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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kranke Kinder auf Tour



Mus
16.10.2012, 21:34
Angeregt durch einen anderen Thread, bin ich gerade ins Nachdenken gekommen darüber, wie das ist, wenn Kinder auf Tour krank werden. Ich fände es interessant, was ihr diesbezüglich schon erlebt habt, wie habt ihr es bewältigt, was war kritisch, welche Vorkehrungen trefft ihr, was würdet ihr niemals (oder ehr nicht) tun???

Gleich mal ein kleiner Bericht von mir als Starter: Als die Kleine ein knappes halbes Jahr war standen wir vor der Frage: Tour wie immer oder Kompromiss? Wir haben uns dann dazu entschlossen auf der Obstwiese meiner Eltern zu zelten und nur Tagestouren zu machen. Zum Glück. Es war ein sehr kalter verregneter Sommer und die Kleine hat eines späten Abends (es waren diese Nacht unter 10°C sich plötzlich sehr heiß angefühlt. Fieber gemessen 39,6°C. Zum warm im Schlafsack packen war das zu viel. Um sie offen liegen lassen viel zu kalt. Um die Temperatur dauernd zu überprüfen und sie aus- und einzupacken wir beiden Eltern nach der vorigen Tour und der vorigen unruhigen Nacht viel zu müde, wir konnten uns einfach nicht mehr wach halten. Dazu kam, dass es ihr erste Mal "richtig hohes Fieber" war und ich noch nicht wusste, wie sie reagiert.
War ich da froh, dass ich nur meine Mama noch mal aus dem Bett klingeln musste und mit der Kleinen ins wohltemperierte Gästezimmer umziehen konnte. Inklusive Chauffeurservice am nächsten Morgen zum Kinderarzt und in die Apotheke.

Im Jahr darauf "nur" von den Mücken völlig zerstochen und stark juckende entzündete Mückenstiche bekommen. Nach einem Tag endlich eine Apotheke, die aber nichts da hatte, was ich kannte oder mir einiger Maßen vertraut vorkam. Das Fenistil lag leider zu Hause. Da haben wir Apfelessig drauf -fies aber wirksam- und dann voll auf den Placeboeffekt gesetzt: irgendwas fettiges geschmiert, was halt gerade mit war (ich weiß nicht mal mehr was, vielleicht Butter oder Olivenöl oder Sonnencrem) aber das gut verkauft: "Die Mama macht da jetzt was drauf, das hilft......." Hat's auch wirklich einiger Maßen. Vor Allem war das Kind beruhigt.

blue0711
16.10.2012, 22:04
Nix Placebo, das hilft wirklich - juckt halt nicht mehr so elendig.


Ansonsten kann ich da nix beisteuern außer der umgekehrten Überlegung: Was mach ich, wenn ICH plötzlich heftig krank werde?

Mir ist das gottseidank nur zu Hause im Park passiert: Picknickausflug, schön gespielt auf der Decke, plötzlich fing alles immer mehr zu drehen an und ich stand nur noch am nächsten Baum ...
Mein Knopp weiter am Spielen auf der Picknickdecke und doof gucken, was Papa da macht ...
Ich konnte mich erst nach einiger Zeit samt Kind nach Hause schleppen.
Da wären aber genug Leute zum Helfen gewesen (haben sich auch rührend gekümmert).

Insofern wär zB. auch die Frage, ob man allein mit Kleinkind auch nur eine Tageswanderung wagen will (hab ich zumindest schon Mütter gesehen, die das gemacht haben).


Für den Fall des erkrankten Kindes würd ich halt drauf achten, dass der Erschöpfungszustand bei den Eltern nicht alleine schon durch die Tour eintritt. Reserve für mindestens eine durchwachte Nacht muss man IMHO immer mitbringen bei den Kleinen, egal, wo man ist. Auf Tour inklusive der Strecke zur nächstgelegenen Zivilisation.
Mehr würde ich nicht beachten, wenn ich nochmal dürfte.

nosports
16.10.2012, 22:37
Hallo!
Auf Grund meiner Lebenserfahrung, gehe ich kein Risiko mit meinen Kleinen ein.
Sprich ich mache nur kurze Touren, maximal eine Übernachtung und das nur auf Hütten die mit einem Fahrzeug zu erreichen sind.
Bei längeren Urlauben, suche ich schon mal die Telefonnummer des nächsten Kinderarztes raus um diese parat zu haben.
So geschehen in Ligurien oder Osttirol.
Das wird wohl so bleiben, so lange ein normaler Arzt mich mit den Kindern abweisen würde.

Das sind keine großen Einschränkungen und es bedarf nur kurzer Recherche.

bjoernsson
16.10.2012, 22:51
Ich glaube, eine pauschale Antwort kann man auf diese Frage nicht geben. Dies ist nämlich auch stark abhängig vom Alter des Kindes. Bei meinem Neffen - er ist jetzt 10 - würde ich beispielweise ganz anders verfahren als bei meiner Tochter mit 2.

Aber ich möchte ein ganz aktuelles Beispiel anführen: Dieses Jahr waren wir in der Sächsischen Schweiz, in einer Ferienwohnung. Drei Tage vor der geplanten Abreise bekam unsere KLeine straken Husten, Schnupfen, Fieber. Das war am nächsten Morgen noch nicht besser und wir entschlossen uns, zurück in die gewohnte Umgebung, zum Kinderarzt unseres Vertrauens zu fahren. Es war ein beruhigendes Gefühl, diese Option zu haben.

Wie hätten wir bei einer anderen Tour reagiert? Derzeit suchen wir Touren aus, bei denen wir innerhalb von einem Tag zurück in der "Zivilisation" sind. Das ist für mich das Maximum, das ich meiner Tochter zumuten möchte, wenn diese plötzlich krank wird (und das geht in diesem Alter ja wirklich manchmal unglaublich schnell).

chartinaelik
16.10.2012, 23:59
Ich achte auf aktuellen Impfschutz bei allen Reiseteilnehmern (sprich, meiner Familie). Wir haben ansonsten eine Notfallapotheke dabei und natürlich eine Erste-Hilfe-Ausrüstung. Mein Mann ist Ersthelfer und hat einen Kinder-Erste-Hilfe-Kurs absolviert. Mein Mann ist auch ruhig genug, mit größeren Problemen umzugehen. Wichtig ist aber, daß man schnell ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen kann. Die entsprechenden Telefonnummern haben wir zur Hand und auch geladene Handys für solche Zwecke. Mit Kind sind aber alle geneigt, einem schnell und uneigennützig zu helfen.

BukitTimah
17.10.2012, 09:10
Bei uns auf Tour passiert. In Neuseeland an einem "basic" Lagerplatz mitten in der Nacht die Spukeritis bei der damals 2jaehrigen angefangen (aber immer gut gezielt nie haben die Matten oder Schlafsaecke was abbekommen). Bis morgens halt die Koch(tz)schuessel gehalten und dann abgebaut und in die Zivilisation zurueckgefahren. Die Autofahrt -Kind komplett in Regenklamotten im Kindersitz, Elternteil daneben mit Tuch und Schuessel- was das schlimmste. Ein halber Tag ueber Schotterpiste.

War dann auch noch ein schoener Urlaub in gemuetlichen Motel in Rotorua. WHO-loesung und schonkost waren das einzig benoetigte. Wichtig fuer mich ist dass man recht einfach abbrechen kann auch bei solchen "Kleinigkeiten", der Rest ergibt sich dann wieder in der Zivilisation.

Enja
17.10.2012, 10:23
Wir hatten (unsere Kinder sind bereits erwachsen) den Grundsatz, die Kinder nicht bewusst Gefahren auszusetzen. Also keine Reisen in unruhige Gegenden. Keine in Länder, in denen tropische Krankheiten drohen.

Immer Plan B im Gepäck. Also die Möglichkeit, in übersichtlicher Zeit (maximal Stunden) einen Arzt erreichen zu können. Und natürlich Reserven. Sowohl was die eigenen Kräfte betrifft, als auch finanzielle. Ich denke, es verbietet sich sowieso, dass Eltern ihre eigenen Grenzen ausloten, während die Kinder dabei sind. Kinder vertrauen darauf, ihre Eltern jederzeit als Herren der Lage und völlig handlungsfähig zu erleben. Eine Frage des Urvertrauens.

Unser heftigestes Erlebnis dieser Art hatten wir in Jordanien. Damals waren die beiden Älteren schon so weit, dass sie ihre eigenen Rucksäcke trugen. Das machte solche Touren wieder möglich. Die Jüngste war zwei. Sie stürzte in der Stadt so heftig auf den Kopf, dass sie völlig blutüberströmt war. Ein Krankenwagen brachte uns mit Blaulicht dort ins Krankenhaus. Die Behandlung fand in einer Ambulanz statt, in der in einer großen Halle jede Menge schlimmst verletzter Menschen behandelt wurden. Die Ärzte operierten mit brennender Zigarette in der Hand. Also alles durchaus etwas gewöhnungsbedürftig.

Unser Kind hatte, wie sich herausstellte, nur eine Platzwunde, die genäht und verbunden wurde. Probleme gab es noch, weil sie auf Ansprache nicht antwortete. Geht um die Frage, ob sie klar ist. Ich wies dann drauf hin, dass das Kind kein Arabisch könne und vermutlich deshalb nicht antworte. Daraufhin versuchten sie es in Englisch.

