Interessant. Und der Vorteil gegenüber Crocs besteht worin...? Nur im (zugegebenermaßen) stabileren Stand im Wasser? Wenn ich bei meinen Crocs das Band an der Verse ordentlich anziehe, kann ich damit auch ganz gut furten, aber ein richtiger Stiefel ist natürlich deutlich stabiler.

evernorth
29.10.2012, 00:21
Also bei mir dauert der Schuhwechsel schon etwas länger als besagte 5 Minuten, zumal das Ganze ja i. d. R. zweimal stattfindet. :roll:
Auf der Laugarvegur - Etappe ( IS ) zwischen Langidalur und Emstrur sah ich zwei Männer - wirkten etwas älter / erfahrener und können Isländer aber auch Deutsche gewesen sein, denn sie sprachen ausschließlich Englisch mit zwei Franzosen - die sich nicht einmal die Mühe machten, die Socken und Einlegesohlen herauszunehmen: Sie gingen einfach ohne Pause und in voller Montur direkt durch die þröngá. Sie meinten, das ginge so am Schnellsten.
Da habe ich dann doch etwas gestaunt...:o

Feurio
29.10.2012, 07:46
Ach ja..., bei der abstrakten Schuhfrage habe ich jetzt gar nicht an das Rucksackgewicht gedacht.

Sarekmaniac
29.10.2012, 08:26
Interessant. Und der Vorteil gegenüber Crocs besteht worin...? Nur im (zugegebenermaßen) stabileren Stand im Wasser? Wenn ich bei meinen Crocs das Band an der Verse ordentlich anziehe, kann ich damit auch ganz gut furten, aber ein richtiger Stiefel ist natürlich deutlich stabiler.

Ja wesentlich besser. Ich kam darauf, weil du ja schreibst, einige der Flüsse seien so grenzwertig gewesen, dass Du dachtest, Du müsstest umkehren. Leichte Furten mache ich auch mit crocs, und die müssen eh mit, als Zeltschuhe. In erster Linie kam ich aber wegen des ständigen nassen Untergrunds beim Laufen auf Lundhags.

Benzodiazepin
29.10.2012, 09:37
die frage mag etwas komisch anmuten, aber was spricht gegen gummistiefel?
ich habe auf einer 10-tägigen tour in ecuador mit ähnlich nassen bedingungen (oft sumpfig, ständig nasses gras, mehrere tage regen) gute erfahrungen damit gemacht. die füsse wurden nur nass, wenn ich zu faul war, die schuhe für eine furtung auszuziehen :roll:

der halt mag schlechter sein als bei lundhags, mir genügte er jedoch mit einem >30kg-rucksack.

Grizzly
29.10.2012, 15:13
RESPEKT! Tolle Tour in einer wunderschönen Gegend, auch wenn mir die Südseite der Arctic Divide wegen der Wälder und der geringeren Mückendichte mehr zusagt...

Was mich interessieren würde; Du hattest viel schlechtes Wetter, hattest ständig nasse Füsse, wenig Futter und dann noch die Flussdurchquerungen...keine Probleme mit Hypothermie? Du hattest ja auch keine Möglichkeit ein Feuer zu entfachen, oder hatte es Schwemmholz an den Flüssen?

Grizzly


PS; kennst Du http://www.bucktrack.com/Alaska_Brooks_Range_Traverse.html ? Ebenfalls interessante Tour und die DVD kann ich auch empfehlen, vielleicht eine gute Inspirationsquelle für zukünftige Trips

Mortias
29.10.2012, 16:57
PS; kennst Du http://www.bucktrack.com/Alaska_Brooks_Range_Traverse.html ? Ebenfalls interessante Tour und die DVD kann ich auch empfehlen, vielleicht eine gute Inspirationsquelle für zukünftige Trips

Kann die DVD ebenfalls wärmstens empfehlen. Er hatte auf seiner Tour aber auch eher schlechtes Wetter. Scheint wohl echt so, dass die Brooks Range im Sommer ne ziemlich feuchte Gegend ist. ;-)

Libertist
29.10.2012, 17:17
Ja wesentlich besser. Ich kam darauf, weil du ja schreibst, einige der Flüsse seien so grenzwertig gewesen, dass Du dachtest, Du müsstest umkehren. Leichte Furten mache ich auch mit crocs, und die müssen eh mit, als Zeltschuhe. In erster Linie kam ich aber wegen des ständigen nassen Untergrunds beim Laufen auf Lundhags.

Habe mir die Lundhags gerade mal etwas näher angeschaut, sehr interessant! Vielleicht kann ich sie demnächst mal irgendwo befummeln. Die Schuhe könnten gegen Ende 2013 potentiell meine Hanwags ersetzen - eine Saison müssen sie aber noch durchhalten. ;-)



die frage mag etwas komisch anmuten, aber was spricht gegen gummistiefel?

Weniger Stabilität, da nicht schnürbar. Außerdem null Atmungsaktivität. Oder?

Ab und zu ist es ja selbst in Alaska mal trocken. ;-)

Libertist
29.10.2012, 17:27
Was mich interessieren würde; Du hattest viel schlechtes Wetter, hattest ständig nasse Füsse, wenig Futter und dann noch die Flussdurchquerungen...keine Probleme mit Hypothermie? Du hattest ja auch keine Möglichkeit ein Feuer zu entfachen, oder hatte es Schwemmholz an den Flüssen?

Ein Feuer habe ich nie gemacht. Das kleine Geäst, was man so in den Flussbetten findet, war halt auch meistens nass vom Regen - wäre mühsam gewesen, damit ein Feuer zu machen.

Gegen die Kälte habe ich im Laufe der Jahre eine sehr effektive Strategie entwickelt, die nebenbei auch noch dem Vorankommen auf Tour dienlich ist:

Einfach weiter gehen. :baetsch:

Bei Kälte und Regen sind meine Pausen wirklich nur sehr kurz - sobald es kalt wird, geht's weiter. Selbst bei Temperaturen um den Gefrierpunkt trage ich unter den GTX-Klamotten nur kurze Hose und T-Shirt; solange ich unterwegs bin, wird mir nicht kalt. Und am Abend ging's immer schon recht bald in den Schlafsack.

Die einzigen Zeiten, in denen mir ab und zu schon mal "kritisch kalt" wird, sind die Minuten nach einer längeren Flussquerung im Regen und bei Wind. Wenn es so schon kalt ist, ich dann noch 10 Minuten durchs eiskalte Wasser marschiere und mich zu guter Letzt noch hinsetzen muss, um Füße und Beine zu trocknen und die Schuhe wieder anzuziehen, dann zittiere ich schon mal. Anschließend wird beim Gehen dann ein Gang hochgeschalten, spätestens nach 15 Minuten ist mir wieder warm.

Benzodiazepin
29.10.2012, 18:22
Weniger Stabilität, da nicht schnürbar. Außerdem null Atmungsaktivität. Oder?

Ab und zu ist es ja selbst in Alaska mal trocken. ;-)


ich habe in den gummistiefeln nie schweissige füsse gekriegt. bei jedem schritt wird luft aus den stiefeln gepumpt und dadurch erneuert, was für eine sehr grosse "atmungsaktivität" sorgt.
mein rucksack war anfangs der tour 35kg schwer (jedoch nur kurz). die stabilität reichte mir auch bei steilen aufstiegen und in gelände, in dem man den (unebenen) boden durch das gras hindurch nicht sah.

Corin
29.10.2012, 20:32
Kann die DVD ebenfalls wärmstens empfehlen. Er hatte auf seiner Tour aber auch eher schlechtes Wetter. Scheint wohl echt so, dass die Brooks Range im Sommer ne ziemlich feuchte Gegend ist. ;-)



Kennt ihr zufällig eine Bezugsquelle in Deutschland? Wäre ein super Geburtstagsgeschenk für meinen Vater....

Gruß
Corin

Kuoika
29.10.2012, 21:20
Wow, was für eine Tour, was für eine Landschaft, was für Bilder... Danke für´s Teilen! :D

Ich bin, was das Wandern in weglosem Gelände, recht unbewandert. :roll: Natürlich habe ich schon mal etwas von Karte und Kompass gehört ;-), aber wie oft schaust du dann bei so einer Tour auf die Karte/den Kompass? Suchst du dir markante Punkte (am besten immer sichtbar) auf dem Weg und peilst die dann an?

Libertist
29.10.2012, 21:57
Ich bin, was das Wandern in weglosem Gelände, recht unbewandert.

Schickes Wortspiel! Könnte man im Outdoor-Bereich andauernd bringen, muss ich mir merken. :cool:



Natürlich habe ich schon mal etwas von Karte und Kompass gehört ;-), aber wie oft schaust du dann bei so einer Tour auf die Karte/den Kompass? Suchst du dir markante Punkte (am besten immer sichtbar) auf dem Weg und peilst die dann an?

