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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wüste bei Hope Arizona USA



robert77654
23.10.2012, 20:44
Wüste in Arizona in der Nähe der kleinen Siedlung Hope nahe der mexikanischen Grenze.

Nikon D90, 180 mm (= mit crop 270mm), Blende 5, 1/1500 Sek

Das Bild mag ich sehr: Blaue Berge (die sind mindesten 40 km entfernt), die vorderen Kakteen "leuchten auf" im Gegenlicht und sind schön scharf (im Original, das hier ist stark datenreduziert).

Landschaftsfotos lassen sich starkem Tele machen, wie man sieht.

Wie gewohnt habe ich nicht ein Bild gemacht, bei dem etwas "am Besten/Schönsten" aussieht, sondern "typisch". Dazu gehört auch, dass die Kakteen vorn teilweise vergammelt sind.

Der blaßblaue Himmel und die anderen Farben sind nah am Original, das möchte ich auch so.

http://www.fotos-hochladen.net/uploads/3351dsc0115345i10ypec.jpg

wildheritage
23.10.2012, 20:56
Gefällt mir sehr gut. Da bekomm ich glatt Fernweh

fjellstorm
23.10.2012, 21:11
Ich finds gut, dass du einen bodennahen Aufnahmestandort gewählt hast, ich mag das irgendwie..




Landschaftsfotos lassen sich starkem Tele machen, wie man sieht.

Sicher kann man das.
Trotzdem hätte ich vermutlich für dieses Motiv eine niedrigere Brennweite benutzt (35mm oder vielleicht 50mm) weil:
-die Kakteen im Vordergrund sind interessant und auch gut sichtbar/scharf, jedoch sind sie für mich nicht formatfüllend genug um den restlichen interessanten Unschärfebereich zu kompensieren. Wenn die vergammelten Kakteen im Fordergrund betont werden sollten, wäre eine Makrobrennweite zwischen 80-105mm sicher die bessere Wahl gewesen, mit etwas Abstand hätte man auch noch einen passablen Unschärfebereich drauf
Auf jeden Fall hätte ich mit der verwendeten Brennweite etwas mehr abgeblendet, um die Tiefenschärfe zu betonen

-bei einem mittleren bis leicht weitwinkeligen Brennwertbereich hätte man sowohl (je nach Aufnahmeposition) einen+- großen, scharfen Vordergrund (i.e. die kleinen, bodennahen Kakteen) und einen deutliche bessere Tiefenschärfe (bei entsprechender Abblendung), was vor allem durch die diagonal verlaufenden Kakteenreihen gut zur Geltung kommen würde.

So wie du das Bild komponiert hast, ist es zwar ein bisschen was von Beiden, für mich aber im Gesamten dann doch etwas zu wenig klar positioniert

robert77654
23.10.2012, 21:29
Ich finds gut, dass du einen bodennahen Aufnahmestandort gewählt hast, ich mag das irgendwie..


Sicher kann man das.
Trotzdem hätte ich vermutlich für dieses Motiv eine niedrigere Brennweite benutzt (35mm oder vielleicht 50mm) weil:
-die Kakteen im Vordergrund sind interessant und auch gut sichtbar/scharf, jedoch sind sie für mich nicht formatfüllend genug um den restlichen interessanten Unschärfebereich zu kompensieren. Wenn die vergammelten Kakteen im Fordergrund betont werden sollten, wäre eine Makrobrennweite zwischen 80-105mm sicher die bessere Wahl gewesen, mit etwas Abstand hätte man auch noch einen passablen Unschärfebereich drauf
-bei einem mittleren bis leicht weitwinkeligen Brennwertbereich hätte man sowohl (je nacht Aufnahmeposition) einen+- großen, scharfen Vordergrund (i.e. die kleinen, bodennahen Kakteen) und einen deutliche bessere Tiefenschärfe, was vor allem durch die diagonal verlaufenden Kakteenreihen gut zur Geltung kommen würde.

So wie du das Bild komponiert hast, ist es zwar ein bisschen was von Beiden, für mich aber im Gesamten dann doch etwas zu wenig klar positioniert


Das habe ich stehend fotografiert.