Von nun an musste die Wunde jeden Tag neu verbunden werden. Das war kein Problem. In jedem Ort gab es eine Ambulanz - auch nicht so erschreckend wie das Krankenhaus in der Hauptstadt - wo das nett und ordentlich erledigt wurde. Wären wir auf einer unserer üblichen Sahara-Durchquerungen gewesen, hätten wir die medizinische Versorgung selbst übernehmen müssen......

Fernwanderer
17.10.2012, 16:56
Für uns standen dabei folgende Überlegungen im Fordergrund:
Welche Krankheiten muß ich für mich oder das Kind erwarten?
Welche Hilfe kann ich dann sein?
In welcher Zeit kann ich schlimmstenfalls ärztliche Hilfe erreichen?
Kann ich diese Zeit mit "Bordmitteln" überbrücken?

Es werden sich wahrscheinlich ein paar Leute fragen, warum da erste Person Singular steht. Nun ich hatte und habe den Job des "Hausarztes".

chartinaelik
17.10.2012, 17:29
Es werden sich wahrscheinlich ein paar Leute fragen, warum da erste Person Singular steht. Nun ich hatte und habe den Job des "Hausarztes".

Also, paddelnde Freunde von mir haben auch das Glück: Vater: Pädiater, Mutter: Schlafmännchen ;) Von unterwegs ruf ich meine Arzt-Familie an, falls es denn nötig sein sollte.

Mus
17.10.2012, 17:35
Für uns standen dabei folgende Überlegungen im Fordergrund:
Welche Krankheiten muß ich für mich oder das Kind erwarten?
Welche Hilfe kann ich dann sein?
In welcher Zeit kann ich schlimmstenfalls ärztliche Hilfe erreichen?
Kann ich diese Zeit mit "Bordmitteln" überbrücken?

Es werden sich wahrscheinlich ein paar Leute fragen, warum da erste Person Singular steht. Nun ich hatte und habe den Job des "Hausarztes".

Da wären jetzt aber ein paar Details interessant. Vorallem was die "Bordmittel" angeht. Irgendwie kann man da ja auch nicht alles mögliche mitschleppen.

blue0711
17.10.2012, 17:57
Mutter: Schlafmännchen ;) Hä?

chartinaelik
17.10.2012, 17:59
Na Sandfrau ... Anästhesist halt.

blue0711
17.10.2012, 18:18
etzert. Ich hatte noch nicht so oft das Vergnügen, dass ich da schon Spitznamen dafür hätte. ;-)

Fernwanderer
18.10.2012, 13:26
Vater: PädiaterBevor hier Missverständnisse aufkommen: Ich habe "Hausarzt" kursiv und in Anführungszeichen gesetzt, weil ich kein Mediziner bin, der Begriff des Hausarztes ist lediglich paraphrasierend gemeint.



Da wären jetzt aber ein paar Details interessant. Vorallem was die "Bordmittel" angeht. Irgendwie kann man da ja auch nicht alles mögliche mitschleppen.
Kurz gesagt: es gibt keine Details, weil ich die Zusammensetzung der Bordmittel bei jeder Tour neu überlege.
Neben den allgemeinen Risiken (banales Stichwort: Wundschnellverband) hat jede Tour ihre spezifischen Probleme aber auch Lösungen. Bei einer Flußwanderung z. B. mach ich mir keine Gedanken über ein geeignetes fiebersenkendes Medikament, da ein Kühlmittel jederzeit einfach zu erreichen ist. Da muß ich eher darüber nachdenken, wie ich auf eine Unterkühlung reagiere.

Bei kleinen Kindern ist m. E. das größte Problem ein großer Flüssigkeitsverlust bei heftigem Brechdurchfall. Das kann sehr schnell sehr dramatisch werden und man hat eigentlich gar keine Chance seine Bordmittel überhaupt ans bzw. ins Kind zu kriegen. Da hilft nur noch Geschwindigkeit beim Tourexit und eine der Konstitution des Kindes angepaßte maximale Dauer bis zur Erreichung ärztlicher Hilfe.

Enja
18.10.2012, 14:00
Wenn uns denn mal das Schicksal ereilt hat, waren es meist Unfälle. Ein spezieller Erste-Hilfe-Kurs ist für Eltern nie verkehrt. Sowas habe ich damals besucht. Bei Kindern sieht Erste Hilfe ein bißchen anders aus als bei Erwachsenen. Aber im Ernstfall ist man doch sehr dankbar für den Arzt in erreichbarer Nähe. Ich würde nicht an meinen Kindern "herumnähen" wollen.

blue0711
18.10.2012, 14:13
Wobei ich denke, dass neben Brechdurchfall und schnell steigendem Fieber eigentlich nur Akutnotfälle auftreten, die schnelles Handeln erfordern.
Alles weitere lässt sich in Tagesfrist beim nächsten Arzt regeln.

Und die Akutnotfälle sind auf Tour nicht unbedingt andere als zuhause. zb der Wurstzipfelnotfall.
Da müssen die jeweiligen Betreuer selber handeln können, sonst kommt Hilfe eh zu spät.

Jakob
18.10.2012, 14:18
Hallo

Genau die kritische Bemerkung was wir denn machen wenn unterwegs mal ein Kind krank wird bekommen sehr oft zu hören, vor allem als wir damals im Oman mit zwei Kleinkindern eine Radtour geplant hatten fanden dies viele verantwortungslos, explizit wegen der medizinischen Versorgung. Bisher hatten wir Glück und es war nie was kritisches. Natürlich haben wir erste Hilfe-Sachen und Medizin dabei aber ein Risiko besteht natürlich immer. Wir gehen da evtl auch etwas gutgläubig ran und haben nicht für jede Eventualität eine Absicherung. Es war zumindest noch nie ein Grund etwas mit den Kindern nicht zu unternehmen nur weil etwas passieren könnte.

Jakob

Fernwanderer
18.10.2012, 15:39
Ein spezieller Erste-Hilfe-Kurs ist für Eltern nie verkehrt.
Stimmt genau.

Wurstzipfelnotfall? Nie gehört.

chartinaelik
18.10.2012, 16:01
Heimlich Maneuver?

markrü
18.10.2012, 16:09
Genau die kritische Bemerkung was wir denn machen wenn unterwegs mal ein Kind krank wird bekommen sehr oft zu hören, (...) fanden dies viele verantwortungslos (...)
Manchmal hilft es, die Statistik über die im Straßenverkehr verunglückten Kinder danebenzulegen.... :o
Es ist wahrscheinlich verantwortungsloser, ein kleines Kind vor dem Fernseher zu parken. Das wollen aber viele nicht hören.

Gruß,
Markus

markrü
18.10.2012, 16:13
Heimlich Maneuver?

Auch nie gehört... :(

chartinaelik
18.10.2012, 16:46
http://en.wikipedia.org/wiki/Heimlich_maneuver#Abdominal_thrusts

Fernwanderer
18.10.2012, 17:16
Den Heimlich Handgriff (http://de.wikipedia.org/wiki/Heimlich-Man%C3%B6ver) gibts auch auf deutsch.

blue0711
18.10.2012, 17:17
Eben dieses.

Sollte jeder, der mit Kindern zu tun hat, können.
Bei Kindern ein einfacher Handgriff, bekannt relativ ungefährlich im Verhältnis zu den Folgen, wenn man ihn nicht kennt.

Ich hab auch schonmal Wurstzipfelschiessen in der heimischen Küche gemacht.
Kind lief schon blau an und der Besuch kreideweiss. ;-)

Fernwanderer
18.10.2012, 17:20
Heimlich Maneuver?

Eben dieses.
Gut kombiniert, Watson! Äh chartinaelik!

Enja
18.10.2012, 17:43
Ich möchte einfach nicht verantwortlich sein, wenn es zu schlimmen Folgen kommt. Da hilft einem persönlich die Statistik mit dem gefährlichen Fernseher nicht raus. Eltern tragen eine Menge Verantwortung. Das muss dann halt jeder für sich abwägen.

Wenn man mal jemanden an etwas hat sterben sehen, was in der Nähe eines Krankenhauses eher kein Problem gewesen wäre, wird man da vielleicht deutlich vorsichtiger?

markrü
18.10.2012, 18:04
(...) Wenn man mal jemanden an etwas hat sterben sehen, was in der Nähe eines Krankenhauses eher kein Problem gewesen wäre, wird man da vielleicht deutlich vorsichtiger?
Keine Frage. Das sollte auch kein Aufruf zur Unvorsichtigkeit sein!
Man nimmt nur latente und 'gut einschätzbare' Gefahren (z.B. Straßenverkehr) irgendwann als weniger bedrohlich wahr.
Letztendlich ist jeder seinem eigenen Gewissen verpflichtet (...und jeder hat seine eigene Hölle).

Markus

Jakob
18.10.2012, 18:30
Ich möchte einfach nicht verantwortlich sein, wenn es zu schlimmen Folgen kommt. Da hilft einem persönlich die Statistik mit dem gefährlichen Fernseher nicht raus. Eltern tragen eine Menge Verantwortung. Das muss dann halt jeder für sich abwägen.


Genau das möchte ich meinen Kindern gerade nicht vermitteln. Alles vermeiden wo etwas passieren könnte und deshalb z.B. nicht diese Reisen mit den Kindern (http://bike-nord.de/reisen_mit_kindern.html) gemeinsam zu unternehmen. Die Wahrscheinlichkeit dass unterwegs etwas "Schlimmes" passiert schätze ich genauso ein wie bei einem 100% abgesicherten Urlaub im Ferienpark mit Kinderarzt in der Nähe.