Das ist in den Bergen eigentlich total einfach, anhand von Karte und Terrain kann man sich (zumindest bei guter Sicht) problemlos orientieren. Täler, Flüsse, Berge... es ist meistens klar, wohin es gehen muss, wenn man die markanten Punkte vor Ort auf der Karte wiedererkennt. Im Wesentlichen läuft es ja so ab: man folgt einem Tal, überquert dann mal einen Pass oder ein Plateau, dann kommt man ins nächste Tal, dem man wieder folgt. Oder man biegt mal in ein Seitental ab, geht mal eine Weile am Grad entlang usw. Die Täler da oben sind aber meistens so groß, dass es offensichtlich ist, welches "das richtige" ist.

Auf die Karte schaue ich trotzdem ständig, etwa aller viertel Stunde. Meistens, um zu sehen, wie weit ich schon voran gekommen bin und um sicherzugehen, dass ich nach wie vor alle "markanten Punkte" in der Umgebung auf der Karte wiedererkenne. Das gibt einfach ein beruhigendes Gefühl: zu wissen, wo man ist und mit Sicherheit sagen zu können, dass man richtig liegt. ;-)

Hört sich wirklich alles schwieriger an, als es ist. Ich brauche auch keinen Kompass auf Tour; habe nur einen kleinen Pseudo-Kompass an meiner Suunto Uhr, den ich in diesem Sommer nur einmal wirklich einsetzen musste, als ich im dichten Nebel stundenlang über ein ebenes, eingeschneites Hochplateau gewandert bin (der Bericht kommt noch). In der Brooks Range war kein Kompass nötig. In den Bergen gab es genügend Orientierungspunkte und dann in der Ebene musste ich eigentlich nur einem Fluss folgen. In Küstennähe wurde es dann etwas schwieriger, aber naja, alles machbar.

Benzodiazepin
29.10.2012, 22:03
Wow, was für eine Tour, was für eine Landschaft, was für Bilder... Danke für´s Teilen! :D

Ich bin, was das Wandern in weglosem Gelände, recht unbewandert. :roll:

kann man eigentlich auch weglos unterwegs sein?

Mortias
30.10.2012, 00:41
Kennt ihr zufällig eine Bezugsquelle in Deutschland? Wäre ein super Geburtstagsgeschenk für meinen Vater....


Sorry, ich habs leider direkt von der Homepage aus bestellt. Hatte somit paar Wochen Lieferfrist. :(

Kuoika
30.10.2012, 08:58
Schickes Wortspiel! Könnte man im Outdoor-Bereich andauernd bringen, muss ich mir merken. :cool:

Hehe, ich fand das Wortspiel auch gelungen. :p



Das ist in den Bergen eigentlich total einfach, anhand von Karte und Terrain kann man sich (zumindest bei guter Sicht) problemlos orientieren. Täler, Flüsse, Berge... es ist meistens klar, wohin es gehen muss, wenn man die markanten Punkte vor Ort auf der Karte wiedererkennt. Im Wesentlichen läuft es ja so ab: man folgt einem Tal, überquert dann mal einen Pass oder ein Plateau, dann kommt man ins nächste Tal, dem man wieder folgt. Oder man biegt mal in ein Seitental ab, geht mal eine Weile am Grad entlang usw. Die Täler da oben sind aber meistens so groß, dass es offensichtlich ist, welches "das richtige" ist.

Auf die Karte schaue ich trotzdem ständig, etwa aller viertel Stunde. Meistens, um zu sehen, wie weit ich schon voran gekommen bin und um sicherzugehen, dass ich nach wie vor alle "markanten Punkte" in der Umgebung auf der Karte wiedererkenne. Das gibt einfach ein beruhigendes Gefühl: zu wissen, wo man ist und mit Sicherheit sagen zu können, dass man richtig liegt. ;-)

Hört sich wirklich alles schwieriger an, als es ist. Ich brauche auch keinen Kompass auf Tour; habe nur einen kleinen Pseudo-Kompass an meiner Suunto Uhr, den ich in diesem Sommer nur einmal wirklich einsetzen musste, als ich im dichten Nebel stundenlang über ein ebenes, eingeschneites Hochplateau gewandert bin (der Bericht kommt noch). In der Brooks Range war kein Kompass nötig. In den Bergen gab es genügend Orientierungspunkte und dann in der Ebene musste ich eigentlich nur einem Fluss folgen. In Küstennähe wurde es dann etwas schwieriger, aber naja, alles machbar.

So ähnlich habe ich es mir auch gedacht, muss es wohl "einfach" mal selber machen. Vielleicht nicht gleich auf 500 km. ;-)

Kuoika
30.10.2012, 09:04
Wow, was für eine Tour, was für eine Landschaft, was für Bilder... Danke für´s Teilen! :D

Ich bin, was das Wandern in weglosem Gelände, recht unbewandert.
kann man eigentlich auch weglos unterwegs sein?


Ihr wisst doch, wie es gemeint ist. ;-) Wenn nicht, hier meine Definition: Weglos = ohne markierten Weg :p

BigKahuna
30.10.2012, 09:50
Schlafsack war ein WM Versalite. Zu dem sage ich gleich noch was...
Hi Libertist,

wäre immer noch an einem Statement bzgl. Schlafsack interessiert. Bin nämlich am überlegen, den Versalite für Langzeitanwendungen (mehrere Wochen) eventuell gegen einen KuFa-Sack zu tauschen. Stichwort: failsave.

Vielen Dank schon mal!

mariodejaneiro
30.10.2012, 11:04
wow..einfach nur mal respekt..geniale fotos..warst dumit hanwag alaska gtx unterwegs? haben sie dicht gehalten?:p

Libertist
30.10.2012, 13:38
Hi Libertist,

wäre immer noch an einem Statement bzgl. Schlafsack interessiert. Bin nämlich am überlegen, den Versalite für Langzeitanwendungen (mehrere Wochen) eventuell gegen einen KuFa-Sack zu tauschen. Stichwort: failsave.

Vielen Dank schon mal!

Oh, sorry. Hab ich ganz vergessen. ;-)

Also ich bin mit dem Versalite sehr zufrieden. Inzwischen habe ich über 150 Nächte in dem Teil verbracht und kann eigentlich nichts Schlechtes über den Schlafsack sagen - hat mich bisher immer warm gehalten. Er verliert keine Daunen, der Reißverschluss macht keine Probleme, selbst im mehrwöchigen Einsatz entfaltet er jeden Tag ein gutes Volumen. Auch mit Feuchtigkeit kommt er gut zurecht, wie ich finde.

Allerdings achte ich sehr penibel darauf, dass meine Schlafsäcke immer trocken (Transport im Drybag) und sauber (benutze meist ein Inlet) sind.

Hast du eine konkrete Frage?

Libertist
30.10.2012, 13:39
warst dumit hanwag alaska gtx unterwegs? haben sie dicht gehalten?:p

Ja, Hanwag Alaska GTX. Schau mal in Beitrag #65 (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?66980-US-Alaska-2012-%282-4%29-500-km-solo-durch-die-Brooks-Range&p=1088032&viewfull=1#post1088032), da habe ich was zu den Schuhen geschrieben.

BigKahuna
30.10.2012, 14:15
Hast du eine konkrete Frage?
Danke! Mir geht es in erster Linie um das Thema Feuchtigkeit. Selbst in einem optimal belüfteten Zelt hat man, bei aller Vorsicht, über kurz oder lang mit Feuchtigkeit zu tun, wenn es tagelang mehr oder weniger durchregnet. Da ich den Versalite erst ca. 25 Nächte bei überwiegend trockenen und kalten Bedingungen genutzt habe, hat mich einfach mal interessiert, wie das bei dir so abgelaufen ist.

Bezüglich Qualität, Robustheit etc. habe ich auch keinerlei Bedenken. Pertex Quantum hält deutlich mehr aus, als man auf den ersten Blick/Griff vermutet.

Libertist
30.10.2012, 14:30
Danke! Mir geht es in erster Linie um das Thema Feuchtigkeit. Selbst in einem optimal belüfteten Zelt hat man, bei aller Vorsicht, über kurz oder lang mit Feuchtigkeit zu tun, wenn es tagelang mehr oder weniger durchregnet.

Das stimmt. Ich hatte morgens auch meistens Kondenstropfen auf dem Schlafsack. Bevor ich den Schlafsack richtig öffne und aufstehe, greife ich dann immer zu meinem Handtuch und sauge vorsichtig die Tropfen auf. Das geht eigentlich ganz gut. Ich habe das Gefühl, dass die Wärmeleistung des Versalites weniger unter Feuchtigkeit leidet, als das beispielswiese bei meinem MacPac der Fall ist.

MeisterYukon
30.10.2012, 15:37
Kranker Scheiß, deine Touren. Aber in höchst positivem Sinne. Wahnsinn.

Freut mich, dass es jetzt geklappt hat mit der Website. Werde da öfters mal reinschauen. Einfach gigantisch, diese Landschaften.

Ingwer
30.10.2012, 16:24
Danke! Mir geht es in erster Linie um das Thema Feuchtigkeit. Selbst in einem optimal belüfteten Zelt hat man, bei aller Vorsicht, über kurz oder lang mit Feuchtigkeit zu tun, wenn es tagelang mehr oder weniger durchregnet. Da ich den Versalite erst ca. 25 Nächte bei überwiegend trockenen und kalten Bedingungen genutzt habe, hat mich einfach mal interessiert, wie das bei dir so abgelaufen ist.