Weitwinkel/50mm wollte ich gerade nicht haben, dann wären die Berge nur noch ein schmaler Strich gewesen.

Makro: Mit dem 2,8/180 bekommt man einen großen Apfel formatfüllend auf den Sensor.

Deine Kritik, dass die vorderen Kakteen nicht "formatfüllend" genug sind, halte ich für gut. Vielleicht hätte ich das rechte Drittel des Bildes sozusagen weglassen sollen. Oder noch mehr, nur eine Gammel-Kaktee in den Vordergrund.
Im Nachhinein ärgere ich mich, dass ich nicht mehr Motive gemacht habe. Ausrede: Es war ein heißer Tag und ich nach etlichen Kilometern schon etwas schlapp...

Das Bild entstand auf der Fahrradroute "Southern Tier", mehr Bilder gibt es hier (http://www.roland-schmellenkamp.de/bucher/southern-tier-uber-500-kilometer-mit-dem-fahrrad-durch-die-usa/).

Torres
23.10.2012, 21:33
Mir gefällt das Bild. Ist viel drauf zu sehen und lässt Raum für Phantasie.

fjellstorm
24.10.2012, 11:29
Oder noch mehr, nur eine Gammel-Kaktee in den Vordergrund.

Wäre sicher eine Möglichkeit gewesen.
Trotzdem, ich beibe dabei: vermutlich wäre eine Brennweite um die 50-80mm (ich rechne ohne crop!) oder dergl. für dieses Motiv die bessere Wahl gewesen.
Tele macht für mich nur Sinn, wenn man einen speziellen Ausschnitt (aus der Ferne oder endsprechendem Abstand) groß und formatfüllend haben will.Natürlich hatte ich auch Fälle,wo ich mit leichtem Tele (135mm auf KB) etwas nicht formatfüllend drauf hatte, da war aber trotzdem meist entweder Vordergrund oder Hintergrund beschnitten. Für die klassische Motivkomposition wie auf deinem Bild gibts m.E. bessere Optionen.Wenn du mit mittlere Brennweiten etwas näher rangegangen wärst, hättest du vermutlich ein etwas formatfüllenderen Kakteenvordergrund plus eine scharfe Kakteendiagonale+die Berge-wage ich jetzt zu vermuten.
Vielleicht hätte man aus der Szenerie einfach mit unterschiedlichen Brennweiten interessante Teilmotive gestalten könne, wer weiß;-)

SavinKuk
24.10.2012, 11:41
Die Atmosphäre der heißen Wüste kommt durch das Flimmern im Hintergrund gut rüber.

bjoernsson
24.10.2012, 17:41
Das Bild gefällt mir sehr gut. Auch - oder gerade - wegen dem Schärfeverlauf. Dir ist es gelungen, vier Ebenen sehr schön darzustellen: 1. die vergammelten (das wäre mir ohne deinen Hinweis gar nicht aufgeafllen) Kakteen im Vordergrund, 2. die in einem frischen Grün leuchtenden Büsche, 3. die großen Kakteen und 4. die Berge in der Ferne, wobei Ebene 2 und 3 sehr fließend ineinander übergehen und sich teilweise auch überlagern. Das verleiht dem Bild einen Hauch Weite, den man so in den Wüstengebieten der USA oft erlebt. Und es suggeriert Hitze. Deshalb sage ich: Sehr gelungen!

robert77654
25.10.2012, 01:30
Wäre sicher eine Möglichkeit gewesen.
Trotzdem, ich beibe dabei: vermutlich wäre eine Brennweite um die 50-80mm (ich rechne ohne crop!) oder dergl. für dieses Motiv die bessere Wahl gewesen.
Tele macht für mich nur Sinn, wenn man einen speziellen Ausschnitt (aus der Ferne oder endsprechendem Abstand) groß und formatfüllend haben will.Natürlich hatte ich auch Fälle,wo ich mit leichtem Tele (135mm auf KB) etwas nicht formatfüllend drauf hatte, da war aber trotzdem meist entweder Vordergrund oder Hintergrund beschnitten. Für die klassische Motivkomposition wie auf deinem Bild gibts m.E. bessere Optionen.Wenn du mit mittlere Brennweiten etwas näher rangegangen wärst, hättest du vermutlich ein etwas formatfüllenderen Kakteenvordergrund plus eine scharfe Kakteendiagonale+die Berge-wage ich jetzt zu vermuten.
Vielleicht hätte man aus der Szenerie einfach mit unterschiedlichen Brennweiten interessante Teilmotive gestalten könne, wer weiß;-)