Jakob

Enja
18.10.2012, 19:48
Das beziehst du jetzt auf deine Radtour im Oman? Da hätte ich auch keine Bedenken. Die medizinische Versorgung dort ist gut. Das Klima nicht bedenklich, wenn die Kinder die Hitze vertragen. Ich denke, die kritischen Stimmen kommen in der Beziehung von Leuten, die sich dort nicht auskennen.

Wo lägen denn bei dir die Grenzen des Sinnvollen?

Christian J.
18.10.2012, 20:38
Wo lägen denn bei dir die Grenzen des Sinnvollen?

Auch wenn ich nicht Jakob bin. Ich denke, eine allgemeingültige "Grenze des Sinnvollen" lässt sich nicht finden. Da spielen zu viele Determinanten mit rein:
- Das Kind (Alter, medizinische Vorgeschichte, "Gemüt",....)
- Eltern (medizinisches Wissen, Coolness, Sicherheit in der betreffenden Outdoorsportart,...)
- Ausrüstung
- Reiseziel
- Jahreszeit,....

Es mag Kinder geben, denen eine Wintertour auf dem Kungsleden Spaß macht und Kinder, mit denen eine Radtour durch Hessen zu riskant ist. Wo genau dazwischen das eigene Kind liegt, weiß wohl jeder am besten.

Gut gefällt mir, dass wir uns hier Tipps austauschen, wie wir Touren noch sicherer und angenehmer für alle machen können.

Christian

Enja
18.10.2012, 22:07
Da hast du völlig recht. Aber Jakob schrieb ja, er wolle seinen Kindern nicht den Eindruck vermitteln, auf Reisen könne etwas passieren.

Beispielsweise haben wir unsere Kinder schon aus einem Erdrutsch ziehen müssen. Sowas kann passieren. War in einer Touri-Gegend in Griechenland. In Syrien und Jordanien dagegen, fühlten wir uns völlig versorgt.

Aber trotzdem gibt es Grenzen. Die wahrscheinlich wieder persönlich sind. Und deshalb fände ich es interessant, da mal zu vergleichen. Wir sind zum Beispiel nirgends hin, wo Impfungen und/oder Malaria-Prophylaxe notwendig waren. Weil wir meinen, dass wir das zwar für uns entscheiden können, aber nicht für die Kinder. Und wir sind relativ kritisch (also kritischer als ohne Kinder) in Sachen Sicherheitslage. Und meinen, binnen Stunden müsste medizinische Versorgung erhältlich sein. Wobei es da sicher nicht allzuviele Ecken gibt, wo das im Fall des Falles nicht so ist. In Island zwischen den beiden Flüssen, die sich auf einmal nicht mehr überqueren lassen, vermute ich mal die Existenz von Rettungshubschraubern. Und sowas würde ich halt vorher abklären.

blue0711
18.10.2012, 22:12
@Christian J.: Kann ich nur unterschreiben.

Wenn man innerhalb der Fähigkeiten des eigenen Kindes bleibt und gerade bei Kleinkindern sehr sensibel auf deren Befindlichkeit reagiert, gibts nicht viel, was quer kommen kann, zumindest nix, was nicht auch daheim käme.

Grundlegende Notfallkenntnisse sind wie gesagt auch zuhause teils notwendig teils mindestens von Vorteil.
Das wird auf Tour nicht schlimmer unter erstgenannter Prämisse.

blue0711
18.10.2012, 22:26
Und meinen, binnen Stunden müsste medizinische Versorgung erhältlich sein. Wobei es da sicher nicht allzuviele Ecken gibt, wo das im Fall des Falles nicht so ist.Solche Ecken, wo das nicht so ist, findest Du auch per Auto innerhalb Deutschlands. Dann müsstest Du schon hier anfangen zu überlegen.
Impfungen sind auch in D teilweise angeraten, teils auch wegen der Berufsgruppe der Eltern (Pfleger zB. Hepatitis), je nach Gefährdungslage dann nämlich auch das Kind.
Und ne Cholera-Impfung z.B. würd ich jetzt ab 6 nicht als Hinderungsgrund ansehen.

Das Beispiel Erdrutsch ist auch in D möglich. Ich bin selbst nur eine halbe Stunde "zu spät" gekommen, um nicht samt Kind und Mopped unter sowas zu liegen zu kommen.

Im tiefen Kosovo bin ich trotz einsamer Gegend erstaunlich (für mich) gut versorgt worden usw.

Kurz: Da ist eingehende konkrete Information über die Gegend und den gesundheitszustand des Kindes von Nöten und das nicht von überbesorgten Mitmenschen.
Der Kinderarzt ist da übrigens manchmal eine beruhigend gelassene Auskunftsstelle (kommt natürlich drauf an).

Jakob
18.10.2012, 23:18
Christians Einschätzung kann ich voll teilen!


Da hast du völlig recht. Aber Jakob schrieb ja, er wolle seinen Kindern nicht den Eindruck vermitteln, auf Reisen könne etwas passieren.


Ich glaube du hast meine Meinung etwas falsch verstanden. Ich will den Kindern nicht den Eindruck vermitteln dass nix passieren könnte, ich will nur vermeiden ihnen das Gefühl zu geben das wir was "gefährliches" tun bei dem es soviel wahrscheinlicher als im Alltag ist dass etwas passiert.

Die Frage wo denn die Grenzen liegen kommen ganz aus dem Bauchgefühl und ist wohl eine Mischung (wie Christian schon geschrieben hat) aus vielen Faktoren, die wohl in erster Linie auf eigenen Erfahrungen beruht. Rein Intuitiv vermeide ich ja besonders mit den Kindern Gefährdungssituationen, und gehe unterwegs bewusst kein Risiko ein.

Jakob

hyrek
18.10.2012, 23:29
ich glaube, dass per se auf einer tour ein aehnliches risoko fuer krankheiten besteht, wie zu hause. natuerlich ist ein krankes kind in einer ungewohnten ungebung schwieriger als zu hause. das problem bei kindern ist ja auch oft, dass es sehr schnell gehen kann, bis fieber steigt, spucken anfaengt, etc. wir wollten vor 2 wochen zelten (als es das erste mal kalt wurde). freitag mittag losgefahren (bedenken wegen des sohnes (4 mon) gehabt, da tags zuvor noch 38°). dann haben wir abends um 9 spontan noch in ein festes gemaeurer wechseln koennen, da die grosse (7 jahre) ploetzlich 39 ° hatte. hat dann auch morgens gespuckt und war den tag ueber auch nicht reisefaehig.

ich bin vor allem der meinung, dass man auch nicht zoegern darf, medizinische hilfe in anspruch zu nehmen. sprich, wenn man zu hause zum arzt geht, sollte man das auch im urlaub tun (trozt kosten, zeit, aufwand, etc.). das kann auch dazu fuehren, dass man eben auch mal einen heli ruft (bekannte fuer ihr 2 jaehriges kind bei einem fieberkrampf waehrend der wanderung im schwarzwald).

Enja
19.10.2012, 10:24
Wir reden ein bißchen aneinander vorbei. Es gibt durchaus Gegenden ohne Heli-Service. Wobei ich mir keine Ecke in Deutschland vorstellen kann, von der aus man in einigen Stunden Fahrt keinen Arzt erreicht.

Was wäre mit Gabun? Oder ähnlichen Aids-Hochburgen.

Tropenkrankheiten und die damit verbundenen Impfungen und Risiken würden euch nicht stören. Mich schon. Das ist sicherlich eine persönliche Entscheidung.

hyrek
19.10.2012, 12:28
worauf ich hinaus wollte, ist das man auch im urlaub genauso schnell zum arzt sollte, wie zu hause. und wenn man zu hause im notfall sofort zum krankenhaus faehrt, heisst das eben woanders einen heli-einsatz.

ansonsten glaube ich auch, das allein aufgrund der koerperlichen grenzen der kinder die "abgeschiedenheit" nicht allzu gross sein wird. kinder finden wahrscheinlich einen trek durch den dschungel interessant, aber ich glaube nicht, dass man mit ihnen 10 tage neue pfade gehen (schlagen) kann. und bei 1 / 2 tagen ist der arzt immer noch sehr nahe.
das problem mit impfungen / prophylaxe ist damit nicht geklärt. impfen wuerde ich, malaria haengt vom gebiet (art der prohylaxe, ob ueberhaupt prophylaxe oder nur stechschutz).
generell muss man aber bedenken, dass gerade in suedamerika / afrika (von asien habe ich keine ahnung) das leben eines menschen / kindes, kulturell bedingt einen anderen wert hat, als bei uns.

Christian J.
20.10.2012, 21:12
generell muss man aber bedenken, dass gerade in suedamerika / afrika (von asien habe ich keine ahnung) das leben eines menschen / kindes, kulturell bedingt einen anderen wert hat, als bei uns.

Ääähm! Diesen Satz finde ich ziemlich merkwürdig. Was willst Du damit sagen?
Dass kein Heli ein Kind retten kann, wo kein Heli ist, ist klar. Aber das hat nichts mit dem "Wert des Lebens eines Kindes" zu tun sondern allein mit dem fehlenden Heli. Das Kinder immer mit maximalem Einsatz einer ganzen Gesellschaft geschützt und gerettet werden, ist eine menschliche Konstante und gilt überall. Und ganz Südamerika und Afrika kulturell über einen Kamm scheren zu wollen offenbart deutlich, dass Deine These total aus der Luft gegriffen ist.