Bezüglich Qualität, Robustheit etc. habe ich auch keinerlei Bedenken. Pertex Quantum hält deutlich mehr aus, als man auf den ersten Blick/Griff vermutet.

OT: Also ich hab jetzt nicht den Versalite aber einen anderen WM Schlafsack mit dem gleichen Extremlite Außenmaterial. Das Material selber empfinde ich für meine Zwecke als robust genug. Allerdings empfinde ich das Material vergleichsmäßig als feuchteanfällig. Zelten in sehr luftfeuchten Bedingungen ( im tiefen Tal neben einem Fluß, neben einem Schwimmbad, auf der feuchten Wiese) machen sich sehr schnell am Schlafsack bemerkbar. Meist reicht eine aufgelegte Regenjacke und/oder Windshirt, aber ohne merkt man die zusammenfallenden Daunen.
Das MF Material ist dahingehender nicht so anfällig, und bei GWS ist mit Feuchtigkeit überhaupt kein Problem feststellbar.;-)

Libertist
30.10.2012, 16:53
Zelten in sehr luftfeuchten Bedingungen ( im tiefen Tal neben einem Fluß, neben einem Schwimmbad, auf der feuchten Wiese) machen sich sehr schnell am Schlafsack bemerkbar. Meist reicht eine aufgelegte Regenjacke und/oder Windshirt, aber ohne merkt man die zusammenfallenden Daunen.

Hohe Luftfeuchtigkeit macht sich doch am Schlafsack nicht weniger bemerkbar, nur weil du eine Jacke darauf legst, oder? Ich meine, es ist doch vor allem das Kondens (Feuchtigkeit des Körpers, also von innen), das bei hoher Luftfeuchtigkeit einfach viel schlechter transportiert wird. Und dann lässt das Volumen des Schlafsacks nach.

Naja, ich bin kein Schlafsack-Experte. ;-)

Ingwer
30.10.2012, 17:05
Hallo,

ich mag deine Argumente nicht abstreiten, allerdings war die Daune aufgrund der hohen Feuchtigkeit schon nach dem Loften zusammengefallen. Da war ich noch nicht einmal im Schlafsack drin. Mit der Regenjacke konnte ich dann die kondensierende Feuchtigkeit von der Außenseite des Schlafsacks abhalten (man hätte auch ein sogennantes Bivi mitnehmen können, hatte aber keins dabei).
Allerdings, und das muß man auch erwähnen, im Gegensatz zu dir habe ich auch kein Innenzelt. Vielleicht erklärt das auch die Unterschiede.;-)

Grüße

Libertist
30.10.2012, 17:13
Da war ich noch nicht einmal im Schlafsack drin. Mit der Regenjacke konnte ich dann die kondensierende Feuchtigkeit von der Außenseite des Schlafsacks abhalten...

Vielleicht kann sich mal ein Experte zu Wort melden. Meiner Meinung nach gibt es überhaupt kein Kondens im Schlafsack, solange du nicht drin liegst. Und eine Regenjacke ändert nichts an der Luftfeuchtigkeit - wenn die Luft so feucht ist, dann kriecht diese Feuchtigkeit überall hin: in die Jacke, unter die Jacke, in den Schlafsack, auf den Schlafsack usw...

Wir sollten diese Diskussion in einem Schlafsack-Thread weiterführen ;-) ... Interessant ist es auf jeden Fall. Wenn das mit der Jacke tatsächlich funktionieren sollte, mache ich das demnächst auch.

fjellstorm
30.10.2012, 19:59
Also, ich bin weit davon entfernt ein Schlafsack/Taupunkt-Diskussions-Experte zu sein, aber bei Kondens durch Innenfeuchte (Schwitzen) bringt ein stärkeres, dichteres Aussenmaterial vom Schlafsack auch nicht mehr-es vermindert eher den Dampfdurchlass nach Aussen, oder?-bzw. dann kondesiert der Dampf an der Innenseite des Aussenmaterials.. für externe Kondenstropfen hab ich (für den Versalite) einen 3/4 langen Überzug aus Pertex Endurance ähnlichem Stoff genäht, wiegt 160g- leider noch nicht getestet.

DorjeOlofsson
30.10.2012, 21:11
Bei solchen Reiseberichten muss man sich einfach anmelden...
Sehr schöner Reisebericht in einer angenehmen Art geschrieben und die Bilder sind auch super! Hat Spaß gemacht zu lesen. Merci!

Libertist
30.10.2012, 21:55
Bei solchen Reiseberichten muss man sich einfach anmelden...

Oha! Freut mich. :p

DorjeOlofsson
30.10.2012, 23:10
Ich würde dich gern noch etwas fragen:
Wie hast du eigentlich dein Leistungs-Niveau erreicht? Ich meine vom ganzen Know-How und auch vom psychischen und physischen Aspekt. Hast du dich langsam an deine Projekte herangetastet und dich bei jeder Tour gesteigert und immer neue Ziele gesetzt? Warst du öfters mit anderen erfahrenen Trekkern unterwegs? Wäre schön, ein wenig von deinem "Werdegang" zu lesen.

Die andere Fragen ist ein bißchen banaler. Ich hab gesehen, dass deine Jacke eine Millet K ist. Bis du zufrieden? Ich streub‘ mich nämlich derzeit noch ein wenig davor fast 500 Tacken für eine Jacke zu zahlen. Obwohl sie im Laden schon einen sehr guten Eindruck gemacht hat.

Libertist
31.10.2012, 04:05
Wie hast du eigentlich dein Leistungs-Niveau erreicht? Ich meine vom ganzen Know-How und auch vom psychischen und physischen Aspekt. Hast du dich langsam an deine Projekte herangetastet und dich bei jeder Tour gesteigert und immer neue Ziele gesetzt? Warst du öfters mit anderen erfahrenen Trekkern unterwegs? Wäre schön, ein wenig von deinem "Werdegang" zu lesen.

Was Erfahrung und Kondition angeht: ja, das hat sich quasi im Laufe der Jahre "so ergeben". Nicht durch Zufall, sondern ganz bewusst; nämlich, weil es mir in meinem Leben viel bedeutet. Bis 2008 war ich viel in Europa unterwegs, zu Fuß und mit dem Rad. Norwegen, Schweden, Schottland, Österreich, Romänien, Spanien, Frankreich, Italien, Deutschland... Das waren leichte Touren, ich hab das Reisen und das Naturerlebnis damals als eine Art "Hobby" verstanden (davon gibts hier im Forum auch keine Berichte). Seit 2009 nenne ich es eine "Leidenschaft" ;-) ...

Klar hat sich der Anspruch der Touren im Laufe der Jahre gesteigert - jede Reise bedeutete Erfahrungsgewinn und verlangte beim nächsten Mal nach einem anspruchsvollerem, vielleicht ausgefallerem Ziel. Das ist kein Prinzip von mir, sondern ein Reagieren auf das, was ich empfinde. Ich sage das noch einmal: Das ist kein Prinzip von mir, sondern ein Reagieren auf das, was ich empfinde. :p

Eines möchte ich auch ganz klar betont wissen: die "Sprünge", die ich mitunter von Tour zu Tour gemacht habe, waren ziemlich groß und vielleicht, im Sinne vieler weiser Ratgeber im Forum, auch "unvernünftig". Während ich vorher nur die Touren anderer "mitgegangen" bin, überkam mich mit 17 Jahren auf einmal die Abenteuerlust und ich bin auf eine selbst geplante, dreiwöchige Radtour durch den Alpenraum und Italien aufgebrochen - ohne meine Eltern zu fragen oder vorher einen Erfahrungsbericht gelesen zu haben. Die lange Sommertour von 2009 war zwar ausrüstungstechnisch gut vorbereitet, aber in Wirklichkeit waren wir ziemlich unerfahren. Ich glaube, dass Wille, Motivation, Mut und ein gutes Urteilsvermögen wichtiger ist, als Erfahrung. Bis heute lese ich kaum Reiseberichte. Und ich habe, was Outdoor-Themen angeht, noch nie einen Kurs oder sowas besucht.

Ansonsten, naja, von anderen Reisenden habe ich nicht allzu viel gelernt. Früher vielleicht, als Teenager, unbewusst, denn da habe ich "den Erwachsenen" ja noch nicht richtig zuhören können. :bg: Vieles habe ich hier im Forum gelesen (vor allem in Bezug auf Ausrüstung), den Rest habe ich selber erfahren und mir einfach gedacht. ;-)
Psychisch habe ich mich nie auf irgendetwas "vorbereitet"; ich glaube, ich bin eine relativ stabile Person. Physisch, naja, ich treibe eigentlich das ganze Jahr über Sport, um meine Gelenke zu stärken und die Kondition zu halten. Das mache ich auch schon eine ganze Weile so.