Je kleiner die Brennweite desto größer der Bildwinkel. Bei gleich großen Kakteen vorn werden die Berge und hinteren Kakteen bei größerem Bildwinkel immer kleiner und flacher.

Ich empfehle dir folgendes Buch:
The Art of Photographing Nature von Art Wolfe

Nachdem du die Fotos gesehen hast, macht ein starkes Tele bei Landschaftsaufnahmen eventuell für dich auch dann Sinn, wenn es nicht darum gehrt, nur etwas aus der Ferne formatfüllend zu haben...
Stichwort: Wirkung des Bildwinkels.

volx-wolf
25.10.2012, 09:45
Je kleiner die Brennweite desto größer der Bildwinkel. Bei gleich großen Kakteen vorn werden die Berge und hinteren Kakteen bei größerem Bildwinkel immer kleiner und flacher.


nö.

fjellstorm
25.10.2012, 12:28
Je kleiner die Brennweite desto größer der Bildwinkel. Bei gleich großen Kakteen vorn werden die Berge und hinteren Kakteen bei größerem Bildwinkel immer kleiner und flacher.

Ließ dir meinen Beitrag nochmal genau durch, bzw hier ein paar eigene Beispiele, wie man durch die Nähe zum Objekt den Bildwinkel/das Bildfeld beeinflussen kann. Alles mit einer 35mm FB auf KB:
Klick (http://farm8.staticflickr.com/7149/6448265377_8313cef54e_z.jpg)
Klack (http://farm8.staticflickr.com/7004/6448261205_7a3a685035_z.jpg)
Kluck (http://farm8.staticflickr.com/7163/6448270801_d141f0714a_z.jpg)
Mit zunehmender Nähe zum Hauptobjekt, steigt der Abbildungsmaßstab (maximal ist er, wenn der Abstand die doppelte Brennweite beträgt),gleichzeitig veringert sich die Bildgröße/das Bildfeld. Der Zusammenhang ist indirekt proportional.
Hier kannst du das mit allen möglichen Brennweiten und Gegenstandsweiten nachprüfen:
http://www.erik-krause.de/schaerfe.htm



Ich denke, du hasst das Bild nicht umsonst in "Bildkritik" gepostet. Du kannst meine Vorschläge zumindest anhören und selber bewerten.

robert77654
25.10.2012, 15:11
nö.

Doch!
Mit "gleich großen Kakteen vorn" meine ich folgendes:

Ein Objekt im Bildvordergrund. Verschiedene Brennweiten. Wenn das gleiche Objekt vorn immer mit gleicher Größe abgebildet ist, wird der Hintergrund immer kleiner, je weitwinkeliger das Objektiv und damit der Bildwinkel ist.
Kann man mit jedem Zoom nachvollziehen.
Im Netz habe ich auf die schnelle nur diese Beispielbilder gefunden als Beleg. Der autoscheinwerfer links ist immer gleich groß, bei langer Brennweite weden die Häuser hinten größer abgebildet als bei kurzer Brennweite: http://www.mhohner.de/essays_de/perspektive2.php?lg=d

robert77654
25.10.2012, 15:28
Ließ dir meinen Beitrag nochmal genau durch, bzw hier ein paar eigene Beispiele, wie man durch die Nähe zum Objekt den Bildwinkel/das Bildfeld beeinflussen kann. Alles mit einer 35mm FB auf KB:
Klick (http://farm8.staticflickr.com/7149/6448265377_8313cef54e_z.jpg)
Klack (http://farm8.staticflickr.com/7004/6448261205_7a3a685035_z.jpg)
Kluck (http://farm8.staticflickr.com/7163/6448270801_d141f0714a_z.jpg)
Mit zunehmender Nähe zum Hauptobjekt, steigt der Abbildungsmaßstab (maximal ist er, wenn der Abstand die doppelte Brennweite beträgt),gleichzeitig veringert sich die Bildgröße/das Bildfeld. Der Zusammenhang ist indirekt proportional.
Hier kannst du das mit allen möglichen Brennweiten und Gegenstandsweiten nachprüfen:
http://www.erik-krause.de/schaerfe.htm



Ich denke, du hasst das Bild nicht umsonst in "Bildkritik" gepostet. Du kannst meine Vorschläge zumindest anhören und selber bewerten.