Christian

hyrek
22.10.2012, 00:27
Ääähm! Diesen Satz finde ich ziemlich merkwürdig. Was willst Du damit sagen?
Dass kein Heli ein Kind retten kann, wo kein Heli ist, ist klar. Aber das hat nichts mit dem "Wert des Lebens eines Kindes" zu tun sondern allein mit dem fehlenden Heli. Das Kinder immer mit maximalem Einsatz einer ganzen Gesellschaft geschützt und gerettet werden, ist eine menschliche Konstante und gilt überall. Und ganz Südamerika und Afrika kulturell über einen Kamm scheren zu wollen offenbart deutlich, dass Deine These total aus der Luft gegriffen ist.

Christian

ich persoenlich habe schon einmal einen notfall in venezuela mitbekommen. eine piste und ein funkgeraet gab es (wir kamen auch per flugzeug). fuer das kranke kind wurde einer losgeschickt, der dann ein auto klargemacht hat, zu dem das kind 10h hingetragen wurde, um dann weitergefahren zu werden. das kind hatte hohes fieber und war apathisch. damals hatte ich noch keine kinder, heute wuerde ich klar sagen, das war ein notfall. an kosten lag es auch nicht, da die von irgendeiner ami-kirche gesponsert wurden. generell hatten die dort einen anderen wert fuer ein leben als wir (ich) als westeuropaeer.
meine schwaegerin wollte einem kind helfen, das vor ihr auf der strasse in aehtiopien, zusammenbrach. die allgemeine reaktion war nur (aha, your from europe). sie konnte nicht weiter helfen, musste irgendwann weiter und knappst immer noch daran.
wenn man sich mit entwicklungshelfern austauscht, bestaetigen viele, dass in vielen suedamerikanischen / afrikanischen kulturen nicht so schnell zum arzt gegangen wird, auch wenn man weiss, dass es ernst ist.
natuerlich sind das immer einzelfaelle, und auch jeder fall muss einzeln betrachtet werden. das ganze erhebt auch nicht den anspruch einer validen statistik (die im einzelfall auch nichts bringt), sonder ist nur meine eigen bescheiden meinung.

markrü
22.10.2012, 10:01
Ich glaube, gemeint war eher, dass in Ländern, in denen täglich tausende Menschen verhungern, verdursten, durch marodierende Milizen oder für vermutete 20€ Bargeld ermordet werden oder Kinder zu Kindersoldaten gemacht werden, das menschliche Leben einen anderen Wert hat als in Nordwesteuropa. Zumindest für diejenigen, die diese Taten begehen.
Das hat aber weniger mit Kultur als mit dem Fehlen derselben zu tun.

Ich kenne auch Leute, die in Brasilien waren und es ganz, ganz toll fanden. Und alles suuuperbillig. Aber diese Armut und diese Gewalt! Ganz ganz schlimm, Du!
Und hat beides auch nix miteinander zu tun...:ignore:

Gruß,
Markus

atlinblau
23.10.2012, 22:29
Zum Thema:
Bisher waren wir lediglich in Europa unterwegs, so dass die 112
unsere Rückversicherung war. Als es letztes Jahr zum Paddeln auf den Vänern ging,
kam ein Navi mit, damit im Notfall eine genaue Ortsangabe möglich war.
Ansonsten sollte man sich mit Kindern immer eine "Ausstiegsszenario" für den
Eintrittsfall haben, denn nicht immer ist Netz und Handyakku voll.
Ebenso solte die Gesundheit des Kindes am wichtigsten sein.

OT:
Ich habe eher das Problem, die Gesundheit meiner Kinder in dieser
"nordwesteuropäischen Kultur", also zu Hause, zu gewährleisten.
Dies vor allem im Bereich der Ernährung und der Medien.
Für mich sind die als für Kinder "gesund und wichtig" beworbenen
Produkte zum Teil schon fahrlässige Körperverletzung, wobei auch schon die
Werbung eine subtile Art von Kindesmissbrauch ist.
Kinderlebensmittel zu fett zu süß (http://pdf.zeit.de/wissen/gesundheit/2012-03/kinder-lebensmittel-foodwatch.pdf)
ansonsten werde ich irgenwann gefragt:Papa, warum bin ich so fett??? (http://pdf.zeit.de/2012/16/USA-Uebergewicht.pdf)

Thomas

Mus
24.10.2012, 12:33
Zum Thema:

OT:
Ich habe eher das Problem, die Gesundheit meiner Kinder in dieser
"nordwesteuropäischen Kultur", also zu Hause, zu gewährleisten.
Dies vor allem im Bereich der Ernährung und der Medien.
Für mich sind die als für Kinder "gesund und wichtig" beworbenen
Produkte zum Teil schon fahrlässige Körperverletzung, wobei auch schon die
Werbung eine subtile Art von Kindesmissbrauch ist.
Kinderlebensmittel zu fett zu süß (http://pdf.zeit.de/wissen/gesundheit/2012-03/kinder-lebensmittel-foodwatch.pdf)
ansonsten werde ich irgenwann gefragt:Papa, warum bin ich so fett??? (http://pdf.zeit.de/2012/16/USA-Uebergewicht.pdf)

Thomas

Ich sehe diese Bereiche auch als kritisch, nur habe ich überhaupt keine Probleme damit, in diesen Fällen als mündiger Erziehungspflichtiger die Gesundheit meiner Kinder durch ein vernünftiges Verhalten meinerseits zu schützen.
Im Gegensatz dazu, hätte ich erhebliche Schwierigkeiten, eine Mittelohr- oder Blindarmentzündung, eine Gehirnblutung nach einem Sturz auf den Kopf oder eine Infektion mit Noroviren zu diagnostizieren oder gar zu behandeln.

Zu Hause muss ich das aber gar nicht. Im Zweifelsfall lieber einmal zu viel zum Kinderarzt oder in die Klinik. Ich weiß wann und wo ich die finde, sie sind mir vertraut und ich weiß genau: Da gibt's außer kompetenter Diagnose (und ggf. Behandlung oder Überweisung) in der Regel auch noch Verständnis und Beruhigung für "zerlegte" Mutternerven.
Zu Hause stehen eine wohltemperierte Umgebung, Waschmaschine, Trockner, Putzeimer, Mengen an frischer Kinder- und Bettwäsche, Kühlpads, Kirschkernkisschen, Medikamente, Kindsbelustigung und Lieblingsessen,.... und was man sonst so noch für das kranke Kind brauchen könnte, zur Verfügung.
Zu Hause habe ich ab einem gewissen Alter, eine Reihe von kleineren und größeren "Katastophen" bereits durch und weiß wie's geht (und dass es geht.) Der Panikfaktor ist, vor allem beim zweiten Kind, ziemlich gering.

Unterwegs fehlt mir ein Teil dieses Wissens und der Souveränität.
Unterwegs kenne ich den Kinderarzt nicht, ich weiß vielleicht nicht mal wo er sich befindet, ob es überhaupt einen gibt oder einen anderen Arzt, wie ich da hin komme, wer für was zuständig ist, wie gut der mich versteht und ich ihn, ob ich beim Kind bleiben darf, was das nun für ein Medikament ist und ob das wirklich notwendig ist....... Die Krankenpflege findet im Zweifelsfall unter massiv erschwerten Bedingungen statt. Und das gilt jetzt erstmal nur für zivilisationsnahe Touren in Europa.
Gehe ich mit den Kindern in die Pampa muss ich bereit sein, eine wesentlich größere Verantwortung zu übernehmen und mehr weitreichende Entscheidungen selber zu treffen. Ich kann nicht für jedes bisschen Fieber mit Ohrenschmerzen (und selbst ein Kind das schon gut spricht, kann selten sagen, wie stark sie sind, die sind immer mörderisch) den Heli rufen und mal kurz nachsehen lassen, ob's nicht doch ne Mittelohrentzündung ist. Das gleiche für Bauchschmerzen: zu viel Schmodder gefuttert oder doch der Blinddarm??? Auf den Kopf gefallen: Beule, leichte Gehirnerschütterung oder doch Gehirnblutung???
Soweit der "normale Wahnsinn". Und je nach dem wo ich bin, kommt dann die Frage dazu: gibt es eine Infrastruktur für Hilfe, kann ich mit meiner technischen Ausrüstung Hilfe erreichen, kann sie mich erreichen und wie kompetent ist diese Hilfe.
Unterwegs kommt zu den erschwerten Bedingungen schnell auch noch ein gewisser "Panikfaktor" dazu.


Also denke ich schon, dass es auf Tour im Zweifelsfall schwieriger werden kann und von daher das Risiko in einem akuten Fall von daher höher ist. Allerdings muss man natürlich das Gesamtrisiko von "mit Kinder auf Tour" und "mit Kinder nur noch Cluburlaub" gegeneinander abwägen. (Auch Depressionen, Unfälle durch motorische Unfähigkeit und Fettleibigkeit aufgrund von Bewegungsmangel ist ein nicht zu unterschätzendes Risiko.) Und daher werde ich mit meinen Kindern weiter auf Tour gehen. Denn übers Ganze betrachtet wäre es für unsere Familie wesentlich gefährlicher, vier neugierige energiegeladene Querköpfe mit Bewegungsdrang permanent zu Hause oder in einer Ferienwohnung "einzusperren". Außerdem habe ich das Gefühl, dass wir auf Tour seltener krank werden. Zu behandeln bleibt meist der Tour-typische "Kleinkram": Blasen, Muskel- und Gelenkschmerzen, kleinere Brand-, Schnitt- und Schürfwunden. Allerdings haben wir für uns entschieden, dass wir in Gebieten bleiben werden, in denen das Gesundheitswesen dem unserem ähnlich ist und wir nicht mit Verständigungsproblemen rechnen müssen. Für das, was darüber hinaus geht, reichen bei uns medizinische Kompetenz, Gesundheitsstatus und vor allem die Nerven nicht.

chartinaelik
24.10.2012, 14:25
Allerdings haben wir für uns entschieden, dass wir in Gebieten bleiben werden, in denen das Gesundheitswesen dem unserem ähnlich ist und wir nicht mit Verständigungsproblemen rechnen müssen. Für das, was darüber hinaus geht, reichen bei uns medizinische Kompetenz, Gesundheitsstatus und vor allem die Nerven nicht.