Weil es mir aus meiner eigenen Erfahrung heraus so wichtig ist, einen Gegenpol zu dieser "Du musst dich ganz langsam an das Thema herantasten und darfst dir bloß nicht zu viel zutrauen" - Mentalität darzustellen, füge ich hier mal noch einen Beitrag ein, den ich im Frühjahr in einem Thread des Users "Fliehender" (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?61253-Machbarkeit-der-Tour-Abisko-Suorva-Basstavagga-Ladebakkta-Partemassi-Kvikkjokk&p=1016299&viewfull=1#post1016299) geschrieben habe, genau zu diesem Thema:


"Ich möchte die Kritik meiner Vorredner nicht abbügeln, aber mal auf zwei Aspekte zum Punkt "Erfahrung" hinweisen, die mir im Laufe der Jahre immer wieder ganz klar vor Augen gehalten wurden.

1. Psychische Stabilität, Aufmerksamkeit und ein gutes Urteilsvermögen kann Erfahrung bis zu einem gewissen Grad sehr gut ersetzen. Also die Befähigung, durchdachte und rationale Entscheidungen zu treffen; Reflektiertheit; Umsichtigkeit; eine gewisse "Weitsicht" und die entsprechende Vorbereitung reichen für das Allermeiste in der Regel aus. Klar, in Extremsituationen und Notfällen handelt man oft affektiv - das funktioniert dann mit einer gewissen "Routiniertheit" besser. Aber wer umsichtig genug plant und denkt, kann diesen Situationen weitestgehend aus dem Weg gehen.
Ich muss beispielsweise nicht besonders erfahren sein, um eine geeignete Stelle zum Furten von Flüssen zu finden: mit ein bisschen Nachdenken wird schnell klar, was sich besser oder schlechter eignet (mal ganz davon abgesehen, dass beim Fliehenden ja zumindest ein theoretisches Wissen durch Belesen im Forum vorhanden ist). Genauso muss ich nicht sonderlich erfahren sein, um einen guten Zeltplatz zu finden oder eine Regenperiode auszuhalten - was genau muss man denn "erfahren" haben, was man sich als (ganz vereinfacht gesagt) "kluger Mensch" nicht denken kann?

2. Ebenso spielen meiner Meinung nach Mut, Abenteuerlust und eine Leidenschaft für persönliche Herausforderungen im Outdoor-Bereich eine größere Rolle, als die entsprechende Erfahrung. Wer eine Sache wirklich will und auf die entsprechenden Kompromisse und Entbehrungen gefasst ist, der darf die Grenzen der (allgemein sicher gültigen) "Anspruch-Erfahrungs-Relation" ruhig mal durchbrechen. Denn dann ist auch ein gewisses Risiko einkalkuliert, es wird sogar bewusst in Kauf genommen. Und zwar liebend gerne, denn Leidenschaft hat nun mal seinen Preis, hin und wieder. Ich weiß, das klingt jetzt romantisch und verklärt, aber solange diese Leidenschaft vorhanden und ein Vorhaben nicht grundsätzlich (also erfahrungsunabhängig) unvernünftig ist, sollten ambitionierte Vorhaben mit hilfreichen Ratschlägen unterstützt werden. Und nicht vermieden werden.
Ich war schon mit Leuten auf Tour, die zuvor fast gänzlich unerfahren im Trekkingbereich waren. Das waren teilweise sogar recht anspruchsvolle Touren - ich schaue eigentlich nie darauf, wie erfahren jemand ist, sondern vielmehr auf die Motivation der Person. Denn wenn diese Motivation nur groß genug ist, dann wird man sich aus jeder Krise irgendwie aufrappeln und befreien können; man wird schwierige Situationen und ein gewisses "Leid" nicht nur als Kehrseite einer Reise betrachten, sondern ganzheitlich: als Teil und Inhalt.

[...]

Ich behaupte sogar, dass abgesehen von einer einzigen Entscheidung, die ich bisher auf meinen Touren getroffen habe, Erfahrung nie zwingend nötig gewesen wäre. Erfahrung hat mir vielleicht einiges erleichtert, also Entscheidungsprozesse beschleunigt und "Umwege" im weitesten Sinne erspart, aber letztendlich so richtig zwingend nötig... nein, ich glaube, das hätte jeder gekonnt, auf den die beiden oben genannten Aspekte zutreffen.[...]"


Und die Moral von der Geschicht: traue dich, sonst wird das nicht (s). :cool:

Libertist
31.10.2012, 04:12
Die andere Fragen ist ein bißchen banaler. Ich hab gesehen, dass deine Jacke eine Millet K ist. Bis du zufrieden? Ich streub‘ mich nämlich derzeit noch ein wenig davor fast 500 Tacken für eine Jacke zu zahlen. Obwohl sie im Laden schon einen sehr guten Eindruck gemacht hat.

Ach ja, die Jacke habe ich in der Aufregung ganz vergessen. :bg: Ich find die Millet K spitze und würde sie mir wieder kaufen. Perfekter Schnitt und durch die Verstärkungen extrem robust, ansonsten wie alle hochwertigen GTX-Jacken. Kann aber gut sein, dass da momentan etwas Besseres bzw. Geeigneteres auf dem Markt ist - ich kenne mich, was den aktuellen Ausrüstungsmarkt angeht, nicht mehr so gut aus. In der Ausrüstungs-Rubrik sitzen ein paar Experten, die dir wahrscheinlich kompetentere Auskunft geben können, wenn du zwischen bestimmten Modellen schwankst.

Bergtroll
31.10.2012, 07:52
Nicht, dass Du mich in irgendeiner Weise für gierig hältst ... aber was ist denn mit dem Zwischenspiel (und Teil 3/4)? :bg:

DorjeOlofsson
31.10.2012, 10:50
Danke für die Antworten!

MatthiasK
31.10.2012, 12:12
Nicht, dass Du mich in irgendeiner Weise für gierig hältst ... aber was ist denn mit dem Zwischenspiel (und Teil 3/4)? :bg:

Mach doch mal in der Zwischenzeit selbst einen Bericht! :D

Libertist
31.10.2012, 13:21
Nicht, dass Du mich in irgendeiner Weise für gierig hältst ... aber was ist denn mit dem Zwischenspiel (und Teil 3/4)? :bg:

Das Zwischenspiel, ja, auf das warte ich auch! :cool: Sollte nämlich von jemand anderem geschrieben werden, diese Person lässt sich scheinbar gerade viel Zeit. Ist aber auch gar nicht so wichtig.

Der dritte Bericht von diesem Sommer ist schon geschrieben, die Bilder und ein kurzes Video sind auch schon fertig. Aber jetzt möchte ich erstmal die Brooks Range Tour auf meine Website stellen... ich bitte noch um wenige Tage Geduld. ;-)



Mach doch mal in der Zwischenzeit selbst einen Bericht! :D

Das könnte die Lange Weile überbrücken, gute Idee! :cool:

BigKahuna
31.10.2012, 16:37
Das MF Material ist dahingehender nicht so anfällig, und bei GWS ist mit Feuchtigkeit überhaupt kein Problem feststellbar.;-)
Unter den Gesichstpunkten Gewicht und Größe ist im Western Mountaineering-Programm nur der Versalite interessant für mich. Nur dieser bringt bei vergleichbarer Leistung einen für mich akzeptablen Gewichstvorteil gegenüber dem vorher von mir genutzen Sack (mit Pertex Endurance-Hülle).

Bergtroll
31.10.2012, 20:12
"Mach doch mal in der Zwischenzeit selbst einen Bericht!"

Erstens bin ich ja nur ein paar laaange Tage durch 4m hohes Gestrüpp gekrochen und danach noch ein wenig mit nem Schlauchboot gefahren. Und zweitens stürzt Proshow Producer immer ab, sobald ich ein 30min Packraftvideo der Diashow hinzufügen möchte (um es anschliessend zu schneiden)...

DorjeOlofsson
31.10.2012, 21:38
Eine Sache würde mich noch interessieren. Wie sieht eigentlich die Reiseapotheke bei so einer Tour aus?

Scrat79
31.10.2012, 21:58
Habe ich Fragen? Nö.
Im Moment lasse ich noch die Bilder, deinen Bericht und das Video wirken!
Atemberaubend.

Einfach nur:

Danke!

Libertist
31.10.2012, 22:06
Eine Sache würde mich noch interessieren. Wie sieht eigentlich die Reiseapotheke bei so einer Tour aus?

Puh, da ist alles mögliche drin - größtenteils Kram, mit dem ich mich überhaupt nicht auskenne! :bg: Auf jeder längeren Tour nehme ich mir am ersten Abend im Zelt ein paar Minuten Zeit und schaue mal, was sich da so findet. Einfach nur, um mich daran zu erinnern, was ich bei bestimmten Verletzungen alles so unternehmen könnte. Reicht ein HighISO Bild mit schmutzigem Teppich? ;-)

KLICK (http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2012/10/DSC0419.jpg)



Habe ich Fragen? Nö.

Auch nett. :cool:

Libertist
01.11.2012, 02:46
Schöne bilder, aber auch ich hätte gerne mehr davon gesehen.