Hallo!
Klar lese ich deine Beiträge und denke darüber nach.

Bildwinkel und Bildfeld sind nicht das gleiche!
Bildwinkel: http://de.wikipedia.org/wiki/Bildwinkel. Der Bildwinkel ändert sich bei gleicher Brennweite nicht dadurch, dass man näher am Objekt ist! (Akademisch gesehen minimal, kannst du bei deiner Website selbst probieren).
Bildfeld: Ausschnitt des Bildfensters

Soweit ich weiß, wird der Abbildungsmaßstab mit zunehmender Nähe immer größer und ist nicht "maximal bei der doppelten Brennweite".

fjellstorm
25.10.2012, 18:53
Bildwinkel und Bildfeld sind nicht das gleiche!
Stimmt natürlich.


Der Bildwinkel ändert sich bei gleicher Brennweite nicht dadurch, dass man näher am Objekt ist! (Akademisch gesehen minimal, kannst du bei deiner Website selbst probieren).
Es sind nur ein paar grad, da geb ich dir natürlich recht (aber, er ändert sich..). Das Bildfeld ändert sich verhältnismäß um ein vielfaches mehr.
Was ich eigentlich damit sagen will: Bei statischen Objekten, die durch mein Annähern nicht verschreckt oder dergleichen werden bzw. denen man sich gefahrenlos bis auf gewünschte Distanz annähern kann ,ist man mit einem Objektiv mittlerer bis ev. leicht weitwinkliger Brennweite besser bedient, weil man (bei entsprechender Distanz) einen guten Abbildungsmaßstab des Hauptmotivs hat und dazu noch ein ensprechend größeres Bildfeld und Bildwinkel gegenüber einer längeren Brennweite hat und (sofern man das will) bei Abblenden eine bessere Tiefenschärfe. Und mann kann natürlich auch freistellen-nur eben nicht aus der Ferne.


Soweit ich weiß, wird der Abbildungsmaßstab mit zunehmender Nähe immer größer und ist nicht "maximal bei der doppelten Brennweite".
Ich korrigiere meine vorherige Aussage, ich meinte wenn Abstand der doppelten Brennweite entspricht, ist der Abbildungsmaßstab 1:1 (zumindest der Physik nach), das maximale was man mit sehr guten Makros erreichen kann/könnte.Natürlich muß man in diese Berrechnung die Naheinstellungsgrenze des Objektivs (welche defacto vom Hersteller nie reel angegeben wird), Abstand Bajonett/Linse zur Filmebene, Tubuslänge/Innenfokussierung , .. miteinbeziehen, aber ich denke das führt hier zu weit.Natürlich vergrößert sich (theoretisch) die Abbildung je näher ich dann innerhalb doppelter und einfacher Brennweite zum Objekt gehe, in der Praxis läßt das die Naheinstellgrenze der üblichen Objektive mit zt. o-g Faktoren aber nicht zu bzw. man muss mit Zwischenringen,Retrostellungen und Balgengerät arbeiten oder Spezialobjektive verwenden, um eine Vegrößerung auf Filmebene zu erhalten. Aber jetzt Schluß mit den Exkursen, andere haben sicher auch was sinnvolles zu deinem Bild zu sagen.

robert77654
25.10.2012, 21:13
Bin mit allem einverstanden, nur nicht mit dem "besser bedient"- Es kommt halt drauf an, was man will und um was für ein Motiv es sich handelt...
Aber du hast recht - lassen wir die Diskussion.

Das Buch lege ich dir nochmal ans Herz, das finde ich sehr gut.