Ist hier genauso. Vor allem, wenn man weiß, wie schnell es mit kleinen Kindern und Durchfall+Erbrechen gehen kann, daß die wirklich gefährlich dehydrieren. Nee, nee, nee ... das muß ich nicht haben.

Von daher: Vorsorge (alle relevanten Impfungen) und Notfallapotheke plus Notausstiegsplan.

Julia
24.10.2012, 14:56
Allerdings haben wir für uns entschieden, dass wir in Gebieten bleiben werden, in denen das Gesundheitswesen dem unserem ähnlich ist und wir nicht mit Verständigungsproblemen rechnen müssen. Für das, was darüber hinaus geht, reichen bei uns medizinische Kompetenz, Gesundheitsstatus und vor allem die Nerven nicht.
Das gilt bei uns auch. Vor allem der Verständigungsfaktor ist (für mich) nicht zu unterschätzen.

Was wir für uns als ok eingeschätzt haben, war:
- ab 2 mit Kindertrage auf Tagestouren in Jotunheimen im Sommer (auch hochalpin bei gutem Wetter) und Pulkatagestouren im Winter
- ab 3 auf Langdistanzreise in zivilisierte Länder, wo die Verständigung und die medizinische Versorgung sowohl deren Reichweite gwährleistet waren. Erste Übernachtungen im Fjell bei Temperaturen unter Gefrierpunkt, aber neben dem Auto (mit anderen Worten: Expedition sofort abbrechbar)
- ab 5 in Höhen bis 4000 m (nach Akklimatisierung und mit ständiger Rückversicherung bez des Befinden des Kindes). Kinderklettern (am Fels und in der Halle).
- ab 6 Schneehöhlenübernachtungen
- ab 7 Mehrtagestouren im Fjell mit Rucksack, aber immer in Reichweite von medizinischer Hilfe (sprich Rettungshubschrauber), und immer zu zweit als Eltern, so dass einer Hilfe holen/rufen gehen kann und einer beim Kind bleibt. Auch für den (nicht ganz unwahrscheinlichen) Fall, dass sich einer der Eltern verletzt, so dass immer noch einer voll einsatzbereit ist. Skitouren ins Winterfjell mit Hüttenübernachtungen (auch hier: nicht zu weite Etappen und selbstverständlich mit voller Notbivakausrüstung und Handynetzempfang nicht zu weit entfernt). Bergsteigen mit Seilsicherung auf bekannten, gut einschätzbaren alpinen Routen.

Wir sind bisher (toi toi toi) von akuten Krankheiten und Unfällen verschont geblieben.

Ab einem gewissen Alter (vielleicht 13,14 Jahre) würde ich auch Reisen in Gebiete erwägen, die Malariaprophylaxe, Gelbfieberimpfungen o.ä. erfordern, aber nur nach Absprache mit unserem weitgereisten, Höhen-, Expeditions- und Hausarzt und sorgfältiger Recherchen der aktuellen Situation.

Ansonsten machen wir nur wenig im Urlaub, was wir nicht regelmässig an Nachmittagen und Wochenenden auch unternehmen (Radtouren, Skitouren, Klattern, wandern...). Von daher würde ich im Urlaub wenig anders machen als im Alltag, abgesehen halt von der Zugänglichkeit der Hilfe und evtl. Verständigungsproblematik...

Jakob
24.10.2012, 16:20
Nachdem was ich in den letzten Beiträgen gelesen habe komme ich mir völlig "naiv" vor...wir haben uns vor den Reisen mit den Kindern wenige Gedanken über mögliche Szenarien gemacht wie weit jetzt der nächste Kinderarzt weg ist oder wie viele Tage wir maximal mit den Kindern in der "Pampa" wandern gehen. Evtl hätten wir da die eine oder andere Reise erst gar nicht unternommen....passiert ist zum Glück nie etwas!

Jakob

Julia
25.10.2012, 09:46
Nachdem was ich in den letzten Beiträgen gelesen habe komme ich mir völlig "naiv" vor...
Ich glaube, das mußt Du nicht.

Ich habe aber bei mir persönlich gemerkt, dass ich, wenn das Kind mitkommt, was Sicherheit anbelangt viel bewusster bin - ganz automatisch, sozusagen.

Die Altersangaben oben sind übrigens einfach aus der Gelegenheit entstanden und resultieren auch darin, was halt einfach nach der Kondition und dem Durchhaltevermögen des Kindes machbar erschien. Wir haben also nicht vorher eine Liste gemacht, so nach dem Motto: mit 3 können wir mit ihr nach Australien fliegen und dort Tageswanderungen machen, mit 7 können wir sie mit auf den Pico del Teide nehmen, etc und dann gewartet, bis das jeweilige Alter eingetroffen war. Sondern wir haben einfach jeweils unsere momentanen Reise- und Tourenwünsche angeschaut und uns gefragt, ob das mit dem Kind machbar war und welche Anpassungen wir ggf. vornehmen müssen. Mit Jotunheimen wächst sie auf, klar, das liegt vor der Haustür und lockt das ganze Jahr hindurch. Galdhøpiggen mit 2 in der Trage, mit knapp 5 auf den eigenen Beinen, dieses Jahr mit 7 die Kyrkja und den Store Austanbotntind mit Seilsicherung. Aber eben alles Tagestouren, bis auf eine dreitägige Hüttentour auch diesen Sommer mit bis zu 7-stündigen Etappen (Erwachsenentempo ohne Pausen) und 1000 Höhenmetern... Ich habe das Gefühl, dass es in dem Alter richtig losgeht und man den Kindern schon ziemlich viel zumuten kann. Nur Gepäck trägt sie (noch) nicht. Nächstes Jahr wird die Liste sicher länger.

Ich hätte mir schon mehrtägige Wanderung in Island, Norwegen, Patagonien o.ä. in die Wildnis mit Zelt gewünscht (oder auch eine Paddeltour in Nordamerika), doch da sehe ich eher meine eigenen Begrenzungen wenn die Wetterverhältnisse widrig werden. Bei guten Verhältnissen ist das meiste möglich, aber was, wenn es kalt ist, stürmt und tagelang dauerregnet? Was, wenn Furten unfurtbar werden (ich bin kein guter Furter), wenn ich das Kanu in den Wellen nicht mehr im Griff habe oder Bären kommen? Was, wenn ich an meine eigenen Grenzen komme oder mir selber was passiert - wie soll ich da das Kind beschützen? Ich habe aber immer nur Unfall und unhandtierbare Verhältnisse gedacht, nie Krankheit (Fieberinfekte, Durchfall etc.). Vielleicht, weil wir eben mit dem Kind noch nie wirklich weiter als ein paar Stunden vom Mobilfunknetz wegwaren und nicht in Ländern, wo die ärztliche Versorgung oder die Verständigung problematisch gewesen wären. Mit anderen Worten - ich war auch "naiv" und habe was gelernt ;-).

ckanadier
25.10.2012, 11:08
Kinder werden mal krank, Erwachsene auch, ist was Normales auch unterwegs, kann und sollte man sich drauf vorbereiten, Apotheke, eigenes Know How soweit möglich.
Niemand kann mich zwingen, in Länder zu reisen die zu Krisengebieten zählen egal ob wegen Glaubensdurchtickern oder anderen politischen schrägen Verhältnissen und wo die Einstellung zum Wert der Kinder ganz sicher stellenweise ein anderer ist als in zivilisierteren bzw. entwickelteren Ländern oder wo ich mit den Kleinen nur hin komme wenn ich mit ihnen durch eine immer risikobehaftete Impforgie muss..
Ich muss mich erst mal sicher fühlen, tue ich in Afrika, Asien, Mittel und Südamerika nur im speziellen Einzelfall.
Ist auch ein Unterschied ob es das erste Kind ist oder man schon etwas professioneller durch Erfahrung ist.
Auch bei Kind N.5 mache ich mir vor einer Tour noch Gedanken, wäge ab, habe Zweifel, ist doch normal.
Masern oder Beinbruch müssen nicht zwingend zum Urlaubsabbruch führen wenn man vorher ein bisschen den Gehirnskasten in punkto Reiseziel und Ausrüstung eingeschaltet hat.
Vielleicht hat es auch was mit Verantwortung zu tun, dem Kind erst mal den näheren geographischen Dunstkreis zu vermitteln als sich Gedanken über eine Tour in der Sahelzone zu machen.
Ich habe mit Baby auch in Übersee gute Erfahrungen gemacht, war auch für alle okay, dem Baby wars vermutlich ziemlich egal, kann sich heute nämlich an nichts mehr erinnern.
Je nachdem wie Kinder an Outdoor herangeführt werden kann man trotzdem eine Menge mit ihnen gemeinsam erleben und ihnen dabei auch durchaus etwas zumuten ohne sie gleich zu überfordern. Ist ein sehr individuelles Thema wo nur jeder für sich selbst entscheiden kann was er für richtig hält.
Man kann sich Anregungen und Meinungen anhören, Verantwortung bekommt man nicht abgenommen.
Im Zweifelsfall die Risiken eine Spur niedriger ansetzen.
LG Jürgen

hanseaticjonny
25.10.2012, 12:10
Nachdem was ich in den letzten Beiträgen gelesen habe komme ich mir völlig "naiv" vor...wir haben uns vor den Reisen mit den Kindern wenige Gedanken über mögliche Szenarien gemacht wie weit jetzt der nächste Kinderarzt weg ist oder wie viele Tage wir maximal mit den Kindern in der "Pampa" wandern gehen. Evtl hätten wir da die eine oder andere Reise erst gar nicht unternommen....passiert ist zum Glück nie etwas!