Morgen oder übermorgen geht die englische Version des Berichts auf meiner Website online. Da werden vielleicht noch etwa 15 Bonusbilder dabei sein. ;-)

Es ist jetzt auch endlich so weit: KLICK (http://www.gabriel-gersch.com/?p=1576)

Jack68
01.11.2012, 06:56
...es gibt hier Menschen, die wollen mehr lesen! Schreib mehr füruns! Bitte! Und auch noch mehr Fotos!;-)

Libertist
01.11.2012, 13:24
...es gibt hier Menschen, die wollen mehr lesen! Schreib mehr füruns! Bitte! Und auch noch mehr Fotos!;-)

Mehr schreiben? Nein! :bg: Willst du wissen, dass sich der Nagel an meinem linken großen Zeh im Laufe der Tour komplett schwarz färbte, wegen dem Druck vom Schuh? Das hier ist doch kein Tagebuch! :baetsch:

Und mehr Bilder, naja, ich dachte eigentlich, dass 93 Bilder schone eine Menge seien. Wer wirklich so sehr an der Gegend interessiert ist und noch so viel mehr sehen will, der sollte vielleicht selbst mal dahin reisen, hm? ;-)

berniehh
01.11.2012, 13:44
Mehr schreiben? Nein! :bg: Willst du wissen, dass sich der Nagel an meinem linken großen Zeh im Laufe der Tour komplett schwarz färbte, wegen dem Druck vom Schuh? Das hier ist doch kein Tagebuch! :baetsch:
Krass:bg::bg: War der Schuh denn zu klein?

Libertist
01.11.2012, 14:02
Krass:bg::bg: War der Schuh denn zu klein?

Um ehrlich zu sein: ich weiß es nicht genau. Normalerweise passt er, auf kürzeren Touren habe ich auch keine Probleme mit dem Schuh. Beim Bergabgehen im steilen Gelände stoße ich halt ab und zu mal vorne an - auf Dauer summieren sich diese Stöße dann wahrscheinlich, der Nagel wird schwarz und irgendwann ist er weg. ;-) Wenn ich den Schuh aber in einer Nummer größer kaufen würde, verliere ich an Stabilität in der Knöchelgegend. Und mein Knöchel ist mir um einiges wichtiger, als mein Zehnagel. ;-)

Das war ja nur ein Beispiel für einen typischen Tagebuch-Eintrag: Zehnagel färbt sich schwarz. Davon abgesehen, dass ich kein Tagebuch führe, hätte ich auch gar keine Zeit dazu, jede Reise hier minutiös zu dokumentieren. Ich bin jedes Jahr etwa 20 Wochen lang unterwegs, wo soll denn das hinführen!? :o

Rattus
01.11.2012, 14:28
...es gibt hier Menschen, die wollen mehr lesen! Schreib mehr füruns! Bitte! Und auch noch mehr Fotos!;-)

Lasst doch den armen Kerl mal in Ruhe ;-) Er hat doch geschrieben und geantwortet, zudem gibts doch jede Menge Bilder in seinem Blog. Ist doch keine Talkshow hier :roll:

berniehh
01.11.2012, 14:37
Um ehrlich zu sein: ich weiß es nicht genau. Normalerweise passt er, auf kürzeren Touren habe ich auch keine Probleme mit dem Schuh. Beim Bergabgehen im steilen Gelände stoße ich halt ab und zu mal vorne an - auf Dauer summieren sich diese Stöße dann wahrscheinlich, der Nagel wird schwarz und irgendwann ist er weg. ;-) Wenn ich den Schuh aber in einer Nummer größer kaufen würde, verliere ich an Stabilität in der Knöchelgegend. Und mein Knöchel ist mir um einiges wichtiger, als mein Zehnagel. ;-)

Sowas ist echt ärgerlich.....:(
Ich hatte auch mal solche Schuhe, die im Laden super passten und auf kurzen Touren auch perfekt waren, aber dann beim ersten längeren Trek nach paar Tagen anfingen vorne am Zeh zu schmerzen. Als der Schmerz stärker und nerviger wurde, bin ich erstmal für die nächsten paar Tage mit meinen Campschuhen, also Turnschuhen, weitergetrekt.

Libertist
01.11.2012, 14:46
Sowas ist echt ärgerlich.....:(

Ich find's jetzt gar nicht so schlimm. Ärgerlich, klar, aber von solchen kleinen Ärgerlichkeiten erlebe ich viele auf Tour, du sicher auch. Wenn ich überlege, wie viel Glück ich unterwegs schon hatte und wie oft ich sehr gefährliche Situationen völlig unbeschadet überstanden habe... da kümmert mich doch der Zehnagel nicht mehr. ;-)

Vielleicht war's bei mir auch nicht so schlimm, wie bei dir. Der Nagel wurde komplett schwarz, aber die Schmerzen hielten sich in Grenzen.



Lasst doch den armen Kerl mal in Ruhe ;-) Er hat doch geschrieben und geantwortet, zudem gibts doch jede Menge Bilder in seinem Blog. Ist doch keine Talkshow hier :roll:

5sterne

kumarani
01.11.2012, 15:28
Sehr sehr schöner Bericht und klasse Fotos!

5sterne

Respekt für deinen Umgang mit dem Wolfsrudel!

MatthiasK
01.11.2012, 15:52
Ach und ich hatte schon gedacht das richtige Bergschuhe niemals zu Blasen und abgelaufenen Nägeln führen. Ausserdem war ich mir sicher, dass sie NIEMALS innen nass werden, haben ja Gore-tex ;-)

Libertist
01.11.2012, 16:04
Ach und ich hatte schon gedacht das richtige Bergschuhe niemals zu Blasen und abgelaufenen Nägeln führen. Ausserdem war ich mir sicher, dass sie NIEMALS innen nass werden, haben ja Gore-tex ;-)

Wie wär's, wenn wir die UL-Diskussion lassen und ich stattdessen beim nächsten Packrafting-Ausflug einfach mal die Luft aus deinem Boot lasse, während du da gemütlich über die Wellen reitest? Hm, wär das was? Ich glaub schon. :baetsch:

winnetoux
01.11.2012, 16:20
Schwarze Zehennägel tun doch nicht wirklich weh. Sie fallen nur irgendwann ab und dann wächst der Nachfolger hoffentlich ordentlich nach und die Leerstelle ist eben empfindlicher bzw. ungewohnt, da seh ich eher ein kleines Problemchen, vor allem, wenn man ständig nasse Füße in seinen Bergschuhen hat. Nach mindestens einem halben Jahr sieht das halbwegs wieder wie üblich aus. Ich kenn das von meinem fast-ul-Wanderschuh-Versuch. :p

Wenden wir uns doch besser der nächsten Expedition zu. ...

MatthiasK
01.11.2012, 17:03
Wie wär's, wenn wir die UL-Diskussion lassen und ich stattdessen beim nächsten Packrafting-Ausflug einfach mal die Luft aus deinem Boot lasse, während du da gemütlich über die Wellen reitest? Hm, wär das was? Ich glaub schon. :baetsch:


Versuchs doch! :steuermann:

Edit: Aber vergiss den Spoiler nicht! :D

Mika Hautamaeki
01.11.2012, 18:21
Was für ein großartiger Bericht. Tolle Bilder und eine herausragende Tour. Meinen Respekt!

nicki1005
02.11.2012, 18:34
So, ich bin endlich zum Lesen gekommen ;-) Ziemlich heftiges Abenteuer!
Ich finde es toll, wie sachlich du schreibst, und wie trotzdem eine absolute Spannung rüberkommt, man mit dir mitfiebern kann und man ein paar deiner Gefühle und Gedanken vermittelt bekommt. Ich lese deine Reiseberichte unglaublich gern :D

Ich persönlich würde in einem "Urlaub" solch einem Abenteuer allerdings lieber etwas gemütlicheres und unspektakuläreres vorziehen :bg: Aber das gilt halt für mich. Kann man auch nicht vergleichen, wollte ich nur anmerken :D
Deine Touren sind für mich ein Wahnsinn, in jeder Hinsicht. (Zu 90% positiver Wahnsinn ;-))
Bis bald! Nicki

Nachtrag: Deine Homepage ist super geworden!!! :D

Jack68
03.11.2012, 23:32
Mehr schreiben? Nein! :bg: Willst du wissen, dass sich der Nagel an meinem linken großen Zeh im Laufe der Tour komplett schwarz färbte, wegen dem Druck vom Schuh? Das hier ist doch kein Tagebuch! :baetsch:

Und mehr Bilder, naja, ich dachte eigentlich, dass 93 Bilder schone eine Menge seien. Wer wirklich so sehr an der Gegend interessiert ist und noch so viel mehr sehen will, der sollte vielleicht selbst mal dahin reisen, hm? ;-)

...klar, Schwarzer Zeh ist dass, was die Leser wissen sollten...500 km haben ihren Preis...es sind doch die kleinen Sachen auf der Tour, die belasten können.
Wenn Du nicht mehr schreiben möchtest...es war als Anerkennung zu verstehen, dass es spannend war, was Du geschrieben hast.:hahaa:

Libertist
04.11.2012, 17:31
Wenn Du nicht mehr schreiben möchtest...es war als Anerkennung zu verstehen, dass es spannend war, was Du geschrieben hast.:hahaa:

Ja, das habe ich eigentlich so verstanden und bin dir auch dankbar dafür. ;-)

BigKahuna
07.11.2012, 18:34
Interessante Artikel:

Grizzlies in ANWR (http://www.nationalgeographic.com/adventure/0510/whats_new/anwr_grizzly_attacks.html)

Grizzlies in Denali (http://www.adn.com/2012/08/25/2599545/hiker-killed-by-grizzly-bear-in.html)

Christoph_
07.11.2012, 20:07
Wieder ein sehr schöner Bericht. Nachdem ich diesen Sommer in Alaska war, kann ich sehr gut nachempfinden wie anstrengend das Wandern sein kann. Sieht auf den Bildern sehr viel angenehmer aus.


Grizzlies in Denali

Das hat mir meinen Alaska Urlaub etwas getrübt. Bin direkt an dem Morgen wo die Ranger den toten Bären ausgeflogen haben von der anderen Seite der Straße gekommen und habe dann dort von dem getöteten Mann gehört. Vorher habe ich mich was Bären anging immer wohl gefühlt beim Wandern und auch bei Schlafen im Zelt.
Danach war das Wandern aber sehr krampfhaft und ich habe es so gut es ging alle Wälder gemieden und mich eher in höheren und vor allem übersicherlicheren Lagen aufgehalten.

Muss da auch an Libertist denke, wie entspannt er die Bärensichtungen in seinen Berichten immer schildert.

Bergtroll
17.11.2012, 11:17
"Aus Gewichtsgründen zog ich ohne Kocher los und verzichtete damit komplett auf warme Mahlzeiten. Morgens gab es Müsli, danach nur noch (teilweise hausgemachte) Müsli-Riegel. Das hat für mich sehr gut funktioniert; ich war meistens froh darüber, am Abend nicht noch kochen zu müssen, sondern direkt in den Schlafsack kriechen zu können."

Mir graut es zwar etwas vor dem Gedanken, das auch mal auszuprobieren und am Abend kein leckeres Mountain House Meal zu bekommen. Aber trotzdem würde mich mal Deine Tagesration interessieren. Wieviele Müsliriegel (und wieviel g ungefähr pro Riegel) pro Tag? Danke.

chri1
17.11.2012, 11:38
Ich kann mir vorstellen, dass das evtl eher Zeitgründe hatte, ein Hobo mit einem Topf hätte ja fast kein Zusatzgewicht bedeutet.

Bergtroll
17.11.2012, 13:29
Neben Zeit, spielen auch Regen und Moskitos eine Rolle. Ich habe auf meiner letzten Tour auch öfters auf warmes Essen verzichtet, weil man im Zelt nicht kochen kann (Bärengefahr) und es außerhalb des Zelts im Regen und/oder Moskitoschwarm nur begrenzt Spass macht.

Libertist
18.11.2012, 19:41
Mir graut es zwar etwas vor dem Gedanken, das auch mal auszuprobieren und am Abend kein leckeres Mountain House Meal zu bekommen. Aber trotzdem würde mich mal Deine Tagesration interessieren. Wieviele Müsliriegel (und wieviel g ungefähr pro Riegel) pro Tag? Danke.

Abgesehen vom Frühstück (Müsli + Milchpulver) hatte ich täglich drei große selbstgebackene Müsli-Riegel (Gewicht unbekannt, etwa 500 Kalorien) und fünf Standard-Riegel (30 Gramm, 120 Kalorien). Also circa 3000 Kalorien pro Tag.

Und noch mal die Gründe dafür, warum ich auf warmes Essen verzichtet habe:
1. Gewicht
2. Zeit/Erschöpfung
3. (Trockenes) Holz kaum verfügbar
4. Ich habe kein Problem mit einseitiger Ernährung. Ich mag Müsli. Wirklich. :grrr:

Rattus
18.11.2012, 19:54
Ich habe kein Problem mit einseitiger Ernährung. Ich mag Müsli. Wirklich.[/B] :grrr:
:bg: Würde mich umbringen, wochenlang nur Süßkram. Ich käme da eher mit Trockenfleisch klar ;-)

fjellstorm
29.11.2012, 11:38
Platzhalter.

Hier berichte ich demnächst noch von einem kleinen Nachspiel, das sich während meiner Tour und ohne meinem Wissen im Hintergrund abspielte. Also ein Zwischenspiel, sozusagen.

Edit: Sieht so aus, als käme hier doch nichts mehr. Das Zwischenspiel scheint also mein Geheimnis zu bleiben. ;-)

Willst du denn gar nicht mal kurz sagen, worum es ging, immerhin hast du es ja angekündigt. Bzw. stand es irgendwie in Verbindung zu deiner Tour, Geheimniskrämer du ?;-)

Libertist
29.11.2012, 20:39
Willst du denn gar nicht mal kurz sagen, worum es ging, immerhin hast du es ja angekündigt. Bzw. stand es irgendwie in Verbindung zu deiner Tour, Geheimniskrämer du ?;-)

Ich erzähl's dir demnächst mal persönlich. ;-)

heron
29.11.2012, 20:49
Ich erzähl's dir demnächst mal persönlich. ;-)

aber hallo! :bg:

mhim
30.11.2012, 11:01
aber hallo! :bg:

Er meint sicher, er erzählts beim nächsten Stammtisch :bg:

Libertist
30.11.2012, 14:21
Er meint sicher, er erzählst beim nächsten Stammtisch :bg:

Natürlich, so hab ich's gemeint. :roll: ;-)

begemann
31.12.2012, 01:31
Ein wirklich schöner Bericht und eine beeindruckende Tour. Großen Respekt!

Eine paar kurze Fragen hätte ich zu dem "SPOT Satellite GPS Messenger". Wie sind deine Erfahrungen damit? Ist der Empfang immer gut gewesen? Wo hast du das Gerät schon genutzt?

Für meine Solotouren möchte ich mir auch einen SPOT zulegen. Denke von den Funktionen ist es im Moment das Beste für Outdoortouren, denn ein Sat-Telefon finde ich "too mutch" und ein normaler PLB hat keine Möglichkeit für eine differenzierte Kommunikation. Aber man hört so viel schlechtes zum Globalstar-System.

Wie sind also deine Erfahrungen eines Profis der das Gerät auch wirklich nutzt? :D

Merci und ein Frohes Neues Jahr! :p

Libertist
31.12.2012, 11:03
Eine paar kurze Fragen hätte ich zu dem "SPOT Satellite GPS Messenger". Wie sind deine Erfahrungen damit? Ist der Empfang immer gut gewesen? Wo hast du das Gerät schon genutzt?

Ich hab den SPOT im Alpenraum, in Georgien, der Türkei, im Libanon und eben in Alaska genutzt. Dabei hatte ich eigentlich nie Probleme - zumindest dachte ich das immer. Der Empfang war immer gut. Hin und wieder kam es mal vor, dass eine Nachricht nicht angekommen ist; ich weiß nicht, woran das lag. Auf der Tour durch die Brooks Range sind mal 8 Tage lang keine Nachrichten angekommen, obwohl sie am Gerät als "verschickt" aufblinkten. Sowas ist halt schon unangenehm... hat mich aber nie gestört, weil ich es ja selbst während der Tour nicht mitbekommen habe und daraus auch nie größere Schwierigkeiten entstanden sind. ;-)
Die SOS-Funktion habe ich noch nie nutzen müssen.

Bergtroll
31.12.2012, 12:18
"Auf der Tour durch die Brooks Range sind mal 8 Tage lang keine Nachrichten angekommen, obwohl sie am Gerät als "verschickt" aufblinkten. Sowas ist halt schon unangenehm..."

Interessant. Das bestätigt ja meine Abneigung gegen den Spot. Oder gibt es irgendeinen Grund anzunehmen, dass das Notfallsignal zuverlässiger als das normale Nachrichtensignal arbeitet?

begemann
31.12.2012, 20:32
Auf der Tour durch die Brooks Range sind mal 8 Tage lang keine Nachrichten angekommen, obwohl sie am Gerät als "verschickt" aufblinkten. Sowas ist halt schon unangenehm...

Vielen Dank für deine Antwort - auch wenn mich das jetzt eher beunruhigt und nicht gerade meinen Kaufwunsch bestärkt :(

Sind nur die "Tracking-Nachrichten" nicht angekommen oder auch die "mir geht´s gut" Nachrichten nicht? Wie viel Nachrichten die nicht angekommen sind hast du denn verschickt? Jeden Tag eine (=8)?