Jakob

Moin!

Bin weit davon entfernt, selber Kinder zu haben, aber was ich in meinem Umfeld immer wieder mitbekomme, ist, dass die Kinder ein Abbild ihrer Eltern sind! Sind die Eltern entspannt, sind die Kurzen es auch. Sind die Eltern übervorsichtig, umsorgend, hysterisch und lassen am liebsten die Hände nicht von den Kindern, sind die Kinder introvertiert, weit entfernt von Selbssicherheit und neigen eher dazu, zu kränkeln. Denke, dass man schon automatisch vorsichtiger ist, wenn Kinder dabei sind - auch wenn du sagst, dass ihr euch keine Gedanken gemacht habt... Dazu seid ihr vielleicht auch sonst viel unterwegs, das Kind ist frische Luft, Wind, Regen gewohnt und überhaupt schon abgehärtet!

Was mich fasziniert hat war ein Bericht über einen Vater, der mit seinem Sohnemann (15 Monate, als es losging) für einen Monat durch Skandinavien getreckt ist! Mit dem Lütten in der Kraxe und viel Gepäck vorm Bauch - finde den Bericht grade leider nicht!!

Ansonsten noch das hier (Leanne Allison, "Finding Farley"):
http://www.nfb.ca/film/finding_farley

Ich hoffe, dass ich irgendwann auch mal so entspannt mit meinen Kindern umgehen kann!! Denn von dem, was ich bisher mitbekommen habe, stecken die Kleinen meist mehr weg, als manch erfahrener und kampferprobter Gelegenheitstrekker ;)

Gruß,
John

Edith sacht grad noch, dass man sich als Gefahrensucher mit Kindern vielleicht doch einschränken sollte... Reisen ins Pakistanisch-Afghanische Grenzgebiet und ähnliche Krisengebiete fallen nicht unter meine Definition vom "entspannten Umgang mit Kindern"!! ;-)

Randonneur
25.10.2012, 14:37
@Jakob: Ich dachte schon ich waere der einzige Rabenvater.:ignore:

Eigentlich habe ich mehr Angst, dass den Kindern etwas im Strassenverkehr passiert oder beim Skifahren, wenn die Touristen wieder da sind.

Die erste Mehrtagestour hab ich mit meinem Aeltesten gemacht als er neun war und entsprechend mit meiner aeltesten Tochter. Und dass ohne Handy mit dem einen oder andrem Tag Abstand zur naechstgelegenen Huette.

Es ist im Prinzip ja schon jede simplen Tageststour in den Bergen ein Risiko.

Mus
25.10.2012, 15:22
Moin!

1.Bin weit davon entfernt, selber Kinder zu haben, aber was ich in meinem Umfeld immer wieder mitbekomme, ist, dass 2.die Kinder ein Abbild ihrer Eltern sind! Sind die Eltern entspannt, sind die Kurzen es auch. Sind die Eltern übervorsichtig, umsorgend, hysterisch und lassen am liebsten die Hände nicht von den Kindern, sind die Kinder introvertiert, weit entfernt von Selbssicherheit und neigen eher dazu, zu kränkeln.
(Anmerkung von Mus:1. und 2. von mir eingefügt)

Sei wegen 1. lieber mal vorsichtig mit Aussagen wie 2. Denn zu oft schon sind in diesem Zusammenhang schon Ursache und Wirkung durcheinander geworfen worden und ohnehin schon belasteten Eltern noch Vorwürfe gemacht worden. (Berühmtestes Beispiel sind die sogenannten "Kühlschrankmütter" die angeblich mit ihrer Distanziertheit den Autismus ihrer Kinder verursacht haben, bis endlich eine Studie genauer hingeschaut und festgestellt hat, dass die Zurückhaltung der Mütter eine intuitiv sensible Strategie ist, mit den besonderen Bedürfnissen ihrer Kinder umzugehen.)
Ich sehe häufig Eltern, die sehr vorsichtig und vielleicht manchmal auch zu behütend sind, weil ihre Kinder VON ANFANG AN motorisch ungeschickter / anfälliger für Krankheiten / chronisch krank oder bereits einmal lebensbedrohlich erkrankt ware und daher einer besonderen Aufmerksamkeit bedürfen. Wem diese Erfahrungen -sei es bei sich oder bei den eigenen Kindern- (bislang) erspart geblieben ist, sollte mit Dankbarkeit und nicht mit Überheblichkeit reagieren.

Rattus
25.10.2012, 15:27
@ Mus

Du hast Recht. Nicht alles ist berechenbar und auf Erziehungsmethoden zurückzuführen (zum Glück ;-)). Trotzdem - es gibt auch genügend überängstliche Eltern ohne die Erfahrungen mit ihren Kindern, die du ansprichst. Ich kriege manchmal zuviel, wenn ich sehen, dass den Kindern nichts aber auch gar nichts zugetraut wird (im Alltag). Aber bei denen kämen Trekkingtouren sowieso nicht in Frage.

Mus
25.10.2012, 15:48
Allerdings haben wir für uns entschieden, dass wir in Gebieten bleiben werden, in denen das Gesundheitswesen dem unserem ähnlich ist und wir nicht mit Verständigungsproblemen rechnen müssen. Für das, was darüber hinaus geht, reichen bei uns medizinische Kompetenz, Gesundheitsstatus und vor allem die Nerven nicht.

@Randonneur und Jakob (und die anderen natürlich auch)

Ich habe "für uns" mit Absicht rot und fett gemacht, um auszudrücken, dass das unsere persönliche Entscheidung und auf unsere persönlichen Bedingungen zugeschnitten ist (wie ich dann ja auch im nächsten Satz noch verdeutliche.) Nur tut es - wie bei vielen anderen Fragen ja auch - ab und zu ganz gut die Erfahrungen mit anderen Eltern zu teilen, praktische Tipps auszutauschen und vielleicht auch die eigene Einstellung in die eine oder andere Richtung etwas zu korrigieren. Verantworten muss ich es dann sowieso alleine und ganz individuell für meine Familie.

Ich fände es sehr schade, wenn hier der Eindruck entsteht, dass wir auf der Suche nach einer einheitlichen Richtlinie sind, welche Tour man mit Kindern welchen Alters mit welcher Ausrüstung aus gesundheitlichen Gründen vernünftigerweise unternehmen kann. Und schon gar nicht geht es darum, jemanden, der sich außerhalb des Mainstreams befindet als "naiv", "Rabenvater" oder alternativ "hysterisch" und "übervorsichtig" abgestempelt wird.
Auch fände ich es schade, wenn hier eine Rangelei entsteht à la "Wir sind die Besseren, weil wir sind die Coolen!" und "Wir sind die Besseren, weil wir sind die Verantwortungsvollen!" (Mal ehrlich, dass macht uns als Eltern doch eh schon oft genug das Leben schwer.)

ckandier drückt es am Ende seines Posts ganz gut aus, worum es mir in diesem Thread geht.


Ist ein sehr individuelles Thema wo nur jeder für sich selbst entscheiden kann was er für richtig hält.
Man kann sich Anregungen und Meinungen anhören, Verantwortung bekommt man nicht abgenommen.
Im Zweifelsfall die Risiken eine Spur niedriger ansetzen.
LG Jürgen

Ich würde vielleicht noch ergänzen: "Oder manchmal ein bisschen von den eigenen Bedenken überwinden können."

Jakob
25.10.2012, 16:07
@mus ich kann dir 100% zustimmen!

als "naiv" (etwas ironisch gemeint) hatte ich mich aber selbst betitelt...

@Ranndoneur

als "Rabenvater" würde ich mich fühlen wenn ich meinen Kindern nix zutrauen würde ;-)

Jakob

hanseaticjonny
25.10.2012, 16:16
Ich sehe häufig Eltern, die sehr vorsichtig und vielleicht manchmal auch zu behütend sind, weil ihre Kinder VON ANFANG AN motorisch ungeschickter / anfälliger für Krankheiten / chronisch krank oder bereits einmal lebensbedrohlich erkrankt ware und daher einer besonderen Aufmerksamkeit bedürfen. Wem diese Erfahrungen -sei es bei sich oder bei den eigenen Kindern- (bislang) erspart geblieben ist, sollte mit Dankbarkeit und nicht mit Überheblichkeit reagieren.

Asche auf mein Haupt - auf solche Situationen habe ich mich natürlich nicht bezogen, weil es eben zum Glück (noch) Ausnahmesituationen sind! Habe so etwas in meinem Umfeld (dankbarerweise) nicht und daher keinerlei Erfahrung damit!! Von Überheblichkeit bin ich allerdings WEIT entfernt!! Eltern, deren Kinder behindert oder chronisch krank sind und die sich trotz allem mit Liebe und Aufopferung um ihr Kind kümmern, haben meinen tiefsten Respekt!!

Mein Kommentar war eher auf die Sorte Eltern gemünzt, auf die auch Rattus mit seinem Beitrag anspielt:


@ Mus

Du hast Recht. Nicht alles ist berechenbar und auf Erziehungsmethoden zurückzuführen (zum Glück ;-)). Trotzdem - es gibt auch genügend überängstliche Eltern ohne die Erfahrungen mit ihren Kindern, die du ansprichst. Ich kriege manchmal zuviel, wenn ich sehen, dass den Kindern nichts aber auch gar nichts zugetraut wird (im Alltag). Aber bei denen kämen Trekkingtouren sowieso nicht in Frage.

Und davon gibt es immer mehr!! Wenn die Kiddies nicht mal mehr aufs Klettergerüst dürfen, weil es den Eltern zu hoch ist, frage ich mich, wie ich meine Kindheit überlebt hab ;-)

Was dahinter steckt, muss dann natürlich wieder differenziert betrachtet werden. Klinke mich hier aus, da mir das Thema (als bisher kinderlosem) zu brisant wird... ;)

Gruß,
John - der sich auf seine Kinder freut...

blue0711
25.10.2012, 19:04
Und schon gar nicht geht es darum, jemanden, der sich außerhalb des Mainstreams befindet als "naiv", "Rabenvater" oder alternativ "hysterisch" und "übervorsichtig" abgestempelt wird. Ich denke, damit sind eher die klischeehaften Reaktionen kinderloser Bessererzieher gemeint, die einem als Eltern durchgängig begegnen.
Und natürlich rollenverhaftete Betonköpfe, die eben gerade nicht individuell das Kind sehen, sondern ein festgefügtes Eltern-Kind-Bild haben, in das so ziemlich alles, was hier mit Kindern "angestellt" wird, nicht reinpasst.
Beides keine Mehrheit, aber penetrant und nervend.

Bei beiden Spezies sind die Eltern nämlich gleich mal schuld und das Kind schon völlig überfordert und dazu das Eingreifen des nächstgelegenen Jugendamtes dringend erforderlich, wenn es nur mal abends auf Tour etwas verschnupft in der Ecke hängt.

Leider erlebt man da so einiges und bezieht das zwangsläufig auch mit ein, da man besonders auf Tour und erst recht nicht dann, wenn das Kind dabei kränkelt, irgendwelche Hahnenkämpfe für das vermeintliche Kindswohl gebrauchen kann.
Insbesondere, wenn man alleine mit Kind unterwegs ist, kann das gelegentlich grenzwertig werden, obwohl die meisten doch eher positiv reagieren. Da ich schon eine Situation hatte, bei der beinahe das Eingreifen des Hüttenwirts notwendig wurde und das ohne Krankheit des Kindes, bin ich da auch etwas vorbelastet.

Aber wahrscheinlich ist das ein Phänomen, dem man abseits von den üblichen Massenpfaden und außerhalb des deutschen Sprachraums seltener begegnet.

chartinaelik
25.10.2012, 21:18
Blue, wasn passiert? Plauder mal aus der Nähkiste.

Wir waren mit unserer Lütten ja dieses Jahr für 3 Wochen in Schweden paddeln. Da war diese 8 Monate alt.

Wir haben uns extra eine Prepaidkarte fürs Internet geholt, damit wir den Wetterbericht abrufen können und auch eine translate app für den Fall der Fälle nutzen können. Wir haben keine langen Touren gemacht, nur 2x 5 Tage (ca. 100 km pro Tour) und je nach Wetter sind wir wieder zum Ausgangspunkt zurück, wo das Auto stand. Bei Sturm und Gewitter auf kleiner Insel gefangen sein mit Baby war mir nicht geheuer, auch wenn wir wirklich noch nach genug an der Zivilisation waren. Waren die Tage eher nicht paddeltauglich, sind wir mit der Kraxe durch die Wälder Pilze suchen und Geocachen.

Ich fand es super, andere waren sehr überrascht, wie man das mit so einem kleinen Wurm machen kann.

blue0711
25.10.2012, 22:03
Ach, eigentlich war da nicht viel, ich bin nur kein Freund von Konfrontationen, schon garnicht im Urlaub.
Die Kleene war 9 und ich mit ihr auf Hüttentour.
An einem Tag hatten wir eine Tour von etwa 7 h vor uns, aber es regnete in Strömen und es hatte Nebel.
Wir dehnten also das Frühstück aus und faulenzten noch etwas rum.
Um 12 sattelten wir dann die Rucksäcke und wollten los gehen.
Ein Pärchen, mit dem wir abends noch Karten gespielt hatten und das auch unsere Ausrüstung kannte (für Zelt-Biwak alles dabei), meinte dann plötzlich, das würde unmöglich gehen, der Weg wäre zu anspruchsvoll und zu matschig und der Regen zu stark und und und. Nach einiger Zeit kam dann auch das volle Programm von verantwortungslos bis kann man nicht machen und das arme Kind. Die beiden wollten uns zuletzt dann schon körperlich aufhalten. Der Hüttenwirt (der da kein Problem sehen konnte) quatschte dann aber noch ein bisschen mit uns, worauf sich die zwei dann wieder etwas beruhigten und sich aber weiterhin meckernd zurückzogen. Schiesslich warfen sie uns nur noch böse Blicke nach.
Ich war sch...froh, als die Hütte langsam hinter den Felsen verschwand. Kein Bock auf so einen Sch...

Ich würde natürlich nicht in der selben Situation stehen, wenn das Kind krank ist, aber schon, wenn ich mir vorstelle, dass mein Kind kränkelt und ich deswegen zB. den Abstieg angehen würde und mir kommt einer auf die Tour quer, fänd ich das halt schon schlimm.

PS: War übrigens noch ein schöner Tourtag, das Wetter wurde besser, wir waren kurz vor 20.00 Uhr auf der anderen Hütte.

BukitTimah
26.10.2012, 10:51
Die meisten sind hier doch Eltern. Und wir alle kennen die folgende Situation bestimmt:

Eltern: "Nein kletter bitte nicht da hoch, das ist zu hoch"
Unbeteiligter Beistehender: "Sie trauen ihrem Knd nichts zu und sind unfaehig etc. Frueher sind wir immer ganz hoch etc etc pp."
Geht dann uber diverse Beschimpfungen weiter.
Oder
Unbeteiligter Beistehender: "Holen sie unbedingt ihr Kind da runter das ist viel zu hoch" geht weiter ueber Beschimpfungen und Kindswohlgefaerdugng bis zur Drohung Jugendamt.

Fazit: Wie mans macht ist es falsch weil immer jemand was zum kritisieren findet. Dieser Jemand kennt die Eltern und das Kind in den seltensten Faellen und kann daher GAR NICHTS einschaetzen. Jeder hat eine Meinung und meint mitreden zu koennen (Anderes Beispiel: Jeder hat die Schule hinter sich und weis deswegen genau und am besten was am Schulsystem im Argen liegt und wie es zu verbessern ist. Genauso wie es in Deutschland 80 Millionen-1 Fussballnationaltrainer gibt die es besser machen koennen als der derzeitige Amtsinhaber)

Und aus meiner Erfahrung: Es ist im Ausland nicht besser nur anders. Was wir und unsere Kinder hier schon zu hoeren bekommen haben weil keine Socken (bei 30-40 Grad), ungefragt die Kinder angefasst um "zu verbessern" etc etc. Ganz abgesehen von unserem Exotenstatus hier in Asien der die anderen 99% anfassen ausmacht.

Abhilfe (bei Penetranz) ist einfach stoisch laecheln, auf Durchzug schalten und wenn es gar nicht aufhoert: "Jesus liebt auch dich" o.Ae sagen. dabei sind die meisten dann so verbluefft dass danach Ruhe ist.

Bukit der inzwischen jedem Fremden der meiner Tochter ungefaragt das Gesicht streichelt, selber das Gesicht streichelt. Und auf die Verblueffung antwortet: "Sie machen dasselbe bei meiner Tochter, wenn das Ok ist dann auch bei ihnen."

ckanadier
26.10.2012, 11:25
Habe den Beitrag ganz raus genommen, weil ich beim erstellen wiederholt rausgeflogen bin und dann zwei drittel beim wieder erstellen fehlen.
Jürgen

Julia
26.10.2012, 12:50
Bukit der inzwischen jedem Fremden der meiner Tochter ungefaragt das Gesicht streichelt, selber das Gesicht streichelt. Und auf die Verblueffung antwortet: "Sie machen dasselbe bei meiner Tochter, wenn das Ok ist dann auch bei ihnen."Fantastisch :grins:

Randonneur
26.10.2012, 14:10
@mus: Das Rabenvater war leicht ironisch auf Jakob wie auf mich bezogen. So einen Vorwurf kann ich schon manches Mal (meist unterschwellig) hoeren wenn wir mit den Kindern unterwegs sind. Von mir aus kann jeder nach seiner façon gluecklich werden.

Allgemein erscheint mir aber das Sicherheitsbeduerfnis stark gewachsen zu sein, zumindest verglichen mit meiner Schulzeit.

@Jakob: Geht mir auch so.

ckanadier
26.10.2012, 15:46
Unterwegs auf Tour sind Vorwürfe anderer gering, als Resonanz auf Tourenberichte oder durch das heimische Umfeld, bekomme ich öfters Diskussionen mit meiner Frau nach dem Motto, andere werfen ihr vor, wie sie mir nur die Kinder mitgeben könne.
Meine eigenen Bedenken sind dicht an der Realität des Risikos orientiert, ich wäge das mit unterschiedlichen Ergebnissen ab, je nach Sachlage.
In über 1000 Outdoortagen auf Paddeltouren in der Nähe an Wochenenden und auf dreiwöchigen Touren in Lappland mit Gruppen von Kindern und Jugendlichen ist mir ein Bänderriss und eine größere Schnittverletzung im Gedächtnis, war alles händelbar.
Meine eigenen Kids sind seit ca. dem ersten Lebensjahr mit auf längeren Paddeltouren, mittlerweile überwiegend Küste, Nord und Ostsee.
Die öfter mal benutzten medizinischen Hilfsmittel sind Fenistil, Placebos, Pflaster. Abgebrochen habe ich bisher ein paar Wochenendtouren wegen schlechten Wetters und wegen eine Fieberinfekts bei Minusgraden. 5 eigene Kinder haben bisher überlebt sind zwischen 6+32J..
Gruß Jürgen

PNachtrag: in dieser Woche ist mein Jüngster 6J. in der Schule vom Klettergerüst gefallen und hat sich mit dem Knie 2 Backenzähne zerbrochen und ist gestern in der 30 Zone nur knapp einem Auto mit 60kmh entkommen um im darauffolgenden Moment von einem Fahrradfahrer auf dem Fussweg angekarrt zu werden. Soviel zur Gefahr des Alltags.

blue0711
26.10.2012, 16:55
Abhilfe (bei Penetranz) ist einfach stoisch laecheln, auf Durchzug schalten und wenn es gar nicht aufhoert: "Jesus liebt auch dich" o.Ae sagen. dabei sind die meisten dann so verbluefft dass danach Ruhe ist.Wenns den Kleinen dreckig geht, ist man selber halt gern mal mit den Nerven runter. Dann funktioniert das nur noch aus Verzweiflung. Aber auch dann funktioniert es - gottseidank.

Im Grunde wollte ich damit auch nur unterstreichen, dass ausreichend eigene Reserven nötig sind mit Kindern unterwegs, manchmal auch für völlig dumme Sachen Anderer.
Denn frei nach Murphy findet sich zu jeder Belastbarkeit die Überlastung. ;-)


Bukit der inzwischen jedem Fremden der meiner Tochter ungefaragt das Gesicht streichelt, selber das Gesicht streichelt. Und auf die Verblueffung antwortet: "Sie machen dasselbe bei meiner Tochter, wenn das Ok ist dann auch bei ihnen.":cool: verschärft :bg:

bjoernsson
26.10.2012, 17:15
Nach einiger Zeit kam dann auch das volle Programm von verantwortungslos bis kann man nicht machen und das arme Kind.

Diese Situationen liebe ich ... Das haben wir letztes Jahr bei unserer Hüttentour im Spitzingseegebiet erlebt - bei bestem Wetter. Der Hüttenwart hatte uns noch eine schöne Tour gewünscht, da musste sich ein älteres Ehepaar einmischen. Es wäre unverantwortlich, welcher Gefahr wir unsere Tochter (damals ein Jahr alt in der Kraxe sitzend) aussetzen würden wenn wir diese Etappe jetzt gehen würden. Und in diesem auf der Weg zur Idagrotte am Frienstein in der Sächsischen Schweiz das gleiche Spiel. Der Weg dorthin ist wirklich ein bisschen schmaler, und es geht auch sehr steil und tief runter - aber der Vorwurf, es wäre "unverantwortlich, diesen Weg mit Kind im Rucksack" zu gehen habe ich dann doch für etwas zu weit hergeholt gehalten. In diesem Jahr habe ich dann nur gekontert: "Lieber im Rucksack als alleine laufen lassen, oder!?" Nach einem kurzen verwirrten Blick kam dann nur noich ein: "Ja, stimmt".

@ ButikTimah: Der Tipp mit dem Zurückstreicheln ist gut! Den werde ich zeitnah ausprobieren! :bg:

blue0711
26.10.2012, 18:09
Ich denke, inhaltlich ist es am besten, wenn man sich entweder in der Nähe medizinischer Versorgung aufhält und dann nichts anders macht als zuhause auch.

Oder aber man lässt sich passend auf die Gegend von einem Reisemediziner beraten und versorgt sich mit etwas umfangreicherem Erste-Hilfe-Wissen und ein paar Hilfsmitteln. Mit der nötigen Gelassenheit und diesen Kenntnissen geht auch einiges.

Wenn ich mir so anschaue, was an typischen Kinderkrankheiten meistens aufgezählt wird, ist das fast immer dasselbe und einzig von tropischen Ländern wird bei kleineren Kindern abgeraten. (zB Tropeninstitut (http://tropeninstitut.de/reisetipps/kinder_erste_hilfe.php))

Mus
27.10.2012, 01:21
Eltern: "Nein kletter bitte nicht da hoch, das ist zu hoch"
Unbeteiligter Beistehender: "Sie trauen ihrem Kind nichts zu und sind unfaehig etc. Frueher sind wir immer ganz hoch etc etc pp."
Geht dann uber diverse Beschimpfungen weiter.
Oder
Unbeteiligter Beistehender: "Holen sie unbedingt ihr Kind da runter das ist viel zu hoch" geht weiter ueber Beschimpfungen und Kindswohlgefaerdugng bis zur Drohung Jugendamt.



So schön pointiert wie du es ausdrückst ist's:bg::bg::bg:

Wenn ich allerdings wieder mal in einer der beiden geschilderten Situationen drinstecke :(:(:(

Danke für den Beitrag, auch den Teil, den ich jetzt nicht zitiert habe, er spricht mir in weiten Teilen aus der Seele und lässt sich glaube ich problemlos auf das Thema des Threads bzw. jedes andere "Mit Kinder auf Tour"-Unterthema übertragen.

Mus
13.12.2013, 15:47
Ich will hier mal ein ganz praktischen Bericht von unserer Sommertour geben.
Zunächst wollten wir im französichen Jura wandern. Ich wollte einfach mal wieder nach Frankreich.
Dann stellte sich kurz vor der Abreise heraus, dass bei einem der Kinder eine wichtige Impfung überfällig ist, eins hat sich heftigst übergeben. Da wir nicht wussten was nachkommt (Impfreaktion, anderes Kind auch angesteckt,...) und noch andere Dinge schief gelaufen sind, haben wir das Muffensausen bekommen und drei Tage vorher komplett umgeplant. Wobei umgeplant ein etwas zu hochtrabender Begriff ist.
Wir sind dann in einer Zugstunde Entfernung von zu Hause gestartet, mit dem Hintergedanken, dass wir, falls unsere Befürchtungen eintreten in der Sprache sicher sind die Infrastruktur gut kennen am Anfang in relativ eng besiedeltem Gebiet unterwegs sind also schnell Hilfe und auch fast überall Händiempfang haben im Falle eines Falles schnell wieder daheim sind (und sei es nur um einen vollgeko**en (oder schlimmer) Schlafsack zu waschen oder zu tauschen
Es war eine sehr schöne Tour. Die Kinder sind zunächst fit geblieben. Nur die Kleine war sehr geplagt von den Mücken und Zecken (im Schitt an die 10 Zecken pro Tag).
Nach zehn Tagen allerdings hat sie abends hohes Fieber bekommen, so an die 40°C. Zum Glück waren wir in dieser Nacht in der ersten festen Unterkunft unserer Tour. Mit Bettdecke und im geschlossenen Raum lässt sich die Temperatur doch besser regulieren als unterm offenen Tarp im Schlafsack in deutschen Sommernächten. Da wir nicht wussten was es ist, sie auf die Zäpfchen nicht angesprochen hat und wir befürchtet haben, dass es eventuell mit den vielen Zecken zu tun hat, haben wir folgendes getan: eine geviertelte Ibuprofen von unseren Tabletten gegeben (die hat dann erstmal geholfen) und am nächsten Tag die Tour abgebrochen und auf dem nächsten Weg mit Bus und Zug zur Oma gefahren. Erstens lag die näher als nach Hause, zweitens war die Motivationslage vorallem vom Großen auf die Art besser, als wenn's nach Hause gegangen wäre.
Wie ging's weiter?
Am nächsten Tag war die kleine wieder fit wie'n alter Turnschuh. Der Kinderarzt hatte Mutti beruhigt, dass es nix mit den zig entzündeten Mückenstichen und Zeckenbissen zu tun hat. Und der Große hat die Schleife drei Tage später hinter sich gebracht.
Hätten wir vielleicht nicht abbrechen müssen, sondern einfach einen Ruhetag einlegen?
Vielleicht, aber ich war doch ganz froh, dass wir es so getan haben, denn wir wussten ja nicht, was noch kommt. Wir wären die folgenden Tag durch sehr dünn besiedeltes Gebiet gekommen, vielleicht ohne Handyempfang (ja, sowas gibt's auch in der Mitte Deutschlands noch!), ohne Bus- und Zuganschluss, ohne Arzt,...
Und ich war ganz froh zu merken, dass, wie immer mich die Wanderlust und das Fernweh gepackt hat, noch genügend Vernunft bleibt um überlegt zu handeln.
Der Resturlaub bei Oma war, überwiegend mit Tagesausflügen und gelegentlichen Lagerfeuerabenden gestaltet, dann doch auch noch sehr schön.
Fazit:
Es kommt mit Kindern immer zig mal anders, als man denkt. Man muss locker bleiben und schnell eine Alternative finden (aber nicht vorher schon, das klappt eh nicht). Wenn man der richtigen Einstellung dran geht, dann kann (fast) jeder Urlaub schön werden.

Gut geholfen hat uns bei den verschiedensten Planänderungen immer, genau hinzuschauen (und nachzufragen) was für jeden im Moment das Wichtigste am Urlaub ist und daraus einen guten Kompromiss zu schmieden.