Ich finde das doch sehr beunruhigend. Wenn man mal 1-2 Tage keinen guten Satellitenempfang hat oder das GPS-Signal nicht mit übertragen wird, dann finde ich das nicht soo schlimm. Aber 8 Tage keine Nachrichten ist schon eine echte Hausnummer.
Wenn das so unzuverlässig ist, dann wäre so ein Gerät für mich eher ein "Sicherheitsrisiko". Denn wenn die daheim gebliebenen eine regelmäßige Nachricht erwarten - aber 8 Tage nichts kommt, dann kann das schnell in einer Suchaktion enden obwohl alles in Ordnung ist. In den 8 Tagen machen sich die Lieben zuhause ja mehr Sorgen als wenn man gar kein Kommunikations-Tool dabei hätte. Zudem finde ich es unschön, dass das Gerät das Versenden der Nachricht angezeigt hat: Dadurch hast du ja keinen Bedarf gesehen deinen Standort zu Wechseln (Berg mit besserem Empfang, etc.).

Bei dir in Alaska waren es ja eigentlich sogar ideale Bedingungen: Kein Wald, keine Schluchten, freie Sicht zum Himmel und jeden Tag ein anderer Standort. Und Alaska liegt ja noch im Bereich mit 99%iger Sendewahrscheinlichkeit (siehe Coverage Map von SPOT) :-?



Interessant. Das bestätigt ja meine Abneigung gegen den Spot. Oder gibt es irgendeinen Grund anzunehmen, dass das Notfallsignal zuverlässiger als das normale Nachrichtensignal arbeitet?

Von der Technik wird das SOS-Signal mit der gleichen Leistung/Watt versendet wie die anderen Nachrichten auch. Es ist also davon auszugehen, dass auch ein SOS-Signal nicht angekommen wäre.
Der Unterschied im SOS-Signal liegt aber darin, dass es (1) immer die oberste Priorität hat und (2) das Signal ununterbrochen gesendet wird (bis die Batterien leer sind oder das Gerät ausgeschaltet wird).
Eine "OK" Nachricht wird nur 5 Minuten lang gesendet. Wenn zu dem Moment also kein Satellit in der Nähe ist aber 20 Minuten später der Empfang wieder da wäre, dann würde das SOS-Signal permanent versuchen durchzukommen. Die Wahrscheinlichkeit für ein erfolgreiches Senden wäre beim SOS-Signal also schon höher. Deshalb berichten viele Nutzer auch, dass die Tracking-Funktion nicht so zuverlässig arbeitet wie die "OK" Taste.

Da das Gerät in dem Fall hier 8 Tage keine Nachrichten versendet hat aber das SPOT ein versenden angezeigt hat, würde ich eher vermuten, dass die Nachrichten erfolgreich zum Satelliten gesendet wurden und der Fehler in der Kette danach lag. Denn das SPOT bekommt vom Satelliten die Info "Nachricht an Satellit übertragen" (und dies wird angezeigt) aber wenn die SMS danach im Telefonnetz stecken bleibt oder der Satellit die Nachrichten nicht richtig zum Boden funkt, dann bekomme ich das auf dem Gerät nicht angezeigt.
Es wäre also durchaus denkbar, dass ein SOS-Signal angekommen wäre (wegen der höheren Priorität auf dem Satellit - denn Empfang war ja da). Aber genauso "schlimm" finde ich es, wenn ein "OK" Signal nicht ankommt, denn nach 8 Tagen kann dies in einer Suchaktion enden...

Libertist
03.01.2013, 16:28
Sind nur die "Tracking-Nachrichten" nicht angekommen oder auch die "mir geht´s gut" Nachrichten nicht? Wie viel Nachrichten die nicht angekommen sind hast du denn verschickt? Jeden Tag eine (=8)?

Die OK-Nachrichten sind nicht angekommen - davon hatte ich 1 aller zwei Tage versendet. Die Tracking-Funktion habe ich noch nie benutzt.




Wenn das so unzuverlässig ist, dann wäre so ein Gerät für mich eher ein "Sicherheitsrisiko". Denn wenn die daheim gebliebenen eine regelmäßige Nachricht erwarten - aber 8 Tage nichts kommt, dann kann das schnell in einer Suchaktion enden obwohl alles in Ordnung ist. In den 8 Tagen machen sich die Lieben zuhause ja mehr Sorgen als wenn man gar kein Kommunikations-Tool dabei hätte.

OK-Nachrichten müssen als "optionaler Zusatz" betrachtet werden; ein "Nice-to-have", über das man sich freut, wenn man es hat, dessen Ausbleiben aber gar nicht auffällt. Die Empfänger der OK-Nachrichten müssen sich unbedingt darüber im Klaren sein, dass ein Ausbleiben der Nachrichten nichts Schlimmes bedeuten muss. Bei mir gibt's da vor jeder Tour eine ganz klare Instruktion an alle Empfänger: Unternimm nichts - auch dann nicht, wenn keine OK-Nachrichten empfangen werden!

Denn was hat es denn zu bedeuten, wenn keine OK-Nachricht ankommt? Es kann alles Mögliche sein:

Gerät verloren
Gerät defekt
kein Empfang
(Ersatz-) Batterien leer oder verloren
...

Wenn wirklich ein Notfall vorliegen würde, dann würde man ja die SOS-Taste betätigen. Und wenn das nicht mehr möglich ist, dann kommt wohl auch jede Rettungsaktion zu spät. ;-)

Als während dieser acht Tage keine OK-Nachrichten von mir eintrafen, begannen die Empfänger (die sich untereinander nicht alle kannten) irgendwann, sich gegenseitig Nachrichten zu schreiben und zu überlegen, wie sie nun vorgehen würden. Dabei äußerte sich einer meiner Freunde aus Alaska folgendermaßen: "Gabriel ist entweder wohlauf, oder tot. In beiden Fällen gibt es für uns nichts zu tun." Ich fand das sehr treffend! :bg:

Natürlich gibt es den unwahrscheinlichen Fall, dass man das Gerät tatsächlich verloren hat (oder was auch immer) und dann später in eine Notfall-Situation gerät. Dann würde es also helfen, wenn das Ausbleiben von OK-Nachrichten von den Empfängern als Notfall-Situation interpretiert werden würde... gegen diesen speziellen Fall bin ich nicht abgesichert.

Jedem, der ernsthaft in die Wildnisreiserei einsteigen möchte, wünsche ich schon mal verständnisvolle und sorgenlose Angehörige ;-) ...

Bergtroll
03.01.2013, 21:49
"Jedem, der ernsthaft in die Wildnisreiserei einsteigen möchte, wünsche ich schon mal verständnisvolle und sorgenlose Angehörige"

... oder ein Iridium Satphone ; )

Zeigt der Spot eigentlich an, ob gerade einer der Satelliten so positioniert ist, dass Empfang besteht?

begemann
03.01.2013, 22:28
Die OK-Nachrichten sind nicht angekommen - davon hatte ich 1 aller zwei Tage versendet. Die Tracking-Funktion habe ich noch nie benutzt.


OK, dann sind also 4 Nachrichten nicht angekommen. Eine kurze Nachfrage hätte ich noch: Hast du das SPOT gleich ausgeschaltet nachdem das "Briefsymbol" geblinkt hat oder hast du das Gerät schon so ca. 20min eingeschaltet liegen lassen?




Unternimm nichts - auch dann nicht, wenn keine OK-Nachrichten empfangen werden!

Denn was hat es denn zu bedeuten, wenn keine OK-Nachricht ankommt? Es kann alles Mögliche sein:

Gerät verloren
Gerät defekt
kein Empfang
(Ersatz-) Batterien leer oder verloren
...

Wenn wirklich ein Notfall vorliegen würde, dann würde man ja die SOS-Taste betätigen. Und wenn das nicht mehr möglich ist, dann kommt wohl auch jede Rettungsaktion zu spät. ;-)


Du hast absolut recht: Wenn keine Nachricht ankommt dann kann das viele Ursachen haben und bedeutet nicht unbedingt etwas. Dennoch: Für mich wäre so eine "OK-Taste" nicht nur ein "nice to have" sondern ein wesentlicher Bestandteil. Hier liegt für mich der große Vorteil eines SPOT gegenüber einem Satelitentelefon: Wenn ich auf den Kopf falle, mir die Hände abhacke oder was auch immer anstelle :p - wenn ich den SOS Knopf nicht mehr drücken kann, dann ist immerhin mein letzter Standort des letzten Tages bekannt - oder noch besser: Mit der Tracking Funktion wäre es noch genauer. Selbst wenn die Retter mich nicht mehr lebend finden - eine Bergung wäre für die Angehörigen sicherlich wichtig um Abschied zu nehmen. ;-)



"Jedem, der ernsthaft in die Wildnisreiserei einsteigen möchte, wünsche ich schon mal verständnisvolle und sorgenlose Angehörige"

... oder ein Iridium Satphone ; )



Klar, ein Satphone ist was feines. Aber neben den Kosten sehe ich auch andere Nachteile: Z.B. werden die Koordinaten nicht übertragen. Ich muss also immer auch ein GPS dabei haben. In der Summe dann schon 500 Gramm. Und ich als Solo-Reisender suche diese Touren auch um längere Zeit niemanden zu sehen/sprechen. Wenn ich dann täglich jemanden anrufe, dann hätte ich nicht mehr diese "Distanz" und "Ruhe" die ich bei meinen Reisen suche. :grins: Also für mich hat so eine einseitige Kommunikation des SPOT auch seinen Reiz ;-)

Ich denke ich werde mir den SPOT einfach mal zulegen. Besser als kein Gerät dabei zu haben...



Zeigt der Spot eigentlich an, ob gerade einer der Satelliten so positioniert ist, dass Empfang besteht?

Nein, es gibt nur ein Briefsymbol. Hier gehen die Meinungen auseinander: Die einen sagen es handelt sich nur um eine LED die anzeigt, dass das SPOT die Nachricht versendet hat. Die anderen sagen, dass die LED anzeigt, dass die Nachricht beim Satellit angekommen ist (Rückkanal). Offizielle Quellen habe ich dazu nicht.

Libertist
04.01.2013, 00:21
... oder ein Iridium Satphone ; )


Und auf das kann man sich wohl zu 100% verlassen...? :roll:




Zeigt der Spot eigentlich an, ob gerade einer der Satelliten so positioniert ist, dass Empfang besteht?

Erst in dem Moment, in dem der Knopf zum Versenden einer Nachricht gedrückt wird, sieht man, ob prinzipiell Empfang besteht (LED blinkt grün) oder nicht (LED blinkt rot).



Eine kurze Nachfrage hätte ich noch: Hast du das SPOT gleich ausgeschaltet nachdem das "Briefsymbol" geblinkt hat oder hast du das Gerät schon so ca. 20min eingeschaltet liegen lassen?

Etwa 30 Sekunden nachdem das Signal "Nachricht übermittelt" erstmalig aufblinkt, schalte ich aus.

Bergtroll
04.01.2013, 08:26
"Und auf das kann man sich wohl zu 100% verlassen...?"

100% ist nie etwas und es war auch eher als Scherz gemeint. Aber ich hatte ein Iridium Extreme in AK zwecks Flugkoordination dabei und da fand ich gut, dass wie beim einem Handy der Empfang angezeigt wird (man konnte gut sehen, ob ein Satellit gerade "vorbeischaut"). Auch das SMS schicken hat zuverlässig funktioniert. Außerdem hat das Phone eine GPS Notfall Taste, die wohl die Position übermittelt.

Aber der Preis ist natürlich heftig. Weiterhin ist das Phone noch immer grösser als ein PLB und gerade beim Packrafting bekommt man daher eher das PLB in die Schwimmweste gestopft als so ein Phone (was ohnehin nur eingeschränkt wasserdicht ist).

BigKahuna
08.01.2013, 18:41
Nur um das Spektrum zu vervollständigen:

Der Delorme InReach Sat Messenger ist ein gepimpter Spot (freie Zweiwegekommunikation i.V.m. einem Smartphone mgl.), der im Iridium-Netz arbeitet. Hat letztes Jahr in Grönland bestens funktioniert. Zu Testzwecken habe ich das Teil fast drei Wochen im Tracking-Modus mitlaufen lassen, auch nachts im Zelt. Außer dass ein paar Nachrichten nicht BEI MIR angekommen sind, war alles feini. Das Problem war wohl das Web-Interface und nicht die Sat-Abdeckung.

Übrigens finde ich unter Sicherheitsaspekten die Trackingfunktion fast wichtiger als die OK-Nachrichten, denn aus der Bewegungslinie lassen sich u.U. mehr Schlüsse ziehen als aus einzelnen Positionsmeldungen.

http://www.abload.de/img/p10303205dy0c.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=p10303205dy0c.jpg)

Der Foerster
09.01.2013, 08:27
Nur um das Spektrum zu vervollständigen:

Der Delorme InReach Sat Messenger ist ein gepimpter Spot (freie Zweiwegekommunikation i.V.m. einem Smartphone mgl.), der im Iridium-Netz arbeitet. Hat letztes Jahr in Grönland bestens funktioniert. ...

Geht das nur mir einem Smartphone oder auch mit einem anderen Handy? Smartphones sind ja nur so bedingt wildnisstauglich;-)

BigKahuna
09.01.2013, 12:40
Die Earthmate-App, die man benötigt, um Telefon und InReach zu koppeln (per Blutooth), läuft entweder mit Android- oder iOS-Betriebssystem. Wenn dein Handy eins davon hat - was ich bezweifle - sollte es funzen. Alternativ kann man auch ein Delorme PN-60-GPS nutzen. Aber Achtung: Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, kann ein InReach immer nur mit einem bestimmten Betriebssystem kommunizieren, also entweder nur Android oder nur iOS. Es gibt also verschiedene Modelle.

Inwieweit Smartphones nicht wildnistauglich sein sollen, ist nochmal eine andere Diskussion. Es gibt ja inzwischen genügend gehärtete und wasserdichte Geräte.

T0M
09.01.2013, 13:22
Braucht man die App bzw. das GPS nur für die Kommunikation oder auch für den Notruf?

Buck Mod.93
09.01.2013, 13:26
Kamerakkus sind ja auch nicht wildnistauglich:grins:
Ich denke, wenn man sein Smartphone in ein entsprechendes Case packt (das ja ruhig auch wasserdicht sein kann) und das dann wieder in eine Otterbox steckt müsste schon einiges schiefgehen, damit das Handy den Geist aufgibt. Die Option es zu verlieren bleibt natürlich.
Da das hier ja eigentlich ein Reisebericht ist und ich die Diskussion über Möglichkeiten mit "zu Hause" in Kontakt zu bleiben bzw. Möglichkeiten einen Notruf abzusetzen interessant finde, würde ich vorschlagen diese Diskussion abzutrennen.
Oder willst du das lieber hier stehen haben, Gabriel?

LG

greno
09.01.2013, 13:42
Sagenhafte Bilder, meinen Respekt hast du für diese Tour!

Libertist
09.01.2013, 14:27
Sagenhafte Bilder, meinen Respekt hast du für diese Tour!

Danke!




Da das hier ja eigentlich ein Reisebericht ist und ich die Diskussion über Möglichkeiten mit "zu Hause" in Kontakt zu bleiben bzw. Möglichkeiten einen Notruf abzusetzen interessant finde, würde ich vorschlagen diese Diskussion abzutrennen.
Oder willst du das lieber hier stehen haben, Gabriel?

Ich hab nichts dagegen, wenn in meinen Reiseberichten auch Fachfragen diskutiert werden, aber der Übersicht halber gehört sowas schon ausgelagert. Weitere Fragen zu Notfallsignalen können ja ab sofort woanders besprochen werden. ;-)

jeha
09.01.2013, 20:33
Weitere Fragen zu Notfallsignalen können ja ab sofort woanders besprochen werden. ;-)

z.B. hier (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php/60619-Iridium-vs-Cospas-Sarsat-406Mhz-PLBs-Netzabdeckung-in-Bergt%C3%A4lern), da kam der DeLorme auch schonmal vor. Danke für die Praxiseinschätzung, BigKahuna!

BigKahuna
09.01.2013, 21:22
Ich habe natürlich nix dagegen, wenn Kommunikationsthematik ausgelagert wird, aber bis dahin antworte ich mal hier, damit es sinnvoll bleibt.


Braucht man die App bzw. das GPS nur für die Kommunikation oder auch für den Notruf?
Die App ist nur für die Zweiwegekommunikation notwendig. Der InReach kann auch einfach als standalone-Gerät verwendet werden. Es gibt ja extra einen SOS-Button (wie beim Spot).

Die Kartensoftware für die App, welche man downloaden kann, ist wirklich gut. Trotzdem fällt ein Einsatz als vollwertiges Outdoornavi mangels Akkulaufzeit bei Smartphones aus.

winnetoux
09.01.2013, 21:28
Das "Konkurrenzprodukt" ist doch eher der Spot Connect?
Wenn man sich am Rande der Beaufort-Sea aufhält, ist eben die Frage, welche Satelliten einem genügen. ;-)

@ Big Kahuna: Und wie hast du die Energiefrage gelöst? 3 Wochen Tracking?

BigKahuna
09.01.2013, 22:57
Das "Konkurrenzprodukt" ist doch eher der Spot Connect?
Wie ich schon schrieb, kann der InReach auch allein, also ohne Smartphone, genutzt werden. Das scheint mir beim Spot Connect, abgesehen von der SOS-Funktion, nicht möglich zu sein.



@ Big Kahuna: Und wie hast du die Energiefrage gelöst? 3 Wochen Tracking?Bei meinem Anwendungsprofil (Tracking im 30-Min-Takt, tägliche OK-Meldung, deren Text man aber vor der Tour online frei definieren kann, und täglich durchschnittlich Empfang und Senden von 2 "freien" Nachrichten) habe ich ca alle 5 Tage die 2 Lithium-Batterien gewechselt. Da steckt aber durchaus noch Potenzial für Energieeinsparung drin (Streckung des Trackingintervalls, nachts abschalten).

Trampelwurm
04.02.2013, 21:06
....ließen mein Rucksackgewicht auf 42 kg steigen

Ich kann mich erinnern als Kind vom Bauern ein Futtersack auf die Schulter bekommen habe, und dabei zusammenkrachte. Auf dem Sack stand "50kg." :ill: